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Bild: zombiu26 | Shutterstock

Forschungsquartett | Wasserkreislauf

Geht uns bald das Wasser aus?

Der Wasserkreislauf ist gestört. Das hat die Weltwetterorganisation im Oktober erstmals bestätigt. Welche Folgen hat das für verschiedene Lebensbereiche – insbesondere für unsere Trinkwasserversorgung?

Der Wasserkreislauf ist gestört

Das Wasser auf der Erde bewegt sich in einem ständigen Kreislauf, der von der Sonne angetrieben wird: dem Wasserkreislauf. Dabei durchläuft das Wasser verschiedene Stufen: Zuerst verdunstet es, dann kondensiert es und fällt als Niederschlag wieder zurück auf die Erde, bevor es versickert und schließlich abgeleitet wird.

Nun hat die Weltorganisation für Meteorologie (WMO), auch Weltwetterorganisation genannt, im Oktober 2023 in einem Bericht bestätigt, dass dieser Kreislauf gestört ist. Das führt zu mehr Extremwetterereignissen wie Dürren und Überflutungen – und dazu, dass wir Grundwasser verlieren, sagt der WMO-Chef Petteri Taalas. Das bestätigt auch der Hydrobiologe Prof. Dietrich Borchardt vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung.

Die Temperaturen steigen stark, sodass die Verdunstung zunimmt. In der Summe bleibt weniger Wasser übrig, das versickern kann. In der Folge ist das Grundwasser betroffen.

Dietrich Borchardt, Bereichsleiter „Wasserressourcen und Umwelt“, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung

Dietrich Borchardt, Bereichsleiter Foto: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)

Trinkwasser in Deutschland

Rund zwei Drittel der deutschen Trinkwasserversorgung werden durch Grundwasser sichergestellt. Der restliche Teil stammt aus Seen oder Talsperren. Die Wasserversorgung ist dabei dezentral und wird kommunal geregelt: Insgesamt sind rund 5.900 Unternehmen in Deutschland damit beschäftigt, unsere Wasserversorgung sicherzustellen.

Wir haben 2018 bis 2022 gelernt, wie die Wasserkapazitäten in Trockenphasen beansprucht werden und da sind natürlich auch die Wasserwerke an ihre Grenzen gekommen.

Dietrich Borchardt, Bereichsleiter „Wasserressourcen und Umwelt“, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung

Dietrich Borchardt, Bereichsleiter Foto: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)

Damit eine sichere Wasserversorgung auch in Zukunft in Deutschland garantiert ist, hat das Bundeskabinett im März die Nationale Wasserstrategie verabschiedet. Darin sind Maßnahmen für den Umgang mit Wasser festgelegt. So sollen beispielsweise die Wasserinfrastruktur an Extremwettereignisse angepasst und Wasser-, Energie- und Stoffkreislaufe miteinander verbunden werden. Das Bundesumweltministerium, das die Strategie vorgelegt hat, plant außerdem eine Kommunikationsstrategie „Wasser“, um das Bewusstsein in der Gesellschaft zum Umgang mit unseren Wasserressourcen zu stärken.

Welche Gründe gibt es für den gestörten Wasserkreislauf und welche Folgen hat das für die Trinkwasserversorgung in Deutschland? Das fragt detektor.fm-Moderatorin Sara-Marie Plekat ihre Kollegin Alina Metz. Sie hat für diese Ausgabe vom „Forschungsquartett“ mit dem Hydrologen Prof. Dr. Dietrich Borchardt gesprochen. Er leitet am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Magdeburg den Bereich Wasserressourcen und Umwelt und lehrt an der TU Dresden.

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