Verbraucherpreisindex und Lebensmittelpreise
Schaut man auf den aktuellen Verbraucherpreisindex für Deutschland, dann sind die Preise für Eier, Kaffee, Rinderhack und Kalbfleisch in den vergangenen Wochen besonders stark gestiegen. Und auf längere Sicht sind die Preise für Lebensmittel seit 2020 um ein Drittel angestiegen. Wie das Brand1 Magazin berichtet, hat ein Wocheneinkauf vor der Pandemie noch rund 100 Euro gekostet. Heute sind es mehr als 135 Euro für die gleichen Kalorien.
Wie können wir also in Zeiten multipler Krisen gut essen und trotzdem über die Runden kommen? Das ist das Thema dieser Folge. Ihr hört den Klima Podcast von detektor.fm, und ich bin eure Host Ina Lebedjew. Hi!
Mission Energiewende
Mission Energiewende – Der detektor.fm Podcast zum Klimawandel und neuen Energielösungen in Kooperation mit Lichtblick, Deutschlands größtem reinen Ökostromanbieter mit Solarlösungen, intelligenter E-Mobilität und 100 % Ökostrom.
Annette Zaberski ist Ernährungswissenschaftlerin, Foodtesterin und Journalistin. Seit mehr als 30 Jahren befasst sie sich mit nachhaltiger Ernährung und schreibt Bücher über die Lügen der Lebensmittelindustrie, versteckte Dickmacher in Lebensmitteln, über den Zusammenhang von Ernährung, Klima und dem eigenen Portemonnaie. Ihr aktuelles Buch heißt „Günstig gut einkaufen – preiswert, gesund und nachhaltig essen“. Annette Zaberski, willkommen im Klima Podcast! Hallo! Guten Tag!
Teuerung der Lebensmittel
Ich habe eben schon die Statistiken zum Thema zitiert. Essen in Deutschland ist auf jeden Fall teurer geworden in den vergangenen Jahren. Gibt es ein Geheimnis, und wenn ja, worin besteht es, gut zu essen in Krisenzeiten? Es ist eigentlich gar nicht so schwer. Man denkt, ja, man müsste jetzt auf jeden Fall in den Discounter rennen und da die günstigen Lebensmittel kaufen. Aber eigentlich ist es am einfachsten und günstigsten und gesündesten, wenn man einfach mit Basic-Lebensmitteln sich versorgt.
Das heißt, Gemüse, Obst, Nüsse, Hülsenfrüchte – ganz einfache Dinge kauft und damit kocht und eben keine Fertigprodukte verwendet. Denn die sind im Verhältnis eben sehr stark im Preis gestiegen, anders als die Grundnahrungsmittel.
Fleisch und tierische Produkte
Ich höre jetzt erstmal in der Aufzählung kein Joghurt, kein Fleisch, kein Fisch. Wie sieht das aus? Fleisch, und habe ich ja gerade gesagt, Rindfleisch zum Beispiel ist teurer geworden. Ich glaube, der Trend geht gerade auch wieder zu mehr Hähnchenfleisch und dass die Deutschen überhaupt mehr Fleisch essen. Aber das gehört eher nicht zu einer günstigen und gesunden Ernährungsweise, richtig? Ja, das würde ich sagen.
Also es geht nicht darum, jetzt eine vegane Ernährung zu propagieren, sondern einfach so das Gewicht ein wenig zu verschieben. Also die Grundlage sind eben pflanzliche Lebensmittel, die ich eben schon aufgezählt habe. Und dazu kann man natürlich in kleinen feinen Mengen Milchprodukte essen und auch mal Fleisch oder Fisch.
Aber wenn man sich so einen Teller vorstellt, sollte eben drei Viertel des Tellers gefüllt sein mit pflanzlichen Lebensmitteln und der Rest ab und zu mit den Lebensmitteln von Tieren. Das ist eben einfach nur eine Verschiebung, denn die tierischen Lebensmittel sind im Verhältnis auch sehr stark im Preis gestiegen.
Preissteigerungen und Futterproduktion
Das kann man sich ja vorstellen, weil einfach man um ein Schwein zu mästen oder ein Rind eben dieses Futter erst erzeugen muss und dann isst das Tier dieses Futter. Und dann hat man am Ende Fleisch, und da ist die Energiegebärdens auch gar nicht so günstig. Also man braucht sehr viel Futter, um ein Kilo Fleisch zu erzeugen. Wenn ich dieses Getreide direkt esse, dann habe ich weniger Aufwand, und das ist eben günstiger unterm Strich.
Routinen ändern
Jetzt weiß man ja, dass sozusagen die eigenen Routinen zu ändern eines der schwersten Dinge im Leben ist, die man machen kann. Also theoretisch wissen wir wahrscheinlich fast alle oder viele von uns, wie es richtig wäre, aber so im Alltag, keine Ahnung, mit Kind, Kegel, Hund, Katze, Maus, da ist das gar nicht so leicht umzusetzen. Wie kann ich denn so einen Schalter umlegen oder einen Einstieg finden, wenn ich was ändern muss aus finanziellen Gründen oder möchte?
Das muss man wirklich so machen, dass man nicht sagt: „Ich mache jetzt alles anders.“ Das klappt nämlich nicht. Dann ist man nach einer Woche oder zwei Wochen wieder da, wo man vorher war. Also ich empfehle immer, dass man einfach langsam einsteigt.
Langsame Veränderungen
Zum Beispiel, dass man sagt, man macht einen vegetarischen Tag pro Woche. Also einen Tag, wo es vor allen Dingen pflanzliche Lebensmittel gibt, aber vielleicht auch ein bisschen Käse oder Joghurt. Oder man sagt, man macht zwei Mahlzeiten am Tag. Das kann man wirklich gucken, wie man es am besten selber für sich hinkriegt.
Ich bin auch jemand, ich brauche immer unheimlich lange, bis ich etwas verändert habe. Wenn ich etwas schnell mache, also heute kein Zucker mehr oder so, dann ist es natürlich nach zwei Wochen, dann hat man so ein Gelüst darauf und Lust darauf, dass man es doch wieder zu sich nimmt. Und es wirklich Schritt für Schritt zu machen, ist eine gute Sache.
Familie einbeziehen
Und wenn man Familie hat, natürlich die versucht einzubeziehen. Ist ja klar, man ist ja nicht alleine, man ist ja in einem Umfeld. Und da würde ich auch gar nicht sagen: „Jetzt gibt es ab sofort nur noch vegetarisch“, sondern ich würde es einfach machen und dass es gut schmeckt und gar nicht groß drüber reden.
Ich habe mal eine Geschichte gehört von Freunden, die irgendwie, glaube ich, ein Hochzeitsbuffet oder einen runden Geburtstag gefeiert haben und einfach heimlich alles vegetarisch gemacht haben und hinterher gesagt haben: „So, und war doch gar nicht so schlimm.“ So fand ich eigentlich ganz schön.
Fertiggerichte austauschen
Sie haben gerade erwähnt, Fertiggerichte schlagen sehr ins Kontor, was die Kosten angeht. Wie kann ich die denn austauschen? Was bedeutet denn sozusagen das zu ändern und was mehr selbst zu machen? Also Fertiggerichte, zum Beispiel im Sinne der Klassiker, ist ja so eine fertige Pizza beispielsweise.
Also wenn die nicht gerade im Angebot ist, dann ist sie eigentlich recht teuer. Wenn man jetzt für vier oder sechs Personen denkt, erst mal schnell bei 25 Euro oder mehr. Und wenn ich die jetzt selber mache, also den Teig einfach aus Mehl, Hefe und Wasser selber herstelle und die belege, dann bin ich wahrscheinlich bei 12 Euro, vermute ich mal.
Verbraucherzentrale und Kostenersparnis
Es gibt ganz schöne Untersuchungen der Verbraucherzentrale in Hamburg. Die haben einfach verschiedene Fertiggerichte gegenübergestellt dem selber machen. Und da haben die festgestellt, dass es mindestens ein Drittel bis zur Hälfte günstiger ist, eben das selbst zu machen.
Und wenn man sagt: „Oh, ich kann keinen Pizzateig machen, ich mache das nicht, will das nicht.“ Es gibt auch tatsächlich fertige Pizzateige zu kaufen. Das wäre dann so der Kompromiss. Dann ist der Pizzateig fertig, aber man belegt das, weiß ich, mit Tomaten und Käse und Mais. Und dann ist es auch schon deutlich günstiger.
Zeit für das Kochen
Wenn ich jetzt selbst koche, einkoche, lerne zu fermentieren, dann muss ich mir dafür natürlich auch Zeit nehmen. Das ist einerseits klingt es erst mal ein bisschen anstrengender, als loszugehen und das einfach einzukaufen und da zu haben. Aber es ist ja eigentlich auch nicht unbedingt eine schlechte Nachricht, dass wir uns mehr Zeit nehmen für das, was wir essen.
Auf jeden Fall! Also das Fermentieren ist zum Beispiel etwas, was ganz schnell geht. Da ist die Herstellung, also man muss ja Gemüse raspeln und das in eine Salzlake einlegen. Das dauert dann vielleicht eine Viertelstunde. Aber das Fermentieren macht das eigentlich das Gemüse alleine.
Einkochen und Einfrieren
Das steht dann irgendwo ein, zwei Wochen und fermentiert vor sich hin. Einkochen ja, ist dann vielleicht schon mal etwas aufwendiger. Aber man hat dann eben, wenn man zum Beispiel Tomaten einkocht, weil man da irgendwie ein Sonderangebot hat oder größere Mengen zur Verfügung hat, eben im Winter dann die fertige Tomatensauce dort im Vorrat und muss dann überhaupt nichts mehr machen.
Macht das Ding auf das Glas und fertig. Also es ist immer vielleicht mal in einem Moment etwas mehr zu tun, aber am nächsten, wo man es dann isst oder genießt, dann geht es ganz schnell. Aber es ist natürlich auch, man muss es auch wollen.
Vorratsschrank und Tiefkühltruhe
Also wenn man jemandem sagt: „Das ist überhaupt nicht mein Ding und kochen“, dann kann man es auch bleiben lassen. Man muss nicht einkochen. Es ist zwar eine schöne Sache, aber was eben auch ganz schnell geht, ist zum Beispiel das Einfrieren. Wenn man zum Beispiel jetzt ein Gemüse hat, was Saison hat und günstig angeboten wird, dann kann man das kurz blanchieren und einfrieren in einem Gefrierbeutel oder in einer Dose.
Das wollte ich sowieso fragen. Das hört ja nicht beim Einkaufen auf, wenn wir was ändern an unseren Gewohnheiten, sondern Vorratsschrank und Tiefkühltruhe sind ein Riesenthema, oder? Auf jeden Fall, ja!
Gut gefüllter Vorrat
Also ein gut gefüllter Vorrat ist sehr hilfreich. Zum einen, weil man dann auch spontan eben kochen kann und nicht los muss. Denn das ist eigentlich immer die schlechteste Lösung, dann hungrig einkaufen zu gehen. Mir fehlt irgendwas, und ich gehe los.
Und es gibt auch ganz schöne Studien. Da haben sie festgestellt, dass eben wer hungrig einkaufen geht, auf jeden Fall ein Drittel mehr Geld ausgibt, als wenn man eben gesättigt einkaufen geht. Und so ein Vorrat ist eben auch beruhigend. Irgendwie finde ich, man muss bei schlechtem Wetter nicht rausgehen, man hat alles da.
Empfehlungen für den Vorrat
Vorrat heißt ja der Vorratsschrank, zum einen der ganz klassische, also wo dann zum Beispiel Nudeln stehen oder Reis oder auch Tomatenprodukte. Und das ist aber eben auch der Tiefkühlschrank. Also das ist natürlich mit Energieverbrauch verbunden, aber trotzdem denke ich, ist es hilfreich und legitim, wenn man da eben frisches Gemüse eingefroren hat, die im Sommer geerntet wurden und die man sich dann eben im Herbst oder Winter verkocht und genießt.
Haben Sie da besondere Empfehlungen, was in so einen Vorratsschrank grob so reingehört? Oder was ich mir mal angucken könnte? Ja, es sind eben alle wenig verderblichen Lebensmitteln. Also zum Beispiel Nudeln, Reis, Hülsenfrüchte. Das können auch zum Beispiel Kichererbsen im Glas sein oder Erbsen im Glas.
Es muss nicht immer getrocknet sein, dass man es dann einweichen muss. Das dauert dann ja auch länger. Also in dem Sinne Konserven in Anführungsstrichen. Die haben ja schlechten Ruf, aber wenn man sich da so Basic-Produkte reinstellt in den Schrank, also wie auch Tomatensoße beispielsweise, Tomatenpaste, dann ist das echt eine tolle Sache.
Lagerung von Obst und Gemüse
Also alles, was nicht leicht verdirbt, kann man sich in den Vorratsschrank tun. Man kann auch Äpfel zum Beispiel, wenn man einen Keller hat, ist auch ein Vorrat. Äpfel und Birnen im Keller, Kartoffeln, Karotten. Wenn man einen kühlen Keller hat oder einen Balkon, wo man das lagern kann, das ist auch ein Vorrat.
Bio-Lebensmittel und Pestizide
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Jetzt heißt es ja, dass Bio-Lebensmittel weniger mit Pestiziden belastet sind. Ich habe vor kurzem einen Food-Influencer gesehen, der sagte, Tomaten sind getestet worden und sehr belastet. Bei Bio-Tomaten ist das nicht so. Inwiefern sind denn Bio-Lebensmittel gesünder oder besser? Und was mache ich, weil die Sachen ja dann doch teurer sind im Preis?
Untersuchungen zu Bio-Lebensmitteln
Also zum Thema gesünder: Ja, es gibt wirklich sehr, sehr viele Untersuchungen. Auch zum Beispiel von Ökotest, Unterstützung Warentest. Ich habe ja auch einen Testblock, also wir haben auch sehr viel getestet. Da hat sich immer herausgestellt, dass die pflanzlichen, also Gemüse- und Obstsorten und überhaupt Bio-Lebensmittel deutlich weniger belastet sind mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln.
Das ist das eine. Dann gibt es auch eine staatliche Untersuchung, Ökomonitoring heißt es. Da werden immer Riesenmengen, ich glaube 800 Lebensmittel, getestet jedes Jahr. Und da zeigt sich auch immer, dass die deutlich weniger belastet sind.
Preissteigerungen bei Bio-Lebensmitteln
Also das zu der Frage: Ist Bio wirklich besser? Weil die Frage immer wieder gestellt wird. Das ist auf jeden Fall eine Tatsache. Und jetzt, also da kann man ja keine Abrede stellen, dass Bio-Lebensmittel auf jeden Fall mehr kosten. Oder? Ja, also belehren Sie mich gerne eines Besseren, wenn ich das falsch habe. Jein, ich würde mal sagen: Jein.
Also erstmal ist ja immer das Vorurteil. Das war übrigens auch ein Grund, dieses Buch zu schreiben. Bio ist natürlich teurer, und das kann man sich jetzt auch gar nicht mehr leisten. Also um es klar zu sagen: Seit 2020, wo die Preise so hoch gegangen sind, da sind die Bio-Lebensmittel deutlich weniger am Preis gestiegen als die konventionellen, zum einen.
Preissteigerungen im Bioladen
Also alles, was ich im Bioladen kaufe, ist deutlich weniger am Preis gestiegen. Dazu gibt es Untersuchungen, als das, was ich im Supermarkt kaufe und vor allen Dingen im Discounter, wo man immer meint: „Oh, das ist alles so günstig.“ Da waren die Preiszuschläge deutlich höher.
Also es hatte Foodwatch damals untersucht, das ist nicht von mir. Und diese Bio-Berechnung hatte der Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft gemacht. Die hatten einfach Grundnahrungsmittel genommen und geguckt, wie ist denn die Preissteigerung. Und das hat mich auch selber überrascht.
Planetary Health Diet
Ich kaufe immer in so einem Bioladen, in so einem kleinen, wo man denkt: „Oh, das ist sicher teuer.“ Und der ist in fast allen Produkten günstiger als sogar der Supermarkt, weil die weniger Handelsspanne einrechnen. Ah ja, spannend! Okay, das hätte ich jetzt nicht geahnt, aber es ist auf jeden Fall gut, da einmal korrigiert worden zu sein.
Jetzt hatte ich gelesen, es gibt ja so ein Stichwort „planetenfreundliche Ernährung“. Also wir sind ja ein Klimapodcast, deswegen müssen wir über Klimaschutz auf jeden Fall auch sprechen. Beziehungsweise auf Englisch ist es dann „Planetary Health Diet“. Wie passt das zusammen mit einfacher, besser essen?
Verbindung zwischen Ernährung und Klimaschutz
Das passt super zusammen. Das ist eigentlich das, was wir Eingang schon gesagt haben. Also Planetary Health Diet empfiehlt ja, mindestens drei Viertel der Lebensmittel sollten pflanzlich sein. Und die sind ja auch wiederum günstiger, wie ich vorhin schon gesagt habe, als tierische Lebensmittel.
Also da schließt sich der Kreis. Und Planetary Health Diet sagt ja nicht: „Du musst vegan essen“, aber sie sagen schon: „Bitte schraub deinen Konsum an tierischen Lebensmitteln zurück“, weil eben die Gewinnung deutlich aufwendiger ist. Man muss eben erst dieses Tierfutter erzeugen, um dann die tierischen Lebensmittel herzustellen.
Ressourcen schonen
Also das heißt dann zum Beispiel ein Ei die Woche oder eine kleine Portion Fisch oder auch mal ein Stück Fleisch und auch sehr wenig Käse. Aber das ist eben auch nötig, um einfach die Ressourcen zu schonen, um weltweit alle Menschen satt zu bekommen. Darum geht es ja auch bei Planetary Health Diet, dass nicht nur in Deutschland alle satt werden.
Da sind die meisten gesättigt, sondern die Rohstoffe oder die Lebensmittel, die dort angebaut werden, hier im Tierfutterdruck landen, sondern dass es den Menschen zur Verfügung gestellt wird in den Ländern.
Deutsche Gesellschaft für Ernährung
Ich habe sogar gelesen, in Deutschland deckt sich das auch mit der Auffassung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Die schreiben, was und wie viel Menschen essen und trinken, steht in direktem Zusammenhang mit den nachhaltigen Entwicklungszielen, also den 17 Nachhaltigkeitszielen der UN.
Also tue ich sozusagen mir selbst was Gutes für mein Geldbeutel, für mein privates Leben und meine Gesundheit, als auch anderen Menschen am anderen Ende der Welt, die ich nicht kenne. Das ist ja das Coole, dass es hier zusammengeht.
Gesunde Ernährung und Nachhaltigkeit
Normalerweise muss man ja immer erstmal schlucken und denkt: „Oh, jetzt irgendwas für die Umwelt tun, da muss ich mich irgendwie einschränken oder so.“ Aber das ist eben gar nicht der Fall. Und die DGE, also die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, hat auch diese Planetary Health Diet getestet und haben auch gesagt: „Das ist eine gute Sache.“
Die haben ja ähnliche Empfehlungen, die gar nicht weit auseinander liegen. Genau, also dieses gesündere Essen geht auf jeden Fall auch mit den Nachhaltigkeitszielen zusammen.
Gutes Essen und Lebensmittelrettung
Ich habe auf Ihrem Buch entdeckt, dass Sie gutes Essen lieben. Das stand irgendwo über Sie. Das ist ja auch vielleicht wichtig, wenn man sich so viel mit Essen auseinandersetzt und Ernährung. Gibt es denn irgendwas, was Sie in den vergangenen Jahren gelernt haben, wo Sie sagen: „Das ist total spannend und wichtig, und das würde ich Menschen mitgeben, dass sie das auch in ihren Alltag integrieren können?“
Genau, gutes Essen, erstmal ist es wichtig, weil wenn man so viel – ich war ja früher auch bei Öko-Test und dann hat man aber die ganzen Testergebnisse und denkt: „Oh Hilfe, ich kann nichts mehr essen.“ Also es ist ganz wichtig, sich auch in dieser Zeit gut zu versorgen, gut zu kochen.
Lebensmittelrettung
Und für mich war ein Aha-Erlebnis, das habe ich auch im Buch geschrieben, das Retten von Lebensmitteln. Es wird ja wahnsinnig viel produziert und weggeschmissen, und die Bäckereien und Supermärkte gehen ja dazu über, die Möglichkeit zu schaffen, dass man eben dort Lebensmittel rettet, also eine Tüte erhält.
Das kann sein, dass sie eigene Konzepte haben oder eben „Too Good To Go“. Das ist so eine App. Darüber kann man das nutzen. Das habe ich dann wirklich sehr intensiv gemacht beim Bäcker und auch im Bio-Supermarkt bei Alnatura und bei anderen habe ich da angefangen, Lebensmittel zu retten.
Überraschungen beim Einkaufen
Und das ist wirklich ein Aha-Erlebnis, weil man sehr viel bekommt, sage ich mal, für vier Euro eine ganze Tüte Brot und Brötchen oder zwei gute Vollkornbrote oder eine Tüte Gemüse und Obst. Und das reicht dann erst mal, und damit kann man dann ja auch wieder kochen und genießen.
Ich habe das auch im Discounter gesehen, dass es inzwischen solche Angebote gibt, also dass die gucken, was ist quasi gerade vielleicht schon angeschlagen oder ein bisschen angedetscht, und dann kann man sich für günstiges Geld auch dort eindecken.
Flexibilität beim Kochen
Und was ich daran auch spannend finde, ist der Aspekt, dass man ja manchmal auch Sachen bekommt, die man sich gar nicht gekauft hätte. Also dass man gezwungen ist, auch ein bisschen flexibel zu sein, was auszuprobieren.
Also ich werde immer gefragt: „Was ist denn da drin?“ Da habe ich gesagt: „Das weiß ich nicht, das ist eine Überraschung.“ Das ist so wie so ein Adventskalender, aber ich finde das eigentlich auch ganz spannend.
Rettertüten im Supermarkt
Ich habe dann irgendwie manchmal ganz viele Zitrusfrüchte. Ich mag die gar nicht so gerne, aber dann überlege ich halt: „Was kann man damit machen? Vielleicht eine Orangensauce mal oder so.“ Das stimmt auch, was gerade gesagt wurde. Also auch die Supermärkte haben so Rettertüten, also auch die Discounter.
Die stehen dann entweder beim Obst, Gemüse oder beim Brot. Und dann kann man manchmal sogar reinlinsen, das ist der Vorteil zur App, was drin ist. Also man darf es nicht aufreißen, aber gucken.
Rezeptideen
Und ich hatte dann zum Beispiel auch mal ein Kilo Spargel, glaube ich, in der schönsten Spargelzeit. Ich dachte, die hätte ich mir nicht gekauft, sonst. Und hatte ich ein Kilo grünen Spargel und habe dann damit eben gekocht.
Gibt es noch ein Rezept, mit dem Sie uns den Mund wässrig machen können, wo Sie sagen: „Das liebe ich sehr?“ Also ich bin immer dafür, dass es schnell gehen muss. Ich habe ja auch Familie und einen Beruf und Landwirtschaft, und ich finde, es muss schnell gehen.
Schnelles Backgemüse
Und ich finde so ganz banal eigentlich Backgemüse und Backkartoffeln ganz toll. Also man nimmt ein Backblech und schnippelt darauf verschiedene Gemüsesorten, Kartoffeln, dass es wirklich schön randvoll ist, und übergießt das mit Olivenöl und würzt das mit Kräutern und Salz und Pfeffer.
Und wendet das so ein bisschen, und dann geht es in den Ofen. Und nach 35 Minuten etwa hat man ein tolles, leckeres Mittagessen oder Abendessen.
Abschluss
Das sagt Annette Zaberski. Sie ist Ernährungswissenschaftlerin, Foodtesterin und Journalistin und beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit nachhaltiger Ernährung. Ganz vielen Dank für die Einblicke und das Gespräch. Vielen Dank für die Einladung!
Und das war es für diese Woche mit dem Klima Podcast von detektor.fm. Wenn euch gefällt, was wir hier machen, dann lasst uns doch ein Abo da. Teilt den Podcast mit Menschen, die sich für Klimathemen interessieren könnten.
Die Redaktion für diese Episode hatte ich, Ina Lebedjew. Produziert hat die Folge Paula Bültemann. Habt vielen Dank für eure Aufmerksamkeit und bis nächste Woche hoffentlich. Macht’s gut! Tschüss!
Mission Energiewende
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