Politische Dimension der Elternschaft
Kinder zu kriegen war noch nie so politisch wie heute. Eltern stehen unter enormem Rechtfertigungsdruck, weil sie sich dafür entschieden haben, ein Kind in diese Welt zu setzen, die immer mehr von der Klimakrise gezeichnet ist. Das schreibt die Klimajournalistin, Content-Kreatorin und Podcasterin Marisa Becker zum Einstieg in ihr neues Buch „Liebe Wilhelmine oder Plädoyer fürs Kinderkriegen in der Klimakrise“.
Können wir überhaupt noch Kinder in diese Welt setzen? Sollten wir? Und wie können wir über das Thema sprechen? Das fragen wir uns heute. Ihr hört den Klimapodcast von detektor.fm. Ich bin Ina Lebedjew. Hi, Mission Energiewende! Der detektor.fm-Podcast zum Klimawandel und neuen Energielösungen in Kooperation mit Lichtblick, Deutschlands größtem reinen Ökostromanbieter mit Solarlösungen, intelligenter E-Mobilität und 100 % Ökostrom.
Marisa Becker und ihr Buch
Marisa Becker hört ihr hier immer mal wieder. Sie ist Autorin für diesen Podcast, denn sie ist Nachhaltigkeitsexpertin und darüber hinaus ist sie auch Mutter. Mit ihrem Essay setzt sie ein gesellschaftliches Statement und sorgt für Diskussionsstoff. Und wir sprechen zusammen darüber, warum es Kinder und mutige Eltern braucht, um die Klimakrise zu überleben.
Hi Marisa. Hallo Ina. Dein neues Buch ist der siebte Band in einer Reihe von Briefen an die kommenden Generationen. Wem schreibst du da? Wer ist Wilhelmine und für wen ist dieser Brief vielleicht noch? Genau, ich schreibe an Wilhelmine, die sozusagen stellvertretend für meine Tochter bzw. meine Kinder steht, die aber also keiner von beiden heißt Wilhelmine. Es ist quasi so ein Name, den ich sehr schön finde und den ich einfach gewählt habe, weil ich die echten Namen meiner Kinder ungern preisgeben wollte.
Die Botschaft an zukünftige Eltern
Und ich schreibe an sie, aber eben auch an all diejenigen, die es lesen werden, und richte mich vor allen Dingen an Eltern oder an potenzielle Eltern, an Menschen, die vor der Frage stehen: Kann ich in dieser Welt noch Kinder kriegen? Um ihnen vor allen Dingen den Rücken zu stärken und zu sagen: Ja, ich glaube sogar, dass das sehr wichtig ist, dass wir das tun.
Und in Bezug auf meine Kinder ist es halt einfach eine Zeitkapsel. Ich glaube, es ist total spannend, wenn wir dann in vielleicht 20 Jahren zusammen darauf zurückschauen, das Buch lesen und sagen können: Und ist das so gekommen? Wie fühlt ihr heute darüber? Weil am Ende seid ihr ja die Betroffenen und ich kann natürlich nur mutmaßen darüber, wie es ihnen später mal damit gehen wird. Und es hängt ja auch ganz stark davon ab, was wir jetzt sozusagen aus der Gegenwart machen.
Reflexion über Mutterschaft
Ja, es gibt ja auch solche Angebote für werdende Eltern, so Briefpakete, die man dann seinen eigenen Kindern schreiben kann. Also die Idee von dieser Zeitkapsel finde ich schon mal auf jeden Fall sehr bestechend. Ich habe ja selber zwei Kinder. Wir haben gerade einen Geburtstag gefeiert und das ist ja so ein Moment, in dem man in manchen Jahren auch irgendwie innehält und nochmal zurückblickt auf Geburt, auf Schwangerschaft, die ersten Jahre und dieses „Mama, wie war ich eigentlich früher, als ich klein war oder noch kleiner war?“
Für mich war das ehrlicherweise so ein absoluter Gänsehautmoment in deinem Buch, als du Wilhelmine beschreibst, wie du deine Mutterschaft verstehst, nämlich dass du deine Kinder nicht groß ziehst, sondern groß liebst. Ja, ich weiß gar nicht ganz genau, ehrlich gesagt, wo ich das Wort aufgeschnappt habe, aber ich habe es irgendwo aufgeschnappt, ich glaube bei Social Media, und war so: Das ist eigentlich die Art und Weise, wie ich meine Kinder irgendwie groß kriegen will.
Resilienz und Klimakrise
Einfach in dem Bewusstsein, dass ich sie immer liebe, egal was sie tun und egal in welche Richtung sie sich entwickeln, und dass sie einfach wissen: Es gibt so diesen Safe zu Hause, wo sie einfach immer hinkommen können, egal was ist. Und diesen Gedanken finde ich einfach total schön, vor allem weil sie dadurch ja auch dann mit einer höheren Wahrscheinlichkeit zu resilienten Menschen werden. Und das ist etwas, was in der Klimakrise mega wichtig sein wird.
Gesellschaftlich gesehen schreibst du ja, dass sich die Art, wie wir über Familienplanung sprechen, völlig verändert hat. Inwiefern denn? Also die Klimakrise ist einfach ein Faktor in der Familienplanung geworden. Das sehen wir zum Beispiel in Umfragen, wo zwischen 25 bis 39 Prozent der jungen Leute sagen: Entweder ich habe überhaupt keinen Kinderwunsch mehr wegen der Klimakrise oder er hat sich abgeschwächt und ich möchte weniger Kinder kriegen oder bin total unsicher deswegen.
Der gesellschaftliche Diskurs
Und auf so einer, ich sag mal, qualitativen Ebene erlebe ich das halt ganz viel in meiner Arbeit als Content Creatorin, wo ich eben zu solchen Themen einfach ja Beiträge mache und dadurch ja auch dann Resonanz bekomme, in den Austausch gehe. Und gerade als ich meine erste Schwangerschaft verkündet habe, hatte ich dazu extrem viel Austausch. Also wo wirklich viele Leute darauf reagiert haben und ihre Sorgen da mit mir geteilt haben und wo du dann einfach so ein Gefühl dafür bekommst: Da sitzen wirklich Leute und für diesen richtig krassen Struggle zu entscheiden: Kann ich das mit mir vereinbaren?
Ich gucke mir die Projektion an über das, was passieren wird, über das, was passieren kann, und ich habe einfach Angst. Und ich weiß nicht, ob ich mir meinen vielleicht größten Wunsch irgendwie erfüllen kann. Und das ist halt etwas, das macht natürlich was mit einer Generation, wenn sie sich nicht sicher sein kann, dass es weitergeht.
Der Umgang mit der Klimakrise
Wie sollten wir denn über Kinder in der Klimakrise überhaupt reden? Also wir kommen noch zu anderen Punkten, die in deinem Buch eine Rolle spielen, aber da gibt es eine Veränderung. Voll. Also was ich beobachte, ist, dass die Art und Weise zu sagen, erstens wie wir handeln, sich super negativ auf Kinder auswirken. Also verschieben die Verantwortung zu handeln mit ganz, ganz vielen Sachen, auch ganz vielen Sachen, die jetzt gerade kürzlich in der Klimakrise stattfinden, verschieben wir immer weiter in die Zukunft.
So, das macht etwas mit jungen Leuten, das macht auch etwas mit potenziellen Eltern. Gleichzeitig ist es so, dass wir irgendwie, wenn sich dann junge Leute hinstellen und sagen: Hey, wir finden das nicht gut, was hier passiert, dass wir teilweise total respektlos mit denen umgehen. Also ich erinnere daran, dass Christian Lindner gesagt hat, Klimaschutz sei eine Sache für Profis und damit sich selbst beziehungsweise die Politik meinte und nicht die Leute von Fridays for Future, die sich jeden Freitag sozusagen auf die Straße gestellt haben, ihre Bildung hinten angestellt haben und einen Job gemacht haben, der eigentlich für die Erwachsenen sozusagen angedacht ist.
Verantwortung der Erwachsenen
Also die Zukunft zu sichern, das ist keine Aufgabe für Kinder, das ist eine Aufgabe für Erwachsene. Und wir lassen aber als Erwachsene eben zu, dass diese Aufgabe immer mehr so den Kindern zugeschoben wird und gleichzeitig nehmen wir sie nicht ernst, wenn sie dann sagen: Hey, hier läuft was falsch, wir möchten etwas verändern, wir möchten, dass ihr etwas verändert. Dann wird das so abgetan. Oder auch bei der letzten Generation, wo man dann von KlimaterroristInnen gesprochen hat.
Das sind schon ganz schön harte Begriffe für junge Menschen, die sozusagen im Kern sagen: Hey, wir haben Angst um unsere Zukunft. Und ich habe mir dann so die Frage gestellt: Wenn jemand aus deinem privaten Umfeld zu dir kommt und sagt: Ich habe gerade voll Angst, würdest du dann anfangen, irgendwie so gegen den zu schießen? Wahrscheinlich nicht. Aber das ist das, was wir gerade gesellschaftlich gesehen mit jungen Menschen machen, die sagen: Hallo, wir haben Angst um unsere Zukunft, vor allen Dingen auch nach der Pandemie und allem, was wir sozusagen in den vergangenen Jahren auch gesellschaftlich zusammen erlebt haben.
Kritische Reflexion
Total, was ja auch vor allen Dingen auf den Rücken sozusagen der jungen Generation ausgetragen wurde. Und das ist etwas, was ich sehr, sehr kritisch sehe. Und ich wünsche mir eigentlich, dass da die Erwachsenen hingehen und an der Stelle wieder die Verantwortung übernehmen, erstens entschlossen zu handeln und auch diesem Bundesverfassungsgerichtsurteil von 2021 gerecht werden, dass wir sozusagen die Emissionen nicht so weit in die Zukunft schieben dürfen und dass wir die Kinder und Jugendlichen eben ernst nehmen, aber es eigentlich erst gar nicht so weit kommen lassen, dass die auf die Straße gehen müssen, sondern dass wir als Erwachsene, als Eltern, dass wir dafür sorgen, dass sie keinen Grund haben dafür.
Egoismus und Kinderwunsch
Wir sind ja als Menschen alle so die Summe unserer Erfahrungen. Und ich muss bei dem Thema, bei dem Plädoyer fürs Kinderkriegen in der Klimakrise an eine liebe und sehr geschätzte Kollegin von mir von früher denken. Die arbeitete so im Nachrichtenressort, war also im Schichtdienst, jeden Tag oder auch jede Nacht konfrontiert mit dem Weltgeschehen und das über Jahre einfach. Und die sagte: Kinder? Nee, das kann ich mit meinem Gewissen absolut nicht vereinbaren.
Und dieser Kinderwunsch oder eben der Nicht-Kinderwunsch sind ja beides per se erstmal total egoistische Dinge. Warum störst du dich so sehr an dem Egoismusbegriff? Weil ich diese negative Konnotation ganz schwierig finde. Also ich glaube, auch wenn du jetzt an Egoismus denkst, ist es erstmal so, dass irgendwie eine greedy Person oder so, die will nur das Beste für sich und mit Ellenbogen und keine Ahnung.
Die Herausforderungen der Mutterschaft
Ich finde aber, dass Egoismus bei der Frage: Will ich Kinder oder will ich keine Kinder? Mega wichtig ist, weil das Ich sozusagen schon sehr gefordert wird, sehr flexibel zu werden. Also du musst schon sehr, sehr viel, irgendwie gerade als gebärende Person in Kauf nehmen, sag ich mal. So eine Schwangerschaft ist nicht ohne Strapazen. Da können Dinge an deinem Körper unwiderruflich kaputt gehen. Also ich sag nur Inkontinenz oder sowas. Das sind ja alles Risiken, mit denen eine schwangere Person konfrontiert ist.
Eine Geburt ist immer ein Risiko. Es kann sein, dass dein Körpergefühl danach nie wieder das gleiche ist wie vorher. Ist sogar sehr wahrscheinlich, dass sich das verändert, ob das dann negativ oder positiv ist, ist sicherlich individuell, aber es ist einfach eine Veränderung. Und dann hast du das Wochenbett, was auch wieder übelst viel Hormonchaos mit sich bringt. Und die Stillzeit und die Nährstoffe werden einem ja buchstäblich aus dem Körper gezogen.
Lebensentscheidungen und Verantwortung
Ja, also das ist eine super fordernde Phase. Und danach kommt ja dann sozusagen der, ich sag mal, auch sehr gewichtige große Teil des: Ich habe dann weniger Zeit, ich bin dann auch nicht mehr so wie ich das als Single hatte oder sozusagen halt ohne Kinder. Und das ist schon etwas, was man sich gut überlegen sollte. Und deswegen finde ich eine gute Portion Egoismus ziemlich sinnvoll, ehrlich gesagt.
Weil man wirklich sich klar machen muss: Bin ich bereit, diesen Preis zu zahlen? Bin ich bereit, ein Leben lang das endet ja nicht mit 18 Jahren? Wenn ich mir jetzt mein Verhältnis zum Beispiel zu meiner Mutter anschaue, die ist immer noch total Mutter, weil wir einfach auch viel Kontakt haben und sie auch als Oma irgendwie gefragt ist. Das endet nicht nur, weil die Kinder ausziehen. Man ist mit seinem Herz wahrscheinlich dann für immer irgendwie Elternteil. Und das ist eine ganz, ganz krasse Lebensentscheidung. Und da darf man auch ganz viel an sich selber denken und sich fragen: Möchte ich das wirklich für mich? Das finde ich vollkommen legitim und eigentlich auch gut.
Überbevölkerung und Feminismus
Es gibt ein Kapitel im Buch, das Märchen der Überbevölkerung. Und darin und auch später diskutierst du, inwiefern das Kinderkriegen auch eine Frage des Feminismus ist. Die Frage ist jetzt ein bisschen kerzerisch, zugegeben. Aber warum ist es denn falsch, sozusagen Mütter oder Eltern als KlimasünderInnen hinzustellen? Und warum wäre es falsch, Fortpflanzung zu regulieren oder zu reglementieren?
Also erstmal finde ich es grundsätzlich alles falsch, was sozusagen in die Autonomie des weiblichen Körpers eingreift. Weil das für mich den Feminismus, wie ich ihn verstehe, extrem widerstrebt. Weil dazu gehört für mich: Jede Frau darf frei über ihren Körper bestimmen. Eigentlich darf jeder Mensch frei über seinen Körper bestimmen. Aber vor allen Dingen geht es da ja oft dann sozusagen um die Frau, der entweder die Abtreibung verboten wird oder das Kinderkriegen verboten wird.
Autonomie und Verantwortung
Also wo das werdende Leben höher bewertet wird als das Leben der Person, in der ein Körper oder ein Mensch heranwächst, die das vielleicht nicht möchte und die die ganzen, alles was du gerade aufgezählt hast, die das alles nicht möchte. Genau, also das anders gedacht hat. Davon sind einfach Frauen mehr betroffen als Männer. Und insofern finde ich es halt total schwierig, alles was sozusagen versucht, den weiblichen Körper zu regulieren und der Frau die Autonomie, die Entscheidungshoheit über ihren Körper zu nehmen, das einfach abzulehnen.
Also das ist für mich nicht vereinbar mit einer feministischen Lebenseinstellung und deswegen lehne ich das sozusagen grundsätzlich ab und finde das nicht in Ordnung. Und wenn wir über dieses Klimathema sprechen, also warum ist das sozusagen eine Klimasünde, dann gibt es da so zwei große Erzählzweige.
CO2-Fußabdruck und Lebensstil
Einmal ist so dieses Thema CO2-Fußabdruck. Es gab eine Zeit lang eine Studie, die inzwischen aber wirklich auch gut widerlegt wurde. Die hat gesagt, der CO2-Fußabdruck von Kindern sei enorm hoch, also knapp 60 Tonnen CO2 pro Jahr, was total absurd ist, wenn man sich überlegt, dass ein sozusagen Durchschnittsmensch in Deutschland so bei sieben bis acht Tonnen pro Jahr ist. Da fragt man sich: Wie kommt man auf diese 60 Tonnen pro Jahr, die man damit einsparen soll?
Ich meine, wenn ich bei sieben Tonnen bin und dann verzichte ich in einem Jahr auf ein Kind, dann müsste ich ja quasi bei minus paar und 50 Tonnen raus. Das macht ja überhaupt keinen Sinn, einfach so. Und wie kommt das zustande? Weil die in der Studie eben über irgendwie 400 Jahre Kinder und Kindeskinder mit eingepreist haben. Und so kommt man auf solche krassen Werte.
Verteilung von Ressourcen
Und insofern ist das sozusagen eigentlich ein Argument, über das wir fast nicht mehr diskutieren müssen. Ich wollte es aber unbedingt der Vollständigkeit halber mit im Buch erwähnen, weil es einfach so eingebrannt hatte, dass es sozusagen eine Tabelle gibt und dann kannst du gucken: Aha, nicht fliegen, so und so viel, kein Fleisch essen, so und so viel. Und dann geht der Balken plötzlich hoch und du guckst quasi bis in den Himmel und denkst dir so: Kindersparen, alles klar, alles gerettet.
Das war so das Bild, was eine Zeit lang rumging. Und dann dachte ich, das musste irgendwie schon noch erwähnen. Aber eigentlich ist schon sehr, sehr gut widerlegt worden, dass das halt einfach so nicht stimmt und so nicht zu halten ist. Wenn der durchschnittliche CO2-Fußabdruck eines Menschen in Deutschland bei sieben Tonnen liegt, dann kannst du auch nicht mehr als das pro Jahr einsparen.
Lifestyle und Klimaneutralität
Also weil auch ja Babys sozusagen überhaupt noch nicht so, das sowieso. Die haben ja, also wo rechnest du dann quasi die Mobilitätssachen an die Essenssachen? Also es ist schwierig. Auf jeden Fall kann der nicht das, keine Ahnung, achtfache an Emissionen haben. Das ergibt einfach logisch keinen Sinn. Insofern würde ich das mal zur Seite schieben.
Zweiter Punkt dazu ist, dass das große Problem ja nicht die schiere Existenz eines Menschen ist, sondern sein Lifestyle. Das sieht man ja auch daran, dass im globalen Vergleich sozusagen es Länder gibt, die haben den CO2-Fußabdruck. Damit könnten wir sehr, sehr gut sozusagen leben, wenn wir den alle hätten. Und dann gibt’s halt Länder wie auch Deutschland, die haben den CO2-Fußabdruck, der ist viel zu hoch.
Ressourcen und Verteilung
Das heißt, es ist halt überwiegend eine Lifestyle-Frage, ehrlich gesagt. Also wie viel fliegt man? Wie viel Auto fährt man? Wie viel Fleisch isst man? Dann haben wir in Deutschland natürlich noch so sehr, sehr viele infrastrukturelle Emissionen und die spielen da halt eine ganz, ganz große Rolle einfach. Wenn wir aber dann irgendwann klimaneutral sind als Land, wird das auch mehr oder weniger obsolet, weil wir dann bei einer Netto-Null sind.
Und wir brauchen also nicht grundsätzlich sozusagen weniger Leben, um unseren CO2-Fußabdruck zu senken, sondern wir brauchen einfach ein klimaneutrales Leben. Das ist für mich so die Grundsache, wenn wir über den CO2-Fußabdruck von Kindern reden.
Überbevölkerung und Ressourcenverteilung
Und der zweite Punkt, den du angesprochen hast, dieses Märchen der Überbevölkerung, wie ich es nenne, ist auch eine sehr, sehr spannende Erzählung und eine, wo es glaube ich auch wichtig ist, darüber zu reden, weil es da so um diese Erzählung geht: Die Weltbevölkerung explodiert. Wir haben überhaupt nicht genug für alle. Und das ist ja auch eine Geschichte, die schon sehr, sehr lange erzählt wird.
Und ich will gar nicht sagen, dass es nicht irgendwo eine natürliche Kapazitätsgrenze der Erde gibt, abhängig vom Lebensstil der Menschen. Das nicht. Aber diese Geschichte wird ja schon seit 300 Jahren erzählt. Und wir sehen, wir können deutlich mehr Menschen ernähren als die, die vor 300 Jahren auf der Welt gelebt haben.
Zukunftsperspektiven
Das heißt, man kann das nicht so eins zu eins, sage ich jetzt mal, nehmen, dass jemand vor 300 Jahren gesagt hat: Die Ressourcen reichen nicht. Und dann reichen sie wirklich nicht. Sondern wir haben ja gesehen, es hat sich nicht bewahrheitet. Und tatsächlich, wenn man sich jetzt aktuelle Bevölkerungsprognosen anschaut, ist es so, dass wir schon den Zenit an Kindern sozusagen überschritten haben und dass, wenn diese Kinder jetzt dann erwachsen sind oder alt sind, dass wir dann quasi auch den Bevölkerungshöhepunkt der Weltbevölkerung erreicht haben und das für danach mit einer sinkenden Weltbevölkerung gerechnet wird.
Das heißt, auf Basis der aktuellen Daten, die uns vorliegen, haben wir erstmal kein Problem mit einer Überbevölkerung, weil wir auch sehen, dass wir mit den sozusagen Ressourcen, die da sind, rein rechnerisch alle satt kriegen können. Und zwar gesund und nachhaltig. Das ist möglich. Wir müssen dafür die Art und Weise, wie wir sozusagen mit Lebensmitteln umgehen und wie wir die verteilen, verändern.
Individuelle Entscheidungen und gesellschaftliche Verantwortung
Aber es ist theoretisch möglich. Es ist also quasi kein Kapazitätsproblem der Erde, sondern wir haben aktuell vor allen Dingen ein Verteilungsproblem. Weil auch aktuell wären wir in der Lage, alle Menschen zu ernähren. Trotzdem hungern welche. Und es liegt aber nicht daran, dass wir zu wenig Essen haben. Wir haben genug. Wir verteilen es nur schlecht.
Also wenn wir die Menschheit so weiter, ich sag mal, laufen lassen und jeder seine individuellen Bedürfnisse, Kinderwunsch und Familienplanung, jeder Mensch auf der Welt das erfüllen könnte, dass er so lebt, wie er das für richtig hält für sich selbst, dann müssten wir aber unseren Lebenswandel ändern. Richtig? Das müssen wir sowieso.
Zukünftige Herausforderungen
Also das ist das, was sowieso ansteht, weil wir sowieso auf diese knapp zehn Milliarden Menschen die auf der Welt leben, zusteuern. Also das ist jetzt sowieso schon gesetzt. Und für diese Zeit gibt es eben Berechnungen, die sagen, wenn wir sozusagen unseren Fleischkonsum reduzieren, unseren Lebensmittelmüll sozusagen, unseren Foodwaste stark reduzieren und eben anders auch produzieren, dann können wir das schaffen, alle gesund und nachhaltig zu ernähren innerhalb der planetaren Grenzen.
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Individuelle Entscheidungen und gesellschaftliche Verantwortung
Um nochmal zurückzukommen auf jetzt zum Beispiel die Situation von Menschen in Deutschland, für die du auch das Buch geschrieben hast, unter anderem, die überlegen: Kann ich mir das leisten? Will ich das überhaupt? Kann ich Menschen noch in so eine Welt setzen? Es stellt sich doch auch die Frage: Können wir überhaupt mit so einer individuellen Entscheidung, also ein Kind zu bekommen oder eben keins zu bekommen, die Klimakrise lösen oder ist das der falsche Ansatz?
Also ich glaube nicht, dass der Anspruch sein kann, dass ein Individuum mit seiner Entscheidung die Klimakrise löst. Das ist eine gesamtgesellschaftliche, eine global gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Das kann keiner von uns alleine schaffen. Ich sehe es aber so: Unsere ganzen Anstrengungen, die Klimakrise zu bewältigen, basieren auf einer Art Generationenvertrag.
Generationenvertrag und Verantwortung
Es geht bei allem schon beim Urnachhaltigkeitsprinzip, wo es darum ging, dass man quasi forstwirtschaftliches Prinzip: Man entnimmt nur so viele Bäume aus dem Wald, dass zukünftige Generationen da haben, wir die Generationen ja auch wieder davon ernten können. Das ist quasi total tief verankert in dieser Urnachhaltigkeit und auch in der Klimaschutzidee.
Es geht bei allem immer darum, für die zukünftigen Generationen die Ressourcen zu schützen. Und wenn wir keine zukünftigen Generationen haben, weil wir irgendwie beschließen, wir sterben jetzt alle aus, dann sehe ich nicht, dass wir es wirklich schaffen, diese Kraftanstrengung hinzukriegen.
Zukunftsperspektiven und Hoffnung
Weil die Welt, in der wir dann groß werden würden, wäre ehrlich gesagt, glaube ich, ziemlich traurig. Und ich glaube, dass den allermeisten Menschen, es gibt bestimmt, ich sag mal Hardcore-Ökos, die das dann trotzdem durchziehen und trotzdem sagen: Wir packen hier jetzt die absolute Kraftanstrengung an und kriegen das hin, weil sie sozusagen an die Sache glauben.
Aber ich glaube, für die allermeisten Menschen fehlt damit einfach die Zukunftsperspektive. Und ich meine, wenn du etwas nicht für irgendeine Zukunft tust, wofür tust du es dann? Und wenn wir die Welt nicht für unsere Kinder retten, wofür dann? Weil am Ende muss man sagen, der Planet für sich, der käme dann auch gut ohne uns klar.
Die Rolle der Menschheit
Aber wenn wir sozusagen an die Menschen denken und sagen: Das muss man wollen, dass man grundsätzlich sagt: Wir wollen, dass es weiterhin Menschen auf dieser Erde gibt, das ist dann so die Hopp-oder-Topf-Frage am Ende. Wenn man natürlich sagt: Nee, ich finde, der Mensch ist so schlecht, wir lassen den einfach. Das ist eine Haltung, die kann man haben. Ich habe die nicht.
Ich glaube, dass der Mensch schon auch viel Gutes in sich trägt und auch gut sein kann. Dann ist, glaube ich, eine Zukunft und eine nachfolgende Generation wirklich sehr, sehr wichtig dafür, dass wir es schaffen, diese Kraftanstrengung, die die sozial-ökologische Transformation bedeutet, auch wirklich zu schaffen.
Verbindung zur zukünftigen Generation
Also du hast auch über Kinderwunsch geschrieben und wie stark diese Gefühle sind. Und es ist ja auch eine Art von Verbindung mit der zukünftigen Generation, die wir haben, indem wir sie selbst auf die Welt gebracht haben. Also ja, per se bedeuten uns ja die Menschen, die zu unserer Kernfamilie gehören, noch ein bisschen mehr als alle anderen Menschen. Total klar.
Und du hast ja auch zitiert: Luisa Neubauer sagt: Jedes Kind, das heute geboren wird, ist eine Liebeserklärung an die Zukunft. So ist es eigentlich. So ein schöner Satz. Ja, total. Und ich glaube, wenn wir das so verinnerlichen und begreifen und dann wirklich sagen: Für mich bedeutet Elternschaft und das ist das, wofür ich sozusagen die Leute motivieren möchte, zu sagen: Elternschaft bedeutet, dass ich versuche, meinen Kindern eine gute Zukunft zu schaffen.
Verantwortung für die Zukunft
Weil das ist ja auch der springende Punkt. Es ist nicht so, als hätten wir quasi diese Klimakrise und wir wären völlig aufgeschmissen und wir wissen gar nicht ganz genau, wie es ist und was wir überhaupt dagegen tun können. Und das ist so eine verdammt privilegierte Situation eigentlich. Ich verstehe nicht, warum das nicht alle als Geschenk sehen.
Wir wissen dank der Wissenschaft ziemlich genau, was auf uns zukommt. Wir wissen genau, was die falschen Verhaltensweisen sind. Wir wissen so viel darüber und wir wissen auch noch, wie wir es lösen können. Wir wissen, wie man es lösen kann. Und das ist ja einfach ein riesen Schatz, auf den wir da zurückgreifen können.
Technologien und Lösungen
Also wir wissen ganz genau, wie wir es lösen können. Wir haben die Technologien sogar schon überwiegend entwickelt. Also wir müssen quasi nur noch zugreifen. Ja, und das weiß ich nicht. Vielleicht sind es auch einfach sehr, sehr viele Aussagen, die da auf einen einströmen. Und das kennen wir ja selber.
Wir beschäftigen uns ja selber jede Woche mit der Klimakrise, mit den Entwicklungen und wie wir uns verhalten sollen und versuchen, irgendwie nicht die ganze Zeit die moralische Keule zu schwingen, weil das ja auch keinen Spaß macht. Aber es ist halt auch viel, also was man da sozusagen wegstecken muss: Klimaangst und so weiter. Total!
Ich glaube, nur wie gesagt, wenn wir sozusagen mal versuchen, auf diese ganze Klimakrise so zu gucken, dass wir sozusagen das Privileg haben, das alles schon vorher zu wissen. Wir wissen, wie wir adäquat darauf reagieren können. Dann ergibt sich aus dieser Ohnmacht, die glaube ich, ganz, ganz viele fühlen, so eine: Ja, lass es uns tun. Und ich möchte mit dieser Anpackhaltung einfach so ein bisschen anstecken und zu sagen: Statt die Zukunft für unsere Kinder schlecht zu reden, ja, lasst uns doch anpacken, damit sie eine gute Zukunft haben.
Weil am Ende – also ich schreibe ja auch über Gebärstreiks und sowas. Das ist alles, das kann man machen. Und das mache ich auch in dem Buch. Klar, es muss keiner Kinder kriegen. Jeder darf seine eigene Entscheidung treffen. Aber das ändert erstmal nichts an den klimaschädlichen Strukturen in unserer Gesellschaft. Das heißt, wir müssen da einen Wandel hinkriegen und weder Kopf in den Sand stecken noch kein Kind kriegen.
Davon verändert sich erstmal per se nichts, sondern wir müssen da ansetzen, dass wir sozusagen wirklich fundamental etwas verändern. Und ich glaube eben, und ich bin fest davon überzeugt, dass Kinder ein richtig wichtiger Motor sind, weil du den ganzen Tag die Zukunft vor Augen hast. Ich käme niemals auf die Idee, aufzugeben.
Also die Diskussion möchte ich mit meiner Tochter in 15 Jahren nicht führen: „Mama, warum hast du da nichts gemacht? Du wusstest doch davon.“ Weil ich führe Diskussionen gerade mit meiner Mutter ab und an. Und das ist keine schöne Diskussion. Ja, und ich möchte eigentlich, dass wir sozusagen alle sagen können: Hey, wir haben das alles versucht, zusammen zu schaffen. Und das wird vielleicht nicht alles perfekt laufen.
Ja, und mit den 1,5 Grad stellen wir uns eher auf die 2 Grad ein. Ja, aber wir haben alles gegeben. Und ich sehe da übrigens auch nicht nur die Eltern in der Pflicht, weil ganz ehrlich, Eltern sind sowieso schon sowas von beansprucht. Sondern ich wünsche mir viel mehr, dass wir sozusagen so in Gemeinschaften zusammenleben, dass sich auch die kinderlose Tante oder die Patentante oder die beste Freundin oder der beste Freund oder der Onkel oder was weiß ich, dass wir alle zusammen das als Aufgabe begreifen und nicht nur am Ende alles auf den Eltern lastet.
Und dass wir auf der anderen Seite Strukturen schaffen, dass auch Eltern sich zum Beispiel engagieren können. Weil das merke ich ganz oft: Wenn du dich halt überwiegend vor allem allein um deine Kinder kümmerst, ist es sehr schwierig, an einer Stadtratssitzung teilzunehmen, die halt um 19 Uhr startet, zur Zeit, wo die kleinen Kinder schlafen gehen. Also man hat ja auch nicht das Geld, sozusagen für jeden Termin, den man gerne außerhalb wahrnehmen möchte, noch eine Betreuung zu organisieren.
Ja, und vielleicht nehmen die Kinder das auch einfach nicht so gut an, dann Abend zur Schlafenszeit. Also es sind so viele Punkte, wo man da ein Problem kriegt. Und deswegen denke ich, dass wir auf der einen Seite die Strukturen verbessern müssen für Eltern und auch für Kinder übrigens.
Und dann aber eben auch so schaffen müssen, dass auch die Menschen, die sich aus welchen Gründen auch immer gegen Kinder entschieden haben, das trotzdem auch irgendwie als gemeinsame Aufgabe begreifen. Weil ich glaube, das Letzte, was wir brauchen in unserer Gesellschaft, ist irgendwie ein Klima, das gegen Kinder schießt. Denn hier sind sowieso schon so viele Sachen ausgesetzt, und das macht auch irgendwie die Grundstimmung nicht schöner.
Und ich glaube, wir brauchen jetzt vor allen Dingen mal wieder so einen Spirit von: Wir greifen das zusammen an, wir haben eine gemeinsame Aufgabe, wir haben ein gemeinsames Ziel. Das ist ein hoffentlich möglichst gutes Leben für alle und auch eine Zukunft für unsere Kinder.
Wir beide, wir arbeiten ja immer mal wieder zusammen und arbeiten an Klimapodcast-Folgen, und das ist sehr bereichernd. Aber wir kennen uns ja doch nicht super gut. Jetzt habe ich dein Buch gelesen, und das ist ja ein sehr persönliches Buch. Es liest sich erstmal so, als würde man mit dir in der Frühlingssonne bei einem Kaffee sitzen und du würdest einfach erzählen, was du in den vergangenen Jahren alles so gesammelt hast an Wissen.
Das ist total schön und fluffig, dafür, dass es ein Klimabuch ist, wenn ich das sagen darf. Das freut mich. Vielen Dank! Also, „Alles fließt“. Und „Liebe Wilhelmine“ ist ja nicht dein erstes Buch, aber ein Buch in Briefform. Wie hast du denn den Schreibprozess für dich empfunden?
Das ist eine sehr spannende Frage, tatsächlich, weil ich oft damit gehadert habe. Ich habe es am Anfang noch viel persönlicher geschrieben, und dann hat der Verlag gesagt: Das muss raus. Meine Lektorin war so: Das geht nicht, viel zu persönlich, viel zu intim. Unbedingt rausnehmen, weil du keine Erfahrung hattest auf dem Gebiet. Weil ich mir nicht sicher war.
Also ich habe mir vorher natürlich die anderen Bände der Reihe angeguckt und habe da so reingelesen. Und ich hatte immer das Gefühl, den Personen so nah zu sein und dachte dann, ich muss das irgendwie ganz, ganz viel preisgeben. Und habe dann auch einen Kosenamen benutzt für meine Tochter. Das war schon schwierig, sich da zu finden. Der richtige Grad an Privatheit für ein Teil, für ein extrem intimes Thema auch.
Ja, voll! Also es ist zwar offiziell, läuft es als Sachbuch, aber es ist natürlich durch die Briefform schon auch anders. Und ich wollte auch irgendwie, dass meine Tochter, wenn die das mal liest, jetzt nicht das Gefühl hat, der Brief ist gar nicht an sie. Ich wollte schon, dass sie sich auch angesprochen fühlt davon.
Und ich habe auch wirklich versucht, sie mir immer wieder so vor Augen zu rufen. Und dadurch wird man natürlich dann auch ein bisschen sentimentaler einfach, als man das jetzt in einem klassischen Sachbuch ist. Aber total spannend, auch mit dieser Form zu arbeiten und dann das auch nochmal alles zu sortieren.
Und wann kommt was an welche Stelle? Weil es ist natürlich ein viel längerer Brief, als man den wahrscheinlich jemals irgendwie privat schreiben würde. Ja, genau. Ich habe zum Beispiel auch so ein Zeitkapselbuch. Das ist dann immer eine nicht mal ganz die halbe Seite. Das ist ja jetzt doch deutlich mehr.
Und das ist dann schon nochmal was anderes, seine ganzen Gedanken irgendwie zu ordnen. Aber es war ein total spannender Prozess. Ich habe da mega viel gelernt.
Gibt es irgendwas, was ich dich jetzt nicht gefragt habe, was sozusagen dir in deinem Kopf aus deinem Buch noch rumschwirrt, was du unbedingt Menschen sagen wollen würdest? Also ich glaube, ich würde Menschen einfach einladen, das Buch zu lesen und sich dann schrecklich gerne zu melden, wenn sie das Bedürfnis haben, darüber zu sprechen.
Ich bin ja über meine Social Kanäle wirklich gut erreichbar und versuche auch immer, viel zu antworten, wenn da Menschen mit Anfragen kommen. Und ich ermutige alle dazu, wenn sie einen Kinderwunsch verspüren, ganz wichtig, mit anzupacken und diese Zukunft schön werden zu lassen und eben nicht zuzulassen, dass uns eine Angst und eine Unsicherheit dieser Zukunft auch beraubt.
Weil gehemmt sein ist eigentlich, glaube ich, oder den Kopf in den Sand stecken, das ist eigentlich das Fatalste, was uns aktuell passieren kann. Wir brauchen jetzt erst recht alle Tatkraft und ganz viel Energie und Power, damit wir dann eben wirklich in 20 Jahren sagen können: Wir sind ein klimaneutrales Land.
Denn gerade sind wir eher auf einem nicht so guten Weg, und das müssen wir ändern. Ich habe auch den Eindruck, dass selbst Kinder – also meine sind jetzt so im Grundschulalter – dass die uns schon ganz viel erklären können und auch korrigieren können, auch irgendwie mal den Finger in die Wunde legen, wenn wir uns falsch verhalten oder wenn es nicht ihrem Wertekompass entspricht.
Voll! Also meine Tochter ist da auch echt Hardliner. Also wenn du da was auf den Boden fallen lassen würdest, ja, dann: Du musst das aufheben! Oder: Oh nein, die Vögel könnten das essen und so. Also sie ist da auch sehr sensibel.
Und ich glaube, auch, dass man als Eltern da halt schon einen großen Hebel hat, auch einfach eine Generation mit zu formen, die für sowas sensibel ist. Weil das brauchst ja auch dann einfach in der Klasse Leute, die sowas mal anbringen, die vielleicht ein Referat zu so einem Thema halten und damit die anderen wieder mitnehmen.
Weil wir alle haben ja auch eine Strahlkraft. Das darf man, glaube ich, auch nicht unterschätzen. Also jeder einzelne Mensch, ob man jetzt, keine Ahnung, eine super berühmte Person ist oder eine Person, die einfach für sich in ihrem privaten Umfeld lebt.
Wir alle haben eine Strahlkraft auf die Menschen um uns herum. Und das ist mega wichtig, glaube ich, zu wissen, sich das immer wieder bewusst zu machen und das dann vielleicht doch einfach ein bisschen zu nutzen.
Das sagt Marisa Becker, Nachhaltigkeitsexpertin, Content-Kreatorin und Podcasterin. Ihr Buch „Liebe Wilhelmine oder Plädoyer fürs Kinderkriegen in der Klimakrise“ ist heute erschienen. Ganz schön! Vielen Dank.
Und das war’s für diese Woche mit dem Klimapodcast von detektor.fm. Wenn euch gefällt, was wir hier machen, dann lasst uns doch gerne ein Abo da und schickt diese Folge oder unseren ganzen Feed an Menschen, an Freundinnen oder Kollegen, die sich für Klimathemen interessieren könnten. Danke fürs Zuhören sage ich natürlich auch.
Produziert hat diese Folge Wiebke Stark. Und ich bin Ina Lebedjew und ich freue mich, wenn ihr nächste Woche wieder mit dabei seid. Macht’s gut! Tschüss.
Mission Energiewende. Der detektor.fm Podcast zum Klimawandel und neuen Energielösungen in Kooperation mit Lichtblick, Deutschlands größtem reinen Ökostromanbieter mit Solarlösungen, intelligenter E-Mobilität und 100 Prozent Ökostrom. Untertitel im Auftrag des ZDF für funk 2017.