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Bild: Mike A. Martin | Shutterstock.com

Spektrum-Podcast | Mini-Atomkraftwerke

Kommt die Kernenergie mit Mini-Kraftwerken zurück?

Small Modular Reactors gelten als Hoffnungsträger der Atomenergie. Die Mini-AKWs sollen schnell gebaut und günstig sein, erste Projekte entstehen bereits. Fachleute sehen die versprochenen Vorteile jedoch kritisch.

Kleine Atomkraftwerke, sogenannte Small Modular Reactors (SMRs), gelten als eine der großen Hoffnungen der Kernenergiebranche. Denn anders als herkömmliche Kernkraftwerke sollen die kleinen Reaktoren weitgehend standardisiert in Fabriken gefertigt und anschließend an ihren Einsatzort transportiert werden. Befürworter versprechen sich davon kürzere Bauzeiten und geringere Kosten.

Erste Beispiele solcher Anlagen gibt es bereits in Kanada, China und Russland. In Nordamerika und auch einigen Ländern Europas erlebt die Kernenergie derzeit eine Renaissance, auch weil viele Staaten klimaneutrale Energiesysteme anstreben. Die EU hat 2026 eine Strategie für die Entwicklung und Einführung von SMRs vorgestellt.

Besonders Großbritannien setzt große Hoffnungen in die Technologie. Auf der walisischen Insel Anglesey sollen die ersten SMRs Europas entstehen. Rolls-Royce plant dort mehrere Reaktoren, die nicht nur Strom liefern, sondern langfristig auch als Exportmodell dienen sollen. Genutzt werden soll dafür das ehemalige Atomkraftwerk Wylfa, das seit einigen Jahren außer Betrieb ist.

Sind Mini-Atomkraftwerke sicherer?

Allerdings ist die Technologie umstritten. Offene Fragen bestehen weiterhin bei Wirtschaftlichkeit, Genehmigung, Sicherheit und Endlagerung. Zwar könnten SMRs durch vereinfachte Systeme teilweise sicherer sein, sie erzeugen jedoch weiterhin radioaktive Abfälle.

Expertinnen und Experten sind daher gespalten. Während Befürworter SMRs als wichtigen Baustein einer klimafreundlichen und zuverlässigen Energieversorgung sehen, bezweifeln Kritiker, dass die Technologie jemals kostengünstiger sein wird als erneuerbare Energien und moderne Speicherlösungen. Ob die Mini-Atomkraftwerke tatsächlich zum Durchbruch der Kernenergie beitragen, dürfte sich erst in den kommenden Jahren zeigen.

Viele Staaten — auch in Europa — haben an der Technologie Interesse.

Thomas Siebel

Thomas SiebelFoto: Spektrum der Wissenschaft

Thomas Siebel ist Ingenieur und Redakteur bei Spektrum der Wissenschaft. Er erklärt im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Marc Zimmer, wie die Mini-AKWs funktionieren und welche Kritik es an der Technologie gibt.

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