„Wo ich auf jeden Fall vorbei möchte, ist zum Beispiel Daniel Buren in der Konrad Fischer Galerie“, sagt Elke Buhr, Chefredakteurin des Monopol-Magazins, „das ist so ein Altmeister der Kunst im öffentlichen Raum, der immer Streifen malt.“ Kombiniert werden soll das mit Werken des US-amerikaners Lawrence Weiner, der 2021 verstorben ist. Etwas mobiler, junger und ungewöhnlicher komme im Gegensatz der Tattoo-Künstler Monty Richthofen bei der Galerie Dittrich und Schlechtriem daher, so Elke Buhr. Für seine Intervention „HARD 2 4GET“ hat er verschiedene Fahrzeuge mit Sprüchen besprüht, die dann in der Stadt umherfahren werden.
Sehr gespannt ist Elke Buhr auch auf Candice Breitz. Die Künstlerin aus Südafrika hat in den vergangenen Jahren vermehrt Schlagzeilen mit ihrer Position bezüglich des Terrorangriffs der Hamas vom 7. Oktober 2023 und den kulturpolitischen Diskussionen in diesem Kontext gemacht. „Candice Breitz ist eine sehr streitbare Künstlerin“, sagt Elke Buhr, „mit der wir in den letzten Jahren viel gesprochen haben.“
Sie ist eine jüdische Künstlerin aus Südafrika und hat da sehr explizit immer ihre Meinung gesagt.
Elke Buhr, Monopol-Magazin
Foto: MonopolFür ihre Ausstellung „Hot Potato“ in der Galerie KOW verkleidet sie sich als Berliner Bären und performt im Fenster der Galerie.
Zwischen Geniekult und akribischer Präzision
Silke Hohmann vom Monopol-Magazin ist neugierig auf die Ausstellung des österreichischen Künstlers Heimo Zobernig in der Galerie Nagel Draxler. „Seine Kunst springt einen nicht sofort an, denn er gehört einer Generation an, die eigentlich versucht hat, das Kunstmachen in einem genialischen Gestus zu machen“, erzählt Silke Hohmann. In seinem Werk kombiniert er Billy-Regale von IKEA mit Shakespeares „Hamlet“. Außerdem ist sie gespannt auf „Non-Fiction“ von Jorinde Voigt, die mit der Galerie Judin in den Mercator Höfen ausstellen wird. „Jorinde Voigt“, sagt Silke Hohmann, „ist eine Künstlerin, die sehr präzise arbeitet. Sie hat früher Notate mit einem schwarzen Stift gemacht und hat so versucht die Realität festzuhalten.“ Irgendwann sei sie dann freier geworden und „in die Farbe gegangen“.
Sie macht Himmelsgemälde, die einerseits total poetisch sind, andererseits aber auch sehr genau. Bei Jorinde Voigt geht es auch um eine ganz genaue Bemessung des Blautons.
Silke Hohmann, Monopol-Magazin
Foto: Wolfgang StahrBei Barbara Wien wird die legendäre österreichische Künstlerin und ehemalige Gastwirtin Ingrid Wiener Goubelance und Wandteppiche ausstellen. Und noch ein Tipp für eine Künstlerin, die noch nicht so lange dabei ist: Die Galerie Anton Janizewski zeigt „Dead End“ von der südkoreanischen Künstlerin Jiyoon Chung.
Ein Rudel Roboterhunde
Neben den Galerien nutzen auch viele Museen das Gallery Weekend, um neue Ausstellungen oder Happenings zu präsentieren. So zeigt der Hamburger Bahnhof gemeinsam mit der CHANEL Commission in seiner zweiten Ausgabe die Performance-Installation „We Make Years Out of Hours“ der litauischen Künstlerin und Komponistin Lina Lapelytė. Und die Neue Nationalgalerie zeigt „Regular Animals“ von Beeple alias Mike Winkelmann.
In dieser Folge von „Kunst und Leben“, dem Podcast in Kooperation mit dem Monopol-Magazin, geben Elke Buhr und Silke Hohmann vom Monopol-Magazin Einblicke in ihr persönliches Programm zum Gallery Weekend Berlin. Es findet vom 01. bis 03. Mai in Berlin statt. Viele der Ausstellungen laufen noch über das Wochenende hinaus und sind überwiegend kostenlos. Weitere Infos dazu findet ihr auf der Website des Gallery Weekends.