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Bild: Elisabeth Lechner | Foto: Elisabeth Lechner

brand eins Podcast | Elisabeth Lechner

Der mangelhafte Körper

Schönheit ist nicht nur Geschmackssache: Warum Körperscham ein Geschäftsmodell ist und was Bodyshaming mit Macht, Kontrolle und Teilhabe zu tun hat, darum geht’s im Gespräch mit Elisabeth Lechner.

Ist Schönheit politisch, Elisabeth Lechner?

Wer schön ist, gilt schnell als diszipliniert, erfolgreich, begehrenswert und gesund. Wer nicht in dieses Bild passt, erlebt oft das Gegenteil: Ausgrenzung, Beschämung, Abwertung. Schönheit ist deshalb viel mehr als Geschmackssache. Sie entscheidet mit darüber, wer gesehen wird, wer dazugehört — und wer sich lieber zurückzieht.

Es handelt sich um zutiefst in unsere Gesellschaft eingeschriebene Strukturen, die dazu führen, dass der junge dünne weiße Körper als die Norm gilt, mit der sehr viele Vorteile einhergehen.

Elisabeth Lechner, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin

Elisabeth Lechner, Literatur- und KulturwissenschaftlerinFoto: Elisabeth Lechner

 

Das sagt Elisabeth Lechner. Die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin und Autorin hat 2020 an der Universität Wien zu weiblichen Körpern, Popfeminismus und digitalen Aktivismen promoviert. Sie lehrt und forscht an der Schnittstelle von Literatur- und Kulturwissenschaft, Popkulturstudien, feministischer Medienwissenschaft, Affect, Gender & Body Studies.

Warum Körperscham auch ein Geschäftsmodell ist

Schönheitsideale entstehen nicht zufällig. Sie werden geprägt, verkauft, gefiltert, algorithmisch verstärkt — und sie sind hochprofitabel. Wer sich falsch, zu dick, zu alt, zu behaart, zu sichtbar oder nicht sichtbar genug fühlt, wird leichter zur Kundin oder zum Kunden eines Marktes, der ständig neue Mängel benennt und neue Lösungen verkauft.

Schönheit ist nicht nur ein sehr lukratives Geschäftsmodell, sondern auch eine Form von patriarchaler Kontrolle, besonders über Frauenkörper.

Elisabeth Lechner

Im Gespräch geht es deshalb auch darum, warum Schönheit ein Problem für Teilhabe und Demokratie werden kann: Wenn Menschen dauerhaft das Gefühl bekommen, mit ihrem Körper nicht zu genügen, ziehen sie sich aus sozialen Räumen zurück. In einer Zeit mehrfacher Krisen ist das ein Verlust, den sich Gesellschaften eigentlich nicht leisten können. Warum wir gerade einen Return of Skinny und Size Zero und weniger Diversität auf den Laufstegen und in der Popkultur erleben, darüber spricht Elisabeth Lechner in dieser neuen Folge des „brand eins Podcasts“ mit detektor.fm-Moderator Christian Bollert.

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