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Bild: Mit verschiedenen Aktionen und Ausstellungen will die Kulturszene auf Probleme aufmerksam machen, hier „Rhino on Tour“ in der Moritzkirche in Halle (Saale). Foto: Kunstmuseum Magdeburg

DAZWISCHEN | Kulturkampf in Sachsen-Anhalt

Warum Kulturschaffende aus Sachsen-Anhalt sich gegen die AfD positionieren

Abgesagte Lesungen, AfD-Anfragen im Landtag, ein Nashorn als Protest — wie Sachsen-Anhalts Kulturszene sich gegen politischen Druck wehrt.

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Kulturkampf in Sachsen-Anhalt

Eine Lesung von Arne Semsrott in der Stadtbibliothek Magdeburg wird abgesagt, mutmaßlich auf Druck der AfD. Im Landtag hinterfragt die Partei regelmäßig die Neutralität geförderter Kultureinrichtungen. Im Wahlprogramm fordert sie, Kulturförderung an ein Bekenntnis zur „deutschen Nationalkultur“ zu koppeln. Für große Teile der Kulturszene in Sachsen-Anhalt ist das ein Angriff auf die Freiheit der Kultur. Laut Expertinnen und Experten wie dem Autor Christoph Bartmann ist es eine neue Art des Kulturkampfes. Er sieht in Sachsen-Anhalt eine Art „Versuchsstation“ für kommende Auseinandersetzungen.

Sachsen-Anhalt ist die Versuchsstation einer kommenden aggressiven Kulturpolitik von rechts. Das wird in anderen Teilen Deutschlands noch gar nicht wirklich ernst genommen.

Christoph Bartmann, Autor

Kulturszene Sachsen-Anhalt: Einfluss der AfD bereits groß

Die AfD kündigt in ihrem Wahlprogramm an, dass die Kulturszene in Sachsen-Anhalt bei einer AfD-Regierungsbeteiligung mit tiefgreifenden Änderungen rechnen müsse. Sie plant dort unter anderem eine „patriotische Wende“, die Stärkung von Brauchtum, mehr „deutsche Kunst“, eine Neuausrichtung der Erinnerungskultur sowie den Umbau von Institutionen. Doch der Einfluss ist laut Annegret Laabs, Direktorin des Kunstmuseums Magdeburg, bereits jetzt groß.

Ich glaube, das größte Problem ist im Moment, dass schon erste anfangen, einzuknicken. Veranstaltungen abzusagen, Dinge anders zu formulieren — aus Angst vor einer möglicherweise zukünftigen AfD-Regierung. Das finde ich total verheerend.

Folkert Uhde, Intendant der Köthener Bachfesttage

Kulturschaffende wollen sich wehren

Fast 150 Kultureinrichtungen und Initiativen haben sich im Netzwerk „Kultur ist Vielfalt und Heimat“ zusammengeschlossen. Ihr gemeinsames Statement richtet sich gegen Rechtspopulismus und jede politische Einflussnahme auf Kunst und Kultur. Gemeinsam versuchen die Akteure und Akteurinnen, die Bedeutung der Kulturszene für Sachsen-Anhalt deutlich zu machen, sich gegen Versuche der Einflussnahme zu wappnen und für eine freie Kulturszene zu engagieren.

Warum ausgerechnet Kulturpolitik für rechte Parteien weltweit zum Kampffeld wird, wie Sachsen-Anhalts Kulturschaffende sich absichern wollen, wie der Experte Christoph Bartmann die Situation einschätzt und was ein großes, weißes Nashorn damit zu tun hat — über all das sprechen Marie und Katja in der neuen Folge „DAZWISCHEN“. Wer darüber hinaus die Kulturpolitik der verschiedenen Parteien vergleichen will, findet hier einen Überblick.

Der DAZWISCHEN-Podcast

Wir liefern mit „DAZWISCHEN“ im Jahr der Landtagswahl ein ausgewogenes, kritisches und differenziertes Bild von Sachsen-Anhalt. Habt ihr Fragen, Anregungen oder Themenwünsche? Engagiert ihr euch und möchtet uns davon erzählen? Schreibt uns eine Mail an dazwischen@detektor.fm oder schickt uns eine Sprachnachricht über WhatsApp an die Nummer: 0175-6807345. In unserem WhatsApp-Kanal bekommt ihr zusätzliche Infos. Außerdem empfehlen wir euch den DAZWISCHEN-Newsletter. Hier bekommt ihr jede Woche Hintergrundinformationen, Fotos und Veranstaltungstipps direkt zum Thema.

Der Podcast „DAZWISCHEN“ entsteht im Rahmen eines Kooperationsprojekts mit der Media Forward Fund gGmbH. Die redaktionelle Verantwortung liegt bei der BEBE Medien GmbH.

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