Klaus Johann Grobe im Interview

Ein Dancefloor voller Schwermut

21.11.2018

Das Schweizer Duo Klaus Johann Grobe kombiniert zeitgeistige Melancholie mit Dancefloor-Attitüde. Ein Gespräch über Diskogedanken, brasilianischen Funk und den Ärger mit dem Internet.

Klaus Johann Grobe machen aus melancholischen Songs Discohits. Foto: Kati Zubek | detektor.fm

„Dinge von gestern im Zeitgeist von morgen“

Melancholie hat ein Zuhause: Den Dancefloor. Zwischen künstlichem Nebel und Prismalampen treffen Einsamkeit und Ekstase aufeinander, Diskogedanken jagen durch den Januskopf. Genau hier schlägt die Stunde von Klaus Johann Grobe. Hinter dem Namen stecken eigentlich die beiden Schweizer Sevi Landolt und Daniel Bachmann. Seit 2011 verschmelzen sie zum Diskokönig.

Ihre Handschrift: Retrosounds, wo es nur geht, dazu Lyrics über die neuen Leiden der Ys. Oder in ihren eigenen Worten: „Die Dinge von gestern im Zeitgeist von morgen.“ Die Kombination aus Tanzfläche und Nachdenklichkeit ist für die beiden dabei ganz natürlich.

Auf eine seltsame Art liegt das für uns nahe bei einander. Davon handelt ja auch unser Stück „Diskogedanken“. Das kann dann manchmal in Euphorie kippen und geht dann wieder zurück in die Nachdenklichkeit. – Klaus Johann Grobe

Mit viel Anlauf zum neuen Album

Nach ihrem zweiten Album „Spagat der Liebe“ haben sich Klaus Johann Grobe ein Jahr jenseits der Tanzfläche gegönnt. Mittlerweile ist das Schweizer Duo mit seinem neuen Album „Du bist so symmetrisch“ wieder am Start. Für Landolt und Bachmann war diese Pause wichtig. Auch, um wieder auf den Boden zu kommen. Nebenbei haben sich Klaus Johann Grobe ordentlich inspirieren lassen. In der Bandpause haben die beiden viel Musik gehört, vor allem aber R&B. Das hört man“Du bist so symmetrisch“ durchaus an. Schließlich protzt das Album vor groovigen Beats und genreüblichen Bassläufen.

Es hat uns von allen Genres vielleicht am meisten direkt inspiriert. Deswegen haben wir es sehr gerne unser R&B-Album, auch wenn es schlussendlich keines ist. Es ist aufgeräumter, richtig ausgestaubt, arschtrocken und viel ausgearbeiteter. Wir haben da viel mit reingepackt und geschliffen. 

Warum Klaus Johann Grobe sich ein Jahr Pause gemacht haben, welchen Einfluss Brasilianischer Funk auf das neue Album hatte und was sie am Internet stört, haben sie detektor.fm-Moderator Philipp Weimar erzählt.