Album der Woche: Allah-Las – Worship The Sun

Die Sonnenanbeter

22.09.2014

Wer sich vom Herbst noch eine Weile ablenken will, dem legen wir das neue Album der Allah-Las ans Herz. Das Quartett aus Kalifornien macht sonnendurchtränkten Psychedelic Pop. Ihr zweites Album heißt passenderweise "Worship The Sun".

Die Allah-Las aus Los Angeles. Foto: Nolan Hall

Allah-Las - Worship The Sun

Worship The Sun

Allah-Las

(Innovative Leisure, bereits erschienen)

Pazifik, Surfen, Sandstrand, Wüste – ein paar Takte des neuen Allah-Las Albums Worship The Sun genügen und schon ist das ungemütliche Wetter draußen ganz weit weg.

Perlende Gitarren und Harmoniegesang

Für ihre zweite Platte haben die Allah-Las wieder mit Nick Waterhouse zusammengearbeitet. Der ist vor allem für seinen wilden Rhythm & Blues bekannt. Trotz des sehr unterschiedlichen Sounds gibt es viele Gemeinsamkeiten zwischen ihm und den Allah-Las, erzählt Sänger Miles Michaud.

Es ist super mit Nick zu arbeiten. Auch wenn seine Musik ganz anders klingt, gibt es doch viele Berührungspunkte und er kennt sich sehr gut aus. Er erkennt, wenn wir einen guten Take spielen oder eine gute Idee haben. Unser Drummer Matt hat Nick auf dem College getroffen. Wir sind also im gleichen Alter und können Ideen austauschen. Außerdem macht es Spaß mit ihm zu arbeiten, weil er ein guter Freund ist.

Ihr Debütalbum hat die Band noch live eingespielt, auf Worship The Sun ist ein bisschen mehr Studiotechnik zum Einsatz gekommen, es klingt deshalb weniger rau. Geblieben sind perlende Gitarren, luftige Arrangements und Harmoniegesang. Neu hinzugekommen sind auch Vibraphon und Pedal-Steel, zum Beispiel in dem Stück Yemeni Jade, einem Song, der wie Sonnenlicht auf den Wellen tanzt.

Los Angeles – Die Stadt im permanentem Wandel

Ihre Heimatstadt Los Angeles ist für die Allah-Las ein faszinierender Ort. Denn seit sie existiert, befindet sich die Stadt in permanentem Wandel. Besonders interessant findet die Band kleine Dinge, die später einen großen Einfluss auf das Leben in der Stadt haben, sagt Miles Michaud.

Es gab verschiedene Stadtentwicklungspläne für Los Angeles, mit vielen Parks und Grünanlagen, die von der Innenstadt bis an die Küste reichen sollten. Das wäre toll gewesen. Aber leider haben dann Öl- und Autofirmen interveniert und sich für breitere Straßen eingsetzt und diese Pläne zerstört.

Ein besonderer Ort in Los Angeles war die Ferus Gallery. In den 50er und 60er Jahren gab es dort Ausstellungen von Pop Art Künstlern wie Roy Lichtenstein und Andy Warhol. Die Allah-Las haben der Gallerie einen Song gewidmet.

Jede Woche neu: Reverberationradio

Kennengelernt haben sich die Bandmitglieder bei Amoeba Records, einem der größten Plattenläden der Welt. Ihre Leidenschaft für Musik teilen sie auch heute noch gerne mit anderen. Zum Beispiel mit dem Podcast und der Webseite Reverberationradio.com. Dort gibt es jede Woche eine neue Playlist. Angefangen hat Reverberationradio als tatsächliche Radioshow.

Alle in der Band und ein paar Freunde, wir haben die Radioshow gemacht. Irgendwann wurden wir rausgeschmissen, weil wir zu viele alte Stücke gespielt haben. Ein paar Wochen später hat unser Freund Robbie vorgeschlagen, dass wir stattdessen einen Reverberationradio-Podcast und eine Webseite starten sollten. Es macht Spaß und es kommt gut an. Wir vier und sechs Freunde wechseln uns jede Woche ab. Wir teilen die Sachen, die wir mögen und die uns inspirieren.

Sehnsuchtsort Kalifornien

Auf Worship The Sun ist der Albumname Programm. Die Allah-Las verstehen es ausgezeichnet, das warme Wetter ihrer kalifornischen Heimat in staubige Psychedelic Pop-Songs zu packen. Den Herbst kann man damit problemlos noch eine Weile ausblenden.