Der Notgroschen auf der hohen Kante, der dir im Alltag Sicherheit und ein gutes Gefühl gibt. Eine Investition mit gutem Gewissen, die du dir einfach leisten kannst, ohne Kompromisse. Eine Spende für Menschen, die Hilfe brauchen. Unkompliziert, unbürokratisch. Geld kann die Welt verändern. Das ist auch so, wenn es ums Klima und um Nachhaltigkeit geht. Aber wie sehr beeinflussen Finanzen das Klima tatsächlich? Das fragen wir uns heute. Ihr hört den Klima Podcast von detektor.fm. Ich bin Ina Lebedjew. Hi!
Mission Energiewende
Mission Energiewende – der detektor.fm Podcast zum Klimawandel und neuen Energielösungen in Kooperation mit Lichtblick, Deutschlands größtem reinen Ökostromanbieter mit Solarlösungen, intelligenter E-Mobilität und 100 Prozent Ökostrom. Ein gutes Leben für alle auf einem gesunden Planeten und ein Wirtschafts- und Finanzsystem, das dazu beiträgt. Das ist die Vision der Crowd-Investing-Plattform Klimia. Verena Riedler ist Klimia-Co-Gründerin. Sie baut Brücken zwischen klassischem Business, Aktivismus und Impact Investments. Sie sagt, was wir heute tun, entscheidet darüber, wie die Welt morgen aussieht. Hallo Verena Riedler, willkommen im Klima-Podcast! Hallo und ganz herzlichen Dank für die Einladung. Sehr gerne!
Geld und Klimaschutz
Vielleicht ist die Frage ein bisschen platt zu Beginn, aber doch trotzdem wichtig, denke ich. Was hat denn unser Geld mit Klimaschutz zu tun? Ja, mehr als die meisten Menschen denken. Denn unser Geld bewirkt in der Welt etwas, in dem es investiert wird. Viele glauben, halt, naja, wenn ich jetzt nicht in sogenannte böse Aktien investiere von Unternehmen, deren Werte ich nicht teile, dann mache ich ja nichts Schlimmes. Aber es ist einfach so: Jeder Mensch hat eigentlich in unserer Gesellschaft ein Konto. Die allermeisten haben auch irgendein Sparbuch. Und da entscheidet einfach die jeweilige Bank darüber, was mit diesem Geld passiert und welche Projekte finanziert werden. In den letzten Jahren investieren Banken immer noch knapp 900 Milliarden US-Dollar in die fossile Industrie. Insofern glaube ich, ist der Zusammenhang sehr klar. Das ist eben unser Geld, das so zum Einsatz gebracht wird.
Du hast es ja eben erklärt: Geld ist also nie neutral, sagt ihr. Jetzt sind wir ja viele kleine Leute. Wie wichtig ist denn so eine persönliche Entscheidung, wenn es ums Geld geht? Sehr, sehr wichtig. Also, es gibt eine Studie von Nordea zum Beispiel, die ist etwas älter, schon aus dem Jahr 2015. Aber aus der geht hervor, dass im Vergleich zu anderen Elementen eines nachhaltigen Lebensstils, wie weniger fliegen, nur mehr ein Stück Fleisch pro Woche essen, zwei Minuten kürzer duschen und Zug fahren statt Auto fahren, die wir eben alle sehr gut kennen, der Hebel, den eine nachhaltige Geldanlage hat, 27 Mal so groß ist wie diese anderen Lebensstilveränderungen zusammen. Und das heißt einfach auch, viele Menschen bemühen sich da wirklich und geben sich Mühe, möglichst nachhaltig zu leben. Und es ist ihnen aber gar nicht bewusst, dass sie mit der Art und Weise, wie sie ihr Geld veranlagen, das eigentlich total konterkarieren von der Wirkung her.
Einfluss von Geldanlagen
Kannst du da mal ein Beispiel geben, warum das so einen großen Hebel oder so einen großen Einfluss hätte, wenn man sein Geld anders verwaltet? Naja, es ist eben so, dass dieses Geld von den Banken ja in Form von Krediten vergeben wird. Kredite ermöglichen gewisse Vorhaben und insofern entsteht einfach diese Wirkung in der Welt. Und das können Vorhaben sein, die dazu dienen, die Natur zu regenerieren. Das können Vorhaben sein, die dem Gemeinwohl dienen. Und es können eben auch Vorhaben sein, wie noch ein Kohlekraftwerk oder eine Gaspipeline oder andere Dinge, die halt Menschen total ausbeuten. Da muss man sich einfach tatsächlich selbst ein Bild machen, wofür wird dieses Geld eingesetzt? Und auch ein ESG-Label bei einem Investmentfonds heißt jetzt nicht automatisch, dass da lauter Dinge drin sind, die gut für Environment und Social sind, sondern da muss man einfach auch den Blick hineinwagen und sich zumindest anschauen, was sind denn die Top-Titel, die in diesem Fonds drin sind, um dann für sich selbst einschätzen zu können, ist das etwas, was zu dem passt, wie ich mir die Welt vorstelle, was meinen Werten entspricht, oder möchte ich mein Geld lieber für andere Dinge einsetzen?
Nochmal ganz kurz: Ein ESG-Label ist ein Öko-Label oder ein Nachhaltigkeitslabel für Finanzprodukte, ne? Ja, genau. Also das sind einfach in Wirklichkeit Kriterien, die die EU festgelegt hat und an denen man einfach erkennen kann, dass Finanzprodukte weniger Schaden anrichten als andere Investments. Aber weniger Schaden heißt ja eben noch nicht, dass es etwas besonders Gutes bewirkt. Insofern bitte immer genau auch reinschauen, welche Unternehmen, welche Titel stecken da eigentlich drin.
Klimia und ihre Ziele
Euer Unternehmen, euer Crowd-Investing, hat sich vorgenommen, die Finanzbranche so ein bisschen auf den Kopf zu stellen und die Art, wie wir investieren. Wie macht ihr das? Wie funktioniert das? Wir haben in Wirklichkeit zwei Ziele. Das eine ist Finance Change. Also wir möchten einfach Projekte über unsere Plattform ermöglichen, wo unsere Community von Anlegerinnen und Anlegern einfach sagt: Ja, das finde ich gut, sowas möchte ich sehen in der Welt, da gebe ich Geld dafür in Form von Direktdarlehen. Und das zweite ist Change Finance. Und da haben wir halt die Hypothese, dass Druck von Seiten der Anlegerinnen, also von dir und mir, am ehesten etwas bewegen kann, sodass sich wirklich etwas ändert. Also wenn wir uns vorstellen, es würden in jede Bankfiliale täglich 10, 12 Menschen gehen, die sagen: Bitte erklären Sie mir das. Was passiert denn genau mit dem Geld, das da auf meinem Konto liegt? Dann würden wahrscheinlich zunächst einmal die BankberaterInnen wenig Antworten haben, weil sie es selbst nicht wissen. Aber es würde eine gewisse Nachfrage einfach sein, die die Banken schon in Zugzwang bringt, dass sie dann Antworten bereitstellen müssen. Und wenn die Kundinnen und Kunden da einfach signalisieren: Naja, wenn das nicht besser geht, wenn das nicht transparenter geht, wenn es hier bei dieser Bank keine Produkte gibt, die zu meinen Werten passen, dann werde ich mich umschauen, ob es nicht etwas Passenderes gibt für mich.
Das heißt, nehmen wir mal ein Beispiel: Ja, ich habe vielleicht ein bisschen Geld zur Verfügung, das ich verwenden kann und wo ich mir denke, ich würde das gerne für einen guten, nachhaltigen Zweck einbringen und möchte das investieren. Wie funktioniert das bei euch? Wie komme ich da ran? Hast du ein konkretes Beispiel, wie das läuft? Grundsätzlich ist es so, wir sind eine Plattform. Das heißt, unsere Rolle ist, wir sind Vermittler auf diesem Finanzmarkt. An uns treten Projekte heran oder wir spüren irgendwo Projekte auf, von denen wir überzeugt sind, die erfüllen unsere Anforderungen der drei positiven Renditen. Also wir sprechen von diesem Konzept, weil wir glauben, jede Geldanlage hat eine finanzielle Rendite, entweder Zinsen, die bezahlt werden, oder auch ein Verlust. Hat eine soziale Rendite, das heißt, es ist entweder gut für die Menschen oder es werden da Menschen ausgebeutet. Und jedes Investment hat auch eine ökologische Rendite. Also es ist gut für die Natur, es trägt zur Renaturierung, CO2-Emissionsreduktion, Biodiversität, was auch immer bei. Oder eben, es schadet der Natur. Und wir bringen eben solche Projekte, die alle Kriterien erfüllen, auf unsere Plattform. Und wenn man sich eben dafür interessiert, findet man direkt auf der Website www.klimia.org wirklich sehr detaillierte Beschreibungen auch zu jedem Projekt. Also erstens werden diese drei Renditen ganz konkret ausgewiesen. Was hat dieses Projekt vor? Dann gibt es auch einen Businessplan, den man sich im Detail anschauen kann. Man kann natürlich auch Fragen stellen, die wir dann weiterleiten an die Projektinhaber, die beantwortet werden. Also es ist eigentlich sehr transparent dargestellt. Man kann sich, finde ich, schon sehr umfassend informieren. Und das Darlehen selbst wird dann direkt abgeschlossen zwischen der Person, also zum Beispiel dir, wenn du dich dafür interessierst, und dem Inhaber dieses Projektes. Also wir bringen euch beide sozusagen nur zusammen, indem wir das vorstellen auf unserer Plattform.
Motivation und Transparenz
Was habt ihr denn davon? Warum macht ihr das? Der Hauptgrund ist, glaube ich, wir können uns jeden Tag in den Spiegel schauen, wenn wir aufstehen. Wir können auch unseren Kindern in die Augen schauen, die uns irgendwann schon fragen werden: Ihr habt das doch alles kommen sehen. Warum habt ihr nichts gemacht? Es ist zumindest ein Versuch. Und ich glaube tatsächlich, ich war ja früher in ganz anderen beruflichen Rollen, dass Geld einer der ganz großen Hebel ist in Sachen Klimaschutz oder auch Sustainable Development Goals insgesamt. Wenn wir das Geld in die Richtung lenken, wo wir eben glauben, dass es einen Bedarf gibt, dann können wir wahnsinnig viel ermöglichen. Und deswegen konzentriere ich mich eben in meiner Tätigkeit sehr stark jetzt auf Klima, was auch sehr viel kritische Finanzbildung wiederum beinhaltet. Nicht nur diese Investmentmöglichkeit, um diesen Hebel halt möglichst stark werden zu lassen, gemeinsam mit vielen anderen, die sich diesem Thema widmen.
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Ein typischer Arbeitstag
Was machst du konkret? Wie sieht so ein typischer Arbeitstag aus? Na ja, meine Aufgabe bei Klimia ist ja die Auswahl und der Impact der Projekte. Das heißt, ich schaue mir genau an, welche Projektvorschläge sind an uns herangetragen worden. Ich spreche mit den Personen, die hinter diesen Projekten stehen. Ich habe einen Pool von Expertinnen und Experten für alle möglichen Themen, die mir das halt auch fachlich beurteilen können, ob ein Projekt wirklich super gut ist und alle aktuellen Anforderungen erfüllt oder ob da irgendwo wieder eine unerwünschte Nebenwirkung sozusagen mit drin ist im Paket, die jetzt da für mich nicht ersichtlich war. Ich halte Vorträge. Gestern zum Beispiel hatten wir Geldgespräche bei uns in Wien im Climate Lab, wo sich verschiedene Personen auch über ihre eigene Geldgeschichte und Geldbeziehung ausgetauscht haben. Am Nachmittag war ich auf einem Panel im Impact Hub, wo es darum gegangen ist, wie beurteilen wir als Impact InvestorInnen eigentlich Traction? Also, was muss ein Startup zum Beispiel vorweisen, schon an Erprobung am Markt, damit es eben in die engere Auswahl kommt, auf so einer Plattform vorgestellt zu werden? Also, mein Arbeitstag ist extrem bunt. Natürlich gibt es auch weniger schillernde Seiten, Verträge zum zehnten Mal durchzugehen und wirklich den letzten Feinschliff da auch zu schaffen, damit wir eine gute rechtliche Basis haben. Aber in Summe ist es eine extrem spannende Tätigkeit. Und zweimal im Jahr bin ich sehr intensiv damit beschäftigt, die Reports und Updates von unseren Projekten einzuholen. Das heißt, das endet ja nicht damit, dass jemand investiert in ein Projekt, das auf der Plattform vorgestellt wurde, sondern es gibt eben zweimal im Jahr dann ein Update. Wie ist das bis jetzt gelaufen? Welche Ziele wurden schon erreicht? Wie viele Personen wurden da erreicht mit den Maßnahmen? Wie viele Arbeitsplätze geschaffen, auch zum Beispiel? Das sind eben solche Kennzahlen, die wir dann immer erheben, aber auch wirklich die Impact Stories dahinter sozusagen, die das halt auch wirklich veranschaulichen, was da alles zum Positiven schon sich bewegt hat, aber natürlich auch mit welchen Hürden und Problemen die Projekte kämpfen. Also das ist ja auch nicht alles nur Eitelwonne, solche Impact-Projekte umzusetzen.
Lieblingsprojekte und Investoren
Jetzt ist es vielleicht unfair, nach einem Lieblingsprojekt zu fragen, weil dann andere hinten runterfallen. Aber gibt es irgendwas, was dich besonders begeistert an dieser Arbeit oder was dich so antreibt? Natürlich liebe ich alle unsere Projekte und ich habe auch seit ich bei Klimia dabei bin, also jetzt drei Jahre, in jedes Projekt selbst investiert, weil ich finde, das ist schon auch wichtig, so persönlich auch Skin in the Game zu haben, sozusagen. Und wenn ich das Gefühl habe, da würde ich jetzt gerne nicht investieren, dann passt ja irgendwas noch nicht an dem Projekt. Dann müssen wir vielleicht noch einmal nachverhandeln oder ein Jahr warten, damit sie bewiesen haben, dass sie das wirklich auch umsetzen können. Aber ein Projekt, das mir schon besonders ans Herz gewachsen ist, ist das Projekt Saving Grains. Das war das erste Projekt, bei dem ich damals mitgeholfen habe, es auf die Plattform zu bringen. Und das war schon so ein Hochgefühl, wenn man mal so viel Vorarbeit schon geschafft hat, das dann auch wirklich sozusagen der Welt vorstellen zu können und allen zu schreiben: Da gibt es etwas Neues und du kannst dir das jetzt ansehen und investieren. Aber auch, weil der Impact einfach wirklich genial ist aus meiner Sicht. Da geht es darum, in Sub-Sahara-Afrika gibt es ganz viele Lebensmittelverluste, also 30 Prozent der Ernte sehr oft, manchmal auch darüber, weil das Getreide nicht richtig gelagert werden kann. Und das führt eben dazu, dass das quasi Insekten fressen oder dass es verrottet, weil es zu feucht ist. Und da entstehen erstens natürlich auch Emissionen, aber man braucht einfach auch 30 Prozent mehr Ackerfläche, um letztendlich denselben Nährwert für die Bevölkerung bieten zu können. Natürlich ist es auch für die Kleinbäuerinnen, es sind sehr oft Frauen, manchmal Männer, ein Riesenproblem, wenn ihnen 30 Prozent der Ernte verdirbt. Und deswegen versuchen sie alles ganz schnell nach der Ernte zu verkaufen, wo aber natürlich der Preis am niedrigsten ist. Also ein paar Monate später, wenn das Getreide etwas knapper wird, können die einen viel besseren Marktpreis erzielen. Und das Projekt hat dafür wirklich eine sehr simple Low-Tech-Lösung entwickelt. Das sind so hermetische Säcke mit einem Sensor drinnen, und der misst eben, ob das Ganze trocken genug ist, ob eh nichts passiert damit und meldet das auch an eine App. Diese App dient auch dazu, eigentlich die ganze Wertschöpfungskette abzubilden, und das führt eben dazu, dass 30 Prozent mehr Nahrung einfach verfügbar ist, weil das nicht verdirbt. Und gleichzeitig ist das Einkommen für diese Kleinbäuerinnen viel stabiler und übers ganze Jahr gegeben. Das heißt, auch, dass die Kinder zum Beispiel immer in die Schule gehen können, weil das Geld verfügbar ist. Also da hängen wahnsinnig viele positive Effekte mit dran, indem man eben mehr Wertschöpfung und dauerhaftere Wertschöpfung direkt zu diesen kleinbäuerlichen Strukturen bringt.
Wer sind denn die Menschen, die dafür Geld geben und investieren? Was sind das für Leute? Das sind Leute wie du und ich, also schätze ich jetzt mal Kleinanlegerinnen. Man kann bei uns auch wirklich schon ab 100 Euro pro Projekt investieren, um halt auch eine gewisse Streuung zu ermöglichen. Also auch wenn man nur 500 Euro hat, wäre es natürlich besser, das nicht alles in ein Projekt zu investieren, sondern ein bisschen zu verteilen. Und unsere Community sind total engagierte Menschen. Also die haben auch sonst eben eine hohe Priorität auf den Themen Klimaschutz und auch Entwicklungszusammenarbeit. Das erfahren wir jedes Jahr aufs Neue in unserer Kundinnenbefragung. Sie sind überwiegend noch männlich, wobei wir sehr stark daran arbeiten, dass wir auch alles anbieten, was Frauen wichtig ist, die eben mit solchen Investments beginnen möchten. Und sie sind im Schnitt sehr überdurchschnittlich gebildet. Also sehr viele haben einfach höhere Abschlüsse. Und vom Alter ist es so: Also man kann ab 18 bei uns Geld anlegen, und ich glaube, der älteste Anleger ist jetzt 86, 87, irgend sowas. Also da decken wir eigentlich die komplette Lebensspanne ab.
Bewusstsein für nachhaltige Geldanlagen
Menschen zu unterstützen in solchen Situationen, wie du es gerade beschrieben hast, oder grüne Geldanlagen, nachhaltige Geldanlagen, da seid ihr ja immer noch in der Nische. Warum ist das so, und wie wichtig ist es, solche Angebote auszubauen oder mehr davon zu haben? Ich glaube tatsächlich, das Erste, was man ausbauen sollte, ist genau dieses Bewusstsein für die drei Renditen. Das ist tatsächlich vielen Menschen nicht klar, dass jede Investition oder eben auch das Geld auf dem Sparbuch Auswirkungen hat in sozialer und ökologischer Hinsicht. Und wenn das einfach so wie eine Brille ist, die man aufsetzt und wo man durchschaut auf jede Möglichkeit Geld anzulegen, dann glaube ich, dass das auch nicht mehr lange so eine Nische wäre, sondern dass die Menschen einfach sich genauer überlegen: Okay, wo gebe ich mein Geld jetzt hin? Ich meine, das hat sich ja auch zum Beispiel bei Bioprodukten sehr stark gewandelt über die letzten Jahrzehnte. In meiner Kindheit hat man darauf, glaube ich, noch nicht wirklich geschaut, aber jetzt ist es für viele Menschen eine ganz logische Entscheidung, dass sie zumindest überlegen: Greife ich jetzt zum Bioprodukt oder nehme ich das konventionell produzierte Produkt? Und so stelle ich mir das im Bereich der Geldanlagen auch vor. Wir müssen so einen Blick dafür schärfen und den halt jeweils anwenden. Und Angebot gibt es im Grunde genug. Also es gibt wirklich sehr viele schöne Projekte, die auch wirklich positiven sozialen und ökologischen Impact und eine gewisse Rendite vereinen.
Nun leben wir ja in Zeiten von Kriegen, von multiplen Krisen und von wirtschaftlicher Unsicherheit, und bei vielen Menschen sitzt da das Geld einfach gerade nicht so locker. Was empfiehlst du denn, wenn das Thema interessiert, wie und wo anfangen, sich damit zu beschäftigen? Ich glaube, da gibt es noch immer eine ziemliche Lücke an kritischer und empowernder Finanzbildung. Es gibt natürlich vieles, was in irgendeiner Form gesponsert ist, sei es, dass Banken selbst eben Beratung anbieten oder eben andere Bildungsangebote, da sind, die halt auch von gewissen Lobbyisten finanziert werden. Also dessen sollte man sich zumindest bewusst sein, aus meiner Sicht, und einfach auch drauf schauen, wer steht denn da dahinter und welche Interessen stehen auch dahinter bei einem bestimmten Bildungsangebot. Die sind ja oft schon auch gut, aber das sollte man einfach auch im Hinterkopf behalten. Wir haben, weil wir diese Lücke eben auch sehen, ein eigenes Bildungsangebot entwickelt, die Klima-Investment Akademie. Da gibt es zum Beispiel einen kostenlosen E-Mail-Kurs, wo man sich jederzeit einschreiben kann und wo man in sechs Schritten zur guten Geldanlage geführt wird. Also das beginnt damit mit der Frage: Was bewirkt mein Geld in der Welt? Geht dann weiter zu: Was habe ich für eine Prägung in Bezug auf Geld oder welche Glaubenssätze wirken da an mir? Im Modul 3 macht man eine Inventur. Da gibt es auch so Templates dafür, wie man das eben gut strukturieren kann. Im Schritt 4 lernt man, wie man bestehende Geldanlagen auf ihre Wirkung hinchecken kann. Da gibt es ja einige Möglichkeiten von unabhängiger Seite, die das eben dann sehr schön ausspucken. Und Schritt 5 ist das Zielbild zu entwickeln: Wie möchte ich denn, dass mein Geld wirkt? Und Schritt 6 ist dann einfach noch: Wie komme ich jetzt vom Ist zu diesem Zielbild? Und da haben wir sehr gute Erfahrungen, und ich kann wirklich ganz herzlich einladen, sich diesen E-Mail-Kurs mal zu abonnieren. Es ist sehr kompakt eigentlich gehalten, auch von der Sprache her. Haben wir darauf geachtet, dass wir es noch einmal vereinfachen, dass da nicht ständig mit irgendwelchen Fachbegriffen um sich geworfen wird, sondern dass das wirklich für jede Frau und jeden Mann sehr zugänglich ist.
Schlusswort
Gibt es irgendwas, was ich dich jetzt nicht gefragt habe, was in dem Zusammenhang mit eurem Projekt wichtig ist, was die Leute wissen sollten? Ja, eines was viele überrascht, ist: Wir sind selbst ein Verified Social Enterprise. Das heißt, bei unserem Unternehmen steht auch der positive Impact an der ersten Stelle, sehr weit über dem Profit. Und das ist am Finanzmarkt schon ziemlich exotisch. Also das hebt uns sicher von anderen Anbietern ab, dass wir das eben auch nicht machen, um selbst reich zu werden damit, sondern um genau diese Wirkung zu ermöglichen. Natürlich aber schon mit einem Geschäftsmodell, das sich trägt. Also das ist ja das Kennzeichen eines Social Enterprises. Es ist eben keine NGO, kein Verein, nicht von Spenden oder Fördermitteln abhängig, sondern ein Unternehmen, das eben diesem gemeinwohlorientierten Zweck verpflichtet ist.
Worauf freust du dich denn an Projekten und Ideen? Gibt es irgendwas, wo du sagst, da habe ich in Zukunft Bock drauf und das kommt noch? Ich freue mich auf jedes Projekt, das es diesen ganzen weiten Weg schafft, weil ich bin wahnsinnig stolz auf die Menschen, die da auch dahinter stehen. Also das ist wirklich nicht einfach, in diesen Rahmenbedingungen etwas Tolles in die Welt zu bringen und alles zu berücksichtigen, was es da auch an Kriterien gibt. Was heuer wahrscheinlich kommen wird, sind zwei, drei Projekte, die im globalen Süden wirken, die wirklich großartig sind von ihrem Impact her und auch sehr innovative Ideen beinhalten und auch teilweise wirklich tolle technologische Innovationen. Auf die freue ich mich ganz besonders. Es ist auch immer schön, wenn man sieht, es gibt jetzt noch einen Windpark, den wir mitfinanzieren können, irgendwo in Europa zum Beispiel. Wir brauchen das ja ganz klar, die Energiewende. Aber mein Herz schlägt schon auch besonders stark für die Projekte, wo eben auch sehr viel sozialer Impact dann noch mit dazu ermöglicht wird. Das sagt Verena Riedler, Co-Gründerin von Klimia. Sie baut Brücken zwischen klassischem Business, Aktivismus und Impact Investments. Ganz, ganz vielen Dank für das inspirierende Gespräch und die Einblicke in eure Arbeit. Gerne! Und das war es für diese Woche mit dem Klimapodcast von detektor.fm. Wenn euch gefällt, was wir hier machen, dann lasst uns doch gern ein Abo da, teilt den Podcast mit Menschen, die sich für Klimathemen interessieren könnten, schickt den Feed weiter oder auch diese Folge einfach an Freundinnen, KollegInnen und die Familie. Vielen Dank fürs Zuhören sage ich natürlich auch. Produziert hat diese Folge Paula Bültemann. Und ich bin Ina Lebedjew. Ich freue mich, wenn ihr nächste Woche wieder mit am Start seid. Macht’s gut! Tschüss! Mit Solarlösungen, intelligenter E-Mobilität und 100 Prozent Ökostrom.