Album der Woche: Haley Bonar – Impossible Dream

Nichts bereuen!

08.08.2016

Auf „Impossible Dream“ von Haley Bonar geht es um das Erwachsenwerden. Die Amerikanerin hat mit ihren 33 Jahren das typische „Coming of age“-Alter zwar schon überschritten, aber wenn man den Begriff ein bisschen weiter fasst, wird man doch eigentlich nie ganz fertig mit dem Erwachsenwerden.

Seit 15 Jahren im Musikgeschäft: Haley Bonar. Foto: Promo.

Haley Bonar - Impossible Dream

Impossible Dream

Haley Bonar

(Memphis Industries, bereits erschienen)

Manche Künstler sind auch nach 15 Jahren im Musikgeschäft immer noch ein Geheimtipp. Haley Bonar ist eine dieser Künstlerinnen. Noch als College-Studentin bringt sie 2001 ihr erstes Album in Eigenregie raus. Bei einem Auftritt in Duluth, Minnesota ist Low-Sänger Alan Sparhawk derart von ihr beeindruckt, dass er sie prompt mit auf Tour nimmt. Seitdem veröffentlicht sie in regelmäßigen Abständen Alben und avanciert in ihrer Heimat Minneapolis zur Lokalheldin. Auch mit Andrew Bird und Justin Vernon arbeitet sie zusammen. Jetzt erscheint mit Impossible Dream Album Nummer sieben.

Zehn Jugendgeschichten

Für die Songs auf Impossible Dream hat Bonar tief in ihren Erinnerungen gegraben und zehn unterschiedliche Geschichten hervorgeholt. Sie handeln von ihren Eltern, dem Verlust der Jugend, Eifersucht, Homosexualität. Aber natürlich kann sich auch jeder selbst in diesen Geschichten wiederfinden. Es geht darum, wie wir alle lernen in unserer Haut zu leben und darum, beim Zurückschauen so wenig wie möglich zu bereuen.

Kismet Kill – Haley Bonar

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Stilistisch bewegt sich Haley Bonar im weiten Feld des Indierock, ist dabei aber durchaus breit aufgestellt. Von verhaltenem Synthie-Pop bis selbstbewusst nach vorne schreddernden Gitarren mit Stolper-Beat – Haley Bonar überzeugt in allen Spielarten. Ihre Stimme ist, je nach Bedarf, mal geerdet, mal verträumt und melancholisch.

Nie mehr Geheimtipp!

Vielleicht ist 2016 ja das Jahr, in dem es die extrem talentierte Songwriterin Haley Bonar mit Impossible Dream über ihren Geheimtippstatus hinaus schafft. Die Musikwelt wäre eine bessere.