Reingehört: Beady Eye – BE

14.06.2013

Als Band sind Beady Eye noch jung. 2011 erschien ihr erstes Album. Doch die Bandmitglieder sind schon lange im Geschäft und alle jenseits der 40. Es sind die Überreste von Oasis. Abgesehen von Noel Gallagher, der mit den High Flying Birds sein eigenes Süppchen kocht. Jetzt ist das zweite Album von Beady Eye erchienen. Wir haben reingehört.

Das erste Album von Beady Eye hieß “Different Gear, Still Speeding”. (Foto: Griffiths Jackson)

Endlich darf Liam Gallagher auch mal Chef sein. Nach all den Jahren des Unterjochens durch seinen älteren Bruder. Dieser Tage bringen Beady Eye ihr zweites Album raus mit dem Namen Be. Unverkennbar, trägt die Platte wieder Gallagher-Handschrift, die von Liam Gallagher.

Beatles-Anleihen wo man hinhört. Alles wie immer. Eigentlich. Man möchte meinen, Oasis bzw. Beady Eye haben in der Vergangenheit schon alle Facetten der Musik der Sechziger durchgekaut und neuinterpretiert. Doch eine fehlte noch. Der Sixties-Bubblegum-Pop. Beady Eye klingen auf Be wie ein braves Schulmädchen, das sich 1968 das erste Mal Odyssee im Weltraum ansieht. Ganz schüchtern spielen Beady Eye mit Synthesizern und verschieden Space-Sounds rum. Sie haben dem Rock’n’Roll ein wenig den Rücken zugekehrt, stattdessen steht der Soul im Vordergrund.

Be ist sexy. Nicht zuletzt wegen dem Album-Cover. Es zeigt ein barbusiges Model. Fotografiert Ende der Sechziger vom Fotograf der damaligen Pirelli-Kalender, Harry Peccinotti. In Großbritannien klebt ein Aufkleber auf der Brust des Models – Grund: zu sexy. Das hätte man einem Gallagher vor Jahren gar nicht zugetraut. Da war Rock’n’Roll das schlagende Verkaufsargument.

Erfolg haben Beady Eye bitter nötig. Sowohl mit den Verkaufszahlen ihrer ersten Platte, als auch mit verkauften Konzerttickets hängen sie meilenweit hinter Kollege Noel Gallagher. Dabei spielen doch in Beady Eye drei Viertel der letzten Oasis-Besetzung: Andy Bell, Gem Archer und Liam Gallagher. Scheint so, als ob man einen Noel Gallagher als Songwriter doch nicht so einfach ersetzen kann. Und in der Tat sind die Songs auf Be nur alter, aufgewärmter Oasis-Brei.

Einzig diese gewisse Flowerpower bringt Abwechslung rein. Die ist Produzent Dave Sitek zu verdanken. Als Produzent und Mitglied von TV On The Radio verhalf er schon CocoRosie, den Liars und den Yeah Yeah Yeahs zu neuem Glanz. Vielleicht finden sich Oasis nächstes Jahr zum 20-jährigen Jubiläum wieder zusammen. Schaden würde es nicht.