Hier ist der Antritt, der Fahrradpodcast auf detektor.fm, mit der dritten Augustausgabe 2026. Mein Name ist Gerolf Meyer, und wenn ihr schon immer mal wissen wolltet, welche Pflanze am besten für das Leben auf einem Fahrrad geeignet ist, dann bleibt unbedingt dran. Denn das hier ist der Podcast für alle möglichen Fahrradgeschichten – die naheliegenden und auch die, auf die man vielleicht selbst nicht gekommen wäre.
Ich habe zum Beispiel auch nicht erwartet, dass genau dann, wenn unsere Folge mit Barbara Röhn und ihrer 800-fachen Befahrung des Mont Ventoux veröffentlicht wird, eine Postkarte vom Mont Ventoux hier in der Redaktion hereingeflattert kommt, auf der Frank uns berichtet, wie er auf dem Weg von den Cévennes in die Alpen in einer erweiterten Mittagspause, wie er das nennt, auf den Ventoux gefahren ist – und zwar zum ersten Mal. Da haben wir uns richtig gefreut, und irgendwie ist das doch schön, ob per Postkarte oder per MP3, ob zum ersten oder zum 800. Mal am Ventoux.
An vielen anderen Bergen da häufen sich die Geschichten an. Wir können unsere eigenen dort erleben und uns von anderen erzählen lassen. Geschichten rund ums Fahrrad einzusammeln ist jedenfalls die Aufgabe dieses Podcasts, und darum steigen wir auch gleich in diese Folge ein, in der ich mit der Garten-Podcasterin Heike Sekoni spreche. Und ja, das hat durchaus einiges mit dem Fahrrad zu tun. Wir gehen rein, ihr werdet schon sehen.
Antritt – Der Fahrrad-Podcast
In diesem Podcast geht es um Fahrräder und ums Radfahren in praktisch jeder Form. Einen ganz besonderen Platz in unserem Herzen hat eine Rubrik, in der wir mit Menschen über ihre Erlebnisse auf und mit Fahrrädern sprechen. Wir nennen das „Ausfahrt des Monats“, und dabei ist von der Weltumrundung bis zum Brötchenholen alles erlaubt. Wir sind auch schon beim Zahnarzt gewesen, auf dem Friedhof. Wir haben uns verfahren und wir sind auf Reisen gewesen. Und diesmal geht’s in den Garten.
Denn Heike Sekoni macht seit 2016 den Garten-Podcast „Garten Radio“, der auch bei detektor.fm veröffentlicht wird. Und als ich neulich mit Heike wegen der Veröffentlichung einer ihrer Folgen telefoniert habe, erzählt sie mir doch, dass sie gleich zwei Garten-Radio-Fahrräder besitzt und die für viele ihrer Aufzeichnungen nutzt. Völlig klar, da muss ich nachfragen, und das mache ich in dieser Ausgabe.
Ich sage Hallo nach Berlin und herzlich willkommen im Antritt, liebe Heike.
Gespräch mit Heike Sekoni
Hallo Gerolf, ja, vielen Dank, dass ich von meinen Erlebnissen erzählen darf. Ja, Heike, mich fragen manchmal Leute, wie man eigentlich so viel über Fahrräder reden kann. Und ich habe mal nachgeschaut: Das Garten Radio, das funkt jetzt seit mindestens 2016 und sollte jetzt bei Folge 273 sein. Kennst du das auch, dass sich Leute so wundern?
Ja, und die dann immer fragen: Wo kommen denn die ganzen Themen her und wie kommst du denn da drauf? Und dann sage ich immer: Also, wenn alles so einfach wäre wie Themen finden, ich könnte wahrscheinlich noch 20, 30 Jahre immer weiter Reportagen machen. Es ist eigentlich viel schwieriger, Termine zu finden, sich mit den Leuten zu verabreden und so. Aber Themen gibt es eigentlich wie Sand am Meer.
Ich habe ein bisschen nachgehört bei dir und mich so ein bisschen durchgescrollt, und da geht es um Sensen, um Balkonkasten-Typberatung, um Bohnen als neue Burger und Gemüse im Weltall. Klingt wirklich nach genug Themen, wenn man erst mal genau genug hinschaut, oder?
Ja, es gibt so viele unterschiedliche Ansätze. Und ich habe ja zwei Podcasts im Monat. Der erste Podcast, das sind immer die Praxistipps. Da arbeite ich zusammen mit einer Gärtnerei in Köln. Die ist eine ganz besondere Gärtnerei, weil die haben ganz viele Menschen mit Behinderungen, kann man sagen, die auch wieder eingegliedert werden müssen in den Arbeitsprozess. Und da arbeiten zwölf Gärtner und Gärtnerinnen mit, und die sind gewohnt, unglaublich gut zu erklären.
Und das muss man mit mir auch machen. Und da gibt es ganz, ganz viele Praxistipps, die ich dann immer so düngen, säen, gießen, was da alles so ansteht, welche Pflanzen sich für welche Standorte eignen. Und die zweite Folge, ich sage immer das Spielwein, da mache ich dann alles, was auch im Entferntesten nur mit Garten zu tun hat. Und Gärten, das betrifft ja eigentlich alles.
Da geht es eben um Stadtbegrünung, die ja im Moment auch ganz wichtig ist. Oder ich habe auch eine Folge mal gemacht: Sind Gärtner und Gärtnerinnen die besseren Liebhaber? Weil die eben so empathisch sind mit Pflanzen und so. Es geht um Gartenkultur. Ich war mal in einer Teebaumplantage im Tessin, und da kamen dann japanische Teebaumroller, und die haben dann berichtet, wie man eben aus Pflanzen Tee macht.
Also man kommt eigentlich bei jedem Thema, wenn man möchte, auch wieder in ganz andere Welten, neuer Kosmos. Ich finde ja immer: Gärten, das ist Kultur, das ist Politik. Das sind auch viele Gärtnerbiografien, die ja auch unglaublich spannend sind, was es da manchmal gibt oder die Geschichte eines Parks. Also wenn man das recherchiert und schön erzählt, da kann man eigentlich aus allem was machen.
Parallelen zwischen Gärtnern und Radfahren
Ich sehe Parallelen, und ich will natürlich wissen, was ist denn rausgekommen bei den Liebhabern, Heike? Also da habe ich verschiedene Leute befragt, also Gärtner und Gärtnerinnen. Die waren natürlich davon überzeugt, dass Gärtner die besseren Liebhaber sind, weil wer sich um eine Pflanze gut kümmert, der ist wahrscheinlich auch Menschen gegenüber auf Augenhöhe unterwegs.
Und ich war auch bei einem Psychologen, der hat einen Kleingarten. Da war ich quasi auf der Laubencouch, und der war eigentlich davon überzeugt, dass Gärtner und Gärtnerinnen vielleicht nicht unbedingt die besseren Liebhaber sind, aber eine gute Chance haben, eine gute Beziehung zu führen. Denn wenn man zum Beispiel allein so einen Kompost umsetzen muss oder mal einen Baum umsetzen muss, du musst auch zu zweit arbeiten.
Also du musst dich auch immer wieder zusammenraufen. Oder wenn die Birnen reif sind und der ganze Baum ist voll, das kann nicht einer alleine machen. Also die Chancen sind ganz gut, dass du immer wieder eine Regelung finden musst, dass beide miteinander gut auskommen. Und ja, also ich würde schon sagen, die Chancen stehen gut, dass das so ist.
Also es klingt auch ziemlich überzeugend, und vielleicht gibt es auch da Parallelen zum Radfahren. Und wir sprechen jetzt zwar einerseits, weil wir beide eben Podcasts produzieren, aber auch, wie schon gesagt, weil du gleich mehrere Gartenradio-Fahrräder besitzt. Was ist denn das, ein Gartenradio-Fahrrad?
Also das richtige, richtige Gartenradio-Fahrrad, das habe ich in Köln. Ich pendle ja immer zwischen Köln und Berlin hin und her. Und als ich 2016 angefangen habe mit dem Podcast, da habe ich auch irgendwie gedacht, ich brauche auch ein tolles Fahrrad, weil mein Verkehrsmittel ist auch in der Stadt eigentlich immer das Fahrrad.
Und dann habe ich mich umgeguckt und dann habe ich in Düsseldorf einen Fahrradhändler gefunden, der Fahrräder so zusammenbaut. Und dann habe ich mir ein so eine Art Holland-Fahrrad ausgesucht in einem rein grünen Rallfarbe 60 37. Also ganz toll, so ein Froschgrün. Und dann hat er mir auch so Schilder dran machen lassen.
Also unter dem Gepäckträger steht drauf „gartenradio.fm“, und ich hatte so eine kleine Holzkiste vorne drauf. Die ist leider schon vermodert. Und da war dann auch reingefräst „gartenradio.fm“. Ich war unglaublich stolz darauf. Und seitdem fahre ich mit diesem grünen Gartenradio-Fahrrad immer durch Köln, parke da überall in der Stadt und hoffe immer, dass das gesehen wird.
Ich weiß es nicht so ganz genau, aber ja, das ist eine tolle Sache. Anfangs war es nicht bepflanzt, aber seit etwa acht Jahren oder so bepflanze ich das Fahrrad immer. Also hinten auf dem Gepäckträger habe ich dann so eine Art Eimerchen drauf, und da wird dann immer irgendwas drauf gepflanzt. Und das macht auch so ein bisschen Eindruck.
Ich habe immer gedacht, ich werde noch mehr angesprochen von den Leuten. Das ist oft gar nicht so. Aber sie sagen dann höchstens mal: „Schönes Fahrrad“ oder so. Ich dachte eigentlich immer, die Idee war auch, dass man über die Pflanzen noch mehr ins Gespräch kommt. Auch: „Was hast du da für eine Pflanze drauf und was kann man mit der machen? Oder wo kann ich die hinsetzen?“ Das ist nicht so. Aber es fällt natürlich auf.
Und ich selber habe gemerkt, dass Wind auch so eine Sache ist, wo man bei Pflanzen aufpassen muss. Denn so ein Klee kommt ganz gut klar. Und ich hatte mal so einen kleinen Sonnenhut. Das ist so eine Staude mit so bunten Blumen auf, ich sage mal, auf geraden Stängeln. Das kannst du dann überhaupt nicht machen. Den Fahrtwind hatte ich oft nicht berechnet. Das war für mich auch jetzt eine ganz schöne Erfahrung: Welche Pflanze kann überhaupt auf einem Fahrrad überleben?
Ja, und seitdem fahre ich mit dem Fahrrad rum. Und dann habe ich noch ein Fahrrad in Berlin. Das ist allerdings so eine kleine Rennsemmel. Das ist ein gebrauchtes Fahrrad, ein kleines Herkules, wenn ich das sagen darf. Und da komme ich dann ganz schnell von A nach B, während mein schönes grünes Gartenradio in Köln ehrlich gesagt ein sehr schweres Fahrrad ist. Dann noch mit der Bepflanzung und mit der Holzkiste und so. Also da muss man auch ordentlich in die Pedale treten, dass man von A nach B kommt.
Jetzt haben wir Gott sei Dank in Köln keine Berge. Aber ja, das ist so ein bisschen was für die Schönheit. Heike, ich danke dir für diese Frage: Welche Pflanze kann auf einem Fahrrad überleben? Als ich mir mit Christian mal diesen Podcast ausgedacht habe, habe ich nicht gedacht, glaube ich, dass wir mal zu solchen Fragen vortrinken würden. Aber deswegen machen wir das ja auch.
Bepflanzung und Jahreszeiten
Und mir ist jetzt auch völlig klar, dass wir beide miteinander sprechen müssen. Und ich frage mich, warum wir das erst jetzt machen. Zu dieser Bepflanzung, da müssen wir jetzt schon noch mal ein Stück bleiben. Bedeutet das, dass du die Bepflanzung auch wechselst, also dass du immer mal was Neues ausprobierst? So habe ich das jetzt verstanden.
Ja, klar. Also, du musst ja auch allein schon von den Jahreszeiten her brauchst du ja im Winter andere Pflanzen als im Sommer. Sonst ist da ja nichts drauf. Und da stellt man eben auch fest: Also ich weiß nicht, ob du Hornfeilchen kennst. Das sind so Stiefmütterchen. Das sind eigentlich so ganz die sind immer auf dem Friedhof, so kleine bunte bodennahe Pflanzen. Die habe ich zum Beispiel total schätzen gelernt, weil Hornfeilchen, die sind, die können vier, fünf Monate blühen, die immer weiter über den Winter hinaus.
Wenn es da mal reinfriert, dann ziehen die sich so ein bisschen zusammen, und sobald es wieder wärmer wird, sind die wieder da. Also da habe ich dann mal drei Monate vielleicht eine durchgehende Bepflanzung. Aber ansonsten muss man natürlich gucken: Wie heiß ist es? Wie kann ich gießen? Wie gesagt, der Fahrtwind ist eine viel größere Sache. Also das hatte ich vorher nicht so gedacht.
Und ich habe zum Beispiel im Winter jetzt immer mir angewöhnt, so einen kleinen lebenden Weihnachtsbaum mir hinten drauf zu tun, richtig mit so winzigen Kügelchen und mit Lichterkette und so. Und ich dachte immer, der wird ja bestimmt geklaut, wenn dieses Fahrrad direkt gegenüber vom Kölner Dom dann da oft geparkt ist, wo ich eben oft stehe. Und da kommen ja so viele Menschen vorbei.
Und gerade wenn dann auch gleich neben dem Kölner Dom Weihnachtsmarkt ist, also das sind tausende Menschen, die da vorbeikommen. Und es ist mir noch nie jemand drangegangen an diesen kleinen Weihnachtsbaum. Ich hatte mal eine Christrose. Leute, die sich auskennen, die werden wissen, das ist eine relativ teure Pflanze. Also das weckt schon Begehrlichkeiten, vor allen Dingen wenn man da eine besondere Sorte hat.
Es gibt ja Sammler und so. Und da dachte ich schon: Oh, wenn du dann die teure Christrose hinten auf dem Gepäckträger hast, mal gucken, wie lange die bleibt. Und dann kam ein Kollege. Ich arbeite also in Köln in einem Gebäude direkt gegenüber vom Kölner Dom. Da kann man auch runter auf mein Fahrrad gucken. Und da kam ein Kollege, und es hatte geschneit. Es war dunkel schon. Und da hatte er ein Foto gemacht von oben vom vierten Stock von einer Frau, die beugte sich gerade über mein Fahrrad und hatte über diese herrliche Christrose, die in so weiß violett blühte, so eine kleine Plastiktüte gegeben, damit nicht so viel Schnee drauf fällt.
Also eine ganz fürsorgliche Sache. Das ist schon toll, dass diese Pflanzen doch was in den Leuten auslösen, habe ich manchmal den Eindruck, und zwar schöne Sachen, nette Sachen. Mir ist nur in der ganzen Zeit zweimal eine Pflanze geklaut worden. Und das war da, wo ich wohne, in meinem Stadtteil in Köln Nippes. Also das war noch nicht mal da, wo die großen Wogen vorbeibranden an dem Fahrrad.
Beziehung zu Pflanzen
Und ich denke darüber nach, welches Verhältnis du zu Pflanzen wohl hast, wenn du in dem Moment, wo du dir ein Fahrrad baust, um damit durch die Gegend zu fahren, dann auch – das klingt so, als wäre das für dich völlig klar, völlig folgerichtig. Ja, dann muss das auch bepflanzt werden. Also woher kommt das? Was passiert da in dir? Ist das unhinterfragte Liebe zur Pflanze?
Ja, es ist auf der einen Seite Liebe, aber es ist auch dieses so ein bisschen Sendungsbewusstsein, also dass ich immer versuche, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen, auch mit dem Podcast zu sagen: Pflanzen, ja, das ist schön und so. Aber wenn man sich auch jetzt mal anguckt, das ganze Klima: Pflanzen sind nicht nur nice to have, die sind halt lebenswichtig.
Man muss sich immer überlegen, dass Pflanzen eines Tages mal auch ohne uns auskommen, ohne die Menschheit. Aber der Mensch kann überhaupt nicht ohne Pflanzen überleben. Und dann denke ich immer, das ist so ein schöner Anknüpfungspunkt, auch Leute vielleicht dafür zu begeistern oder ins Gespräch zu ziehen oder dass die dann mal den Podcast hören und vielleicht eine Folge finden und denken: Aha, so Pflanzen, das ist ja nicht nur der Rasen im Garten, sondern das ist eigentlich unsere Lebensgrundlage.
Und da geht es so ein bisschen hin. Und ich weiß nicht, ob du diesen Hundeflüsterer kennst, Martin Rütter. Der hat vor 25 Jahren mal angefangen mit Hundeerziehung, und heute füllt der riesige Hallen. Und es gibt Fernsehsendungen, und es hat sich eine ganze Branche eigentlich entwickelt von Hundeflüsterern, von Hundeschulen.
Also diese Filme und die Shows, da gehen Leute hin, die haben überhaupt keinen Hund, nur weil er so unterhaltsam ist. Und das ist auch so ein bisschen der Hintergedanke mit dem Fahrrad, aber auch mit dem Podcast, dass man vielleicht Leute interessiert und auch eine Branche aufwertet. Also ich bin jetzt nicht Martin Rütter, aber dass man so über den Tellerrand hinausdenkt, also über Pflanzen und Gärtnern, sondern dass man mal sagt: Das sind Leute, das sind auch Gärtner, die brauchen wir gerade jetzt in der Zukunft.
Wir haben viel zu wenig. Der Beruf ist auch nicht so anerkannt. Gärtner kann sich ja auch jeder nennen, irgendwie. Und ja, ich habe so diesen Ansatz, mit Leuten ins Gespräch zu kommen und immer wieder auch deutlich zu machen, dass das einfach mehr ist als Blümchenlebe, sondern dass es was ist, was uns alle angeht.
Ja, und dann fange ich halt mit einer Pflanze auf meinem Fahrrad an, so ungefähr. Ich kenne, glaube ich, Martin Rütter. Also ich weiß, dass es ihn gibt. Und dieses Hundeflüster, das gibt es ja auch mit verschiedenen Tieren. Es gibt auch Pferdeflüsterer und so. Ja, ja, genau.
Und das ist eben einmal, dass man Leute erreicht über den Tellerrand hinaus, weil es unterhaltsam ist. Aber das ist eben auch, da ist ja ein ganzer Berufszweig draus geworden. Und das brauchen wir halt in der Gärtnerbranche auch. Wir brauchen vor allen Dingen Leute, die überall wird begrünt.
Und es gibt ja schon ganz tolle Genossenschaften, die legen Wiesen an in ihren Gemeinschaftsflächen. Und dann hast du aber niemanden, der das pflegen kann, der weiß, wann man eine Wiese mähen muss, sondern dann hast du halt Galabau-Betriebe, die gehen dann doch wieder mit dem Rasenmäher drüber und so. Und du brauchst einfach ganz viele Leute, die nicht nur grün pflanzen und die Garten planen, sondern die dann auch wissen, wie man damit umgeht.
Und da haben wir viel zu wenig. Auch weil dieser Beruf schlecht bezahlt ist, weil er halt nicht sexy ist. Man hat jetzt viele Frauen, die in den Beruf einsteigen. Naja, du hast ja vorhin schon von den Liebhabern erzählt. Also das kommt drauf an.
Ja, genau, genau. Also es kommt drauf an, wie man es sieht. Aber er hat halt nicht so dieses Standing wie in England oder so, dass Gärtner ein gewisses Ansehen haben. Ich habe mit einem Gartenplaner gesprochen in Deutschland. Also die kennt man bei uns ja nicht so. Peter Jahnke, der ist, ich sage mal, unter den Kennern so was wie ein Gartengenie, so ein Gartenpapst. Der baut wirklich Gärten wunderschön, die aussehen wie Landschaft, wie Wildnis, Millionen Objekte.
Und der sagte, wenn er in England ist, ist in der Galerie und guckt sich Bilder an. Und dann kommt man mit den Leuten ins Gespräch und dann fragen die ihn: Was macht er denn? Dann sagt er, er ist Gartenplaner. Dann ist er sofort umringt und dann unterhalten sich normale Leute mit ihm über Gartenplanung.
Wenn er das in Düsseldorf in der Galerie macht, ist ihm schon passiert. Dann fragen die Leute: Was machen Sie denn? Und dann sagt er, er ist Gartenplaner. Und dann gucken die beschämt nach unten und suchen sich einen anderen Gesprächspartner. Es hat halt überhaupt nicht diese Akzeptanz bei uns, zu sagen: Ja, das sind wirklich Leute. Das ist ein unglaubliches Wissen, was man da haben muss.
Und auch in die Zukunft hinein, dass man sich ja heute auch überlegen muss, was könnte denn in der Zukunft überhaupt noch funktionieren. Und dieses Ansehen für die Menschen, die sich da auskennen, ja, ich finde, das müsste wachsen bei uns. Ja, und das versuche ich immer wieder, auch ins Gespräch zu kommen, eben mit einer einzigen kleinen Pflanze.
Könnte besser laufen, ehrlich gesagt. Na ja, mal sehen. Also das werden jetzt hier ein paar Leute hören, und ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass einige da jetzt reinhören werden bei dir, weil auch mir jetzt völlig klar ist, so wie du davon erzählst, dass du in deinem Thema halt auch so drin steckst, dass du so viele Themen siehst, wie wir das schon am Anfang gesagt haben.
Radfahren und Naturerlebnis
Das kommt schon ziemlich gut rüber. Du hast mir gesagt, dass du mit dem Rad oder auch mit deinen beiden Rädern, aber nicht nur einfach so jetzt in der Stadt unterwegs bist, also in Köln und Berlin, sondern dass du teilweise auch zu deinen Aufnahmeterminen mit dem Rad fährst.
Ja, ja, am Anfang muss ich erst mal eine Geschichte erzählen. Als ich so ganz stolz war auf mein neues grünes Gartenradio-Fahrrad aus Köln, und das habe ich ganz am Anfang einmal mitgenommen, als es noch nicht bepflanzt war, im ICE nach Berlin, weil man muss die Fahrräder ja so hochkant stellen. Das geht nicht mehr, wenn das Rad bepflanzt ist. Außerdem ist das sehr schwer.
Aber damals, 2017, wollte ich das mitnehmen, weil da war in Berlin die IGA, die Internationale Gartenausstellung 2017 eben. Die ist nur alle zehn Jahre. Das ist was ganz Besonderes. Und die war damals in den Gärten der Welt. Und dann habe ich das Fahrrad mitgenommen nach Berlin, und ich wohne hier in Kreuzberg.
Und dann bin ich tatsächlich mit meinem Rädchen dann dahin geradelt. Und ich weiß nicht, ob ich die richtige Strecke hatte. Also ich bin da vorbeigefahren an einer befahrenen Straße, ohne Randstreifen, ohne irgendwas. Ich habe gedacht, ich muss jetzt sterben und komme dann da an bei der IGA. Es war ein sehr, sehr trüber Tag. Es war niemand da.
Ich habe direkt vor dem Eingang geparkt und dachte, ich werde jetzt angesprochen und alles. Und die Leute wollen mein Fahrrad fotografieren. Es hat mich niemand wahrgenommen. Und ja, das war ein bisschen traurig. Und dann bin ich aber noch am Tag später vor das Brandenburger Tor geradelt und habe dann mein Fahrrad im Sonnenschein fotografiert vor dem Brandenburger Tor.
Und dann hatte ich wenigstens eine schöne Erinnerung. Ich habe es dann wieder im ICE mitgenommen nach Köln. Da ist es dann auch geblieben. Da fahre ich auch dann immer hin und her mit dem Fahrrad und habe mir dann aber in Berlin eben ein anderes Rädchen gekauft, was nicht so repräsentativ ist, aber was ganz leicht ist, weil wenn man auch in Berlin unterwegs ist, oft muss man ja bei den großen Strecken dann doch ein Stückchen fahren mit der S-Bahn oder mit der U-Bahn.
Und wer mal in Berlin war, der weiß, es sind eigentlich immer alle Rolltreppen kaputt. Also man muss sein Fahrrad sehr viele Treppen rauf und runter tragen. Und dann ist es einfach besser, wenn man ein kleines, leichtes Fahrrad hat, was man so tragen kann und mitnehmen kann.
Jetzt könnten ja Leute auch sagen, die das hören oder die sich das vorstellen: Naja, die Heike, die fährt dann immer so zu Gärten hin und so, irgendwie Punkten, die mit Pflanzen zu tun haben. Das wird ja auch oft irgendwie auf dem Land sein, wie man das so sagt. Warum fährt die nicht mit dem Auto? Also könnte man von außen denken: Warum nimmst du das Fahrrad?
Also erstens habe ich kein Auto. Ich mache schon seit 25 Jahren Carsharing in Köln. Ich brauche vielleicht einmal alle sechs Wochen ein Auto. Ich fahre auch nicht so gerne Auto. Ich fahre eigentlich lieber mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Also weil ich mich da schon mal vorbereiten kann, weil ich lesen kann.
Und nehme dann mein Fahrrad mit, weil ich finde immer, da man mit dem Fahrrad unterwegs ist, man nähert sich dem Ort schon langsam an. Ich bin zum Beispiel mal von Berlin nach Dresden gefahren und hatte kein Fahrrad dabei. Das konnte man gar nicht mitnehmen. Das war irgendwie in Eurocity oder so, und habe mir dann aber in Dresden ein Fahrrad gemietet, weil ich nach Pilnitz wollte.
Das sind ungefähr 13 Kilometer, immer an der Elbe entlang, unten an den Auen. Pilnitz ist schon seit 1922 so ein ganz wichtiger Ort, wo Apfelsorten, Obstsorten gezüchtet wurden. Und dann bin ich da, weiß ich, anderthalb Stunden hingefahren. Und in dieser Zeit, das war so wunderschön an der Elbe.
Und dann sehe ich so langsam Pilnitz näher kommen. Und dann sieht man auch, was rechts und links ist. Man spricht vielleicht mit jemandem, der einem begegnet. Ich habe schon die Temperatur, ich habe ein Gefühl für die Landschaft. Also ich komme da so ganz langsam rein in diese Natur, in den neuen Raum.
Und das hilft mir immer sehr, dann da auch anzukommen und auch zu gucken, wo bin ich einfach. Ich beschreibe ja auch vorher immer, wo ich langfahre, wie ich dahin komme. Manchmal mehr, manchmal weniger, wenn es jetzt interessant ist. Aber es ist ja immer sehr wichtig, auch für diesen Podcast, der ja immer eine Reportage draußen ist: Wie ist denn gerade das Wetter? Ist es gerade windig oder regnet es?
Weil ja auch die Leute draußen oft anders drauf sind. Im Sonnenschein, weiß ich nicht, wie es dir geht, ist man oft anders drauf, als wenn es jetzt kalt ist und regnet und du zitterst und so. Und das spielt alles eine Rolle. Weil bestenfalls kann ich ja auch in dieser Reportage eine Stimmung einzeigen. Und das ist natürlich viel schöner, wenn ich dann selber schon in dieser Stimmung bin.
Du nimmst mir meine Fragen quasi aus dem Mund, aus dem Kopf, weil ich habe darüber natürlich nachgedacht, was das verbindet: Gärtnern. Ich weiß gar nicht, ob das bei euch abwertend gelesen wird, sozusagen, wenn ich sage Gärtnern. Nö, Gärtnern ist ja ein schönes Wort.
Ja, aber es gibt ja auch so Radleute, die sagen so: Radeln, bitte sag nicht Radeln dazu. Okay, also ich habe darüber nachgedacht, was es für einen Zusammenhang gibt zwischen Gärtnern und Radfahren. Also neben dem, dass man sich ein Fahrrad bepflanzen kann. Und es sind ja beides irgendwie Aktivitäten, die normalerweise im Freien stattfinden.
Und ja, ich habe dann eben auch so gedacht: Okay, diese An- und Abreise mit dem Rad, die verlängert dieses Naturerlebnis so ein bisschen. Und dieses Reinkommen, diese Situation erst mal erfassen. Also letztlich das, was du eben schon beschrieben hast. Genau, das kann auch manchmal ein ganz langes Reinkommen sein.
Wenn ich mal eine Geschichte erzählen darf, da müsste ich mal ganz kurz ausholen. Und zwar hatte ich mich mal verabredet mit einem Fermentierer in Mecklenburg-Vorpommern, Olaf Schnelle. Der fermentiert Gemüse. Ich liebe schon jetzt wie diese Geschichte losgeht. Ich hatte mich verabredet mit einem Fermentierer in Mecklenburg-Vorpommern. Das ist ein ganz toller Typ und der macht so Sachen wie heute essen ja ganz viele Leute Kimchi. Das ist ja ziemlich hip.
. Aber eigentlich ist das Fermentieren ja so, wie wir es kennen, als Sauerkraut, die Urform des Haltbarmachens von Gemüse. Und der hat das echt kultiviert. Der macht so leckere Sachen wie Möhre-Holunder oder Ostseekimchi oder Küstenkurtido. Solche Sachen macht der.
Und dann habe ich ihn angerufen und dann hat er einen Termin ausgemacht. Und dann habe ich gesagt, ich komme. Und das ist wirklich ganz, ganz weit. Da wollte ich mir auch kein Auto mieten. Da bin ich eben auch zuerst mit meinem Rädchen von Berlin aus nach Demmin gefahren, zweieinhalb Stunden mit der Bahn, dreimal umsteigen, und dann müsste ich noch 25 Kilometer radeln oder Radfahren, damit sich jetzt niemand aufregt. Ja, das ist ja fear free.
Und dann bin ich geradelt und da dachte ich, mein Gott, das war ganz einsam, Richtung Wald, auf so einem Kopfsteinpflaster. Und dann dachte ich, bin ich denn hier richtig? Dann kam mir eine einzige Frau entgegen und dann fragte ich die: „Wissen Sie, ob es hier nach Doro geht?“ Da sagte sie: „Ja, noch nie.“ Ich sagte: „Aber komme ich durch den Wald da irgendwo anders hin? Der sieht ja ziemlich unheimlich aus.“ Und da sagt sie: „Ne, da brauchen Sie keine Angst zu haben. Wölfe haben wir nur im Winter.“ Da dachte ich, ja, dann ist ja schon mal gut. Wölfe haben wir nur im Winter.
Und dann bin ich dann über dieses Kopfsteinpflaster, was ja wirklich auch nicht einfach ist, vielleicht zehn, zwölf Kilometer. Ein einziges Mofa hat mich überholt in der ganzen Zeit. Kein Mensch gesehen. Dann komme ich raus aus dem Wald. Es öffnet sich mir eine riesenweite Landschaft mit Feldern, mit einem Sandweg und mit unglaublich viel Gegenwind. Dann bin ich da durch den Sand und dem Gegenwind weitergefahren. Mir hing schon die Zunge aus dem Hals.
Irgendwann bin ich an einer Hühnerfarm mit 2000 bis 3000 braunen Hühnern vorbei. Ich bilde mir ein, ich habe Adler über mir kreisen sehen. Vielleicht war es aber auch schon irgendwie eine Halluzination. Ich war echt fertig. Und dann bin ich rechts abgebogen, wieder in einen Wald. Und da ging dann eigentlich meine Straße runter. Die war auch asphaltiert. Ich konnte also echt mal so ein bisschen einfach nur laufen lassen.
Da kommt von rechts auf der Straße so was Kleines Schwarzes. Vorder- und Hinterrad macht Wupp, Wupp. Und da hatte ich, glaube ich, eine kleine Blindschleiche oder eine Ringelnatter, so eine Baby-Ringelnatter, überfahren. Das hat mir so leid getan. Aber ich konnte echt nicht bremsen. Und dann kam ich diesen Wald runter, biege links ab und da war ich im Tal der Trebel. Das ist so ein Fluss, der teilt Mecklenburg und Vorpommern.
Und da war Schilf, da war Röhricht. Da hörte ich Rohrdommeln. Ich versuchte mal gerade nachzumachen. Also habt ihr vielleicht alles schon mal gehört? Wupp. Kannst du dir da was darunter vorstellen? Also das sind so, kann ich, das kennt man aus Südamerika oder so, diese Geräusche. Und dann fuhr ich über eine Holzbrücke und war dann eben schon fast da. Noch drei Kilometer.
Ich sah von Ferne auf so Hügeln, das sind nur fünf, sechs Häuser dieses Doro, so kleine Bauernhäuser, ganz, ganz idyllisch. Und dann sah ich auch diese Fermentierbude, wie Olaf Schnelle das lernt. Das ist ein ziemlich moderner Pavillon, außen so mit Holz verkleidet. Und ich höre Baugeräusche. Ich komme näher. Die Tür war offen. Ich gucke da rein. Die Hütte ist leer. Nur ein Mann in einem weißen Overall ist da drinnen mit einer Maschine.
Und ich sage: „Was ist denn hier los? Wo sind denn die ganzen Sachen?“ Er sagt: „Weiß ich nicht, ich bin ja am Renovieren.“ Ich bin beinah tot umgefallen. Da kam Olaf Schnelle dann ganz entspannt, stellte sich neben mich und ich sage: „Wo sind denn die ganzen Sachen? Wir wollten doch einen Podcast machen.“ Ja, sagt er, und ich glaube, das war kein Hörer. Der wusste überhaupt nicht, dass es für mich eben auch wichtig ist, wenn ich komme, dass ich mal sage: „Aha, da ist die Rote Beete. Können wir mal gucken und darf ich mal probieren? Und da hinten ist die Gerlinde. Die holt jetzt gerade irgendwie den Kohl aus dem Regal.“
Also dass man auch beschreibt, wo man ist und dass man das Ganze am Objekt macht. Der war aber tiefenentspannt und sagte dann: „Gehen wir jetzt erst mal rüber in die Gärtnerei.“ Der hatte so Gewächshäuser mit Wiesen davor und dann haben wir uns in die Wiese gelegt. Ich konnte echt nicht mehr.
Und dann hat er mir aber erst mal erzählt, dass er den Wildkräutersalat erfunden hat. Hat der wirklich gemacht. Also der hat vor ein paar Jahren mit einem Sternekoch angefangen, Gänseblümchen und Schafgarbeblätter und Brennnesselblätter zu verkaufen. Also der schickt die immer noch durch ganz Deutschland, weil so Sternekoch dann auch Blätter brauchen, die natürlich Bio sind und die eine ganz bestimmte Größe haben und die frisch sind und so.
Und ich weiß jetzt nicht mehr, ich habe ihn auch gefragt, was er dafür bekommt. Auf alle Fälle kriegt er für 30 Brennnesselblätter irgendwie ich sage jetzt mal 30 Euro. Ich weiß es nicht mehr so genau, aber auf die Idee muss ja erst mal kommen. Also so was zu verkaufen. Fermentierer und Brennnesselzüchter. Genau.
Und dann hat er aber weil er so ein guter Erzähler ist, hat er noch so ein paar Sachen rausgeholt und konnte mir dann mit den einfachsten Mitteln ganz anschaulich das Fermentieren erklären. Und er hatte auch noch so ein paar Sachen in einem Lager, wo wir dann doch mal aufmachen können, was er so alles ausprobiert. Der hat zum Beispiel auch probiert, Pommes zu fermentieren. Die schmeckten aber echt gar nicht, wenn ich es mal so sagen darf.
Und wir haben dann den ganzen Nachmittag da verbracht. Und dann, also da hat er wirklich einen Stein bei mir im Brett. Dann hat er gesagt: „Dann fahre ich Sie jetzt auch wieder zur nächsten Bahnstation.“ Er hatte so einen Transporter, hat mein Rädchen eingeladen zu einer anderen Bahnstation, 25 Kilometer entfernt.
Ich war wirklich froh, dass er mich da hingefahren hat, weil das, da war kein Bahnhof, da war kein Gleis. Da war in der Wiese Schienen und es war nur ein einziges Signal, was da war. Ich sage: „Sind Sie sicher, dass der Zug hier hält?“ Und da sagte er: „Ja, ja.“ Er hat noch gewartet, bis der Zug kam. Und dann bin ich eingestiegen und bin dann wieder meine zweieinhalb Stunden nach Berlin gefahren. Und dann hat er mir aber diese 25 Kilometer erspart.
Und es ist, ehrlich gesagt, ich finde, es ist immer noch einer meiner Lieblings-Podcasts, weil der so toll war und weil ich da auch wieder gemerkt habe, gerade Leute, die vielleicht gar nicht viel Radio hören und dann immer denken: „Ja, und Radio, da musst du ja nur mit den Leuten reden“, aber die gar nicht wissen, wie wichtig die Atmosphäre ist. Gemeinsam in dieselbe Richtung gucken, gemeinsam was machen, weil man eben anders spricht.
Und der hat sich da so super drauf eingelassen und dass man auch sieht, dass man, gerade wenn man zusammen irgendwo ist, dass man auch gemeinsam, das ist ja immer eine gemeinsame Sache, die man macht, so ein Podcast. Und das funktioniert eben manchmal, dieses Zwischenmenschliche auch besser und manchmal nicht. Und wenn das läuft, dann wird es einfach so toll.
Und das ist eine Geschichte, die ich vergesse auch oft. Natürlich viele Geschichten, aber die ist mir so präsent. Das habe ich alles so im Kopf. Und das ist ein Riesengeschenk, dass man dann so was erleben darf. Auch wenn ich hinterher ganz schön Muskelkater hatte, muss ich sagen. Ja, aber das ist ja auch das. Das bedingt sich ja gegenseitig.
Also präsent hast du auf jeden Fall. Ich war jetzt auch unterwegs dort mit dir. Und ich werde die Folge auf jeden Fall verlinken, wenn du mir dann noch sagst, wie die heißt, dass man das nachhören kann.
Und ich habe ja gesagt, ich habe so ein bisschen nachgedacht über Parallelen zwischen Gärtnern und Radfahren. So neben dem, dass es im Freien stattfindet, ist mir auch noch so aufgefallen, dass beides vermutlich, also beim Radfahren weiß ich es, beim Gärtnern vermute ich es, dass es sehr meditativ sein kann.
Also dass man sich richtig da rein versenken kann, manchmal auch in so eine mechanische Tätigkeit. Und ja, also da auch sehr viel Ablenkung oder eine andere Erfahrung vielleicht bekommt. Also vielleicht gerade für Leute, die in ihrem Alltag jetzt nicht so viel körperlich arbeiten, die irgendwelche Bildschirmarbeit oder sonst irgendwas machen, die sich dann abends so klischee-mäßig in ihrem Garten in die Erde vergraben oder so.
Würdest du das? Jetzt habe ich ganz lange dich gefragt, aber würdest du sagen, das hat was Meditatives, das Radfahren? Na, das würde ich bestätigen. Also ich finde zum Beispiel zwei Stunden in einen schönen Berg irgendwo hochfahren im Hochgebirge finde ich total geil. Also weil das ist meditativ.
Aber beim Gärtnern ist das auch so, oder? Ja, also beides macht. Also ich bin jetzt gerade so richtig mit dir aufs Rädchen gestiegen und ich muss zum Beispiel manchmal ganz früh aufstehen in Köln. Muss ich um fünf aufstehen, um sechs muss ich schon anfangen zu arbeiten. Und diese Viertelstunde, die ich vorher mit dem Rad durch die stille Stadt fahre, das ist wie ein Geschenk.
Ich könnte gar nicht wach werden, wenn ich das nicht hätte. Und da sieht man auch oft so viel. Also was da rechts und links ist, ist ja auch jeden Tag anders. Und das ist beim Gärtnern auch so. Du kommst in den Garten. Bei uns ist es so, also wir gehen durch so ein kleines Tor und dann sind rechts und links Beete.
Und für die ersten zwei Meter brauche ich oft schon zehn Minuten, weil du guckst dann links: „Aha, da sind die Blüten größer geworden.“ Und rechts: „Oh, da sitzt eine Schnecke.“ Also es sieht wirklich jedes Mal anders aus. Und so geht es mir auf dem Weg zur Arbeit. Wenn ich allein diese Viertelstunde, jedes Mal ist es anders. Du siehst andere Menschen, es ist eine andere Stimmung. Und das ist sehr, sehr ähnlich.
Und was ich immer noch denke, das ist aber jetzt so mein Ding. Ich finde ja beides sehr ästhetisch, also sowohl Pflanzen als auch Fahrräder. Also ich bin ein großer Fan. Du hast total recht. Alte Boote und auch alte Fahrräder liebe ich. Also die gucke ich mir gerne an und hätte mir beinahe mal ein altes Panther-Fahrrad gekauft.
Ich weiß nicht, ob das jemand kennt. Das habe ich mal gesehen. Das hat vorne so einen richtigen springenden Panther. Also sieht aus wie so ein, hier, wie die Emily, wie heißt nochmal die Autos? Das hat noch so eine Kühlerfigur quasi. So eine Kühlerfigur, genau. Und das hatte einen Gang breite Reifen und so.
Ich habe es mir dann doch nicht gekauft in Berlin, weil ich dachte, der Panther überlebt nicht lange und das steht mein Fahrrad immer draußen. Aber also diese Ästhetik von Fahrrädern, die finde ich oft ganz, ganz toll, also ganz interessant. Und da ist man gut. Bei den Pflanzen ist es noch wesentlich vielfältiger, aber beides hat was, auch was unglaublich Schönes, so drauf zu sitzen, aber auch hinzugucken.
Da muss ich dir absolut zustimmen. Also ich habe auch, ich habe wirklich so eine richtige Macke, dass ich Fahrräder auch, ich muss die ständig anschauen. Und ich habe eigentlich auch immer in meinem, also fast die ganze Zeit steht in meinem Wohnzimmer da eine riesige Landkarte und davor, weil ich habe auch so eine Kartenmacke, und davor steht meistens eins der Fahrräder.
Und ich will einfach diesen Gegenstand begreifen, auch wenn andere Leute irgendwie ein neues Fahrrad haben oder so. Dann setze ich mich am liebsten hin und dann gucke ich das ein paar Minuten an und versuche irgendwie so die Proportionen. Und weil ich finde, da steckt so ein Versprechen drin, also ein Versprechen davon, was man damit alles erleben kann und was da so für Möglichkeiten sind.
Und bei dem, was du eben beschrieben hast, bei der Viertelstunde, die du auf Arbeit fährst, das kann ich auch total nachvollziehen, weil ich glaube ja, dass ein Teil des Geheimnisses des Fahrrades, was das Fahrrad so gut macht, ist dieses Ausgesetztsein, also nicht eingepackt durch ganz viele Schichten, sondern ausgesetzt, reduziert.
Und dadurch kommst du halt in Kontakt. Ja, und du hast ja auch rote Ampeln und die nutze ich ganz oft, um Leute auch anzusprechen, um irgendwas zu sagen. Auch ich sage dann auch anderen Leuten oft: „Sie haben aber ein schönes Fahrrad“ oder „Heute ist aber viel Verkehr“ oder so und werfe denen so die Bällchen hin.
Manchmal kommt was zurück oder manchmal auch nicht. Aber es entspinnen sich oft so ganz kleine Momente, wo ich wieder denke: „Das war jetzt wirklich, you made my day.“ Also das war jetzt wirklich wieder so eine schöne Sache oder du lachst mal zusammen. Und das hast du ja nicht, wenn du im Auto sitzt oder auch in der Bahn.
Ich kann nicht gut irgendwo stehen und auf eine Bahn warten. Und oft die Leute haben halt alle ja ihre Kopfhörer mit, ist einfach so im Ohr und da ist keine Kommunikation möglich. Und auf dem Fahrrad geht das. Und das finde ich auch ganz toll. Ja, und es ist so einfach.
Ja, eigentlich. Ja, so pass auf, ich bin auf eine dritte Parallele gekommen zwischen Gärtnern und Radfahren. Und zwar, beides ist nie zu Ende. Also der Garten, der wächst nach und da muss man immer irgendwie was tun. Und beim Radfahren, da ist man dann irgendwo, aber es gibt kein so richtiges Produkt, außer die Fahrt selbst.
Also muss ich doch immer wieder los. Und das ist dann am Ende richtig gut, also dass es immer weitergeht. Ich meine, beim Garten ist das ja noch offensichtlicher. Ja, ja, aber dieses Unterwegssein, es verändert sich immer alles. Du bist nie fertig, weder mit dem Radfahren noch mit dem Gärtnern.
Ja, und du hast immer ganz viel Spannendes, weil du weißt ja auch oft nicht. Man kann sich ja auch mal verfahren oder was da alles passiert, auch beim Radfahren. Und so ist es beim Gärtnern ja auch. Du, also beim Gärtnern ist es so, wenn du dich vertust und pflanzt die falsche Pflanze oder hast halt ein blödes Jahr und die Tomaten werden nix, musst du halt ein Jahr warten, bis du wieder von vorne anfangen kannst.
Du brauchst halt sehr viel Geduld. Aber die braucht man beim Radfahren eigentlich auch. Also man muss zwar kein Jahr warten, aber wenn man da stundenlang unterwegs ist, da braucht man eben auch ein gewisses Durchhaltevermögen. Ja, ja, das sehe ich auch so.
So, und jetzt stelle ich dir die Knallerfrage, die mir eben eingefallen ist. Wenn man beim Gärtnern nie fertig ist, Heike, wie ist denn das dann mit dem Gartenradio? Ist man damit irgendwann fertig? Nein, nein, da werde ich auch nie fertig mit. Manchmal denke ich mir ehrlich gesagt, warum mache ich das eigentlich alles?
Weil es ist wirklich sehr, sehr viel Arbeit, denkt man gar nicht. Ich war neulich mal eingeladen auf so einer Urban Utopia Konferenz hier in Berlin. Da waren so ganz viele Leute, die aus ihrem Bereich erzählt haben, zwei Tage lang. Und da war ich auch eingeladen, über Garten-Podcasts zu erzählen.
Und dann habe ich einfach nur mal eine Folge. Also ich habe ja auch manchmal mehrere Gesprächspartner und so, wie das aussieht. Wenn ich die aufnehme, dann ist das eigentlich manchmal drei, manchmal vier, manchmal fünf Stunden in meinem Schnittprogramm, so ein gelbes Band, sage ich mal, wo man so den Ausschlag sieht.
Du wirst es ja kennen. Und wenn die dann meinen Podcast sehen, dann sind das ganz viele kleine Schnipsel, weil ich habe ja noch meinen Text, den ich reinspreche. Dann habe ich manchmal Atmosphären, die ich noch drunter lege. Dann habe ich Musik, dann habe ich Trainer. Und das ist dann wie so ein kleines Puzzle.
Und das Schlimmste, was ich mal gemacht habe, das war auf der Weltkongress Gebäudegrün in Berlin. Da hatte ich, weiß ich nicht, glaube ich, zehn, zwölf Gesprächspartner, weil ich auch nicht so richtig wusste, wo es hingeht. Und dann habe ich hinterher versucht, einen roten Faden zu finden und habe das dann alles sortiert.
Und wenn man dann sieht, was das alles für kleine Schnipsel sind, damit wieder ein Ganzes draus wird, da sitze ich oft eine Woche dran oder manchmal auch noch länger mit der Vorbereitung. Das glaubt man gar nicht. Aber dann denke ich oft, warum mache ich das?
Und dann ist aber wieder das nächste Thema. Ich habe jetzt schon wieder so viele Themen im Kopf, wo ich denke, da will ich aber hin und das will ich hin, weil das größte Geschenk ist ja eigentlich, dass ich überall hinfahren kann, dass ich da anrufe und dann sagen die Leute: „Ja, kommen Sie doch vorbei.“
Das würde ich ja sonst als Privatheike gar nicht machen. Aber wenn ich als Reporterin unterwegs bin, du wirst es ja selber wissen, du glaubst es ja nicht. Die Leute sind bereit. Und ich frage ja auch viel, viel intensiver, als wenn ich da jetzt privat bin. Ich bin ich gar nicht so offensiv irgendwie.
Aber als Gartenradio-Frau will ich ja immer alles wissen. Und dann öffnen sich die Leute. Und oder jetzt war ich zum Beispiel in Weimar und da kommst du als Besucher gar nicht rein. Da hat mir der naturwissenschaftliche, also der Sammlung der naturwissenschaftlichen Sammlung von Goethe dann die ganzen Schädel gezeigt und so, die Goethe gesammelt hat und Saatgut und Herbarien und so und erzählt mir dann ewig was, so eine Privatführung.
Da denke ich immer, ich bin wirklich so privilegiert. Das ist eigentlich das Schönste, was man so erleben kann für mich jetzt. Und das ist so wie so eine Sucht. Wird bei dir wahrscheinlich genauso sein. Manchmal denke ich, ich mache das jetzt nicht mehr und es ist mir zu viel und so.
Und dann denke ich aber, das und das und das, das könnte ich doch auch noch und das. Und da will ich auch noch hin. Und das ist einfach richtig schön. Ich kann das total nachvollziehen, weil das ist wie so eine Entschuldigung, die man hat, um anderen Leuten auf den Geist zu gehen.
Also man will von denen was wissen, eben was man sich vielleicht im normalen Gespräch, wenn er beim ersten Mal, wenn jemand siehst, wird sie nicht gleich irgendwie solche Fragen stellen, wenn man denn irgendwie, wenn das nicht in so einem Setting ist.
Aber durch dieses Setting ist irgendwie klar: „Okay, wir reden jetzt hier mal und wir reden jetzt auch mal wirklich.“ Und das finde ich, ist so ein Selbstverstärkendes, wie so ein Perpetuum mobile. Weil ich habe eben gedacht, so als du erzählt hast oder als du gesagt hast: „Ich weiß gar nicht, warum ich das mache“, ich frage mich das manchmal.
Habe ich für mich gedacht: „Okay, Heike liebt Pflanzen und Gärtnern und durch den Podcast kann sie diese Liebe ausdrücken und für andere Leute irgendwie hörbar machen.“ Ja, und dann verstärkt sich das natürlich, wenn du dich immer mehr durch eben mit jeder Geschichte irgendwie mehr reinverliebst.
Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Und es ist auch absolut ein Privileg. Also ja, ich kann dich jetzt ja auch ausfragen: „Warum machst du das?“ Und das alles im Fahrrad-Podcast. Das dürfen wir ja nicht vergessen, dass wir da sind.
Ja, und also ich bin ja von Beruf Hörfunkjournalistin und bin auch eine absolute Radiofrau. Und das ist eigentlich auch das, was ich gemerkt habe, dass du so tolle ich sage jetzt mal O-Töne kriegst, weil die Gartenleute, wird bei den Fahrradleuten wahrscheinlich genauso sein, weil die ja so leidenschaftlich dabei sind.
Die reden dann auch so gerne über das, was sie gerne machen und die öffnen sich dir so gerne. Da musst du nicht so wie bei einem Pressesprecher von irgendeinem Politiker so lange rumfragen, bis du überhaupt mal eine echte Antwort kriegst.
Also dass echt ein Mensch aufmacht und sagt: „Ja, das erzähle ich dir jetzt, weil es mir ein Anliegen ist.“ Und das hört man ja. Und dann rasselt schon immer. Dann denke ich schon immer: „Oh, wie schöne Geschichte.“ Weil man hört ja auch, wenn ein Mensch ehrlich was berichtet und von Herzen was erzählt, das hört der Hörer ja.
Du hörst ja im Prinzip jede Stimmung von den Menschen. Die im Radio, da ist man ja viel mehr auf das Wort auch gepolt. Und diese Stimmung ist wahrscheinlich bei den Radfahrern genauso. Die überträgt sich. Und das kann man mit keinem Geld der Welt bezahlen, irgendwie.
Ja, das ist auf jeden Fall so. Und apropos Stimmen. Und da gibt es noch eine Parallele oder eine Schnittmenge, weil das gibt es nämlich auch in der Fahrradwelt. Und das gibt es ja auch zum Beispiel in der Podcastwelt, also hier in den eben detektor.fm Audio Team und an verschiedenen Stellen der Fahrradwelt.
Du hast oder du scheinst auch noch irgendwie eine Leidenschaft für Vögel zu haben, denn du spielst am Ende deiner Ausgaben Vogelstimmen und du nennst dann den Vogel, den wir da hören. Ich weiß nicht, ob du es bei jeder Folge machst, aber bei denen, bei denen ich jetzt reingehört habe, war das so.
Wo kommt das eigentlich her? Bist du auch noch eine dieser Vogelfreundinnen? Ja, es gehört ja alles zusammen. Und ich weiß gar nicht mehr. Ich hatte verschiedene Geräusche, Gartengeräusche. Ich wollte so ein kleines Goodie zum Schluss.
Und mir sagen auch viele Leute, sie raten erst mal immer, mit was das jetzt für ein Vogel sein könnte. Da bleibt ja so 30 Sekunden, hört man das Vogelgezwitscher und dann kommt ja erst: „Das war eine Heckenbraunelle“ oder sonst irgendwas. Und ja, weil wenn man mit Leuten über Natur spricht, dann kommt ja ganz oft ganz schnell: „Ach, wir waren im Wald und die Vögel zwitschern so schön“ und so.
Und ich finde immer: „Ja, aber das sind die Vögel, haben auch Namen. Und es ist auch da ganz schön, mal hinzuhören: Wer zwitschert denn da eigentlich?“ Und das ist ja auch was Wertvolles. Und ich meine, dieses Wort Achtsamkeit, das ist echt überstrapaziert.
Aber dass man auch einfach mal auf den einzelnen Vogel guckt. Und ich hätte auch Insekten, aber die haben nicht so viele unterschiedliche Geräusche. Ich bin ein großer Insekten-Fan, dass man einfach mal sagt: „Ja, guck mal“ oder „hör mal, wer da singt.“ Es ist einfach so eine Wertschätzung, dass man in dieser Vielstimmigkeit den Einzelnen noch mal rausholt.
Und wir wissen ja auch, dass es immer weniger Vögel gibt und die Vögel verstummen. Und so das ist eigentlich auch wieder so ein bisschen so eine Sache, aufmerksam machen und was es da alles gibt. Und die meisten kennen halt vielleicht Spatz und Taube und Krähe und Amsel. Und dann ist Schluss.
Und auch da ist die Vielfalt ja groß. Also und ich finde es einfach auch schön. Es ist so nach hinten raus vielleicht auch so eine kleine Möglichkeit der Entspannung, mal runterkommen. Es ist ja oft viel Input. Und dann sind die Leute, dann kommt ja immer auch noch der Ausblick auf die nächste Folge.
Dann sind sie vielleicht da noch mal wieder ein bisschen bereit, wenn sie noch weiterhören. Aber ich kriege viel Zuschriften, die sich über die Vogelstimmen freuen, tatsächlich. Ja, ich finde es total süß.
Also ich habe mich auch gefreut. Bei uns ist das ja auch so. Bei uns läuft am Ende immer ein Song, weil das hier irgendwie aufgrund irgendwelcher Verhandlungen, die Christian geführt hat, ist das möglich, dass wir genau einen Song spielen.
Und ich finde es großartig. Also manchmal ist es auch dann schwierig, weil dann suche ich ewig: „Was passt denn jetzt hier?“ und dies und das und so. Also den darf sich nicht der Interviewpartner dann wünschen, den Song. Nee, das ist leider nein.
Nee, also es gibt manchmal irgendwie so. Ich recherchiere manchmal im Umfeld oder so, was da passt oder so. Aber das ist, ich glaube, dass man da ein schlechter. Also ich weiß nicht. Das ist, das würde ich lieber, wenn man damit rausgeht, würde ich das lieber hier in unserer Hand haben.
Also es ist jetzt auch nicht so, dass immer alles total mein Geschmack ist, also dass ich das alles schon ewig kenne und so. Aber nee, das ist so, wie du die Vögel aussuchen, wie er das aussucht.
So, Heike, ich könnte noch ewig mit dir darüber sprechen, weil das macht wirklich viel Spaß. Ich muss nur gucken, weil das muss ja noch jemand schneiden. Aber ich habe noch eine ganz wichtige Frage zum Abschluss für dich, weil du bist ja die erste Person, die zumindest in diesem Podcast davon berichtet, dass man ein Fahrrad pflanzen kann.
Und du bist wahrscheinlich auch die erste Person überhaupt, mit der ich mal so Kontakt habe, die das so explizit sagt. Natürlich kann man ein Fahrrad bepflanzen. Und wenn es jetzt Leute da draußen gibt, die denken: „Mensch, das ist doch eine gute Idee, die Heike da hat.“
Du hast ja jetzt schon wirklich viele Pflanzen am Fahrrad durchgetestet. Was kannst du denn empfehlen? Was ist die Einstiegspflanze zur Fahrradbepflanzung? Also auf alle Fälle in den Wintermonaten: Hornfeilchen und Klee sind sehr gut. Es sind generell eher lieber krautige Pflanzen, klein bleibende Pflanzen, nicht so mit hohen Stängeln. Da ist mir schon einiges abgeknickt.
Lavendel geht auch sehr gut, weil der so starke Triebe hat.
Also ich sage mal, Hornfeilchen im Winter ist der Knaller. Aber wenn ich nur eine Sache sagen darf zu Fahrrad und Bepflanzen, weil das ist nämlich noch mein großer, großer Traum.
Da bin ich schon seit ein paar Jahren dran. Ich träume von einer bepflanzten Rikscha, mit der ich rumfahre. Ich habe auch so Bepflanzer. Also man kann ja mit sehr wenig Substrat, es darf ja nicht so schwer werden, auch Fahrräder mit Dach und so bepflanzen und mit Rankpflanzen.
Ich habe schon mal mit einem Rikscha-Anbieter gesprochen, weil ich kann ja nicht auch noch Rikscha fahren. Ich dachte, vielleicht kann ich die dem zur Verfügung stellen. Das funktioniert nicht so richtig, weil wenn da jetzt auch Hochzeiten oder irgendwelche besonderen Sachen sind und du hast dann so eine richtig schöne, blühende, begrünte Rikscha, die dann auch wieder für Vielfalt und Aufmerksamkeit sorgt, die musst du natürlich auch pflegen.
Aber das ist jetzt, wenn ich mal mehr Zeit habe, dann habe ich gedacht, ich möchte gerne eine Elektrorikscha, die bepflanzt ist. Und dann fahre ich mal durch Deutschland, ein paar Monate, und fahre zu Gärtnereien und nehme Leute mit in dieser Rikscha und mache dann noch ein ganz anderes Projekt.
Ich bin noch dran, aber vielleicht kommt es noch. Ihr seid ja dann die Ersten, die es erfahrt. Und das ist echt mein großer Traum: eine bepflanzte Rikscha. Und dann weiß ich noch viel besser darüber Bescheid, was man wie bepflanzen kann, was auch immer geht.
Fällt mir gerade noch ein: Hauswurz. Das sind so kleine Rosetten, sage ich mal. Das sind ganz niedrige Pflanzen. Die kommen auch mit wenig Wasser aus. Die kann man immer drauf pflanzen. Wunderbar!
Wenn du das machst mit dieser Reise mit der bepflanzten Rikscha, dann gibst du mir wirklich Bescheid. Also wir wollen dann wirklich zu den Ersten gehören, die das erfahren. Und dann können wir sicher auch drüber sprechen.
Wer dich bis dahin hören will, der oder die sollte sich entweder zum Podcast Player der Wahl wenden oder zu Garten Radio Punkt FM. Und da könnt ihr Heike zuhören, wie sie zweimal im Monat oder alle zwei Wochen über das Gärtnern und die Welt der Pflanzen spricht.
Im Garten Radio und in dieser Ausgabe des Fahrrad-Podcasts Antritt hat Heike mit mir darüber gesprochen, wie man Fahrräder bepflanzt, was für Parallelen zwischen Gärtnern und Fahrradfahren gibt und wie das ist mit dem Fermentieren in Mecklenburg-Vorpommern.
Heike, ich sage dir ganz vielen Dank für dieses schöne Gespräch. Gerolf, ich sage dir auch ganz vielen Dank und du hast einen Sitzplatz in der Rikscha reserviert. Alles klar, ich komme darauf zurück. Gute Fahrt! Danke, gleichfalls. Tschüss!
Ich habe euch ein paar Folgen des Garten Radios in den Show Notes verlinkt. Und wenn ihr genau hingehört habt, dann wisst ihr nicht nur, welche Pflanzen am besten auf dem Fahrrad wachsen, wo in Mecklenburg-Vorpommern fermentiert wird und wie es um das Ansehen des Gärtnerberufs in Deutschland bestellt ist.
Heike kombiniert auf ihrer Suche nach Gartengeschichten Radfahrten mit Bahnfahrten. Das machen viele Menschen. Und spätestens seit dem letzten Antritt, bei dem es in den ersten 20 Minuten erst mal um alle möglichen Bahn- und Fahrradgeschichten ging und um nicht viel anderes, spätestens seitdem weiß ich, dass ich der Sache auf den Grund gehen muss.
Ich werde mich in einer kleinen Serie hier im Antritt mit dem Radtransport in der Bahn beschäftigen und klären, welche Probleme Menschen damit haben und wo es gut läuft, warum das mit den Fahrradtickets kompliziert ist und warum es so viele verschiedene Radabteile in Zügen gibt, wie sich Fern- und Nahverkehr unterscheiden und noch vieles mehr.
Genauer gesagt könnt ihr mitbestimmen, worum ich mich kümmern werde. Denn ich möchte zunächst erst mal von euch wissen: Welche Erfahrungen habt ihr mit Bahn und Rad gemacht? Wie nutzt ihr diese Kombination in eurem Alltag und auf welche Probleme stoßt ihr?
Was wolltet ihr schon immer mal wissen? Was läuft für euch richtig gut und was könnt ihr einfach nicht nachvollziehen? Das alles möchte ich von euch erfahren. Und ich möchte es nicht vorlesen müssen, sondern ich möchte euch gern hören und ein paar der Töne auch hier im Podcast ausspielen.
Schickt mir darum am liebsten eine Sprachnachricht, wenn es geht, mit eurem Vornamen und der Schilderung eurer Bahnfahrrad-Situation. Und wenn es Probleme gibt, dann sprecht die gern mit rein. Ich werde eine Auswahl dieser Nachrichten hier im Podcast nutzen und mich in der Recherche auch von euren Fragen natürlich ein bisschen leiten lassen.
In den Show Notes findet ihr den Link zu einer WhatsApp-Nummer, unter der ihr uns eure Sprachnachrichten schicken könnt. Und wenn ihr das nicht auf WhatsApp machen wollt, dann könnt ihr die Sprachnachricht natürlich auch gern an antritt@detektor.fm schicken. Dort erreicht ihr uns sowieso mit Anregungen, Feedback und Kritik.
Und wir sind auch auf Mastodon und Instagram. Die nächste Ausgabe dieses Fahrrad-Podcasts, der manchmal auch mit Pflanzeninhalt daherkommt, erscheint am 28. August. Und ich freue mich auf eure Bahn-Stories.
Und das ist natürlich klar: Es gibt wahrscheinlich einiges zu kritisieren am System Bahn und Rad. Aber zumindest ich habe grundsätzlich eine große Sympathie für Schienenfahrzeuge und natürlich auch für Fahrräder.
Und darum recke ich jetzt einfach meinen grünen Daumen und wünsche euch gute Fahrt. Und was ist eigentlich der Gartencruise? Das frage ich Heike einfach beim nächsten Mal. Lasst euch gut gehen und denkt bitte dran: Nur auf zehn Spitzen durchs Tulpenfeld. Bis dann!
[MUSIK: Tiny Tim – Tiptoe Thru‘ The Tulips With Me]