Detektor FM destilliert die spannendsten, skurrilsten und witzigsten Interviews von detektor.fm. Hier ist der kleine, aber feine Haus-Podcast von detektor.fm.
Es ist Sommer. Die allermeisten Leute haben in Deutschland schon Ferien gehabt, sind in den Ferien oder ganz wenige haben gerade erst angefangen, Ferien zu haben. Und da ist es gute Sitte in diesem Haus-Podcast, dass ich einfach durch die Redaktion laufe und Menschen anquatsche, die keine Ahnung haben, dass ich sie anquatschen werde.
Und die allererste, die ich treffe in diesem Jahr, ist Rabea.
Hallo Rabea!
Hallo Christian! Hast du für unsere Hörerinnen und Hörer einen Tipp, was sie sich als Podcast anhören sollten oder ein Buch, das sie mal lesen sollten, oder eine Serie, die dich zuletzt beeindruckt hat? Also kurzum, irgendwas, wo du sagst: „Sommer 2026 ist ja jetzt noch mindestens ein guter Monat. August, guckt euch das mal an, lest euch das mal durch, hört euch das mal an.“
Das musst du mir doch vorher sagen!
Ja, das ist das Fiese an dieser Episode, tatsächlich. Das klingt furchtbar langweilig. Friends, klar, der Geheimtipp schlechthin unter den Serien.
Aber es ist nicht bei dir so ein Comfort Watching?
Ja, habe ich aber tatsächlich lange nicht mehr geguckt, interessanterweise. Aber ansonsten, Jesus, was gucken wir denn aktuell? Wir planen seit die Staffel raus ist, die neue Staffel von Daredevil zu gucken, mein Mann und ich, und haben exakt null Folgen bisher geguckt. Aber die erste neue Staffel auf Disney Plus war gut.
Okay, und das steht also oben auf der Liste. Irgendwann schaffen wir es, und dann steht es relativ weit oben auf der Liste. Und was findet ihr daran gut?
Ich finde, Daredevil ist ein cooler Antihero. Und von daher finde ich das mal erfrischend, anderer Marvel-Content als so die klassischen Captain America-Sachen.
Dann vielen Dank, dass ich dich hier einfach überfallen durfte, Rabea. Ich hoffe, es kam irgendwas Sinnvolles raus.
Na, wir haben ja was von Daredevil gelernt. In diesem Sinne, Dankeschön!
Gerne! Dann gehe ich mal weiter.
Hier am Schreibtisch, speaking of Daredevil, Claudio sitzt am Schreibtisch, hat viele Monitore vor sich und freut sich schon, dass ich ihn frage, was unsere Hörerinnen und Hörer denn im Sommer 2026 in der zweiten Sommerhälfte sich vielleicht noch anhören, anschauen, durchlesen sollten.
Das ist die vollkommen falsche Frage, Christian. Geht raus, genießt die Sonne, solange sie da ist. Auch wenn sie nicht da ist, geht raus, geht raus! Macht Bildschirmzeitverbot für alle, gerade für die Erwachsenen.
Und wenn ihr Bildschirmzeitverbot umgehen könnt, dann wäre ich gehalten, die neue Staffel von Rookie zu gucken. Habe ich aber noch nicht.
Um was geht es da?
Um einen Cop, der zu alt ist, um Cop zu sein. Ich glaube, es ist jetzt die siebte oder achte Staffel, ich kann es gar nicht mehr zählen. Es ist eine lustige Cop-Serie, spielt in L. A. und ist einfach, also ich finde es lustig. Oder unsere Familie findet es lustig. Wir können uns alle darauf einigen, das zu gucken. Auf Englisch, weil dann sind die Dialoge besser, aber das macht irgendwie Spaß.
Können klein und groß alle mögen. The Rookie klingt auch ein bisschen nach Sommerunterhaltung, also nicht zu schwer.
Nein, überhaupt nicht schwer. Also ganz, es ist pure Unterhaltung. Aber dann, wie es früher bei Peter Lustig hieß: Danach abschalten bitte. Und wie ich davor gesagt habe, rausgehen und die Sonne genießen.
Dann vielen Dank dafür! Natürlich immer eingecremt.
Vor mir sitzt Marie vom Sachsen-Anhalt-Podcast. Marie, ich frage die Leute im Team: Gibt es ein Buch, gibt es einen Podcast, gibt es eine Serie, irgendwas anderes, einen Kinofilm oder irgendwas, was dich zuletzt begeistert hat und wo du sagst: „Hey, liebe Leute, liebe Hörerinnen und Hörer von Destilliert, das solltet ihr euch mal reinziehen.“
Da wischst du mich gerade echt auf einen komplett falschen Fuß, weil ich für gar nichts davon in letzter Zeit Zeit hatte und dir ehrlich gesagt wirklich nichts empfehlen kann. Ich habe nämlich keine Freizeit gerade.
Das ist traurig. Aber das heißt, du liest nur Sachsen-Anhalt-Nachrichten die ganze Zeit?
Ausschließlich nur Sachsen-Anhalt-Nachrichten, nichts anderes.
Schaffst du es dann wenigstens mal am See oder so?
Ich war letztens im Freibad. Das kann ich nur empfehlen.
Und was findest du gut am Freibad?
Ich wollte richtig schwimmen. Das geht, finde ich, im See. Also kann man auch machen, aber ich bin so ein bisschen dunkles Wasser-fürchtig. Und im Freibad mit so einer langen Schwimmbahn das ist einfach, ich weiß nicht, kann man einfach besser schwimmen gehen. Konzentrierter. Kaltes Wasser ist gut.
Kraul, Brust oder Rücken?
Brustschwimmen und ein bisschen Rücken.
Ja, dann vielen Dank, das ist auch ein guter Tipp!
Gerne!
Bei detektor.fm Destilliert ist es gute Sitte, dass ich einfach durch die Redaktion laufe und Leute anquatsche, die dann vielleicht schon ein bisschen mitbekommen haben, dass ich immer dieselbe Frage stelle, nämlich: Gibt es einen Tipp für den Sommer 2026 für die Hörerinnen und Hörer von detektor FM, den du Leonard uns mitgeben möchtest?
Ja, da würde ich mich trotzdem genau auf dem gleichen falschen Fuß wie alle anderen. An den See fahren kann ich sehr empfehlen. Gutes Eis essen. Sich nicht nur mit Politik beschäftigen, auch wenn wir das gerade viel machen.
Ich fand gestern die R-D-Diskussion gut. Also natürlich nicht gestern, sondern am 27. Juli, als sie kam. In der Arte Mediathek ist gerade ein Film, der kam auf der Doc Leipzig, den fand ich sehr gut. Mit Mikhal, da geht es um so ein Kind, das mit seinen alkoholabhängigen Eltern im Hotelzimmer lebt. Ein bisschen dramatisch, aber sehr, sehr gut gemacht, sehr berührend.
Falls dir niemand gucken will und so nach einem heißen Tag nochmal einen Downer braucht, dann kann man sich das auch angucken.
Ja, sehr eloquent. Und warum fandest du ihn gut?
Ich fand es sehr beeindruckend, wie krass dieses Kind schon wusste, was es eigentlich braucht und wie liebevoll die eigentlich miteinander waren, obwohl es so schwierig war und die so gekämpft haben. Das ist ja auch so ein Schicksalsschlag, der eigentlich jeden treffen kann.
Ich finde, das hat sehr gut nochmal gezeigt, wie schwierig das auch systemisch sozusagen ist. Und wie die aber irgendwie sich auch mit so ganz kleinen Sachen versuchen, schön zu machen. Und ich fand, obwohl das echt traurig war und hart, gab es da auch ganz viel Hoffnung und schöne Momente drin. Und das entwickelt sich ja auch noch so ein bisschen. Und ich fand das sehr respektvoll dokumentiert auf diesem sehr, sehr kleinen Raum. Also ich fand das auch vom Erzähltun sehr beeindruckend, auf jeden Fall.
Dann sage ich vielen Dank, Leonard, und bis bald!
Ja, danke dir! Und ich laufe weiter durch die Redaktion.
Und als nächstes kommt mir Anke entgegen. Oder besser, ich komme Anke entgegen, so ist es korrekt. Denn Anke sitzt gegenüber von Leonard und während Leonard sich viel mit Sachsen-Anhalt beschäftigt, beschäftigt sich Anke viel mit Musik.
Und ich frage dich: Gibt es einen Tipp für die Hörerinnen und Hörer von Detektor, wo du sagst: „Sommer 2026, da müsst ihr mal reinhören, das müsst ihr euch mal angucken, die Serie müsst ihr gesehen haben.“
Puh, also für einen Serientipp kann ich eigentlich nur mit einem Klassiker aufwarten und zwar Twin Peaks, weil da gibt es immer noch alle Staffeln zur Zeit in der Arte Mediathek, also für lau. Und falls ihr die Serie noch nicht gesehen habt, schaut sie euch unbedingt an. Das ist ein großer Klassiker. David Lynch hat sie gemacht und der ist ja leider letztes Jahr, glaube ich, gestorben oder jedenfalls ist es noch nicht so lange her.
Warum Twin Peaks? Warum resoniert das bei dir immer noch?
Ich habe das damals schon in den 90ern zum ersten Mal gesehen und als ich es das erste Mal gesehen habe, habe ich es überhaupt nicht verstanden. Da war ich wahrscheinlich noch zu jung dafür oder sowas. Und dann vor ungefähr 15 Jahren oder so habe ich es mir dann nochmal angeguckt und dann dachte ich mir: Wow, das ist ja super krass. Also Kyle MacLachlan heißt ja der, ist wahrscheinlich seine coolste Rolle da als Detective.
Und es ist die ganze Atmosphäre, die Bildsprache, die Musik, wie es alles zusammengreift und diese skurrilen und merkwürdigen Charaktere, das zieht einen einfach total rein. Und man kann, also auch wenn man die Geschichte natürlich schon kennt, ist es trotzdem immer noch so, man denkt: Oh Gott, das ist ja total gruselig und wow, wie grausam oder wow, spannend und was passiert jetzt? Also es verliert für mich einfach nicht seinen Reiz und das macht ja eigentlich eine gute Serie aus.
Dann vielen Dank für den Tipp!
Sehr gern!
Die nächste, die ich treffe, ist Clara. Und Clara arbeitet an was gerade?
An einem Podcast. Genau, Podcast des Patientenbeauftragten, ganz neu bei uns. Kommt erst im September raus.
Ah ja, von den Podcastproduzenten. Ich frage alle Leute, die hier im Büro sind: Gibt es einen Tipp für einen Podcast, für ein Buch, für einen Newsletter, für einen Film, für eine Ausstellung? Egal, wo du sagst: „Hey, August 2026, guckt euch das mal an.“
Also muss es ein eigener sein?
Nein, nein. Also es darf aus der ganzen großen Welt, von der ganzen Erde.
Von der ganzen Erde. Ich habe einen Kochpodcast entdeckt, den finde ich nett. Der heißt „Die letzte Flasche“. Da wird immer angestoßen. Also der Titel ist ein bisschen, komm mal jetzt, aber genau, der Host lädt immer Köche ein und Köchinnen und Restaurantbesitzer. Das finde ich irgendwie spannend.
Und warum ist das spannend?
Weil es nicht nur ums Essen geht, sondern auch um Lebensmittel und darüber, wie wir sie in Zeiten des Klimawandels nachhaltig abbauen können und essen können. Also finde ich eine gute Vermischung von Themen.
Wo findet man das?
Überall, wo es Podcasts gibt. Überall, wo es Podcasts gibt und bei Spotify. Es gibt ja auch noch andere Podcastplattformen, Apple Podcasts zum Beispiel, Amazon Music, Podcatcher deiner Wahl.
Genau. Sehr gut, dann sage ich vielen Dank für den Tipp!
Gerne! Viel Spaß beim Hören!
Gregor, du bist der Nächste. Du ahnst es schon, ich bin die Reihe von vorne nach hinten durchgegangen. Wir suchen nach einem Tipp für den Sommer 2026, vielleicht für den August 2026. Kannst du was empfehlen für die Hörerinnen und Hörer von Detektor?
Ja, ich habe das hier schon mal so ein bisschen vorbereitet. Ich habe einen wahnsinnig guten Buchtipp dieses Jahr und zwar „Kochen für Kleinkinder“ ab ein Jahr.
Okay, mit ganz tollen Rezepten, die man in der Familie machen kann, wenn man ein kleines Kind hat, das ein Jahr ist. Und zum Teil wird es vielleicht auch so ein bisschen härter, gekochte Sachen oder so, die noch nicht so gut verarbeiten kann. Und da gibt es tolle Rezepte.
Klingt nach eigener Erfahrung.
Das ist richtig, genau. Für Leute mit kleinen Kindern, die ein bisschen Inspiration in der Küche brauchen. Hast du da auch selber schon Inspiration rausgezogen?
Ich gucke da fast jeden Tag rein und habe ungefähr schon alles durchgekocht, was es da gibt. Aber ja, man will ja jetzt nicht irgendwelche Fertiggerichte auftischen für den Nachwuchs. Und da findet man gute Inspiration. Kann ich sehr empfehlen.
Und serienmäßig, ganz anderes Thema, was ich zuletzt geguckt habe, war „Widows Bay“. Kommt, glaube ich, auf Apple TV. Ist für alle Leute, die eigentlich Schisser sind für so Horrorsachen, also mich zum Beispiel auch. Überhaupt nichts dafür zu haben.
Aber „Widows Bay“ hat noch so eine komödiantische Ebene mit dieser ganzen Horrorschiene. Und das kann ich sehr empfehlen. Ist sehr lustig und auch ein bisschen gruselig, aber nicht ganz so gruselig.
Danke für diese beiden sehr unterschiedlichen Tipps!
Bitte!
So, und dann gucke ich doch auch mal in der Küche. Ach, da ist Ina. Ina stellt sich den Wasserkocher an. Das könnte gleich laut werden. Machst du nochmal aus?
Destilliert ist wieder da mit der Sommeredition 2026. Und ich frage: August 2026, was sollten unsere Hörerinnen und Hörer da tun, hören, lesen, gucken?
Ich habe zu einem ganz alten Buch gegriffen: Die Bibel von Jurek Becker, „Jakob der Lügner“, habe ich gelesen in den Ferien. Was sehr traurig ist und auch irgendwie furchtbar. Aber es geht um einen Juden im polnischen Ghetto, der zum Lügner wird. Der behauptet, er hätte ein Radio, um den Menschen Hoffnung zu geben. Das ist die Geschichte.
Und er stolpert dadurch einen Zufall rein in diese Situation und kann daraus auch irgendwie nicht mehr so richtig zurück, weil er halt merkt, dass das krasse Konsequenzen hat, wenn er nicht lügt. Und ja, das fand ich krass. Ich glaube, ich habe vor zehn Jahren den Film gesehen. Und als Buch ist es natürlich nochmal sehr viel mehr die Gedankenwelt der Hauptfigur. Die Erzählstruktur ist sehr spannend. Hat mir was gebracht.
Sehr gut, dann sage ich vielen Dank für den Tipp!
Sehr gerne, danke!
Tobi, darf ich dich kurz auf der Arbeit stören?
Ich habe so viel zu tun.
Ja, das haben wir doch alle. Aber die Hörerinnen und Hörer, die Destilliert hören, die wollen einen Tipp von dir haben. Für einen Podcast, für ein Buch, für ein Newsletter, für irgendwas, eine Ausstellung, Garten, keine Ahnung. Hast du irgendwas, wo du sagst: „Das solltet ihr euch im August 2026 mal anschauen, anhören, durchlesen, angucken?“
Ich habe jetzt einen totalen Blackout.
Das ist okay. Du warst einfach zu viel in Wien zuletzt.
Ich war viel in Wien. Wien hat mich beeindruckt. Ja, aber ich war da arbeiten. Ich konnte auch nicht so viel in die Museen. Aber eins ist klar: Wenn man in Wien ist, dann gibt es da jede Menge tolle Museen und im Sommer ohnehin irre viel los. Also auf den Straßen.
Jetzt ist gerade das Impulstanzfestival. Das ist aber im August, findet das nicht mehr statt. Aber für nächstes Jahr, wer im Juli in Wien ist, der komplette Juli, da ist die Stadt voll mit dem allergrößten Tanzfestival der Welt. Da ist wirklich auf den Straßen überall was los. Da gibt es Tanzworkshops, es gibt die besten Choreografinnen und Choreografen der Welt, die kommen da hin und zeigen ihre Stücke.
Ja, okay, für nächstes Jahr 2027. Das ist dein 27. Tipp. Aber manchmal ist es ja auch gut, heute schon an nächstes Jahr zu denken.
Ja, richtig. Okay, das hat mich beeindruckt. Beeindruckt mich immer wieder.
Okay, das ist mein Tipp. Ist gekauft!
Und ich würde sagen, war gar kein Blackout.
Danke, Tobi!
Danke dir!
Ich laufe durch die Redaktion. Es ist Sommer 2026 und ich frage die Frage, die ich jedes Jahr stelle, diesmal auch an Stan. Gibt es ein Buch, ein Vogel, ein Podcast, den du empfehlen würdest?
Geht doch eine Fernsehserie?
Ja, alles. Vielleicht bin ich auch late to the party, aber ich habe mich durchgerungen, letztens „Chabos“ zu gucken, diese ZDF Serie. Und ich habe gedacht, es ist eine Serie über, wegen des Namens, dachte ich, es geht um Hip-Hop. Aber es geht um die Jugendkultur der Nullerjahre.
Und ich bin, glaube ich, 100 Prozent Zielgruppe. Ich übrigens auch. Irgendwie hat mich das schon erstaunlich gut abgeholt und ich habe sehr viele Erinnerungen wieder hochgeholt, die ich verloren geglaubt hatte. Und ich finde, es ist tatsächlich eine ganz gute Serie.
Ich habe die Teilserie auch gesehen. Ich habe mich auch so ein bisschen erwischt gefühlt, weil ich dachte: Scheiße, ich bin voll Zielgruppe. Du aber offensichtlich auch.
Ja, ja. Und irgendwie dachte ich erst, vielleicht ist es für junge Leute, aber dann dachte ich: Nein, die kennen ja alle keinen ICQ-Sound. Und es waren wirklich sehr viele, aber ich fand es sehr unterhaltsam und kurzweilig.
Kannst du auch sagen, warum?
Also warum ich es unterhaltsam fand, war wahrscheinlich, weil es einfach sehr gut den Vibe damals einfängt. Und ich habe mich an viele, obwohl ich im Osten groß geworden bin und die Serie in Duisburg, glaube ich, spielt, fand ich das irgendwie sehr, also in vielen Punkten relativ genau dargestellt.
Es geht ja auch viel um Geschlechterverhältnisse und die Rolle von Frauen oder Mädchen und Jungs damals. Und deswegen ist es auch nicht nur lustig, sondern auch tatsächlich irgendwie ein kritischer Blick auf die Zeit damals. Und irgendwie fand ich das sehr treffsicher dargestellt.
Sehr gut!
Und hast du auch noch einen aktuellen Vogeltipp?
Einen aktuellen Vogeltipp? Ja, wenn man in der Nähe von Leipzig wohnt oder in und um Leipzig, kann man nach Sachsen-Anhalt fahren und da so alte Tagebaulöcher oder sowas suchen. Und mit ein bisschen Glück findet man da so ganz bunte Vögel namens Bienenfresser. Die sind sehr schön anzuschauen.
Das kann ich empfehlen. Und man kann auch den Dazwischen-Podcast hören, um so ein bisschen Sachsen-Anhalt-Feeling zu bekommen und dann auf Vogeltour gehen.
Der Bienenfresser! Ich sage auch danke für diesen Tipp!
Sehr gern!
Paula, Podcast, Newsletter, Bücher, Vögel, you name it. Freibäder hatten wir auch schon. Hast du einen Tipp für die Hörerinnen und Hörer, was du den Leuten mitgeben würdest?
Ich habe gerade ein ganz, ganz tolles Buch gelesen. Das heißt „Botanik des Wahnsinns“ von Leon Engler. Das ist, glaube ich, auch sein erstes Buch. Darin geht es um, ich sage mal, die Familie, in die man hineingeboren wird. Also vielleicht auch die Probleme, die damit einhergehen und wie sehr man davon eigentlich auch selbst geprägt ist oder vielleicht eben auch nicht.
Und das fand ich sehr dramatisch, aber auch sehr witzig geschrieben.
Und warum dramatisch und witzig?
Also ich glaube, es ist nicht zu viel verraten, wenn man über das Buch erzählt, dass es eben darum geht, dass der Protagonist in einer Familie groß wird, in der psychische Erkrankungen so sehr, sehr präsent sind. Und er dann später selbst in der Psychiatrie landet, aber nicht als Patient selbst, sondern als Therapeut.
Und das ist halt irgendwie so ein bisschen der Humor daran, dass man auch eben vielleicht eine andere Perspektive darauf gewinnt, aber gleichzeitig versucht, auch liebevoll mit seinen eigenen Herausforderungen umzugehen.
Dann vielen Dank für den Tipp!
Ja, gerne!
Dann gehe ich mal weiter. Hier tippt jemand sehr laut auf seiner Tastatur. Es ist Benni.
Hallo Benni!
Ja, ja, in der Tat. Hi Christian! Du kannst sehr gut laut tippen.
Ich kann übrigens auch sehr gut laut tippen. Ich habe versucht, es leiser zu machen, aber viel leiser geht nicht. Das ist so…
Aber ich muss schon zugeben, dass es gut klingt.
Ja, und es ist auch eine besondere Tastatur, muss man sagen. Aber ich bin eigentlich hier, um dir die Frage zu stellen, die ich auch allen anderen stelle, nämlich: Gibt es einen Tipp, den du den Hörerinnen und Hörern von detektor.fm Destilliert mitgeben kannst und willst für den Sommer 2026, also jetzt für den August, der ja noch vor der Tür steht?
Ich hätte eine Empfehlung und auch einmal das Gegenteil, so ein Hot Take. Aber meine Empfehlung, nicht nur für den Sommer, sondern auch für den Herbst und für den Winter, ist ein Podcast, auf den ich gestoßen bin. Der Name ist furchtbar. Der Name ist „Did Somebody Say Ambient“.
Und die machen das wirklich auch als Frage. Also der Name ist furchtbar, aber der Podcast ist richtig toll, weil es immer um KünstlerInnen geht im Bereich Ambient und Genres adjacent to it. Angrenzende, genau.
Und es sind immer Leute, die so ein bisschen unter dem Radar sind, also noch nicht so mega bekannt sind und so. Und es ist wirklich von der ganzen Welt. Also da kommen, da schicken Leute Musik rein aus Amerika, aus Kanada, aus Australien, aus Europa, aus allen Kontinenten.
Der geht immer richtig lange, die Musikstücke sind immer richtig toll. Der Host, der das macht, hat so einen richtig schönen englischen Dialekt. Das ist wirklich großartig und ich liebe das.
Wir sind ja auch hier so, also Podcast ist ja wirklich auch in unserer DNA ganz tief drin. Und deswegen kann man das auch so ein bisschen mit so einer gewissen Autorität einfach sagen, wenn man so einen schönen Podcast hat mit so einer guten Community, der so gut funktioniert und so.
Und dann fliegt der meiner Meinung nach immer noch zu sehr unter dem Radar. Also „Did Somebody Say Ambient“, Name ist furchtbar, der Jingle ist furchtbar, aber der Rest ist wirklich, wirklich toll.
Also wenn man selber Musik macht, auf jeden Fall ein Must. Wenn man einfach mal entspannen möchte, einfach nicht scrollen, einfach nicht die ganze Zeit irgendwie so auf Shortform-Videos rumhängen und so, auf jeden Fall der richtige Podcast.
Und wenn man einfach mal so ein bisschen diese Ruhe im Hintergrund haben möchte, auf jeden Fall klarer Tipp.
Und dann das Gegenteil davon, mein Hot Take ist: Ich habe mir „Odyssey“ angeguckt im IMAX-Kino. „Odyssey“ ist gut, kann man machen. IMAX muss nicht, ganz ehrlich, völlig overrated. Also normales Kino tut es auch.
Warum overrated?
Weil das ist das bisschen, was du drüber und drunter hast, ist nicht viel geiler als einen normalen Kinofilm zu sehen. Und die Anlage war einfach dumm laut und klang auch nicht besonders schön. Also ich fand es einfach overrated.
Aber Film ist okay, weil der steht bei mir noch auf der Liste.
Ja, also lass mich nicht zu viel sagen, ist auf jeden Fall kurzweilig. Die Geschichte kenne ich schon.
Naja, sag das nicht zu früh. Der Film ist kurzweilig, was ja für drei Stunden schon mal erstaunlich ist. Ist ein Kompliment.
Genau, und ist auf jeden Fall bombastisch. Aber ich habe zum Beispiel auch am Wochenende parallel dazu von Tim Jarmusch „Ghost Dog“ geguckt. Und der ist wie so das Gegenteil davon. Ganz ruhig, ganz wenig Spektakel.
Und ja, also deswegen, es hat seinen Platz und ich habe es nicht bereut, ihn zu sehen, aber ich habe ein bisschen IMAX bereut, sag ich ehrlich.
Dann sage ich vielen Dank!
Ja, gerne!
So, Tim versucht sich in der Ecke zu verstecken, aber heute entgeht mir natürlich hier niemand, weil Detective M destilliert. Auch nicht, Tim. Warum willst du dich verstecken?
Ich weiß nicht, ich habe so eine Angst vor Mikrofonen, weißt du?
Als Audio Producer ist das eine sehr gesunde Einstellung.
Ja, wenn man selber reinspricht, ist ja auch nochmal was anderes, als wenn man es anderen Leuten immer hinstellt. Aber hast du einen Tipp?
Ich sehe hier schon ein Lesezeichen aus einer bekannten Buchhandelskette.
Genau, ja, also ich bin gerade wirklich ein bisschen eingetaucht in so eine Buchreihe. Das ist die „Dungeon Crawler Carl“-Buchreihe von Matt Dinaman. Ich glaube, der hat die schon mal vor ein paar Jahren so Self-Publishing-mäßig veröffentlicht.
Und jetzt gerade geht es aber nochmal so richtig durch die Decke und ich glaube, ganz viele lesen das gerade. Und es ist wirklich ein guter Sommertipp, weil es ist ein kleines bisschen Fakt ab World, ein guter Umgang damit.
Es ist komplett crazy. Es ist irgendwas zwischen Fantasy, Alien-Geschichte, Science-Fiction-mäßig mit ordentlich ein bisschen Endzeit und sehr viel schwarzem Humor. Aber auch immer wieder emotionale Momente, wo man sich auch die Frage stellt: Was sind wir so als Menschheit?
Und das alles aber in einem kompletten verrückten Kontext. Also es macht sehr viel Spaß zu lesen und das ist auch, finde ich, sehr kurzweilig. Also ich glaube, es ist ein gutes Strandbuch, wenn man nichts gegen ein bisschen Splatter und sowas hat.
Wie ist denn dieses Buch mit all diesen Facetten zu dir gekommen?
Ich, also ehrlicherweise, stand es einfach da und mir hat einfach das Cover gefallen.
Im Laden?
Im Laden, genau. Und dann habe ich es aufgeguckt, habe die ersten paar Seiten gelesen und dann fand ich es wirklich sehr, sehr lustig. Also es ist eigentlich eine große Empfehlung an jeden.
Dann sage ich vielen Dank und danke, dass du nicht so viel Angst vor Mikrofonen hattest.
Gerne!
Auf meiner Tour durch das detektor FM Büro komme ich auch an Felines Arbeitsplatz vorbei. Und bei Feline freut sich schon sehr, dass sie auch die Frage beantworten darf, was die Hörerinnen und Hörer von detektor.fm im August sich vielleicht mal anschauen, anhören, angucken sollten.
Also ein Podcast, eine Serie, ein Buch, einen Film. Freibad hatten wir schon.
Ich bin ja wieder in meiner Bücher-Ära, deswegen leider gar nicht audiovisuell unterwegs. Bücher ist super! Wir hatten bisher relativ wenig Büchertipps.
Ich habe einen sehr guten Roman gelesen im letzten Monat, der heißt „Als Großmutter im Regen tanzte“. Und es geht so ein bisschen, also es ist ein Roman, es ist fiktiv, aber es geht ein bisschen um die deutsche Nachkriegsgeschichte beziehungsweise auch den Einfluss und die Verwirrung mit skandinavischen Ländern, in dem Fall Norwegen.
Und um die ganze Geschichte hinter sogenannten deutschen Mädchen, die quasi mit den Nazi-Soldaten in eine Beziehung eingegangen sind und was danach mit denen passiert. Und das finde ich sehr spannend. Deswegen war es ein sehr gutes Buch, das ich gelesen habe.
Und warum findest du es sehr spannend? Ich finde die deutsche Geschichte generell spannend, aber den Aspekt hatte ich ehrlich gesagt noch nicht so richtig auf dem Schirm. Was auch nicht ganz stimmt, denn ich habe vor zwei Jahren schon mal einen audiovisuellen Tipp gehört. Ein sehr gutes Feature von einer dänischen Journalistin dazu, die in ihrer eigenen Familie auf Recherche gegangen ist zu dem Komplex.
Ich habe mir nie so richtig Gedanken darüber gemacht, wie das Leben von den Nazis in anderen Ländern beeinflusst wurde, quasi in so familiengeschichtlichen Traumata. Deswegen war das sehr spannend. Klingt aber auch nach einer großen Offenheit für Skandinavien allgemein. Stimmt, ich habe schon mal in Dänemark gelebt, deswegen ja.
Und natürlich sind in dem Roman auch sehr viele schöne Landschaftsbeschreibungen drin gewesen. Aber genau, es hat leider – also nicht leider, aber es hat auch sehr viel in Mecklenburg-Vorpommern gespielt und in Ostdeutschland. Dann beschäftigt es sich auch mit der Einmarschierung der Russen und allem, was damit einhergegangen ist. Das war jetzt nicht nur eine coole Sommerleichtkost, aber irgendwie trotzdem gut und schön zu lesen.
Dann vielen Dank für den Tipp! Gerne. In dieser Sommerausgabe von detektor.fm Destilliert gehe ich natürlich auch an jeden Schreibtisch vorbei. Das heißt, auch ich gehe zu Lena, die hier ein Cola-Mischgetränk in der Hand hat. Gibt es bei dir irgendeinen Podcast, eine Fernsehserie, ein Buch oder irgendwas anderes, eine Ausstellung oder so, wo du sagst, das wäre was für die Hörerinnen und Hörer im August 2026?
Denkst noch drüber nach? Ich brauche eine Weile zum Denken. Das ist okay. Ich habe irgendwann mal gehört, Podcasts sind, wenn man anderen beim Denken zuhört. Von daher darfst du das ruhig. Gibt es irgendwas, was dich in letzter Zeit irgendwie begeistert hat, wo du sagst, ja, das würde ich gern teilen? Nichts Aktuelles, nein.
Also ich bin gerade im Aufholen von Sachen, die liegen geblieben sind. Ich habe hier auch schon absolute Klassikerhits heute gehört. Also dementsprechend kann ich auch irgendwas holen. Ich höre mir gerade die Folgen von Behind the Bastards der letzten zwei Jahre an. Und warum? Um was geht es da in der Serie? Schlechte Menschen in der Geschichte. Ist immer mal liegen geblieben und wird jetzt durchgehört.
Dann Dankeschön! Gerne. Gerolf Meyer, dich erwische ich gerade mit einem Kaffee in der Hand hier mitten im Raum. Für Destilliert frage ich alle Leute, die heute im Büro sind, weil sie im Büro sind: Gibt es einen Tipp hier für August 2026, das solltet ihr euch mal angucken, anhören, anschauen?
Du erwischst mich komplett vorbereitet, natürlich. Ich habe jetzt ungefähr eine halbe Sekunde darüber nachgedacht. Ja, das ist ja das Prinzip dieser kleinen Umfrage. Ja, das Letzte, was mir einfällt, ist, dass im zeitgeschichtlichen Forum in der Innenstadt von Leipzig eine Ausstellung zum Aufwachsen – nee, nicht zum Aufwachsen in der Großwohnsiedlung, sondern über die Großwohnsiedlung generell.
Da ich aber selbst in einer Großwohnsiedlung aufgewachsen bin und die Bilder darüber von, ich glaube, Harald Kirschner, extrem schätze, habe ich mir vorgenommen, dass ich da hingehe. Okay, das heißt, du warst noch nicht da, findest es aber interessant? Ich finde es total interessant. Genau, es sind tolle Bilder aus der Zeit, die es da gibt.
Es gibt auch ein tolles Buch, es ist vergriffen, aber wenn man es bekommt, von Harald Kirschner. Also für alle, die nicht in Leipzig in die Ausstellung gehen können, weil sie vielleicht irgendwo anders diesen Podcast hier hören: Es gibt auch ein Buch dazu. Ja, genau. Und es ist ja dann übertragbar zu, weiß nicht, Marzahn, Halle Neustadt, Braunschweig. Das auch, ja. Gut, natürlich. Das auch.
Aber es ist halt so eine spezielle DDR-Ostzone. Darf man das so sagen? Das darf man so sagen. Dann sage ich vielen Dank für den Tipp! Hast du eigentlich auch einen Tipp? Ich lese tatsächlich gerade das neue Buch von Lukas Rietschel. Und ich muss sagen, ich bin bisher sehr begeistert. Ich bin jetzt noch so auf der Hälfte, aber es gefällt mir bisher wirklich sehr, sehr gut.
Hat tatsächlich auch, natürlich, einen gewissen Ostdeutschland-Bezug oder ostdeutsche Bundesländer und Biografie. Aber interessanterweise auch sehr viel Corona. Ich würde fast so weit gehen und sagen, es ist so ein bisschen der erste Corona-Roman, den ich so richtig entdeckt habe. Und wo es nicht nervt, wo es nicht irgendwie komisch wirkt.
Also muss ich sagen, das ist gerade ein Buch, was mich begeistert und was ich lese, wenn ich nicht Tour de France gucke oder selber Sport mache. Ja, das ist ein interessanter Typ. Ich höre gerne Interviews mit ihm. Ich schließe mich diesem Tipp an. Und der Kollege zwei Meter links von mir hebt die Augenbrauen zustimmend.
Ich habe auch Sand auf dem Nachttisch liegen. Huiuiui, das waren ja einige Tipps, die ich hier heute eingesammelt habe im detektor.fm Büro. Und damit sind wir tatsächlich auch raus. Ich muss noch nachliefern, habe ich gar nicht gesagt im Gespräch mit Gerolf gerade: Das Buch heißt natürlich Sanditz von Lukas Rietschel, meine Empfehlung.
Wir werden im Online-Artikel und natürlich in den weiterführenden Shownotes auch alles nochmal verlinken. Das heißt, wenn ihr die Titel oder die Tipps nochmal nachlesen wollt und gucken wollt, was hat die Person XY von detektor empfohlen, wir packen es euch in den begleitenden Online-Artikel auf detektor.fm.
Ansonsten bleibt mir eigentlich nur noch, euch einen schönen Sommer zu wünschen. Die zweite Sommerhälfte sozusagen. Der August steht ja noch vor der Tür. Und wenn ihr diesen Podcast hier schnell hört, dann hören wir uns Anfang September wieder mit der nächsten Ausgabe. Oder Ende August. Müssen wir mal gucken.
Auf jeden Fall vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt. So viel steht fest. Und da werden wir natürlich nochmal sehr intensiv über unser Projekt Dazwischen reden, auch hier bei Destilliert. Denn das ist ja vielleicht sogar der große Jahreshöhepunkt für Dazwischen.
Unser Newsletter und Podcast und unsere Community für Sachsen-Anhalt. Mehr dazu dann in der nächsten Destilliert-Ausgabe nochmal. Wenn ihr euch für das Thema interessiert, kann ich euch auf jeden Fall nur sagen: Abonniert mal Dazwischen als Podcast oder als Newsletter oder auch den WhatsApp-Kanal.
Und wir hören uns hier wieder bei detektor.fm Destilliert, dann kurz vor den Landtagswahlen Ende August oder Anfang September auf detektor.fm. In diesem Sinne, kommt gut durch den Sommer. Bis bald! Tschüss.