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Bild: mark gusev | Shutterstock

Spektrum-Podcast | Gehirn

So gut tut Langeweile unserem Kopf

Wer glaubt, Pausen und Langeweile seien verlorene Zeit, liegt falsch: Die Forschung zeigt, dass unser Gehirn gerade in Ruhephasen Höchstleistungen vollbringt.

Dem Gehirn auch mal Pausen gönnen: Selten erlauben wir uns, ohne schlechtes Gewissen nichts zu tun. Langeweile hat eine negative Konnotation, Ruhephasen gelten vielen als verlorene Zeit. Die wenigsten schaffen sich Räume, in denen im Kopf einfach mal Ruhe herrscht — ohne E-Mails, Podcasts oder das Scrollen am Smartphone.

Für unser Gehirn sind Pausen aber mehr als bloße Unterbrechungen der Arbeit. Sie sind entscheidend dafür, dass wir effizient lernen, kreativ denken und neue Eindrücke verarbeiten können. Das verdeutlichen neue Ergebnisse aus der Forschung.

Auch wenn uns unser Denkapparat noch viele Rätsel aufgibt, eines ist klar: Erholungsphasen leisten einen wesentlichen Beitrag dazu, das zuvor Gelernte oder Erlebte zu verarbeiten. Denn das Gehirn arbeitet selbst dann weiter, wenn wir scheinbar nichts tun.

Gehirn im Ruhezustand

Sobald äußere Anforderungen wegfallen, übernimmt das sogenannte „Default Mode Network“, das Ruhezustands-Netzwerk. Es verknüpft Erinnerungen, verarbeitet soziale Erfahrungen und lässt unsere Gedanken frei wandern. Gerade dieses unstrukturierte Denken ermöglicht es häufig, neue Zusammenhänge zu erkennen und kreative Lösungen zu entwickeln.

Wer dagegen jede freie Minute mit dem Smartphone füllt, nimmt sich und seinem Gehirn die Chance, Gedanken schweifen zu lassen. Gerade aus solchen Momenten entstehen aber oft neue Ideen.

Pausen dienen außerdem der Regeneration. Regelmäßige Unterbrechungen helfen, geistige Ressourcen wieder aufzuladen. Dabei muss eine Pause nicht zwangsläufig völliges Nichtstun bedeuten. Auch Bewegung, wie ein Spaziergang oder ein Wechsel der Tätigkeit, kann den Erholungseffekt fördern. Besonders wirksam scheint dies in der Natur zu sein, weil sie das Gehirn entspannt, ohne es zu überfordern.

Viele betäuben ihre Langeweile, bevor sie ihnen überhaupt bewusst wird.

Anna von Hopffgarten

Anna von HopffgartenFoto: Spektrum der Wissenschaft

Anna von Hopffgarten leitet bei Spektrum der Wissenschaft die Redaktion Lifesciences. Im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Marc Zimmer geht sie auf die positiven Seiten von Auszeiten und Langeweile ein und erklärt, was in unserem Gehirn passiert, wenn wir ihm Ruhephasen gönnen.

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