Daliland
Im Zentrum der Erzählung steht nicht Dalí selbst, sondern James, ein junger Galeristenassistent, gespielt von US-Nachwuchsschauspieler Christopher Briney. Aus seiner Perspektive öffnet sich der Blick hinter die Kulissen eines exzentrischen Künstlerkosmos. Zwischen New York, Spanien und luxuriösen Hotelzimmern erlebt James einen Dalí, der sich selbst als Gesamtkunstwerk versteht: genial, launisch, narzisstisch und immer stärker abhängig von den Menschen um ihn herum, die seinen Mythos am Leben halten.
An Dalís Seite steht seine Ehefrau Gala, gespielt von Barbara Sukowa. Sie ist Muse, Managerin und dominante Schlüsselfigur zugleich. „Daliland“ zeichnet ihre Beziehung als komplexes Geflecht aus Liebe, Kontrolle und gegenseitiger Abhängigkeit. Gala lenkt Dalís Karriere, schützt ihn und bestimmt, wer Zugang zu ihm bekommt.
Wenn ein Künstler zur Marke wird
Mit „Daliland“ wirft Regisseurin Mary Harron einen ungewöhnlichen Blick auf den surrealistischen Künstler Salvador Dalí. Statt dessen Leben chronologisch nachzuerzählen, konzentriert sich der Film auf seine letzte Schaffensphase in den 1970er-Jahren, eine Zeit, in der Dalí längst weltberühmt ist, aber zunehmend die Kontrolle über sich und sein Umfeld verliert.
Regisseurin Mary Harron, bekannt durch Filme wie „American Psycho“, richtet ihren Blick auf die Abläufe und Machtstrukturen im Kunstbetrieb. Der Film erzählt von Selbstinszenierung, Vermarktung und stellt die Frage, wann ein Künstler zur eigenen Marke wird. „Daliland“ ist kein klassisches Biopic, sondern ein vielschichtiges Porträt über Salvador Dalí und die brüchige Grenze zwischen Kunst und Selbstverlust.
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