Verloren auf der Insel
Tom, gespielt von Sam Riley, arbeitet als Tennislehrer in einem Urlaubsresort. Sonne, Meer, immer gleiche Abläufe. Die Tage ähneln sich, Begegnungen bleiben flüchtig, Nähe entsteht selten. Tom treibt durch diesen Ort wie durch sein eigenes Leben, immer nah am Exzess: Alkohol, Frauen, Clubs. Neben all dem wirkt sein Leben aber sehr leer. Seine Kontakte sind immer nur oberflächlich und flüchtig.
Als eines Tages eine britische Familie auf der Insel ankommt, gerät seine Routine ins Wanken. Zwischen unausgesprochenen Spannungen und vorsichtigen Annäherungen beginnt Tom, sein eigenes Dasein zu hinterfragen. Was zunächst wie ein Ferienfilm wirkt, verwandelt sich auf einmal in einen Mystery-Thriller in ungewohntem Setting.
Hitchcock im Urlaub
In der Besprechung des Films wird „Islands“ häufig als ungewöhnlicher Genre-Mix beschrieben. Die Elemente des klassischen Suspense-Kinos verbinden sich mit der Lethargie eines Urlaubsfilms so, dass Kritiker von einem „Tennis-Noir“ sprechen: Statt dramatischer Schatten nächtlicher Großstadtstraßen findet man hier gleißendes Sonnenlicht auf dem Tennisplatz.
Regisseur Jan Ole Gerster wird dafür gelobt, diese Spannung nicht aufzulösen, sondern auszuhalten. Islands verweigert klare Antworten und setzt stattdessen auf Atmosphäre, Ambivalenz und ein permanentes Unbehagen. So entsteht ein Film, der weniger direkt erzählt als andeutet.
„Islands“ könnt ihr auf Netflix sehen.
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