Play
Ekaterina_Mikhaylova / shutterstock.com
Bild: Ekaterina_Mikhaylova | shutterstock.com

Geschichten aus der Mathematik | Levent Alpöge und Tristan Buckmaster

KI, dein Freund und Feind

Anfang September wird gleich zweimal ein Lösungsansatz für das Navier-Stokes-Problem veröffentlicht. Doch ein Streit über die Veröffentlichung überschattet den wissenschaftlichen Durchbruch. Was ist passiert?

Vor 26 Jahren hat das Clay Mathematics Institute je eine Million US-Dollar für diejenigen ausgelobt, die eines der sieben sogenannten Millennium-Probleme lösen: das Navier-Stokes-Problem, die Riemannsche Vermutung, die Hodge-Vermutung, die Yang-Mills-Theorie und Masselücke, die Birch-und-Swinnerton-Dyer-Vermutung, das P-versus-NP-Problem sowie die Poincaré-Vermutung. Letztere wurde 2002 von Grigori Perelman gelöst, bleiben also noch sechs ungelöste Probleme.

Levent Alpöge und Tristan Buckmaster vs. OpenAI

Bis jetzt: Denn im September 2026 wurden gleich zwei Lösungsansätze zum Navier-Stokes-Problem veröffentlicht — am gleichen Tag sogar. Das könnte eigentlich ein Grund zur Freude in der Mathe-Community sein, es wäre auf jeden Fall ein riesiger Fortschritt im Bereich der partiellen Differenzialgleichungen. Doch die Freude über die mögliche Lösung des Millennium-Problems wird von einem Streit überschattet.

Es ist ein unglaublicher Erfolg, ein Meilenstein in der Mathematik. Denn obwohl damit die große Frage nach dem Millennium-Problem noch nicht beantwortet wurde, so ist das hier ein ganz klarer Wegweiser. Über diesen Weg sollte man es schaffen können.

Demian Nahuel Goos

Demian Nahuel GoosFoto: Chris Coe

Auf der einen Seite sind die Mathematiker Levent Alpöge und Tristan Buckmaster. Die beiden haben sich etwa ein Jahr früher zusammengetan, um in ihrer Freizeit mittels ihres Wissens und diverser Künstlicher Intelligenz (KI) eine Lösung zu den Navier-Stokes-Gleichungen zu finden. Auf der anderen Seite ist das KI-Unternehmen OpenAI, das unter anderem hinter ChatGPT steht. Es steht der Vorwurf im Raum, dass OpenAI auf die Daten von Alpöge und Buckmaster zugegriffen haben soll, die die beiden Wissenschaftler in die OpenAI-KI eingegeben haben.

Wie verändert die KI die Wissenschaft?

Das Unternehmen bestreitet diesen Vorwurf, kann aber nach eigenen Angaben nicht ausschließen, dass ihre KI die Daten eigenständig aufbereitet und die hausinternen Mathematiker damit auf eine Idee zur Lösung des Problems gebracht hat.

Das Problem ist eher, dass bei diesen Sprachmodellen halt nicht klar ist, woher die Daten kommen — also welche Ergebnisse genutzt werden und welche nicht. Oft werden auch die Credits dafür nicht gegeben. Es ist nicht klar, ob der Ansatz wirklich von der KI entwickelt wurde oder ob eben jemand anderes das vorher gemacht hat.

Manon Bischoff

Manon BischoffFoto: privat

Die aktuelle Debatte bietet viel Sprengstoff: Wie wollen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in Zukunft KI bei ihrer Forschung einbinden? Welche Rolle sollen und werden KI-Unternehmen wie OpenAI in Zukunft in der Wissenschaft spielen? Wem gehören eigentlich die Ergebnisse, wenn KI zur Lösung eines Mathe-Problems beiträgt? Und — nicht ganz unwichtig — wer hat denn jetzt eigentlich das Millennium-Problem gelöst? Darüber spricht detektor.fm-Redakteurin Rabea Schloz mit Manon Bischoff und Demian Nahuel Goos von Spektrum der Wissenschaft.

Volles Programm, (aber) null Banner-Werbung

Seit 2009 arbeiten wir bei detektor.fm an der digitalen Zukunft des Radios in Deutschland. Mit unserem Podcast-Radio wollen wir dir authentische Geschichten und hochwertige Inhalte bieten. Du möchtest unsere Themen ohne Banner entdecken? Dann melde dich einmalig an — eingeloggt bekommst du keine Banner-Werbung mehr angezeigt. Danke!

detektor.fm unterstützen

Weg mit der Banner-Werbung?

Als kostenlos zugängliches, unabhängiges Podcast-Radio brauchen wir eure Unterstützung! Die einfachste Form ist eine Anmeldung mit euer Mailadresse auf unserer Webseite. Eingeloggt blenden wir für euch die Bannerwerbung aus. Ihr helft uns schon mit der Anmeldung, das Podcast-Radio detektor.fm weiterzuentwickeln und noch besser zu werden.

Unterstützt uns, in dem ihr euch anmeldet!

Ja, ich will!

Ihr entscheidet!

Keine Lust auf Werbung und Tracking? Dann loggt euch einmalig mit eurer Mailadresse ein. Dann bekommt ihr unsere Inhalte ohne Bannerwerbung.

Einloggen