Musikvideo der Woche | Billie Eilish mit „Bad Guy“

Ein süß-saures Bonbon

Das Musikvideo der Woche zu „Bad Guy“ ist auf Youtube ein großer Erfolg: Es ist bunt, wild und außergewöhnlich. Aber sind die Motive wirklich so originell, wie wir dachten?

Mit 17 ein Star

Billie Eilish ist derzeit in aller Munde. Vom rebellischen Teenager bis zum anspruchsvollen Feuilletonisten – fast jeder feiert sie. Mit ihrem Mix aus Trap, Electro und Pop trifft sie einen Nerv – trotz oder gerade wegen ihres Alters. 2015 hat sie ihren ersten Song auf SoundCloud veröffentlicht, von da an ging es steil bergauf. Wir haben im „Musikvideo der Woche“ bereits ein anderes Video von ihr besprochen, diesmal geht es um ihre aktuelle Single „Bad Guy“.

Knallig, bunt, überladen

Und der Name ist Programm: Im Musikvideo inszeniert sich die Künstlerin als toughe junge Frau, die ihren Impulsen freien Lauf lässt, ohne Skrupel oder Rücksicht auf Verluste – als Bad Guy eben. Knallgelbes Outfit, blaue Haare, blutverschmiertes Gesicht. Ihr Auftreten ist exzessiv, die männlichen Rollen im Video stehen deutlich im Hintergrund. Als Mitglieder ihrer Fahrrad-Gang, als Sitzgelegenheit oder als menschliche Müslischüssel dürfen sie der Protagonistin dienen, mehr aber auch nicht. Billie Eilish kehrt die konservativen Geschlechterrollen um.

Es ist quasi die popkulturelle Variante der MeToo-Debatte, ganz bis nach oben zugespitzt. – Maurice Gajda, kennt die besten Musikvideos

Doch nicht so originell

Nun sieht sich allerdings Dave Meyers, der das Video produziert hat, mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert. Mehrere Motive sollen aus einem Fotoshoot des Modemagazins Toiletpaper kopiert worden sein. Bierbäuche in farbigen Shirts, schwimmende Köpfe in Plastiktüten: Von Zufall kann da keine Rede mehr sein.

Ich würde sagen: Nehmt das einfach als Kompliment, als Hommage. – Maurica Gajda

Dem Erfolg von Billie Eilish wird das aber kaum schaden. Ihr Debütalbum „when we all fall asleep, where do we go?“ stieg in den Billboards Charts, aber auch in Großbritannien, Österreich und der Schweiz auf Platz 1 ein. Im August und September ist sie auch live in Deutschland zu sehen.

Über ihr neuestes Musikvideo hat Musikvideokenner Maurice Gajda mit detektor.fm-Moderatorin Bernadette Huber gesprochen.

Maurice Gajda Foto: Melanie KoravitschFakt ist, dass es einfach Spaß macht, dieses Video zu sehen. Maurice Gajdalässt sich den Spaß nicht von Plagiatsvorwürfen verderben. 

Redaktion: Jonas Galm