Hier ist der Antritt, der Fahrradpodcast auf detektor.fm, mit der zweiten Septemberausgabe 2026.
Mein Name ist Gerolf Meyer und wir sind in einer besonderen Jahreszeit angekommen. Es ist nicht nur meteorologischer Herbst, und wer am letzten Wochenende, so wie ich, Richtung Westen gefahren ist, der oder die hat es sicher bemerkt: Es ist ganz schön windig gewesen, und zwar von vorn.
Nein, es ist auch Handmade Bike Season, also die Zeit im Jahr, in der handgemachte Fahrrad-Einzelstücke besondere Aufmerksamkeit bekommen. Viele von euch werden das wissen, und einige sind vielleicht gerade auf dem Weg nach Dresden, wo die Rahmenbaumesse Beespoked, wie schon in den letzten Jahren, im Flughafen Dresden zu Gast ist. Doch die Beespoked ist nicht die einzige Rahmenbaumesse, die in diesen Wochen stattfindet.
In Portland, Oregon, im Nordwesten der USA hat Ende August die vierte Ausgabe der Made Handmade Bike Show viele Leute angezogen. Da es mir leider nicht möglich gewesen ist, dort persönlich vorbeizufahren, habe ich für diese Ausgabe wen gefragt, der dort gewesen ist. Das ist jemand, der schon 2016, also vor zehn Jahren, zum ersten Mal hier im Antritt zu Gast gewesen ist: Jan Heine heißt er. Natürlich ist er einer unserer Stammgäste und für diese Ausgabe ist er wieder da.
Ich spreche mit Jan über Made, über handgebaute Räder, auch ein bisschen nerdig über Fahrradgeometrie und über die Frage, wann eine Idee erfolgreich ist, wie sich Erfolg überhaupt definiert und was der Erfolg einer Idee mit den Leuten macht, die sie ursprünglich mal gehabt haben oder sich sehr früh mit ihr beschäftigt haben. Ich wünsche euch viel Spaß mit diesem Gespräch mit Jan.
Wir rollen rein: Antritt. Der Fahrrad-Podcast von detektor.fm. In diesem Podcast haben wir ein großes Herz für schönes Radfahren, und das hat zumindest für mich gern etwas mit langen Strecken, wechselndem Untergrund, vielleicht auch ein bisschen Regen und ein paar Dingen, die ich unterwegs mitnehmen will, zu tun.
Und wenn das Fahrrad, mit dem ich so etwas mache, nicht nur richtig gut funktioniert, sondern auch noch gut aussieht, dann finde ich das besonders schön. Und ich kann sagen, dass einer der Menschen, die mein Bild des schönen Fahrens und des schönen Fahrrads beeinflusst haben, Jan Heine aus Seattle, ist. Denn Jan hat sein Herz vor vielen Jahren, aber mal so richtig doll an schönen und praktischen Rädern verloren.
Das kommt in seinem Magazin Bicycle Quarterly zum Ausdruck, in seinen Büchern und auch in den Produkten, die er unter dem Namen René R Cycles anbietet. Wie jedes Jahr freue ich mich, dass ich in diesem Podcast mit Jan zu einem aktuellen Thema sprechen kann. Und ich sage Hallo nach Seattle an meinem Nachmittag und an deinem frühen Morgen.
Hallo Jan!
Hallo Gerolf. Jan, du bist vor kurzem mit dem Rad von Seattle nach Portland gefahren, um dort die Maid Show zu besuchen. Und ich will mit dir genau darüber sprechen. Für die Leute hier, die keine genaue Karte der USA vor Augen haben: Wie weit ist diese Maid Show?
Ja, also wir sind ja hier oben im Nordwesten der USA, also an der Pazifikküste. Fast schon Seattle ist im Norden, Portland im Süden. So Luftlinie sind das 300 Kilometer, und du kannst auch vielleicht 320 Kilometer an der Küste lang fahren. Aber das ist eben doch die einzige Gegend hier, die dicht besiedelt ist. Da fährst du dauernd durch Städte, an Fabriken, Lagerhäusern, Autobahnen vorbei und so.
Und stattdessen sind wir halt durch die Berge gefahren. Das waren dann 400 Kilometer, und wir haben kaum jemanden getroffen. Und man kann es auch nachlesen bei dir auf dem Blog. Ihr seid, glaube ich, abends losgefahren, wart dann mittags da oder so?
Ja, waren abends da. Also 24 Stunden fast.
Okay, und wie war das so?
Ganz toll! Ja, ich bin also mit einer Bekannten gefahren, die ich also beim Rennen kennengelernt habe, einmal mit XL. Aber da haben wir natürlich nicht viel miteinander sprechen können, und sie war dann am Ende auch etwas schneller und hat mich abgehängt. Aber es hat halt Spaß gemacht.
Wir sind nachts abends aus der Stadt rausgefahren, als schon kein Verkehr mehr war. Und dann eben in die Berge waren bei Sonnenaufgang oben am Mount St. Helens am Krater und sind dann auf einem Wanderweg, der für Mountainbikes auch erlaubt ist, durch den Old Growth Forest, also den Urwald, gefahren. Und ja, dann am Columbia River und abends dann in Portland angekommen.
Ja, da kriegt man so ein bisschen den Eindruck, warum du dort lebst. Vielleicht auch. Hört man, ja, wissen wir ja, du bist in Deutschland geboren und lebst aber seit langer Zeit in Seattle und in den USA.
MADE selbst gibt es seit 2023. Diese Show, da haben wir jetzt noch gar nicht genau darüber gesprochen. Was ist das für eine Show?
Seit 2023? Das ist eine Show für handgemachte Fahrräder. Das gibt es ja hier in den USA seit ein bisschen mehr als 20 Jahren. Die ist halt in Portland. Portland hat ja eine sehr aktive, sehr tolle Fahrradszene. Ja, da kommen halt die Rahmenbauer und die Hersteller von Teilen und so weiter, die da ausstellen.
Aber bei vielen ist es dann eben auch so, dass es wirklich auch ein Treffpunkt ist, wo man seine Freunde trifft, wo man Bekannte trifft, wo man sich einmal im Jahr eigentlich austauscht, Leute, die man sonst nicht so oft sieht. Ja, und nur zur Klarstellung: Wenn du sagst, es gibt es hier seit 20 Jahren, dann reden wir von solchen Messen für handgebaute Fahrräder. MADE gibt es seit vier Jahren, gibt Verbindung zu der vorherigen Show, die es mal gab, die North American Handmade Bicycle Show.
Okay, du hast gesagt, Leute treffen. Ich denke auch, Fahrräder anschauen. Das ist es, warum Leute da hinfahren. Warum fährst du konkret hin? Ist das auch für dich so, dass du sagst, deswegen will ich das machen?
Ja, also beides natürlich: Fahrräder anschauen, Leute treffen. Und wenn man einen Grund hat, um durch die Berge mit dem Fahrrad lang zu fahren, ist das ja immer willkommen. Also ich glaube, da kamen drei Sachen zusammen.
Okay, ja, zum Glück gibt es oft Gründe für sowas. Was hast du in diesem Jahr gesehen? Wie würdest du diese Ausgabe charakterisieren, diese Show?
Ja, das hat also wirklich bei mir doch auch Gedanken ausgelöst, wie sich das handgemachte Fahrrad geändert hat, wie sich auch die Position des handgebauten Fahrrades geändert hat. Vor 20 Jahren, als es losging, da war der Fahrradmarkt so in der Breite eigentlich aufgeteilt in Mountainbikes, Rennräder und dann noch so ein paar Reiseräder irgendwo am Rande.
Und wenn du jetzt, was es damals noch gar nicht als Gravel Rad gab, aber eben ein Fahrrad, ein Rennrad mit breiten Reifen haben wolltest, dann musstest du zu einem Rahmenbauer gehen, der dir das baute. Wenn du ein Bikepacking-Fahrrad haben wolltest, wenn du ein Drop Bar Mountainbike, also ein Mountainbike mit Rennlenker haben wolltest für irgendwelche langen Strecken oder wenn du halt ein Randonneur-Fahrrad haben wolltest, das gab es einfach nicht.
Und da kamen eben aus der handgemachten Szene viele Initiativen, die dann später von der breiteren Fahrradindustrie aufgegriffen wurden. Was macht so eine Entwicklung mit dieser Nische? Und darum geht es ja letztlich bei den handgebauten Rädern.
Vielleicht können wir noch konkretisieren: Es handelt sich ja meist um handgebaute Einzelstücke. Das ist ja naturgemäß so, dass man da keine wahnsinnig hohen Stückzahlen erreichen kann. Und was passiert jetzt, wenn größere Marken diese Ansätze übernehmen, diese technischen Eigenschaften, die du genannt hast, breite Reifen zum Beispiel?
Ja, ich glaube, dass sich die Rahmenbauer dann umorientieren müssen. Ich meine, als ich angefangen habe, ganz früh im Studium, da war für die Rahmenbauer das Verkaufsargument der Fit, also die Anpassung an die Körpermaße. Du konntest halt beim Maßrahmen fünf Millimeter kürzeres Oberrohr haben oder so.
Und wenn du halt bei den größeren Herstellern kauftest, da gab es halt eine Geometrie und das war es. Und so ändert sich das halt immer. Und die Rahmenbauer passen sich halt an. Und ich denke, mittlerweile geht es mehr und mehr in die Kunst, vielleicht sogar fast schon, oder zumindest das Individuelle.
Weißt du, so wie zum Beispiel auch du vielleicht jetzt nicht irgendwelche Turnschuhe von Nike und Adidas oder so kaufen willst, sondern vielleicht irgendwelche japanischen Onitsuka Tiger Schuhe haben willst, weil die einfach ein bisschen anders sind, ein bisschen individueller sind. Und so ist halt das handgemachte Fahrrad, wie du eben gesagt hast, auch schon ein Unikat.
Und da kannst du eben dich auch selber mit etwas mehr ausdrücken und verwirklichen, als zum Beispiel wenn du jetzt ein Serienrad hast, wo du, wenn du Pech hast, auf einer Ausfahrt zwei andere Leute mit dem gleichen Fahrrad kommen.
Und was würdest du sagen, wie gut gelingt das für die Leute, die in den USA oder wahrscheinlich geht es auch darüber hinaus? Ich glaube, waren auch Ausstellende aus Südamerika da und sicher auch aus Kanada und vielleicht auch aus Europa. Ich habe gerade die Liste gar nicht vor Augen.
Wie gut gelingt das denen, diesen Zwischenweg zu machen, den du eben genannt hast? Also quasi von einem funktionalen Argument zu so einem Individualisierungsargument für das Rad?
Ja, ich denke, natürlich müssen beide Aspekte ja gegeben sein, weil selbst ein individuelles Fahrrad muss ja auch funktionieren. Und ich denke, dass es da eine ganze Bandbreite gibt. Es gibt einerseits Leute, die nach wie vor zum Beispiel Gravelräder, waren sehr populär da im Bauen, weil es Leute gibt, die einfach sagen: Ich will jetzt keinen Track oder Specialized oder Canyon kaufen.
Ich will mit jemandem, den ich persönlich kenne, zusammenarbeiten, dass wir eben auch gucken können, was wir an das Fahrrad anbauen und so weiter und so fort, dass man eben nicht so von der Stange das hat. Dann gibt es eben wirklich Räder, die auch völlig individuell sind, so irgendwie Cargo Bikes, die wirklich nicht mal die Rahmenform eigentlich dem entspricht, was du bei anderen bekommst.
Ich denke, da gibt es eine ganze Bandbreite, und das finde ich eigentlich auch unheimlich interessant, dass es da so viel Auswahl gibt. Du kannst zum Beispiel ein Bekannter von mir oder ein Freund, Tony Pereira, Breadwinner, der hat, ich würde nicht sagen Standardmodelle, aber doch eben so in gewissem Maße kannst du dir überlegen, was du machen willst.
Dadurch hast du natürlich dann auch ein Endprodukt, also ein Fahrrad, was getestet ist, was eben auch funktioniert. Wenn du ein Unikat hast, ist natürlich auch immer die Gefahr, dass du den ersten Prototypen hast.
Ja, ich wollte auch gar nicht sagen, dass es nur um diese Differenzierung also um diese Individualisierung geht. Also natürlich geht es da auch ganz viel um Funktionen. Aber du hast ja schon gesagt, es ist heute im Vergleich zu vor 20 Jahren vielleicht so eine Situation, dass der Massenmarkt sozusagen viel breiter aufgefächert ist und diese Handmade-Szene vielleicht mal ein bisschen eine andere Rolle hatte.
Auf jeden Fall. Meine Frage wäre jetzt: Kannst du dir vorstellen, dass es wieder so ein funktionales Argument gibt oder eine funktionale Eigenschaft, eine technische Eigenschaft von Rädern, die wieder eine ist, wo sich diese Handmade-Szene wieder profilieren kann, wo sie dem Massenmarkt voraus ist?
Ja, auf jeden Fall. Also dieses Jahr waren die 32 Zoll Räder halt groß. Diesen Massenmarkt zwar schon hier und da gibt, aber eben noch nicht richtig. Und wenn du halt der Erste sein willst, der so ein Rad hat, dann kann halt ein Rahmenbauer da viel schneller reagieren.
Da braucht nicht eine lange Vorlaufzeit zu haben. Da brauchen keine Formen für Carbonrahmen hergestellt zu werden und so weiter. Also das ist schon ganz interessant. Eben auch die müssen natürlich dann die Rahmenbauer müssen dann auch die Probleme lösen, wie man zum Beispiel eine Geometrie für so große Räder macht, ohne dass jetzt nur Riesen auf das Fahrrad passen und wie man die ganzen neuen Sachen da im Prinzip löst.
Und ich kann mir auch vorstellen, dass da die breite Industrie schon mal ein bisschen hinguckt und sieht, was machen die denn? Wie ist das denn? Und so und da eben auch gewisse Anregungen bekommt.
Wie schaust du persönlich auf 32 Zoll? Also du hast dich ja sehr viel mit verschiedenen Laufradmaßen, Reifenbreiten, allen möglichen Eigenschaften von Reifen auseinandergesetzt, schon seit Jahrzehnten. Was ist dein Blick auf 32 Zoll?
Es ist sicher eine interessante Entwicklung. Einerseits fragt man sich natürlich, warum es so lange gedauert hat, bis jemand auf die Idee gekommen ist: Wenn 29 Zoll schneller ist als 26 Zoll, wäre für mich der erste Ansatz gewesen: Ja, dann probieren wir halt mal 30 und 31 und 32 Zoll, weil man will ja eigentlich ausloten, wo die Grenze ist.
Aber naja, gut, jetzt sind wir halt hier und haben 32 Zoll Räder. Wie soll ich das sagen? Ich denke, das gibt sich einen Platz für diese Räder. Nicht unbedingt, weil sie vielleicht schneller fahren, weil also da gibt es bisher noch keine Belege.
Also ich bin mit dem 26 Zoll Rad nach Portland gefahren, nicht aus Protest, sondern weil das einfach mein Fahrrad ist, was am schnellsten und am besten für das raue Gelände ausgelegt ist. Aber andererseits ist es eben so, dass das Handling, also wie das Fahrrad sich in die Kurve legt, wie das Fahrrad im Wieg getreten fährt, all diese Dinge werden durch die Laufradgröße stark beeinflusst.
Da gibt es sicher eine ganze Bandbreite von Vorlieben, würde ich sagen. Also so wie eben auch manch ein breiten Lenker oder einen schmalen Lenker haben will. Und da gibt es eigentlich keine Regel. Da kannst du nicht sagen, schmaler Lenker ist besser, ein breiter Lenker ist besser. So denke ich, wird das mit den Laufrädern auch sein.
Jan, du traust dich ja, was in diesen Zeiten zu sagen, dass 26 Zoll das Rad ist, was am besten dafür geeignet ist. Das ist nur was, wo viele Leute, also gerade wenn man den Trend zu 32 und die Diskussion darum begleitet, ist das für viele Leute sicher überraschend auf eine Art.
Wie würdest du das argumentieren? Warum ist das für dich für diese Anwendung, du hast ja vorhin auch schon gesagt, das war so leicht mountainbike-trailiges Gelände. Warum ist es für dich persönlich für diese Anwendung das passende Rad?
Das ist doch interessant. Ja, ich komme also vom Straßenrennen. Ich bin also lange Rennen gefahren, und für mich ist eigentlich das Rennrad so, sagen wir mal, mit 28 oder 30 Millimeter Reifen fast das Optimum vom Fahrgefühl, wie es sich in die Kurve legt und so.
Zum Beispiel, wir fuhren zum Columbia River runter, und da ist auf 16 Kilometern die Straße 800 Meter runter und halt unheimlich viele Kurven und so. Und da will ich halt ein Fahrrad haben, das sich wendig in die Kurven legt und so.
Warum 26 Zoll? Weil du dann eben die Kreiselkraft ungefähr die gleiche hast wie mit 700c 30 Millimeter Reifen. In meinem Fall sind es halt 54 Millimeter Reifen. Die sind erstmal größer, sowieso die sind etwas schwerer, nicht viel, aber ein bisschen.
Und wenn du die Kreiselkräfte ausrechnest, kommst du ungefähr auf das gleiche. Du hast bei den kleineren Laufrädern auch den Vorteil, dass der ganze Rahmen kürzer ist. Du hast also weniger Probleme, den Hinterbau steif zu machen. Du hast mehr Reifenfreiheit, weil das Laufrad halt kleiner ist und weiter hinten sitzt.
Also du kriegst ein leichteres Fahrrad, du kriegst ein wendigeres Fahrrad, du kriegst ein stabileres Laufrad. Es gibt viele Vorteile. Der Nachteil laut vieler Leute ist halt, dass es nicht so gut über große Huckel rollt. Aber wir haben das getestet, und zumindest auf den Huckeln, die man so auf Schotter und Kopfsteinpflaster findet, ist das nicht der Fall.
Weil eben, jetzt gehen wir in die Technik. Ich wollte eigentlich über MADE sprechen. Naja, also wenn man sich so ein Fahrradreifen anguckt, der ist ja mit Luft gefüllt, und der ist unten flach, wo er auf der Straße aufliegt. Und die Unebenheiten werden im Reifen absolviert. Deshalb ist ein luftgefüllter Reifen so schnell.
Wenn du jemals mit einem alten Handwagen gefahren bist oder so einer Kutsche aus dem Wilden Westen, die du angeguckt hast, die haben riesig große Räder, weil die wirklich über alles rüberhäupeln müssen. Aber wir häupern halt nicht über Sachen rüber, sondern wir gleiten drüber, und der Reifen nimmt das auf.
Das heißt also, wenn du einen breit genug Reifen hast mit niedrig genug Luftdruck, dann kannst du über Kopfsteinpflaster fahren, hoffentlich ohne dass das Fahrrad hoch und runter hüpft. Und damit ist die Laufradgröße egal.
Und das mit den Kreiselkräften, die du erwähnt hast, ich versuche das mal noch ein bisschen zu vereinfachen. Wenn man sich jetzt noch nicht mit dem Thema auseinandergesetzt hat, bedeutet das also, jeder von uns kennt es ja: Wir nehmen irgendwie ein Rad in die Hand, dann drehen wir das, und dann hat der Reifen dieses Ist es ein Moment? Ja, klar. Und es ist immer schwieriger, ihn auszulenken.
Heißt das, dass ein kleineres Rad wendiger ist und dass deswegen dein Fahrrad wendiger ist? Und wenn du den Reifen dicker machst, dann eben nicht hoppeln musst, sondern der Reifen die Unebenheiten absorbiert, ist das die Idee? Dass du quasi sagst, das ist genau die Idee?
Und natürlich kann ich mir vorstellen, dass jemand anders zum Beispiel ein fachstabileres Fahrrad haben will. Der sagt: Ich will nicht so ein wendiges Fahrrad haben. Das macht mir Angst, wenn ich in der Kurve plötzlich am Lenker ein bisschen wackele und das Fahrrad gleich nach rechts und links fährt.
Oder andere Leute, zum Beispiel Natsuko hier bei mir, die hat einen sehr guten Gleichgewichtssinn. Die fährt mit 26 Zoll Rädern und 30 Millimeter Breite. Also was für mich schon ein bisschen arg wendig ist, da sagt die: Das ist optimal.
Ist interessant, weil wir ja in der Entwicklung zum Beispiel des Gravel Bikes, die wir vorhin auch schon angesprochen haben, so einen Trend auch dazu haben, dass zum Beispiel Lenkwinkel flacher werden. Da wird manchmal der Nachlauf, über den wir auch schon gesprochen haben, oder die Vorbiegung wird korrigiert, um den Nachlauf irgendwie anzupassen.
Aber es geht oft in der Argumentation, wenn man sich Artikel durchliest, Tabellen anschaut, Videos schaut, geht es um Fahrstabilität, gerade bei höheren Geschwindigkeiten. So wird das argumentiert. Wendigkeit kommt mir fast wie das Gegenteil vor.
Warum ist dir Wendigkeit wichtig?
Naja, ich fahre um eine Kurve und plötzlich wird der Radius ein bisschen enger, und dann muss ich anpassen. Das ist wie beim Sportwagen. Der ist auch wendig. Aber es gibt eben auch Leute, die sagen: Ich fahre lieber mit einer Reisendimusine, wo du am Steuerrad drehst und erst mal nichts passiert.
Und ich muss sagen, die neueren Gravel Bikes sind aber eher wendiger als die älteren, weil eben der flache Lenkwinkel diesen Wheel Flop, also die Servolenkung, im Prinzip verstärkt, weil sich das Fahrrad vorne absenkt, wenn du den Lenker drehst.
Und je flacher der Lenkwinkel ist, desto mehr senkt sich ab. Das heißt, dein Gewicht drückt den Lenker zur Seite, wenn du anfängst zu lenken. Und ich muss sagen, die neuen Gravel Bikes fahren sich also so gut.
Das ist eben auch wieder ein Grund, warum ich plötzlich zweifle, nicht zweifle, aber eben sehe, dass du aus rein technischen Gründen kaum noch ein handgemachtes Fahrrad brauchst.
Und alle, die sich da genauer mit beschäftigen wollen, mit so etwas wie Wheel Flop, absenken, aufrichten, Nachlauf und so weiter, die können unser Gespräch hören, das ich verlinke in den Show Notes.
Aber es ist ja auch interessant, du kommst ja von der MADE. Du hast auch ziemlich angetan davon geschrieben auf deinem Blog, aber sagst jetzt: Okay, eigentlich brauchst du so ein Fahrrad gar nicht mehr.
Nee, aber du brauchst halt auch keine besonderen Turnschuhe. Ich meine, du kannst auch mit den normalen Turnschuhen auf dem Kaufhaus rumlaufen. Aber im Endeffekt ist das ja auch für uns mehr als nur ein Fortbewegungsmittel, das Fahrrad.
Das stimmt. Und ich frage natürlich ein bisschen naiv und provokant, weil ich denke schon, dass es auch erstens ein super Argument ist, zu sagen: Okay, ich will dieses Rad für mich haben, in der Lackierung, in der Auslegung.
Und ich denke, dass es auch bei so vielen Funktionen, die so ein Fahrrad übernehmen kann und so für speziellen Einsatzzwecken, dass es da ja immer auch irgendwie einen Ansatz oder eine bestimmte Kombination von Eigenschaften gibt, die ich vielleicht nicht in der Großserie bekommen kann.
Genau. Stell dir vor, du willst jetzt ein Fahrrad haben, was analog ist, wo du keine Hydraulik hast, wo du keine Elektrik hast und so weiter. Weil ich muss sagen, also zum Beispiel mein Fahrrad, das hatte ich halt seit dem Oregon Cascade Volcanic Arc FKT, was heißt das: Fastest Known Time, nicht mehr gefahren, weil das ist halt mein Fahrrad fürs raue Gelände.
Da habe ich halt Duft reingetan, habe geguckt, ob die Kette noch Öl drauf hat und bin losgefahren. Wenn das jetzt mein elektrisches Fahrrad, dann muss ich überlegen: Hat die Batterie noch genug Kapazität? Weil die ist mittlerweile vier Jahre alt.
Wir reden von elektrischer Schaltung oder?
Ja, elektrische Schaltung, Entschuldigung, nicht elektrisches E-Bike. Nein, nur zu Glasstoff. Genau.
Und wie sieht es mit den Bremsen aus und so? Ist das Hydraulik noch in Ordnung und so weiter und so fort? Und wenn du sowas halt haben willst heutzutage und nicht ein Einsteigerrad haben willst, was halt viele Kompromisse hat, dann gehst du eben auch zum Rahmenbau.
Also ich würde sagen, da gibt es schon funktionale Sachen. Und natürlich, wenn du ein Randonneur-Fahrrad haben willst, wie bei euch so von Fern oder von Meerglas gebaut wird oder hier von Peter Weigl und Corey Thompson, die gibt es sowieso im Mainstream nicht. Da musst du sowieso dann zum Rahmenbau gehen, der darauf spezialisiert ist.
Und mit einigen von den genannten haben wir hier auch schon gesprochen, also mit zwei, glaube ich, habe ich mir gerade notiert im Kopf. Auch die Gespräche werde ich verlinken.
Und mir ist da so ein bisschen so eine Parallele aufgefallen, denn wir haben jetzt darüber gesprochen, dass es diese handgemachten Räder schon seit einer ganzen Weile gibt. Die werden seit einer ganzen Weile auch auf solchen Ausstellungen ausgestellt.
Und es gab eine Zeit, da hat man bestimmte technische Lösungen nur dort bekommen. Inzwischen gibt es sie auch bei größeren Marken in dem Massenmarkt. Und letztendlich haben sich diese Ansätze, solche Räder zu bauen, also zum Beispiel Räder mit breiten Reifen, die haben sich durchgesetzt.
Nun bist du zur MADE gefahren, nicht als Fahrradhersteller, aber als Komponentenhersteller. Deine Marke René R Cycles, die hieß früher mal Compass Cycles. Und unter diesem Namen hast du sehr früh angefangen, breite Reifen an schnellen Allzweckrädern zu propagieren.
Ihr habt da verschiedene Modelle entwickelt. Ihr bietet sie in vielen Größen, Breiten und Karkassen an. Und inzwischen ziehen immer mehr Hersteller nach. Auf der MADE gab es auch neue Modelle, die da vorgestellt wurden. Ich habe auch gerade hier vor unserem Gespräch noch eine Meldung gelesen, dass ein anderer Hersteller jetzt auch seine breiten Reifen sozusagen erneuert hat.
Und du hast dieser Tage erst einen Blogpost zur Wide Tire Revolution veröffentlicht, an der ihr maßgeblich beteiligt seid. Wie schaust du auf diese Entwicklung? Ist das jetzt eine gelungene Revolution, wenn da andere mit dazukommen oder immer mehr andere dazukommen?
Ja, auf jeden Fall. Ich meine, als es damals losging mit der Revolution, also vor 20 Jahren, war das ja ziemlich genau. Da haben wir Reifen getestet. Eigentlich hatten wir gar nicht damit gerechnet, dass dann eine Revolution rauskommen würde, sondern wir wollten einfach nur wissen: Wir fuhren damals schon etwas breitere Reifen als normal, und da gab es gar keine Testergebnisse.
Jeder hat immer nur die 23 mm Brennreifen getestet. Und ja, da haben wir halt festgestellt, dass breite Reifen damals noch theoretisch genauso schnell sein können wie schmale Reifen, weil eben der hohe Luftdruck nicht nötig ist, um den Reifen schnell laufen zu lassen.
Früher hat man ja immer den Reifen bis fast zum Bärsten vollgepumpt, damit er schnell lief. Und als wir festgestellt haben, weil wir eben auch für die Straße getestet haben, nicht auf dem Rollenprüfstand, dass man den hohen Luftdruck gar nicht braucht, daraus ergab sich dann, dass man breite Reifen machen konnte mit einer flexiblen Karkasse von einem Rennreifen.
Und dieser breite Reifen eben bei niedrigem Luftdruck theoretisch genauso schnell laufen müsste wie ein schmaler Reifen.
. Und dann bin ich zu den Reifenherstellern gegangen und habe gesagt: „Guck mal, was wir herausgefunden haben!“ Macht diese breiten Reifen! Alle haben natürlich gelacht und gesagt: „Ja, wenn da irgendwelche jungen Leute in Seattle da irgendwas rausfinden, da werden wir nicht unser Programm umstellen.“
Und dann haben wir es halt selbst gemacht, weil wir die breiten Reifen für uns haben wollten und weil wir eben auch dachten, dass es viele andere gäbe, die die breiten Reifen haben wollen. Und dass man heute eben in ein Fahrradgeschäft gehen kann und nicht mehr zwischen einem Rennrad, einem Mountainbike und vielleicht einem Reiserad wählen muss, sondern dass man ein Gravelbike kriegen kann, dass man alle Reifengrößen kriegen kann.
Das ist schon toll, weil einfach dadurch das Radfahren für die meisten Radfahrer eben doch mehr Spaß macht. Es gibt ja kaum jemanden, der heute noch mit 23 Millimeter Reifen und neun Atü rumfährt oder neun Bar rumfährt, sondern selbst bei der Tour de France ist die letzte Etappe auf Kopfsteinpflaster gefahren worden, was ja früher nur bei den Klassikern war.
Und das hat schon Freude gemacht, wenn man sich dann ansah, wie die den Montmartre hoch und runter fuhren auf dem Kopfsteinpflaster, praktisch als ob das eine geteerte Straße sei. Oder eben auf ihren 30 Millimeter Reifen mit dem halben oder weniger als dem halben Luftdruck, den sie vor 20 Jahren noch drin hatten.
Ja, also wir kommen ja mit schöner Regelmäßigkeit natürlich auf dieses Thema und können eigentlich immer feststellen: Okay, die Reifen sind breiter geworden. Aktuell sind wir so bei den letzten Meldungen, den letzten Neuvorstellungen in den letzten Wochen bei Rädern mit einer Reifenfreiheit von 57 Millimetern. Das ist vor fünf Jahren noch, würde ich mal sagen, nahezu unvorstellbar gewesen, zumindest dass es von großen Herstellern gibt.
Auf jeden Fall. Das Fahrrad, das ich gefahren bin, ist sechs Jahre alt mittlerweile mit 54 Millimeter Reifen. Ja, du warst natürlich früh auf dem Eis. Nun frage ich mich aber trotzdem so ein bisschen oder würde es gerne ein bisschen besser verstehen, wie man sich jetzt fühlt.
Also du bist sicher, das kann man mit Fug und Recht sagen, du bist einer derjenigen, die dieses Thema ganz früh nicht nur entdeckt haben, sondern da entwickelt haben, das propagiert haben, auch in der Zeit, wo es diese ganzen anderen Räder nicht gab. So, und jetzt bist du aber nicht nur jemand, der über diese Räder schreibt, der historische Räder ausfindig macht, über die schreibt, über die geometrischen Eigenschaften und Feinheiten schreibt, sondern du bist auch jemand, der diese Reifen herstellt.
Jetzt wird diese Idee populärer. Irgendwas scheint da dran zu sein, scheint zu verfangen und ist inzwischen in der Situation, über die wir hier seit einer ganzen Weile sprechen. Jetzt frage ich mich: Bist du froh darüber? Bist du quasi so ein bisschen stolz, dass du da deinen Anteil mit dran hast? Oder ihr als Firma und ihr als Redaktion?
Oder ist es auch so, dass du sagst: Eigentlich wirtschaftlich ist es auch ein bisschen schwieriger für uns geworden, weil es ja klar, ihr habt jetzt viel größere Konkurrenz. Ne, also das würde ich nicht sagen, weil wir haben zwar eine größere Konkurrenz, aber wir haben ja auch einen viel größeren Markt.
Ich meine, früher musstest du ja fast einer Sekte beitreten, bevor du den breiten Reifen da irgendwie als jeder noch sagte: „Ja, das ist ja Quatsch und das geht ja gar nicht“ und so weiter und so fort. Da waren wir zwar die einzigen, vielleicht die sowas angeboten haben, aber es gab ja auch relativ wenig Leute, die sowas wollten.
Und im Prinzip ist das wie beim Fahrradrennen. Auch wenn du jetzt sagen wir mal auf irgendein Provinzrennen gehst und du gewinnst das Rennen, das ist ja schön und gut, aber jeder träumt ja davon, doch irgendwie ein großes Rennen zu gewinnen, Meister zu werden oder sowas und sich eben der Konkurrenz zu stellen.
Und so sehen wir das auch. Wir haben ja immerhin 20 Jahre Vorsprung im Vergleich zu vielen anderen, die jetzt auf den Markt kommen. Und ich denke, das zeigt sich bei unseren Reifen dann eben schon, dass sie nicht nur schnell sind, sondern eben auch pannensicher sind, dass sie eben, ja, wie soll man sagen, jedes Produkt ist ja ein Kompromiss.
Wir könnten die Reifen schneller machen, wir könnten sie leichter machen, wir könnten sie pannensicherer machen. Aber wo jetzt wirklich das ausgewogene Mittelmaß ist, wobei bei uns natürlich die ganze Bandbreite ist. Wir haben vier Karkassen, damit jemand, der wirklich den schnellsten Reifen haben will, den X Troy Lite, den ich nach Portland gefahren bin, das ist natürlich ein anderes Produkt als zum Beispiel ein Endurance Plus.
Aber immerhin, diese Kompromisse, die ja in jedem Produkt irgendwo drin sind, ich denke, dass wir uns da der Konkurrenz stellen können. Ich meine, unsere Reifen haben die amerikanische Gravel Meisterschaft gewonnen vor zwei Jahren und dieses Jahr die Tour Divide und letztes Jahr mit Marei das Atlas Mountain Race und so.
Also ich habe da keine große Angst vor der Konkurrenz und das spornt uns natürlich dann auch an, weiterzuentwickeln, weiterzutesten, weiterzumachen. Das wollte ich dich gerade fragen, weil das ist ja das, was im Idealfall aus so einer Konkurrenzsituation entsteht, dass sich irgendwie die Produkte weiterentwickeln und verbessern.
Ist es auch so, dass ihr da quasi dran seid und vielleicht auch ein bisschen gezwungenermaßen natürlich euch weiterentwickeln müsst? Nicht gezwungenermaßen, weil ich will ja guck mal, wenn ich so eine FKT, eine Fastest Non Time, aufstellen will, da brauche ich ja die besten Reifen.
Ich denke, der Grund warum ich gegen Rennfahrer, die also auf kurzen Strecken viel, viel schneller sind als ich, da Bestand halten kann, liegt einfach daran, dass wir die Technik ausgereift haben. Und da will man natürlich immer weitermachen. Wenn du jetzt gerade, ich würde sagen, im Gravel-Bereich ist die Technik eher noch wichtiger als auf der Straße. Wenn du da mithalten willst.
Und im Prinzip macht es ja auch Spaß, je schneller dein Fahrrad fährt. Also ich denke, dass wir immer schon weiterentwickelt haben. Ich war jetzt letzte Nacht gerade wieder am Reifentesten. Hier war plötzlich, als ich ins Bett gehen wollte, überhaupt kein Wind. Und da habe ich gedacht: Dann testen wir schnell die neuen Prototypen.
Und ich habe hier so einen Hügel, wo man halt runterrollen kann und die Zeit nehmen kann im Dunkeln, im Notfall auch. Und ja, das macht schon Spaß. Ich meine, am nächsten Morgen war ich dann etwas müde, weil ich erst um drei Uhr ins Bett gekommen bin. Aber da ist doch eine gewisse Leidenschaft hinter.
Und ich denke, die spornt uns mehr als jetzt irgendeine Konkurrenz von Marketingleuten. Ja, das finde ich eine schöne Vorstellung, dass du dich ein bisschen müde getestet hast, nachts um drei.
Eigentlich erzählen wir hier seit einiger Zeit auch in diesem Gespräch so diese Erfolgsgeschichte des, ich sage mal, des breitreifen Rennrads mit all seinen Spielarten, sei es nun Gravel Bike, Allroad Bike oder wie wir das alle nennen. Aber mir ist auch aufgefallen, es gibt in dieser Erfolgsgeschichte eine Unregelmäßigkeit.
Und zwar ist das ein bestimmtes Format, 650B, also eine eigene Laufradgröße. Die meisten Leute werden das wissen, wird manchmal auch als 27 5 Zoll bezeichnet, liegt so ungefähr zwischen 26 Zoll und 28 Zoll. Und das ist eine Reifengröße, die durchaus Vorteile hat, gerade auch zum Beispiel für kleinere Menschen.
Das heißt, das, was du vorhin Sekte genannt hast, finde ich, muss man ja mal noch in Erinnerung rufen. Es geht ja hier nicht darum, irgendeinem Reifen zu huldigen, weil es ein Reifen ist, sondern es hat ja funktionale Argumente. Und gerade deswegen wundert es mich ein bisschen, dass 650B bei so vielen Herstellern wieder aus dem Programm fliegt.
Was ist da los? Warum ist 650B? Das Fahrrad ist ja auch irgendwo Modeerscheinungen unterlegen und die Hersteller wollen ja immer das Neueste und Beste anbieten. Eine Zeit lang war das 650B, weil eben die Leute vielleicht ein Rad mit großen Laufrädern hatten und dann sagt man: „Du musst eins mit kleinen kaufen, weil das besser ist.“
Und mittlerweile sind halt die Größen besser. Jetzt kommt 32 Zoll. Wir haben auf unserer letzten Auffahrt ein bisschen gewitzelt, dass wenn 32 Zoll dann erst mal sich richtig durchgesetzt hat, größer ja kaum möglich ist, weil wirklich man an die Grenzen stößt, was die meisten Leute noch fahren können, dass man dann vielleicht auf 26 Zoll geht, weil man plötzlich eben entdeckt, dass die kleinen Laufräder eigentlich wendiger sind und schneller fahren oder genauso schnell fahren und die Hinterbauten kürzer sind, die Laufräder stabiler sind, all das, was wir schon erwähnt haben.
Irgendwie dreht sich das im Kreise. Guck mal, wir hatten vor zehn Jahren, waren die Kurven länger. Jetzt werden sie kürzer. Die Lenker wurden breiter. Jetzt werden sie schmaler. Und immer gibt es technische Argumente dafür.
Ja, jetzt kann man auf diese Entwicklung, also diesen Rückgang bei 650B, aus verschiedenen Perspektiven schauen. Vor einer Weile hatte ich hier ein Gespräch mit unserem Technikfreund Jens Klötzer über an Körpergrößen angepasste Radgeometrien. Da sind wir eigentlich zu dem Schluss gekommen: Okay, es wäre eigentlich konsequent, wenn es nicht nur verschiedene Rahmengrößen eines Modells gäbe, sondern wenn die verschiedenen Rahmengrößen auch verschiedene große Laufräder hätten.
So, das ist die eine Sicht darauf. Die andere ist die, dass dann gesagt wird: „Naja, die Nachfrage nach 650B ist einfach nicht mehr vorhanden.“ Das liest man auch. Wie ist das konkret bei euch? Kannst du das auch beobachten, dass diese Größe, solche Größen, dass die zurückgehen? Oder ist das etwas, was ihr gar nicht erlebt? Oder habt ihr vielleicht sogar einen Aufschwung in der Größe, weil die Leute nicht mehr woanders versorgt werden?
Das gleicht sich aus. Also ich denke, bei uns ist es ziemlich konstant, weil, wie du sagst, eben die Leute haben die Räder mit den 650B Laufrädern. Und wir in der Industrie denken ja immer, das Neueste wäre das Beste. Und in einem Jahr denken wir, alle Leute fahren vielleicht mit 32 Zoll Laufrädern.
Aber wenn du wirklich mal guckst auf der Straße, die meisten Leute haben ja Fahrräder, die vier, fünf Jahre alt sind. Und das ist ja auch gut so. Ich meine, wir wollen ja nicht immer nur konsumieren. Und die Räder brauchen halt Reifen. Da gibt es halt jetzt weniger und weniger Angebote und bei uns eben mehr.
Und zum technischen Argument stimme ich dir also voll zu. Also Natsuko hat hier ihr neues Open bekommen und sie hat das alte Modell sich ausgesucht, weil das eben 650B Laufräder hat. Weil bei ihrer Körpergröße von, ich weiß nicht, 155 Zentimetern, also 1,55 Meter, da ist das Steuerrohr sowieso schon so kurz wie möglich.
Und wenn sie jetzt größere Laufräder hätte, dann müsste der Lenker halt nach oben gehen. Ob das jetzt für das Fahrverhalten gut ist oder nicht, da sind dann die Kompromisse doch sehr groß, muss ich sagen. Kann ich dem entnehmen, dass ihr 650B sozusagen treu bleiben werdet?
Ja, ja, ich meine, wir machen ja so 26 Zoll Reifen. Okay, dann bin ich gespannt, was da passiert. Ob es vielleicht doch noch Neuentwicklungen gibt, sogar im Bereich 650B, denn die Größe hat ja ihre Vorteile.
Und ich möchte mit dir noch kurz auf ein anderes Thema kommen, denn wir sprechen hier letztlich über Innovationen in der Welt des Fahrrades. Und einer der Innovatoren, einer der Vorreiter für eigentlich gleich mehrere Radtypen, für das Mountainbike und das Gravelbike, das ist Charlie Cunningham gewesen.
Ich habe im Sommer 2024 mit seiner Frau Jackie Phelan unter anderem über die Liebesgeschichte der beiden, aber auch über die Räder, über den Sport, über das Rennen gesprochen und noch viel mehr. Und Charlie ist nach langer Krankheit am 2. Juni diesen Jahres, also 2026, gestorben.
Du hast Charlie und Jackie mehrmals getroffen, du hast über die Räder der beiden geschrieben. Wie hast du Charlie erlebt? Ja, also Charlie war sicher einer der ganz Großen. Er war wirklich jemand, der völlig losgelöst von allen Trends eigene Gedanken hatte. Seine Fahrräder waren ganz toll.
Ich bin zwar nie lange mit einem gefahren, aber ich hatte zumindest das Glück, als wir Jackies berühmtes Otto-Fahrrad mit dem sie die ersten drei Mountainbike-Also Norwa US Meisterschaften und damals gab es ja keine Weltmeisterschaften, das war also im Prinzip die Weltmeisterschaft gewonnen hat. Mit dem bin ich ein bisschen gefahren. Tolles Fahrrad.
Also wenn ich ein klassisches Mountainbike haben könnte, wäre es wahrscheinlich ein Cunningham. Ich habe den Eindruck, dass dieser Tod, sein Tod, dich auch persönlich mindestens mal betroffen gemacht hat. Ihr habt bei euch auch Geld gesammelt für Jackie.
Wie wirst du dich an Charlie erinnern und wie sollte man sich an ihn erinnern? Natürlich hat mich das getroffen, weil das eben nicht nur Leute sind, die man im Geschäftlichen kennt, sondern das sind eben wirkliche Freunde.
Also wenn Natsuko und ich da zu Besuch waren und oben im Baumhaus auf der Terrasse Abend gegessen haben und so, das sind Erinnerungen, die eben über das Fahrrad weit hinaus gehen. Und ich denke, Charlie sollte man erinnern als jemand, der wirklich eine unheimliche Lebensfreude hatte.
Der hat eben Fahrräder bauen wollen, weil er mit dem Fahrrad ins Gelände fahren wollte, weil er wohin wollte, wo kein Fahrrad hinkam. Und da hat er dann eben sich überlegt, wie kann man das alles besser machen. Er hat die Aluminium-Fahrräder relativ früh propagiert und seine Aluminium-Fahrräder waren auch ganz anders als die anderen.
Er hat immer schon Rennlenker am Mountainbike montiert, weil er sagt, dass es eigentlich viel besser wäre. Und Jackie erzählt dann immer, wie die anderen Hersteller alle ganz sauer waren, weil das Mountainbike damals eigentlich das Gegenstück zum Rennrad sein sollte.
Und ja, in den USA war die große Rennradwelle in den 70er Jahren gewesen und jetzt das Mountainbike die neue Welle. Und da wollte man sich absetzen vom Rennrad und deshalb musste das Mountainbike einen flachen Lenker haben. Und Jackie sagt, der Rennlenker war für sie viel besser.
Ich meine, damals war es ja auch so, die Mountainbike-Rennen waren ja eher Gravel-Rennen. Da ging es ja häufig, gerade hier im Westen der USA, auf alten Forstwegen und so. Reeper, der berühmte Kurs, ist ja auch kein Singletrack, sondern im Prinzip eine Straße für Jeeps und so, um die Waldbrände zu bekämpfen.
Und da war er einfach Querdenker. Er hat neue Bremsen entwickelt, hat dann die neuen Bremsen weiter verbessert. Das hat damals die Leute bei Suntour etwas geärgert, dass er nie aufgehört hat zu tüfteln. Die kamen mit der neuen Bremse und Charlie hat mir erzählt: „Ich habe denen dann gesagt, die neue Bremse müssen wir eigentlich gleich wieder rausschmeißen und eine neue neue Bremse machen.“
Und die hatten natürlich alles in die Produktion investiert und konnten jetzt nicht so schnell umschwenken. Also er war schon ein Unikat und war bei allem unheimlich liebenswürdig und großzügig und war einer der ganz tollen. Vielleicht ist das auch der Grund, warum er im Geschäftlichen nicht so erfolgreich war.
Er war zwar schon erfolgreich, aber eben nicht wie jetzt andere, die wirklich die großen Namen sind, die jeder kennt, weil er eben lieber bei sich in der Garage getüftelt hat, als jetzt auf Messen zu gehen und allen zu erzählen, wie toll er doch sei.
Ich habe ihn sehr freundlich wahrgenommen, mit so einer gewissen Grundfröhlichkeit, so einem Menschen. Und interessant, dass du das sagst mit dem Erfolgreich. Ich finde, wenn man sich die Ideen anschaut, seine Ideen, damit ist er auf jeden Fall erfolgreich und wird da von Leuten, die sich so ein bisschen auskennen, genannt.
Wenn man das wirtschaftlich sieht, ist das sicher noch eine andere Sache. Also Cunningham ist nicht die große Marke geworden und seine Firma, an der er mitbeteiligt gewesen ist, damit hatte er leider dann auch nichts mehr zu tun und nicht mehr von dem Erfolg damit profitieren können.
Insofern ist die Frage, wie man Erfolg definiert. Genau, im Endeffekt musst du dich ja fragen, wie definierst du den Erfolg? Für uns ist das genau das gleiche bei René R Cycles. Wenn ich jetzt Leute sehe, die mit breiten Reifen fahren, egal von welchem Hersteller, und die halt auf Schotterwegen fahren, wo früher kein Mensch Fahrrad fuhr und denen das unheimlich Freude macht, dann ist das für mich auch Erfolg, obwohl das jetzt vom Finanziellen nichts bringt.
Weil im Endeffekt, solange man ein gutes Auskommen hat, und das hatte Charlie ja auch, ist es ja so, ich meine, was braucht man für einen Erfolg? Er hatte die besten Fahrräder der Welt, weil er sie selber baute. Und so sehe ich das bei mir auch.
Ich habe die Fahrräder, die ich haben will, ich kann hinfahren, wo ich hinfahren will. Die Produkte, von denen ich vor 10 oder 15 Jahren geträumt habe, die gibt es heute. Entweder machen wir sie selber oder andere Leute machen sie.
Also insofern, Erfolg würde ich sagen, hat Charlie unheimlich gehabt. Und ja, im Endeffekt würde ich sagen, ich glaube nicht, wenn er jetzt nochmal das Leben neu leben müsste, dass er irgendwas anders gemacht hätte.
Und wenn wir so durchgehen, durch dieses Gespräch, angefangen von deiner Reise nach Portland über die Trails, über die breiten Reifen, über Charlie, Repack hast du auch erwähnt. Es scheint irgendwas an diesem abseits der Straße, abseits des festen Asphalts fahren, es scheint irgendwas da dran zu sein, was immer wieder Leuten, was Leute verfängt.
Wenn man das so sagt, verstehst du, was ich meine? Also was einen da irgendwie kriegt? Du nickst. Was ist es? Ich glaube, es gibt verschiedene Sachen. Einerseits ist ja Autoverkehr immer Stress. Ich meine, nicht unbedingt, aber wenn du auf der Landstraße fährst, du hörst ein Auto von hinten kommen, musst du das wahrnehmen.
Das geht in dein Fahrgefühl erst mal ein. Und wenn das Auto vorbei ist, dann kannst du dich wieder auf das Radfahren konzentrieren. Das heißt, wenn du keine Autos hast, ist das erst mal weg. Ob das nun Asphalt oder Schotter ist, ist eigentlich egal.
Aber auf unserer Fahrt nach Portland, zum Beispiel, als wir bei Mount St. Helens hochfahren, da haben wir auf 40 Kilometern kein Auto gesehen. Also wir haben nur Feldmäuse gesehen, kleinen schwarzen Raben, eine Eule ist neben uns hergeflogen, weil sie offensichtlich dachte, vielleicht ist da was zu essen.
Und nachdem sie dann eine Zeit lang uns angeguckt hatte, ist sie dann wieder aus unserem Lichtkegel nach oben entschwunden. Das ist ein ganz anderes Erlebnis, als du eben hast, wenn du jetzt auf der Landstraße fährst.
Und dann ist natürlich der Schotter selber ein anderes Fahrgefühl. Mir hatte mal eine Bekannte, die gerne Ski fuhr. Sie sagte, dass Telemark fahren wäre ganz anders, weil du viel mehr Freiheit hast, weil die Füße nicht mit den Brettern so fest verbunden waren.
Sie hatte also ein T-Shirt, wo drauf stand: „Free your heel and your mind will follow.“ Also befreie deine Ferse und dein Geist will folgen. Und beim Schotter ist es eben auch so, du hast halt ein ganz anderes Fahrgefühl, weil das Fahrrad sich auf dem Untergrund nach rechts und links bewegt, in der Kurve ein bisschen rutscht.
Und das macht eben auch Spaß, weil du eben viel spielerischer bist. Auf Asphalt ist es so, wenn das Fahrrad anfängt zu rutschen, ist es meist vorbei. Also ich kenne kaum jemanden, der auf Asphalt rutscht und das Fahrrad dann wieder fängt.
Und selbst wenn du das Fahrrad fängst, dann bricht dir meist das Hinterrad durch, weil die Kräfte so groß sind, dass du eben innerhalb der Grenze bleiben musst. Aber auf Schotter, wenn es rutscht, dann denkst du ein bisschen gegen und dann hört es auf zu rutschen.
Und das sind Sachen, die du eben erlebst, die dir einfach Spaß machen. Ich habe noch zwei kurze Fragen an dich, Jan. Oder vielleicht kurze. Wenn diese Folge hier erscheint, dann findet in Dresden die Rahmenbaumesse Beast Boat statt. Mal angenommen, du könntest dort hinkommen.
Was würde dich konkret interessieren? Welche Frage würdest du vielleicht stellen? Ich denke, was mich immer interessiert, ist: Wie fährt das Fahrrad? Mein Fahrrad ist sicher individuell. Ich habe auch noch lange überlegt, welche Farbe und so weiter und so fort ich dafür haben will.
Aber für mich ist das Wichtigste am Ende, wie es fährt. Und ein Fahrrad, was eben Lust macht, mit loszufahren, ist für mich eigentlich mit das Beste. Gerade bei Beast Boat, wenn ich die Berichte sehe, da gibt es doch viele Räder, wo ich sagen muss, da gibt es einfach neue Gedanken.
Es gibt auch ästhetisch neue Gedanken, was ich auch unheimlich spannend finde. Wenn zum Beispiel jemand wie Flo von Fern oder so wirklich einfach auch eine eigene Ästhetik bringt, die einen Gegenpunkt zu dem etwas Marktschreierischen, was man so auf den meisten Fahrrädern sonst sieht, mit den riesigen Logos und so weiter und so fort, dass da jemand wirklich auch eine eigene Sache bringt.
Ich muss sagen, das finde ich alles unheimlich spannend. Und ja, man guckt eben. Ich denke, man guckt, was es Neues gibt, was man vielleicht auf den ersten Blick nicht unbedingt so sieht. Die Showbikes, wo jeder guckt und sagt: „Wow“, sind natürlich auch interessant, sind auch kreativ.
Aber im Endeffekt sind die ja häufig nicht so zum Fahren gedacht, sondern mehr zum Spaß. Aber wenn du dann so ein Rad siehst, wo du denkst: „Mit dem möchte ich jetzt fahren“, das finde ich für mich eigentlich das Interessanteste.
Und dann kommt meine letzte Frage. Ich habe dir nämlich in meiner Einleitung unterstellt, dass du dein Herz an schöne Räder verloren hättest und zwar so richtig doll. Habe ich das eigentlich richtig ausgedrückt? Ja, ich denke schon.
Ich denke, als wir uns beim ersten Mal getroffen haben, vor vielen, vielen Jahren hier in Seattle, da sagst du: „Da ist doch eine ganze Menge Liebe bei.“ Und damals habe ich vehement protestiert und habe gesagt: „Nee, also die breiten Reifen und so, das ist keine Liebe, sondern das ist Technik und das fährt schneller und fährt besser und so weiter und so fort.“
Und mittlerweile stimmst du mir dazu und ich stimme dir auch zu, dass da doch eine gewisse Liebe bei ist. Weil im Endeffekt, ja, ich meine, die Ästhetik ist wichtig, das Gefühl ist wichtig. Im Endeffekt ist das Leben, wenn es nur irgendwelche technischen Gesichtspunkte gibt, ja relativ arm.
Ich meine, wir sitzen ja auch nicht auf irgendwelchen Apfelsinenkisten, obwohl man da ein Kissen draufsetzen könnte und vielleicht genauso gut drauf sitzen würde wie auf irgendeinem 50er-Jahre-Stuhl, den ich mir jetzt aufgearbeitet habe, den ich auf dem Flohmarkt gefunden habe, wo ich viel Zeit investiert habe, weil mir es einfach Spaß macht.
Jan Heine beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit schönen Fahrrädern und ihren Komponenten, sowohl aus technischer Sicht als auch aus emotionaler Sicht. Du kannst Liebe sagen. Ja, aus Liebe. Das lässt sich wahrscheinlich in dem Fall auch überhaupt nicht trennen.
Und Jan, ich danke dir, dass du auch in diesem Jahr mit mir eine Stunde über verschiedene Themen gesprochen hast hier im Antritt. Und ich bin gespannt und hoffe, dass 650B stabil bleibt. Auf jeden Fall. Aber nein, es hat Spaß gemacht. Vielen Dank auch.
Nach diesem Gespräch mit Jan habe ich mich gefreut, dass wir hier im Antritt über diese Themen sprechen können. Und ich habe auch eine Weile darüber nachgedacht, dass wir privilegiert sind, uns im Alltag mit solchen Themen wie Reifenformaten und Einlenkverhalten beschäftigen zu können und uns manchmal vielleicht auch in diese Themen flüchten.
Seit vielen Jahren taucht dieses vielleicht unbewusste Motiv in vielen Gesprächen die ich über Fahrräder und Fahrradmenschen führe, immer wieder auf. Und ich glaube, dass das Fahrrad an sich für viele, wie für mich auch, immer auch ein bisschen Fluchtmaschine ist, neben seiner gleichzeitigen Funktion als Perspektivöffnungsmaschine, natürlich.
Wir produzieren diesen Podcast in Leipzig und natürlich beschäftigt uns das Wahlergebnis des vergangenen Wochenendes in Sachsen-Anhalt. Vor einer Weile habe ich hier im Antritt mit Christian über den Sachsen-Anhalt-Podcast Dazwischen gesprochen, der hier bei detektor.fm seit dem März 2026 produziert wird.
Und ich habe in verschiedenen Gesprächen rund um die Wahl immer wieder den Appell gehört, sich weiter mit diesem Bundesland zu beschäftigen und genau hinzuschauen. Aus vielen Gründen. Und darum möchte ich hier zum Abschluss, ohne dass mich jemand beauftragt hätte, Kurzwerbung für den Podcast Dazwischen machen. Denn er macht genau das.
Die Kolleginnen und Kollegen von Dazwischen schauen in jeder Woche auf ein Thema aus Sachsen-Anhalt. Und sie tun das nicht nur vor der Wahl und auch nicht nur in der Zeit der Regierungsbildung in unserem Nachbarbundesland, sondern darüber hinaus mindestens bis Ende 2027.
Sie machen das mit großem Engagement, mit größtmöglicher Genauigkeit. Und sie lassen die Leute zu Wort kommen, die vor Ort engagiert sind für eine offene Gesellschaft.
Ich bin erst am Wochenende mit dem Rad quer durch Sachsen-Anhalt gefahren und habe einen Tag vor der Wahl viele Wahlplakate und Szenen am Straßenrand beobachtet. Und da ich ein großes Interesse daran habe, was in Sachsen-Anhalt passiert und was sich daraus lernen lässt, habe ich euch Dazwischen in den Show Notes verlinkt. Denn vielleicht interessiert euch das ja auch.
Hört dort gerne mal rein, wenn ihr Interesse an anderen Themen als Laufradformaten und Radgeschichten habt. Und wenn ihr euch für die im Gespräch mit Jan erwähnten Ausgaben des Antritts interessiert, also mein Gespräch mit Peter Weigel, mit Tom von Meerglas und die Lenkgeometrie-Folge mit Jan, die habe ich euch auch in die Show Notes gepackt.
Ich mache mich direkt nach Veröffentlichung dieser Ausgabe auf den Weg nach Dresden zur Rahmenbaumesse Bespoked. Und ich bin dort wahrscheinlich als einer der Typen mit dem Mikrofon in der Hand erkennbar. Und wenn ihr Lust habt, sprecht mich einfach an und lasst uns über Fahrräder, Fahrrad-Podcasts und mehr sprechen.
Wenn ihr Erfahrungen und Fragen zum Radtransport in der Bahn habt, könnt ihr die uns gerne per Mail schicken oder an die verlinkte WhatsApp-Nummer. Am liebsten alles per Sprachnachricht. Und ihr erreicht uns unter antritt@detektor.fm auf Instagram und Mastodon.
Und ich sage all denen, die diesen Podcast per Steady, Apple Podcasts oder auch Direktüberweisung möglich machen, vielen herzlichen Dank. Genauso wie Stanley Baldauf, der diese Ausgabe geschnitten hat, und The War on Drugs, die endlich den neuen Song veröffentlicht haben, auf den ich schon eine ganze Weile gewartet habe.
Gute Fahrt, viel Spaß in der Handmade Bike Season und bis nächste Woche.
[MUSIK: The War On Drugs – Who’s That]