Wie können Unternehmen ihre Produkte so nachhaltig wie möglich gestalten? Wie können sie im Alltag ressourcenschonend arbeiten und ihre Strategien für die Zukunft so anpassen, dass sie Umwelt und Klima schonen? Darum geht es heute. Ihr hört den Klima Podcast von detektor.fm. Ich bin Ina Lebedjew. Hi! Mission Energiewende. Der detektor.fm Podcast zum Klimawandel und neuen Energielösungen in Kooperation mit Lichtblick, Deutschlands größtem reinen Ökostromanbieter mit Solarlösungen, intelligenter E-Mobilität und 100 % Ökostrom.
Was macht eigentlich eine Nachhaltigkeitsmanagerin? Das frage ich heute Hanna Kindler. Bei ihr steht diese Berufsbezeichnung nämlich quasi auf der Visitenkarte. Hanna Kindler arbeitet bei der Messe Hamburg, also der Hamburg Messe und Kongress GmbH. Und ich freue mich, dass wir uns über ihren Job unterhalten können. Ganz herzlich willkommen im Klima Podcast von detektor.fm, Hanna Kindler. Schön, dass du da bist! Hallo, schön da zu sein. Danke für die Einladung.
Nachhaltigkeitsmanagerin oder Sustainability Managerin, das sind so Begriffe oder Berufsbezeichnungen, die sind so sperrig. Das kann irgendwie alles und nichts bedeuten, habe ich das Gefühl. Deswegen fange ich erst mal ganz klein an, bei der kleinsten Einheit, nämlich so einem typischen Tag von dir. Wie sieht der aus? Was machst du so? Genau, ich kann da gerne mal drauf eingehen. Vielleicht zum Kontext zur Hamburg Messe und Kongress: Hier finden halt Veranstaltungen statt bei uns. Also wir richten selber Veranstaltungen aus und wir unterstützen andere Veranstalter dabei, ihre großen und kleineren Veranstaltungen durchzuführen, sowohl auf dem Messegelände als auch im Kongresscenter Hamburg. Und für mich kommen da ganz unterschiedliche Aufgaben auf mich zu. Es ist fast kein Tag wie der andere, würde ich sagen. Also ich habe sowohl strategische Themen als auch kommunikative Themen, viel Austausch mit dem ganzen Haus. Es wird also nie langweilig.
Viel Austausch mit dem ganzen Haus, das ist auch nochmal ein ganz gutes Stichwort. Sag doch nochmal, wie groß ist dieses Unternehmen? Erzähl doch mal ein bisschen darüber, wie oft finden da Messen statt? Also was habt ihr so für ein Workload? Wie funktioniert das erstmal sozusagen unternehmensweit? Genau, also wir haben ein sehr präsentes Messegelände mitten in der Stadt und gleich daneben auch das Kongresscenter, verbunden durch einen wunderschönen Park. Und das Kongresscenter ist oft ausgefüllt mit Medizinerkongressen oder auch kulturellen Veranstaltungen. Das ist nach einer Neueröffnung, also einer Revitalisierung vor einigen Jahren neu eröffnet worden und mittlerweile auch wieder gut ausgelastet. Also da kann man fast täglich Veranstaltungen vorfinden. Natürlich gibt es zwischen den Veranstaltungen auch immer Rüstzeiten und Auf- und Abbauzeiten. Und ähnlich ist es bei dem Messegelände. Vielleicht nicht jeden Tag, aber wie gesagt, die Veranstaltungen müssen auch vor- und nachbereitet werden. Manchmal finden auch parallel auf dem Gelände Veranstaltungen statt.
Vielleicht kannst du ganz kurz beschreiben, was habt ihr sozusagen in den nächsten Wochen vor auf dem Messegelände, damit man einfach so ein bisschen eine konkrete Vorstellung davon bekommt, was für Veranstaltungen könnten das sein? Ja, also im Moment findet gerade die reisende Caravanning Messe statt, parallel zur Nortec. Also bei der einen geht es natürlich um Reisen, bei der anderen um technische Prozesse in der Wertschöpfungskette. Und jetzt unsere nächste Eigenveranstaltung, die ansteht, ist die InterNorga, eine große Gastro Messe, auf die ich mich schon besonders freue. Das ist bei uns dieses Jahr ein veranstaltungsstarkes Jahr. Das heißt, wir haben auch unsere großen Weltleitmessen, die Wind Energy Hamburg und die SMM, also eine maritime Messe, die diesen Herbst stattfinden. Deswegen, bei uns ist ordentlich was los und alle knapp über 300 Mitarbeitenden sind wir. Die sind auf jeden Fall gut beschäftigt dieses Jahr.
Ich war vor ein paar Jahren auf der Grünen Woche in Berlin. Also ich muss zugeben, ich habe einen Podcast mit dir gehört und bin dann darauf aufmerksam geworden, dass das ein spannendes Thema ist, diese Arbeit mal zu porträtieren oder zu gucken, was Nachhaltigkeitsmanagerinnen so tun. Da kommen wir ja gleich noch hin. Aber jedenfalls kann man sich ja auf manchen Messen dann eben auch so durchriechen und durchkosten. Und es ist sehr, sehr spannend, was es alles so zu erleben gibt. Ja, genau. Das ist eben auch der Fall bei meiner, ich würde sagen, Lieblingsmesse InterNorga, weil man da wirklich alles schmecken, riechen und viel bunte Sachen sehen kann. Das Logo ist auch so eine laufende Ananas. Also es ist ganz cool zu sehen. Es ist eben nicht mehr so eine dröge Messe, wo man irgendwie so durchläuft, sondern wirklich ein Erlebnis.
Jetzt bist du Nachhaltigkeitsmanagerin schon seit ein paar Jahren. Ich glaube, mich zu erinnern, dass du gesagt hast, du warst sozusagen die erste Person in dem Unternehmen in Vollzeit, die sich ausschließlich darum gekümmert hat. Erzähl doch mal, wie hat sich das entwickelt in den vergangenen Jahren? Was hat sich da bei euch getan? Das stimmt. Ich bin die erste Vollzeit-Nachhaltigkeitsmanagerin bei der Hamburg Messe Kongress, oder ich sage mal HMC. Ich habe da ursprünglich mal als Werkstudentin angefangen im Jahr 2020, weil da so die ersten Berichterstattungspflichten auf die HMC zukamen. Und es gab da bereits eine Nachhaltigkeitsbeauftragte, die das neben ihren anderen Tätigkeiten durchgeführt hat. Und das ist ganz typisch, dass das irgendwo im Unternehmen so ganz nebenbei noch mit passieren soll, häufig im Compliance-Bereich oder wie es bei uns war. Bei anderen ist es häufig auch in der Unternehmenskommunikation, im Marketing. Das sind auch Bereiche, wo es ganz häufig passiert, dass da so Quereinsteiger dann plötzlich zu Nachhaltigkeitsbeauftragten oder Managern werden. Und ich habe das aber tatsächlich auch studiert. Also ich komme direkt aus dem Bereich und habe zu der Zeit dann noch meinen Master gemacht in Lüneburg und habe da einen Managementstudiengang mit Fokus auf Nachhaltigkeit belegt. Und das hat mich eben dann im Master dazu geführt, dass ich dann eben weiter in dem Bereich arbeiten wollte. Hatte vorher auch schon Praktika erledigt und habe dann eben angefangen als Werkstudentin. Und das war am Anfang Fokus Berichterstattung und dann hat sich das immer weiter ausgebreitet, dass wir so kleinere Initiativen gestartet haben, die wirklich eher auch den Büroalltag betrafen. Und es wurde so langsam auch ein bisschen, dass wir dachten, wir brauchen irgendwie Ziele und wir brauchen ein bisschen koordiniertere Maßnahmen. Und das war natürlich alles zu Zeiten der Corona-Pandemie. Das heißt, da war auch im Veranstaltungsbetrieb der Stillstand quasi. Und das lief dann über die Jahre so langsam wieder an. Und die HMC hat sich neu aufgestellt, gerade in so turbulenten Zeiten. Und da kam eben das Thema Nachhaltigkeit dann auch strategischer mit dazu. Also wir haben 2022 dann angefangen, wirklich einen Strategieprozess anzustoßen. Den durfte ich auch schon mit begleiten, damals, wie gesagt, noch als Werkstudentin. Und als wir die dann 2023 verabschiedet haben, dann ist es okay, wir wollen jetzt auch eine Abteilung aufbauen. Wir wollen dafür auch zwei Stellen schaffen, die sich wirklich Vollzeit mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen. Und so ist das dann dazu gekommen, dass ich auch hauptverantwortlich für die Abteilung sein durfte und im Laufe der Zeit auch eine Kollegin dazu bekommen habe, die das ganze Thema Klimaschutz, also alles, was mit Treibhausgasbilanzen und Klimastrategien zu tun hat, die das eben überarbeitet oder bearbeitet. Genau. Also wir sind zwei Vollzeitleute und berichten als Stabsabteilung direkt an die Geschäftsführung. Wir haben es entsprechend auch in der Organisation verankert. Und so hat sich das im Laufe der Zeit wirklich von so ein bisschen nebenbei und nur ist es irgendwie Pflicht zu einem strategischen Thema, was hoch angehangen ist und was jetzt wirklich überall mitgedacht werden soll, entwickelt. Es ist ganz spannend, das so in den letzten Jahren miterlebt zu haben.
Wenn du sagst Berichterstattungspflicht, dann ist gemeint, sozusagen, dass das Unternehmen an Behörden berichten muss, was sie tun, wie sie arbeiten, nachhaltigkeitsmäßig, und dass solche Informationen eben weitergegeben werden, oder? Genau, also in dem Fall hat die Stadt Hamburg der HMC eine Vorgabe gemacht, weil die Hamburg Messe Kongress ein öffentliches Unternehmen ist. Das heißt, wir sind nochmal besonders in die Stadtwirtschaft eingebettet und schaffen da eben besondere Strukturen. Und die Stadt hat uns aufgetragen, wir sollen nach dem DNK, dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex, berichten. Das ist ein guter Einstiegsberichtstandard. Mittlerweile gab es da ganz, ganz viele Änderungen. Vielleicht kommen wir da später noch zu, aber es ist auf jeden Fall ein Block meiner Tätigkeit, ist quasi auch Berichterstattung.
Jetzt hast du ja gerade erwähnt, wir alle haben ja die Pandemie auf die eine oder andere Art erlebt. War das eine Chance, dass sozusagen Leerlauf in den aktiven Veranstaltungen war, sich das alles vorzunehmen? Oder hat es das irgendwie erschwert, weil es gar nicht so konkret war dann? Also genau, ich möchte ungeheuer die Krise so als irgendwie Chance oder so betrachten, aber wir haben uns eben in der Zeit dann fokussiert, um uns neu zu orientieren und auch das Thema Nachhaltigkeit genauer in Betracht zu ziehen.
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Und wenn du sagst, ihr habt sozusagen euch ganz stark entwickelt in den vergangenen Jahren und die Positionen auch aufgeteilt und so weiter, dann erzähl doch mal, du hast gesagt, jeder Tag ist irgendwie anders, aber was sind so deine Aufgaben? Worum kümmerst du dich? Womit beschäftigst du dich als Nachhaltigkeitsmanagerin? Also in dem Sinne, wir haben es ja auch nicht erst seit gestern gemacht oder erst seitdem ich da war. Da war ja vorher auch schon die Koordinatorin. Also wir haben zum Beispiel schon Ökostrom seit 2011 und wir haben über die Jahre die Hallen auf LED umgerüstet oder auch unzählige E-Ladepunkte installiert. Das sind ja alles Sachen, die auch vorher schon irgendwie angestoßen worden sind. Und mit der Berichterstattung kamen dann erste Strukturen zusammen, mal aufzusammeln, was gibt es denn hier eigentlich schon. Da stellt man dann fest, man fängt noch gar nicht bei null an. Irgendwie gibt es schon einiges. Und das fällt also jetzt unter das Thema Nachhaltigkeit, alles Mögliche im Bereich Umwelt, Soziales und Wirtschaft oder auch Governance, weil das eben so breit gefächert ist. Häufig kommt man ja irgendwie von Nachhaltigkeit zu Klima und das wär’s dann. Aber da steckt ja so viel irgendwie dahinter.
Und am Anfang, da waren es halt auch mal Sachen wie, ah, wir hängen irgendwo einen Sticker mit Lichtausmachen ran oder wir treffen uns in einer Projektgruppe und diskutieren mal, was vielleicht so Möglichkeiten wären. Und mittlerweile sind es wirklich Maßnahmenpläne und die Schnittstellen zu verbinden. Also das strategische Denken ist da doch anders geworden. Also wie gesagt, weg von diesem Fokus im Büroalltag und mal hier so ein bisschen, da mal ein bisschen, sondern wirklich zu dem koordinierten Denken und dem integrativen. Und in meinem Büroalltag, ja, das richtet sich zu Aufgaben von eben, die so strategisch sind, dass ich zum Beispiel Workshops durchführe, mit oder ohne Beratung, mit verschiedenen Expertinnen und Experten aus dem Haus, dass wir zum Beispiel zum Thema Kreislaufwirtschaft überlegen, wo sind da unsere Herausforderungen, wo sind die Hebel, welche Maßnahmen könnten wir durchführen, welche Ziele wollen wir erreichen. Das haben wir letztes Jahr ganz viel gemacht. Oder auch im Bereich Reporting habe ich eben schon erwähnt, dort die Entwicklungen der Berichterstattungspflichten im Auge zu behalten. Da gab es auf europäischer Ebene ein großes Hin und Her in den letzten Jahren mit erst ganz, ganz starken Anforderungen aus der Corporate Sustainability Reporting Directive, der CSRD, unter die wir erst fielen. Und dann gab es einen Omnibus zur Verschlankung der Berichterstattung und dann fielen wir plötzlich raus. Und wir hatten schon total viele Prozesse angestoßen, auch mit der Finanzabteilung zusammen, weil das eben auch vom Wirtschaftsprüfer hätte geprüft werden müssen. Und jetzt fallen wir raus aus der Berichterstattung. Also da muss man wirklich flexibel bleiben auch. Und jetzt haben wir eine kleinere Berichterstattungspflicht wieder von der Stadt. Also wir müssen uns jetzt einmal wieder komplett neu ausrichten. Das ist das Thema Berichterstattung. Denn das ganze Thema Klima habe ich eben von meiner Kollegin erwähnt, die eben Treibhausgasbilanz erstellt hat und jetzt stark an der Klimastrategie arbeitet, weil wir eben das Ziel Klimaneutralität bis 2040 haben. Vielleicht haben die ein oder anderen das mitbekommen, dass es in Hamburg einen Zukunftsentscheid gab. Das war ein Volksentscheid und da hat die Stadt Hamburg entschieden oder die Bürgerinnen und Bürger in Hamburg, wir wollen nicht erst 45 wieder bunt, sondern 40 schon klimaneutral sein. Das Ziel galt aber für alle öffentlichen Unternehmen eh schon. Aber es hat trotzdem Zeichen in der Stadt. Also diesen Block Klimaschutz haben wir noch und sonst eben sehr viel Beratung in die anderen Abteilungen. Wir arbeiten zum Beispiel sehr eng mit dem Einkauf zusammen, um zu schauen, wie beschaffen wir eigentlich unsere Materialien und wie vergeben wir Aufträge an unsere langjährigen Partner und Partnerinnen. Das ist ein sehr, sehr breites Feld und ja, jede Woche sieht anders aus.
Also wenn ich jetzt mal auf meinen Kalender diese Woche gucke, ich war zum einen beim Aufbau oder auch bei den Veranstaltungen, wie sie waren, um auch mal zu schauen, wie ist der Stand, wie sieht es aus, welche Materialien werden eingesetzt. Ich war letzte Woche bei einem Netzwerktreffen zwischen den öffentlichen Unternehmen. Da treffen wir uns regelmäßig und tauschen uns eben aus zu aktuellen Themen. Gestern haben wir unser Zielbild für dieses Jahr festgelegt, wo wir eben sagen, das sind die Hauptaufgaben, die dieses Jahr anstehen. Sei es sowas wie die neue Berichterstattungspflicht oder auch so Dashboards zu erstellen, also KPIs festzulegen auf nicht finanzieller Basis. Wie viel Energie haben wir eigentlich verbraucht, wie viel Wasser und Strom? Also damit wir auch zum Beispiel unseren Kunden sagen können, hier, folgende Verbräuche hattet ihr und denen so auch weiterhelfen kann.
Da entsteht ja vielleicht auch das Missverständnis, dass man denkt, als Nachhaltigkeitsmanagerin sorgst du dafür, dass die einzelnen Veranstaltungen nachhaltiger werden. Aber das ist gar nicht der Fall. Also ihr könnt euren Kunden helfen, hast du gerade gesagt, und ihnen Sachen an die Hand geben, Daten, Informationen, was sie verbrauchen oder was sie verwenden. Aber das ist nicht die Kernaufgabe oder das Ziel, die Veranstaltungen selbst, die bei euch stattfinden, nachhaltiger zu machen. An sich schon, aber da sind die Verantwortlichkeiten natürlich sehr verschieden. Wir haben ja unsere eigenen Veranstaltungen wie die InterNorga, die Wind Energy Hamburg, SMM und Co. Da müssen wir natürlich schon uns Gedanken machen, welches Veranstaltungskonzept wir haben. Wir haben jetzt zum Beispiel auf den letzten großen Messen oder jetzt die auch kommen werden, keinen Gangteppich mehr gelegt. Oder wir haben eben gesagt, wir brauchen irgendwie ein Ticket für den ÖPNV mit in den Tickets integriert. Oder wie können wir schauen, dass wir die Bühnen komplett modular aufbauen. Also wir schauen schon auch bei unseren eigenen Veranstaltungen, was können wir da machen. Und wie können wir Anreize schaffen für die ausstellenden Unternehmen, die dort sind, dass die auch ihre Stände kreislaufwirtschaftlich zum Beispiel aufstellen. Und bei den Gastveranstaltungen versuchen wir natürlich auch, entsprechende Anreize zu geben und unsere Produkte und unsere Partner so aufzustellen, dass die ein gutes Angebot und gute Services bei uns finden. Deswegen müssen wir auch unbedingt wissen, was unsere Partnerinnen wir sind ja eine Plattform, wie unsere Partner so aufgestellt sind, damit die eben zirkuläre Standbaumodule bekommen oder kreislauffähige Teppiche oder vielleicht sogar wiederverwendbare Teppiche. Also was man in so einem Messebau eben braucht. Ganz davon abgesehen, dass wir eben versuchen, eine gute Ausgangsposition für die zu schaffen mit der zentralen Lage, die kann man gut erreichen mit dem Ökostrom und so weiter. Das ist so der Ausgangspunkt. Und ich versuche so ein bisschen den strategischen Rahmen dafür zu schaffen und die richtigen Leute zusammenzuholen. Aber das Schöne ist, ganz viel passiert dann in den Abteilungen. Also unser Ziel ist gar nicht zu sagen, oh, das ist wie nachhaltig, das schieben wir jetzt in die Nachhaltigkeitsabteilung, sondern die Umsetzung der verschiedenen konkreten Maßnahmen passiert dann in den Abteilungen. Und so versuche ich einfach dann die Fäden so ein bisschen zusammenzuziehen, die Leute richtig zusammenzubringen und diesen strategischen Rahmen zu setzen und zu bearbeiten, dass eben auch die Prozesse entsprechend sind und dass das auch nachgehalten wird, ob wir unsere Ziele erreicht haben. Genau, das, wenn man auf die Veranstaltungen blickt. Also so ein bisschen die Netzwerkerin eigentlich auch, ne? Ja, deswegen sind wir halt auch eine Stabsabteilung. Also wir hängen irgendwie nicht in einem einzelnen Unternehmensbereich, sondern wir hängen so oben drüber als Querschnittsaufgabe und sprechen eigentlich mit fast allen Abteilungen im Haus.
Jetzt hast du ja auch einfach schon einige Jahre sozusagen im Unternehmen verbracht und hast ja auch beschrieben, wie sich das verändert und entwickelt hat. Gibt es irgendwas, wo du sagst, das hat dich beeindruckt oder überrascht? Irgendeine Erfahrung aus den vergangenen Jahren, die besonders spannend ist, wo du sagst, das hätte ich so nicht gedacht? Oder ist das ganz anders gelaufen, als ich das erwartet hätte? Also zum einen ist es natürlich interessant zu sehen, wie das Commitment von einem Unternehmen als solches auch strategisch sich ändern kann oder einfach präsenter werden kann. Und gleichzeitig ist es stark zu beobachten, wie die Leute auch Kompetenzen aufbauen und sich eben dahinter klemmen. Auch wenn das nicht immer einfach ist. Also ich will jetzt damit nicht sagen, dass das alles easy going ist, sondern das sind ja total neue Themen für viele. Also wir müssen uns einfach damit beschäftigen und dann neue Lösungen finden. Und das ist dann cool, wenn da eben eine Lösung geschaffen wurde. Also das mit den Prozessen im Einkauf, die wir geschaffen haben, da haben wir auch neue Standards gesetzt. Und so versuchen wir das eben mit ganz, ganz vielen Bereichen, dass wir auch für unsere eigenen Veranstaltungen überlegen, was ist da der Standard, den wir eigentlich fahren wollen.
Genau, also ich habe gar nicht erwähnt, was so die übergeordneten strategischen Themen bei uns sind. Also wir versuchen natürlich, auf Umweltperspektive erst mal zu sagen, wie können wir klimaschonende und zirkuläre Events veranstalten. Und auf sozialer Ebene wollen wir natürlich auch eine attraktive Arbeitgeberin sein und Themen wie Vielfalt, Diversität mit vorantreiben, einfach um unsere Kultur, Kompetenzen und Kreativität in dem Sinne zu stärken. Und auf wirtschaftlicher Ebene, also wenn man so ein bisschen diese drei Bubbles der Nachhaltigkeit abdeckt, da wollen wir natürlich auch inhaltlich mit unseren Veranstaltungen Beitrag leisten. Also wenn wir so an so Veranstaltungen denken wie die Wind Energy Hamburg, da steht es im Titel drin, da werden eben Themen diskutiert für die nachhaltige Transformation. Und das ist ja eigentlich auch Kern unseres Unternehmens. Und es ist wichtig, an die Kerntätigkeiten im Unternehmen ranzukommen. Diese Veranstaltungsdurchführung oder die Veranstaltungsthemen oder die Leute, die da drin sitzen. Und nicht nur ein bisschen, ah, hier mal ein bisschen Licht sparen, da mal ein bisschen weniger drucken, sondern wir versuchen wirklich, in diese Kernaufgaben reinzukommen. Und auf allen Veranstaltungen, die wir selber steuern, das Thema zu platzieren, aber auch entsprechend interessante Partnerschaften aufzubauen, um nachhaltigkeitstransformationsthemen eine Bühne zu bieten.
Was macht denn an deinem Job am meisten Spaß? Also zum einen diese Vielseitigkeit, weil es eben von Energie und Diversität und haben wir wieder Kreislaufwirtschaft. Und dann betrachtet man das eben auf sehr verschiedenen Ebenen. Also das macht Spaß. Und natürlich der Austausch, sowohl im Haus die Vernetzung als auch nach außen, weil wir uns eben gegenseitig auch unterstützen und einfach voneinander lernen wollen. Sei es zwischen den Messen oder zwischen den öffentlichen Unternehmen. Da herrscht immer ein sehr, sehr guter Austausch, weil wir ja alle am Ende zum Beispiel klimaneutral werden möchten. Jeder hat da seinen eigenen Weg, aber wir haben da eine sehr offene Lernkultur, sage ich mal. Und das ist eben cool, so miteinander sprechen zu können, voneinander lernen zu können. Und auch für mich selber mich immer weiterentwickeln und weiter lernen zu können, weil es eben ständig was Neues ist und auch nicht so schnell aufhört. Also man braucht da einen langen Atem und man kriegt nicht alles in der Woche fertig. Es ist wirklich halt diese langfristige Perspektive, die man einnehmen muss. Aber das macht eben auch Spaß, man muss sich dem bewusst machen, damit das einen nicht überwältigt. Aber es macht trotzdem Spaß, das wirklich langfristig zu planen und in diese vielseitigen Bereiche einzubringen.
Stimmt, das ist wahrscheinlich ein ganz anderes Arbeiten als bei uns zum Beispiel, weil wenn der Podcast rauskommt, sozusagen, dann geht das Nächste los. Und dann weiß ich, was ich getan habe oder wofür ich gearbeitet habe. Da hast du natürlich viel längere Fristen und Zeiten und Zeitabläufe, bis ein Projekt oder eine Strategie irgendwie greift. Ja, das stimmt.
Gibt es irgendwas, wo du sagst, das ist total wichtig in dem Zusammenhang bei meiner Arbeit, das Leute vielleicht oft nicht verstehen oder so, wenn draußen zugehört wird über Nachhaltigkeitsmanagement? Gibt es irgendwas, wo du sagst, das gehört da unbedingt mit rein und das würde ich gerne noch erzählen? Ja, also es ist tatsächlich häufig nicht so klar, wenn man mit jemandem spricht und sagt, ich bin Nachhaltigkeitsmanagerin, was machst du denn da überhaupt? Weil diese Vielseitigkeit dahinter gar nicht so klar wird. Dass ich eben nicht nur ein Reportingmanager oder so bin oder nicht nur Daten zusammenfische oder nicht nur da mit erhobenen Fingern stehen. Also das heißt nicht nur, eigentlich wollen wir das gar nicht. Wir wollen ja nicht die Leute erziehen oder so. Wir wollen nicht mit erhobenen Fingern da stehen und sagen, ihr dürft jetzt irgendwas nicht mehr. Sondern wir wollen ja lösungsorientiert sein. Wir wollen wirklich einen Mehrwert schaffen und den auch klar machen für die ganzen Bereiche und für unsere Unternehmenstätigkeit. Und ich glaube, es war vielen nicht klar von Anfang an, dass es so ein strategisches Thema sein kann.
Man geht ja im Job immer einfach sozusagen die nächsten Schritte und macht weiter. Gibt es irgendwas, wo du sagst, darauf freue ich mich sozusagen in meinem Job als Nachhaltigkeitsmanagerin? Das habe ich vor und das sind so die Ziele, auf die ich hinarbeite. Ich freue mich natürlich, wenn diese strategische Arbeit dann auch in der Praxis Früchte trägt. Also wenn wir sehen, immer mehr Leute schaffen, das mitzudenken oder bringen eben noch weitere Ideen ein. Oder wir sehen einen positiven Beitrag auf einer Veranstaltung oder eine Reduktion von negativen Auswirkungen, das einfach auch einen Impact dann haben kann auf das Unternehmen. Also es ist so mein Wirkungskreis, sage ich mal, um einen Beitrag zu leisten. Und wenn ich so ein bisschen da der Anstupser mit sein kann oder das mit koordinieren kann, dann freue ich mich darüber natürlich mega. Also ich freue mich über jedes Gramm CO2 oder jeden Müllsack oder jede Person, der es irgendwie besser geht oder die sich willkommener fühlt, wohl wissend, dass das nicht alles auf mich zurückzuführen ist, aber eben aus der Zusammenarbeit, die rund um das Thema entstehen kann.
Das sagt Hanna Kindler, Nachhaltigkeitsmanagerin bei der Hamburg Messe und Kongress GmbH. Ich danke dir ganz herzlich für das interessante Gespräch und für die Einblicke in deine Arbeit. Danke, sehr gerne. Das war der Klimapodcast von detektor.fm für diese Woche. Die Redaktion für diese Folge hatte ich, Ina Lebedjew. Redaktionelle Mitarbeit: Zoe Neidhardt. Und die Audioproduktion hatte Wiebke Stark. Vielen Dank auch dafür und ich hoffe, wir hören uns nächste Woche wieder. Wenn ihr mögt, macht’s gut. Bis dahin, tschüss! Mission Energiewende. Der detektor.fm Podcast zum Klimawandel und neuen Energielösungen in Kooperation mit Lichtblick, Deutschlands größtem reinen Ökostromanbieter mit Solarlösungen, intelligenter E-Mobilität und 100 % Ökostrom.