Forschungsquartett | Der Ursprung des Lebens

Alles auf Anfang

03.07.2018

Sie beschäftigt die Religion, die Philosophie und vor allem die Wissenschaft: die Frage nach dem Ursprung des Lebens. Dabei ist klar, dass alles einmal klein und einfach angefangen haben muss, bevor komplexe Lebewesen entstehen konnten.

Wo kommen wir her?

Die Frage woher wir kommen und wohin wir gehen, gehört mit Sicherheit zu den reizvollsten Mysterien der Menschheit. Darüber, was beim Ursprung des Lebens vor sich gegangen ist, wissen wir nach wie vor ziemlich wenig. Für die meisten Menschen reicht es vielleicht zu hören, wo Oma und Opa herkamen. Andere wollen tiefer gehen, und das nicht nur ein paar Generationen. Forscher der Max-Planck-Gesellschaft wollen es ganz genau wissen und fragen sich: Wie hat alles angefangen?

Nachbauen, um zu verstehen

Mit dem Ursprung des Lebens beschäftigt sich die Synthetische Biologie. In diesem noch recht jungen Forschungsfeld versuchen Biologinnen und Biologen in Kooperation mit anderen Disziplinen wie den Ingenieurwissenschaften biologische Systeme nachzubauen. Denn was man bauen kann, das kann man vielleicht auch verstehen.

Die Forschungsgruppe um Hannes Mutschler vom Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried forscht zu Vervielfältigungsmechanismen von Urzellen. Damit erhoffen sie sich Antworten auf die Frage, wie das erste Leben entstanden sein könnte. Besonders im Fokus steht dabei die Ribonukleinsäure, kurz RNA.

Wir versuchen herauszufinden: Kann man eine RNA bauen, die sich selbst vervielfältigt? Wenn das gelingt, kann man auch untersuchen, ob sich das dann auch evolvieren kann. – Hannes Mutschler vom Max-Planck-Institut für Biochemie

Die These von der RNA-Welt

Wie viele Thesen um den Ursprung des Lebens wird auch diese kontrovers diskutiert. Vertreter einer sogenannten RNA-Welt gehen davon aus, dass die RNA beim Ursprung des Lebens auch die Funktion von Proteinen übernommen hat – und somit der Startschuss für das Leben war. Doch wie so eine RNA-Welt entstanden sein könnte, ist noch nicht geklärt. Eine der größten Herausforderungen ist dabei, die Bedingungen zu finden, in denen sich die RNA am wohlsten fühlt. Im Vergleich zur DNA ist diese nämlich sehr instabil und zerfällt oder faltet sich leicht zusammen. Forscher wie Hannes Mutschler ergründen diese Möglichkeiten. Eine Sache ist jetzt schon klar: Die Wissenschaftler müssen geduldig sein.

So ein System fällt ja nicht einfach vom Himmel, es muss ja irgendeine Form von Entstehungsprozess gegeben haben, der das eben erlaubt hat und das ist einfach eine Frage, die viele Leute umtreibt in der Wissenschaft. – Hannes Mutschler

Was ist der Ursprung des Lebens? Kommen die Zutaten für das Leben vielleicht aus dem Weltraum? Und wie sind die ersten Zellen entstanden? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die detektor.fm-Redakteure Lara-Lena Gödde und Lars-Hendrik Setz im Forschungsquartett.

Musik:
A New Year – Scott Buckley (CC BY 4.0)
Resonance – Scott Buckley (CC BY 4.0)
I Am Running with Temporary Success from a Monstrous Vacuum in Pursuit – Chris Zabriskie (CC BY 3.0)
I Am Running Down the Long Hallway of Viewmont Elementary – Chris Zabriskie (CC BY 3.0)
All the Answers – Lee Rosevere (CC BY 3.0)
Let’s Start at the Beginning – Lee Rosevere (CC BY 3.0)