In dieser Ausgabe vom „Antritt“ spricht Martin Moritz über seine Erfahrungen beim Transcontinental Race 2025, bei dem er am Ende sensationell Zweiter geworden ist.
Das Transcontinental Race
Einmal quer durch Europa: Das Transcontinental Race zählt zu den härtesten Radrennen der Welt. In diesem Jahr ging es von Santiago de Compostela an der spanischen Atlantikküste bis ins rumänische Konstanza am Schwarzen Meer. Fast 5000 Kilometer, auf denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer komplett auf sich allein gestellt sind. Das Transcontinental Race ist ein sogenanntes Unsupported-Rennen: Von der Routenplanung über Verpflegung und Reparaturen muss alles selbst organisiert werden.
Warum macht man so was? Martin Moritz spielt eigentlich American Football und kommt dann durch eine Knieverletzung zum Radfahren. Irgendwann reist er als Fan zur Tour de France, fährt selbst Alpenpässe und fühlt sich in den Bergen immer mehr zum Radsport hingezogen. Seine Touren werden länger und eines Tages merkt er: Er hat nach langen Ausfahrten mehr Energie als andere.
Die Sache mit der Fähre
Die Organisatoren hatten sich für das Transcontinental Race in diesem Jahr eine Besonderheit ausgedacht. Teil der Route war eine Überfahrt mit der Fähre von Bari in Italien nach Durrës in Albanien – verpasst man die Fähre, kann ein ganzer Tag verloren gehen. Auch für Martin Moritz ist sie ein zusätzlicher Stressfaktor und gleichzeitig faszinierend. Er schaut sich die Fähre am Sonntagabend aus, glaubt während des Rennens nicht mehr daran, diese Fähre noch rechtzeitig zu erreichen und denkt zwischenzeitlich auch ans Aufgeben. Es ist der emotionale Support seiner Freundin, der Moritz durchhalten lässt.
All in or nothing
Das Motto von Martin Moritz ist „All in or nothing“. So ähnlich tickt aber auch der 23-jährige Franzose Victor Bosoni: Denn die beiden sind die Einzigen, die es rechtzeitig auf die Fähre schaffen. Zu diesem Zeitpunkt ist schon so gut wie klar, dass Bosoni und Moritz den Sieg unter sich ausmachen. Ab jetzt zählt nur noch, wer schneller fährt und mit weniger Schlaf auskommt. Am Ende hat Victor Bosoni die Nase vorn: Nach 10 Tagen, 16 Stunden und 38 Minuten geht er als jüngster Sieger in die Geschichte des Transcontinental Race ein. Nur sieben Stunden später ist auch Martin Moritz am Ziel – für ein Ultracycling-Rennen ein ziemlich knappes Finish.
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