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Bild: Jürgen Bauhus | Foto: Jürgen Gocke

brand eins Podcast | Jürgen Bauhus

Auch der Wald muss diverser werden

Der Wald liefert nicht nur Holz, sondern baut auch CO₂ ab und hilft, die Artenvielfalt zu erhalten. Wie können diese „Ökoleistungen“ gemessen und honoriert werden? Dazu sprechen wir mit Jürgen Bauhus, Professor für Waldbau an der Universität Freiburg.

Jürgen Bauhus über die Vermessung des Waldes

Mit 11,5 Millionen Hektar bedecken Wälder ein Drittel der Fläche in Deutschland. Und darin stehen rund 90 Milliarden Bäume. Als Lebensraum, Kühlsystem, Rohstoffquelle und Erholungsort sind intakte Wälder essenziell. Doch dem deutschen Wald geht es schlecht: Viele Bäume sind krank, Insekten wie der Borkenkäfer setzen ihnen zu, weil es zu heiß und zu trocken ist. Und das wirkt sich auf das Klima aus: Zwischen 2017 und 2022 hat der deutsche Wald laut jüngster Bundeswaldinventur erstmals mehr CO₂ abgegeben als gespeichert. 

Der Wert des Waldes ist schwer zu ermitteln. Schaut man auf den reinen Marktwert, dann wird dieser Wert auf ungefähr 400 Milliarden Euro geschätzt. Das gesamte Holz der deutschen Wälder würde ungefähr einem Billarde Euro bringen. Wesentlich schwieriger zu beziffern sind Dinge wie Erholungswert, Artenvielfalt oder auch die Kühlung im Sommer. Doch genau das sei wichtig, meint Jürgen Bauhus. Er ist Professor für Waldbau an der Universität Freiburg und Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats für Waldpolitik. Zum einen, um den Menschen den Wert dieser Ökoleistungen, die der Wald „nebenbei“ liefere, bewusst zu machen. 

Eine andere Funktion dieser Berechnung ist, dass man damit eine Grundlage schafft, um Waldbesitzende dafür zu honorieren, dass sie diese anderen Leistungen des Waldes für die Gesellschaft zur Verfügung stellen.

Jürgen Bauhus

Jürgen BauhusFoto: Jürgen Gocke

Honoriere man diese Leistungen nicht, dürfe man sich als Gesellschaft nicht wundern, wenn Wälder nur wegen der ökonomischen Leistungen bewirtschaftet werden.

Klimaangepasstes Waldmanagement

Momentan komme Unterstützung vom Staat vor allem in Form von Programmen wie „Klimaangepasstes Waldmanagement plus“. Das honoriere Waldbesitzende , die ihre Wälder so bewirtschaften, dass sie eine größtmögliche Anpassung an den Klimawandel bieten. Dazu gehört, dass man Baumarten pflanzt, die wärmeres und trockeneres Klima vertragen.

Wir müssen jede Gelegenheit nutzen, um den Wald diverser zu machen.

Jürgen Bauhus

 

Welche Baumarten besonders anpassungsfähig sind, und was das auch für jede und jeden von uns an Anpassungswillen verlangt, darüber spricht Jürgen Bauhus in dieser neuen Folge des brand eins Podcasts mit detektor.fm-Moderator Christian Bollert.

Außerdem in dieser Folge: die erste persönliche „Veränderungsgeschichte“ einer „brand eins“-Hörerin. Falls ihr ebenfalls eure Geschichte über Veränderungen in eurem Berufsleben erzählen möchtet, schickt einfach eine Sprachnachricht an digital@brandeins.de.

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