detektor.fm-Session mit TOPS

Familiär verträumt

14.06.2018

TOPS liefern Vintagesound vom Feinsten. Das kanadische Quartett vereint Soft-Rock-Gitarren und warme Synthesizer mit nostalgischen Lyrics. In der detektor.fm Session erklären sie, warum sie für ihr jüngstes Album in ein altes Bordell gezogen sind. Und warum ihre Lieblingsband TOPS heißt.

Ironisch-traurige Nostalgie

Jane Penny ist 12, als ein Schulfreund ihr einen iPod voll mit selbst geschriebenen Songs in die Hand drückt. Sie weiß noch nicht, dass das der Beginn von TOPS sein würde. Heute ist sie die Sängerin und Frontfrau einer vier- bis fünfköpfigen Band, die der Geheimtipp für alle ist, die mit einem ironisch-traurigen Unterton sagen: Früher war alles besser. Die Kanadier liefern verträumten Vintagesound vom Feinsten. Soft-Rock-Gitarren und warme Synthesizer treffen auf nostalgische Lyrics über Liebe, Freundschaft und das Gefühl, belanglos zu sein. Gäbe es den Genrebegriff Dreampop noch nicht, für TOPS müsste man ihn erfinden.

Nicht die Welt

Viel mehr steckt hinter der Band dann allerdings auch nicht. Doch genau darin liegt ihre Stärke. Auf ihrem jüngsten Album „Sugar At The Gate“ versuchen TOPS nicht, sich neu zu erfinden. Das würde man anderen Kapellen womöglich zum Vorwurf machen. TOPS hingegen führen das, was sie schon immer machen, auf die Spitze. Für ein Album aus dem Jahr 2017 gibt es erstaunlich wenig Weltschmerz – nämlich gar keinen. Stattdessen geht es um Idole, um Beziehungsdreiecke oder um Freundschaften – klassischer Dreampop eben.

Doch ganz ohne Veränderungen ging es nicht. Ihren Proberaum hat die Band für „Sugar At The Gate“ von Montreal nach Los Angeles verlegt – in ein altes Bordell. Ob das einen Einfluss auf ihre Musik hatte, können TOPS nicht sagen. Wichtiger sei gewesen, wie die Band sich verändert hat. Denn 2017 ist die Band gewachsen. Mittlerweile sind Jackson Macintosh und Marta Cikojevic neu dabei.

Mit ihnen ist die Band mehr zusammen gewachsen. Es ist familiärer geworden. Ich glaube, da sind sich alle einig und niemand fühlt sich ausgeschlossen. – Jane Penny

Lieblingsband? TOPS!

Für Inspiration musste Jane Penny wiederum nicht so weit schauen. In einem Artikel, den sie für den Blog The Line of Best Fit geschrieben hat, sollte Penny über die Band erzählen, die sie am meisten inspiriert hat. Ihre Antwort: TOPS. Keine Musiker hätten ihr Schaffen so sehr geprägt wie ihre Bandkollegen David Carriere und Riley Fleck.

Ich hätte jeden nehmen können. Aber wenn ich darüber nachdenke, glaube ich, dass die Menschen, die mich am meisten inspirieren, meine Bandmitglieder sind. Vor allem musikalisch. – Jane Penny

In der detektor.fm-Session spielen TOPS die Songs „I Just Wanna Make You Real“ und „Petals“. Außerdem sprechen sie mit Moderator Lars-Hendrik Setz über ihr kommendes Album.