Hier ist der Antritt der Fahrrad Podcast auf detektor.fm mit der zweiten Augustausgabe 2026.
Mein Name ist Gerolf Meyer und du hast Badelatschen an. Ich bin Christian Bollert. Guten Tag! Das liegt daran, dass ich zurzeit täglich zum Baden komme.
Ist das so? Ja, ja. Na ja, ich habe auch viele auf der Turmallee tatsächlich viele Leute in Badelatschen gesehen. Das ist, glaube ich, so das klassische Accessoire. Also viele Leute sind da hochgefahren mit dem Rennrad, mit Klickschuhen und Badelatschen in der Rückentasche. Ja, lässt sich relativ einfach transportieren.
Ich bin nur: Wer braucht schon Essen, wenn er Badelatschen hat? Wer braucht Essen, wenn er Badelatschen hat? Also zum Beispiel in den Trikotaschen. Ja, die sind halt leicht. Aber ich bin dabei, das zu optimieren. So Mitnahmeschuhe mache ich auch jetzt immer jeden Abend am See. So, na ja, die haben ein kleines Packmaß. Ja, ja. Und ich bin… Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Ich kann ja auch was lernen. Das ist gut.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Und demnächst werde ich mit einem ungenannten Teilnehmer aus Dresden Schuhe selbst bauen mit minimalem Packmaß. Ernsthaft? Ja. Was sind denn Mitnahmeschuhe? Na ja, welche, die du mit zum See nimmst. Ja, eigentlich der See ist nur das Testparcours. Ja, wenn du halt fährst, du fährst mit dem Rennrad die ganze Zeit und du willst aber abends noch Feindining machen oder so.
Ja, ich will zumindest abends aus diesen Schuhen raus. Ja klar, das kann ich verstehen. Ich habe keinen Bock. Also es gibt Leute, die rennen auch die ganze Zeit dann irgendwie in Klickschuhen rum und das ist nicht gut.
Aber ist das so ähnlich wie die abgesägte Zahnbürste, dass die vorne so offen sind oder so? Das ist quasi eine Ultrasandale, die da entsteht. Also ich bin sehr gespannt darauf. Ich habe das noch nicht gemacht, aber ich kenne da jemanden, der baut sich das selber und ich werde berichten davon.
Klingt gut. Aber noch bist du hier eher im klassischen Badelatschen. Ja, habe ich mir heute mal so gedacht. So ein bisschen maritimes Flair jetzt, wo die Tour de France auch vorbei ist. Ja, ja, Tour de France.
Christian, wie hast du die verfolgt? Hast du die verfolgt? Ich habe die verfolgt. Ziemlich intensiv habe ich die verfolgt. Und ich habe auch immer noch so einen leichten Phantomschmerz jetzt, wo wirklich alles vorbei ist.
Also es war… Ich muss sagen, mich holt es voll ab, so kurz nach der Tour, dass es dann nochmal weitergeht eine Woche. Das ist einfach geil, weil es gab ja auch nochmal so ein paar heiße Tage. Die letzte Etappe habe ich auch nochmal fast komplett gesehen, irgendwie dann einfach drin, weil es so heiß war. Einfach, es gibt ja nichts Besseres, als bei 37 Grad gefühlt irgendwie auf dem Sofa zu sitzen und ein bisschen Tour zu gucken, Kaffee zu trinken, Kuchen zu essen. Großartig!
Und es war wahnsinnig spannend bis zum letzten Tag. Ja, wirklich. Bis zum letzten Berg. Ja, aber dann doch nicht so sehr, wie es, glaube ich, alle so ein bisschen… Also ich hatte so ein bisschen das Gefühl, die alle haben so hingeschrien, dass es doch wieder um die vier Sekunden geht und so. Dann war es am Ende doch ein bisschen… Nee, das ist schon okay so. Ja, ja, das ist schon okay so. Genau.
Aber es war eine sehr, sehr spannende Tour, definitiv. Absolut! Also mit den drei Favoriten, auch mit diesen häufigen Wechseln des gelben Trikots. Ja, zum Beispiel. Also mir sind so viele Szenen irgendwie noch im Kopf, aber so eine der letzten Fahrszenen ist so diese Triumphfahrt so die letzte Abfahrt da vom Goldest runter von Demi Golling. Genau.
Und wo man dann wirklich… Also erstens haut sie wirklich raus und sie ist ja auch… Also es ist einfach eine Stilistin auf dem Rad und sie haut wirklich raus. Und dann gibt es so… Du siehst ihrem Gesicht an, dass sie irgendwie checkt, okay, das wird jetzt was und das wird jetzt wirklich was. Und ja, grandios! Ja, super!
War auch viel Wut dabei, würde ich sagen. Ja, na ja. Aber nee, eine meiner Lieblingsnebenfiguren ist ein bisschen hart. Also ich fand viele coole Fahrerinnen, geile Geschichten, aber Ronny Lauke fand ich sehr erfrischend in den Gesprächen. Ich weiß nicht, hast du auch mal ein paar Interviews mit ihm gesehen?
Also gerade im Vergleich auch zu klassischen Tourinterviews, irgendwie so von Teamchefs und so. Ich dachte mir auch zu klassischen Teamchefs oder ja, also wenn ich das so ins direkte Verhältnis setze, sehr menschlich, sehr warmherzig irgendwie. So, können wir dazu sagen, ist der Teamchef von Canyons Ram. Ja, wohnt in Leipzig, kann man auch dazu sagen.
Man sieht auch die Autos öfter hier rumstehen, hier auch um die Ecke sogar. Wer genau geschaut hat in der Übertragung, die Canyons Ram Autos haben alle Leipziger Kennzeichen. Ja, ich finde es… Ich habe mich trotzdem gefreut, dass Demi Wollering das gewonnen hat. Ich auch, aber ich fand Ronny Lauke erfrischend anders als Teamchef.
Und vielleicht auch, dann sind wir schon wieder bei einem anderen Thema, was mich immer interessiert. Er ist ja Brandenburger, ostdeutsche Biografie und so. Da schwingt irgendwie auch so ein bisschen was mit. So, aber eben dann irgendwann nach Leipzig gezogen. Vielleicht bin ich der Ronny Lauke vom Antritt, weißt du? Nur sportlich nicht so gut.
Also er war ja Profifahrer und so. Also von daher aber wenn du das bist, wer bin ich dann? Tja, Gerolf, das ist eine Frage, die solltest du dir auch mal stellen. Ja, das ist ja nicht so… Da habe ich noch nie drüber nachgedacht. Und wie viele vor allem? Ich habe darauf keine Antwort.
Also ich weiß es ja noch nicht mal bei mir. Ich dachte, wenigstens du kannst mir das sagen. Na gut, dann muss ich weiter. Wir müssen hier weiter, vielleicht auch nach Antworten suchen in diesem Podcast. Das können wir machen.
Ich habe noch zwei Sachen, die bei aller Begeisterung… Also wirklich, das war einfach grandioser Sport. Ich habe genauso diesen Phantomschmerz wie du. Es gibt Leute, die sagen, das war insgesamt spannender als die Tour de France der Männer. Ich finde das schwierig zu vergleichen, aber ich verstehe, was damit gemeint ist.
Und es gibt aber einen großen Unterschied zur Tour de France der Männer. Das sind die Übertragungszeiten. Ich möchte wirklich bitte für nächstes Jahr einen kompletten Stream der gesamten Etappe, weil das gibt es nämlich so noch nicht oder hat es in diesem Jahr nicht gegeben.
Und eins, was mir noch aufgefallen ist, zumindest nicht im öffentlich-rechtlichen Universum. Ich weiß nicht, wie es bei anderen… Nee, das Stream nicht. Ich glaube, es liegt an der ASO. Das ist jetzt gefährliches Halbwissen. Beziehungsweise ich habe es an einer Stelle gelesen, ich habe es nicht einmal nachgeschaut. Kann gut sein. Genau.
Also das darf sich bitte ändern. Und wer sich noch daran erinnert, ich hatte vor einer Weile mal mit Jens gesprochen über diese UCI-Technikregeln, die sich geändert haben. Und da ging es unter anderem um die Lenkerbreite. Und wir haben gesagt, dass es nicht so ganz logisch ist, nicht so ganz hinhaut, wenn man für Männer und Frauen die gleiche minimale Lenkerbreite vorschreibt.
Weil so ein Schrank mit einem 38 cm Lenker, der dann zwischen den Griffen so und so viel Zentimeter breit ist, das ist einfach aerodynamisch was anderes als eine kleinere, zierliche Frau. Und man hat es teilweise gesehen in den Übertragungen.
Wie du über mich redest, du bist doch klein und zierlich, oder? Ja, je nachdem. Oder Schrank oder klein und zierlich und alles zusammen. Du bist viele Christians. Aber man hat es gesehen, das ist wirklich aufgefallen. Lustigerweise ein Freund von mir auch so. Der auch so: Ey, guck da mal hin. Das ist ein guter Punkt. Das ist einfach sprang mir nochmal ins Auge, dass es einfach nicht so ganz fair ist.
Das ist Punkt 1. Punkt 2. Ja, das andere ist das mit der Übertragung. Das hätte ich gern. Und ansonsten hätte ich gern, dass es nächstes Jahr… Das ging mir tatsächlich bei der allerletzten Etappe so, dass ich da so dachte, hätte ich gern früher oder so. Aber da waren sie relativ schnell drauf.
Dann wiederum. Aber es stimmt, es waren nicht… Es ist trotzdem blöd. Ich gucke das eh meistens, weil ich muss ja zum Sehen nach der Arbeit. Dann gucke ich das meistens nach. Aha, mit dem Badeschlappen. Und dann gucke ich das meistens abends nach in Ruhe.
Und dann ist es aber auch blöd, wenn du dann irgendwie mitkriegst, ach warte mal, da hat es einen Sturz gegeben. Ach, warte mal, die und jene Situation. Und da habe ich jetzt kein Livebild dazu. Und du musst dir das dann irgendwie zurechtstöpseln. Und dann denkst du, jetzt liegt es daran, weil ich später bin oder warum auch immer.
Guckst du dann die ganzen Etappen wirklich nochmal nach? Ja, krass. Also fast alle. Ich gebe zu, es gibt auch welche, bei denen bin ich eingeschlafen. Aber das passiert mir auch nachmittags, wenn ich das mal nachmittags schaue. Ja, das gehört für mich… Das ist auch so ein Tour-Sommer. Genau, das gehört ja zur Tour de France auch dazu.
Und die große Kunst ist es ja dann irgendwie, 5 Kilometer vor dem Ziel wieder wach zu werden. Richtig, wenn der sprintet. Aber das wird man automatisch, weil es dann heißt, oh, jetzt wird es spannend und so. Ja, nee, ich habe alle Etappen nachgeschaut. Das macht es dann auch immer schwierig irgendwie.
Ich gucke dann auch… Ich würde sogar so weit gehen und sagen, großes Kompliment, ich bin sowohl bei der Frauentour als auch bei der Männertour auf dem Sofa teilweise weggenickt und aber auch immer wieder rechtzeitig aufgeführt. Ja, das zählt. Das ist ein Qualitätsmerkmal, würde ich sogar sagen.
Ja. So, dieses leichte Helikopterrauschen und so. Nein, also kurzum, ich fand es auch wirklich eine sehr gute Tour. Und ich habe mich daran erinnert, wie ich während meines Zivildienstes, den ich noch gemacht habe vor sehr, sehr langer Zeit… Wird ja gerade wieder diskutiert, ob er nicht wiederkommt. Aber das ist ein anderes Thema.
Aber wie ich damals schon Tour de France geschaut habe und dann auch für mich selbst überlegt habe, warte mal, Zivildienst, das war jetzt irgendwie… Ich verrate es an dieser Stelle, 2001. Das ist 25 Jahre her. Wirklich? Seit 25 Jahren gehört das zu meinem Sommer. Und nicht nur zu meinem.
Also das ist… Ich könnte da noch was drauflegen, aber ja. Ich habe das wahrscheinlich schon vorher gesehen. Ich wollte gerade sagen, das war so der Moment, wie ich in so einer kleinen Werkstatt hocke und dann irgendwie da irgendein Gerät läuft. Ja, bei mir war es so 94, 95, kann ich mich daran erinnern. Da habe ich angefangen, wirklich fast alle. Und dann haben wir auch alle 97 und danach und so.
Aber ja, ja, ich verstehe schon, was du sagen willst. Wie lange das dazu gehört. Und wenn es bei uns beiden dazu gehört, dann gehört es auch bei ganz vielen anderen Leuten natürlich dazu zum Sommer. Klar, klar.
Übrigens auch bei Leuten, die sich gar nicht so sehr jetzt für die sportlichen… Also es ist wirklich so ein Ich finde, es ist so eine Juli-Begleitung auch einfach. Eine gute Juli-Begleitung. Einfach auch im Hintergrund, dass das so laufen kann.
Also es ist wirklich… Ja, das ist ein ganzes Universum, was sich da auftut. Und jetzt dankenswerterweise eine Woche länger. Ja, oder sogar zwei, wenn man die Überbrückungswoche dazu nimmt. Und das andere kann ja vielleicht auch noch wachsen.
Und einer, der auf jeden Fall auch schon einiges an Tour de France mitbekommen hat, aber sowieso an ganz vielen Fahrraddingen ist unser Gesprächspartner Dirk Zedler, mit dem wir in dieser Ausgabe sprechen über auch aktuelle Geschehnisse am Fahrradmarkt in der Fahrradbranche, aber auch ein bisschen rausgesucht, von oben drauf geschaut.
Geht weniger um Sport oder eine andere Art des Sports. Der Fahrrad Podcast von detektor.fm. Die niederländische Axel Gruppe ist ein ziemlich großer Fisch unter den Fahrradherstellern. Und der ist in Schwierigkeiten. Marken wie Haibike, Ghost, Lapierre, Vinora, Koga, Babu, Wiener Bikeparts und noch mehr gehören zur Gruppe.
Und die sollte eigentlich von der Dütek Gruppe aus Singapur übernommen werden. Doch daraus wird nichts, wie Anfang August bekanntgegeben worden ist. Und die Gruppe kann ihren Zahlungsverpflichtungen aktuell nicht mehr nachkommen. Das betrifft auch das Mutterschiff in den Niederlanden und auch vier deutsche Tochtergesellschaften, die inzwischen Insolvenz in Eigenverantwortung beantragt haben.
Wie das dann heißt bei Axel Germany, Vinora, Steiger, Ghost Bikes und Wiener Bikeparts. In Deutschland sind rund 370 Menschen beschäftigt, zumindest nach den Zahlen, die uns so vorliegen. Und für uns stellt sich die Frage, was das alles für sie und für die deutsche Fahrradindustrie zu bedeuten hat.
Über die Krise der Axel Gruppe und die drei großen Gefahren für die deutsche Fahrradindustrie aus seiner Sicht können wir mit Dirk Zedler sprechen. Dirk ist den Antritt-Hörerinnen und Hörern bekannt, Branchenkenner, Geschäftsführer der Zedler Gruppe und Vorstandsmitglied beim Branchenverband Zukunft Fahrrad. Und er ist regelmäßig hier im Antritt zu Fragen der Fahrradindustrie zu Gast.
Wir freuen uns, dass es auch diesmal wieder klappt und sagen Hallo nach Ludwigsburg. Hallo Dirk! Ja, hallo. Antritt, geplatzte Übernahme, Zahlungsaufschub und jetzt Insolvenzanmeldung bei Axel. Was ist da eigentlich passiert? Mal einfach zusammengefasst.
Naja, das ist ja im Grunde die Folge unserer vorhergehenden Podcasts. Das heißt, wir haben einfach in der Corona Geschichte einen ordentlichen Rausch erlebt. Das heißt, wir haben ungefähr 20 Prozent mehr Fahrräder in Deutschland verkauft. Dann wurde bestellt und bestellt und da waren Lieferengpässe. Wir haben die Containerkrise gehabt. Wir haben Lockdowns über Monate gehabt in Asien.
Und dann wurde einfach wenig produziert und alle haben immer mehr bestellt in der Hoffnung, irgendjemand liefert irgendwas. Und dann kam Anfang 2022, ziemlich genau im Mai, hat die chinesische Regierung, die ja einen großen Teil der Fahrradteile produziert und Rahmen produziert und so weiter, gesagt, es gibt keinen Lockdown mehr.
Und dann wurde in Asien volles Programm produziert. Und die Asiaten haben dann zeitgleich tonusmäßig die 23er Modelle produziert, aber auch alles, was 2022 unter Vorgeordnet wurde, nachproduziert. Und ab Herbst kam die ganze Ware an.
Und im Februar 2022 hat Russland die Ukraine angegriffen, was zur Folge hatte, dass wir die Gaskrise hatten. Also man hat ja die Gaslieferungen eingestellt. Die Leute hatten alle Angst, dass wir nicht mehr heizen können, dass wir in ein Marsenergieloch fallen und so weiter.
Was dann mit einer Konsumkrise einherging, die ja nicht nur die Fahrradindustrie getroffen hat. Im Ergebnis haben wir in der gesamten Fahrradwirtschaft, also egal ob es USA oder ob das jetzt in Europa ist, eine riesige Überproduktion, die angerollt ist, zeitgleich mit einer Konsumzurückhaltung.
Und seit Ende 2022 konnte man kaum mehr ein Fahrrad nicht mit erheblichen Rabatt verkaufen. Das heißt, die Hersteller haben versucht, Räder oder auch die Händler Räder zu verkaufen über Rabatte, weil sie so einen Überbestand hatten. Und das zieht sich im Grunde bis heute.
Natürlich hat sich der Markt heute ein bisschen bereinigt. Es gibt Fahrradgruppen, die sind super. Gravel läuft hervorragend, Rennrad läuft hervorragend. Es gibt ganz viele Bereiche, die toll sind. Transporträder laufen. Das ist alles super. Aber es gibt immer Fahrradsegmente, die nicht gut laufen.
Und das sind erhebliche Überbestände und das ist eine erhebliche Kapitalbindung. Und was jetzt die Axel Gruppe angeht, dann haben die in einer besonderen Situation mit den vielen Marken und dem riesigen Marktvolumen, dass dann eigentlich eine erhebliche Kapitalbindung der Fall ist.
Und die haben wohl auch erheblich überzogen von den Bestellungen. Und in der Branche weiß man schon lange und hat schon lange darüber geredet, dass mit Sicherheit ein großer noch gehen wird, einfach weil sie den Markt verändert hat. Da kommen wir vielleicht noch dazu.
Und bei der Axel Gruppe warum jetzt der Deal geplatzt ist, hat wahrscheinlich einen weiteren Grund. Axel ist ja, wie der Gerolf richtig gesagt hat, die Muttergesellschaft von Babu. Und Babu hat ja den größten Skandal der Fahrradwirtschaft ever produziert. Der ist ja vergleichbar mit Dieselgate fast schon.
Das heißt, durch das, dass die erhebliche Schwierigkeiten hatten mit ihren Produkten, die ja auch zum Kindertransportieren sind, kam es hier zum ersten mehr bekannten staatlich verordneten Rückruf, weil die also verheimlicht haben. Und es hat also erheblichen finanziellen Schaden betroffen nicht nur die Axel Gruppe, sondern auch Leasinggesellschaften, die ja dann mit drin hängen und bei so Geschichten.
Und es hat natürlich einen unheimlichen Imageverlust für die Axel Gruppe gebracht, für das Fahrradgesamt überhaupt auch, aber auch für die Axel Gruppe. Und ich glaube einfach, jetzt ist es fast übergelaufen, weil eine Sammelklage praktisch angedroht ist. Das heißt, ich weiß nicht, ob es jetzt schon eingereicht ist, aber in Holland haben sich also ganz viele Leute firmiert.
Und das war es in Amerika schon lange kein Sammelklagen gegen einen Hersteller eingereicht. Und da reden wir ja über ein erhebliches Risiko, was an Zahlungen droht durch das, was da passiert ist. Und ich glaube, ein Investor, der eh einen Markt sieht, der schrumpft, der erhebliche Verbindlichkeiten mit übernehmen muss, der möchte nicht noch das Risiko in mindestens zweistelliger Millionenhöhe mitnehmen durch den Rückruf und durch die Sammelklage, die eingereicht wird.
Und ich glaube, diese ganze Gemengelage, eine Corona-Kater-Nennung, weil wir hatten einen Rausch, dann hat man einen Kater am nächsten Tag, ein Markt, der sich verändert, nicht schnell genug reagieren können auf die neuen Trends im Zusammenspiel, den Investor verschrecken mit einer drohenden Sammelklage, das hat dann praktisch das Vertrauen wahrscheinlich so erschüttert, dass dann einfach die Gruppe den Stecker gezogen hat.
Über diesen Hintergrund der Sammelklage oder den Ursprung dieser Sammelklage, nämlich diese Probleme beim Lastenradhersteller Babu, was ja eine Axel-Marke ist, haben wir mit dir gesprochen im April 2024. Ich werde es verlinken in den Shownotes und man kann es nachhören.
Wenn wir mal in die Gegenwart gehen und vielleicht auch auf den deutschen Markt schauen, wir haben ja hier auch in Deutschland Marken der Axel Gruppe, die hier vertreten sind oder die hier beheimatet sind. Wie wichtig ist Axel und sind diese Marken auf dem deutschen Markt?
Ja, ich glaube einfach, da hat sich ein bisschen was auch verändert. Haibike war ja mal der Shootingstar. Also Haibike ist ja eine Marke von Vinora. Vinora ist ein Tochterhelm von Axel. Haibike war ja mal der Shootingstar. Haibike war die erste Firma, die wirklich ans E-Mountainbike im großen Stil geglaubt hat und im großen Stil den Markt bearbeitet hat.
Haibike hat schon in der Bosch-Generation eins und da reden wir jetzt von 2011, haben die viele Mountainbike-Modelle damit gehabt, haben da erfolgreich gefährdete Fahrräder gehabt, wurden damals noch mit belächelt, haben an der Sache praktisch geglaubt und haben dann auch in Amerika beim Sea Otter Festival das erste Elektrofahrrad, das dort Preise abgeräumt hat.
Also sie waren mal wahnsinnig stark und haben ein bisschen oder nicht nur ein bisschen, sondern ziemlich an Marktbedeutung verloren. Also das Haibike ist nicht mehr das Haibike von vor, sagen wir mal, 8 Jahren. Das hat am Markt verloren. Ghost ist auch mit dem Elektro-Mountainbike nicht so stark in den Markt reingekommen.
Und deshalb ist das, glaube ich, bei den Marken einfach so, dass die jetzt auch nicht mehr so klasse waren. Und Vinora hat ja in den vergangenen Jahren das Portfolio geschrumpft. Mir tut es ja im Herzen weh, dass ja die Firma Steiger, die Firma Marke Steiger, die ja hier was Lokales war in Gerling, ein paar Kilometer von hier, die ist ja auch in die Vinora-Gruppe rein und dann eben in die Axel, die wurde beerdigt.
Und man hat auch einige Marken inzwischen schon beerdigt. Das heißt, ich denke, was die Fahrradmarken angeht, ist es nicht so gravierend. Und man kann auch nicht sagen, dass jetzt die Axel Gruppe, ich sage jetzt mal im Vergleich zur Autoindustrie oder so, wo vielleicht viele Leute sich auch gut auskennen, ist nicht das Volkswagen.
Nee, also wir haben ja einen ganz breiten Massenmarkt und wir haben in Deutschland 400 Fahrradmarken und da ist Axel jetzt nicht mehr so stark. Ich denke, in Holland im niederländischen Markt sieht es noch ein bisschen anders aus. Da sind ja mit Gazelle und Batavus, das sind dann, glaube ich, schon zwei sehr große Marken, die in dem Alltagsrad, in dem Trekking-Radbereich, in dem Holland-Radbereich sehr stark sind.
Ich denke, da ist die Sache auf dem Markt stärker wie in Deutschland, wo wir inzwischen ja eine sehr starke Marktverschiebung haben. Wir haben ja eine Firma, die inzwischen in Deutschland über eine Million Fahrräder macht. Die hat sich in den letzten Jahren extrem entwickelt und die Marktbedeutung von den Axel Gruppen ist in Deutschland deutlich zurückgegangen.
Über die Firma, die du da meinst, werden wir vielleicht noch sprechen im Laufe des Gesprächs. Aber zur Axel Gruppe gehört ja zum Beispiel auch Wiener Bikeparts. Das ist ein Teile-Lieferant, ein Großhändler, der viele Fahrradhändler beliefert.
Also ich kenne hier lokal, mir persönlich bekannt sind wenige Händler, die jetzt Axel-Marken im Programm haben, also Ghost oder Haibike oder sowas. Aber viele lassen sich von Wiener Bikeparts beliefern, unter anderem. Und die wird es interessieren und vielleicht auch die Kundschaft und uns sowieso, was bedeutet das jetzt?
Dann haben also diese deutschen Tochtergesellschaften, die haben Insolvenz angemeldet in Eigenverwaltung oder in Eigenverantwortung. Was heißt das? Die machen ja nicht zu, oder? Ja, gut, da gibt es ja dann verschiedene Modelle. Da wird ja jetzt in jede dieser Firmen, da werden eben die Banken reingeholt, da werden eben Juristen reingeholt, da werden eben Finanzberater reingeholt.
Und ich denke, der Konzern wird mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Art nicht mehr praktisch da sein wie hinterher. Ich denke, es wird einfach zerschlagen in einzelne Bereiche. Und es kann gut sein, dass die Wiener Bikeparts entweder übernommen wird von einem Mitbewerber, von einem anderen Großhändler, um einfach die Kundschaft zu machen, um auch nahtlos die Ersatzteil- oder die Teileversorgung weitergemacht werden.
Da gibt es viele denkbare Möglichkeiten. Ich denke, da wird jetzt durch diesen Schachzug, dass alle einzelnen Insolvenzen in Eigenregie gemacht werden, wird wahrscheinlich dieses Puzzle zerlegt werden in einzelne Teile. Man wird wahrscheinlich rentable Bereiche verkaufen können.
Und Marken, die vernachlässigbar sind, werden nicht mehr weitergeführt. Ich kann mir schon vorstellen, dass Babu dabei sterben wird. Ich glaube nicht, dass jemand das kaufen möchte. Aber ich glaube, da wird sich auf jeden Fall für diese Teilehersteller, da hängt ja auch die Marke XLC dran, das ist ja die Eigenmarke von Wiener Bikeparts.
Ich denke, dass da auf jeden Fall einer der Mitbewerber das übernehmen wird. Wir haben ja gerade im Großhandelsbereich in den letzten Jahrzehnten oder Jahren eine Konsolidierung am Markt gehabt. Es gab ja früher fast in jedem Landkreis einen kleinen Fahrradgroßhändler. Und das hat sich die letzten Jahre eh schon immer mehr konzentriert.
Ich denke, das ist eine weitere Konzentration. Ich glaube, für die Händler habe ich keine Furcht. Ich glaube, da geht es weiter. Jetzt hast du es gerade schon so ein bisschen eingeordnet und vielleicht auch mal ein bisschen rausgesucht und gesagt, viele haben es auch schon erwartet, dass es vielleicht nochmal einen größeren Hersteller, einen größeren Zusammenschluss treffen kann.
Wenn du sagst, was das jetzt für die deutsche Fahrradbranche bedeutet, also kannst du das einordnen? Ist das auch ein Zeichen oder ein Fingerzeig oder würdest du sagen, so weit muss man jetzt nicht gehen? Naja, wir haben sehr starke Veränderungen am Markt.
Also wenn man sich die langjährigen Verkaufszahlen von Fahrrädern anguckt, dann hat man auf dem deutschen Markt zwei Jahrzehnte lang ungefähr vier Millionen Fahrräder verkauft in Summe. Und das hat sich halt einfach ein bisschen verschoben. Mehr Elektrofahrräder, weniger mechanische Fahrräder.
Es ist jetzt etwa halb-halb. Also nicht ganz halb-halb, aber halb-halb. Das Elektrorad hat ein bisschen überholt. Und wir sind aber eigentlich immer noch an den vier Millionen dran. Also wenn die Zahlen vom Zweiten Industrieverband, der das seit Jahrzehnten erhebt, sprechen von 3,8 Millionen Fahrrädern.
Das hatten wir früher auch schon mal. Wenn es ein regnerisches Jahr war, haben wir auch nur 3,7 Millionen Fahrräder in Deutschland verkauft.
Marktveränderungen und Rabattschlachten
Das heißt, das ist nun nicht dramatisch, was passiert. Dramatisch ist nochmal, dass wir einfach Fahrradsegmente haben, wie das klassische Pedelec, das E-Pack 25, wie es juristisch heißt, oder E-Bike genannt, das ganz normale. Das steht wie Blei. Also ich bin letztens wieder beim Händler hier ums Eck vorbeigekommen. Ein großer Händler stand dran: 1000 E-Bikes mit 50 Prozent. Das heißt, man versucht, diese Lagerware loszukriegen.
Und wer die Händler jetzt zu hören weiß, 50 Prozent Rabatt, da ist nichts mehr verdient. Da ist ordentlich draufgelegt. Und ich denke, wir werden jetzt temporär, je nachdem, was passiert, genau wissen wir es nicht, aber wir werden erstmal nochmal eine noch größere Rabattschlacht erleben. Und dann aber hoffentlich eine Konsolidierung, dass diese Rabattschlacht aufhört, denn die ist ja ruinös für alle Händler.
Vor allen Dingen haben wir ja auch um den Fahrradmarkt zu sehen, auf dem Land die Händler, die jetzt kleinere Zielgruppen haben und kleinere Läden haben und eigentlich für den Service, für die Mobilität sehr wichtig sind. Und dass die Leute weiter Fahrrad fahren können, die stecken ja auch in Schwierigkeiten. Denn wenn die ganz großen Handelsketten noch einen Onlineshop betreiben und alles mit 30, 40, 50 Prozent rausgehen, dann kann ein Händler auf dem Land eigentlich nicht mehr leben.
Hoffnung auf Marktverbesserung
Und deshalb ist eigentlich die Hoffnung, dass diese Sache dem Markt gut tut. Wir werden jetzt sicher eine Rabattschlacht nochmal erleben, aber dann im nächsten Frühjahr sieht es dann, denke ich mal, besser aus, weil das Volumen von Accel schon sehr groß war insgesamt. Also es ist nicht der Anfang vom Ende oder sowas. Nein, das sehe ich. Also die Accel-Gruppe sehe ich definitiv nicht als Anfang vom Ende.
Wir reden ja heute über die Gefahren für die Fahrradbranche. Da haben wir andere Gefahren, die das überlagern. Das war zu erwarten. Wir haben einfach einen Überbestand an Produkten und einen Überbestand an großen Konzernen. Das ist ja übrigens nicht der erste Konzern, der geht.
PIRA-Gruppe und Marktveränderungen
Etwas unspektakulärer ist ja die PIRA-Gruppe aus dem Fahrradsektor raus. Die war gar nicht so lange da. Die PIRA Gruppe sagt jetzt dem Hörer wahrscheinlich nichts. Das ist der Herr PIRA, dem haben KTM Motorräder gekauft, die man nicht verwechseln darf mit KTM Fahrrädern. Da muss ich gleich sagen, sonst gibt es Gemecke. KTM Fahrrad und KTM Motorrad haben nichts miteinander zu tun, außer es ist die gleiche Farbe.
Und der hat ja andere Marken gekauft, Husqvarna, GasGas und ganz viele Motorradmarken gekauft, MV Agusta und was alles dazu gehört. Und der hat ja vor etwa zehn Jahren auch angefangen, eine E-Bike E Mobility-Sparte aufzubauen und hat ja die Marke Raymond gegründet und hat dann die ganzen Motorradmarken auch mit Fahrrädern versehen, mit Husqvarna und GasGas.
Herausforderungen für die Branche
Hat dann Johann, so einen Laschenradhersteller, gekauft, hat die Firma Feld, die man ja früher aus dem Triathlon kannte, aber auch Rennräder, hat die Firma Feld gekauft, hat die deutsche Ikone Synthase, Minus Lightwheel, gekauft, hat also sich da wirklich auch ein Sammelsurium an Fahrrädern aller Art und auch Komponenten. Synthase ist ja bekannt eigentlich für die Komponenten, wo sie jahrzehntelang führend waren, hat es gekauft.
Und die haben ja vor zwei Jahren angefangen oder vor sowas das Ding zu liquidieren und haben das abgeschafft. Also das ist schon so, dass diese ganzen großen Konzerne vielleicht auch ein bisschen an ihre Grenze gekommen sind, weil sie einfach konzernmäßig einfach wachsen wollen. Die wollen halt Vierteljahresgewinne haben und das war halt in der Fahrradwelt nicht machbar.
Familiengeführte Betriebe und ihre Stärken
Und deshalb sind eigentlich die familiengeführten Betriebe, manche Hersteller auch in Deutschland, tragen ja den Namen des Gründers noch nach wie vor, sind die eigentlich die, die noch am gesündesten aktuell und am besten dastehen und dadurch auch bei den Händlern große Sympathien genießen. Ja, und wenn wir da mal so durchgehen, sind das ja eigentlich ziemlich viele, die noch diesen Namen tragen.
Und bei Wiener Bikeparks ist es ja sogar auch so. Ja gut, aber das ist ja die Gründerfamilie lange Zeit ausgeschieden. Also die haben ja eine andere Fahrradmarke gegründet. Aber natürlich war die Tochter oder die Enkelin vom Gründer natürlich noch jahrzehntelang drin. Ja, aber wir sehen zumindest so auch in den Namen so diese Spuren, diese ursprünglichen Traditionen.
Gefahren für die Fahrradindustrie
Nun sprechen wir hier aber nicht nur anlässlich der Krise der Axel-Gruppe, sondern wir haben uns vor einer Weile ohne Mikrofon unterhalten, Dirk. Und da hast du mich aufmerksam gemacht auf die drei großen Gefahren für die Fahrradindustrie aus deiner Sicht. Über eine dieser Gefahren habe ich ja schon gesprochen mit Arne Bischof. Da geht es ums E-Bike und seine, naja, seine tönernen Füße, auf denen es aus der Sicht mancher steht.
Denn dass das E-Bike als Fahrrad eingeordnet wird, das basiert auf einer Ausnahmeregelung. Haben wir alles besprochen, ist auch verlinkt in den Shownotes. Im Juli war das mit Arne Bischof. Du siehst noch zwei große Gefahren. Eine können wir kurz ansprechen, über die andere würden wir gerne länger mit dir sprechen. Was ist die eine, die du noch siehst, auf die wir später mal eingehen können?
Leasing-Thema als Gefahr
Ja, die kleinere Gefahr oder die Gefahr, die einfach da ist, das betrifft nicht ganz Europa, sondern wenige Länder in Europa, hauptsächlich Deutschland, ist das Leasing-Thema. Das heißt, die Gehaltsumwandlung, mit der man sich vom Arbeitgeber ein Fahrrad bezahlen lassen kann. Das heißt, das Bruttogehalt wird reduziert oder wird ein Fahrrad finanziert.
Das ist auch wieder, wie das E-Bike 25, eine Ausnahmeregelung vom Einkommensteuergesetz. Weil grundsätzlich haben wir ja in Deutschland oder in den meisten europäischen Ländern, ist ja das Gehalt heilig. Dafür haben die Gewerkschaften ja Jahrhunderte gekämpft, dass man nicht für Speis und Trank und Wohnung arbeiten muss, sondern Gehalt kriegt.
Und das wird ja dadurch angetastet, dieses Thema. Und das ist eine Ausnahmeregelung. Und wenn das einfach abgeschafft wird, wenn die einkassiert wird, weil es ja ein Steuersparmodell ist im Endeffekt, dann ist es für die Fahrradwirtschaft nicht gut.
Auswirkungen auf die Fahrradwirtschaft
Weil auch etwa die Hälfte des Wertes, nur pauschal die Hälfte des Fahrradwertes in Deutschland wird verliest aktuell. Also des Wertes, nicht der Anzahl. Das ist dann schon für die deutsche Fahrradwirtschaft schwierig. In Österreich gibt es auch Leasing. Ein paar Länder haben Leasing, die meisten nicht.
Die richtig große Gefahr, das ist etwas, wo ich glaube, eigentlich müsste da jetzt jeder Fahrradfreund einerseits vor Stolz platzen, andererseits vom Stuhl fallen, ist, dass in China sich etwas getan hat. In der Volksrepublik China mit etwa 1,4 Milliarden Menschen. Das ist ja nicht so demokratisch wie bei uns. Das wird dort ja alles anders geregelt.
Fünf-Jahres-Pläne in China
Und da hat jeder in der Schule schon von den Fünf Jahresplänen gehört, wo die chinesische Regierung Fünf-Jahres-Pläne macht, was da das Volk erreichen muss. Und wir haben die Sensation, dass in dem aktuellen Fünf-Jahres-Plan die Fahrradwirtschaft eine Rolle spielt.
Also ich kann es jetzt nur flapsig übersetzen, ich kann kein Chinesisch lesen, aber im chinesischen Fünf-Jahres-Plan steht eben drin, dass die chinesische Fahrradwirtschaft am Weltmarkt entsprechend die führende Rolle einnehmen soll. Also ein Paradigmenwechsel von der verlängerten Werkbank, was sie jetzt schon für viele Hersteller ist.
Strategische Pläne und Herausforderungen
Es wird einfach sehr viel in der Volksrepublik China produziert, hin zu: wir gehen direkt an den Endverbrauchern und zwar global. Also nicht irgendwie in Deutschland, sondern global nach allen Ländern. Und das hat verschiedene Dinge zur Folge, über die wir wahrscheinlich jetzt noch ausführlich reden.
Ja, vielleicht vorneweg nur, weil wir beide, Gerolf und ich, in der ehemaligen DDR aufgewachsen sind, also ostdeutsch sozialisiert, da gab es auch Fünf-Jahres-Pläne. Die waren in der Regel nicht so erfolgreich. Also das haben die immer nicht geschafft. Die haben immer sich irgendwas vorgenommen. Gibt es da Hoffnung, dass das vielleicht in China auch passieren könnte?
Naja, wenn man sich das mit dem Auto anguckt, wo das chinesische Auto inzwischen global steht, dann sehe ich da große Erfolgschancen. Aber ich sehe auch, dass wir alle was dagegen tun können. Und deshalb freue ich mich auch, dass ich zu dem Thema jetzt hier in dem Podcast bin, weil jeder der zuhört, kann ein bisschen was dazu tun.
Unterstützung durch die Regierung
Also dieser Fünf-Jahres-Plan, der bedeutet praktisch, dass diese chinesischen Firmen den vollen Support von der Regierung haben. Das geht hin von reduzierten Energiekosten, subventionierte Arbeitslöhne, Transportsubventionen. Also das ist komplett subventioniert.
Das heißt, die müssen nicht zu realen Kosten an den Markt gehen. Die gehen also mit einem subventionierten Produkt an den Markt. Das heißt, andere Länder, die jetzt real arbeiten, haben gegen diese reduzierten Preise keine Chance. Das heißt, es wird also wirklich massiv der Preis nach unten gedrückt und gefördert, dass es in den Markteintritt gelangt.
Strategische Planung und Marktauftritte
Und das ist einfach strategisch geplant. Also es sind sehr viele Marken, die wir jetzt gerade auch in Deutschland erleben und die neue große Auftritte haben. Wer auf der Eurobike vielleicht war, wo die Frankfurter Zeitung so schön getitelt hat oder geschrieben hat, man hätte es eigentlich Asia Bike nennen sollen, hat man sehr viele chinesische Markenauftritte gesehen, von denen man nie was gehört hat.
Das war alles praktisch gezielt geplant und gemacht. Und es kommen sowohl ganze Fahrräder, es kommen ganze Transporträder, es kommen aber auch eine unfassbare Menge an Elektromotoren, die hier jetzt praktisch in den Markt gedrängt werden. Und nochmal, das ist alles nicht zu realen Preisen. Das ist alles subventioniert, sodass das, was hierzulande gemacht wird, vom Preis gar keine Chance haben kann.
Vergleich mit anderen Industrien
Also so ein bisschen wie bei der Autoindustrie oder Solarindustrie in den vergangenen Jahren. Genau, also das ist strategisch geplant. Da saßen die dran, haben gesagt, was wollen wir erreichen, wie wollen wir den Markt kriegen. Und dann sind die an ihren Kopf gefallen.
Also nur weil Made in China irgendwie bei uns so einen schlechten Ruf hat. Ich meine, die meisten Fahrräder, die wir fahren, kommen der Rahmen oder die Gabel oder irgendwas aus China. Ich denke, das Thema ist einfach, dass die sich halt das Bewusstsein haben, die Marke aufzubauen und dann jetzt an den Markt zu gehen.
Fünf-Jahres-Plan und seine Auswirkungen
Nun können wir vermutlich alle drei hier kein Chinesisch. Mein Chinesisch ist auch eher schlecht. Ich habe es versucht, mal noch zu finden mit der Fahrradindustrie. Ich habe die Fahrradindustrie jetzt als ganz konkrete Vokabel nicht gefunden. Aber ich habe durchaus einige Hinweise oder einige Artikel auch gefunden über diesen Fünfjahresplan 2026 bis 2030, der sich auf Zukunftstechnologien, fortschrittliche Technologien, sowas wie E-Mobilität und sowas bezieht.
Und da ist natürlich dann zumindest der E-Teil des Fahrrads mit drin. Und wir können das ja auch mal von der anderen Seite aufziehen. Auch wenn wir den Fünfjahresplan alle nicht lesen können, jedenfalls nicht in der Originalausgabe. Ich vermute, er ist in chinesischen Schriftzeichen gehalten.
Anzeichen für Veränderungen
Was für Anzeichen siehst du denn dafür, Dirk, dass genau das passiert, was du beschreibst, befürchtest prognostizierst? Ich denke, es ist wenige Tage her, als die Tour de France zu Ende ging. Und da ist das Team Astana einen Rahmen gefahren, der mit Xlab beschriftet war, aber von XDS, also von der Tochter von der Mutterfirma produziert wurde.
Und diese Firma XDS ist der Produzent von Carbon-Rahmen einiger führender Marken. Und eben diese führenden Marken sind im gleichen Rennen gewesen. Also die sind jetzt wirklich da und sie kommen hier rein und sie gehen das strategisch an. Das heißt, sie verstecken sich nicht irgendwie so und sie gehen da wirklich mit rein.
Herausforderungen für europäische Hersteller
Das heißt, es passiert. Aber mit Marken ist es immer schwieriger. In München werden jetzt immer mehr Fahrradfirmen gerade angesiedelt für alle möglichen Arten von Fahrrädern, die alle chinesischen Background haben. Das sind eigentlich mehr oder weniger Büros, die die Sachen vertreiben. Die Sachen kommen direkt aus China.
Und das Öffentlichste, was man am meisten weiß, ist eben der Drohnenhersteller DJI, den jeder kennt. Der hat den Schachzug gemacht, seine Elektromotoren fürs Fahrrad nicht DJI zu nennen, weil DJI auf irgendwelchen amerikanischen Lichten ist, weil die auch Kriegsdrohnen herstellen und Russland beliefern.
Markteintritt und Qualität
Zumindest wird das so in Fachkreisen kolportiert und kann man so nachlesen. Die nennen ja ihren Motor Avinox für das Elektrofahrrad. Und dieser Avinox-Motor wird auch in der Eigenmarke M Flow verbaut. Aber inzwischen setzen auf diesen Motor halt auch sehr viele amerikanische und europäische Hersteller. Und das ist eigentlich schon Realität.
Und was wir da sehen, spielt aber wiederum auf das andere Thema, die Gefahr für das Pedelec als solches wieder ein. Weil diese Fahrzeuge, da kann man vielleicht auch noch dazu ein paar Eigenarten haben, was sich kein europäischer oder amerikanischer Hersteller leisten würde, weil das eigentlich in unseren Normen nicht erlaubt ist.
Preis- und Qualitätsfragen
Wenn wir uns jetzt mal dieses Feld der Tode vorstellen. Ich finde, das ist ein ganz schönes Bild mit den Rahmen, auf denen Xlab steht und mit den Rahmen, von denen du sagst, die kommen aus der gleichen Fabrik. Aber da steht dann halt, ich weiß nicht genau, welche das dann betrifft, aber eine Markenname, also einer von den vielen, die uns jetzt einfallen.
Wir haben das jetzt vier Wochen im Summe vor Augen gehabt, jeden Tag. Wir haben natürlich komplett die Übertragung geschaut und wir wissen alle, welche Marken da gemeint sein könnten. Mal so umgefragt, wenn die anderen Rahmen sowieso von diesem Hersteller hergestellt werden oder von diesen Herstellern, ist es dann nicht folgerichtig, dass die irgendwann auch sagen, ja, warum sollen wir das eigentlich nur für euch machen? Lass uns doch hier auftreten als Marke.
Kritische Betrachtung der Situation
Also anders gesagt, was ist eigentlich deine Kritik daran? Was ist die Gefahr, die du siehst? Na gut, die Gefahr ist jetzt der Preispunkt, bei dem wir alle nicht mehr mitkönnen. Und eigentlich, und das ist das Thema, wir waren schon in der Diskussion von den Verbänden, die ich ja erwähnt habe.
Ich bin beim Zug- und Fahrradverband aktiv, aber auch der Zweiradindustrieverband. Und wir haben zusammen ein Meeting gehabt mit dem EU-Vorsitzenden der Anti-Dumping-Kommission, Bernhard Lang heißt der. Und der hat das Kind komplett beim Namen genannt. Der hat nicht um den heißen Brei herumgeredet. Der hat gewusst, dass dieser chinesische Angriff kommt und der hat es alles richtig beschrieben, hat aber gesagt, das ist einfach in einer Demokratie sehr langsam.
Notwendigkeit von Anti-Dumping-Maßnahmen
Er sagt, wir müssen jetzt eigentlich da Anti-Dumping draufpacken, weil die tun die Preise runter. Also müssen wir sie wieder hoch machen. Also das, was der Herr Trump in den USA ja einfach lustig, lustig die ganze Zeit hin und her macht, das müsste Europa mit Maß, mit Augenmaß und Verstand machen.
Wir haben ja schon Anti-Dumping-Zölle, aber nachdem die Preise jetzt nochmal gedrückt wurden, müssen wir dagegenhalten. Aber was folgerichtig ist, da bin ich ja komplett bei der. Das ist einfach richtig. Warum sollen sie es nicht machen? Und da müssen wir uns ein bisschen als westliche Fahrradwirtschaft an die Nase packen, denn wir haben jetzt quasi eine Kopie dessen, was der Autowirtschaft passiert ist.
Wissensübertragung und ihre Folgen
Wir haben der chinesischen Fahrradwirtschaft jetzt einfach 10, 15 Jahre erklärt, wie Fahrradbau geht. Ich selber bin im Auftrag von Herstellern in Asien gewesen. Ich kenne deshalb, kann ich da so drüber reden. Ich sage, ich kenne den Namen, ich weiß, wer bei Xlab oder XDS produziert. Also ich glaube nicht, ich weiß.
Und wir haben es denen ja beigebracht. Und die müssen das im Endeffekt jetzt nur noch so weiterführen. Aber wir haben schon noch Vorsprung. Wir wissen, was die Kunden wollen. Wir haben viel mehr Ahnung von Ergonomie, von Sitzpositionen, von all diesen Dingen. Und die Fahrradwirtschaft muss jetzt eigentlich aufwachen und diesen kostenlosen Wissenstransfer sofort stoppen.
Dringlichkeit der Situation
Das heißt, noch jetzt, wo wir reden, versuchen sich europäische oder amerikanische Fahrradhersteller, Vorteile zu verschaffen, indem sie den Chinesen irgendwie das Wissen geben, damit die damit umgehen können. Aber das spült sich ja als Produkt in zwei Jahren spätestens wieder zurück und zwar als deren eigenes Produkt.
Das heißt, wir müssen jetzt als Branche hergehen und überlegen, wie gehen wir denn jetzt mit dieser Situation um. Alles, was wir denen sagen, kommt als Produkt im Jahr oder in zwei Jahren zurück. Das heißt, wir haben jetzt eine Situation, dass wir ausbluten an Wissen, weil wir haben es vorher schon kurz gehabt.
Innovationskraft und Herausforderungen
Man könnte mal die Liste durchgehen derer, die wir hier haben und die wirklich innovativ sind und das Fahrrad geprägt haben. Und wenn das Wissen weitergegeben wird, dann wird es schlimm. Und ich kann es als eigene Person sagen, wir sind im Prüfen eines der global führenden Unternehmen.
Und es ist wirklich so, dass die größten Chinesen inzwischen nach unseren Kriterien prüfen. Und wir haben mit denen null Umsatz gemacht. Null. Das heißt, es wird von westlichen Firmen auch andere Leute das Wissen weitergeben. Und das muss die Branche verstehen und stoppen, sonst geht es allen schlecht.
Konsumentenverhalten und Marktveränderungen
Das hat dann nicht nur mit uns zu tun, dann ist schlecht. Du hast ja die Zölle schon angesprochen. Die sind natürlich in solchen Situationen oft ein Thema. Wir hatten es bei der Solarindustrie, das ist auch diskutiert worden. Da kam es offensichtlich zu spät aus deutscher und europäischer Perspektive.
Da haben tatsächlich chinesische Herstellerinnen und Hersteller den Markt überrannt mit eben subventionierten Produkten. Gleichzeitig hast du auch das Negativbeispiel USA angesprochen. Also so eine Trump-Moves mit Zöllen kann ja am Ende auch nicht funktionieren.
Rational wirtschaftliche Antworten
Also was wäre denn die wirklich rational wirtschaftlich sinnvollste Antwort darauf? Weil nur Abschottung kann es ja nicht sein. Ja, wie gesagt, wir haben ja versucht, nach Corona war das ein ganz heißes Thema. So ein Re-Shoring wurde da ja irgendwie propagiert. Wir müssen die Wirtschaft zurückholen.
Und in Portugal wurden ja erhebliche Anstrengungen unternommen, da was zu machen mit dem Bike Value, das ich jetzt auch schon drei Mal besichtigt habe. Und ich denke, wir müssen auch als Nutzer in Europa als Käufer selber bewusste Entscheidungen treffen, denn wir müssen auch unserem negatives Thema sagen, wenn der Chinese sein Ding komplett umsetzt, dann wird es den Fahrradhändler um die Ecke auch möglicherweise in fünf Jahren nicht mehr geben.
Konsumentenverhalten und Markenwahrnehmung
Interessant, dass du auch die Konsumentinnen und Konsumenten ansprichst. Denn da mache ich so verschiedene Beobachtungen. Zum einen ist es so, dass Xlab bzw. XDS ja in den USA schon richtig auf dem Markt ist und dort direkt zu kaufen. Das ist ja meines Wissens in Deutschland noch nicht so.
Und in den USA ist es so, dass du Räder ausgestattet hast, also Vollcarbon-Modelle, Rahmengabel aus Carbon, eine elektronische Schaltgruppe dran an einem Gravel-Bike führst. Ich habe es jetzt nicht ganz präzise, aber Komplettradpreise mit einer 3 vorne. Also was du über andere Hersteller eigentlich so dort nicht bekommst. Die Kundinnen und Kunden sind da teilweise begeistert von.
Direktbezug aus China
Und wir haben ja auch in Deutschland und in Europa und überhaupt das Phänomen, dass Leute sich inzwischen Rahmen, Felgen, Laufräder, Komponenten direkt aus China beziehen und sagen, Moment mal, wenn das sowieso die Fabrik ist, die das alles herstellt, warum soll ich das Doppelte dafür bezahlen, nur damit da ein amerikanischer, europäischer, sonst irgendwie Schriftzug draufprangt?
An welcher Stelle ist das jetzt zu kurz gedacht? Ist das irgendwo zu kurz gedacht? Es klingt so von dir. Es ist wahnsinnig schwierig. Also ich kann aus eigener Erfahrung und weil wir solche Sachen wiederholt geprüft haben, vor diesen ganzen AliExpress- und Temo-Direkteinkäufen warnen.
Qualitätsfragen und Sicherheitsbedenken
Diese Produkte die in Appeln einkoschen, sind oft unfassbar gefährlich. Also wir haben das gebenchmarkt, wie wir das nennen. Wir haben das einfach geprüft, was das Zeug kann. Es kann funktionierende Sachen geben, aber es kann auch wirklich Fabrikneuer Sperrmüll sein, wie der Professor von den Osternsacken vor vielen Jahren sagte.
Das sind wirklich teilweise Carbon-Produkte, die zerplatzen wie vor 25 Jahren gelegentlich gesehen. Das hat sich in den vergangenen 15 Jahren komplett gewandelt. Wenn du ein Markenprodukt kaufst von einem europäischen oder amerikanischen Hersteller, dann gibt es den satten Death by Carbon.
Sicherheitsstandards und Qualitätskontrolle
Also dieses Explodieren gibt es nicht mehr. Das ist auch wie Aluminium oder Stahl, dass es sich zwar anbricht, aber dann verformt wie eine Knotschzone vom Auto. Und das sind diese Produkte teilweise nett. Aber ich gehe mal davon aus, wenn jetzt diese Marken mit eigenem Namen auftreten und noch mal, die haben ja inzwischen die Prüfkriterien, das ist ja geleakt worden oder aus irgendwelchen anderen Möglichkeiten dorthin gemacht.
Und wenn die mit den gleichen Qualitätssicherungsmaßnahmen die wir ihnen ja auch, also alle, wir die Branche, ihnen ja über Jahre beigebracht haben, wie sichere ich Qualität. Wenn die mit der gleichen Qualitätssicherung kommen, dann muss man ehrlich sein, dann sind die Produkte gleich gut. Dann gibt es kein Vertun mehr.
Innovationsvorsprung und Herausforderungen
Und wie gesagt, deshalb ist der Vorsprung, den wir noch haben, Ergonomie und die ganzen aerodynamischen Sachen und das ganze Zeug, das muss man ihnen jetzt vielleicht aktuell nicht auch noch nahe bringen. Noch werden die Räder in den Windkanälen Europas gemacht, noch sind die Ergonomieleute hier.
Wir haben schon noch Punkte, wo wir das Fahrrad hier viel besser gemacht haben und die Köpfe hier sitzen. Und da müssen wir jetzt halt gucken, produzieren können sie es. Aber Layouten, sage ich mal, gängige Weiterentwicklungen von Geometrieben, das traue ich ihnen in der Form noch nicht zu.
Prüfstandards und Sicherheit
Zur Erklärung will ich kurz zwei Sachen erwähnen. Zum einen, wenn du von Prüfen sprichst, dann sprichst du von Prüfmaschinen einerseits und auch von Prüfstandards, die du, die ihr mitentwickelt habt, wo also Dauerhaltbarkeit, Dauerschwingfestigkeit, Komfort, alle möglichen Sachen, Steifigkeiten am Rahmen abgenommen werden. Quasi so eine Betriebssicherheitsprüfung nur für die Leute, die das nicht wissen, weil wir wollen am Anfang nicht immer deine ganzen vielen verschiedenen Funktionen aufzählen.
Das andere, was ich sagen wollte, ich meinte jetzt damit nicht irgendwelche Alibaba-Produkte oder so, die man wegen des Preises kauft, sondern ich dachte an Marken wie Tavelo, Winspace, Lightbicycle. Also chinesische Marken, die inzwischen sich einen Ruf erarbeitet haben, vielleicht nicht unbedingt durch einen Prüfstandstest beim Tourmagazin oder so, aber schon allein dadurch, dass sie erkennbar sind, dass es viele Leute gibt, die damit zufrieden sind, die irgendwie von diesen Marken sich positiv drauf beziehen.
Neue Marken und Marktveränderungen
Die meinte ich so. Und das scheint mir so etwas Neues zu sein. Also was nochmal ein Unterschied ist zu diesen ganzen Alibaba-Geschichten, die man wegen des Preises des günstigen kauft. Also da muss man halt auch wieder schauen.
Also die Europäische Union hat vor knapp zwei Jahren auch neue Gesetze erlassen, dass man einen Hersteller oder Händler nachvollziehen muss. Also wenn jemand sowas kaufen will, dann ist er gut beraten, wenn er mal wirklich guckt, wo die europäische Niederlassung ist.
Bedeutung der europäischen Niederlassungen
Also ich würde nie ein Produkt kaufen, das keine europäische Niederlassung hat, denn wenn wirklich was schief geht, dann hat man sonst niemanden, an den man sich wenden kann. Also das ist schon ein ganz wichtiger Punkt. Aber natürlich ist es ja auch so, dass das in der Fahrradbranche auch ein bisschen Mode ist, immer ein bisschen besonders sein.
Und das ist auch eine Motivation, nicht ein Cube zu kaufen, das an jeder Ecke und von weiß Gott wie vielen tausend Händlern in Deutschland verkauft wird. Das muss man einfach sehen, dass da die Motivation, was Besonderes zu machen und auch etwas in Handarbeit zu machen.
Handwerkliche Traditionen
Wir haben ja früher, als ich in die Radbranche kam, haben wir im Radladen gearbeitet, haben 1100 Fahrräder verkauft, davon haben wir 700 selber aufgebaut und nur 400 waren von der Stange.
. Und dann haben wir jetzt Jahrzehnte erlebt, wo die Räder von der Stange kamen, wo ich weiß nicht, was von mikroskopischem Anteil oder homöopathischem Anteil heute noch aufgebaut wurde vom Händler und von Leuten.
Und jetzt schwebt die Welle ein bisschen zurück, weil gerade auch mit Gravel ist ein bisschen Individualisierung. Mit Gravel kommt wieder Tita, mit Gravel kommen wieder Marken, die nicht so berühmt sind. Und dann spielt es auch eine Rolle, dass man sagt: Okay, ich nehme so eine Marke, die vielleicht direkt kommt.
Wenn man jetzt doch nochmal den Vergleich auch mit der Autoindustrie macht, könnte man ja auch sagen, ich sage mal aus einer marktliberalen Position heraus: Mein Gott, warum ist es so schlimm, wenn 20, 25 Prozent nachher chinesische Herstellerinnen und Hersteller sind? Das ist ja erstmal ein freier Markt. Ja, sicher.
Also ich habe halt ein bisschen Sorge. Wir reden ja immer über die Marken, haben wir vorher schon erzählt. Ein paar gehen jetzt vom Markt wahrscheinlich. Aber ich habe auch Angst um die anderen Leute. Also wenn ich so ein bisschen aufzähle, fangen wir an mit Ergo und Escolab. Das sind zwei Firmen, die sich um die Sattel- und den Sitzkomfort bemüht haben.
Wir haben mit Rohloff und 3×3 in Deutschland Firmen, die sich um das langlebige Getriebefahrrad-Gedanken gemacht haben. Wir haben die Firmen Sohn, Busch und Müller, Supernova, die sich um das Licht-Gedanken gemacht haben. Wir haben ja auch eine hier in Deutschland produzierende, extrem innovative und hochqualitative Teileindustrie.
Und um die habe ich auch Sorge, weil ein chinesischer Hersteller wird keinen Ergotech-Lenker von der Firma Humpert im Ruhrpott irgendwie spezifizieren. Das heißt, diese ganzen Marken, die auch, sage ich mal, all unser Fahrraderlebnis mitgeprägt haben, die letzten Jahre, die werden damit untergehen.
Und da bin ich, das ist wie das Abend in der Kirche für mich. Das heißt, in deiner Vorstellung braucht es eigentlich so etwas wie ein gemeinsames Bewusstsein der deutschen oder europäischen Fahrradindustrie. Vielleicht so ein bisschen wie im Buchhandel, so nach dem Motto: Kauf lieber lokal.
Ja, definitiv. Also ich finde das total wichtig, weil fast alle, die ich aufgezählt habe, da gibt es die Leute ja noch. Die Rohler-Familie gibt es ja und die Firma Müller, da stehen ja auch die Vater und Sohn noch an der Firmenspitze. Die gibt es ja alle noch. Und die haben so viel in die Welt gebracht.
Und jetzt bloß, weil es in Asien kopiert wird, das muss einfach sein. Ich meine, es gibt so viele Scheinwerfer und so viele Produkte, die sind wirklich nach wie vor nur billig, also nicht billig, aber billig, weil sie keine Forschung machen, sie kopieren nur. Und das finde ich halt einfach ethisch nicht klasse.
Also das finde ich sehr schade. Und man sieht ja, dass strategische Firmen jetzt schon die Zeichen sehen. Also so als ein Beispiel möchte ich die Firma Porsche sagen. Natürlich haben die am Markt auch Schwierigkeiten, aber die haben ja vor nicht allzu langer Zeit Fazua gekauft.
Das ist ja einer der, sage ich mal, Wegbereiter des leichten E-Bikes, was ich ja sehr begrüße, weil wer braucht 1000 Wattstunden und 150 Newtonmeter und so Sachen? Also ich persönlich als Fahrradfahrer, schwierig. Und Fazua hat ja von vornherein so kleine Motoren, kleine Akkus gemacht als echte Unterstützung, also nicht als Motorradmotor, sondern als Unterstützung.
Und da hat Porsche jetzt viel Zeit und Geld investiert. Und jetzt haben sie gerade vor ein paar Wochen eben zugemacht. Bin ich sicher, dass die Angriffe von Gebau und Avinox, das sind ja die zwei großen populären Motorenhersteller, die wir gerade gesehen haben, auch auf der Eurobike in Frankfurt, dass das da auch, weil der Entscheidungsgrund war, genauso wie die Firma Brose, die sich vor einiger Zeit vom Markt verabschiedet hat und ein Yamaha verkauft hat.
Also man sieht schon, dass eher strategische Unternehmen schon quasi das sinkende Boot verlassen, will ich jetzt mal sagen. Und deshalb denke ich, mal muss das jeder Zuhörer für sich selber entscheiden. Aber ich persönlich mag eigentlich die Firmen, die hier noch, wo die Köpfe zusammengesteckt werden, wo dann gute Sachen rauskommen.
Und ich denke, da muss man sich wirklich überlegen, ob man da nicht seine Sachen kauft. Jetzt hast du gerade die Eurobike angesprochen. Ist das auch so, ich sage mal, einer der Punkte, die da so eine Rolle spielen in dem Streit? Wie geht es weiter mit der Eurobike?
Ach ja, da bin ich jetzt ein bisschen befangen, natürlich als Zukunft Fahrrad Vorstand. Da muss ich ein bisschen vorsichtig sein. Aber es ist natürlich schon so, dass wir als Verbände schon seit langer Zeit, und das ist ja in dem bekannten 10 Punkte-Positionspapier auch festgeschrieben, gesagt haben, dass ja schon in den Jahren 2025 und davor teilweise Produkte ausgestellt wurden.
Wir sagen, die haben in Europa eigentlich nichts verloren. Und wenn man sie ausstellt, dann müssen sie zumindest klar gekennzeichnet sein. Und ich war dieses Mal nicht bei der Eurobike, aber meine Mitarbeitenden waren ein paar dort.
Und die haben gesagt, du konntest selbst auf der Teststrecke alles fahren und konntest da mit irgendwelchen Raketen durch die Gegend schießen. Das finde ich einfach nicht gut, weil das greift wieder auf das Thema, was ihr ja schon mit dem Arne gehabt habt.
Da müssen wir aufpassen, weil ich habe es vorher erwähnt, 50 Prozent der Fahrräder sind sogenannte E-PACs, die europäische Sprachregelung. Und wenn der Status kippt, dann wird es ganz eng.
Ich würde es zum Abschluss gerne nochmal konkret machen, weil du bist jemand, der ziemlich viel Einblick hat. Du siehst diese Gefahren, du kommunizierst das ja auch ganz klar so. Aber um es nachvollziehbar zu machen, gerade für Leute wie vielleicht mich.
Für ein paar der Marken, die du eben aufgezählt hast, die sind irgendwie schon immer dabei. Also wenn ich an gutes Licht denke, dann denke ich immer an Schmidt und Busche Müller. Ich muss das jetzt mal hier so sagen. Das ist einfach so. Und natürlich auch an Supernova.
Und Makura ist auch so eine Marke, wo der Name drinnen steckt. Also wir könnten da jetzt einige aufzählen. Und für mich ist das noch ziemlich schwer vorzustellen, dass dieser bisher so innovative deutsche Mittelstand, der ja auch einen weltweiten Ruf genießt, an dem sich auch viele andere Hersteller, viele andere Marken orientieren, dass dieser irgendwie seinen Status verliert und einfach wirtschaftlich zum Beispiel in Gefahr gerät.
Und du hast mir auch im Vorgespräch gesagt, dass du da jetzt gar nicht so einen wahnsinnig langen Zeitrahmen siehst bis dahin. Das muss gar nicht so lange dauern, deiner Ansicht nach. Lass uns doch mal da jetzt kein Horrorszenario malen. Das müssen wir nicht. Das können wir auch nicht so konkret.
Aber du hast vorhin Avinox erwähnt. Und an Avinox hängen ja auch noch andere Marken dran. Und es ist ja nicht nur ein Motor, der da vorgestellt wurde. Eurobike hast du schon genannt. Diese Motoren, die kein externes Getriebe mehr haben, also nicht mehr auf eine Kettenschaltung angewiesen sind, sondern das Getriebe integriert haben.
Das waren die großen Meldungen dieses Jahr. Avinox, Gubao, das sind zwei so chinesische Marken. Wie ist das vielleicht in dem Bereich? Und vielleicht können wir das übertragen auf den Mittelstand. Das ist eigentlich meine Frage. Was passiert da gerade mit Avinox, damit das mal noch ein bisschen greifbarer wird für Leute, die sich da nicht so auskennen?
Naja, also die dringen in den Markt. Und wenn man den Zahlen glauben darf, die in der Presse und in Insiderkreisen gehandelt werden und niedergeschrieben werden, dann haben jetzt schon 60 Fahrradmarken in Europa den Avinox-Motor spezifiziert. Und das ist ja schon eine extreme Zahl, wenn es 60 Marken sind.
Und ich denke, da muss man auch noch darauf hinweisen, das ist einerseits für den Markt eine extreme Verschiebung. Und es ist auch so, dass die Asiaten, ähnlich wie Tesla, ja alles over the air machen und alles irgendwie die Updates und alles kommt ja over the air.
Du musst einen VPN-Kanal legen, da kannst du das Ding teilweise tunen und so. Das ist ein anderes Thema. Aber wir sind ja auch in die Hand mit diesen Produkten und die Überwachung findet dann komplett in Asien statt. Das müssen wir auch mal sehen.
Also bei Bosch ist ja auch so, da haben wir das Smart System. Riesenmüller hat ja so eine digitale Lösung und so weiter, wo die Hersteller Daten sammeln, um die Produkte besser zu machen. Und vor allem Bosch weiß ich selber zum Beispiel, dass die das nicht veröffentlichen.
Also selbst im internen Gespräch sagen die nicht, was Sache ist. Ja, es ist wirklich so. Und ich glaube einfach, in China wird das anders gehandhabt. Die haben ein klares strategisches Ziel, was die machen.
Aber was für den Markt passiert, man muss sich das mal angucken. Das ist jetzt wirklich kein gutes Beispiel, aber man muss es tatsächlich sehen. Also ein M Flow, das ja den Avinox-Motor hat, das ist die eigene Konstruktion des Herstellers. Die gehört dazu, quasi.
Ja, die gehört dazu. Genau. Das ist die Marke. Und da muss man halt mal gucken, was kostet da ein Mountainbike mit dem Motor und was kostet ein gleichmotorisiertes Fahrrad von, mein Gott, Rotwild ist High-End, aber Megamo und wer da wohl schon alles am Markt ist.
Und das ist eklatant. Und das ist eben diese Unfairness, von der ich es habe, dass das halt hochgradig subventioniert ist, weil die Herstellung des Rotwild-Rahmens und des M Flow-Rahmens kostet ja ungefähr gleich, weil sie mehr oder weniger in Asien von ähnlichen Produzenten gemacht werden.
Aber am Markt ist das Einland so viel billiger. Das kommt durch die Subvention. Und deshalb glaube ich, dass das eine unfassbare Dynamik kriegen kann, wenn wir da nicht aufpassen.
Und die Hersteller und auch die Kunden, die das kaufen, geraten in eine Abhängigkeit, weil das kann dann irgendwann der Händler nicht mehr handeln. Das wird dann nur noch direkt gemacht. Und wir sehen ja jetzt schon Geschäftsmodelle, wo wir mit digitalen Reparaturen sind und solche Sachen.
Und ob es dann, wie gesagt, ich habe es vorhin schon angedeutet, ob es den Handel dann noch gibt, wird man halt dann sehen. Aber ich glaube, die Dynamik ist gewaltig. Wie gesagt, das ist ja ganz neu. Wir sind am Anfang einer Fünfjahresdekade.
Eine Dekade ist ja dann nicht ein Fünfjahresplan. Das heißt, wenn nach einem Jahr schon so ein Impact am Markt ist, dass 60 Marken sich da aufsatteln und hoffen, dass es sie rettet, will ich nicht wissen, was in drei Jahren ist.
Dann drehen wir es vielleicht am Ende mal um. Gibt es auch ein positives Szenario? Also ich nenne das jetzt mal das Buchhandelsmodell. Ja, also ich hoffe, dass die Fahrradbranche jetzt auch, wie ich gerade will, unser Eingangsthema mit der Accel-Gruppe jetzt einfach nochmal sich ein paar Gedanken macht.
Nicht wie sie jetzt die vergangenen drei Jahre gemacht haben, wie kriege ich meinen Überbestand verkauft. Also so quasi wie kriege ich hier die Liquidität für nächsten Monat, dass der Banker mir nicht auf die Füße tritt.
Sondern ich hoffe, vielleicht trägt das hier ja auch ein bisschen bei dazu, dass sich die Hersteller und die Handelsverbände, es geht ja um Handelsverbände, viele Händler sind ja auch organisiert. Die können sich ja auch Gedanken machen, wie kaufen wir ein, wie wollen wir verkaufen, dass sie sich mal ein paar strategische Gedanken machen, wo wollen wir denn hin.
Ich glaube, die Fahrradwirtschaft hat jetzt so quasi von der Hand im Mund gelebt. Und für mich ist das jetzt wirklich ein Weckruf, wenn das jetzt allgemein bekannt wird, dass die wirklich hergehen, sich politisch engagieren, was die Fahrradbranche traditionell sehr gering gemacht hat in den letzten Jahrzehnten.
Wir müssen uns viel stärker in Europa engagieren. Wir müssen uns in Berlin engagieren, damit wir einfach nicht das Schicksal der Solarindustrie erleben, dass die Subvention oder das Dumping zu spät kommt.
Und wir müssen einfach gucken, wo wollen wir stehen und wo wollen wir miteinander umgehen. Und dass wir da einfach einen Schulterschluss erleben, dass sich die Firmen wirklich auch besinnen auf das, was sie können und dann einfach da auch das Stolz quasi nach vorne bringen.
Und vielleicht auch, wie gesagt, ein bisschen in Europa noch mehr sourcen. Portugal haben wir angesprochen, da werden ja Felgen hergestellt, Speichen hergestellt, Rahmen hergestellt in Massen. Also gibt es ja ganz viel, was hergestellt wird.
Einfach da mehr gucken, was geht bei uns und das Stolz zu kaufen. Ich meine, es ist ja auch nicht so, dass selten mal einer sagt, wir sind komplett in Europa mit unseren Teilen. Und das kann man heute leisten.
Es gibt auch so ein Projekt und so einen Instagram-Account von so europäisch hergestellten Fahrrädern. Kann ich schauen, ob ich den verlinken kann. Bei Portugal fällt mir SRAM noch ein, die da auch noch investieren.
Das ist vor gar nicht so langer Zeit haben sie das angekündigt. Haben da sowieso schon eine Montage und Ketten werden da hergestellt.
Dirk, du hast in diesem Gespräch, und das ist meine letzte Frage an dich, du hast in diesem Gespräch an mehreren Stellen gesagt, wir haben das den chinesischen Firmen beigebracht, in dem wir, also aus deiner Sicht, die deutsche europäische Fahrradindustrie, ihre Produkte dort haben günstig herstellen lassen.
Gibt es auch was, was die Chinesen uns oder euch beigebracht haben? Ja, ich denke, was wir jetzt einfach, das ist jetzt eigentlich richtig böse, aber was wir einfach lernen müssen, ich meine, die brennen ja viel mehr wie bei uns.
Also ich denke, in der allgemeinen Wirtschaftssituation, die wir haben, haben wir ja schon in den letzten Jahren in vielen Betrieben, gerade im Dienstleistungsbereich, auch in der Fahrradbranche wirklich Arbeitszeitmodelle und Beschäftigungsmodelle gesehen, über die sich der Chinese todlacht.
Also es ist, ich will jetzt nicht sagen, zurück zur 60-Stunden-Woche und drei Tage Urlaub, das ist eigentlich Quatsch. Aber ich denke, wir müssen schon auch wieder in der Fahrradbranche uns ein bisschen besinnen, was uns ja auch groß gemacht hat.
Und das kann man definitiv von innen lernen, diese Akribie und diese Verliebtheit ins Produkt, also in der Herstellung des Produktes. Also wenn man in diesen asiatischen Betrieben ist, da kann man schon sehen, dass die ganzen Mitarbeiter schon wirklich richtig hinterher sind, dass das Zeug funktioniert.
Und das ist, denke ich, was man lernen kann, was wir ja ein bisschen verloren haben. Wenn man denkt, dass in den 90er Jahren das Mountainbike ja rund um Stuttgart geschweißt wurde.
Das Aluminium vorgefertigte Mountainbike kam mehrheitlich aus in und um Stuttgart rum, bedingt durch die Autoindustrie, die dann Carbon gegangen ist. Und dann ist es nach Italien gegangen. Und dann sagt heute noch jeder Hersteller, der größte Schritt, den wir gemacht haben, war weg aus Europa nach Asien.
Und keiner sagt wegen Preis. Alle sagen wegen der Qualitätsdichte. Das heißt, wir müssen wieder gucken, dass wir uns gegenseitig motivieren, ein Ei wie das andere zu produzieren.
Und das ist, glaube ich, noch eine Schwierigkeit, die wir so ein bisschen verloren haben. Und das kann man aus Asien wieder lernen. Du meinst so etwas wie, sage ich mal, eine serielle Verlässlichkeit, also eine Wiederholgenauigkeit und sowas. Heißt das so? Ist das das richtige Wort dafür?
Genau, genau, genau. Weil bei den engagierten Leuten, die irgendwie sich so reinhängen fürs Produkt und so, da fallen mir auch sofort Leute in Deutschland ein. Also ich meine, es gibt ja auch genug Firmen, die in Deutschland auch noch entwickeln, wo man es dem Firmennamen nach erstmal gar nicht weiß.
Von Leuten hier kennen wir ja. Aber dieses ein Ei wie das andere. Also ich sage ja, es geht jetzt mir gerade im Moment aktuell nicht so um die Engagierten, um die Leute, die wirklich das letzte Hemd weggeben für das, dass es fahrradklasse ist.
Sonst geht man so. Wenn wir hier auch produzieren, wir haben ja sehr viele Fahrradmontagebetriebe, sehr viele Themen in ganz Europa. Und ich denke einfach, da ist schon ein großer Schritt, den man dem Asiaten noch lernen kann, wie die das dann machen, weil das haben sie schon perfektioniert.
Weil der Asiate halt jetzt jahrelang einen Gedanken hat, nach einem Vertragsabschluss möglichst gleichbleibend und kostengünstig produzieren. Und das ist schon etwas, was man von ihnen lernen kann. So sind sie groß geworden.
Und mit der, denke ich, müssen wir auch wieder an den Start gehen. Dirk Zedler sagt das über verschiedene Gefahren für die deutsche Fahrradindustrie.
Wir haben erst darüber gesprochen, in welcher Situation sich die Accel-Gruppe und ihre Marken aktuell befinden und dann über das Pedelec, das Bike-Leasing und über chinesische Hersteller, die subventioniert auf den europäischen und den deutschen Markt drängen.
Dirk, ich sage dir vielen Dank für deine ausdauernden Auskünfte. Und ich habe mir neben dem konkreten Thema, über das wir gesprochen haben, oder neben den Themen auch notiert, wir müssen eigentlich mit dir endlich auch mal über das Prüfen und die Geschichte des Prüfens sprechen.
Und ich nehme mir das hiermit vor auf Band. Bis dahin aber erstmal vielen Dank und Grüße nach Ludwigsburg. Ja, sehr gerne. Vielen Dank. Schönen Gruß nach Lübzig und an alle Hörer.
Christian, nach ganz kurzem Nachdenken über dieses Gespräch, wir nehmen das hier relativ zeitnah auf. An einer Stelle hast du so ein bisschen provokant gefragt, ob das nicht einfach eigentlich ein freier Markt ist. Und das ist ja okay.
Und ich glaube, das ist nochmal so das Ding, mir ist das hängen geblieben im Kopf und lief mir so ein bisschen ab. Ich glaube, das wäre okay, wenn das so wäre. Ich glaube, worum es geht, sind diese Subventionen.
Also ist klar, also logisch. Aber der Vertreter des freien Marktes würde trotzdem sagen, solange sich die Chinesen und Chinesen diese Subventionen leisten können, ist das auch okay. Und dann muss man halt selber subventionieren, wenn einem das wichtig ist und so.
Ich verstehe. Das andere Argument ist dann natürlich, aber genau damit wird der Wettbewerb verzerrt. Wir müssen darauf reagieren. Wir müssen angemessen. Und das ist ja auch immer die Debatte, wenn man über die USA, EU, Zölle und so diskutiert.
Bis zu welchem Grad kann man es akzeptieren? Bis wann muss man Gegenzölle machen? Wann landet man irgendwann in so einem Zollkrieg? Wo ist es für einen selber schlecht? Und so. Also es ist ein komplexes Thema, ohne Frage.
Ja, das ist auf jeden Fall. Also es scheint mir auch so ein bisschen so, wenn an der einen Stelle, also man kann jetzt nicht als total offener Markt sich weiter verhalten.
Also zumindest ist das ja auch der Appell von verschiedenen Seiten. Und es gibt ja auch EU-Importzölle, weil das ist so ein Einwechslerspiel.
Ja, ich glaube, da kommt man halt so, da gibt es einfach verschiedene Denkschulen. Also ich will mich da auch gar nicht auf eine. Hast du keine eigene?
Also ich glaube tatsächlich, man muss sehr genau schauen und das versucht die EU ja. Und ich finde, das hat Dirk ja auch angedeutet, dass man besonnen reagiert.
Und beispielsweise nicht wie die Trump-Administration mit teilweise ja schon hanebüchenden oder merkwürdigen Zöllen, wo es jetzt heißt, heute mal 25, jetzt aber 50 und für Chinesen 75 oder irgendwie sowas.
Sondern man muss sich das schon sehr genau und besonnen anschauen und eben tatsächlich dafür sorgen, dass man, also in einer idealen Welt, dass man einen Markt hat, wo alle fairen Zugang haben und faire gleiche Markteintrittsbedingungen und so.
Das darf aber eben gleichzeitig in die andere Richtung ja auch nicht dazu führen, dass zum Beispiel Hersteller, weiß ich nicht, aus Lateinamerika oder China oder so, dann benachteiligt werden.
Also das ist halt echt ein schmaler Grad, wo man auch aufpassen muss, dass man nicht zu nationalistisch und zu europäisch oder so wird. Und so versucht, den Markt abzuschotten, was ja Trump wiederum beispielsweise versucht, teilweise.
Dass er halt irgendwie sagt, dann bauen wir jetzt unseren eigenen Stahl. Aber das geht natürlich in einer globalisierten Welt auch nicht. Das will ich auch gar nicht Dirk unterstellen.
Aber es ist eben ein schmaler Grad, da den richtigen Weg zu finden. Und ich glaube, er hat es ja angedeutet, da muss man eben reden mit Berlin, mit Brüssel. Da muss man nach Lösungen finden.
Und er hat es auch ja sehr deutlich gesagt. Oft sind Demokratien in solchen Sachen eben langsamer. Da wird kein Fünfjahresplan geschrieben und das einfach festgelegt, irgendwie bei der Bundesregierung oder in Europa.
Sondern ich glaube, zur traurigen Wahrheit gehört oft, muss man dann reagieren. So wie Europa das auf die Trump-Zölle gemacht hat, so muss man sich hier halt überlegen, was könnte für die Fahrradindustrie in Europa eine angemessene, sinnvolle Reaktion sein.
Und gleichzeitig, und ich finde, das hat er ja auch angedeutet, muss man sich wahrscheinlich oder die Leute in der Fahrradindustrie auch überlegen, was sind denn unsere Stärken.
Und er hat es ja gesagt: Layout, Design, Aerodynamik, neue Modelle, Windkanäle und solche Sachen. Da muss man eben vielleicht auch schauen, wie können wir sozusagen in dieser Premium, in diesem Premium Bereich uns so weiterentwickeln und auch natürlich unsere Geheimnisse für uns behalten, dass die nicht so schnell kopiert werden können.
Aber da gibt es glaube ich keine so einfachen Antworten darauf. Das ist wirklich ein kompliziertes Terrain. Also dementsprechend denke ich, wird uns das noch ein paar Jahre begleiten.
Und was mir das aber nochmal gezeigt hat, ist, dass es natürlich so ist, und diese Beispiele sind ja angesprochen worden, dass die chinesische Staatsführung sich eben vor ein paar Jahren beispielsweise überlegt hat: Okay, Auto, interessanter Markt.
Da geht es um 30.000 bis 50.000 Euro pro Stück. Wenn wir es da schaffen, irgendwie Weltmarktanteile mit Batterien, mit Herstellern und so hinzubekommen, dann ist es doch geil.
Und wir können es vielleicht sogar für die Hälfte produzieren vom Weltmarkt. Und irgendwann sagt man sich: Fahrräder, 2.500 bis 7.000 oder so, jetzt mal nur so Pi mal Daumen, ist ja auch noch ein interessanter Markt.
Also es ist ja tausendmal interessanter, als einen Stecker für 5 Euro irgendwie herzustellen. Also gehen wir auch genau in diese Fahrradindustrie rein. Und wenn das in diesem Fünfjahresplan so steht, ist das durchaus nachvollziehbar.
Und die chinesische Regierung hat ja viele Felder entdeckt. Nachhaltige Energie ist auch so ein Thema. Gehen sie massiv rein, fördern das und sagen, da wollen wir langfristig irgendwie führend sein.
Kreativwirtschaft interessanterweise auch, also auch Filmindustrie und solche Sachen. Und offensichtlich auch Fahrradindustrie. Und klar, ich glaube, da muss sozusagen die westliche Welt auch Antworten finden.
Und ohne es jetzt zu kompliziert zu machen, aber es ist ja auch eine kulturelle Frage. Also Dirk hat es angesprochen, er findet es unfair, dass viele chinesische Firmen das so kopieren.
Wenn ich das richtig gelesen und verstanden habe, dann ist es so, dass in der chinesischen Kultur das auch als Lob gilt, wenn was kopiert wird. Also dort ist es gar nicht ein Angriff auf jemanden, wenn ich sage, ich habe hier ein tolles Mikrofon für Podcasts und ich baue dir das eins zu eins nach.
Es gibt wohl überlieferte Fälle, wo Leute, wo chinesische Hersteller auf Messen zu europäischen Herstellern gegangen sind und haben gesagt: Guck mal, wir haben euer Produkt eins zu eins nachgebaut und es funktioniert genauso gut.
Und die Europäer haben sich so angeguckt. Also aus unserem kulturellen Verständnis wie bescheuert seid ihr denn? Und das war eine Art Anerkennung auch.
Also dementsprechend selbst sowas spielt eine Rolle. Also Long story short, ich glaube, es ist sehr, sehr kompliziert. Aber gleichzeitig natürlich auch ohne Frage eine Riesenherausforderung.
Wir haben es erlebt bei der Solarindustrie. Da gab es in Deutschland und in Europa wirklich führende Unternehmen und die hatten dann keine Chance, weil die Preise einfach so billig waren und so subventioniert, dass eben keine Fernmarktbedingungen mehr da waren.
Und dann bricht so eine ganze Industrie auch mal zusammen. Bei dem Thema habe ich auch an dich gedacht, weil ich vermute, dass du dem relativ nah bist, dass du dich relativ gut damit auskennst, gerade weil es auch Sachsen-Anhalt betrifft.
Genau, das ist ja auch hier vor der Haustür. Gab es oder eigentlich auch rund um Dresden und im sogenannten Solar Valley in In Sachsen-Anhalt gab es ja genau da große Hersteller, die weltweit teilweise führend waren und die dann eben innerhalb weniger Jahre tatsächlich komplett vom Markt verschwunden sind.
Lag das nicht auch ein bisschen an politischen Entscheidungen darum herum, die getroffen wurden? Habe ich das falsch im Kopf?
Ja, auch da wieder sowohl als auch. Also man hat sich eben entschieden, nicht zu subventionieren oder die Subvention eben nicht weiter fortzuführen und nicht in diesen Subventionswettkampf einzutreten. Das wäre ja auch übrigens eine andere Lösung. Man könnte auch sagen, wir subventionieren jetzt die Fahrradindustrie.
Also ich kann den Zaun hochziehen und sagen, ich mache Zölle. Oder ich sage, die Fahrradindustrie ist von uns so wichtig, weil wir wollen die irgendwie. Wir spielen das Spiel jetzt mit. Wir subventionieren jetzt auch, dass wir auch so günstig sind wie XDS und Xlab und Appflow. Genau, also das könnte ja eine Lösung sein, dass man sagt, okay, wir machen auch einen Fünfjahresplan.
Jetzt gibt es fünf Jahre lang mega Subventionen und dann ist es auch wieder ein, wie sagt man so schön, Chicken Race. Also dann unterbietet sich jeder oder überbietet sich dann mit Subventionen. Kann ja auch nicht die Lösung sein. Also es ist schwierig. Es ist wirklich, ich glaube, es gibt nicht so einfache Antworten. Damit hast du wohl recht.
Und da gibt es noch viele Assoziationen und viel, was zu dieser Geschichte beigetragen hat. Naja, wie Dirk das auch gesagt hat, man hat ja nicht nur des Preises wegen Produktion verlagert. Also das aus der Mountainbike-Geschichte, auch der früheren Mountainbike-Geschichte vor den 90er Jahren noch, ist das genauso. Deswegen ist man nach Japan erst gegangen und dann nach Taiwan.
Und das ist ja auch was, was Leute sagen. Ich meine, Taiwan ist dann wahrscheinlich nochmal ausgenommen aus diesem chinesischen Fünfjahresplan. Aber auch da hat man, auch früher gab es so oft das Klischee, das ist alles das Gleiche, das kommt alles aus einer Fabrik, da wird nur kopiert. Das ist ja lange nicht mehr so.
Und wenn du eben das willst, hast du auch in anderen Bereichen, auch welchen, die nicht mal so, jetzt zum Beispiel in der Carbon-Rahmenfertigung so vorn sind. Aber auch wenn du seriell einen Stahlrahmen hergestellt haben willst, dann ist zumindest für viele, nicht für alle, aber für viele ist die Antwort dann auch, einen von diesen übrigens auch mittelständischen Betrieben in Taiwan anzusteuern und das dort herstellen zu lassen.
Um es noch komplizierter zu machen, wir haben uns ja lange in Europa und auch in den USA gewünscht, dass sozusagen auch andere Teile der Welt anfangen, nicht mehr nur Rohstoffe zu produzieren und billig irgendwie Dinge zu machen, sondern die Wertschöpfung auch ins Land zu holen.
Das bedeutet dann natürlich aber auch, dass die Wertschöpfung irgendwo anders nicht mehr ist. Also das meine ich halt, also es ist immer die Medaille hat da ganz, ganz oft zwei Seiten. Und es ist ja durchaus nachvollziehbar, dass wenn ich beispielsweise eine chinesische Firma bin und ich baue die ganzen Sachen, warum soll ich nicht darüber nachdenken, das dann vielleicht auch als eigenes Produkt zu machen, wenn ich eben verstanden habe, wie es geht.
Ich meine, ja, würden wir uns über eine südafrikanische Firma oder eine argentinische Firma oder so aufregen, die das jetzt vielleicht möglicherweise erkannt hat? Hier haben wir es natürlich sofort, und das hat er auch ganz gut beschrieben, mit einem Riesenmarkt zu tun, natürlich auch wahrscheinlich mit dem Land, was im Moment finanziell die größten Ressourcen hat.
Also China hat einfach wahnsinnig viele auch Währungsreserven und ist einfach extrem mächtig weltweit und hat da natürlich ganz andere Hebel als jetzt beispielsweise irgendwie irgendein Land auf der anderen Weltkarte. Und dementsprechend ist es, glaube ich, so eine große Herausforderung.
Aber ja, also ich möchte da auch nicht in der Haut von denjenigen stecken, die da jetzt nach der richtigen Antwort suchen, weil die wird wahrscheinlich, also A, gibt sie wahrscheinlich in der Form nicht. Und das wird so ein Prozess sein, wo man gucken muss, wie reagieren wir, wo kann irgendwie Deutschland und die EU sinnvoll agieren, damit die Fahrradindustrie zumindest zum Großteil auch erhalten bleiben kann.
Spannend. Ich muss da eine Weile drüber nachdenken, und immer wenn ich das mache, dann halte ich am besten meine Klappe, weil alles andere unausgekoren ist. Spannendes Thema, ja, das wird uns weiter beschäftigen.
Und eins kann man, glaube ich, auf jeden Fall festhalten: Die anderen beiden Gefahren, das E-Bike, was auf einer Ausnahmegenehmigung basiert, und das ganze Leasing-Thema, das klingt natürlich, zumindest aus meiner Sicht, und ich glaube auch aus der von anderen Leuten, das klingt nicht wahnsinnig stabil.
Wenn da, also es ist zumindest nicht das Stabilste aller möglichen Fundamente, was da besteht. Das Interessante ist, dass sie halt so wichtig geworden sind. Ich glaube, das ist die große Gefahr. Wenn die Hälfte des Wertes an Fahrrädern mittlerweile im Leasing verkauft oder besser eben verliest, wird, dann hat das natürlich einen großen Einfluss.
Und wenn das reguliert wird, wegbricht, warum auch immer, dann wird es natürlich, dann rappelt es. Also dann wird es unangenehm. Und ich meine, so ähnlich ist es ja beim E-Bike auch. Hälfte des Marktes. Wenn das jetzt 10 Prozent wären, 20 Prozent, dann kann man das irgendwie verknusen.
Dann kostet es vielleicht mal ein Hersteller oder mehrere, aber dann ist es nicht gleich für die ganze Branche so krass. Und ich glaube, sowohl beim E-Bike als auch beim Leasing haben wir da, wie nennt man das so schön in der Wirtschaft, Klumpenrisiko.
Also da haben wir einfach da liegen sozusagen, um im Bild zu bleiben, zu viele Eier in einem Korb, was dann gefährlich ist. Ich gucke Christian Bollert mit großen Augen an. Ich habe spätestens jetzt was Neues gelernt. Habe ich eigentlich schon vorher in diesem Podcast.
Aber Klumpenrisiko, das Wort habe ich nicht gekannt. Auch über dieses Wort werde ich weiter nachdenken. Denn als erstes denke ich an Kuchenteig. Klar, logisch. Da sind Klumpen aber meistens sogar ein gutes Zeichen, beispielsweise beim Streusel.
Ja, aber jetzt denke ich erst mal ein bisschen an Streuselkuchen. Und dann mache ich mir Gedanken über die nächste Ausgabe dieses Podcasts. Die wird erscheinen am 21. August. Das ist dann die dritte Ausgabe im August. Ihr erreicht uns unter antritt detektor.fm auf Instagram und Mastodon.
Und Christian, ich sage danke für deine Ausdauer, dass du es auch in der letzten Zeit so oft in diesem Fahrradpodcast schaffst. Das ist der Sommer. Das finde ich gut. Und ich denke jetzt tatsächlich auch an Pflaumenkuchen mit Streusel.
Ja, und bei aller vielleicht für manche theoretisch scheinenden und irgendwie entfernten Diskussion über so etwas wie Fahrradindustrie und so. Das ist ja vielleicht, vielleicht ist das alles irgendwie ein bisschen abstrakt. Man hat nicht so eine Nähe dazu oder so. Man will einfach nur Fahrrad fahren.
Ohne Fahrradindustrie also ohne gar keine, halt auch keine Tour de France, keine Tour de France Femme. Und diesen Sommer möchte ich nicht erleben. Ich wünsche mir einen Sommer 2027 mit zwei Tour de Francen, beide in voller Länge übertragen, mit sinnvollen Lenkerbreiten und mit einem ordentlichen Klumpenrisiko beim Kuchenbacken.
Und für das mache ich Christian Bollert persönlich verantwortlich. Das ist okay. Das ist okay. Ich denke so lange noch weiter darüber nach, wer du eigentlich bist. Ja, in dem Prozess drücke ich auf Pause. Da wähle ich erstmal das Fahrrad.
Tschüss, gute Fahrt, bis nächste Woche. In diesem Sinne, tschüss.
[MUSIK: Blonde Redhead – Blood Spilled]