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Foto: Paulo Miguel Costa / shutterstock.com
Bild: Das Akershus Castle in Oslo. Foto: Paulo Miguel Costa | Shutterstock.com

Geschichten aus der Mathematik | Genie & Chaos in Oslo

Von Hochzeiten, Trikots und Nickerchen

Seit über 20 Jahren wird in Oslo der Abelpreis verliehen. Nicht immer läuft bei der Verleihung auch alles glatt. Wir schauen auf amüsante Anekdoten der letzten Jahre.

Seit über 20 Jahren wird in Oslo der Abelpreis vergeben. Er soll ein Pendant zum renommierten Nobelpreis sein — denn einen Nobelpreis für Mathematik gibt es nicht. Jährlich kommt die Mathecommunity Ende Mai in Oslo zusammen, um Lebenswerke, bahnbrechende Entdeckungen und Nachwuchstalente aus den eigenen Reihen zu feiern.

Abelpreis-Verleihung über die Jahre

Demian Nahuel Goos war in diesem Jahr bei der Verleihung dabei und begeistert von der Liebe zum Detail während der Abelpreis-Woche. Er sagt: Während der Preisverleihung war bis hin zur Musik alles durchdacht, auf den diesjährigen Preisträger Gerd Faltings zugeschnitten und insgesamt abgestimmt. In seinen Gesprächen vor Ort hat Demian aber auch mitbekommen, dass bei dieser großen Veranstaltung nicht immer alles so glatt läuft. Über die Jahre ist es immer mal wieder zu kuriosen Situationen, Fauxpas und kleinen Pannen gekommen.

Robert Langlands und das verhaltene Telefonat

Da ist beispielsweise der kanadische Mathematiker, der auf die Neuigkeit, dass er den Abelpreis verliehen bekommen soll, eher verhalten reagiert, um Bedenkzeit bittet und auflegt: Robert Langlands. Er hat in den späten 1960er-Jahren die Vermutung aufgestellt, dass sich unterschiedliche Bereiche der Mathematik miteinander verknüpfen lassen. Das sogenannte Langlands-Programm dient als eine Art Übersetzungswörterbuch für die Bereiche der Analysis, Algebra und der Zahlentheorie. Für seine langjährige Arbeit, die hunderte Mathematiker und Mathematikerinnen inspiriert hat, sollte er 2018 den Abelpreis erhalten. Ob das wohl noch geklappt hat?

Luis Caffarelli und der Weltfußball

Da ist außerdem der „Messi of Mathematics“: Luis Caffarelli. Als ihm 2023, nur wenige Monate nach dem Ende der Männer-Fußball-WM, der Abelpreis verliehen werden soll, sucht das Preiskomittee nach einer markanten Medienstrategie. Caffarelli kommt aus Argentinien — dem Land, das gerade erst mit seinem Star Lionel Messi die Fußball-Weltmeisterschaft gewonnen hat. Der „Messi of Mathematics“ ist geboren. Als er schließlich den Preis für seine Arbeit an partiellen Differentialgleichungen verliehen bekommt, spielt der Fußball eine wohl größere Rolle, als die norwegische Akademie der Wissenschaften beabsichtigt hatte.

Michail Gromow und der Schlaf der Gerechten

Und da ist der Forscher Michail Gromow, der 2009 den Abelpreis für seine „revolutionären Beiträge in der Geometrie“ bekommt. Bei der Preisverleihung selbst verläuft noch alles reibungslos. Als Gromow jedoch zum feierlichen Bankett erscheinen soll, fehlt von ihm plötzlich jede Spur. Schnell stellt sich heraus: Statt im Smoking auf dem Weg zur Akerhus Festung in Oslo zu sein, liegt Gromow noch im Bett. Ob er es rechtzeitig zum Dinner geschafft hat?

Darüber spricht detektor.fm-Moderatorin Rabea Schloz mit Demian Nahuel Goos und Manon Bischoff von Spektrum der Wissenschaft.

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