Detektor FM destilliert die spannendsten, skurrilsten und witzigsten Interviews von detektor.fm. Wir schreiben den Juni 2026, und damit ist das Jahr aber auch schon ganz schön gut vorangeschritten. Wir nähern uns der Hälfte des Jahres, ja, mit großen Schritten, das kann man definitiv so sagen. Hier ist wieder der kleine, aber feine Hinter den Kulissen Podcast von detektor.fm.
Und alle, die diesen Podcast hier regelmäßig hören, die wissen, dass ich in der absoluten Regel niemals allein in diesem Studio bin, sondern mir immer noch Leute einlade. Meistens eine Person, diesmal zwei Personen, und es hat einen guten Grund, den wir gleich auflösen werden. Aber ich stelle sie erstmal kurz vor, und zwar sind bei mir Anne Koslowski-Argneig und Leonhard Schubert. Ich sage Hallo, ihr beiden!
Wer regelmäßig Podcasts von detektor.fm hört und vor allem in den letzten Wochen gehört hat, der dürfte eure beiden Stimmen schon mal gehört haben, denn ihr seid beide Teil des Teams von Dazwischen. Wie geht es euch jetzt so nach ein paar Wochen? Also, ihr habt beide so im April angefangen, offiziell bei uns, und arbeitet am Newsletter, an der Community und am Podcast. Wie ist es inzwischen?
Es ist viel los. Es ist super spannend. Jede Woche ein neues Thema. Ich habe mich gut eingegroovt, würde ich sagen, in Sachen Newsletter auf jeden Fall. Der erscheint verlässlich regelmäßig um 17 Uhr am Donnerstag. Genau, und es kommt ja auch Feedback inzwischen schon rein von den Lesern und Hörern, und das ist total schön, im Austausch zu stehen mit denen. Genau, Leonhard?
Ja, ich würde sagen, angesichts des Arbeitspensums erstaunlich gut. Also, ich gehe eigentlich jeden Tag ganz gerne zur Arbeit. Ich finde, es ist super spannend, was da alles passiert. Und merke aber auch, dass wir extrem viel noch zu rödeln haben. Es ging ja extrem schnell los, und dass wir immer noch total dabei sind, während das passiert, auch zu entwickeln, wo das hingehen soll.
Dass wir uns verbessern, dass wir besser Sachen ineinander greifen und auch immer noch dabei sind, naja, dieses große Thema Sachsen-Anhalt jetzt in der Wahlzeit vor und nachher nochmal anders zu greifen und da nochmal einen besseren Pack an noch zu finden und noch mehr auf die 12 zu gehen und so. Und das finde ich super spannend. Es ist aber auch jeden Tag ganz, ganz viel, was man sortieren und machen und produzieren muss.
Ja, jetzt ist es ja so, wenn ihr diesen Podcast hier regelmäßig hört, dann habt ihr ziemlich viel von der Genese mitbekommen, von der ersten Idee. Dann gab es mal eine Episode, wo Claudius auch zu Gast war, wo wir so ein bisschen gesagt haben: „Ah ja, wir haben jetzt die Zusage, wir freuen uns sehr, wir können jetzt loslegen.“ Da war ja noch völlig unklar, wie das aussieht. Da wusstet ihr auch noch nicht, dass es euch gibt. Also, ihr wusstet, dass es euch gibt, aber nicht in dem Zusammenhang.
Dann haben wir angefangen, dann war es ein sehr großer Sprint. Das hast du gerade, finde ich, gut beschrieben, Leonhard, gerade um überhaupt erstmal zu starten. Unser Ziel war ja, Ende März zu starten. Das haben wir geschafft. Jetzt sind die ersten Episoden da. Aber was sind denn jetzt so eure täglichen Herausforderungen? Das ist ja, glaube ich, auch für Hörerinnen und Hörer ganz interessant.
Eine Folge gab es ja auch schon mit Maria und Katja hier bei destilliert. Das heißt, die haben auch schon so ein bisschen gesagt, wie ist das für sie als Host des Podcasts. Du hast es gerade schon so ein bisschen angedeutet. Jetzt geht es so ein bisschen darum, wahrscheinlich auch Richtung Landtagswahl noch ein bisschen mehr Struktur. Aber sag ruhig selbst, ich will dir die Worte nicht in den Mund legen, Leonhard.
Das ist nett, aber war super schwer, das zu greifen, finde ich. Boah, Anne, Herausforderung. Also, es ist ja einerseits für mich die Herausforderung, mich jede Woche in ein neues, relativ komplexes Thema einzuarbeiten für den Newsletter und das ergänzend zum Podcast noch sinnvoll aufzuarbeiten und da auch eine gewisse Interaktivität mit reinzukriegen. Also mir eine sinnvolle Umfragenfrage zu überlegen und so weiter und passende Veranstaltungen zu finden.
Ich meine, das geht alles gut. Gleichzeitig darf ich ja auch strategisch arbeiten und das alles zu koordinieren und in die vier Tage Woche reinzukriegen. Das ist so meine Herausforderung, die Dinge einfach voranzutreiben und mich quasi noch ein bisschen besser zu strukturieren, das auch voneinander zu trennen. Ich habe mich jetzt auch ein bisschen sortiert.
Also ich glaube, es gibt einfach sehr, sehr viele große Herausforderungen. Zum einen ist ja einfach das ein Riesenthema Sachsen-Anhalt. Da passiert extrem viel, und wir sind aber auch in einer Situation, die, glaube ich, noch keiner so kennt, weil es kann halt sein, dass die AfD die absolute Mehrheit holt. Und ich glaube, das ist eine Situation, wo niemand letztendlich wirklich weiß, wie das dann aussieht.
Und da hängt extrem viel dran, einfach weil die Partei so extrem ist. Und ja, da muss man natürlich sehr, sehr viele Ebenen beachten und auch immer gucken, wie jetzt das Ganze funktioniert. Da erzählt man darüber, wir versuchen ja, positive Projekte zu erzählen. Wir versuchen auch, Lösungen zu zeigen immer und gleichzeitig aber schon auch natürlich Gefahren nochmal zu erklären, auch hinzugucken, auch Themen halt mal anders zu besprechen, als die vielleicht üblicherweise in Medien besprochen werden.
Und ich glaube, das ist immer an sich als Thema schon mal ein großes Ding und eine große Herausforderung. Dann ist ja intern auch viel zu koordinieren. Katja und Marie sind ab und zu da als Host, aber ich soll eigentlich den Überblick haben. Wir müssen da immer ineinander greifen, ganz, ganz viel koordinieren. Wir müssen Termine koordinieren, wir müssen die ganzen Interviews anfragen.
Es ist ja auch intern immer ganz, ganz viel, was man parallel auf dem Schirm haben muss. Und bei jedem spannenden Thema muss man immer wieder gucken, wie kann man das jetzt so erzählen, dass die Geschichte irgendwie stimmt, dass die verständlich ist, dass man die in 30 Minuten die relevanten Sachen drin hat, dass die trotzdem mitreißt und so weiter und so fort. Und das aber in dieser Koordination mit den vielen verschiedenen Menschen, die mitwirken und diesem riesigen Blumenstrauß an komplett verschiedenen Themen, weil Sachsen-Anhalt ist ja alles.
Das ist, glaube ich, so eine große Herausforderung, mit der ich jeden Tag irgendwie arbeite. Und ich finde das unfassbar cool. Es macht super viel Spaß. Ich finde es ein totales Privileg, in so viele Sachen reingucken zu können, mit so vielen mega coolen Leuten zu arbeiten, an so einem total aktuellen, spannenden Thema zu arbeiten. Und es ist natürlich einfach viel, weil man muss ja trotzdem jede Woche auch eine neue gute Podcast-Folge rausbringen, im besten Fall.
Also nicht im besten Fall, das machen wir ja die ganze Zeit. Und irgendwie dabei aber immer gleichzeitig zu entwickeln, wo es hingeht und zu wissen, die Wochen zur Wahl ticken runter und wir haben noch echt große Themen vor uns. Und so ist super und ist genau, aber auch eine Herausforderung, auf jeden Fall.
Ja, ja, ich glaube, das ist für die Hörerinnen und Hörer ja auch ein total interessanter Einblick, weil wenn man jetzt nicht selber im Journalismus arbeitet, glaube ich, weiß man auch gar nicht, was das so für Themen sind. Heute Nachmittag zum Beispiel, jetzt nach der Aufzeichnung, haben wir auch nochmal eine Redaktionskonferenz, und da werden wir sicher auch nochmal sehr genau gucken: „Oh, es sind ja gar nicht mehr so viele Wochen bis zur Wahl. Wir haben eigentlich einen riesigen Themenspeicher mit Ideen, auch von Hörerinnen und Hörern, von Leserinnen und Lesern, aber auch aus uns selbst heraus sozusagen, wo wir sagen: ‚Das wollen wir eigentlich unbedingt alles noch bis zur Wahl machen.‘ Da wird es jetzt fast schon eng.“
Also das ist, glaube ich, echt eine Herausforderung. Vielleicht mal so ein bisschen rausgesucht oder anders. Anne, du hast ja auch noch die Idee, irgendwie auch mit Messengern und so. Du hast es gesagt, Formatentwicklung, da kommt auch noch mehr in den nächsten Wochen. Ja, da bin ich an einem Konzept dran für einen WhatsApp-Kanal.
Ja, da geht es darum, unser Projekt ja noch bekannter zu machen, noch zugänglicher für die Leute, direkt aufs Handy zu bringen, auf den Messenger. Genau, und es wird aber auch darum gehen, einen Rückkanal einzurichten, sodass die Leute uns noch besser ansprechen können. Also sie können uns natürlich jetzt auf die Newsletter antworten per E-Mail, und die können unter den Podcast kommentieren.
Die erreichen uns auch auf Mastodon oder Instagram, den bereits bekannten Kanälen, die detektor.fm ja schon lange hat. Genau, aber es geht jetzt auch nochmal um eine kleine, feine, direkte Ansprache der Dazwischen-Community über einen Messenger. Ja, bin ich sehr gespannt, weil das ist auch was, was wir ehrlicherweise als detektor.fm noch nie gemacht hatten.
Wir hatten mal für einen Podcast, zurück zum Thema, so Nachrichten-Podcast, da hatten wir mal einen Telegram-Kanal. Da gab es dann immer die neuste Folge. Das haben auch tatsächlich ein paar hundert Leute irgendwie damals abonniert gehabt. Das hat auch gut funktioniert. Aber so ein WhatsApp-Messenger finde ich nochmal spannend, und gerade jetzt auch vor der Wahl, also ein sehr, sehr interessantes Thema.
Vielleicht wirklich nochmal ein bisschen rausgesumt: Was ist denn das, was bei all den Koordinationssachen und Herausforderungen euch am meisten Spaß macht? Also wo sagt ihr: „Ah ja, cool, dass ich an diesem Projekt arbeiten darf.“
Also ich finde es cool, mit Newslettern zu arbeiten. Das wollte ich schon immer. Also es ist schon lange eigentlich klar, dass Newsletter gut funktionieren und auch ganz viel Traffic bringen auf die Seite des Medienanbieters zurück. Genau, aber es ist irgendwie auch so ein ganz persönlicher Kanal. Also ich zeige mich ja, oder wir, Leonhard hat sich ja auch schon gezeigt, oder du auch. Man zeigt sich mit Foto, man zeigt sich von seiner persönlichen Seite so ein kleines bisschen, weil man immer ein Stück eigenes reinbringt, vor allem ins Editorial.
Das wollte ich schon immer mal ausprobieren oder mit Newslettern einfach arbeiten. Genau, und ansonsten finde ich natürlich das Themengebiet cool, weil ich in Sachsen-Anhalt aufgewachsen bin und das Bundesland mir natürlich am Herzen liegt. Und das jetzt einfach eine super spannende Zeit ist, da jetzt einzusteigen. Genau, und wir sind ein neues Team, das sich findet oder auch schon ein Stück weit gefunden hat. Alles neu und aufregend, und ja, das ist das, was mir gefällt.
Und biografisch habt ihr tatsächlich einen gewissen Unterschied. Du bist in Sachsen-Anhalt aufgewachsen, aber dann weggegangen, und du bist aber nicht aus Sachsen-Anhalt, aber nach Sachsen-Anhalt gegangen. Also auch ganz spannend. Genau, wir haben beide Bezugspunkte zu Sachsen-Anhalt zu einem anderen Zeitpunkt in unserer Biografie. Ja, fast gegenläufig. Ja, genau.
Wie ist das für dich, Leonhard? Ich finde es einfach total cool, glaube ich, jeden Tag mit einem guten Team, mit guten Leuten an guten Themen zu arbeiten. Und ich meine, ein Stück weit hat mich das natürlich in den zehn Jahren in Sachsen-Anhalt auch immer beschäftigt: Wie geht es weiter? Was passiert? Und mich damit beruflich auseinandersetzen zu dürfen und das besser verstehen zu können und mit Menschen darüber zu sprechen, die in ganz verschiedenen Bereichen einfach viel Expertise haben.
Und auch hier in der Redaktion immer zu diskutieren und mit so Leuten, die auch nicht unbedingt wissen, wie man es genau macht, aber die so Bock haben und die einfach da so für brennen und die da total engagiert sind und sich total reindenken. Ich finde, das macht unfassbar Spaß.
Ich würde jetzt lügen, wenn ich sagen würde: „Oh ja, ich habe immer schon einen Podcast machen wollen.“ Da bin ich nicht so wie die anderen, die immer schon einen Newsletter machen würden. Aber ich finde, ein Podcast ist tatsächlich ein total gutes Format dafür, gerade dieser wöchentliche, weil man halt doch in 30 Minuten mal so differenziert erzählen oder auch so Töne stehen lassen kann, die man vielleicht in kurzen Beiträgen so nicht drin haben kann.
Und diese Atmosphäre, diese Gefühle mit erzählen kann, die manchmal untergehen. Und ich glaube, die sind total wichtig für Sachsen-Anhalt. Und das macht mir unfassbar viel Spaß, dass wir da jetzt irgendwie sowas machen können. Wenn du nicht Podcast machen wolltest, was wolltest du denn machen? Auch Newsletter.
Boah, ich glaube, ich wollte mal Kinderbuchautor werden, als ich klein war. Ach, Robert Habeck. Ja, ungefähr. Ne, aber was wolltest du? Also wirklich Kinderbuchautor? Ich habe, glaube ich, in der vierten Klasse reingeschrieben in unsere Klassenzeitung: Kinderbuchautor oder Kinderarzt. Ah ja. Und dann habe ich so mit so einer kleinen Ergänzung, aber ich weiß nicht, ob ich so viel Leid ertragen kann, deswegen vielleicht Kinderbuchautor lieber.
Kannst du Blut sehen? Na gut, dann hättest du auch Kinderarzt werden können. Hätten die Noten gereicht? Die Noten hätten auch gereicht, ja. Ich glaube, technisch hätte ich es vielleicht okay gekonnt, wobei ich jetzt nicht so ein guter Bastler bin. Also vielleicht jetzt eher kein Chirurg werden oder Orthopäde oder so. Aber ich glaube tatsächlich, mich hätte das seelisch auf Dauer schon belastet, einfach wenn es immer wieder Leuten schlecht geht.
Und man muss ja dann, also das geht mir dann auch irgendwie nahe, und ich weiß nicht, ob ich diesen Aspekt auf Dauer ausgehalten hätte. Und wie ist es dann passiert zum Radio und Podcast? Ja, es war eher ein Zufall. Ich habe einfach immer schon sehr viel erzählt und irgendwie auch dann mit Poetry Slam angefangen und irgendwie eine Lesebühne gegründet und irgendwie auf Bühnen gestanden und Geschichten erzählt.
Und habe dann gedacht, ich habe ja Friedens- und Konfliktforschung studiert und dachte, ich lande mal in einer NGO oder so was. Einer Nichtregierungsorganisation. Ja, genau, das ist in irgendeinem Politikumfeld. So ein Gutmensch vielleicht irgendwo. Und dann muss ich ein Praktikum machen, und ich dachte, das ist jetzt vielleicht die letzte Chance, wo du nochmal Journalismus ausprobieren kannst, weil ich habe ja lange nichts da gemacht.
Und du brauchst ja eigentlich immer irgendwelche Vorerfahrungen, damit du überhaupt eingeladen wirst zum Bewerbungsgespräch. Und damals bin ich dann zum ZDF gegangen, nach Kiel, hatte eine super Zeit und bin dann durch so einen Zufall deswegen beim MDR gelandet. Und irgendwie habe ich dann gemerkt, dass das einfach super ist, dass mir das viel Spaß macht und bin da geblieben im Journalismus. Und ich habe es bis jetzt nicht so richtig bereut.
Anna, wie ist es bei dir? Wolltest du auch Kinderärztin werden oder Kinderbuchautorin? Ich wollte als ich jünger war ganz viel werden: Architektin, Ärztin, keine Ahnung, Designerin. Aber Ärztin auch. Hätte ich vielleicht treffen können. Ja, ich glaube schon. Aber ich kann kein Blut sehen, deswegen schied das dann auch relativ schnell aus.
Und ich war dann als Schülerin ein Jahr in Brasilien und habe dann da andere Austauschschüler kennengelernt, die gesagt haben: „Ich werde danach Journalistin.“ Und das war das erste Mal, wo ich so dachte: „Oh, Journalistin, das klingt aber spannend.“ Auf die Idee bin ich ja noch gar nicht gekommen.
Darf ich da einhaken und sagen, ist vielleicht auch ein bisschen ostdeutsch oder sachsen-anhaltisch, dass man über diesen Beruf Journalist gar nicht so nachdenkt, weil man nicht so viele Leute kennt, die das machen? Ich kannte niemanden. Also es gab auch niemanden in der Familie. Wir sind eine Bauingenieursfamilie und andere Berufe. Aber mit Journalismus hatte bei uns niemand was zu tun. Auf die Idee bin ich einfach gar nicht gekommen.
Und dann, als ich aus Brasilien wieder da bin, habe ich dann angefangen, einen kleinen Blog zu schreiben für die Leute, die noch mehr über mein Leben nach Brasilien wissen wollten. Und dann habe ich mich da so herangetastet. Und dieser Gedanke, in Journalismus gehen zu wollen, der ist ab da nicht mehr weggegangen, anders als bei diesen anderen Ideen eben.
Und dann habe ich meinen Weg gesucht über das Journalistikstudium in Bremen und ein Zeitungsvolontariat. Das ist so eine Art Ausbildung, die man macht als Journalist oder Journalistin. Genau, zweijährige Ausbildung bei der Tageszeitung. Wo hast du die gemacht? Bei der Oldenburgischen Volkszeitung in Vechta. So eine Kleinstadt in Niedersachsen. Und dann ging es immer so weiter mit Tageszeitung und Lokaljournalismus auch.
Lokaljournalismus. Du warst auch lange in Münster. Genau, fast zehn Jahre. Ja, wirklich spannend. Mein Leben nach Brasilien, das klingt auch wie ein Buchtitel. Ja, das war so der Tipping Point irgendwie. Ich musste gerade lachen, weil bei mir, da habe ich gar nicht drüber nachgedacht, aber mein Vater hat tatsächlich mal kurz Medizin studiert, abgebrochen und Journalist geworden.
Aber ich habe mich da nie daran orientiert oder so. Das war jetzt nicht so, dass ich dachte: „Ich will so wie machen wie Papa.“ Das war eher, dass ich mal was anderes gemacht habe und so zufällig wieder in so eine ähnliche Richtung gerutscht bin. Das Klischee wäre ja auch eher andersrum, dass wenn du Arzt gewesen wärst, dann wärst du auch Arzt geworden. Ja, das ist zumindest statistisch relativ. Es gibt einen großen Zusammenhang, tatsächlich. Spannend.
Auf was freut ihr euch am meisten jetzt in den nächsten Wochen und Monaten? Urlaub? Hast du schon eingereicht? Nee, ich glaube auch, das wird schwierig, Urlaub zu nehmen, weil es wird ja immer heißer tendenziell, jetzt je näher die Wahl kommt. Also vielleicht bin ich dann einfach die letzten drei Monate des Jahres komplett weg. Christian, das ist auch okay.
Ja, ich überlege auch ehrlicherweise noch selber, ob ich vor der Wahl noch in Urlaub gehe oder nach der Wahl. Weil genau, es wird jetzt immer spannender von Woche zu Woche. Meine aktuelle Tendenz ist lieber noch vor der Wahl, weil ich glaube, nach der Wahl wird es noch mal interessanter. Dann Sondierungsgespräche und wie geht es dann weiter und Landtag und dann gibt es vielleicht einen Blumenstraußwurf oder irgendwas. Gutes machen die Thüringer eher so.
Aber ihr wisst, was passieren kann. Also dementsprechend neue Wahlen gibt es dann vielleicht. Wo geht es denn hin in Urlaub? Wisst ihr schon? Bei uns geht es jedes Jahr an die Ostsee nach Rügen. Ach, klassisch. Seit Generationen. Und es wird auch nicht hinterfragt, weil es einfach super… Doch, ich habe das hinterfragt, als ich noch keine eigene Familie hatte. Da war mir das ein bisschen zu öde. Da habe ich eine Pause eingelegt.
Aber seitdem ich selber Mama bin, ist Ostsee einfach perfekt. Und ist auch nicht öde. Ne, jetzt nicht mehr. Mit Kindern. Fast jetzt. Und bei dir? Ich habe ja nichts eingereicht und auch nichts geplant. Wenn ich ein bisschen länger am Stück mache, fände ich es schön, wieder mal nach Norwegen zu gehen. Aber wahrscheinlich werde ich auch ein bisschen durch Deutschland reisen und vielleicht mal Freunde besuchen und ein bisschen wandern oder ein bisschen Kanu fahren oder an die Müritz oder sowas, was man auch mal gut in so einer Woche machen kann.
Na, du hattest jetzt ein paar Tage frei. Wo warst du da eigentlich? Ich habe irgendwas gesehen in diesem Internet. Da warst du unterwegs. In diesem Internet, ja. Ich war nicht nur im Internet unterwegs. Ich bin auch an die Havel gefahren und da über die Seen gepaddelt und Fahrrad gefahren und die Seen gesprungen. Das war ganz schön. Und dann war ich bei meinem Bruder, der ist 30 geworden. Und genau, der wohnt in Passau. Da bin ich einmal schön kreuz und quer durch Deutschland gereist.
Okay, das ist wirklich eine kleine Strecke. Aber Havel bin ich als alter in Potsdam geboren ein bisschen neidisch. Zu Recht, das war sehr, sehr schön. Home turf. Ja, dann blicken wir noch so schnell auf den Juni im Jahr 2026 bei detektor.fm. Also, was auch losgeht. Ich weiß nicht, wie sieht es bei euch mit Fußball aus? Bei dir? Nein, bei dir so mittel.
Ich habe keinen Lieblingsverein, aber ich verfolge eigentlich alle Ligen sehr intensiv. Also ich kenne schon viel. Okay, also guckst du auch WM, obwohl ungefähr jedes Land mitspielen darf, außer Italien dieses Jahr? Ob ich die WM gucke, weiß ich nicht. Das ist tatsächlich so ein Punkt, wo ich sehr gespalten bin dieses Mal und irgendwie auch sehr frustriert war die letzten Jahre.
Also bei der EM habe ich noch gedacht, die so geil lief, das macht richtig Spaß, auch wenn sie dann gegen Spanien so ein bisschen bitter verloren haben. Aber irgendwie so danach war ich wieder so, da habe ich eher die Krise gekriegt beim Zugucken. Immer wie so eine Mannschaft mit so einer Handbremse. Das werden wir sehen. Und ich bin auch gespannt. Ich habe auch so das Gefühl, es gibt nicht so eine richtige WM-Begeisterung.
Aber gibt es schon seit ein paar Jahren irgendwie nicht mehr so. Vielleicht hat es auch was mit der Mannschaft zu tun, aber möglicherweise auch mit der FIFA und so. Wir gucken uns aber auf jeden Fall mal das Thema Nachhaltigkeit im Fußball an. Das macht Ina. Ina macht das bei Mission Energiewende. Und da kann man tatsächlich noch einiges lernen.
Ich habe zum Beispiel was gelernt, das interessiert mich natürlich besonders, dass es zum Beispiel vor einigen Stadien, zum Beispiel bei St. Pauli, lange auch bei RB Leipzig eine Fahrradgarage gibt. Also dass man mit dem Fahrrad anreist und dass der Verein sich darum kümmert, dass man die Räder da vernünftig abstellen kann und nicht irgendwo in der Stadt versucht, das dann noch sein Rad zusammen mit anderen 40.000 Leuten irgendwie anzuschließen. Fand ich eine ganz spannende Idee.
Und dazu gibt es noch viel mehr Folgen, die sich mit Nachhaltigkeit im Fußball beschäftigen, gerade natürlich anlässlich der WM in Kanada, den USA und in Mexiko. Und in den großen Fragen der Wissenschaft ist diese Woche auch eine neue Folge erschienen. Und zwar die Frage: Was passiert eigentlich in einem schwarzen Loch? Interessiert euch das? Jo, gerne, ja. Erzähl.
Ich weiß es nicht. Das ist natürlich die Frage, die an Reinhard Genzel gestellt wird. Ich bin gar nicht so ehrlicherweise so ein Weltall-Fan. Aber schwarze Löcher sind natürlich schon faszinierend, ohne Frage. Auf jeden Fall. Also da wird es so existenziell, finde ich. Ich bin auch kein krasser Weltall-Fan. Aber immer wenn ich darüber nachdenke, dann gehen da so viele Universen auf. Spaß an des Wortes.
Aber ich finde es schon gut, sich auch mal in Perspektive zu rücken, wie klein man ist. Sehr gut. Und ansonsten kann ich natürlich noch empfehlen, wenn ihr im Juni Inspiration sucht zum Thema Wirtschaft anders denken, gibt es sehr, sehr viele neue Folgen vom brand eins Podcast. Diese Woche bin ich zum Beispiel mit der VD-Chefin verabredet. Aber ich treffe demnächst auch Raoul Krauthausen. Da gibt es ja immer so ein bisschen einen anderen Blick auf Wirtschaft.
Und ich weiß von vielen da draußen, dass ihr das gut findet. Also gerade der Juni hat da noch mal einige Höhepunkte zu bieten im brand eins Podcast. Wenn ihr den noch nicht abonniert habt, dann abonniert den gerne auch. Logischerweise abonniert auch Dazwischen und den Newsletter. Alle Informationen kriegt ihr auch auf detektor.fm. Da findet ihr auch alles.
Und als allerletztes in destilliert gibt es von mir immer noch so die Standardfrage: Was lest ihr gerade? Was hat euch gerade inspiriert? Welchen Podcast hört ihr? Gibt es einen Tipp, den ihr den Hörerinnen und Hörern von detektor.fm im Juni irgendwie so mit an den Badesee oder in den Kleingarten oder auf dem Balkon oder wo auch immer man seinen Sommer oder auch verdunkelt in der Wohnung mitgeben wollt?
Also ich habe mir meine Sommerlektüre schon ausgesucht seit Monaten. Bist du schon die ganze Stapel oder was? Nee, also zwei Bücher aus der Trilogie habe ich schon gelesen. Und zwar ist das eine Familiensaga, eine dreiteilige von Leyla Slimani, einer französisch-marokkanischen Schriftstellerin und Journalistin. Genau, und die ersten Teile waren schon sehr spannend.
Da geht es um eine marokkanische Familie, die halb französisch, halb marokkanisch ist, in Marokko lebt. Und die wird dann über Generationen beschrieben. Ich glaube, das fängt an in den 30er Jahren, wo die Großeltern wahrscheinlich der Autorin, das ist nicht so ganz klar, ob das so rein fiktiv oder so in Anlehnung an ihre Familie geschrieben wurde, sich trifft im Elsass und dann gehen die zusammen nach Marokko und gründen dann eine Familie.
Und dann geht das immer so weiter. Und der dritte Teil ist jetzt ihre eigene Generation, also die Generation ab 1980. Und den lese ich dann im Sommer.
Wie heißt denn das Ding jetzt? Der dritte Teil heißt „Trag das Feuer weiter.“ Und die anderen beiden heißen „Das Land der Anderen,“ das ist der erste Teil, und „Schaut wie wir tanzen,“ ist der zweite Teil. Kann ich sehr empfehlen.
Und liest du das auf Deutsch? Auf Deutsch, ja. Spannend. Leonhard? Ich lese immer so viel, finde ich immer schwer zu entscheiden. Klassische Sommerlektüren, die ich so empfehlen würde, sind so Sachen, die man auch gut am See oder mit einem heißen Kopf lesen kann.
Also sowas wie „Der große Sommer“ von Ewald Ahrens oder „22 Bahnen“ von Caroline Wahl oder „Tschick“ oder so. Das sind für mich so Sommerbücher, die so sehr sommerlich vom Thema sind und sich gut flutschen lassen.
Was kann ich empfehlen? Ich habe die Doku gesehen „Der Tod ist ein Arschloch.“ Die fand ich total krass, weil die so sehr, sehr lebensbejahend und liebevoll ist. Da wird ein Bestatter aus Berlin begleitet. Der hat auch einen Podcast.
Wie heißt der nochmal? Erik Vredel. Nee, ich meinte, wie der Podcast heißt. Achso, der ist ein Radio 1 Podcast. Genau, auch ein lustiger doppeldeutiger Titel. Auf jeden Fall fand ich den Film ziemlich cool und sehr berührend und viele verschiedene Perspektiven.
Und man denkt ja nicht unbedingt, ein Dokumentarfilm über einen Bestatter und über den Tod ist irgendwie cool. Aber ich habe viel gelacht und man hat zwischendurch auch mal eine Träne im Auge gehabt, und ich fand den gut.
Also falls ihr mal Lust habt, den zu gucken, dann… Wo ist der? In der Mediathek oder was? Oder ist das eine öffentlich-rechtliche Produktion? Der lief auf jeden Fall noch in Kinos Anfang des Jahres, und ich weiß nicht, wo er jetzt dann irgendwann hinkommt.
Und ich hoffe ja, dass er bald oder jetzt schon in Dreisatz zu sehen ist oder irgendwo in irgendeiner tollen Mediathek und man ihn dann einfach so gucken kann. Aber du hast ihn im Kino gesehen? Ich hatte ihn im Kino geguckt, ja.
Das war auch schön, weil Erik Vredel dann auch da war und man dann reden konnte und mal so Fragen stellen. Ich finde das immer besonders. Also Kino ist eh, wenn Leute da sind, mit denen man noch redet, auch mit dem Publikum, ist schon cool.
Du bist ein Kinofan? Ja, nicht so generell, aber so diese Austausch. Also Dokus im Kino, Doc Leipzig zum Beispiel, da bin ich ein großer Fan.
Dann sage ich vielen Dank für euren Besuch, Leonard und Anne. Schön, dass ihr da wart. Ich wünsche euch einen guten Juni mit viel Struktur für den Podcast und den Newsletter.
Und vor allen Dingen natürlich euch da draußen auch einen guten Juni. Macht, was auch immer ihr machen wollt. Die Tage werden immer noch ein bisschen länger, und genießt den Sommer.
In diesem Sinne, bis bald. Genießt den Sommer. Bis bald. Tschüss! Alle Beiträge, Reportagen und Interviews können Sie jederzeit nachhören im Netz auf detektor.fm.