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Foto: Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / David von Becker
Bild: „Alternde Meister“ (2026), Ersan Mondtag & Nadim Samman. | Foto: Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / David von Becker

Monopol-Podcast | Ersan Mondtag

Nackt im Museum

Warum schenken wir alten Gemälden mehr Aufmerksamkeit als alternden Körpern? Dieser Frage geht Ersan Mondtag in seiner Performance „Alternde Meister“ nach. Ein Gespräch übers Verschwinden, das Altern, Vergänglichkeit, Geburt und Sterben.

Nackte Körper

In Pferdekutschen, zu Fuß, gestützt oder auf dem Rücken werden die Alten und Gebrechlichen zum Wasser getragen. Im Gemälde „Der Jungbrunnen“ von Lucas Cranach dem Älteren steht eben jener im Zentrum. Er zeigt die Verwandlung alter und gebrechlicher Frauen in ihre jüngeren Ebenbilder. Manche steigen zögerlich ins Wasser, andere mit mehr Selbstbewusstsein, um dann erfrischt und verjüngt aus dem Wasser wieder hervorzugehen. Von einem — natürlich bekleideten — Kavalier werden sie daraufhin in ein Zelt geleitet, das sie prunkvoll gekleidet wieder verlassen, um den meist älteren Herren zu Tisch oder beim Tanz Gesellschaft zu leisten. Das Gemälde von 1546 spiegelt die Sehnsucht nach ewiger Jugend und Unsterblichkeit wider. Für Ersan Mondtag und Nadim Samman wurde es zum Ausgangspunkt für die Performance „Alternde Meister“ in der Gemäldegalerie, die im Rahmen der Berlin Art Week Anfang des Monats gezeigt wurde.

Es ging um die Frage, wie Menschen aus unserem Gedächtnis verschwinden, auf welche Art sie verschwinden und was mit ihren Körpern passiert.

Ersan Mondtag, Künstler

Ersan Mondtag, KünstlerFoto: Lukas Städler

Insgesamt 25 Performerinnen und Performer traten in dem Werk „Alternde Meister“ in einen Dialog mit den sie umgebenden Werken.

Staubige Körper

Der Körper mit all seinen gelebten Facetten, seiner Geschichte, seinem Werden und Vergehen spielte auch in Mondtags Werk „Monument eines unbekannten Menschen“ (2024) für den Deutschen Pavillon auf der 60. Venedig-Biennale vor zwei Jahren eine zentrale Rolle. Gemeinsam mit Yael Bartana vertrat Ersan Mondtag dort Deutschland und tauchte dafür tief in seine eigene Familiengeschichte ein. Mit „Monument eines unbekannten Menschen“ zeigte er ein sehr intimes und zugleich entlarvendes Werk über die deutsche Nachkriegszeit. Ersan Mondtag arbeitet als Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner derzeit am Berliner Ensemble. Zuletzt inszenierte Mondtag im Rahmen der Salzburger Festspiele die Oper „Ariadne auf Naxos“ von Richard Strauss.

In dieser Folge von „Kunst und Leben“, dem Podcast in Kooperation mit dem Monopol-Magazin, spricht Elke Buhr, Chefredakteurin des Monopol-Magazins mit Ersan Mondtag über seine Performance „Alternde Meister“, seinen Weg in die Kunst und seine Arbeit für den Deutschen Pavillon bei der 60. Venedig-Biennale.

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