Viele Nachkommensarbeiter sind ja sowieso weggezogen. Es wird leerer werden, Häuser verkaufen. Ja, wir hoffen mal, dass sich Leute wieder ansiedeln. Das sagt Andy Söhring. Er wohnt in Talwinkel, einem Ortsteil von Bad Bibera im Burgenlandkreis, und ist dort einer von nur noch 120 Einwohnern.
Ja, das ist krass, wenn ich mir vorstelle, alleine in meinem Haus sind wir so 20 Leute und dann die ganze Straße eher mehrere Hunderte. Ja, und der Gedanke, der macht auch schon ein Problemfeld auf. Denn allein für deine Straße würde ja wahrscheinlich niemand auf die Idee kommen, da so eine Bushaltestelle zum Beispiel hinzubauen, geschweige denn einen Bahnhof. Und ob sich ein Bäcker oder ein Lebensmittelgeschäft lohnt, das würde ich jetzt mal auch mit einem Fragezeichen versehen. Kindergarten, Schule, Sportverein – all das lohnt sich für so wenige Menschen wahrscheinlich kaum.
Ja, und das macht dann das Leben natürlich auch wieder kompliziert und führt im Zweifel dazu, dass noch mehr Menschen einen so kleinen Ort wie Talwinkel verlassen. Dieses Phänomen nennt man Schrumpfung, und das sehen wir in vielen ländlichen Regionen. Und in Sachsen-Anhalt sind davon 95 Prozent der Gemeinden betroffen. Einige Orte sind allein in den vergangenen 15 Jahren um ein Fünftel geschrumpft. Okay, also in anderen Worten, es fehlt fast jeder fünfte Einwohner oder Einwohnerin. Immer mehr Orte drohen also zu verschwinden, ganz langsam.
Und wenn das eigene Dorf stirbt, das macht natürlich was mit den Menschen, aber auch mit dem ganzen Land. Was bedeutet der Bevölkerungsrückgang für das Bundesland und vor allem für die Betroffenen? Wie versuchen Menschen, ihre Region trotzdem am Leben zu halten? Und was sagt eigentlich die Forschung dazu, wie es weitergehen kann? Darüber sprechen wir diesmal bei Dazwischen. Vorher schauen wir aber, wie immer kurz in den Rückspiegel.
Du bist ja die letzten beiden Folgen krank gewesen, jetzt aber hoffentlich wieder ganz gesund, oder? Ja, also ich glaube, in meiner Stimme hört man es noch, dass da so eine Restkrankheit ist, aber insgesamt geht es mir wieder gut. Und tatsächlich musste ich während meines Ausfalls sehr oft an unsere zweite Folge denken zu den Krankentagen. Weil ich das Gefühl hatte, ich bin wieder krank, ich bin wieder krank.
Weil ich in dieser Folge sage, ja, die Leute sollten ja lieber mal krank, richtig krank sein und zu Hause bleiben. Und weil das einfach besser ist, sonst zieht sich das lange raus. Und ich dann so dachte, hm, also vielleicht habe ich da meinen eigenen Preis nicht so ernst genommen, weil ich genau das halt gemacht habe, von dem ich gewarnt habe. Erst irgendwie krank sein, trotzdem weiter arbeiten und dann richtig lange krank sein.
Ja, aber jetzt hast du dir da die zwei Wochen sozusagen genommen. Jetzt hoffen wir, dass es alles dann tatsächlich wieder gut ausgeht. Und Leonhard hat dich ja würdig vertreten hier bei uns im Podcast. Ja, und uns interessiert ja besonders wie ihr diesen Podcast findet. Eure Reaktionen sammelt und strukturiert bei uns Anne. Und ich bin gespannt, welche Rückmeldung es in den letzten Tagen so gegeben hat.
Ja, es kamen viele Nachrichten wieder rein. Das freut mich sehr. Zum Beispiel hat uns Rebecca aus dem Salzlandkreis gemailt, dass ihr die Ehrenamtsfolge sehr gut gefallen hat und sie daran erinnert hat, dass sie sich auch schon immer ehrenamtlich engagieren wollte. Aber bisher hat es leider noch nicht geklappt. Gerste hat uns auf Mastodon gefragt, wie Menschen überhaupt noch Kapazitäten für ein Ehrenamt haben sollen, wenn die Regierung gleichzeitig die Abschaffung des Acht-Stunden-Tages sowie Kürzungen bei Rente und Gesundheitsversorgung plant. Gute Frage!
Grit hat uns auf Mastodon ebenfalls geschrieben und zwar zur Stiftungsfolge: „Liebester Zwischenteam, danke für euren Podcast. Die Stiftungsfolge war auch wieder sehr hilfreich.“ Und sie schlägt eine Folge über Bürgermedien in Sachsen-Anhalt vor. Finde ich auch spannend. Es ist ja auch eine relativ breite Landschaft, die es da gibt. Das können wir uns auf jeden Fall mal anschauen.
Und Facebeater, ich hoffe, ich spreche das richtig aus, hat uns auf Mastodon geschrieben, dass er sich mehr Auseinandersetzung mit der hohen Wählerzustimmung zur AfD in Sachsen-Anhalt in Umfragen wünschen würde. Das machen wir. Das können wir auf jeden Fall versprechen an dieser Stelle. Egal wie, dieses Feedback zu den verschiedensten Themen, was wir ja heute bekommen haben, ist für uns wirklich wahnsinnig wertvoll.
Liebe Zuschauer, danke dass ihr eure Gedanken mit uns teilt und teilt sie bitte auch gerne weiter. Wir lesen wirklich jede eurer Nachrichten per Mail, bei Mastodon, in anderen sozialen Netzwerken oder auch auf Podcast-Plattformen wie Apple Podcasts oder Spotify. Schickt uns also bitte jederzeit Lob, Kritik, Themenvorschläge oder was euch sonst noch bewegt. Die Mailadresse dafür lautet dazwischen@detektor.fm. Ihr findet uns aber, wie gesagt, auch bei Facebook, Instagram oder Mastodon. Einfach mal nach detektor.fm suchen und uns eine Nachricht hinterlassen.
Tatsächlich helfen uns auch 5 Sterne bei Apple Podcasts oder Spotify, damit noch mehr Leute diesen Podcast hier entdecken. Und da könnt ihr natürlich auch sehr gerne kommentieren. Und wir haben noch ein anderes Feedback bekommen. Genauer, wir haben auch von Deutschlandfunk Kultur ein Lob, vor allem für die spannende Folge 8 zum Thema Stiftung erhalten. Und das in der Sendung Studio 9 mit Daniel Kubiak. Ganz herzlichen Dank dafür! Das hat uns echt überrascht und wahnsinnig gefreut.
Marie, heute nehme ich dich mit in den Burgenlandkreis. Schön, noch an Freiburg vorbei in Richtung Bad Bibera und dann biegen wir nach Norden ab. Da fließt der kleine Biberbach und der führt uns in das kleine Dorf Talwinkel. In Talwinkel leben 120 Menschen. Einer davon ist Tom Eberling, noch keine 30 und Vorsitzender des Heimat- und Feuerwehrvereins. Also auch ein gutes Beispiel für ehrenamtliches Engagement, haben wir ja in der letzten Folge darüber gesprochen.
Und ich habe ihn an Vereinsheim getroffen und direkt auf den schönen neuen Spielplatz angesprochen, der da direkt daneben steht. Es gab in Bad Bibera einen alten Spielplatz, der wurde aber durch Vandalismus beschädigt, sollte abgebaut werden und entsorgt werden. Die Spielgeräte waren aber noch top in Schuss. Die haben wir als Verein abgebaut, haben sie hier wieder aufgebaut, neu aufgerüstet, mal ein paar Bretter getauscht. Und jetzt ergänzen sie unseren Spielplatz.
Wir konnten uns erweitern. Durch die Gemeinde kommt immer nicht so viel, weil halt auch keine Mittel da sind, gerade so für freiwillige Leistungen wie Spielplätze. Also müssen wir uns selber organisieren, wenn wir was erreichen wollen. Ja, und was sie erreichen wollen, wird eigentlich ziemlich schnell klar. Sie versuchen nämlich, der Schrumpfung ihres Ortes etwas entgegenzusetzen.
Also wir hatten mal rund 200 Einwohner in unseren Ortsteilen Tal und Bergwinkel. Aktuell sind wir bei 120. Das hat den Hintergrund, dass nach der Wende, aber auch so in den 2000er Jahren viele keine Arbeit hier gefunden haben, sondern eher Richtung West oder Richtung Großstädte gezogen sind. Und dadurch sind viele weg. Allerdings hatten wir auch eine sehr hohe Altersrate, Altersquote hier im Ort. Es sind auch viele verstorben. Das gehört auch zur Wahrheit dazu.
Also von 200 auf 120 Personen, das klingt viel. Ich stelle es mir da gerade sehr leer vor. Also spürt man das schon? Ja, das ist ehrlich gesagt total erstaunlich, wenn man da so zu Besuch ist, wie ich. Dann merkt man das überhaupt nicht. Also ich bin da so durchgelaufen und habe gesagt: Mann, also erstens, es liegt unfassbar idyllisch. Du bist da so eingebettet in so Wald und Wiesen. Dann dieser kleine Biberbach, über den ich ja eben schon gesprochen habe.
Also es war dann auch noch so wunderschönes Wetter, als ich da war. Das spielt ja auch immer so eine Rolle. Das heißt, ich bin da durchgegangen und dachte so: Okay, also fühle ich hier irgendwie gar nicht, dass es hier Probleme geben könnte. Und es liegt auch daran, dass Talwinkel 2003 Gelder aus dem Dorferneuerungsprogramm bekommen hat und davon auch tatsächlich sehr profitiert hat.
Also die haben die Straßen da neu gemacht, die konnten ihr Dorfgemeinschaftshaus umbauen. Da ist jetzt also unten so ein Feuerwehrgerätraum drin und oben so eine Art, ich sage jetzt mal, Veranstaltungsraum. Und die Häuser sehen da gut gepflegt aus. Es gibt keinen Leerstand oder kaum Leerstand. Ganz im Gegenteil, es wird sogar neu gebaut.
Okay, das klingt jetzt aber erstmal widersprüchlich. Also das Dorf wird kleiner und gleichzeitig sehe ich keinen Leerstand. Ja, das liegt zum großen Teil daran, dass wenn man so durch Talwinkel durchläuft, sieht man das auch. Es gibt einfach sehr große Häuser. Ja, da haben halt eben früher mehrere Generationen unter einem Dach gelebt. Und da leben heute dann eben deutlich weniger Menschen zusammen.
Also es ist ja so, dass viele Rentner hier alleine wohnen, bzw. vielleicht noch zu zweit, aber beide schon Rentner sind. Also da merkt man den demografischen Wandel extrem. Und genau um die geht es. Die sind jetzt in dem Alter, wo sie dann irgendwann sicherlich versterben und wo dann auch keiner nachkommt, weil einfach die Familien nicht mehr im Haus wohnen.
Und das sind dann potenzielle Objekte, die verkauft werden und wo sicherlich Familien nachkommen. Wenn man sich das so durchrechnet, komme ich nicht auf 200 Leute, wie wir mal waren. Also dann waren die Häuser wirklich übervoll. Aber wenn wir wieder so Richtung 150 kommen würden, das wäre schon mal was, denke ich mal. Dann kann man schon mal viel machen hier in dem Ort.
Mit diesem Schrumpfen, dieser Entwicklung ist Talwinkel ja nicht allein. Wir haben ja vorhin schon gesagt, in Sachsen-Anhalt sind 95 Prozent aller Gemeinden davon betroffen. Und ab einem bestimmten Punkt steht natürlich schnell beispielsweise die Frage im Raum, ob sich Dinge wie Schule oder Kita dann noch lohnen. Und dann wird das verständlicherweise für die Menschen vor Ort sehr schnell sehr emotional.
Wir haben darüber mit Steffen Maretzke vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung gesprochen. Denn er beschäftigt sich genau mit diesen Fragen und ist einer der Autoren der aktuellen Raumordnungsprognose 2045. Diese Prognose verlinken wir euch gern im begleitenden Online-Artikel beim Podcast Radio detektor.fm und natürlich auch hier in den Shownotes.
Und um das mal so ganz kurz und knapp zusammenzufassen: Diese Raumordnungsprognose untersucht, wie sich die Bevölkerungszahlen in den vergangenen 15 Jahren bis runter auf Kreisebene verändert haben und sich in den nächsten 20 Jahren vermutlich verändern werden. Steffen Maretzke: „Wenn eben eine Kommune damit konfrontiert ist, dass die Kitas kaum noch ausgelastet sind, dass die Schulen immer weniger besetzt sind, dann steht man zum Beispiel gerade in Sachsen-Anhalt vor der Frage: Kann ich die Kitas noch halten? Muss ich Schulen schließen?
Ich kann die Kosten, die ich für Kitas und Schulen aufwende, gar nicht so schnell reduzieren, wie die Bevölkerungszahl schwindet. Und naja, wenn Schule oder Kita wegbrechen, wandern dann ja vielleicht noch mehr Menschen ab. Also das ist da dann schon eine ziemliche Spirale, die dann losgeht. Über diese Spirale werden wir heute leider noch so ein paar Mal sprechen müssen, denn es sind ja nicht nur Kitas und Schulen betroffen, sondern eigentlich fast alle Dinge des alltäglichen Lebens.
Das ist also auch gerade für diese Dienstleistungsunternehmen, die so haushaltsorientiert sind: Bäcker, Banken, was wir alles da so kennen. Es ist sehr schwer, im Grunde genommen dort ein tragfähiges Wirtschaftsmodell aufzubauen. Also diese Unternehmen haben einfach Probleme, sich am Markt zu behaupten. Und man erlebt, dass viele dieser Unternehmen letztendlich schließen und die Versorgung in der Breite nicht gegeben ist.
Ja, das sehen wir eigentlich überall. Das Läden, Kneipen, Bäcker zumachen. Und dabei sind diese Orte ja so wichtig für die Gemeinschaft. Darüber haben wir auch schon in unserer Folge über das Mitmachlokal in Dessau und die dritten Orte im Allgemeinen gesprochen. Hört da gern nochmal rein. Ihr findet diese Episode vom 9. April hier im Podcast-Feed von Dazwischen.
Und ja, wie sieht es in Talwinkel mit der Infrastruktur aus? Ja, man könnte sagen, Talwinkel hat Pech und Glück zugleich. Pech, weil es all diese Dinge im Ort nicht mehr gibt. Also der Konsum hat schon kurz nach der Wiedervereinigung zugemacht. Es gab noch länger so eine Gaststätte, die das Ehepaar, dem sie gehört hat, noch fast bis zum Tod geführt hat.
Aber bis jetzt irgendwie auch eine ganz schöne Geschichte, weil da ist jetzt ein ziemlich großes Gebäude. Es ist jetzt eine Familie mit vier Kindern eingezogen. Also das haben sie ganz gut sozusagen übertragen bekommen. Aber es gibt eben diese Gaststätte nicht mehr. Und Kita und Schulen gibt es auch schon nicht mehr. Und der Bus fährt so ganz klischee-mäßig wirklich zweimal am Tag. Einmal, um die Kinder zur Schule zu bringen, einmal, um sie dann wieder zurückzuholen.
Es gibt so ein Pilotprojekt oder es soll so ein Pilotprojekt mit Rufbussen geben aus Bad Bibera, aber das ist noch nicht so richtig angelaufen. Okay, und wo hat Talwinkel da jetzt Glück? Ja, so blöd das klingt, weil es all diese Dinge nicht mehr gibt und die Leute, die da wohnen, da trotzdem noch wohnen. Also die haben sich in den letzten sage ich mal 36 Jahren daran gewöhnt und kennen es zum Teil auch gar nicht mehr anders.
Die haben sich einfach arrangiert und das ist fairerweise in Talwinkel auch gar nicht so schwer. Wir sind dennoch gut angebunden an unsere Nachbarorte. Direkt nebenan ist Bad Bibera. In Bad Bibera gibt es eigentlich alles, was man zum Leben braucht: Einzelhandel, mehrere Kleidungsgeschäfte, es gibt Post, Arzt, Sekundarschule, Grundschule, noch einen Ort weiter. Alles, was man zum Leben braucht und das in drei Kilometer Entfernung.
Also wir fahren mit dem Fahrrad zehn Minuten. Das ist alles super erreichbar. Und mein Arbeitgeber ist auch in Bad Bibera, der von meiner Partnerin noch zehn Minuten weiter entfernt. Aber das ist alles machbar. Ja, okay, also wenn ich selbst auf dem Land mit dem Fahrrad nur zehn Minuten zur nächsten Einkaufsmöglichkeit brauche, dann ist das natürlich ziemlich super.
Aber Arbeitsplätze, das ist ja auf jeden Fall immer ein wichtiges Thema, wenn es darum geht, ob Menschen irgendwo bleiben oder ob sie eben weggehen. Das hat ja Tom auch vorhin gesagt, dass eben viele Leute nach dem Mauerfall in den Westen oder auch in größere Städte wie Magdeburg, Halle, Leipzig oder Berlin gezogen sind. Klar, das ist ein Riesenproblem.
Also erstens gibt es, wie in vielen Regionen in den ostdeutschen Bundesländern, auch in dieser Region einfach nicht so viele große Unternehmen. Und fast überall wird auch immer noch schlechter bezahlt als in den meisten westdeutschen Bundesländern. Tom hat mir trotzdem gesagt, manche Leute müssen ehrlich gesagt auch mal 30, 40 Minuten fahren bis zu ihrer Arbeitsstätte. Das ist so, aber ganz ehrlich, in der Großstadt ist es manchmal auch so.
Wenn man durch die Stadt durch muss, ist man auch seine Zeit unterwegs. Aber es gibt öffentliche Arbeitgeber in der Umgebung. Es gibt ein Zementwerk in Karstorf. Da finden viele ihre Arbeit und es gibt verschiedene mittelständische Unternehmen im Straßenbau vor allem. Da sind auch sehr viele in unserem Ort, aber auch in Nachbarschaften tätig.
Also halten wir fest: Talwinkel ist zwar in den letzten Jahrzehnten stark geschrumpft. Gleichzeitig haben die Menschen sich damit aber ganz gut arrangiert und ja, zurzeit zumindest noch ganz gute Ausweichmöglichkeiten, was so Arbeitsplätze, Kita, Schule und so weiter betrifft. Wir haben ja aber auch gesagt, dass dieses Phänomen des Bevölkerungsrückgangs ganz Sachsen-Anhalt betrifft. Gibt es denn dort eine Region, die besonders stark betroffen ist, wo es wirklich dramatisch aussieht?
Ja, also was wirklich auffällt, ist der Kreis Mansfeld-Südharz. Denn der hat den stärksten Bevölkerungsrückgang aller Kreise in Deutschland. Besonders stark verlassen erwerbstätige Menschen die Region und deswegen ist Mansfeld-Südharz mittlerweile auch eine der ältesten Regionen in Deutschland. Da haben wir, glaube ich, in der Gesundheitsfolge auch schon drüber gesprochen.
Und das ist natürlich total schwierig, weil damit wirklich ein Haufen Probleme einhergeht. Zwischen den Zeilen war das ja immer schon herauszuhören. Aber lass uns doch nochmal ganz konkret darüber sprechen, wie dieser Bevölkerungsrückgang zustande kommt. Was glaube ich schon ganz gut rausgekommen ist: Der demografische Wandel spielt eine wichtige Rolle. Also die Menschen werden immer älter und es werden gleichzeitig aber immer weniger Kinder geboren.
Genau, also das haben wir ja schon an vielen Stellen besprochen. Wie in vielen anderen Regionen haben nach der Wiedervereinigung viele Menschen Sachsen-Anhalt verlassen und sind in die westdeutschen Bundesländer oder auch in die ganze Welt gezogen. Und es sind nach der Wiedervereinigung deutlich weniger Kinder geboren worden. Das ist nicht nur in Sachsen-Anhalt so, das ist auch in anderen ostdeutschen Regionen so.
Und das spüren wir bis heute quasi doppelt. Denn weniger Kinder nach 1990 hier bedeutet auch weniger Menschen, die jetzt hier selber Kinder kriegen können. Und außerdem wandern immer noch viele junge Erwachsene und Familien in wirtschaftlich stärkere Regionen ab. Und dadurch sinkt die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter, obwohl ich diesen Begriff ganz furchtbar finde. Aber er ist eben wichtig dafür, weil weniger Geburten eben diesen Schrumpfungsprozess zusätzlich verstärken.
Außerdem wissen wir, dass Menschen in Krisenzeiten weniger Kinder bekommen. Und da würde ich schon mal sagen, so mit Klimawandel, Kriegen und auch so dieser gesellschaftlichen Spaltung stecken wir da gerade mittendrin in einer. Also es ist eigentlich jetzt schon klar, dieser Bevölkerungsrückgang, der setzt sich bis 2045 fort. Besonders in den ländlichen und strukturschwachen Regionen.
Und gleichzeitig altern diese Regionen auch noch besonders stark. Also das bedeutet, es gibt nicht nur weniger Einwohnerinnen und Einwohner insgesamt, sondern vor allem einen starken Rückgang der arbeitenden Bevölkerung, weniger Steuereinnahmen und das verschärft dann wieder Fachkräftemangel, Pflegeprobleme und die Finanzierung der Infrastruktur vor Ort. Genau, und da sind wir wieder bei der vorhin schon angesprochenen Spirale.
Naja, wir haben einen sehr problematischen Mix in vielen ostdeutschen Regionen, und das gilt auch für Sachsen-Anhalt. Und das ist das eine, dass im Grunde genommen die Gemeinden durch eine kommunale Finanzschwäche ausgeprägt sind. In diesen Regionen war es nach der Wende auch in den sachsen-anhaltinischen Regionen, wo eine Menge Arbeitsplätze weggefallen sind.
Die Steuereinnahmen der Kommunen sind vergleichsweise unterdurchschnittlich. Man kann also vergleichsweise weniger machen. Die Bevölkerungszahlen schrumpfen. Der ÖPNV leidet unter diesen Rahmenbedingungen, sodass es schon schwierig ist, die Lebensbedingungen attraktiv zu halten, gerade wenn wir immer über die Sicherung gleichwertiger Lebensverhältnisse sprechen.
Durch die klammerwerdenden kommunalen Kassen fallen dann noch mehr Dinge weg, wie zum Beispiel eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, also Busse und Bahnen. Das macht dann das Pendeln schwieriger. Ich brauche länger bis in die nächstgrößere Stadt, bin deshalb vielleicht nicht ganz so flexibel bei der Wahl des Arbeitsplatzes und das verstärkt die Abwanderung dann nochmal zusätzlich.
Außerdem darf man natürlich auch den emotionalen Aspekt nicht vergessen. Also viele Menschen erinnern sich ja noch daran, wie das Leben im Ort früher vielleicht mal war, vor 50 Jahren, als da noch mehr Menschen gelebt haben. Oder sie hören das vielleicht zumindest von den Eltern oder von den Großeltern. Und da bleibt natürlich manchmal auch so ein Gefühl von Verlust und ja, manchmal auch dieses Gefühl, vergessen zu werden.
Wir haben jetzt sehr ausführlich darüber gesprochen, was die Gründe dafür sind, dass Dörfer schrumpfen, manchmal sogar schleichend ganz verschwinden. Und auch wie sich das vor Ort anfühlt. Ja, und auch wenn sich in Talwinkel viele mit der Situation arrangiert haben, versucht man da ja schon aktiv, neue Menschen in den Ort zu holen.
Aber ich habe mich gefragt, ob das überhaupt gelingen kann. Und das habe ich auch den Experten Steffen Maretzke gefragt, und der hat eine ziemlich klare Botschaft: „Stellt euch darauf ein, dass ihr mit schrumpfenden Umführungszahlen leben müsst. Das ist meine wesentliche Botschaft. Gerade an Gemeinden, die abseits der Zentren gelegen sind, werden letztendlich immer auch noch weniger Steuern an die Kommunen weiterleiten können, sodass sich die Rahmenbedingungen einfach ungünstig gestalten.
Und vor dem Hintergrund wird es kaum gelingen, die Rahmenbedingungen so zu verändern, dass sich kurzfristig, kurz- und mittelfristig etwas in eine Richtung dreht, die es realistisch erscheinen lässt, dass sich an den Grundtrends der Bevölkerungsentwicklung etwas verändern wird.“
Klingt sehr ernüchternd, aber auch sehr ehrlich. Ich kann mir vorstellen, dass es sehr schwierig ist, aber zu akzeptieren, dass der eigene Ort verschwindet und man nichts machen kann, gerade wenn man da aufgewachsen ist und eigentlich auch sehr gern bleiben will. Ich kann das nachvollziehen.
Fand das aber in Talwinkel ganz spannend. Ich habe da mit Tom im Gemeinschaftshaus gesessen und dann kam sein Stellvertretender Andy Söhring noch dazu. Auch noch keine 40 und ich habe die beiden gefragt, wie sich genau das anfühlt. „Ich bin der Letzte, der aus dem Dorf rausgeht. Nach mir… Ja, darüber macht man sich keine Gedanken eigentlich. Aber ja klar, der Ort ist geschrumpft, der könnte auch noch weiter schrumpfen. Klar, die Theorie würde bestehen.
Aber selbst wenn wir hier mit 20 Leuten da wären, ich glaube, dann würde die Arbeit zwar mehr werden, aber deswegen wird die Lebensqualität hier nicht schlechter.“ Also da waren die sich wirklich total einig. Die Menschen, die dort leben, die wollen da eben auch leben. Die haben das für sich entschieden.
Die haben da gebaut oder renoviert oder im Fall von Talwinkel eben auch so eine Gemeinschaft aufgebaut, mit der sie es sich da einfach schön machen. „Wir haben so eine Gruppe an jungen und alten Leuten, sind hier sehr aktiv am Machen und Tun, gerade im Ort. Wir sind stets daran getan, den Ort zu verschönern, die Lebenssituation hier zu verschönern.
Und dazu gehören natürlich auch mal Arbeitseinsätze, wo wir dann nachmittags uns treffen, organisieren. Und ja, dann sind wir froh, dass wir was gemacht haben, dass wir was geschafft haben, dass wir wieder ein Stück weiter gekommen sind. Und ja, dann trinken wir unser Feierabendbier und dann sind wir auch mit unserem Nächsten zusammen. Das schätzen wir alle sehr.“
Durch so eine besonders enge Gemeinschaft kann man ja auch den Anreiz erhöhen, dass mehr Menschen bleiben, zum Beispiel die Kinder von Tom. Aber wir haben ja auch schon gehört, die generelle Schrumpfung hält das eben allein nicht auf. Es gibt deswegen ja auch Experten, zum Beispiel den Hallenser Ökonom Reint Grob, die fordern, man soll diese sehr kleinen Orte aufgeben und dort eben weder in Arbeitsplätze noch in sowas wie den Ausbau des 5G-Netzes investieren.
Ja, das sind natürlich reine Kosten-Nutzen-Diskussionen und manchmal auch eher so Gedankenspiele. Denn es stimmt schon, die Infrastruktur im ländlichen Raum zu erhalten, ist somit vielfaches teurer als in der Stadt. Also nehmen wir mal so eine Wasserleitung, die kostet auf dem Land zehnmal mehr als in der Stadt, wenn man das so pro Kopf berechnet, die Ausgaben.
Trotzdem geht diese Diskussion natürlich an der Lebensrealität der Menschen vorbei. Es gibt eine Befragung von MDR fragt aus dem Jahr 2021 in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Da haben 89 Prozent der Befragten eben abgelehnt, dass ländliche Regionen aufgegeben werden sollten. Keine große Überraschung, weil einfach viele Menschen dort leben.
Und was die Kosten angeht, da gibt es eine Erhebung vom Bundesinnenministerium, die fand ich auch ganz spannend. Und aus der geht hervor, dass die Aufgabe eines Ortsteils für die Gemeinde teurer wird als dessen Erhalt, wenn man mehr als 13 Haushalte auf 18 Gebäude verteilt hat. Also das ist auf jeden Fall weniger als das, was wir in Talwinkel sehen.
Weil du musst ja, um sozusagen diesen Ortsteil aufzulesen, musst du also den Leuten ihre Grundstücke abkaufen und auch die Gebäude abkaufen. Du musst irgendwie den Umzug finanzieren und da kommt dann natürlich schon ganz schön was zusammen.
Okay, also ein ganzes Dorf oder ganze Ortsteile sterben zu lassen, das spart nicht pauschal Geld. Wir müssen uns aber einfach darauf einstellen, dass sich die Schrumpfung nicht aufhalten lässt. Das ist irgendwie ziemlich unbefriedigend.
Wie gehen wir also aus dieser paz Situation raus, oder wie gehen wir damit um? Ja, Steffen Maritzke sagt, es gibt drei große Punkte, wie man die Situation für einzelne Orte in Sachsen-Anhalt verbessern kann. Der erste ist eine stärkere Zusammenarbeit von kleinen Orten. Das macht ja auch Sinn. Also bestimmte Strukturen muss man dann eben zum Beispiel nur noch einmal vorhalten.
Das sieht man ganz häufig bei der Freiwilligen Feuerwehr, dass also verschiedene Orte gemeinsam Einsätze fahren. Das ist auch in Talwinkel so, und manchmal bilden die zum Beispiel auch ihren Feuerwehrnachwuchs zusammen aus, weil es einfach nicht genug Kinder gibt, dass du das jetzt in jedem Ortsteil, in jedem Dorf alleine machst. Man könnte laut Steffen Maritzke auch über eine noch stärkere Eingemeindung nachdenken, um eben auch bei den Verwaltungsstrukturen zu sparen.
Ja, wobei das Zusammenlegen von Städten und Gemeinden, das weiß ich aus eigener Erfahrung, ja nicht immer positiv von den Menschen aufgenommen wird. Es hat wieder sehr emotionale Folgen, und wenn dann so eine sehr große Einheitsgemeinde entsteht, egal wie effektiv die auch sein mag, ja, dann bleibt da immer was, oder oft was bei den Menschen einfach so ein Unbehagen.
Auf jeden Fall, und das ist auch in Talwinkel so. Also die sind mittlerweile Ortsteil von Bad Bibra und Teil der Verbandsgemeinde an der Finne. Und da muss man dann schon gucken, dass man eben nicht an Mitspracherecht und auch an, ja, ich sag mal, so etwas wie lokaler Identität verliert.
Bei den vergangenen drei Gemeinderatswahlen kann man sagen, sind unsere Stimmrechte immer weniger geworden, also unsere Stimmrechte als Ort. Aber im letzten Gemeinderat haben sich wiederum drei Leute von uns gestellt, von unserem Ort. Einer ist gewählt worden, das ist aber okay, und damit haben wir unsere Stimme, die erhört wird und denjenigen, der unsere Interessen auch im Rat vertritt.
Das ist übrigens der Bruder von Tom, das fand ich auch ganz interessant, weil das ja auch wieder etwas ist, was extra Zeit kostet und Engagement. Aber ich finde, auch hier hat die Recherche wieder gezeigt, wenn du in so einem kleinen Ort lebst, dann musst du schon auch schauen, dass du die Dinge irgendwie mitgestaltest, damit es da schön bleibt oder schön wird.
Von den Kommunen kommt da aus den genannten Gründen eben einfach nicht mehr so viel, denn viele Kommunen sind froh, wenn sie überhaupt noch ihre Pflichtaufgaben erfüllen können. Aber das wäre ja vielleicht schon auch noch eine Sache, das haben wir, glaube ich, auch schon an anderer Stelle besprochen. Vielleicht braucht es da auch eine Art, ja, von Reform, damit die Kommunen einfach freier und agiler handeln können.
Da triffst du einen Punkt, den auch Steffen Maritzke mit angebracht hat. Und ich glaube, dass gerade in solchen Regionen, die von starken Schrumpfungsprozessen geprägt sind, es wichtig ist, dass Kommunen noch selbstständiger, selbstverantwortet agieren können, um dann die nötigen Entscheidungen treffen zu können und auch Entwicklungen vorantreiben zu können, die es ermöglichen, die Attraktivität dieser Gemeinden zu erhalten.
Ja, zumindest zu sichern. Das wäre aus meiner Sicht auch ein wichtiger Punkt. Gut, aber wie wahrscheinlich das ist, darüber braucht man wahrscheinlich auch nicht lange diskutieren. Also bleibt es dabei, dass die Menschen in kleinen Orten ja vorher selbst schauen müssen, wie sie ihre Lage ja erhalten oder selbst verbessern.
Ja, aber um die Schrumpfung aufzuhalten, hätten sie dafür vielleicht noch ein Ass im Ärmel. Wir sehen nämlich in den wenigen Kreisen, wo die Bevölkerung wächst, da tut sie das vor allem, weil Menschen aus dem Ausland kommen. Das hat auch Steffen Maritzke bestätigt. Er sagt, das ist eigentlich das Einzige, was die Schrumpfung ausgleichen kann.
Also, dass Menschen aus dem Ausland nach Sachsen-Anhalt kommen, dort arbeiten, Steuern bezahlen, Produktivität generieren und Orte so lebendig halten. Ja, dafür müssen sie dort aber natürlich willkommen sein, willkommen geheißen werden, sich willkommen fühlen. In einem Bundesland, wo die AfD Umfragewerte von über 40 Prozent hat, bin ich mir da nicht so sicher.
Ja, uns muss einfach klar sein, dass die Gemeinden in Sachsen-Anhalt bis auf ganz wenige Ausnahmen ohne Menschen von außen langsam aber sicher immer mehr schrumpfen. Das mag in Talwinkel, wo eh nur noch 120 Menschen leben, nicht mehr so schlimm sein. Aber in anderen Orten fallen ja dann erst Kitas und Schulen weg, macht dann erst der Bäcker und das Lebensmittelgeschäft zu.
Und wenn man das gewöhnt ist, verliert man damit natürlich schon ein Stückchen Lebensqualität. Ich habe die Talwinkler natürlich auch gefragt, ob bei ihnen denn wirklich alle willkommen wären. Und die Antwort fand ich auf ganz sympathische Weise typisch Sachsen-Anhalt: Ich sehe da kein Problem dahinter.
Es ist auch tatsächlich so, dass wir eine Familie aus der Ukraine haben, die hier wohnen. Und nicht zuletzt, wir haben jetzt eine Familie aus Bayern auch integriert. Also es ist ja auch fast Ausland. Und die machen sich auch, man versteht es ein bisschen schlecht, aber warte einen Moment, nicht Bayern, Fränkisch. Oh ja, das ist schon ein Unterschied. Fränkisch, das ist jetzt… Also wir können es nachher nochmal klären.
Ich bin auch damit seiner Meinung, die, die aufs Land wollen, die sich integrieren wollen, würde für uns jetzt kein Problem darstellen. Wir wären froh, wenn sich welche, egal wie, ansiedeln würden. Auch Bier trinken müssen sie, nur das ist wichtig. Ja, so ein Spruch der hätte auch von meinem Vater kommen können.
Aber ich glaube, was man hier schon spürt, es gibt da jetzt kein Argwohnen oder Ablehnung. Also die versuchen in Talwinkel schon, jeden zu integrieren. Aber ich glaube, was einem schon auch klar sein muss, man zieht da in einen kleinen Ort, wo jeder jeden kennt und irgendwie auch alles über jeden weiß.
Das ist Klischee, aber das ist auch das, was die beiden mir erzählt haben. Also wenn man da nicht Teil dieser Gemeinschaft werden will, dann fühlt sich das, glaube ich, auch ganz schnell ziemlich komisch an.
Vielleicht an der Stelle nochmal ein kleines Fazit: Dorfsterben und Schrumpfungen im Allgemeinen stellen viele Regionen Sachsen-Anhalt vor ziemlich große Herausforderungen. Weniger Steuern, noch klemmere Kassen, Strukturen, die wegbrechen. Ja, und so richtig viel dagegen tun kann man eigentlich nicht.
Mit viel Engagement und Gemeinschaft, wie in Talwinkel, kann man es sich schön machen und natürlich im Zweifel auch dafür sorgen, dass nicht noch mehr Menschen weggehen. Aber um wirklich etwas zu bewegen, bräuchte es Ansiedlungen von außen und im besten Fall auch eine Finanzreform für die Kommune.
Damit kommen wir zum Ende dieser Podcast-Folge. Aber vorher hat Anne noch eine Einladung für euch aus der Hohen Bürde. Ja, unser Veranstaltungstipp kommt von der Stiftung Leben. Sie lädt ein zur Eröffnung des Hauses des Ehrenamtes in Hermsdorf.
Das ist ein Ortsteil in der Hohen Bürde. Das ehemalige Hortgebäude wurde von Ehrenamtlichen renoviert und soll zukünftig eine Begegnungsstätte sein für Vereine, Initiativen und bürgerschaftliches Engagement. Und am 30. Mai kann man sich zwischen 14 und 16 Uhr die neuen Räume anschauen.
Es wird eine Theateraufführung, Bilderbuchkino für Kinder, einen Kurs im Korbflechten und Führungen geben. Unter anderem stellen sich auch die Ehrenamtlichen des Näh- und des Reparaturcafés vor. Und natürlich gibt es Kaffee und Kuchen im neuen Haus des Ehrenamtes in Hermsdorf.
Ja, der Veranstaltungstipp passt ja super zu unseren bisherigen Folgen über Ehrenamt, Stiftungen und Reparaturkultur im Osten und auch die dritten Orte. Das gefällt mir gut. Ja, und vielleicht hat ja jemand von euch Lust, mit dabei zu sein. Wenn ja, dann schickt uns gern Fotos.
Und wir freuen uns natürlich auch immer über eure Veranstaltungstipps, Lieblingsorte oder Heldinnen und Helden des Alltags. Schickt uns einfach eine Mail oder Sprachnachricht an dazwischen at detektor.fm.
In der nächsten Folge widmen wir uns dem Thema Freiheit der Wissenschaft, denn mehrere Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Institute in Sachsen-Anhalt sehen die Forschungsfreiheit in Gefahr. Die AfD hat ja angekündigt, die Wissenschaftslandschaft umbauen zu wollen, sollte sie an die Regierung kommen.
Viele Forscherinnen und Forscher warnen davor, dass das schwerwiegende Konsequenzen hätte. Sie sagen, freie Forschung ist eine der wichtigsten Ressourcen der Demokratie. Deshalb habe ich mich mit Rhein Grob getroffen. Den Namen habt ihr ja in dieser Episode schon mal kurz gehört.
Der denkt nicht nur über die Zukunft von ländlichen Regionen nach, sondern ist auch Präsident des Leibniz Instituts für Wirtschaftsforschung Halle und Professor für Volkswirtschaftslehre an der Otto von Gehricke Universität Magdeburg. Ich habe mit ihm gesprochen und ihn gefragt, wodurch er die Wissenschaftsfreiheit in Gefahr sieht und was eine Einschränkung für Sachsen-Anhalt konkret bedeuten würde.
Und wir haben natürlich auch darüber gesprochen, was getan werden kann, um die Wissenschaftsfreiheit zu schützen. Mehr dazu in der neuen Folge nächste Woche hier bei Dazwischen. Ich freue mich drauf.
Dieser Podcast ist eine Kooperation von detektor.fm und dem Media Forward Fund. Podcast Hosts Marie Landes und Katja Schmidt. Community-Redakteurin Anne Koslowski. Akneig Podcast Redaktion Leonard Schubert. Cover Design Claudia Dölling und Anja Kremer von Sisters of Design. Originalmusik Florian Sievers. Audio Produktion Benjamin Serdani, Stanley Beidorf und Tim Schmutzler. Projektleitung Christian Wollert.