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Mission Energiewende | Unverpacktläden

Presse, Plastikkrise, Prioritäten

Einkaufen ohne Verpackung und Plastik, regional und nachhaltig: Unverpackt-Läden und -Supermärkte machen’s möglich. Aber viele Geschäfte mussten in den vergangenen Jahren schließen — wie geht es der Unverpackt-Branche in Deutschland aktuell?

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Zahl der Unverpacktläden „drastisch minimiert“

Knapp 170 Unverpacktläden gibt es derzeit in Deutschland, vor ein paar Jahren waren es noch doppelt so viele — im Jahr 2022 zählte die Branche 340 Unverpacktläden im Bundesgebiet. Unter dem Einfluss von Pandemie, multiplen Krisen und anderen Faktoren hätten sich die Einkaufsgewohnheiten der Menschen stark verändert — hin zu Malls und Onlineshopping, erklärt Chrissi Holzmann vom Bundesverband der Unverpacktläden. Sie sieht in den Entwicklungen ein branchenübergreifendes Problem:

Für uns ist es tatsächlich auch traurig, wie sich die Innenstädte verändern. Es gibt riesengroße Einkaufsmalls — kleine, inhabergeführte Läden haben es zunehmend schwerer. Und das betrifft uns.

Chrissi Holzmann, Bundesverband der Unverpacktläden

Nach Angaben des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn haben in den vergangenen Jahren durchschnittlich knapp 40 Prozent aller neu gegründeten Unternehmen in Deutschland mehr als fünf Jahre überlebt

Schlechte Presse, neue Gewohnheiten

Vor einigen Jahren sei „Unverpackt einkaufen“ noch im Trend gewesen, erzählt Chrissi Holzmann im Interview. Forschende fügen hinzu: Zwar sei das Bewusstsein für die Relevanz des Themas Klimawandel da, dennoch würden sich Menschen in diesen Zeiten weniger intensiv engagieren. Sich einzubringen sei eine Frage von Prioritäten, so Chrissi Holzmann:

Auf der einen Seite geben wir ohne mit der Wimper zu zucken 5,90 Euro für ein Kaffeegetränk aus. Das ist für uns super normal geworden. Ud wenn es dann tatsächlich um das geht, was uns ernährt und wie wir evtl. die Stadt gestalten können, in der wir leben, Zukunft zu gestalten, dann ist es normal, über Geld und über Preise zu sprechen. Es ist einfach ein Mindshift, der passieren muss.

Chrissi Holzmann, betreibt das "Servus Resi" im Süden von München

Hinzu kommt Holzmann zufolge, dass Medienschaffende die noch junge Branche in den vergangenen Jahren immer weiter in die Krise geschrieben hätten.

Vor welchen Herausforderungen Menschen im Alltag stehen, die einen Unverpacktladen führen und was der Bundesverband der Unverpacktläden von der Politik fordert, das erfahrt ihr in der neuen Folge von „Mission Energiewende“. Host Ina Lebedjew spricht mit Chrissi Holzmann — sie kümmert sich beim Bundesverband der Unverpacktläden um PR und Marketing und betreibt ihren eigenen Bio- und Unverpacktladen “Servus Resi” im Süden von München.

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