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Bild: NürnbergMesse | Natalia Deriabina / Shutterstock

Mission Energiewende | Kinderkriegen in der Klimakrise

Dürfen wir das noch?

„Kinder zu kriegen war noch nie so politisch wie heute, Eltern stehen unter enormem Rechtfertigungsdruck, weil sie sich dafür entschieden haben, ein Kind in diese Welt zu setzen, die immer mehr von der Klimakrise gezeichnet ist.“ Können wir überhaupt noch Kinder in diese Welt setzen? Sollten wir? Und wie können wir über das Thema sprechen?

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Klimakrise ist Faktor in der Familienplanung

Immer mehr junge Menschen stehen angesichts der Klimakrise vor der Frage, ob sie trotz Klimakrise Kinder bekommen sollten. In einer Umfrage des Online-Marktforschungsinstituts Appinio gab ein Viertel der 16- bis 24-Jährigen an, aufgrund der Klimakrise keine Kinder bekommen zu wollen oder dass sich ihr Kinderwunsch deswegen abgeschwächt habe. Auch eine internationale Studie kommt zu ähnlichen Ergebnissen: Von den mehr als 10.000 Personen zwischen 16 und 25 Jahren gaben 39 Prozent an, ihren Kinderwunsch wegen der Klimakrise infrage zu stellen. Die Klimakrise ist also ein Faktor in der Familienplanung geworden.

Ich erlebe im Austausch mit meiner Community, wie stark verunsichert (werdende) Eltern heute sind: Sie fragen sich einerseits, ob sie in diese Welt noch Kinder setzen dürfen, und andererseits, ob ihre Kinder die Krise nicht verschlimmern.

Marisa Becker, Autorin von "Liebe Wilhelmine"

Marisa Becker, Autorin von "Liebe Wilhelmine"Foto: Raphaela Fietta

Kinderkriegen als Klimasünde?

(Potenzielle) Eltern sind aber nicht nur verunsichert, weil sie sich mit der Frage auseinandersetzen müssen, ob sie ihrem Kind ein Leben in der Klimakrise zumuten wollen. Sie stehen zusätzlich unter Druck, weil vor allem vonseiten der Antinatalistinnen und -natalisten immer wieder klimapolitische, ethische oder bevölkerungspolitische Argumente gegen das Kinderkriegen vorgebracht werden. So seien Kinder allein wegen ihres CO2-Fußabdrucks eine Belastung.

Der Verzicht auf Kinder ändert nichts an den klimaschädlichen Strukturen unserer Gesellschaft. Ich bleibe dabei: Wir brauchen nicht weniger Leben, sondern klimaneutrales Leben.

Marisa Becker

detektor.fm-Redakteurin Marisa Becker sieht das kritisch. Mit ihrem Essay „Liebe Wilhelmine oder Plädoyer fürs Kinderkriegen in der Klimakrise“ (erschienen im Kjona Verlag), setzt sie ein Statement und sorgt für Diskussionsstoff. Was sie antinatalistischen Argumenten entgegenhält und wie sie verunsicherte Eltern stärken will, hört ihr in dieser Folge von „Mission Energiewende“ im Gespräch mit detektor.fm-Moderatorin Ina Lebedjew.

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