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Bild: Rido | shutterstock.com

Zurück zum Thema | AD(H)S bei Erwachsenen

Warum haben immer mehr Menschen AD(H)S?

Lange Zeit galt sie als Kinderkrankheit, heute erhalten auch immer mehr Erwachsene die Diagnose AD(H)S. Woran liegt das — und wie geht es nach der Diagnose für Betroffene weiter?

AD(H)S — was ist das?

ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung und ist eine Unterform von ADS (Aufmerksamkeitsdefizit-Störung). Viele Betroffene leider unter einer großen inneren Unruhe, können sich nur schwer konzentrieren, sind leicht ablenkbar oder vergesslich. Damit einher gehen oft Schwierigkeiten, sich selbst zu organisieren, und schnelle Stimmungswechsel.

Menschen mit ADS oder ADHS wird häufig vorgeworfen, sie müssten sich einfach mal zusammenreißen. Dabei handelt es sich bei ADHS um eine Regulationsstörung im Frontalhirn. Sie ist angeboren und kann nicht geheilt werden. Durch Therapie und Medikamente können Betroffene ihre Symptome lindern und ihre Lebensqualität nachhaltig verbessern.

Diagnosen-Boom

Aktuell wird die Krankheit auch gerne als Trend verspottet. Insbesondere auf Social Media teilen mittlerweile nämlich viele Betroffene ihre Diagnose, darunter erfolgreiche Influencerinnen wie Julia Knörnschild oder Marie Nasemann

Dass immer mehr Erwachsene öffentlich über AD(H)S sprechen ist allerdings kein Zufall:  Tatsächlich hat sich die Zahl der diagnostizierten Fälle bei deutschen Erwachsenen zwischen 2015 und 2024 fast verdreifacht. Das hat vielerlei Gründe. Bis in 1990er Jahre ist die Fachwelt davon ausgegangen, dass nur Kinder und Jugendliche betroffen seien. Dazu kommt, dass sich die Symptome bei Frauen und Männern stark unterscheiden. Lange wurde die Krankheit bei Frauen deshalb nicht richtig erkannt.

In „Zurück zum Thema“ erklärt Astrid Neuy-Lobkowicz, Fachärztin für Psychosomatik und Psychotherapie, warum die öffentliche Debatte über mentale Gesundheit hilfreich ist und warum viele AD(H)S-Betroffene auch unter Angststörungen oder Depressionen leiden.

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