Wir sehen da viele engagierte Menschen, denen oft der Zugang zu Geld fehlt, weil eben in Ostdeutschland auch deutlich weniger privates Kapital da ist. Es gibt viel weniger Stiftungen, und die finanzstarken Stiftungen in Westdeutschland sitzen, und da ist der Zugang nicht immer vorhanden.
In der heutigen Folge sprechen wir über Stiftungen und Fonds in Sachsen-Anhalt. Und ich freue mich, dass ihr mit dabei seid. Ich sage „ich“, weil Marie heute leider krank ist. Gute Besserungswünsche an dieser Stelle. Weil es aber im Studio alleine immer so ein bisschen langweilig ist, habe ich mir unseren Podcast-Redakteur Leonard dazu geholt. Du wirst heute also Marie würdig vertreten. Ich versuche es zumindest. Gute Besserung auch an dieser Stelle nochmal von mir. Und ja, ich freue mich auch auf die Folge, Leonard.
Stiftungen und ihre Bedeutung
Stiftungen, was fällt dir dazu ein? Ja, viele Stiftungen sind natürlich sehr wichtig, weil sie oft Aufgaben übernehmen, die Staat oder Markt nicht vollständig abdecken. Zum Beispiel Projekte in den Bereichen Kultur, Bildung, Demokratieförderung und Ehrenamt sind ja oft auf Förderungen angewiesen, und die kommen halt oft von Stiftungen. Das ist so das, was mir spontan in den Kopf kommt. Spontan dazu einfällt. Genau, so ist es.
Und wir haben da in Ostdeutschland ein kleines Problem, denn in den ostdeutschen Bundesländern, zum Beispiel Sachsen-Anhalt, klappt die Art der Förderung von Projekten oft nicht so gut. Denn es gibt hier kaum große Stiftungen. Und die großen Stiftungen zum Beispiel aus Stuttgart oder Hamburg, die kennen sich in Ostdeutschland oft nicht so gut aus und sind dort schlechter vernetzt. Und was das für ein Land wie Sachsen-Anhalt bedeutet, darüber sprechen wir heute hier bei Dazwischen.
Rückblick und persönliche Erfahrungen
Bevor wir loslegen, gucken wir aber wie immer kurz zurück. Was ist denn bei dir passiert seit der letzten Folge, Katja? Also auf unsere letzte Folge zum Reparieren haben mich ganz viele Leute angesprochen. Es hat mich richtig dolle gefreut. Und die haben dann so erzählt, dass sie auch noch ewig zum Beispiel diese DDR-Brotschneidemaschine, über die wir ja gesprochen hatten, zu Hause hatten oder eben dieses ganz klassische DDR-Rührgerät, wo, glaube ich, auch sofort jeder so ein Bild im Kopf hat, wie das aussieht.
Ja, und dass sie auch wirklich an diesen Geräten gehangen haben. Also dass es da auch so eine emotionale Verbindung gab. Das hat Maria letzte Woche auch so ein bisschen erzählt, dass sie viele ältere Geräte schon zu Hause hat. Wie ist das bei dir? Auch total. Es gibt ja auch super witzige Videos zum RG28 zum Beispiel. Da gucke ich immer noch manchmal auf YouTube. Mich haben auch ganz viele Leute angesprochen.
Und ich habe auch alte Geräte, an denen ich sehr hänge, zum Beispiel unsere alte Waschmaschine. Sehr zum Leidwesen meiner Mitbewohner, weil die sehr, sehr doll wackelt und die immer Angst haben, dass die mal abhaut. Wir haben sie mal angeleint, damit sie nicht so viel wandert in unsere Aromakammer. Aber sie ist noch dicht. Sie ist dicht, sie wäscht wunderbar. Ich sehe gar nicht ein, dass die weg soll. Ich habe sie Hilde getauft und ich habe ihr so Augen aufgeklebt.
Ja. Und ich habe auch Leuten das Reparatur-Kaffee empfohlen, weil bei einer Freundin ist die Kaffeemühle kaputt gegangen. Da habe ich gesagt, geh doch mal gucken. Vielleicht repariert dir ja ein netter junger Mensch die Kaffeemühle mit dir oder ein netter älterer Mensch. Genau.
Newsletter und Umfrageergebnisse
Wir haben aber auch nicht nur die Podcast-Folge, sondern auch ein Newsletter. Und da hatten wir auch eine Umfrage zu dem Thema. Anne hat die betreut und die ist auch wieder bei uns im Studio. Morgen. Was kam denn da raus, Anne? Ja, ich habe gefragt, wie oft sich die Leser und Hörer Zeit nehmen, zum Reparieren kaputter Dinger. Und die Antworten fand ich ganz erstaunlich. Fast 40 Prozent sagen oft und alle anderen ab und zu.
Okay, also gar keiner, gar nicht? Nee, niemand hat nie gesagt. Das könnte natürlich auch so ein bisschen nach der Folge so eine soziale Erwünschtheit haben, könnte ich mir vorstellen. Vielleicht haben wir das ein bisschen getriggert. Genau, aber das wäre ja auch was Gutes. Anne, du hast ja auch unser Postfach im Allgemeinen im Blick. Kam da noch was anderes rein?
Da kamen mehrere schöne Nachrichten rein. Heidi hat uns zum Beispiel auf den Newsletter geantwortet und sich für die vielen Infos bedankt. Und ein Nutzer aus der Hohen Börde hat auf Mastodon geschrieben, dass er den Podcast seit der ersten Folge sehr mag. Und außerdem hat der Tagesspiegel im Osten über unseren Podcast berichtet und ihn als Beispiel für ein neues Format im Lokaljournalismus genannt. Das wiederum freut uns sehr, genauso wie eure Hinweise und Mails.
Also immer her damit, egal ob Lob, Kritik oder Themen, über die wir hier mal sprechen sollten. Die Mailadresse lautet dazwischen at detektor fm. Ihr findet uns aber auch bei Facebook, bei Instagram oder Mastodon. Einfach mal nach detektor.fm suchen und eine Nachricht hinterlassen.
Stiftungen, Fonds und Fördermöglichkeiten
So, Leonard, und damit steigen wir jetzt tiefer ein ins Thema dieser Folge: Stiftungen, Fonds und Fördermöglichkeiten für Projekte in Sachsen-Anhalt. Wir haben in diesem Podcast ja schon häufiger darüber gesprochen, wie wichtig Begegnungsorte, Ehrenamt, Sport und andere Projekte für die Gesellschaft in Sachsen-Anhalt sind. Genau, und auch wenn in vielen Projekten Leute ehrenamtlich arbeiten, brauchen die meisten Projekte irgendwie trotzdem Geld, um zu funktionieren.
Das Geld dafür kann aus ganz verschiedenen Quellen kommen, zum Beispiel durch Kommunen, das Land oder den Bund, aber auch Paten aus der Wirtschaft, durch Vereine und Spenden oder eben auch von Stiftungen und Fonds. Speziell der Bereich der privaten Stiftungen und Fonds ist in Ostdeutschland und in Sachsen-Anhalt meist weniger ausgeprägt als in den meisten westdeutschen Bundesländern. Das bedeutet am Ende, dass viele Projekte in Sachsen-Anhalt schlechter an Geld kommen.
Wir wollen deshalb für diese Folge herausfinden, woran es liegt, was das bedeutet und was es bereits für Ansätze gibt, um das in Sachsen-Anhalt zu verbessern. Bevor wir aber damit loslegen, müssen wir noch ein paar grundlegende Begriffe klären, über die wir hier sprechen, nämlich Stiftungen und Fonds.
Stiftungen und ihre Funktionsweise
Fangen wir mal mit Stiftungen an. Soweit ich weiß, sind Stiftungen Organisationen, die mit ihrem Stiftungsvermögen vor allem langfristig bestimmte Zwecke fördern. Genau, sogar meistens nicht mit dem Vermögen selbst, sondern mit den Zinsen und Dividenden, die sie dafür bekommen. Stiftungen gibt es in fast allen Bereichen. Du hast es ja vorhin schon gesagt, also Kultur und Denkmalpflege, Bildung, Wissenschaft, soziale Projekte oder auch für Demokratie und Zivilgesellschaft.
Welche großen Stiftungen fallen dir denn ein? Stiftungen, dafür fällt mir erstmal gar nicht so konkret ganz viel ein. Das erste was mir in den Kopf kommt, sind tatsächlich so politische Stiftungen. Vielleicht auch, weil da einfach im Studium Leute drin waren, so was wie die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung oder die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung oder Heinrich-Böll-Stiftung oder solche Stiftungen eben, wo dann auch Stipendien vergeben worden sind. Da hast du einfach Kontakt im Studium dazu.
Wenn man jetzt auf die große Stiftungslandschaft schaut, da muss man aber sagen, die größten Stiftungen in Deutschland, die sind zumindest gemessen am Eigenkapital eben sowas wie die Robert-Bosch-Stiftung. Also die haben fünf Milliarden Eigenkapital, das ist schon ordentlich. Oder auch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt oder sowas wie die Volkswagen-Stiftung. Die fördern eben Projekte in Bereichen wie Wissenschaft, Bildung und Umwelt.
Und wenn man sich da die Namen mal anschaut, dann ist ja eigentlich auch schnell klar, woher das Kapital für diese Stiftung zumindest stammt. Also Robert Bosch, klar, direkt vom Firmengründer oder eben zum Beispiel bei sowas wie der Bertelsmann-Stiftung eben von einem Anteilseigner von Bertelsmann. Ein bisschen anders ist das bei der eben angesprochenen Bundesstiftung Umwelt, denn da stammt das Stiftungskapital aus der Privatisierung der bundeseigenen Salzgitter AG.
Egal, wo das Geld herkommt, wichtig ist bei Stiftungen immer, das Kapital muss langfristig angelegt sein. Das ist auch gesetzlich geregelt, und man kann es natürlich durch Spenden oder sowas wie Zustiftungen vermehren. Was das für Summen sind, einfach.
Antragstellung und Fonds
Okay, es gibt also diese Stiftungen, und Projekte, Vereine oder Initiativen können sich dann bei diesen Stiftungen um Förderung bewerben. Oder wie funktioniert das dann? Genau, also das ist ganz vielfältig und hängt vor allem von den jeweiligen Stiftungssatzungen ab. Also meistens liegt der Fokus auf gemeinnützigen Vorhaben, also gemeinnützige Vereine oder Unternehmen, Kitas, Schulen, öffentliche Einrichtungen, aber auch Einzelpersonen.
Du hast ja eben zum Beispiel die Stipendien schon angesprochen für Studierende oder Forschende. Die Stiftungen sind ja sehr unterschiedlich, und da stecken zum Teil auch ganz verschiedene Ideologien und Intentionen dahinter. Oder? Auf jeden Fall. Also ich glaube, was man sich nicht vormachen muss, ist, dass es immer so ganz altruistisch läuft. Die sind natürlich auch mit so ein paar Eigeninteressen ausgestattet. Die wollen die Gesellschaft mitgestalten.
Und ich glaube, was man auch nicht verheimlichen muss, natürlich gibt es auch Steuervorteile, dadurch dass sie eben das Geld in gemeinnützige Zwecke stecken. Okay, die Stiftungen sind also relativ unterschiedlich, auch von den Satzungen her. Das heißt aber auch, ich muss erst mal eine Stiftung finden, deren Zweck und deren Satzung dann zu dem passt, was ich vorhabe, wenn ich mich bewerben will, oder? Ganz genau.
Und man sagt tatsächlich, auch, dass umso maßgeschneiderter der Antrag, desto größer ist die Erfolgsaussicht. Jetzt muss man sich das so vorstellen: Es gibt in Deutschland über 25 Millionen Stiftungen. Also da muss man tatsächlich erst mal durchsteigen und auch einfach so einen Überblick bekommen. Eine kleine Hilfe bietet der Bundesverband Deutscher Stiftungen. Da kann man online nach passenden Stiftungen suchen. Den Link dazu packen wir euch auch in die Show Notes.
Okay, also wenn ich gefördert werden möchte, dann gucke ich da erst mal nach einer passenden Stiftung oder irgendwo anders. Und dann stelle ich einen Antrag auf Förderung. Genau. Im Normalfall sieht der Prozess so aus, dass man eine Projektidee abgibt und eine Finanzplanung. Und dann wird der Antrag eben formell und inhaltlich geprüft, und dann bekommt man eben irgendwann die Entscheidung mitgeteilt.
Fonds und ihre Vorteile
Okay, das sind Stiftungen. Wo ist der Unterschied zu Fonds? Ein Fonds ist eher so etwas wie ein Topf voller Geld. So kann man sich das vielleicht vorstellen. Der muss jetzt nicht langfristig angelegt werden, ist aber meistens auch zweckgebunden. Großer Vorteil des Fonds ist, man kann ihn deutlich unkomplizierter gründen als eine Stiftung. Und man kann auch flexibler damit arbeiten, weil man das Kapital eben verbrauchen kann.
Und das heißt, da kann ein bisschen, sage ich mal, unbürokratischer Geld verteilt werden. Oder wie stelle ich mir das vor? Das ist auch der Grund, warum viele Menschen eben mit diesen Fonds arbeiten. Ich habe ein ganz spannendes Beispiel mitgebracht, über das ich später noch mit dir sprechen möchte, nämlich den Sachsen-Anhalt-Fund, der auch Gelder von großen Stiftungen in Sachsen-Anhalt verteilt.
Um zu verstehen, warum der das macht und nicht die Stiftungen selbst, müssen wir aber erst mal noch mal über die Lage von Stiftungen in Sachsen-Anhalt sprechen. Dazu habe ich erst mal eine Zahl für dich. Es gibt nach Angaben des Landes 370 Stiftungen in Sachsen-Anhalt. Klingt erst mal gar nicht so wenig. Naja, aber das entspricht einer Stiftungsdichte von 17 Stiftungen je 100.000 Einwohner. Und das ist deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Der liegt nämlich bei 32, also fast doppelt so hoch.
Gut, ist vielleicht auch ein bisschen logisch, wenn viele Stiftungen umfeldgroßer Unternehmen entstehen, also zum Beispiel Robert Bosch, Bertelsmann. Die haben wir hier auch nicht. Ganz genau. Und ich habe darüber auch mit Olaf Ebert gesprochen. Er hat die Freiwilligenagentur und die Bürgerstiftung in Halle mitbegründet, ist heute Geschäftsführer der Stiftung Bürger für Bürger und wahnsinnig gut vernetzt in der Stiftungs- und Ehrenamtslandschaft.
Herausforderungen in Sachsen-Anhalt
Und er hat Folgendes gesagt: Wir sehen da viele engagierte Menschen, die unter großen Herausforderungen stehen, denen oft der Zugang auch zur Umsetzung ihrer Ideen, vor allem der Zugang zu Geld fehlt, weil eben in Ostdeutschland auch deutlich weniger privates Kapital da ist. Weil es viel weniger Stiftungen gibt und die finanzstarken Stiftungen in Westdeutschland sitzen und da der Zugang zu finanziellen privaten Ressourcen nicht immer vorhanden ist.
Und dem versuchen wir zu begegnen und natürlich auch dem Rückgang von öffentlichen Mitteln zur Engagement- und Demokratieförderung. Okay, also die versuchen irgendwie mehr Gelder nach Ostdeutschland zu verteilen und sagen, die großen Stiftungen sind jetzt irgendwie nicht so schlagkräftig hier. Aber die Förderung der großen Stiftungen ist ja eigentlich nicht an Ländergrenzen gebunden. Also auch wenn sie woanders sind, in Sachsen-Anhalt könnten sie doch eigentlich trotzdem auch hier Gelder verteilen.
Ja, theoretisch stimmt das. Praktisch ist das ein bisschen komplizierter, sagt Olaf Ebert. Die Zugänge zu den Stiftungen, die in Westdeutschland sitzen, aber gerne in Ostdeutschland Engagement vor Ort stärken wollen, da sind eben die Wege weit. Und deswegen gibt es den Stiftungsverbund Zukunftswege Ost, um auch hier Brücken zu bauen, um hier etwas für den gesellschaftlichen Zusammenhalt im ländlichen Raum in Ostdeutschland zu tun.
Zukunftswege Ost
Zukunftswege Ost, da müsst ihr jetzt noch mal ein paar Worte zu sagen. Es klingt auf jeden Fall sehr ambitioniert. Ja, gern. Also bei der Gemeinschaftsinitiative Zukunftswege Ost haben sich 2023 verschiedene Stiftungen zusammengetan. Also die Zellex-Stiftung aus Dresden, die Freudenberg-Stiftung, die Zeitstiftung Bucerius aus Hamburg und eben die Stiftung Bürger für Bürger aus Halle, wo ja auch Olaf Ebert dazugehört, aber auch der Bundesverband Deutscher Stiftungen.
Die haben diesen Verbund gegründet, und da wird Geld von Stiftungen, von Unternehmen und Privatpersonen gebündelt, um auf zwei Wegen zivilgesellschaftliche Akteure in Ostdeutschland zu unterstützen. Das eine sind sogenannte Fokusregionen, wie zum Beispiel Seilfeld, Ruderstadt in Thüringen oder die Altmark in Sachsen-Anhalt. Die bekommen jährlich bis zu 100.000 Euro, um vor Ort Strukturen für stabile Netzwerke für Demokratie, Vielfalt und Zusammenhalt aufzubauen.
Und das Zweite ist dann wahrscheinlich die direkte Förderung von Projekten. Genau, also dafür stehen in diesem Jahr 600.000 Euro zur Verfügung, plus nochmal 100.000 Euro explizit für Jugendprojekte. Die Stiftung arbeitet da, das hat ja Olaf Ebert eben schon angesprochen, mit sogenannten Fonds, und zwar Mikrofonds von bis zu 5.000 Euro.
Und dazu hat Olaf Ebert Folgendes gesagt: In den letzten anderthalb Jahren haben wir über 2.000 Anträge erhalten und konnten nur 330 Projekte fördern, weil unser Budget begrenzt ist und weil auch unser Fokus darauf liegt, vor Ort im ländlichen Raum Demokratie zu stärken, indem wir eben Projekte unterstützen, die auch offen für alle in der Region sind.
Unbürokratische Förderung
Zum Beispiel auch die Bibliothek Heißen, die auch zur Jugendbibliothek hier vor den Toren von Halle ausgebaut wird. Solche Formate gibt es eben in ganz Ostdeutschland ganz vielfältig, und die Förderung läuft dann auch im Unterschied zu öffentlichen Mitteln sehr unbürokratisch. Bei unbürokratisch habe ich direkt aufgeräuscht, weil ich von meiner Arbeit weiß, dass total viele Leute in diesem Bereich totale Probleme haben, weil sie einfach sagen, wir haben bei unserem ganzen ehrenamtlichen Engagement einfach nicht die Kapazität, auch noch ewige Anträge zu stellen.
Manche wissen auch gar nicht, wie sie die stellen müssen, damit dann auch eben Geld kommt und was man da genau reinschreiben muss und wo man die hinschicken muss. Und viele sagen auch, ich habe überhaupt keine Lust dazu, ich will mich engagieren, ich will nicht die ganze Zeit am Schreibtisch sitzen. Ja, das sagt Olaf Ebert auch, und das gilt natürlich sowohl für diese Stiftungsgelder als auch für die Anträge auf öffentliche Gelder.
Also das, was die Gemeinschaftsinitiative Zukunftswege Ost da macht, das ist wirklich enorm wichtig. Neben dieser direkten Ausschüttung beraten die zum Beispiel auch engagierte Leute sowohl bei der Wahl der richtigen Stiftung, aber auch eben beim Antrag stellen. Und da muss man trotzdem ganz klar sagen, die Summen, über die wir da reden, die stehen in keinem Verhältnis.
Also Zukunftswege Ost, eine Initiative für alle ostdeutschen Bundesländer, hat in diesem Jahr ein Fördervolumen von 1,2 Millionen Euro. Und nur mal zum Vergleich: Allein die Robert-Bosch-Stiftung hat in einem Jahr ungefähr 200 Millionen Euro zur Verfügung. Das sind einfach krasse Summen und krasse Unterschiede.
Der Sachsen-Anhalt-Fund
So, und da kommen jetzt drei junge Menschen aus Sachsen-Anhalt ins Spiel: Max aus Magdeburg, Bennet aus Zerbst und Caro aus der Altmark. Die haben zusammen den Sachsen-Anhalt-Fund gegründet. Und um zu verstehen, wie es dazu kam, muss ich jetzt ein ganz kleines bisschen ausholen. Ich versuche es aber kurz zu machen. Kennst du die Kinnings Foundation oder die Kinnings Academy? Ja, ich habe tatsächlich da schon mal gehört von einer Freundin, die da Fellow ist. Und ich habe das so in Erinnerung, die fördern speziell Projekte und junge Menschen in Ostdeutschland.
Genau, also die Kinnings Foundation ist eine gemeinnützige Stiftung, die im Dezember 2020 von den Gründern von Zalando ins Leben gerufen wurde. Die fördert Bildung, Chancengleichheit und Engagement, insbesondere, wie du eben gesagt hast, für Kinder und Jugendliche in Ostdeutschland. Und so das Kernstück dieser Foundation ist die Kinnings Academy. Da werden jedes Jahr circa 50 junge engagierte Menschen aus Ostdeutschland ein Jahr lang mit Seminaren und Coachings unterstützt und lernen da natürlich auch wichtige Leute kennen.
So, und in diesem jetzigen Jahrgang sind drei Sachsen-Anhalter, wie gesagt, Max, Caro und Bennet. Und die haben sich bei einem Dinner getroffen, wo unter anderem auch die Frau vom Bundespräsidenten war, aber eben auch viele wichtige Stiftungsleute. Und die sind dann natürlich mit einigen Menschen ins Gespräch gekommen und haben, wie Caro erzählt hat, Folgendes festgestellt:
Dass in der Stiftungswelt auch gerade eine Aufmerksamkeit auf Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern liegt und der Wunsch, demokratische Strukturen zu unterstützen. Und aber in der Stiftungswelt schon ein großes Fragezeichen herrscht, von wie kann man das machen, weil denen einfach die Kontakte nach Sachsen-Anhalt fehlen. Denen fehlt Wissen darüber, wie die Strukturen in Sachsen-Anhalt sind. Denen fehlen Kontakte zu guten Initiativen, und sie konnten aber genau das angeben, halt Kontakte und Wissen über die Strukturen.
Und das war etwas, was viele Stiftungen dankbar angenommen haben, weil sie aufgrund dem Vorlauf zur Landtagswahl und den Erhebungen jetzt vor der Landtagswahl so ah Mist, wir müssen irgendwie in Sachsen-Anhalt agieren, aber wir wissen gar nicht wie, weil wir bisher Sachsen-Anhalt für uns ein blinder Fleck war. Und da haben wir halt ein Angebot machen können und sagen können: Ey, wir sind Expertinnen, wir kennen uns aus.
Gründung des Sachsen-Anhalt-Funds
Ich finde es total krass, weil es fragen sich ja ganz viele gerade, wie können wir da jetzt agieren, wie können wir da angreifen? Und auch, dass Sachsen-Anhalt bis jetzt so ein blinder Fleck ist, irgendwie. Und es ist total spannend, dass sie das so erkannt haben und da jetzt reingehen. Und wie ich das verstanden habe, sie haben dann jetzt deswegen den Sachsen-Anhalt-Fund gegründet. Ich sag jetzt mal vereinfacht gesagt.
Ja, tatsächlich sind die drei an diesem Dinnerabend schon mal mit Stiftungen ins Gespräch gekommen und haben da auch prinzipiell gutes Feedback bekommen, aber eben auch den Hinweis: Ja, diese Idee ist jetzt noch nicht so richtig konkret. Worum geht’s denn? Wen wollt ihr denn da fördern? Also mussten sie erstmal ein Konzept entwickeln und ihre Förderkriterien festlegen.
Und diesen Prozess, den hat Bennet dann so geschildert: Wir kommen alle irgendwie aus der Kinder- und Jugendarbeit oder wir sind darin selbst aufgewachsen. Max und ich haben ein europäisches Jugendbildungsprogramm gemacht. Ich habe als Jugendkoordinator in einem Kreis Anhalt-Bitterfeld arbeiten dürfen. Caro ist bei Kopfsachen e.V. tätig, die sich für mentale Gesundheit an Schulen einsetzen.
Und uns ist einfach sehr, sehr stark bewusst gewesen, wir müssen jetzt aktiv werden, um halt Strukturen des Miteinanders und vor allem in der Kinder- und Jugendarbeit, die in unserer Zukunft sind, halt zu stärken. Mit dieser Idee oder mit dieser konkreten Idee, dass wir da halt für aktuelle Kürzungsmaßnahmen eintreten, wenn wir was machen wollen, kam es dann auch deutlich besser an.
Unterstützung und Erfolge
So, also die haben so ein Konzept entwickelt und sind dann mit diesem Konzept auf verschiedene große Stiftungen zugegangen, aber auch auf Firmen und Einzelpersonen, die eben ein Interesse haben könnten, Kinder- und Jugendprojekte in Sachsen-Anhalt zu unterstützen. Ich kenne sogar ein Projekt, das jetzt von ihnen gefördert wird, weil ich da in Magdeburg in der Nähe wohne. Das ist nämlich der Platz machen e.V. Über den haben wir in der Folge mit dem Mitmachlokal in Dessau schon mal kurz gesprochen.
Ja, ich erinnere mich. Ich glaube, als wir die Folge veröffentlicht haben, da war so der Stand, denen wurde der Mietvertrag gekündigt, und es war noch nicht so richtig klar, wie es dann weitergeht. Genau. Und mittlerweile haben sie tatsächlich einen neuen Laden gefunden oder eine Fläche, wo sie einziehen können. Dazu müssen sie aber ziemlich viel umbauen und haben Spenden gesammelt. Das war so der letzte Stand, und da haben sie jetzt tatsächlich Geld bekommen aus dem Sachsen-Anhalt-Fund, und ihr Ziel ist es auch, dass sie noch vor der Landtagswahl dann ihren neuen Laden eröffnen können.
Das sind auf jeden Fall gute Nachrichten. Ja, und es wirkt ja auch irgendwie so, als würde dieser Fund jetzt schon ganz konkret wirken und wäre relativ erfolgreich mit dem Konzept, was sie da vorhaben, oder? Bevor ich das beantworte, will ich noch mal eine Sache hervorheben: Caro, Max und Bennet, die machen das komplett ehrenamtlich, also neben Studium und Job, und das finde ich schon mal krass.
Und die drei haben aus dem Flow Fund der Scheflin-Stiftung jeweils 25.000 Euro bekommen, die sie also als Startkapital in den eigenen Fund reingepackt haben. Es waren dann also schon mal so 75.000 Euro, und dann haben sie es tatsächlich geschafft, in den letzten Monaten insgesamt 250.000 Euro, also eine Viertelmillion, aufzutreiben und damit ganz unbürokratisch und kurzfristig Initiativen in Sachsen-Anhalt zu unterstützen. Das finde ich schon ziemlich cool.
Ich habe Caro und Max mal nach ein paar Beispielen gefragt. Wir fördern Organisationen in ganz Sachsen-Anhalt, also von Samndau ganz im Norden bis irgendwie näher Mansfeld-Südhart, Kreiskinderjugendring. Was halt all diese Initiativen eint, ist halt diese Komponente von: Die Sachen sind lokal verankert und junge Menschen dürfen mitgestalten und selber erleben.
Also zum Beispiel mit dem Kreiskinderjugendring haben wir einen neuen Raum oder beziehungsweise die Wiedereröffnung eines Schülercafés in Mansfeld, wo es halt bis jetzt sozusagen keinen Raum mehr gab, wo junge Menschen irgendwie nach der Schule oder so hingehen können. Dann die Finanzierung einer Ideenwerkstatt, damit die Jugendlichen auch entscheiden können, was sie mit dem Raum machen. Also das ist so ein sehr schönes Beispiel.
Wir unterstützen auch die Naturwerkstatt in Schochwitz, die mit unserer Förderung tatsächlich die Eigenmittel bekommen für einen Liederantrag. Das ist also eine EU-Förderung in einer sechsstelligen Höhe, wo sie dann anfangen können, dieses Generationen-Café, was sie aufbauen wollen in ihrem Ort, was schon komplett durchkonzeptioniert ist, wo der EU-Antrag dem auch schon stattgegeben wurde, wo sie jetzt einfach anfangen können, und wir konnten die Eigenmittel dafür besorgen.
Ich finde das irgendwie total beeindruckend, also in dem Alter zu sagen: Hier wir kriegen 25.000 Euro. Ich hätte wahrscheinlich gesagt: Cool, dann verteile ich die jetzt so ein bisschen und an wen denn überhaupt. Und dass die einfach gesagt haben, wir stecken die jetzt irgendwie rein und wir benutzen die, um noch mehr Geld zu akquirieren und noch mehr Projekten zu helfen, finde ich total krass. Ich finde es total beeindruckend.
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Und so eine leise Stimme sagt aber auch: Warum müssen das denn so junge Menschen machen? Warum funktioniert das nicht jetzt schon mit anderen? Strukturen. Ja, ich glaube, das ist so eine Frage, die bei mir auch immer so ein bisschen mitgeschwungen ist, weil man ja auch viel wenn man über Ehrenamt spricht, auch immer darüber sprechen muss: Ja, sozusagen macht man es dem Staat und anderen Akteuren nicht da auch ein bisschen leicht.
Aber ich muss auch sagen, ich war wahnsinnig beeindruckt von den dreien. Und ich glaube, die verstehen sich eben auch ein bisschen als Brückenbauer, jetzt vor allen Dingen eben auch vor der Landtagswahl und wollen eben sehr kurzfristig einfach ein paar Dinge verändern und da auch ein bisschen Geld in Umlauf bringen. Ja, und sie scheinen ja auch echt vor Ort gut vernetzt zu sein und ganz gezielt Projekte zu unterstützen. Und das klingt ja echt nach einem tollen Projekt.
Genau, das mit dem Geld kurzfristig reingeben, das ist aber auch nur eine Seite von dem, was die drei da leisten. Die haben ja nämlich im Gespräch erzählt, dass schon allein der Austausch mit den Stiftungen und Initiativen ganz viel in Bewegung gebracht hat. Also zum einen gibt es auch immer noch ganz viel Unwissen bei den Initiativen, also vor Ort. Viele Engagierte kennen sich in der Stiftungsszene gar nicht aus, stecken dann lieber das eigene Geld in den Verein, als jetzt irgendwo Anträge zu stellen, hast du ja vorhin auch schon angesprochen.
Und ich glaube auch, und Max hat das auch so ein bisschen bestätigt, das ist noch so ein bisschen so eine typisch ostdeutsche Mentalität, die da vorherrscht. Wir hatten auch Kontakt zum Beispiel ins Herbst mit einem Verein, das war auch ganz berührend. Die haben gesagt, toll, dass ihr uns mitgedacht habt. Und klar könnten wir das Geld auch irgendwie gebrauchen, aber gibt es da nicht wer, der das noch mehr gebrauchen könnte?
Also das ist auch von der Mentalität her etwas, wo wir gemerkt haben, da können wir Wissenslücken schließen und auch das Selbstbewusstsein der Organisation stärken. Ja, das ist irgendwie krass, weil das ist für mich gefühlt auch ein bisschen so ein ostdeutsches Phänomen, dass man so ein bisschen mehr Hemmungen hier hat, nach Geld zu fragen oder auch Geld anzunehmen und irgendwie immer so dieses Gefühl habe, ist das überhaupt okay, wenn ich das jetzt irgendwie mache?
Ich mache mich da abhängig, bin ich dann irgendwie da auch in so einer komischen Situation? Ich glaube auch, wir sind es eben einfach auch nicht gewöhnt. Wir haben es nicht gelernt und da haben wir ein bisschen Aufholbedarf. Und dafür kann natürlich so eine Organisation wie der Sachsen-Anhalt Fund wirklich eine Bereicherung sein.
Und auf der anderen Seite kümmern die sich natürlich auch darum, dass Sachsen-Anhalt bei den großen Stiftungen mehr Aufmerksamkeit bekommt. Die planen zum Beispiel Ende des Jahres eine eigene Stiftungsreise, bei der Stiftungsvertreter mal die Initiativen in Sachsen-Anhalt besuchen und die Leute direkt kennenlernen. Also auch das finde ich irgendwie ganz sweet.
Ich kann mir auch vorstellen, dass das richtig, richtig nette Momente sind, in denen die sich da begegnen. Und man sieht es auch, dass es auf großer Ebene jetzt ein bisschen was in Bewegung gebracht hat, nämlich beim Deutschen Stiftungstag, der jetzt in wenigen Tagen nach dem Erscheinen dieser Folge hier am 20. und 21. Mai in Hamburg stattfindet. Da wird es einen Deep Dive, also so vertiefende Vorträge zu Sachsen-Anhalt geben und die sind komplett ausgebucht.
Also da ist richtig viel in Bewegung. Und ich persönlich finde, Max, Caro und Bennet können echt stolz auf das sein, was sie in so kurzer Zeit geschafft haben. Auf jeden Fall. Und es ist ja auch total wichtig, weil egal wo wir unterwegs sind, wir sehen ja immer, wie viele engagierte Leute es gibt und dass es ganz oft aber auch nur ein bisschen Geld oft fehlt.
Du hast aber gesagt, die drei machen das ehrenamtlich neben Job und Studium. Soll das jetzt immer so weitergehen oder wie kann man sich das vorstellen? Ja, also es gibt da auf jeden Fall Gespräche. Die Stiftungen, mit denen der Sachsen-Anhalt Fund zusammenarbeitet, die haben schon signalisiert: Mensch, es ist super wichtig, was ihr da macht. Wir würden uns wünschen, dass ihr das weitermacht.
Aber natürlich wissen die auch: Ja, das geht nicht ewig ehrenamtlich. Das heißt, es gibt da Gespräche, es ist noch nicht so ganz raus, wie es da weitergeht. Die wollen auch mal Ende des Jahres so ein bisschen Fazit ziehen: Was ist denn jetzt wirklich passiert? Wo stehen wir denn?
Genau. Und trotzdem gibt es natürlich ganz unabhängig davon eben große Wünsche. Und da hat Caro zum Ende unseres Gesprächs nochmal einen ganz klaren Wunsch formuliert. Also wenn ich mir was wünschen dürfte, dann wäre das eine aktive Stiftungswelt, die es auch als Teil ihrer Aufgabe versteht, lokale Realitäten vor Ort zu verstehen und nicht nur das, sondern auch das lokale Wissen einzubinden.
Weil es hilft niemandem, wenn in Stuttgart eine Referentin für Ostdeutschland sitzt, die selber wenig Kenntnisse vom Leben vor Ort hat und eigentlich auch nicht weiß, dass hier schon Bürger für Bürger eine krasse Freiwilligenagentur und irgendwie super viele Aktive sitzen, die man mobilisieren kann.
Und der zweite Wunsch wäre eine Flexibilisierung in den Förderlogiken und Förderlogiken, die den aktuellen Realitäten angepasst sind. Es braucht nicht immer die anderthalb Millionen Euro Förderung mit irgendwie einem coolen Namen „Demokratie für Morgen“-Programm. Manchmal braucht es einfach einen Überbrückungskredit von 25.000 Euro für zwei Monate, bis die Stadt den Haushalt beschlossen hat.
Manchmal braucht es einfach nur die Versicherung von: Wenn wir jetzt eine neue Landesregierung kriegen und die dann Kulturmacht stark streichen, dann haben wir einen Platz von einer Stiftung, der sagt: In diesem Fall gehe ich da rein und übernehme die Mittel. Manchmal brauche ich nur 5.000 Euro, um dann meinen Liederantrag zu heben.
Und diese Förderlogiken und dieses sozusagen schnelle Handeln, das wünsche ich mir von Stiftungen, statt sozusagen Sektempfang in Stuttgart, vor Ort sein, zuhören, das Wissen nutzen, was da ist und dann agil reagieren. Das wäre ein Traum.
Ja, und ich finde, eigentlich ist diesem Wunsch nichts mehr hinzuzufügen. Und mir ist in der Recherche wieder mal klar geworden, wie ungleich die Startvoraussetzungen sind in Ost und West. Wir haben eben nicht die großen Firmen, wir haben nicht das große Kapital, auch nicht die großen Stiftungen.
Öffentliche Gelder brechen immer mehr weg und das macht es eben für die zivilgesellschaftlichen Organisationen schwer. Und dann wundern sich die Leute, weshalb die Wahlergebnisse eben so sind, wie sie sind. Ja, und gleichzeitig haben ja viele jetzt auch Angst, gerade im Ehrenamtsbereich, wie es nach den Wahlen weitergeht, weil da ja schon angekündigt worden ist, dass für bestimmte Organisationen Mittel gekürzt werden sollen.
Und ich finde, ein ganz, ganz wichtiger Punkt, den die Caro da gesagt hat, ist: auf Augenhöhe agieren, richtig hingucken, richtig zuhören, mit Regionalexpertise und eben richtig vor Ort agieren können. Weil ich glaube, daran scheitert es wirklich noch ganz oft.
Ja, ich finde das Tolle an diesem Podcast ist ja, dass wir hier eben die Chance haben, zu differenzieren. Denn was mir wieder aufgefallen ist: Gleichzeitig sind ja so Begegnungen wie mit Olaf Ebert oder eben mit Caro, Max und Bennet so inspirierend, weil es eben so viele tolle Menschen da draußen gibt, die sich den Hintern aufreißen, damit es in Sachsen-Anhalt besser wird und für die wir echt ganz schön dankbar sein sollten.
Auf jeden Fall. Das ist eigentlich schon eine gute Überleitung zu unserem nächsten Thema. Aber bevor wir dazu mehr erzählen, haben wir hier noch unsere Newsletter Anne wieder im Studio. Die hat nämlich einen Veranstaltungstipp für euch und der wird auch von einer Stiftung ermöglicht, nämlich von der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt.
Mein Veranstaltungstipp ist die Burg Falkenstein im Harz, denn da findet über Himmelfahrt ein Mittelalterfest statt. Händler und Schausteller zeigen bis Sonntag, wie die Menschen im Mittelalter auf der Burg gelebt haben. Mit dabei sind Schmiede, Steinmetze, Zimmermänner, Feuerspucker und Burgwachen, und sie zeigen, wie nach alter Art gefeiert und gearbeitet wurde.
Die ein oder andere Prügelei zwischen den Wachen ist auch angekündigt und es gibt natürlich Essen, Getränke, mittelalterliche Musik und Tänze auf der Burg Falkenstein im Harz. Na, da drücken wir mal die Daumen, dass das Wetter dann zur Himmelfahrt mitspielt und wir dann nicht im mittelalterlichen Matsch stehen.
Wenn ihr noch mehr Tipps habt, Lieblingsorte oder auch einen anderen Hinweis für uns, dann schreibt uns eine Mail oder, noch besser, wir sind ja ein Podcast, schickt uns eine Sprachnachricht. Das ist ganz einfach: Ihr nehmt eine Sprachnotiz auf eurem Telefon auf und schickt sie uns per Mail an dazwischen@detektor.fm.
Ihr könnt unseren Podcast „Dazwischen“ natürlich nächste Woche wieder hören, dann planmäßig wieder mit Marie und einem neuen Thema. Das Grundgesetz hat Geburtstag und zu diesem Anlass hat Bundespräsident Steinmeier den Ehrentag ausgerufen. Der soll eine Bühne sein für all die Menschen, die sich schon ehrenamtlich engagieren, aber auch anderen Lust machen, das mal auszuprobieren.
Dafür finden überall im Land ganz verschiedene Aktionen statt. Und es klang ja auch in fast jeder unserer Folgen schon an: Ohne Ehrenamt fehlt in vielen Regionen etwas und das gilt insbesondere auch für Sachsen-Anhalt. Deswegen schauen wir uns kommende Woche die Situation von Ehrenamtlern mal genauer an. Wo engagieren sich Leute und warum? Was läuft schon gut und wo hakt es?
Und dazu würden wir gern auch von euch hören: Wo engagiert ihr euch denn? Und kennt ihr vielleicht Menschen, die sich ganz besonders stark engagieren? Würdet ihr euch vielleicht mehr einbringen, aber scheitert an irgendwelchen Dingen? Schreibt uns das oder schickt uns die angesprochene Sprachnachricht an dazwischen@detektor.fm.
Wir freuen uns drauf, von euch zu hören und dann hören wir uns auch wieder, nämlich nächste Woche. Dieser Podcast ist eine Kooperation von detektor.fm und dem Media Forward Fund. Podcast-Host Marie Landes und Katja Schmidt und heute Leonard Schubert. Community-Redakteurin Anne Kuslowski. Agnaik Podcast- Redaktion: Leonard Schubert. Cover Design: Claudia Dölling und Anja Krämer von Sisters of Design. Originalmusik: Florian Sievers. Audio-Produktion: Benjamin Krohler, Benjamin Serdani, Stanley Baldauf und Tim Schmutzler. Projektleitung: Christian Bollert.