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Bild: NürnbergMesse | ThomBal / Shutterstock

Mission Energiewende | Ostsee

Ist die Ostsee am Limit?

Eutrophierung, Mikroplastik, Vibrionen, Munition und PFAS: Die Liste der Belastungen für die Ostsee ist lang. Wie steht es um das Binnenmeer?

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Medien zeichnen dramatisches Bild

„Giftige PFAS in Meeresschaum“ (NDR), „Das Meer ist zur Jauchegrube verkommen“ (Spiegel) oder auch „der stille Kollaps der Ostsee“ (Welt): Wenn Medien in den vergangenen Jahren über die Ostsee berichteten, dann zeichneten sie ein dramatisches Bild vom Zustand des Binnenmeers. Aber wie steht es wirklich um die Ostsee? Und welchen Anteil haben wir Menschen daran? Michael Naumann forscht am Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde zu ihrem Zustand. Er sagt, die Ostsee sei zwar stark belastet, aber zu Überdramatisierungen neige er nicht. Vielmehr finde man alle Probleme, mit denen auch andere Weltmeere kämpfen. Beim Thema Sauerstoffmangel in der Tiefsee sei die Ostsee allerdings tatsächlich ein Vorzeigebeispiel im negativen Sinne.

Die Ostsee hat die größte zusammenhängende Fläche am Meeresboden, die von Sauerstoffmangel betroffen ist. Das ist teilweise natürlich vorgegeben durch ihre geografisch-geologischen Eigenheiten, wurde aber in den letzten Jahrzehnten noch ein wenig menschlich verstärkt.

Michael Naumann, Leibniz-Institut für Ostseeforschung

Eutrophierung — ein Treiber für Sauerstoffmangel

Ein Drittel des Wasservolumens sei inzwischen von Sauerstoffmangel betroffen. Ein Grund dafür ist die Eutrophierung, also der übermäßige Nährstoffeintrag ins Wasser. In die Ostsee münden zahlreiche Flüsse, die überschüssige Düngemittel aus der Landwirtschaft ins Meerwasser spülen. Diese Nährstoffe kurbeln dann das Planktonwachstum an. Wenn das Plankton nach dem Sommer turnusmäßig abstirbt, rieselt es in Richtung Meeresboden. Gelangt dann frischer Sauerstoff in die Tiefen, wird dieser unmittelbar aufgebraucht.

Das ist der Grund dafür, dass sich die Sauerstoffzehrungsraten in den letzten 30 Jahren verdoppelt haben. Sprich, aufgrund dieser Dinge, die sich dort abgelagert haben, ist in der Hälfte der Zeit der Sauerstoff aufgebraucht.

Michael Naumann, Leibniz-Institut für Ostseeforschung

Die Klimakrise verstärkt den Effekt zusätzlich, weil das Wasser dadurch weniger Sauerstoff aufnehmen kann. Mit welchen anderen Problemen die Ostsee im Moment zu kämpfen hat, darüber sprechen detektor.fm-Redakteurin Marisa Becker und Moderatorin Ina Lebedjew in dieser Folge von „Mission Energiewende“.

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