Hier ist der Antritt der Fahrrad Podcast auf detektor.fm mit der dritten Oktober Ausgabe 2026. Mein Name ist Gerolf Meyer und ich bin Christian Bollert. Mein Stuhl wackelt, aber ich freue mich trotzdem. Und das tut er nicht in Leipzig, sondern wir sind richtig weit entfernt von unserem Studio, in dem du dich so gern einmümmelst, wie du mir neulich gesagt hast. Jetzt habe ich einmal im Studio gesagt und jetzt kriege ich es immer wieder aufs Brot geschmiert. Aber es stimmt, wir sind in Düsseldorf und das hat auch einen guten Grund.
Wir sind hier im Rahmen der Soon Podcast Week und als die uns gefragt haben, ob wir eine Ausgabe für unseren Fahrrad Podcast hier aufnehmen wollen, haben wir ziemlich schnell zugesagt. Ich musste auch nicht lange nachdenken, wo das passieren sollte. Von der schicken Mütze, diesem Fahrradladen aus Düsseldorf, hatte ich schon oft gehört und ich habe gedacht, das müsste doch passen. Ja, und dann haben wir tatsächlich einfach beim Team der schicken Mütze angerufen und gefragt, ob sie Lust auf diesen Abend haben. Und dann haben die auch noch Ja gesagt.
Als ich mit Carsten von der Mütze über mögliche Themen gesprochen habe, ist mir klar geworden, ich habe das Thema schon längst an der Strippe, denn die schicke Mütze selbst ist so interessant für uns, dass wir über sie sprechen müssen in diesem Podcast. Und das machen wir natürlich heute, wie man ja hören kann. Wir haben ein bisschen Technik mitgebracht. Hat ein bisschen gedauert, die aufzubauen, aber jetzt funktioniert sie sehr, sehr gut. Die schicke Mütze hat Sitzplätze aufgebaut und dankenswerterweise auch Gäste eingeladen. Es ist tatsächlich ausverkauft und ein paar Mitglieder auch unseres Antritt Pelotons sind heute hier, die uns auf Steady unterstützen.
Kann ich also an der Stelle nur nochmal sagen: Unterstützt uns auf Steady, dann könnt ihr auch mal in die schicke Mütze kommen, zum Beispiel, oder in andere Locations. Und diese Leute haben wir nämlich auf die Gästeliste gesetzt und jetzt sitzen wir eben hier oder heute Abend, wo wir das aufzeichnen, nach Ladenschluss im Laden. Ein Kollege hatte schon die Idee, man könnte doch auch Shopping im Laden machen, aber es ist ein bisschen spannend. Aber wir wollen natürlich darüber sprechen: Was macht diesen Laden denn aus?
Gerolf kannte ihn schon im Vorfeld. Ich muss zugeben, nicht. Ich habe mich jetzt erst eingearbeitet. Aber für die schicke Mütze sind natürlich auch zwei Gäste hier. Es wäre ja ein bisschen lächerlich, wenn Gerolf und ich die ganze Zeit hier auf den Barrockern sitzen und einfach nur über die schicke Mütze reden. Nein, Kerstin Kortekamp und Carsten Bienen sind mit uns hier auf der Bühne und ich sage erst mal herzlich Hallo und Willkommen im Antritt Podcast bei detektor.fm. Schön, dass ihr Zeit habt und ein bisschen auch den Laden wahrscheinlich umgeräumt habt für uns. Herzlich willkommen!
Ja, hallo, vielen Dank. Antritt, der Fahrrad Podcast von detektor.fm. Wir wollen in den nächsten ungefähr 90 Minuten diesen Fahrradladen ein bisschen besser kennenlernen und wir sind in der besonderen Situation, dass wir hier Publikum haben. Ganz herzlichen Dank, dass ihr alle gekommen seid. Wir möchten euch aber nicht nur zuhören lassen. Wir wollen auch etwas von euch hören. Gibt es Hausaufgaben? Nee, das nicht. Das ist eine spontane Aufgabe.
Zum einen werden wir euch am Ende dieser Aufzeichnung die Möglichkeit geben, den Mützenmenschen Fragen zu stellen oder etwas zu kommentieren. Und ich bin aber auch schon jetzt an euren Erfahrungen mit der Mütze, wie sie wohl auch genannt wird, interessiert. Und ich habe eine ganz konkrete Frage: Wenn ihr eure Assoziation zur schicken Mütze auf ein Wort zusammendampfen müsstet, welches wäre das? Wenn ihr eins habt, meldet euch gern. Ich komme rum. Gerolf kommt rum.
Da gibt es die erste Handmeldung in der ersten Reihe von einem Kollegen, der auch hier gerne Nachtshopping machen würde. Ein Wort zur Mütze? Das sind aber zwei Worte. Lass mal noch vier mehr Wörter. Völlig bekloppt. Aber herrlich. Völlig bekloppt. Haben wir schon mal zwei Wörter. Was für den anderen Mützenmenschen? Möchte jemand noch was ergänzen dazu? Hier lebt man Fahrrad. Hier lebt man Fahrrad. Das mit dem einen Wort klappt nicht so gut, Gerolf. Schwierig. Man muss das aber damit nicht fünf Sätze kommen. Also wir versuchen. Hat jemand noch ein Wort? Also völlig bekloppt, hier lebt man Fahrrad, allumfassend. Allumfassend. Da gibt es eins. Gerolf muss rumrennen. Das finde ich ganz gut. Ich kann hier sitzen. Ausfahrten. Ausfahrten. Weitere Wörter? Gerolf muss hier durch die Stuhlreihen durch. Ist das ein bisschen auch eine kleine Live-Reporter-Aufgabe? Original. Und hier kam noch eine Hand. Radkompetenz. Radkompetenz.
Das sind doch schon mal ein paar Begriffe: Völlig bekloppt, allumfassend, Radkompetenz, original, Ausfahrten. Noch mehr Ausfahrten. Ich finde, das klingt schon ziemlich emotional, was wir jetzt hier gehört haben. Und dabei sprechen wir doch von einem Fahrradladen. Könnt ihr euch erklären, Carsten und Kerstin, woher das kommt, dass die Leute hier solche Assoziationen so mit haben?
Also die Emotionen, ja, kann ich mir erklären. Ich denke, das kommt daher, dass wir auch ganz viel von Emotionen damit reintragen. Das haben wir schon immer gemacht. Und wenn das dann irgendwie wiederheilt, ist es natürlich schön. Muss nicht unbedingt immer sein, aber wenn das passiert, ja, freue ich mich. Wie trägt man denn Emotionen in einen Fahrradladen? Also ich tu das durch sehr viel Arbeit, Engagement. Auch was jetzt hier schon ausgesprochen wurde, das mit den Ausfahrten. Das ist halt etwas, was ein bisschen on top ist zu dem Fahrradladen oder machen inzwischen ja auch einige.
Aber es ist tatsächlich mit viel Zeitarbeit verbunden, dass das immer alles läuft, dass man genügend Leute findet, die mitfahren, dass alles drumherum organisiert ist. Und wenn man dann über die gemeinsame Zeit auch wieder sich im Laden trifft und da weiter Spaß hat an den Produkten, an den Dingen, die wir hier auch zeigen, an dem, wie wir es zeigen, also dass man den Ort einfach auch mag. Auch das ist vielleicht ein Zeichen für unsere Emotionen, dass wir eben gesagt haben, wir wollen keinen Laden haben, der so aussieht wie jeder andere, sondern das ist so ein zusammengetragenes Zeug aus allen Ecken. Viel von Flohmärkten, von Sperrmüll oder was wir irgendwo auftreiben konnten. Und da haben wir unser Ding draus gemacht. Und ich glaube, das spricht schon ein bisschen auch dafür.
Karsten? Willst du jemanden rausschmeißen? Völlig bekloppt oder so? Noch bin ich total entspannt. Es gibt euch ja auch schon eine ganze Weile, also seit 2014. Was war damals so die Motivation, einen Fahrradladen zu gründen? Hättet ihr auch, weiß ich nicht, Radrad machen können? Du hast zum Beispiel einen Plattenladen vorher. Ich habe parallel sogar einen Plattenladen gehabt. Die Motivation war, dass wir… Schuhe hättet ihr auch verkaufen können? Haben wir ja dann auch Radschuhe. Schlechter Witz von mir, Entschuldigung. Ja, von mir auch. Ist alles okay. So können wir 90 Minuten weiter. Mein Humor.
Wir waren erst verbunden durch Ausfahrten und wir sind mit Leuten einfach Fahrrad gefahren. Und das war der Aufhänger dafür. Und dass die Mütze die Mütze geworden ist, war damals überhaupt nicht abzusehen. Das war so ein bisschen der Jemand, der irgendwie alte Räder restaurieren wollte. Und das ist beides so ein bisschen dann im Laufe der ganzen… dieser Immobilie, die wir hatten, die dann irgendwie enorm viel Geld verschlugen hat. Das hat hinterher aber auch keiner mehr gesehen. Und da kamen so viele Sachen zusammen. Und dann war es… Gehört euch der Laden hier? Nein, nicht dieser hier. Das haben wir woanders begonnen. Und wir haben damals diese Location gefunden, wo wir ursprünglich waren. Und sind da relativ blauäugig drangegangen, weil wir dachten, wunderbar, ein netter Laden, Ladenlokal.
Und als dann klar war, dass wir eine Nutzungsänderung machen müssen, Deutschland Baurecht, wurde dann offensichtlich, dass irgendwie ein Baustatiker dazu muss, Architekten müssen dazu, weil das alles irgendwie komplett anders war. Also da war nichts mit: Machen wir mal einfach. Und dann war irgendwann klar, wir müssen es ein bisschen ernster betreiben. Dann haben wir ein paar Sachen da reingegangen. Wir hatten aber eigentlich auch kein Geld mehr, um Sachen zu kaufen, viele. Aber die Sachen die wir gekauft haben, haben dann irgendwie ein paar Leute abgeholt, die so sagten: Geil, hier kann man Sachen kaufen, die man sonst nur im Netz sieht und so. Und so ist das dann alles so ein bisschen… hat dann Fahrt aufgenommen, weil die Leute gemerkt haben, dass sie andere Sachen hatten als andere Radläden.
Als ich mitbekommen habe, dass du vorher einen Plattenladen hattest, habe ich mich so gefragt: Okay, vom Plattenbusiness ins Fahrradbusiness, was hat eigentlich mehr Perspektive oder was ist aufreibender? Es gibt so dieses Klischee in der Fahrradbranche: Wie willst du eine Million machen im Fahrradbusiness? Gehst mit zwei Millionen rein und nach einem Jahr raus. Ich habe jetzt auch nicht gehört, dass das Plattenbusiness in den letzten Jahren so wahnsinnig gut abgegangen ist. Wie würdest du das so vergleichen?
Ich glaube, die Entwicklungen sind da auch in den letzten Jahren sehr unterschiedlich verlaufen. Also als ich rausgegangen bin 2016, da musste ich mich entscheiden, was mache ich weiter. Weil ich habe beides parallel gemacht. Ich habe so Montag bis Mittwoch eigentlich Platten verkauft und Donnerstag bis Samstag dann Fahrräder und beziehungsweise das, was wir am Anfang hatten, zu hören, zu Geschichten. Und das wurde dann… also nicht, dass wir jetzt so total entspannte Zeiten haben, aber generell war das echt sehr, sehr anstrengend und wurde auch keinem so richtig gerecht.
Ich bin auch irgendwie in diese Musikgeschichte damals ein bisschen by accident reingestolpert und bin aber immer dann, glaube ich, ganz gut, wenn ich Dinge mache, die ich mit voller Begeisterung machen kann, die mich irgendwie selber abholen und emotional beschäftigen. Zu dem Thema Emotionen eben. Und das war auch so der Hintergrund. Und was ich ganz lustig fand, eine kleine Anekdote: Damals war es halt so, dass das Musikbusiness irgendwie wirklich auch in einer Krise war. CD komplett ausgefallen, Vinyl noch nicht, diese Renaissance-Werte. Das war so ein bisschen abzusehen. Wir haben das auch immer erwartet, aber konnte man jetzt auch nicht 100%ig von ausgehen.
Und damals war es so, wenn ich Leuten erklärt habe, dass ich einen Plattenladen habe, dann haben alle so ganz mitleidig geguckt und dann so: Du Armer. Genau, oh, ein Plattenladen. Geht das denn noch? Kauft das noch jemand? Weil alle haben illegales Download und Streaming und so. Das Streaming ging da ja auch erst los. Und das war so ein bisschen, ja, also eher von Moll getragen, wenn man das so sieht. Und wenn ich den Leuten dann hinterher gesagt habe, ja, und ich habe aber auch noch, ich bin noch in so einem Fahrradladen beteiligt, oh, das ist aber toll. Da kamen die, genau, da waren alle total positiv aufgeladen, sagten so: Das finde ich ja toll. Und das war ganz witzig, das zu erleben.
Also so, dann habe ich natürlich gesagt: Okay, dann mache ich, dann werde ich reich und gehe ins Fahrradbusiness. War reich werden auch für dich der Antrieb, Kerstin? Ja, ja, klar. Ja. Nee, aber gab es so Inspiration, wo du gesagt hast: Ja, komm, habe ich Bock drauf? Darf ich noch eine kurze Ergänzung machen? Also den Plattenladen gibt es übrigens immer noch hier in Düsseldorf. Der ist auch größer geworden. Der hat ja letztens noch einen Preis bekommen. Wie heißt der? Darf man ruhig sagen? A O ist das. Und da waren wir letzte Woche bei einer Lesung. Also auch da gibt es immer coole Events und so. Das ist nach wie vor. Und der ist auch nochmal ein bisschen nach oben gegangen. Ja, Vinyl hat ja auch so ein kleines Revival.
Aber ich wollte, genau, gab es bei dir so eine Inspiration? Waren es auch die Ausfahrten? Du hast es gesagt, die Ausfahrten waren eigentlich so ein Klebstoff. Ich hole mal ein ganz bisschen aus. Ich bin früher Rad gefahren, auch sportiv Rad gefahren, nicht unbedingt kompetitiv. Aber ich habe das oft so erlebt, dass da ein bisschen das Messer zwischen den Zähnen klebte und dass ich immer nicht genug, dass ich nicht schnell genug war. Und als ich dann Karsten kennenlernte und wir mit der Klassiker-Ausfahrt rumgefahren sind, da hatte ich so das erste Mal das Gefühl, hier geht es gar nicht um Schnellfahren. Das ist so cool. Das macht Spaß. Ja, und es geht ein bisschen um die Landschaft.
Und das war letztendlich auch so ein bisschen der Spirit, mit dem wir die Mütze aufgemacht haben, dass wir eben dieses kompetitive Radfahren, das war ständig im Vordergrund, sondern das Schöne, die schönen klassischen Rennräder, die zu restaurieren und das wirklich auch selbst zu machen. Ich bin da mal irgendwo losgefahren und mir irgendwo im Ruhrgebiet ein total runtergerocktes Zeugs gekauft für 150 Euro. Und da war wirklich alles ziemlich… Ich habe da wirklich alles auseinandergenommen in Karstens Wohnzimmer, aber alles sauber gemacht. Und im Saubermachen bin ich gut. Und habe dieses Fahrrad wieder zusammengebaut und ich habe das hinterher für sage und schreibe 850 Euro weiterverkauft. Habe ich richtig gut. Also so wird man reich, denke ich.
Ja, ja, ja. Es ist nur die Frage, wie lange du dafür gebraucht hast. Das sagen wir jetzt nicht. Wenn ich mich nicht verhört habe, hast du vorhin, Kerstin, gesagt, es gibt auch Dinge oder ja, es gibt Dinge, die ihr nicht werden wolltet oder wie ihr nicht sein wolltet als Fahrradladen. Und ich wollte dich das sowieso fragen. Gibt es ein Fahrradladen-Klischee, dem ihr unbedingt nicht entsprechen wolltet? Haben wir so noch nicht drüber gesprochen. Also ist nicht kein ausformulierter Gedanke oder so gewesen.
Aber Karsten und ich, wir sind, wenn wir irgendwo in der Weltgeschichte unterwegs sind, natürlich immer auf Besuch in Fahrradläden, um uns andere Fahrradläden anzugucken. Und wir finden tatsächlich sehr viele, wo wir sagen: So wollen wir nicht sein. Weil das ist dann ja, wenn es so beliebig ist, wenn es aussieht, das trifft es vielleicht am allermeisten, wenn ein Fahrradladen sowas sein will wie ein Autohaus nur für Fahrräder, dann ist es das, was wir nicht sein wollen.
Und ich glaube, das Kompliment kann ich euch geben, weil die Hörerinnen und Hörer können es ja jetzt nicht sehen. Die können vielleicht auf der Webseite ein paar Fotos sehen. Aber es ist sehr im positiven Sinne heimelig hier bei euch. Also es fühlt sich gut an. Irgendwie. Wir haben das Licht ein bisschen gedämmt. Es ist auch spät. Ja, stimmt. Wir sind einfach sehr, auch im positiven Sinne gemütlich aus und trotzdem wie ein Fahrradladen. Also gefällt mir gut. Hat einen guten Vibe, wie man, glaube ich, sagt. Und vor allen Dingen von dir offensichtlich.
Das sagt Carsten immer, weil er nett sein möchte. Aber wirklich, da haben viele einen Anteil dran. Also das war im Anfang so, dass ich das so ein bisschen das Heft in die Hand gelegt habe. Die Impulse kamen am Anfang schon von dir. Das darfst du ruhig auch für dich reklamieren. Ja, und diese Kisten, die ihr da hinten an der Wand nicht seht, das war zum Beispiel so eine Idee von mir damals im alten Fahrradladen. So Holzkisten, sind das. So Holzkisten, dass wir die als Regale nehmen. Das wird auch inzwischen mit den alten Holzkisten so ein bisschen von anderen Läden vielleicht auch kopiert.
Aber meine Ursprungsidee, also meine Idee war das jetzt auch nicht vom Grundsatz her. Habe ich auch schon mal woanders anders gesehen. Und da sind wir wirklich auch auf unserem Dachboden. Damals haben wir Kisten gefunden, die waren ziemlich geil. Da waren wir auch mal schöne Geschichten drum. Wer war das noch? Welcher Fußballer? Wolfgang Niersbach. Dem seine Holzkiste haben wir da noch am Ticken. Dessen Holzkiste stand auf eurem Dachboden? Nicht auf unserem Dachboden, sondern auf dem gemeinsamen Dachboden, wo seine Mutter gewohnt hat. Und die sagte, das könnt ihr mitnehmen, das braucht keiner mehr. Waren da interessante Unterlagen dabei? Leider nein. Das würde mich wiederum als Journalist interessieren.
Aber ja, aber den Apothekerschrank zum Beispiel, den hatte Konrad aufgetan aus einer Apotheke bei ihm aus der Nachbarschaft. Den siehst du jetzt auch nicht. Da stehen die ganzen Fahrradklamotten vor und so. Und ja, das sind so unsere grünen Regale. Das ist auch ein sehr schöner Fund gewesen. Haben wir von woanders her übernehmen können. Da hat eine Firma einfach ihr Lager leer machen wollen. Die sehen super aus. Ja, komm, nehmen wir mal mit.
Ich versuche, das jetzt mal noch ein bisschen abzurunden. Also für die Leute, die das hören, die jetzt nicht hier anwesend sind. Also wir haben schon gehört, es gibt ganz viele verschiedene Einrichtungselemente. Dazwischen hängen Stahlrahmen, Fahrräder mit Stahlrahmen rum. Es sind, würde ich sagen, schwerpunktmäßig Stahlrahmen, italienische Namen sehe ich. Richie, Genesis hinter mir. Oh ja, hinter mir stehen die Carbonios. Und ja, ich finde, heimlich trifft es ziemlich gut.
Ich muss aber nochmal an einer anderen Stelle nachhaken oder nachfragen. Ganz am Anfang kamen schon die Ausfahrten. Und die erste Assoziation, die ich zu euch hatte. Also mir fiel so ein: Okay, wir gehen nach Düsseldorf und machen diese Podcastaufzeichnung. Dann fiel mir sofort schicke Mütze ein und dann fielen mir sofort Ausfahrten ein. Ihr habt die jetzt teilweise schon genannt. Es gab diese Klassiker-Ausfahrt. Es gibt etwas, was Frauenbewegung Rennrad heißt, immer noch heißt. Es gibt etwas, was jetzt Winterschmuddelparade heißt. Und ich kenne dieses Phänomen, diese Ausfahrten, die von Läden organisiert werden. Das kenne ich inzwischen, das kenne ich von einigen Läden.
Nur scheint mir das bei euch ein bisschen andersrum zu sein. Also ich beobachte das so, dass Läden in den letzten Jahren da hingefunden haben, solche Ausfahrten zu machen. Bei euch klang es für mich jetzt fast so, dass bei euch eigentlich diese Ausfahrten am Anfang standen. Ja, die Klassiker-Ausfahrt. Die Klassiker-Ausfahrt und dann auch explizit die Frauenbewegung Rennrad. Die scheint mir auch ziemlich wichtig zu sein. Ja, da haben wir relativ früh auch mit angefangen. Wir haben den Laden 2014 aufgemacht. 2013 fing Rafa an mit dieser Women’s 100 Geschichte. Und da haben wir schon eine der Klassiker-Ausfahrten Uschi 100 getauft. Das war jetzt nicht ganz so PC.
Wir können es kurz erklären. Women’s 100 war, du sagst mal bitte kurz, was das genau ist. Das ist ein Aufruf an alle Frauen auf der Welt, an diesem Tag doch mal die 100 anzugehen, zu versuchen, mal 100 Kilometer am Stück zu fahren. Und das ist für viele heute eigentlich so ein Wochenende oder eine ganz normale Runde, aber immer wieder auch für die Neueinsteiger so eine Hürde, das erste Mal über 100 Kilometer zu kommen. Und damals haben wir das halt angefangen und haben da Frauenausfahrten dafür organisiert. Das erste Jahr, als wir dann die Mütze aufgemacht hatten, 2014, haben wir das dann schon fortgesetzt. Und da waren mal 16 Teilnehmerinnen. Dann im Jahr drauf waren wir mit 45 Frauen, die da auf die Runde gegangen sind.
Und ja, also das war etwas, was wir immer fortgeführt haben. Dann hieß es, fahrt ja nicht öfter mal. Dann haben wir versucht, also jeden Monat eine Ausfahrt zu machen. Damals nannten wir das dann Stutenbiken. Das war immer am Sonntag. Wir fanden das lustig und das sind wir auch heute noch. Also weil wir eher eben genau das Gegenteil sein wollten als dieses Klischee, dass Frauen untereinander nicht gut miteinander können. Und deswegen haben wir uns dafür gefeiert und das haben wir einmal im Monat gemacht.
Das war relativ anstrengend, weil alle zwei Wochen Stutenbiken, die anderen zwei Wochen, nee, alle vier Wochen Stutenbiken und dazwischen immer die Klassiker-Ausfahrt. Man war eigentlich jede zweite Woche am Sonntag auf dem Rad unterwegs. Und damals hatten wir noch keine Wahoos, Garmins und auch Komoot. Irgendwann fing das also langsam an, so mit Streckenplanung und so. Wir sind losgefahren, wir haben Strecken gesucht. Wir sind drei, vier Mal losgefahren, um diese Strecke dann hinterher wirklich zu können. Selber zu fahren, ja, ja. Ohne, dass man dreimal umdrehen musste dabei. Ah nee, hier müssten wir eigentlich links. Ja, nochmal zurück, alle 45.
Ja, und dann haben wir das noch den Winter durchgezogen, weil die Nachfrage da war. Und dann haben wir irgendwann, war ich dann auch, das kann ich nicht durchhalten, das geht so nicht. Und dann haben wir das eher anlassbezogen gemacht bei irgendwelchen Events, dass wir dann Ausfahrten für Frauen gemacht haben. Und jetzt vor vier Jahren, das kam immer wieder mal auf, weil auch die Frauen, die hier in den Laden kamen, um Fahrräder zu kaufen, immer nachgefragt haben: Macht ihr denn nicht nochmal solche Ausfahrten? Und wir haben immer wieder drüber geredet und dann haben wir eine ganz kleine Gruppe von Frauen gehabt, die gesagt haben: Komm, wir gehen das jetzt nochmal an. Ja, sag ich super. Seid ihr auch wirklich dabei? Oder bleibt es dann doch an mir hängen? Nein, die sind wirklich alle dabei. Und dann haben wir gesagt: Okay, dann machen wir das. Dann machen wir das jetzt und dann als Feierabend-Ausfahrt immer Dienstag. Good Time Tuesday heißt der. Und das machen wir bis jetzt, ich glaube, die vierte Saison.
Ich kann nicht richtig zählen. Stichwort Frauen. Also ist ja auch im Antritt immer mal wieder ein Thema. Frauen auf dem Rad. Und wir beobachten da auch generell eine Entwicklung. Wir haben ja 2015 angefangen, also ein Jahr nach euch, ihr 2014. Und du hast es gerade gesagt, 2013 habt ihr auch schon Ausfahrten gemacht und so. Seht ihr da auch so eine Entwicklung, eine positive Entwicklung? Oder sagst du: Naja, damals waren es ja auch schon 45, ist eigentlich gleich geblieben? Oder wie bewertest du diese Entwicklung in den letzten 10, 12 Jahren?
Es ist total nach oben gegangen. Ich war vor zwei Wochen mit meinem Enkelsohn auf einer Rennradtour hier am Rhein entlang und ich habe mehr Frauen auf dem Rennrad da getroffen als Männer. Also es kamen Einzelne, die waren nicht in Gruppen unterwegs, Einzelne, aber es waren insgesamt mehr Frauen. Und an einem Samstag, ich sage das ja auch in meinem Team, die glauben mir das nicht, aber ich gucke mir das hier so an und sage mir, es sind 50:50 hier im Laden. 50 Frauen. Also vielleicht gucke ich mir das auch ein bisschen schön. Ein bisschen verzerrte Wahrnehmung. Ein bisschen verzerrt, aber ich sehe da schon einen erheblichen Frauenanteil.
Und wann hat das angefangen? Gibt es so einen Punkt, wo du sagst, da hat es sich gedreht? Nee, Corona oder so? Oh, das wäre eine gute Erklärung. Da hat sich bestimmt nochmal, da gab es nochmal einen Schub, richtig? Also das ist so meine persönliche subjektive Wahrnehmung. Wenn ich rund um Leipzig so Runden fahre, habe ich so das Gefühl, dass nach Corona, gerade mit so Gravelbikes oder so ein bisschen sportlicheren Rädern, dass das nochmal so einen Schub, gerade bei Frauen gegeben hat bei uns. Ja, also ich bin dabei.
Du hast eben gesagt, 50:50 hier im Laden. Hast du damit die Kundschaft gemeint? Die Kunden, ja. Ich habe vor ein paar Wochen, das ist nicht lang her, mit Amelie Suttner von Women in Cycling einen Podcast aufgenommen über eine Studie zu Frauen als Zielgruppe im Fahrradhandel. Und so das wichtigste Fazit dieser Studie ist gewesen, Frauen werden als Zielgruppe im Fahrradhandel immer noch deutlich unterschätzt. Teilst du diesen Blick? Das kann gut sein, ja. Ich bin übrigens auch in der Women in Cycling Community und die Amelie kenne ich gut.
Und ich glaube, wir sind da einfach ein bisschen fortschrittlicher. Wir sind dem Ganzen schon ein bisschen voraus, ihr als Laden. Wir als Laden hier, weil das kreide ich mir auch selber ein bisschen an, weil ich das auch immer schon hier thematisiert habe. Weil ich immer gesagt habe, wir brauchen das auch, Frauenklamotten, auch einen ordentlichen Anteil. Nicht nur nochmal so zwei Trikots, sondern das soll man schon sehen. Und wir sind auch bei den Diskussionen mit den Lieferanten immer wieder in das Thema eingeschwiegen. Warum macht ihr denn hier extra diese Frauenschuhe mit den rosa und mit diesen komischen Dekoren? Das ist doch Mist. Die floralen Elemente. Ja, und wo ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Frauenfuß und einem Männerfuß grundsätzlich? Also man muss einen passenden Schuh finden. Es gibt schmale und breite Füße, sowohl bei Männern als auch bei Frauen.
Also diese Diskussion, dass man das Angebot für Frauen machen muss, was attraktiv ist, das habe ich auch immer schon weitergetragen, sage ich mal so, zu unseren Lieferanten. Und das habe ich auch versucht, hier im Laden zu implementieren.
Also wenn wir jetzt über die Kleiderstangen hier bei uns gucken und die Meter messen, ist es immer noch ein bisschen mehr an Männern, aber fast 50:50. Was ist denn allgemein so eure Maßgabe, wenn es um euer Sortiment geht? Also wie entscheidet ihr, was ihr hier aufhängt? Weil ihr habt ja logischerweise trotzdem auch eine beschränkte Fläche. Das ist ja das gute alte Problem oder die Herausforderung oder auch die Chance von einem Laden.
Wir trennen uns ungern von Marken. Wir haben ja irgendwann angefangen mit Marken, die wir toll fanden, und haben da, glaube ich, auch viel richtig gemacht. Und das ist genau der Punkt, was es dann manchmal auch kompliziert macht. Wir sind durch den Umzug ein bisschen gewachsen, aber auch nicht so, dass wir irgendwie deutlich mehr dazunehmen konnten. Und wir sind eigentlich jetzt zwölf Jahre mit sehr vielen dieser Marken, die wir hier haben, sehr glücklich.
Wir sind auch immer auf der Suche nach Produkten, die wir spannend finden, was Neues. Aber so, dass man ein komplettes Sortiment nochmal irgendwie dreht und irgendwie komplett anders da dran geht, das ist eher selten bei uns. Wir sind da relativ treu und finden das gut, was wir haben.
Was findet ihr daran gut? Ich glaube, das ist einerseits natürlich auch so eine emotionale Verbindung, dieser Anfang, den wir hatten, soeben. Und uns begeistern dann die Produkte, also technisch gesehen. Wir sind mal in so einem Mix aus so ein bisschen vielleicht manchmal zurückhaltend bei so ganz modernen Sachen, aber wir können uns trotzdem für moderne Technik begeistern.
Also wir gucken erstmal so ein bisschen vielleicht mit ein bisschen mehr Distanz als andere drauf. Also ihr seid keine Early Adopter, die sofort den neuen heißen Scheiß haben wollen? Doch, schon auch. Ja, bei einigen Sachen sind wir das sicherlich, und bei anderen Sachen sind wir sehr zurückhaltend.
Und wir haben das Glück, dass unser Ruf irgendwie auch bei vielen Marken ganz gut ist. Das heißt, wenn Marken durch Deutschland ziehen, dann kommen die vorbei und gucken immer bei uns und zeigen uns das, was sie haben. Das ist dann auch immer sehr, also für uns auch immer ein großes Kompliment, wenn man so merkt, dass das, was wir machen und die Art und Weise, wie wir vielleicht auf die Dinge gucken, mit denen wir uns beschäftigen, dass das auch eine Relevanz für die Marken hat.
Aber das würde mich interessieren: Was ist die Art und Weise? Also wie entscheidet ihr das? Ich glaube, da gibt es kein Muster, sondern das hat viel mit Bauchgefühl zu tun. Also so, und natürlich, wir tauschen uns aus. Wir sitzen ja auch genug Leute, die wir kennen und mit denen wir sprechen.
Und dann kommt jemand und sagt: So, ich habe das gesehen, und kennst du das schon? Und man lernt durch jeden Kunden irgendwie auch immer was dazu und entdeckt Dinge. Und vielleicht ist man am Anfang ein bisschen kritisch und dann merkt man so: Hey, hat seine Berechtigung, ist toll.
Und dann, also ich bin sicherlich jemand, der irgendwie auch so gewisse Sachen im Kopf hat und immer so nach vorne will. Ich lasse mich dann aber auch sehr, sehr schnell überzeugen, wenn jemand anders irgendwie eine gute Idee hat und sagt: Irgendwie, hier gibt es was, das ist spannend.
Darf ich einmal ganz kurz? Ich würde ja gerne so ein kleines Bullshit-Bingo oder so ein Bullshit-Wort einfach mal fallen lassen, aber ich meine es trotzdem sehr ernst. Wir versuchen tatsächlich, authentisch zu sein, glaubhaft oder wahrhaftig, wie auch immer, wie man das so nennen möchte.
Stattdessen, und das heißt, wenn wir dann von einer Sache überzeugt sind, dann hat es uns wirklich überzeugt. Dann machen wir das nicht nur für diese Saison oder sowas, sondern dann setzt sich das halt fort. Und da bleibt man dann auch dem, was man vorher gesagt hat und vertreten hat, ein bisschen.
Dem muss man ja treu bleiben, ansonsten ist man ja nicht mehr glaubwürdig, wenn ich ständig meine Meinung ändere. Und deswegen, also Stahlräder fanden wir damals schon immer cool und genau richtig, und deswegen machen wir auch heute noch Stahlräder sehr, sehr viel. Und das ist auch etwas, wozu wir total stehen.
Auch wenn Stahlräder nicht angesagt sein würden. Zum Beispiel, wir machen auch Carbon, aber wir finden es halt trotzdem immer noch ein geiles Material, und da kann man geile Fahrräder draus bauen. Und ich habe eigentlich nur Stahl und ein Titanrad. Titan ist super. Ja, auch gut. Ja, da sind wir eben irgendwo Überzeugungstäter.
Aber was war das letzte, wo ihr gesagt habt: Ich weiß nicht, ob es gut ist, und dann doch super? Was hat euch überzeugt, wo wart ihr skeptisch? Ich habe jetzt eine elektrische Schaltung seit kurzem an meinem Rad. Ich hatte nie geglaubt, dass ich das brauchen würde, aber jetzt ging der linke Schalthebel die ganze Zeit so schwer, und da habe ich gedacht: Entweder alle Züge neu machen oder jetzt kommt da eine elektrische Schaltung dran, und das funktioniert voll.
Und das ist doch besser, ne? Aber das probiere ich jetzt aus, weil ich auch meine … man muss es natürlich ausprobieren. Es macht ja keinen Sinn, immer nur an alten Sachen festzuhalten, ohne die neuen irgendwie beurteilen zu können. Also probiert man das aus, und was gut ist und was sich bewährt, das behält man dann auch bei.
Ich meine auch, dass man das unbedingt ausprobieren muss. Ja, ja, das erzählt sie mir immer. Ich finde es auch total spannend, über die Produkte zu sprechen und über das Programm zu sprechen. Und ich habe da auch noch einige Fragen.
Aber es geht mir ein bisschen zu schnell, denn zweimal habt ihr eure Kundschaft erwähnt. Kerstin, du hast gesagt 50:50 Frauen und Männer. Und Karsten du hast gesagt, manchmal lässt du dich auch überzeugen von Dingen, von denen du vorher vielleicht nicht überzeugt warst. Wer sind denn eure Kunden?
Wer sind denn Leute, die in die schicke Mütze kommen? Ist das hier sowas wie so ein klassischer Quartiersfahrradladen, wo man hingeht, wenn man einen Platten hat? Ist das was, wo Leute von 300 Kilometer herkommen? Habt ihr jede Woche hier irgendwelche Podcaster oder sonst wo zu Besuch? Wer kommt hierher? Sind wir die Ersten?
Das will er eigentlich wissen. Natürlich, ich weiß, dass das nicht stimmt, aber das ist nicht so wichtig. Dieses Format Podcast haben wir auch gerade erst entdeckt, und das finden wir sehr spannend, dass wir das mit euch jetzt machen. Das wollten wir eigentlich selbst immer machen, zusätzlich zu den ganzen anderen Sachen.
Damals haben wir gedacht, wir machen mal einen schicke Mütze Podcast, bringen wir raus. So ein Podcast produziert sich auch ganz einfach weg, das können wir aus Erfahrung sagen. Aber ich wollte trotzdem wissen, wer sind die Leute, die hierher kommen? Wer sind die Kunden und Kundinnen?
Wir haben tatsächlich angefangen als Nachbarschaftsradladen. Also so in Bilk auf der Talstraße war das am Anfang so. Wir haben auch da die Hemmschwelle versucht. So ein Radladen, der viel mit Rennrad zu tun hat, wirkt ja für manche Leute auch irgendwie so direkt von Anfang an so ein bisschen elitär.
Seid ihr das? Seid ihr ein Radladen, der viel mit Rennrad zu tun hat? Wollt ihr denn nicht sein? Ich würde sagen, sportliche Räder, ja. Wir haben 95 Gravelbikes und Rennräder hier. Und damit verbindet man natürlich ein gewisses Sport.
Aber trotzdem finde ich, es wichtig, dass man erstmal open-minded ist, aber auch so ein bisschen das nach außen trägt. Wir haben damals vor der Mütze zur Eröffnung ein Klapprad gestellt. Das war mir wichtig, um zu signalisieren, dass das ein Laden für alle ist.
Und das war ja auch mit der Verbindung mit Radcafé dabei. Das war dann auch deutlich wichtiger, das nochmal irgendwie so zu zeigen. Und trotzdem waren wir so der Laden für die Nachbarschaft, wo die Leute dann irgendwie so ihr geschrottetes Hollandrad vorbeigebracht haben, was eigentlich auch nicht die Intention von uns war.
Wir wollten nicht der Laden sein, den es schon mehrfach gibt. Und ich glaube, Kerstin hat das eben so gesagt, wenn wir irgendwo unterwegs sind, dass wir vielleicht manchmal Läden entdecken, wo wir denken: So wollen wir nicht sein. Wir entdecken aber auch ganz, ganz viele Läden, die wirklich toll sind.
Ich habe nie erlebt, dass Leute einen Radladen einfach aus dieser Motivation machen: Ich werde reich. Und wenn, dann nicht lang. Also der Witz ist, glaube ich, wenn man es wirklich konsequent betreibt und auch richtig gut, dann kann man damit auch wirklich reich werden. Es gibt auch Beispiele. Wir sind das nicht.
Ach so, was ja nicht schlimm wäre, im Übrigen finde ich. Wir unterliegen auch wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die für uns sehr wichtig sind. Wir möchten ja auch hier unser Team irgendwie anständig entlohnen, und das kommt halt alles zusammen.
Aber wenn wir unterwegs sind, stellen wir fest, es gibt ganz, ganz viele tolle Läden, und da lässt man sich dann manchmal auch inspirieren. Man nimmt Dinge von überall mit, guckt. Aber für uns war es am Anfang so, dass wir nicht der ganz normale Laden sein wollten.
Während wir mit der Klassiker Ausfahrt angefangen haben, haben wir ja auch mit, weil wir keinen Laden hatten. Wir haben uns getroffen bei einem anderen Laden, bei Ritchie Sports damals. Und haben da einmal … ich bin dann auch jemand, dadurch, dass ich sehr lange Handel mache und mich auch gerne mit Produkten beschäftige, damals irgendwie so … ich weiß gar nicht, ich habe Rafa relativ früh kennengelernt, fand die Videos toll von denen, diese schwarz-weiß-Ästhetik.
Fand das super, dass die am Anfang, als die ihre ersten Videos hatten, und die Shirts rausgebracht haben, da sind die noch in Castelli-Hosen gefahren, weil die keine eigenen Hosen hatten. Und genau diesen Move zu sagen: Naja, wir haben ja nicht, aber irgendwie das Shirt ist geil, und dann irgendwie das Ganze mit tollen Bildern zu garnieren, das fand ich toll.
Ich bin ein Kind der Popkultur, mein Gott, das ist so Plattenladen. Ja, und das hat mich dann so abgeholt und mitgenommen. Und dann habe ich auch immer so, wenn wir bei anderen Läden waren, habe ich denen gesagt: Warum habt ihr eigentlich keine Panaracer-Reifen? Warum macht ihr das nicht? Oder warum sprecht ihr nicht mal mit Genesis und habt die Räder da? Und oder Ritchie, warum habt ihr die Produkte nicht da?
Und das waren alles so: Mach doch deinen eigenen Laden auf. Ja, der Urton damals war wirklich, dass die Läden gesagt haben: Das braucht keiner, das kauft keiner. Das kaufen die Leute nur im Netz. Und das war eigentlich so die Motivation, dass wir gesagt haben: Okay, dann machen wir den Laden mit dem Zeug, was keiner braucht und was keiner kauft und was die Leute nur im Netz kaufen.
Ja, okay, und dann kommen die Leute her, und ich will immer noch wissen: Wer sind diese Leute? Ja, okay, aber das waren von Anfang an, also ganz am Anfang auch Leute aus der Nachbarschaft, aber genau parallel, dadurch, dass bei uns geschrieben worden ist, damals allein dieses Wort Radcafé hat so viele Journalisten auch irgendwie erstmal so zu uns gebracht, weil die so sagten: Was soll das?
Warum macht ihr das? Warum macht ihr ein Café, was mit Fahrrad zu tun hat? Siehste, die Räufern waren doch schon Journalisten da, hab ich doch gesagt: Ich kenn welche, ist aber egal. Alle Illusionen zerstört. Ja.
Und das heißt, bei uns wurde geschrieben, und dann kamen halt auch Leute, und dann kamen Leute aus Spanien und sind in den Laden und die haben dann einen anderen Blick darauf gehabt. Manchmal haben Leute aus Düsseldorf, ich sag mal so, die normale ADFC-Kundin, die halt ein gutes Rad fährt und sich irgendwie ihre Klamotten holt, trotzdem war die dann manchmal irritiert, wenn man auf unsere Preise bei den Klamotten geguckt hat und das festgestellt hat.
Und dann kamen andere Leute, die sagten: Wow, das, was ihr als Bekleidung hier hängen habt, das kriege ich nirgends wo sonst in Deutschland in einem Laden zu kaufen und kann die Sachen anziehen. Und das war unser Weg. Und so vielfältig sind die Kunden.
Um es nochmal zusammenzufassen: Das waren die Leute direkt aus der Nachbarschaft, die da mittags zum Essen kamen und irgendwas auch gekauft haben oder ihr Rad zur Reparatur brachten, ihr Hollandrad oder so. Aber es waren auch die aus Hamburg, die dann wieder kamen, aus Köln, aus Aachen, Heidelberg, Stuttgart.
Das sind so Städte, die mir jetzt so hängen geblieben sind, wo plötzlich die Leute herkamen. Inzwischen kommen unheimlich viele aus ganz NRW, um hier Schuhe zu kaufen, weil sich das rumgesprochen hat, dass wir nicht nur gute Schuhe haben, sondern dass wir auch eine gute Beratung dazu machen.
Ja, und weil ich, also jetzt mal so von meinem Eindruck, kann ich das bestätigen, dass es hier ein Portfolio gibt, wo was dahinter steckt. Also eine, nennen wir es Philosophie oder nennen wir es irgendwie einen bestimmten Blickwinkel auf dieses ganze Thema.
Und das ist ja das eine, dass die Leute erstmal herkommen, und egal, ob es aus der Nachbarschaft oder aus Hamburg oder sonst wo, Stuttgart, Heidelberg, habe ich wieder gemerkt, Stuttgart, Heidelberg. Genau, es hat sich auch geändert, wie ich fast schon gesagt hatte.
Und was du vorhin auch angesprochen hast, ein ganz wichtiger Punkt: Das ist ja ein kleiner Laden. Wir können nicht alles machen. Und wenn die Nachfrage bei einem bestimmten Part, also bei Rennrädern zum Beispiel, als das größer wurde und wir mehr davon gemacht haben, dann mussten wir irgendwann sagen: Okay, aber wieso stehen denn jetzt lauter Hollandräder bei uns in der Werkstatt, und die Rennräder können wir nicht zusammenbauen, die Aufbauten können wir nicht machen, weil wir zu viel mit den Nachbarschaftsrädern zu tun haben.
Und dann haben wir natürlich peu à peu tatsächlich solche Sachen auch rausgedrängt, wodurch natürlich irgendwie auch die Kunden dann abhanden gekommen sind. So ein bisschen diese Art von Kunden und andere dafür mehr. Also das hat sich dann immer wieder mal verschoben. Da hat sich euer Profil so ein bisschen geschärft.
Ich hätte eine Nachfrage: Du hast gesagt, weil ihr auch eine gute Beratung habt. Danach mache ich meine Frage fertig. Ja, das ist ja in Ordnung. Gute Beratung hast du gesagt wegen der Schuhe. Was ist denn gute Beratung?
Also ich habe das jetzt erstmal so als Zitat gemeint, dass die Kunden das sagen. Aber was ist denn dein Verständnis von guter Beratung? Erstmal wichtiger, dass die Kunden sich gut beraten fühlen, als dass man selbst meint, man macht gute Beratung.
Ansonsten aber so ganz prinzipiell würde ich sagen, wenn ich einen Kunden bediene, versuche ich erstmal, den Kunden zu verstehen. Und dass für ihn passende seine Bedürfnisse sind zu erfragen und zu wissen: Was willst du denn damit machen? Das sind typische Fragen, die hier im Laden gestellt werden.
Und nicht deine Lieblingsschuhe zu verkaufen. Genau. Es geht da nicht darum: Ach ja, besten Schuhe, das sind die, die musst du haben, dann sind alle mit zufrieden. Und wir gucken uns Füße an. Oh ja, also da genau bei den Schuhen haben wir auch ein bisschen was in puncto Fitting gelernt.
Das ist, wie man … wie wichtig das ist. Und da haben wir ja auch mit einem eine Kooperation mit einem Bikefitter hier. Das hat ja quasi hier im Laden angefangen. Also ihr müsst euch das vorstellen: Alle Fahrräder hier an der Seite, und dann sind die Leute, die gefitscht wurden, dann hat der den Raufen runter, und Nils hat sich das dann angeguckt.
Und dann hat er irgendwann, haben wir so viele Termine hier gehabt abends nach Feierabend, dass wir gesagt haben: Dafür brauchen wir jetzt einen eigenen Laden. Und so haben wir da eine tolle Kooperation aufgebaut und viel gelernt. Auch was nochmal in Richtung Bedürfnisse des Individuums geht.
Das finde ich spannend, weil das kenne ich tatsächlich nur aus dem Laufladen wiederum, dass man sich so anguckt, wie laufen die Leute mit den Füßen und so. Aber das macht ihr auch? Ja, das machen wir nicht selbst. Wir lernen selbst auch immer was dazu und man guckt sich da so ein bisschen ab.
Aber das professionelle Bikefitting wird von Motiv aktiv gemacht. Christians Frage nach der Beratung wäre auch meine Frage gewesen. Aber er hat ja nach guter Beratung gefragt, und mein Gedanke ging so ein bisschen in diese Richtung: Okay, ihr müsst die Leute erstmal hier haben, aber dass dann eben zum Beispiel 50:50, wie du vorhin gesagt hast, dass das so ist und dass das wirklich Kunden und Kundinnen sind, da muss ja was passieren.
Christian hat nach guter Beratung gefragt. Ich frage nach schlechter Beratung. Was kann man denn falsch machen in diesem Moment? Wir haben ja gesagt, das sind begrenzte Räumlichkeiten. Ihr habt ja auch nicht alles da. Ihr habt ein begrenztes Sortiment.
Wir haben über Rennrad gesprochen. Rennrad ist so groß geworden in den letzten Jahren und so vielfältig. Das könnt ihr ja schon rein räumlich hier gar nicht alles abbilden. Da würde ich gerne noch was zu wissen. Oder habt ihr so etwas wie eine Beratungsphilosophie, wo ihr sagt: Das machen wir aber nicht?
Ja, ganz am Anfang, als wir losgelegt haben auf der Talstraße, war, glaube ich, unser Marketing auch ganz gut. Also man muss sich erstmal niederknien vor Dieter Mauermann für den Namen Schicke Mütze, der sehr schnell Wellen geschlagen hat mit der Verbindung Radcafé.
Und dann sind natürlich Leute mit ganz normalen Wünschen irgendwie so, die gar nicht geguckt haben, was machen die eigentlich da in ihrem Laden, sondern die kamen dann und sagten: So, ich finde den Laden toll, ich finde das toll, was ihr so macht, und ich hätte gerne so ein schwarzes Rad mit so einer Federgabel vorne und so einer Alubombe mit so acht Gängen und so einer Namenschaltung und irgendwie sowas.
Und damals haben wir nicht viel Umsatz gemacht. Und da bin ich dann doch hingegangen und habe gesagt: Guck mal, wir haben hier in Düsseldorf glaube ich 40, 50 Radläden, und ich würde sagen, 35 von denen bieten locker dieses Fahrrad an. Und die machen das alle gut, und da bist du wesentlich besser aufgehoben, wenn du bei denen das kaufst, weil das sind keine Sachen, die wir hier wirklich gut können.
Und dass man dann … ich glaube, den Fehler, den man machen kann, ist, wenn man versucht, irgendwie allen gerecht zu werden. Und wenn man auch versucht, irgendwie alles, jeder, der reinkommt, irgendwie so immer eine Lösung zu finden.
Ich glaube, wichtig ist, dass man sich selbst dabei nicht verliert, dass man irgendwie merkt: Was ist eigentlich unser Konzept? Was ist unser Weg? Und wie können wir Leuten helfen? Also manchmal, das ist ja so, wir sind ja ein kuratierter Laden.
Dadurch, dass wir einfach kleiner sind, müssen wir uns ja selber für Produkte entscheiden, die wir da haben und wo wir sagen: Davon sind wir angetan. Wie Kerstin das auch soeben sagte, die auch langfristig uns begleiten. Und dann kann man gucken: Passt da was aufeinander bei dem Kunden, oder muss man vielleicht auch manchmal sagen: Sorry, da kann ich … also ich habe überhaupt kein Problem damit, auch andere Läden in Düsseldorf zu empfehlen.
Und ich habe heute wieder ein Dankeschön gekriegt, was mich sehr gefreut hat von einem anderen Laden, weil ich da gerade vier Kunden glücklich gemacht habe, die ich einfach dahin geschickt habe. Und das ist gut.
Das finde ich sehr spannend, weil im Prinzip sagst du ja, und Kerstin sagt das auch, dass ihr euer Profil geschärft habt, so ein bisschen über die Jahre. Also ihr seid da konsequenter geworden. Ja, also ich kann auch mal so ein Döneken, dann kann man das vielleicht ein bisschen nachvollziehen.
Und diese Geschichte mit dem Nachbarschaftsladen, wir haben ja das alles so halbtags auch teilweise gemacht. Also Jan, unser Werkstattleiter, der ist Architekt und hat vormittags im Architekturbüro gearbeitet und am Mittag dann irgendwie so geschraubt.
Der hat sein Studium irgendwie in allen möglichen Radläden sich zusammenfinanziert damals und hat auch ein Händchen für so Klassiker gehabt. Also macht das sehr gut. Und wir waren aber, was Wirtschaftlichkeit angeht, bei solchen Dingen irgendwie ziemlich weit entfernt von dem, was man kaufmännisch irgendwie tun sollte.
Das heißt, wir haben Hollandräder entgegengenommen aus der Nachbarschaft, haben diese Hollandräder genommen, keiner wollte sie mit denen auseinandersetzen. Irgendwie so haben die für zwei Wochen in den Keller gestellt. Dann standen die da zwei Wochen, zweieinhalb Wochen, manchmal auch drei, wenn der Kunde echt genervt war, dann hat sich jemand darum gekümmert.
Dann hat man das hochgeholt, hat den Platten behoben, was beim Hollandrad beim Hinterrad auch keinen Spaß macht. Irgendwie so mit dem Spreizer und so. Den Spreizer hatten wir erst hinterher. Am Anfang haben wir wirklich Räder ausgebaut.
So, und dann hat der Kunde das Rad abgeholt und hat dafür zwölf Euro bezahlt. Und wenn man sich einfach mal Gedanken macht, dann stellt man fest, dass das keine Geschichte ist, die irgendwie aufgehen kann.
Und da war dieses: Wir schärfen unser Profil auch dringend nötig, weil wir einerseits auch nicht uns als Radladen für das Hollandrad gesehen haben und auf der anderen Seite auch irgendwie Parameter finden mussten, um das wirtschaftlich so zu betreiben, dass wir davon leben können.
Ist das auch der Grund, warum zumindest ich relativ wenig bis keine E-Bikes sehe hier? Ja, ich glaube, es hat eher damit zu tun, dass wir die Notwendigkeit von E-Bikes, die ist in so breiter Ebene bei sportlichen Rädern. Tu ich mich da immer schwer.
Vielleicht kommt irgendwann der Zeitpunkt, wo wir alle sagen: So ein Gravel-Bike in E ist auch genau unser Ding. Aber in den meisten Fällen haben wir ja auch Kunden, die mit sowas wieder einsteigen, die sich sowas geholt haben und dann hier vorbeikommen und sagen: Ich habe gemerkt, dass ich sehr schnell bei den 25 km/h bin und ich brauche eigentlich diesen Motor gar nicht.
Da möchte ich lieber ein leichtes Rad bei euch kaufen, was mir genauso viel Spaß macht. Obwohl, wenn du dich erinnerst, wir hatten ja relativ früh auch so einen Motor, Allogando sage ich nur, mit dem man auch so an klassische Rennräder dran bauen konnte.
Und wir haben uns mit diesem Thema durchaus auch auseinandergesetzt. Aber natürlich, wir müssen halt Entscheidungen treffen. Machen wir das oder nicht? Und den Platz haben wir nicht dafür.
Wir haben gesagt: Okay, an einer Stelle macht es echt viel Sinn, und zwar bei Lastenrädern. Und Lastenräder haben bei uns eben, gibt es die mit Muskelvariante oder eben mit Motor. Und da ist das eben auch genau gut untergebracht.
Und alles andere, da können die Leute ja erstmal sich irgendwo ein anderes E-Bike kaufen und dann haben sie Spaß am Radfahren und dann sagen sie: Okay, ich möchte auch mal schneller als 27 fahren, dann kommen sie hierher. Aber es ist ja auch Profilschärfen.
Ja, wobei manche denken dann immer, dass wir so ein Problem mit E-Bikes haben und unterstellen uns dann so: Ja, das macht ihr hier nicht. Das ist keine ideologische Geschichte, sondern ich finde das E-Bike unglaublich wichtig, gerade weil das so viele Leute vom Auto wegbringt und die irgendwie entdecken, dass so dieser Arbeitsweg von zwölf Kilometern wunderbar machbar ist und die sich dann nicht mehr in ihr Auto setzen, sondern mit dem E-Bike zur Arbeit fahren und auch zurück.
Und dann merkt man, wie viel Spaß Fahrradfahren macht. Und dann kommt vielleicht der zweite Move, dass man sagt: Dann geht es auch ohne Motor. So war es auch nicht gemeint, sondern es war eher so gemeint.
Und das hört man ja auch oft: Das ist jetzt die Rettung der Fahrradbranche. Ja, ich glaube, meine Beobachtung beim E-Bike ist, je hügeliger das Gelände, das Relief, umso selbsterklärender und sinnvoller ist es auch.
Ich gestehe, ich bin das erste Mal in Düsseldorf, aber ich habe Düsseldorf als doch eher flach wahrgenommen. Ja, da ist auch schon die eine oder andere Brücke mit 10 Prozent. Das macht das manchmal in Stuttgart. Die lachen über Brücken. Und wenn man nur weit genug fährt.
Aber ja, ja, das ist der eine Punkt. Wenn wir so drüber sprechen, über was sind eigentlich so die, wie soll ich sagen, sagt man Wachstumstreiber dazu in der Fahrradbranche? E-Bikes haben die unmotorisierten Räder überholt in der Verkaufsstatistik.
Das ist sicher ein Punkt, der genannt wird, so wenn wir über … wie geht es dem Fahrradhandel? Geht es … Der Fahrradbranche, wenn wir darüber sprechen. Ein anderer Punkt, gerade was den Fahrradhandel anbelangt, ist die Werkstatt.
Also, da kenne ich so ein ganz großes Spektrum von Läden, die sagen: „Wir machen nur noch Werkstattleistungen“, bis zu irgendwie großen Läden, wo die Werkstatt doch relativ klein ist. Ganz viel Wartezeit, Termine.
Rolle der Werkstatt
Welche Rolle spielt das für euch? Soll ich eigentlich nicht machen? Christian wird mit mir schimpfen. Trotzdem drüber gesagt: Die Frage womit verdient ihr Geld? Also verdient ihr, seid ihr so ein Laden, der mit der Werkstatt viel verdient? Ist es euer ausdifferenziertes Portfolio, euer Angebot?
Mit der Werkstatt verdienen wir aktuell nicht richtig Geld, ja. Aber die Werkstatt versetzt uns in die Lage, Geld zu verdienen, weil wir machen Individualaufbauten. Wir geben uns sehr viel Mühe mit unseren Rädern, auch wenn die aus dem Karton kommen, was die Aufbauqualität angeht. Und wir haben mittlerweile, also nicht nur mittlerweile, wir haben über die Jahre wirklich einen extrem guten Ruf, irgendwie so auch in der sportlichen Community.
Das heißt, die Leute sind alle bemüht, ihr Rad hier hinzubringen. Das ist in den Sommermonaten extrem schwierig, weil wir es einfach nicht schaffen. Wir haben über die Jahre gelernt, dass wir uns auf unsere Kunden konzentrieren müssen in den Sommermonaten, weil wir einfach auch die Leute, die ihr Rad gekauft haben, und ich meine, über die Jahre hinweg sind das dann auch irgendwann schon ein paar, denen möchten wir einfach den Service geben, wenn die ein Problem haben, dass sie auch schnell Hilfe bekommen.
Herausforderungen und Anpassungen
Und wir haben vorher, wir haben ein paar Jahre versucht, irgendwie alles Mögliche anzunehmen und irgendwie so alle Probleme zu bewältigen. Und da merkst du dann, da müssen deine eigenen Kunden irgendwann auch vier Wochen warten oder sechs Wochen. Das war nicht der Weg. Und deshalb haben wir dann uns da so ein bisschen darauf konzentriert, auf unsere Räder.
Und dann waren wir auch in der Lage, den Leuten immer innerhalb von einer Woche oder zwei Wochen auch in der Saison einen Termin zu geben. Das finden wir sehr gut. Jetzt, so am Ende, ich sag mal so Ende September sind wir wieder offen für alle, haben das auch kommuniziert. Und dann kann man trotzdem auch relativ schnell sein Rad hier unterbringen. Und das geht.
Wir sind immer ausgebucht, aber wir haben jetzt auch nicht, also ich glaube, das ist ein ganz, ganz großes Problem, nicht nur bei uns. Es gibt eindeutig zu wenig ausgebildete Fahrradmechaniker. Und auch mit den Qualitätsansprüchen, das ist echt schwierig. Wir diskutieren immer darüber, dass die Autoindustrie gerade solche Probleme hat.
Umschulungsmaßnahmen und Fachkräfte
Da denke ich mir auch so, na ja, vielleicht sollte man mal über Umschulungsmaßnahmen nachdenken. Haben wir auch schon diskutiert im Antritt. Also das sind sicherlich Mechanismen, die uns allen helfen würden, wenn da mal im größeren Stil irgendwie sowas gedacht wird und laut gedacht wird und wo man auch einfach guckt, wie kann man Modelle entwickeln.
Jemand, der irgendwie, also ich will jetzt nicht sagen, jeder, der an einem Auto rundschraubt, ist ein guter Fahrradmechaniker. Wer an vier Rädern schrauben kann, kann auch an zwei schrauben. Das ist sicherlich nicht so, aber ich glaube, jeder mit handwerklichem Geschick irgendwie. Fahrräder werden immer komplexer und komplizierter, aber trotzdem, das kann man lernen.
Und das wäre eigentlich sehr, sehr wichtig, weil das war ja auch bei einer Umfrage jetzt im letzten Jahr so, dass einer der größten Hemmschuhe für mehr Fahrradverkehr ist, dass die Leute irgendwie ihr Rad nicht schnell genug geserviced bekommen und zu lange warten müssen.
Diversifizierung der Einnahmequellen
Das ist übrigens ein Ding, was ich mir auch sehr wünschen würde, dass wir noch mal eine Frau in der Werkstatt hätten. Wir hatten schon eine Bewerbung für eine Ausbildung, aber wir können momentan noch nicht ausbilden. Und das wäre toll, mal eine Frau in der Werkstatt.
Und ganz kurz nachgehakt: Wenn es die Werkstatt nicht ist, womit verdient ihr das Geld, wenn ihr das sagen wollt? Leasing. Ich glaube, Leasing ist wichtig. Das hört man ja auch von vielen Fahrradläden. Leasing spielt auch bei uns eine Rolle, auf jeden Fall. Wobei ich teilweise schon irgendwie, dadurch, dass so die prozentualen Punkte da teilweise nicht mehr gedeckelt sind, irgendwie hat man schon gemerkt, also manche Sachen sind wirklich absurd.
Herausforderungen im Leasing
Irgendwie so. Welche zum Beispiel? Ja, du merkst halt, dass irgendwie manche Prozentzahlen, irgendwie der Marge, die du abführen musst, irgendwie bei Leasingverträgen, wenn du dann irgendwie siehst, wie gering manchmal die Marge ist. Und selbst wenn du dann was ich soeben sagte, wir sind ja jemand, der gerne Individualaufbauten macht, weil das auch so ein bisschen unsere Visitenkarte ist und wichtig für uns.
Und weil wir uns da auch selber für begeistern können. Und rein wirtschaftlich gesehen, wenn man diesen ganzen Aufwand sieht, der da dranhängt, ich meine, ein Kunde kommt irgendwie mit einer Idee. Nicht jeder Kunde hat immer eine feste Idee, sondern viele Leute haben so die Idee, dass sie ein Fahrrad haben.
Kundenberatung und Konzeptentwicklung
Und manche haben dann auch alle möglichen Ideen, bringen die aus dem Netz mit, was man so liest. Das ist dann manchmal auch eher verwirrend. Das wissen die Kunden dann selbst auch. Und dann verbringt man sehr viel Zeit, erstmal damit, irgendwie eine Linie zu finden, wo man sagt, irgendwie, was ist denn das, was dir am meisten hilft?
Und dann macht man sich Gedanken, dann hat man ein Konzept und dann rechnet man das Konzept aus. Und dann muss man einen Strich drunter machen und die Margen. Also, wenn man sich heute am UVP komplett hält, dann wird es halt schwierig. Klar, bei einem Rad, was für Unverschämtheit liegt. Die unverwirklichen Preisanfällungen.
Komplexität der Fahrradbranche
Also beim Leasingrad geht es nicht anders. Aber dann wird es zusammengebaut und dann besorgst du die Einzelteile und die Recherche und alles. Da hängt schon so viel dran, wo man so merkt, wenn man das runterbricht, was am Ende als Ertrag übrig bleibt, wird es echt tough. Und nichtsdestotrotz macht das sehr viel Spaß und es wird auch immer Teil der Mütze sein.
Also, was lässt den Laden leben? Was hilft wirtschaftlich? Das ist wirklich die Mischung. Ich glaube, wir sind leider nicht gut genug im Marketing oder haben nicht genug Reichweite. Vielleicht gibt es auch mal blinde Flecken, die wir haben.
Kundenwahrnehmung und Sortiment
Die Woche war wieder jemand hier und sagte: „Ich habe gedacht, ihr seid so ein Laden, wo man so einen Kaffee trinken kann und Mützen und Socken kriegt. Aber das hier sind so viele Räder und das ganze Zeug. Und dann habt ihr das alles noch da. Ich habe mich noch nie in einem Laden gesehen, wo man so viel Geld hat.“
Und da merkt man, dass manche Leute auch immer noch denken, wir sind so sehr nischig und haben nur ein paar Sachen da. Weil wir auch im Onlineshop nur ein paar Sachen haben. Aber der Onlineshop war auch nie gedacht als kompletter Laden. Manche Leute gucken erst mal da drauf und denken, das ist das Sortiment, das dann auch im Laden steht.
Konzept und Zielsetzung
Und für uns, das haben wir auch auf der Webseite kommuniziert, steht der Laden im Vordergrund. Und wir wollen hier wirklich Bandbreite anbieten. Und das ist egal, wenn du dich sportlich mit dem Thema Fahrradfahren beschäftigst, mit diesem sportlichen Hintergedanken, dann kannst du reinkommen und findest immer irgendwas.
Das ist so auch ein Konzept. Und ich glaube, das macht den Laden aus und lässt uns überleben. Und dass wir sehr lange, wir sind gut darin, uns selbst auszubeuten. Das hängt auch damit zusammen.
Trends in der Fahrradbranche
Das war, glaube ich, eine Topleistung von uns. Du hattest eben die Frage gestellt: Wenn es die E-Bikes nicht sind, was ist es denn sonst gewesen? Ich habe da jetzt gerade auch drüber nachgedacht. Ich glaube, der Boom mit den Gravel Bikes, als der losging, da waren wir auch relativ früh schon dran mit dem Genesis Croix de Fer.
Und das war das erste Mal, dass wir überhaupt Fahrräder in nennenswerten Stückzahlen so durchverkauft haben. Das war da schon ein Ding. Inzwischen würde ich sagen, ist ja noch mal so ein Trend zum Rennrad wieder zurückgegangen. Dass Rennradfahren einfach cool ist und Gravel Bike auch. Aber eigentlich auch so dieses wirklich echte Rennrad, schnell, aero und so.
Marktbeobachtungen
Die Flunder. Ja gut, da sind wir jetzt ja gar nicht so stark, sondern aber überhaupt dieser, was wieder so ein bisschen pusht in dem Markt. Ansonsten würde ich auch das noch mal unterstreichen, was Carsten gesagt hat. Wir haben immer mal solche Phasen, wo wir sagen, irgendwie geht da jetzt gerade bei Fahrrädern nicht so viel.
Aber Klamotten gehen irgendwie gerade gut. Klamotten haben wir jetzt die letzten drei Wochen so wenig verkauft. Aber Räder haben wir verkauft. Schuhe gehen plötzlich. Durch das wir so breiter aufgestellt sind, haben wir halt viele Säulen. Und dann kann man sich mal auf die eine oder auf die andere stützen.
Fähigkeiten im Fahrradgeschäft
Jetzt haben wir viel über so die naheliegenden Sachen gesprochen. Also, wer sind die Kunden? Was habt ihr hier im Programm? Womit verdient ihr euer Geld? Gibt es denn so etwas wie so bestimmte Skills oder Fähigkeiten, die man haben muss, um so etwas hier zu machen, die man eigentlich gar nicht so richtig auf dem Schirm hat?
Was Leute eigentlich gar nicht so denken? Buchhaltung? Ne, denkt man vielleicht. Ein super Skill, habe ich ja eben vorhin schon gesagt. Also sauber machen. Das wollte ich dir jetzt nicht vorschlagen. Aber bist du diejenige, die dann den anderen sagt: „Leute, hier, nein.“
Werte und Strukturen
Es geht ja auch nicht ums Putzen oder sowas, sondern es geht ja so um Werte zu erhalten. Und manchmal auch Strukturen. Das ist aber wirklich schwer. Also manchmal Strukturen sich zu erdenken, aber sie wirklich umzusetzen und dass sie immer von allen eingehalten werden, das ist eine ganz andere Geschichte.
Also mein Hauptskill oder mein Skill besteht so darin, dass ich eigentlich so ein Mädchen für alles bin, dass ich wirklich, das hört sich doof an, ne? Aber ich glaube, ich kann relativ viele Dinge einigermaßen gut. Und dass ich dann immer da auch einspringen kann, wo irgendwie gerade Not am Mann ist oder Not an der Frau.
Erfahrungen und Lernen
Ich glaube, ich habe keine Superskills, aber Handel, so ein bisschen, ne? Ja, durch die Dauer und dadurch, dass ich das relativ lange mache und wahrscheinlich auch halbwegs in der Lage bin, Dinge zu abstrahieren. Das heißt, das, was ich auf der einen Seite gelernt habe, irgendwie in Sachen Musik.
Ich durfte insgesamt sechs Läden aufmachen und teilweise auch mit so einem ganz ordentlichen Background, also nicht nur so klein, sondern wirklich groß, mit ein paar Millionen Umsatz und sowas. Und da habe ich enorm viel gelernt in der Zeit. Und das habe ich damals nicht so gesehen, weil das Ende war auch nicht so schön, irgendwie so.
Berufliche Hintergründe
Das war für einen großen englischen Arbeitgeber damals, Weltmarktführer in Sachen Musik. Aber ich habe unglaublich viel gelernt, irgendwie dadurch. Jetzt würde ich doch wissen, wer Wom war oder was? Nee, nee, Wom war ich auch kurz, aber das war HMB. HMB, ja. HMB ist mit dem Hundegrammophon.
Und da habe ich sieben Jahre gearbeitet, also von Anfang an, von der Deutschen Zentrale, von Beginn an. Und habe da am Anfang so mich um Warenwirtschaft und solche Geschichten gekümmert und Einkauf. Und hinterher war ich Produktmanager für die gesamte Kette, irgendwie so.
Teamarbeit und Kommunikation
Aber war dann immer so in der Kinderlandverschickung, wenn wir so einen neuen Laden aufgemacht haben, bin ich dahin gefahren und habe dann versucht, so ein Ding aufzuziehen. Und teilweise noch so, wo man dann so an Baustellen kam, wo die einen nicht reinlassen wollten, wenn man keinen Helm aufgesetzt hat und so.
Und da lernt man halt total viel. Also, wenn man so einen Laden aufmacht und irgendwie versucht, so ein Team zusammenzubringen und an Leuten. Und natürlich auch, wie spricht man mit Marken, irgendwie? Und wie bringt man, also wir wollten ja nie so ein ganz normaler Laden.
Selbstbewusstsein im Geschäft
Sondern das dann auch zu kommunizieren und vorher auch Marken zu erklären, was man macht. Das habe ich auch da gelernt. Und das kann man dann auch bei so einer Geschichte, auch wenn sie klein ist, sind wir, glaube ich, von Anfang an mit einem gewissen Selbstbewusstsein rausgegangen.
Und ich glaube, wir hatten heute noch jemanden da, ein großer deutscher Vertrieb, der ganz am Anfang auch einer unserer Partner war. Weil ich habe die alle angeschrieben, habe gesagt, wir machen so einen Laden auf. Und damals war das so, dass die alle immer gefragt haben, wie viel Meter Schaufensterfläche hat man.
Überzeugung und Skepsis
Und damit die sicher sind, dass du wirklich nicht für so eine Garage und für so eine Buddies einkaufst. Und wir waren ja im Hinterhof, wir hatten dann viel und so. Und das klang dann immer ziemlich überzeugend. Dann sind die so vorbeigekommen. Viele Quadratmeter, ja.
Und die fanden das, glaube ich, alle echt skurril. Weil da sitzt so ein Typ, irgendwie, der so eigentlich überhaupt nicht aus der Branche kommt, von nichts Ahnung hat, sich so für Fahrradfahren begeistert, aber wenig irgendwie so, also eigentlich in der Branche wenig Leute kennt und irgendwie so.
Herausforderungen und Vorurteile
Und das war dann ganz lustig. Und dann haben wir trotzdem im gesunden Selbstbewusstsein gesagt: „Naja, okay, Jungs, wenn wir hier loslegen, dann machen wir das und das.“ Und dann habe ich hinterher gehört, dass die dann gesagt haben: „Die werden kein neues Jahr überleben. Das geht total schnell, den Bach runter.“
Weil die natürlich gedacht haben, irgendwie so mit dieser Quereinsteiger- mit diesem Blick, den man so hat, das kann ja nur schief gehen. Das habe ich 2009 übrigens auch gehört, als wir ein Podcast-Label aufgemacht haben. Aber ja, Podcast, Internet, sagt man: „Seid ihr bekloppt?“
Parallelen zwischen Branchen
Internet, also wird sich das überhaupt durchsetzen? Es gab damals noch Leute, die gesagt haben, das geht wieder weg. Und zwar Professoren für Medien. Aber das ist vielleicht ein Exkurs, der euch zu weit führt. Ich meine trotzdem, so etwas wie so ein bisschen so eine Parallele zu sehen, also zumindest so aus dieser Halbdistanz, aus der wir uns dann nähern.
Vorhin hast du gesagt, ich kann auch nicht so richtig, aber kann irgendwie so viel. Und Christian sagte dann: „Handel.“ Und mir ging so auf: „Okay, es ist Handel.“ Also so stelle ich mir das Musikbusiness vor. Es ist Handel mit emotionalen Produkten.
Leidenschaft für das Geschäft
Und das zieht sich eigentlich so für mich aus dieser Runde hier ganz am Anfang, wo auch das Publikum klar emotional gesprochen hat. Und das ist ja das letzten Endes auch, was da drin steckt, euer Profil. Dass die Ausfahrten zuerst da waren und dann so eine gewisse Leidenschaft.
Also, wir machen diesen Laden nicht, um damit reich zu werden, weil wir haben ja schon festgestellt, wie gut es funktioniert. Ich hatte das Glück, dass ich auch davor, also es gab hier in Düsseldorf, ich bin hier hingekommen wegen einer sehr guten Punkrock-Abdeckung.
Erinnerungen an die Vergangenheit
Also hier war, hier steppte der Bär, der Lucybär, und mit dem Ratingerhof und irgendwie so. Das war alles sehr charmant. Aber das soll schon ein paar Jahre her sein. Das ist ein paar Jahre her. 50 Jahre ist das jetzt gerade in jedem Museum, irgendwie so.
Da waren wir letzte Woche unterwegs, auch an dem Thema. Da fand ich auch, irgendwie gab es so ein paar Schnittmengen. Letzte Woche hat jemand, Thomas Schwebel von Fehlfarben, sagte so: „Die Punkrock-Geschichte ist für ihn halt, er hat total viele Sachen in seinem Leben angefangen, die er eigentlich gar nicht konnte.
Überwindung von Hemmungen
Und das war so etwas, wo man die Hemmung verloren hat und wo man so für sich gedacht hat: „Ey, scheißegal, irgendwie kriegen wir das auch hin.“ Und das hat mich immer begleitet. Und ich habe damals irgendwie, als ich nach Düsseldorf gegangen bin, habe ich Zivildienst gemacht und habe irgendwie nebenbei, brauchte ich irgendwie einen Job und wusste nicht, was ich studieren sollte.
Und dann habe ich angefangen, in einem Plattenladen zu arbeiten. Hitzbill war das damals, der ist gerade neu aufgemacht worden. Und ich bin da auch so ein bisschen by accident zu dem Job gekommen und habe dann auch da sieben Jahre gearbeitet und habe im ersten Jahr eigentlich nur Kartons kaputtgerissen.
Einfluss der Punkrock-Szene
Aber der Chef, Jürgen Krause, ist sowas wie der Papst der Düsseldorfer Punkrock-Szene. Und dazu gehörte ein Klamottenladen, der damals als erster sowas wie Stussy hatte und davor noch so wie in Westwood diese ganzen Klamotten und so. Und das war so ein spannender Ort.
Und das hat mich halt total abgeholt. Und das ist dann auch, das war auch dann Blaupause. Und wir haben zum Beispiel diese Immobilie, glaube ich, auch ein Stück weit gekriegt, weil das damals Entwickler waren, die irgendwann mal in der Mütze standen und sich unseren kleinen Laden angeguckt haben und fanden das spannend.
Erinnerungen an die Anfänge
Und dann haben die mich gefragt und dann habe ich denen gesagt: „Naja, ich bin als 14-Jähriger, 15-Jähriger bin ich von Iserlohn aus zum Plattenkaufen nach Düsseldorf gefahren und habe mich total gefreut, hier so bei pure Freude oder Rock on, irgendwie eine Platte kaufen zu können.
Und das hat mich total begeistert. Und wir waren, Mütze war immer so ein Laden, wo ich dachte: „Hey, wenn da jemand aus Essen sagt, ich fahre da mal hin, weil die haben so Zeug, was du sonst nirgends kriegst, dann ist das ein gutes Ding für uns.“
Zielsetzung und Inspiration
Und das war so, ja, Zielsetzung, so eine Idee. Ja, so eine Idee. Inspiration. Und ich hatte das Glück, dass ich halt in so Läden gearbeitet habe, die dann irgendwie auch genau diese Bedeutung hatten. Spannend, ich bin damals, ich bin in Potsdam aufgewachsen, ich bin immer nach Berlin gefahren zu Mr. Dad und Mrs. Free, dem großen Indie-Laden, wo man irgendwie…
Nostalgische Erinnerungen
Ganz groß, ja. Aber das ist spannend. Und dann hat man da einen Tagesausflug gemacht, hat sich drei Platten gekauft, noch einen Kaffee getrunken. Das hier ist der Platten-Podcast. Oh, wir machen nochmal eine Sonderfolge. Ich kann euch, also ich bin auch kein ausgebildeter Podcaster. Ich weiß gar nicht, wie das geht.
Also mir ist das auch nur irgendwie zugefallen. Und Christian lässt mich bis jetzt machen. Mal gucken, wie lange noch. Ich lebe in so einem wöchentlichen Rhythmus als Podcaster. Und das ist auch ein sehr emotionales Business.
Gewinnausschüttung und Erfüllung
Und für mich gibt es so einen Moment, wo… Das ist so ein bisschen Gewinnausschüttung. Das ist eigentlich dann, wenn ich weiß, die neue Folge ist auf den Plattformen hochgeladen. Ich sehe die dort, ich höre manchmal da nochmal rein, weil das irgendwie was anderes ist, wenn die veröffentlicht ist.
Und wenn ich das Gefühl habe: „Okay, ich habe da jetzt irgendwie ein gutes Gespräch abgeliefert. Ich habe irgendeine Geschichte, die vielleicht aus diesem Blickwinkel oder überhaupt noch nicht oder irgendwie nicht so hörbar war. Ich habe die hörbar gemacht. Ich habe der zu einer gewissen Reichweite verholfen.
Momente der Erfüllung
Dann ist das für mich so: „Okay, cool.“ Weil das ist ja dann auch noch da und verflüchtigt sich nicht. Und das freut Leute, die da porträtiert sind. Lange Frage, kurzes Ziel. Was ist für euch der Moment? Was ist für euch der Moment, wo ihr sagt: „So, die Gewinnausschüttung an diesem Business hier, wo ihr sagt: „Dafür machen wir es, dafür lohnt es sich?“
Das ist tatsächlich, denke ich, jetzt in erster Linie auch daran, wenn wir cool Events gemacht haben. Also auch wenn das mit sehr viel Aufwand immer verbunden ist oder sowas. Aber da ist wahrscheinlich ein ähnliches Gefühl wie das bei dir entsteht. Man sagt, da hat man viele Leute abgeholt.
Events und Community
Meint die Ausfahrten, Events, Ausfahrten, aber auch so, wir machen ja auch rund um die Köl, zum Beispiel. Das ist ja keine Ausfahrt, sondern das ist ja ein Wettkampftag auf der Köl mit Kriteriumstag, mit unendlich vielen Rennen. Und ja, mit sehr viel Vorbereitung, lange Anlauf und viel Arbeit auch an dem Tag.
Und wenn man das dann geschafft hat, dann hat man viele Leute glücklich gemacht oder sich selbst auch. Zum Beispiel bin ich auch selbst noch mal ein kleines Rennen auf dem Lastenrad mitgefahren. Das sind alles solche Sachen, die das auch wieder auszahlen.
Teilnahme an Veranstaltungen
Oder wenn man sowas wie die Cycling World hinter sich gebracht hat. Wir stellen da ja aus, wir gehen ja nicht nur hin. Das ist ja quasi Heimspiel, auch so ein bisschen. Ja, und wir haben von Anfang an eben auch da wirklich den Ausfahrtenprogramm gehabt.
Aber auch unseren Stand wieder aufzustellen. Das sind so Sachen für mich, wo ich auch, ja, ich stelle ganz gerne was her. Ich bin ja nicht Vollzeit hier oder überhaupt. Das ist ja eigentlich nur mein Nebenjob in der Mütze. Ich bin ja auch Vollzeit woanders noch tätig.
Kreativität und Ergebnisse
Und das hat, also da bin ich die Mahn Vorkast. Das hat sehr viel mit Analyse zu tun, mit Zahlen und so weiter. Und das ist hier einfach etwas, was mir viel mehr anpackt, was viel kreativer ist. Und wenn ich da etwas auf die Beine stellen konnte, wo ich hinterher das Ergebnis sehe, das ist was geworden. Das ist für mich dann mein Lohn.
Kundenbindung und Freude
Ja, bei dir, Carsten? Ist es der oder die, der aus Iserlohn kommt und hier irgendwas einkauft? Hatten wir diese Woche tatsächlich zweimal. Da grinst er. Iserlohn und Altena, das fand ich wirklich großartig. Es ist wirklich, wenn man einen Laden betreibt, der davon lebt, dass man Dinge verkauft und dann natürlich auch daran gemessen wird, dass man am Ende des Tages Geld in der Kasse liegen hat, weil das braucht man dann, um die Kosten zu decken.
Bedeutung von Events
Es ist schon fast absurd, aber ich bin da auch absolut mit Carsten deckungsgleich. Dieses „Wow, das kommt halt nach Events.“ Und mit den Events verdienen wir kein Geld, sondern das ist halt einfach so. Die geben einem Dinge zurück. Trotzdem ist natürlich das ja erstmal wichtig, dass dieser Laden funktioniert und dass wir die Rahmenbedingungen dafür schaffen können.
Leidenschaft für die Branche
Man hört unheimlich oft in meiner Biografie, dass ich zweimal mein Hobby zum Beruf gemacht habe. Und das ist sicherlich eine ganz, ganz tolle Geschichte, weil wir müssen nicht ins Bergwerk, sondern wir machen hier Dinge. Ich habe zweimal das Glück, dass ich mich mit Themen beschäftigen darf, die anderen Leuten Freude machen.
Positive Kundeninteraktionen
Jemand betritt so einen Laden, der kommt nicht hierhin, weil er hierhin muss und weil das irgendwie echt total scheiße ist, sondern die Leute gehen in den Radladen, weil sie irgendwie Bock haben und sich irgendwas Schönes zu holen und irgendwie Lust haben. Klar, jeder Mann kann auch einen Platten haben, aber im Regelfall kommen die halt mit einer anderen Motivation rein.
Herausforderungen im Geschäft
Und das war bei Musik genauso. Und das ist irgendwie etwas, was einen erstmal sowieso positiv stimmt. Und dann der Rest, irgendwie so, ja, wir haben, glaube ich, die Skills, um irgendwie so das Ganze so mehr oder minder wirtschaftlich hinzukriegen. Das ist nicht immer einfach.
Geduld und Ausdauer
Also viele Leute denken auch, irgendwie so: „Hey, ihr seid ja so bekannt und das funktioniert alles so.“ Also, wir haben auch Phasen, wo es echt tough wird, aber wir verlieren nicht die Geduld und nicht die Nerven und gehen unseren Weg. Und oft stehen wir uns selber manchmal auch im Weg, aber auch das gehört manchmal dazu. Da lernt man sehr viel.
Wertvolle Begegnungen
Vielleicht kann ich noch eins ergänzen, weil das ist auch etwas, was ich immer sehr schätze an dem, was wir so im Rahmen und im Umfeld damit zu tun. Das sind wirklich die Menschen, die man so kennengelernt hat in der Branche und die man immer wieder trifft.
Community und Austausch
Und wo ich sagen würde, das ist auch eine gute Community, ganz einfach. Also, es sind viele Begegnungen, viele Menschen, die man kennengelernt hat, wo man sagt: „Ja, das ist richtig gut.“ Jetzt haben wir sehr viel mit euch gesprochen, aber noch relativ wenig mit dem Publikum.
Fragen aus dem Publikum
Und das wollen wir jetzt ändern. Wir haben am Anfang so ein paar Stimmen schon gehört aus dem Publikum, aber wir würden das natürlich fast schon verschenken, wenn wir nicht hier die Chance euch geben würden, auch Fragen zu stellen. Wenn ihr schon mal die Chance habt, mit den beiden auch abseits des normalen Alltagsgeschäfts ins Gespräch zu kommen.
Wenn ihr eine Frage habt, meldet euch. Gerolf, komm vorbei. Ich habe die angenehme Position jetzt hier zu sitzen und zu dirigieren. Also, erste Frage, Feuer frei. Wer möchte was fragen? Hier vorne, eins, zwei. Gerolf, walte deines Amtes.
Anmerkungen und Geschichten
Also, auch wenn es keine Frage ist, es darf auch eine Anmerkung sein. Der Karsten hat eben so schön gesagt, er lässt sich ja überzeugen. Also, auch wenn er am Anfang nicht davon überzeugt ist, da gibt es auch so ein Döniges.
Also, als das Thema hier mit der Runde um die Köh war, da hat der neben mir Sitzende da… Gegeneinander, auch so inoffiziell Stadtmeister und so weiter, alle auf Rennrädern. Hat der Kollege neben mir angesagt, das ist aber schon drei, vier, fünf Jahre her oder sechs Jahre, keine Ahnung.
Ungewöhnliche Teilnahme
Wir machen mal was anderes. Und dann sind wir mit vier Leuten gefahren oder haben es angemeldet und sind mit vier 16 Zoll Falträdern gekommen, einer englischen Marke, dessen Name ich jetzt mal nicht erwähne. Wir hatten uns ein bisschen versteckt hinter dem Bereich und dann weiß ich noch, dann hatten wir alle auch gleiche Trikots an, wie das so üblich ist.
Und dann kam Karsten vorbei und sah den einen oder anderen, der kannte die ja.
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Und dann kam plötzlich dieses Erlebnis: Oh scheiße, jetzt fahren die auch noch mit so einem Faltrad hier rum. Also wir hatten das so ein bisschen als Spaß, und das ist ja eigentlich eine ernste Sache. Der Witz war nur, das war so ein bisschen das Auftaktverfahren, weil wir nämlich eigentlich dann über Jahre hier wirklich gebaggert haben, dass auf diesem Event ein Faltradrennen gemacht wird.
Was so eine Mischung ist zwischen: Manche nehmen es ernst und manche fahren nur Spaß. Das ist in London auch so bei dieser englischen Fahrermarke, deren Namen ich nicht nenne, aber der Redaktion bekannt ist. Ja, die hören natürlich auch. Da gibt es so ganz viele Events auch, und wir haben das jetzt, glaube ich, seit drei, vier Jahren, ist es also tatsächlich im Programm. Wir haben es geschafft, wir sind ganz stolz, wir konnten ihn überzeugen.
Und das Witzige war wirklich so, dass man bei dem ersten Event den Eindruck hatte, durch die einen oder anderen Leute wurde das auch bestätigt, dass bei diesem Rennen, zumindest am Start, das meiste los war. Also da war richtig gute Stimmung und das hat Spaß gemacht. Und da muss man wirklich sagen: Vielen, vielen Dank an dich, an euch, an alle, die da mitgemacht haben, dass sie den Spaß mitgemacht haben, dass das jetzt so einen geführten Teil des Programms ist.
Neue Ideen
Um eine Anmerkung darf man dann auch hinaus sagen: Eigentlich haben wir jetzt eine neue Idee, weil aufgrund dieser Klassiker-Geschichte, zu der wir uns auch bekennen und immer gerne mitfahren, haben wir eigentlich jetzt die Idee in dieser Gruppe, was ja mittlerweile eine Gruppe ist, die sich gebildet hat. Da haben wir gesagt, also eigentlich müssen wir jetzt den Karsten davon überzeugen, dass wir jetzt auch mal ein Klassiker-Rennen machen, aber mehr so nach dem Motto: Wir zeigen mal die Schönheit der Räder und alles andere gucken wir da mal.
Also insofern, du weißt, was auf dich zukommt. Gibt noch neue Ideen, sehr gut. Da hinten gab es vielleicht sogar eine Frage, aber vielen Dank auf jeden Fall für die Geschichte. Dönnekes heißt das, habe ich gelernt. Hier gab es, der Kollege hatte sich gemeldet, genau.
Ja, vorhin, als nach dem einen Stichwort gefragt wurde, womit man das charakterisieren kann, war es mir noch nicht eingefallen, obwohl ich schon so eine Idee davon hatte. Kann man jetzt noch nachliefern. Genau, was ich jetzt sagen würde, ist Game Changer, weil ich sehe das ja nur so ganz peripher, aber so aus meiner Wahrnehmung hat sich die Fahrradszene hier in Düsseldorf schon erheblich gewandelt, so in den letzten zehn Jahren.
Veränderungen in der Fahrradszene
Und in meinem Eindruck spielt die Mütze dabei eine entscheidende Rolle. Also ich denke jetzt so an diese Veranstaltungen, die schon genannt worden sind, rund um die Köl. Gab es, glaube ich, meiner Ansicht nach eine Zeit lang gar nicht, weil sich keiner fand oder zumindest nicht in dieser Form. Ich weiß nicht so ganz genau. Ja, in dieser Form nicht genau.
Und was vor allen Dingen neu dazugekommen ist oder ich neu kennengelernt habe, war dieses Querfeld Rhein oben auf der Rennbahn. Und also für mich, das ist eine Pferderennbahn und das war so eine Art Gravel-Wettbewerb. Also ein Cross-Veranstaltung eigentlich, aber eben auch so ein Material-Rahmen-Programm, also Ausfahrten und solche Sachen.
Also in meiner Wahrnehmung spielt da eine entscheidende Rolle, dass diese Dinge da entstanden sind. Und ich frage mich, wie macht man das noch? Also ich meine, so ein Laden betreiben ist schon was, aber das sieht so aus, als sei das nochmal eine ganz andere Tätigkeit oder mal ein ganz anderes Betätigungsfeld, was wir eben auch so mit ziemlichem Erfolg, finde ich, umgesetzt haben.
Historie und Herausforderungen
Und das gab es oder habe ich jedenfalls vorher nicht so wahrgenommen, dass das so in der Breite akzeptiert wird. Also rund um die Köl gibt es tatsächlich seit 1968 und es ist zwei oder drei Mal ausgefahren, glaube ich, in all den Jahren. Und wir sind da irgendwie als Gäste immer vorbeigegangen und haben uns das angeguckt.
Und das hat wirklich ein paar Jahre echt übel durchgehangen. Irgendwie so 32 Starter im Hauptrennen und sowas. Aber das Format und das ganze Ding ist einfach so toll. Also mich hat das damals echt abgeholt. Ich bin da immer hin und habe mir, wie sich das entwickelt hat, also damals leider nach unten irgendwie so angeguckt und habe dann auch den Frust mitgekriegt der damaligen Veranstalter.
Und habe dann einfach nur, ja, ich habe denen gesagt, sie sind ein Stück weit selber schuld, weil sie nicht irgendwie losgegangen sind und keine Werbung gemacht haben und noch nicht mal in die Mütze gekommen sind und so. Und um mal ein Plakat aufzuhängen oder so. Das köchelte so in seinem eigenen Sud.
Entscheidungen und Entwicklungen
Und darauf findet man, also fand man mich nicht nett und nicht gut und irgendwie hat er auch irgendwie ziemlich rumgemoppert. Und am Ende stand ich dann also, ich weiß nicht, wenn das jemand hört, wird er das wahrscheinlich auch heutzutage extrem skurril finden. Aber damals war der Ansatz, den man mir gesagt hat, da standen die alle zusammen, so mehrere Leute, offizielle und sagten dann so: Was wir jetzt machen werden, dass wir gucken dieses Wochenende, wer jetzt von den deutschen Fahrern in den Niederlanden beim Rennen gestartet ist, und denen schicken wir eine Abmahnung und eine Strafe.
Und damit die wissen, das können die nicht nochmal machen, damit die wieder rund um die Kühl starten. Dann habe ich gesagt, okay, das ist euer Konzept, das finde ich sehr gut. Das wird sicherlich sehr erfolgreich werden und so. Und habe dazu gratuliert, und dann fanden die mich alle noch schlimmer.
Und wir haben dann irgendwie so nach und nach einfach durch, sind so ein paar Türen aufgegangen und dann haben wir versucht, uns da einzubringen, am Anfang zurückhaltend. Und das ist nicht immer, nicht jeder fand das toll. Die haben uns die Musik abgedreht, da lief halt Hardcore-Schlager und wir haben halt wirklich anderes Zeug aufgelegt und sind 2016 da mit einem Fixie gestartet, irgendwie so und Punkrock voraus, irgendwie so.
Gemeinschaft und Unterstützung
Und ja, also diese ganzen Dinge macht man, weil sie einen einfach so auch begeistern. Das ist glaube ich manchmal bescheuert, dass man sich diese Arbeit macht. Und das sind ja nicht nur wir, sondern da steckt so ein großes Team mittlerweile bei Rund um die Kühl dahinter. Also wenn sich hier jemand angesprochen fühlt, wir freuen uns über Unterstützung. Das geht das ganze Jahr über.
Und einen Satz noch dazu, sorry, da bin ich mich da so ein bisschen verplappt. Aber wenn wir das alles in Düsseldorf und danke dafür, dass wir so Game Changer genannt werden. Als wir den Laden angefangen haben und mit der Klassiker-Aushalt, was wir damals gehört haben, war, dass Leute gesagt haben: Warum macht ihr das in Düsseldorf? Warum macht ihr das nicht in Köln? Köln hat eine Fahrradszene und da ist das viel besser.
Und wir wollten das hier machen, weil das unsere Heimatstadt ist. Und wir haben auch gesagt, das ist egal, wir schaffen uns das. Wir schaffen uns unsere Strukturen und wir können die Leute begeistern. Ja, genau, das war es.
Herausforderungen und Zukunft
Und Gerolf, wie hast du es genannt? Gewinnausschüttung? Wenn das für euch die Gewinnausschüttung ist, so ein Event auf die Beine, dann verstehe ich auch sozusagen, warum man dann noch die extra Meile geht. Es ist natürlich auch mit den Kosten verbunden. Vor der Gewinnausschüttung erst mal kriegt der Einsatz.
Und dass man sich das manchmal noch rausleiert, obwohl es eigentlich schon gar nicht mehr geht. Aber ich glaube, unser größter Verdienst, wenn man das so sagen kann an der Stelle, ist, dass wir an den entscheidenden Stellen wirklich die Entscheidung getroffen haben: Wir ziehen das weiter durch. Und das haben wir erst vor zwei Jahren wieder gemacht.
Da stand das noch mal wirklich zur Diskussion: Geht es mit Rund um die Köln weiter oder nicht? Und weil wir gesagt haben, wir sind dabei, deswegen ging es dann auch weiter. Jetzt haben wir einen Verein. Eine Frage dort und eine Frage dort.
Fragen aus dem Publikum
Ich will noch ganz kurz ergänzen, dass es noch, also wir haben vorhin über Beratung gesprochen. Du hast gesagt, die Bedürfnisse der Leute. Und das klang jetzt für mich eben so, dass ihr halt auch für Leute, die hier im Publikum sitzen, das ist wichtig, was ihr macht. Eben nicht, dass irgendwie nach Regularien, wer ist in den Niederlanden gestartet, sondern okay, was vielleicht gerade, wenn nichts fort ist.
Egal, ich habe genug gesagt. Jo, danke. Hallo, wie schwierig war diese Transformation, ich sage jetzt mal, vom Holland Fahrradladen zum Rennradladen? Also diese Spezialisierung, weil man muss ja auch gewisse Kunden dann hinter sich einfach lassen, und das hat auch finanzielle Folgen, natürlich.
Kam das, ich sage jetzt mal in Anführungszeichen automatisch von alleine, oder habt ihr bestimmte Maßnahmen irgendwie getroffen, zu sagen: So, wir verkaufen jetzt keine Schutzbleche mehr oder irgendwie so in der Richtung? An manchen Stellen muss man da tatsächlich auch Entscheidungen treffen.
So ganz von alleine passiert das nicht, obwohl so eine organische Entwicklung ja immer auch stattfindet. Aber man kommt immer wieder an den Punkt, wo man sagt: Was wollen wir denn jetzt eigentlich sein? Wir müssen jetzt eine Entscheidung treffen. Und dann muss man sagen: Wir können uns nur dafür einsetzen und wir werden das jetzt so oder so machen.
Organische Entwicklung und Entscheidungen
Das ist tatsächlich so. Ansonsten hat sich vieles ganz organisch bei uns entwickelt. Aber wie gesagt, manchmal muss man auch lernen, Nein zu sagen, genauso wie man zu anderen Dingen Ja sagen muss. Das will ich und das kann ich, deswegen nicht mehr.
Gibt es noch eine weitere Frage im Publikum? Ja, ich wollte fragen, habt ihr noch irgendwas, was ihr mit dem Laden noch machen wollt, was ihr bis jetzt, wozu noch nicht gekommen seid, was ihr euch für die Zukunft noch vorgenommen habt?
Ja, wir werden jetzt expandieren und in allen großen deutschen Städten wird es eine weitere geben. Und zwar nächste Woche. Ach, hatte ich das nicht sagen? Schicke Mütze XXL. Also eigentlich, wir wollen wieder ein Café haben. Das schwingt hier seit Jahren. Mal gucken, da sind wir seit letztem Jahr so in Gesprächen und versuchen, irgendwie kreativ da dran zu gehen.
Also das ist uns eigentlich total wichtig. Nur, woran hapert es? Fläche. Manpower. Manpower, also wirklich Strukturen, Manpower, beides. Gibt es noch weitere Fragen? Hier vorne gibt es noch eine.
Fahrradkultur und deren Entwicklung
Ja, Gerolf, walte deines Amtes. Ihr habt gerade die Fahrradkultur erwähnt. Ihr macht das ja schon etwas länger. Wie hat sich die in der Zwischenzeit verändert? Darf ich da mal ganz kurz? Also ich bin mal nach Fahrradkultur gefragt worden, oder da ging es darum, da haben wir den Film „Bikes vs Cars“ ins Kino gebracht und wir waren da vorne und haben nochmal so ein kleines Gespräch geführt.
Und dann ging es um die Fahrradkultur. Und dann habe ich auch so gedacht: Naja, also Fahrradkultur, da redet man ja immer viel davon. Eigentlich die Verbindung zu irgendwie Kunst und Kultur und solchen Geschichten. Und ich habe gesagt: Kultur ist das, was man kultiviert, also das, was man anbaut, was irgendwo wächst oder so.
Und das ist etwas, Fahrradkultur, dass man Rad fährt und dass man das Fahrrad nicht nur nutzt, um damit Sport zu machen, sondern dass man das noch nutzt, um zur Arbeit zu kommen, zum Einkaufen und alles andere auch zu machen. Das ist für mich Fahrradkultur.
Fazit und Ausblick
Und das versuchen wir auch irgendwie auf allen Ebenen ein bisschen zu spielen. Und ich glaube, das sieht man schon wachsen, gerade im sportlichen Bereich, wie viele Menschen jetzt auch junge Leute gerade aufs Rennrad gekommen sind. Das hat sich toll entwickelt. Es ist eine tolle Community gewachsen.
Und ich glaube, so gerade in der Infrastruktur, da gibt es immer noch Nachholbedarf. Da dürfte man, da darf noch mehr Fahrrad spürbar und atembar sein. Seit 2014 gibt es die Schicke Mütze in Düsseldorf.
Und über die Geschichte, über Fahrradkultur und den Charakter dieses Fahrradladens haben wir hier im Antritt mit Kerstin Kortekamp und Carsten Wien von der Schicken Mütze gesprochen. Die nächste Ausgabe dieses Podcasts gibt es dann am 23. Oktober.
Ihr erreicht uns natürlich unter antritt@detektor.fm, detektor.fm mit K, sowie auf Instagram und auf meinem Lieblingssozialen Netzwerk Mastodon. Und wir sagen auf jeden Fall vielen Dank für die Einladung, dass wir hier sein durften, Kerstin und Carsten, allen, die da waren, die heute hierher gekommen sind, im Publikum waren, die auch zu hören waren, die Fragen gestellt haben.
Und wir danken vor allen Dingen auch den Leuten, die diesen Podcast hier unterstützen bei Apple Podcast und bei Steady. Wir haben es ja in der letzten Ausgabe auch gesagt, wir sind gerade dabei und wollen auch noch mal ein bisschen wachsen. Wir wollen keinen Kaffee, aber wir wollen auch noch mehr Fahrradkultur in diesem Podcast machen.
Kaffee wollen wir eigentlich auch immer, aber wir wollen kein eigenes aufmachen. Unterstützt uns, sagt es weiter, dass der Antritt bei Steady beispielsweise unterstützt werden kann. Wir wollen bis Weihnachten auf 400 Leute kommen. Es ist sehr, sehr schön zu sehen, wie schnell ihr mehr werdet.
Und alle Informationen findet ihr natürlich auch in den Shownotes. Und um es abschließend auf zwei Worte zu bringen: So wie die schicke Mütze, wir wünschen einfach gute Fahrt.
[MUSIK: Fehlfarben_Das sind Geschichten]