Einstieg
Dann habe ich so geschaut, was es so gibt und wie ich diese Lücke füllen könnte. Ich bin drauf gekommen, dass es das, was ich möchte, was ich brauche, dass es das so nicht gibt. Da ich mich schon lange Zeit mit diesem ganzen Thema Rahmenbau beschäftige und schon ganz viele Menschen interviewt habe, die Fahrräder bauen, also als Einzelstücke, habe ich gedacht: Gerolf Meyer, jetzt ist es wirklich mal Zeit, dass du das auch mal selber am eigenen Leib ausprobierst, wie das ist, sich einen Rahmen bauen zu lassen.
Es war dunkel, es hat geregnet, es hat gehagelt, es hat geschneit. Irgendwas funktioniert einfach super gut, und ich hätte es mit keinem anderen Rad, das ich habe, machen wollen. Und eigentlich auch so: mir fehlt nichts. Hier ist der Antritt, der Fahrradpodcast auf detektor.fm mit einer weiteren Ausgabe. Mein Name ist Gerolf Meyer und ich bin Christian Bollert. Schön, dass wir uns mal wieder sehen, auch im wahrsten Sinne des Wortes.
Gesprächsauftakt
Ja, da sagst du was, Christian. Wir sehen uns zum ersten Mal in diesem Podcast, oder? Das ist, glaube ich, in dieser Form richtig, ja. Wie geht es dir? Ganz gut, ganz gut. Es waren mal wieder wilde Wochen. Die letzten Wochen waren wieder sehr interessant und aufregend, aber ich freue mich, mal wieder hier im Fahrradpodcast zu sein. Das ist für mich ja auch immer so ein bisschen Homecoming.
Ja, ja, aber so interessante und wilde Wochen, das brauche ich jetzt ein bisschen spezifischer. Was ist los bei dir? Wir haben ja auch im Podcast hier schon mal erwähnt, dass wir diesen Newsletter und Podcast für Sachsen-Anhalt starten. Mittlerweile gibt es einen Namen, mittlerweile sind wir am Start. Es gibt schon die ersten Episoden. Tausende Leute haben dankenswerterweise auch schon den Podcast abonniert, Hunderte den Newsletter. Also wir sind damit gestartet in den letzten Wochen, und das hat natürlich bei mir nochmal ganz schön was ausgelöst.
Also gerade so Ende März, Anfang April hatte ich damit sehr, sehr viel zu tun. Und dann war ich auch noch unterwegs im Namen der dezentralen sozialen Netzwerke, also Mastodon, Fediverse und Co., und habe da versucht, Knöpfe zu drücken im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, wo man vielleicht in den nächsten Monaten auch nochmal was hier und da hören könnte, dass da was entsteht. Also deswegen hatte ich gerade so ein bisschen zwei Sachen, die ich gleichzeitig jongliert habe.
Neues Projekt
So, was machst du? Also Knöpfe drücken beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Wenn du sagst, es gibt den Namen schon, kannst du den eigentlich auch verraten? Dazwischen heißt der Newsletter und auch Podcast für Sachsen-Anhalt. Jede Woche Donnerstag Nachmittag kommt eine neue Episode oder eben eine neue Ausgabe, also vom Newsletter oder eine Episode vom Podcast.
Und ich bin sehr, sehr froh, das Team ist jetzt endlich auch vollzählig, da auch hier im Büro. Und das ist schön, zu sehen, dass es sich jetzt so materialisiert, wie man so schön sagt. Wir haben ja lange daran gearbeitet, eigentlich seit Monaten, und ich habe es ja hier und da auch schon mal über Antritt erzählt. Aber es ist cool, dass es jetzt endlich losgeht.
Premiere im Podcast
Wie geht es denn dir? Mir geht es gut, sehr gut. Bist du ein bisschen aufgeregt, weil wir heute ja hier auch eine kleine Premiere feiern? Ne, ich frage mich, ob ich genügend gegessen habe. Das fragst du dich ja immer. Ja, vielleicht, weil wir immer auch so ein Essensthema haben. Ne, ein bisschen aufgeregt. Es ist ein bisschen ungewohnt, die Situation.
Wir können es auch gleich mal auflösen, oder? Also wir haben hier diverse Scheinwerfer auf uns gerichtet und Kameras. Und ansonsten, also normalerweise schätze ich das ja, dass man im Podcast, man kann da, wenn man will, auch im Schlafanzug moderieren oder so. Das geht auch, das ist jetzt natürlich hier nicht der Fall. Hier stehen Kameras, aber das können wir ja noch erklären, warum das so ist.
Ich finde, wir können auch gleich dazu sagen, man kann sich das auch einfach anhören, was wir hier machen. Das ist überhaupt kein Problem. Also das ist quasi ein Podcast mit Optionen. Absolut. Aber wenn du mich fragst, wie es mir geht, mir geht es gut. Ich komme sogar aufs Fahrrad. Und es steht ein Fahrrad im Raum, und es sitzt auch Jens Klötzer hier noch. Hallo Jens, ich kann schon mal dich begrüßen. Hallo. Na Mann Jens, wie geht es dir? Gut. Auch für mich ist es ungewohnt. Ein bisschen wie Fernsehen. Ein bisschen wie Fernsehen. Und wir sitzen selten. Meistens stehen wir. Das ist auch neu.
Fahrrad im Raum
Steht ein Fahrrad im Raum. Das ist nicht so oft der Fall. Das ist leider auch nicht so oft der Fall. Ja, aber spannend. Wir können ja mal gucken, was das hier bringt und warum wir das alles machen und was das alles zu bedeuten hat. Das kann ja vielleicht Christian erklären. Oder lasst uns doch einfach mal reingehen, wie man so sagt. Machen wir.
In diesem Fahrrad-Podcast gibt es ja verschiedene kleine feine Serien und eine ganz besondere ist das Rad meiner Träume. Und wir sprechen hier mit Menschen über Fahrräder, die sie mal besessen haben, die sie gerade fahren oder die sie sich möglicherweise erträumen. Und nachdem es hier ja auch schon um Rennräder aus Titanen ging oder um anpassbare E-Lastenräder, sprechen wir heute in dieser Episode über ein Fahrrad, das wir schon ein paar Mal kurz erwähnt haben und das auch schon mal erwähnt worden ist, das aber noch nicht Thema der ganzen Episode war.
Gerolfs Traumrad
Und man kann es so viel sagen: Gerolf hat immer mal wieder von seinem Traumrad erzählt, das er im vergangenen Jahr ja gebaut hat, das im vergangenen Jahr 2025, kann man sagen, entstanden ist. Gerolf hat sich ein Fahrrad bauen lassen. So ist es ganz korrekt. Und in dieser Ausgabe geht es um genau dieses Rad. Und ich habe mir dazu Verstärkung ins Studio geholt. Wir haben es schon gehört, Jens ist da, unser Technik-Experte, und Gerolf logischerweise auch.
Und mit den beiden zusammen lassen wir uns einfach mal dieses Fahrrad von Gerolf beschreiben, erklären. Und deswegen ist es definitiv eine besondere Folge. Das kann man schon mal so sagen. Und wir haben es auch schon angedeutet: Diese Folge ist auch besonders, weil es geht nicht nur um das Traumrad aus der Antrittsredaktion, sondern ihr könnt diese Folge hören. Ganz klar, wie jede Podcast-Episode vom Antritt. Aber ihr könnt sie auch sehen, zum Beispiel bei Spotify oder bei YouTube oder auch bei Apple Podcasts. Denn wir zeichnen das alles auf Kameras auf und freuen uns sehr darauf, von euch zu hören, wie ihr das findet. Ist es irgendwie cool, dass man das Fahrrad sehen kann oder nicht?
Gespräch über das Fahrrad
Und deswegen sage ich jetzt an dieser Stelle erstmal Hallo Gerolf nochmal und Hallo Jens. Schön, dass du dieses kleine Experiment mitmachst. Im doppelten Sinne: einmal sich das Fahrrad von Gerolf angucken und dann auch noch mit uns hier im Videopodcast aufzunehmen. Schön, dass ihr da seid. Ich sage es nochmal: Legen wir mal los. Sprechen wir mal über Gerolfs Fahrrad. Na dann. Ich würde jetzt ungern von mir aus drüber sprechen. Fragt mich doch einfach mal was zu dem Fahrrad.
Wie ist es denn überhaupt dazu gekommen? Also wie bist du auf die Idee gekommen, dieses Fahrrad dir bauen zu lassen? Es war eine Lücke in meinem Fuhrpark. Eine große, sehr breite Lücke. Und dann habe ich so geschaut, was es so gibt und wie ich diese Lücke füllen könnte. Und ich bin drauf gekommen, dass es das, was ich möchte, was ich brauche, dass es das so nicht gibt.
Der Bauprozess
Und da ich mich schon lange Zeit mit diesem ganzen Thema Rahmenbau beschäftige und schon ganz viele Menschen interviewt habe, die Fahrräder bauen, also als Einzelstücke, habe ich gedacht: Gerolf Meyer, jetzt ist es wirklich mal Zeit, dass du das auch mal selber am eigenen Leib ausprobierst, wie das ist, sich einen Rahmen bauen zu lassen. Einen eigenen Rahmen habe ich auch schon so ein bisschen gebaut. Also nicht weiter erwähnenswert in dem Sinne, dass das irgendwie besonders toll wäre.
Aber von der Seite von dem Handwerk hatte ich zumindest schon einen kleinen Einblick. Aber diesen Prozess zu durchlaufen, wie das ist, wenn man jemanden beauftragt und sich alles so zusammenstellt, das hatte ich noch nicht gemacht. Also habe ich gedacht: Na gut, dann muss ich diese Lücke bei mir füllen und dann mache ich das jetzt mindestens einmal. Also vielleicht bleibt es ja dabei. Und es ist dann das einzige Rad, was ich mir habe bauen lassen. Genau. Und in diese Lücke ist reingefahren und ich kann schon so viel sagen: Das passt da ziemlich gut.
Die Lücke im Markt
Und war das jetzt ein wichtiges Detail, diese Lücke, die dir irgendwie auf dem Markt gefehlt hat? Oder waren das ganz viele Sachen, wo du gesagt hast, da brauchst du jetzt unbedingt ein komplettes Fahrrad, weil so viel, wie ich ändern will oder wie ich es besonders haben will, kriege ich definitiv nicht gekauft oder den Kompromiss kann ich nicht eingehen? Es ist eine Kombination aus verschiedenen Lücken.
Also ich entdecke oder folge immer mehr so einer Faszination, die ich habe für langes Radfahren, für lange Strecken. Ich entdecke immer mehr, wie toll das ist, nachts unterwegs zu sein, wie toll das ist, auch mal bei leicht absonderlichem Wetter unterwegs zu sein. Also das, wo Leute sagen: Nee, da fährt man normalerweise nicht Fahrrad. Ich bin mit dem Rad erst vor zwei Tagen abends noch zwei Stunden durch den Regen gefahren im Dunkeln und ich fand es super.
Anforderungen an das Fahrrad
Das heißt, ich wollte ein Rad haben, was langstreckenfähig ist und was dafür so ein paar Sachen mitbringt. Also was mich vor der Witterung halbwegs okay schützt, indem es Schutzbleche hat, was eine gute Beleuchtungsanlage hat, was die Möglichkeit hat, Dinge mitzunehmen auf entweder lange Strecken oder auch zum Beispiel so kleine Wochenendfluchten. Ich buche mir irgendwo eine Pension in Tschechien und dann fahre ich da hin und schlafe dort und dann fahre ich wieder zurück und dann habe ich ein super Wochenende gehabt.
Und jetzt kann man natürlich sagen: Ja, wo ist da die Lücke? Solche Räder gibt es ja schon. Das stimmt auch. Aber Jens, du kennst das Thema. Man könnte jetzt sagen, das ist sowas in Richtung Gravelbike oder so gewisse Endurance-Rennräder. Die teilt man dann so ein in diese Kategorie. Und an denen gefällt mir nicht so dass die eine relativ entschärfte Geometrie haben. Also diese Räder sind immer so gebaut, dass sie eher laufruhig sind, dass man nicht so sportlich drauf sitzt. Und die sind eher immer so ein bisschen entschärft, würde ich sagen.
Sportliche Ansprüche
Und ich mag halt das Gegenteil. Also ich liebe Kurven, ich liebe Abfahrten. Das heißt, ich wollte sowas wie, naja, ich sage immer wie so ein Sportwagen mit kleinem Gepäcktransport halt. Also irgendwas, was mir richtig Bock macht, wo ich gerne Berge hochfahre, weil ich danach richtig schön Serpentinen runterfahren kann. Genau, das ist so die Hauptkombination. Und dann gibt es noch so einen kleinen Zusatz und Bonus, wo ich dann gesagt habe: Na gut, wenn ich das jetzt einmal mache, dann kann ich das auch tun.
Ich glaube, über diesen Bonus oder diesen Zusatz müssen wir noch reden, weil ich finde, das ist auf jeden Fall bemerkenswert, wenn nicht vielleicht sogar das Killer-Feature. Aber darüber reden wir noch. Für alle Leute, die jetzt nicht den Videopodcast hören, beschreibt doch mal das Rad. Also man kann es ja im Podcast tatsächlich sehen, wenn ihr uns jetzt diese Folge bei YouTube oder Spotify oder Apple Podcasts anschaut.
Beschreibung des Fahrrads
Aber die allerallermeisten von euch da draußen werden es ja hören. Wie sieht es denn aus? Beschreibt doch mal. Ich finde, das darfst du ruhig dein eigenes Fahrrad beschreiben. Meinst du die Farbe? Ja, zum Beispiel die Farbe. Okay, also mit der Farbe ist es ja so: Die meisten Leute, die diesen Prozess durchlaufen und sagen, ich lass mir jetzt so ein Fahrrad bauen, die kommen irgendwann an den Punkt, und das erzählen auch viele Leute, die Rahmen bauen selber, dass das einer der schwierigsten Punkte ist, wenn die Leute dann vor der Wahl stehen, hier irgendeine Farbgebung, irgendein Design.
Und das kann ewig dauern, und die verzetteln sich da übelst. Und dann sitzt man vor Farbkarten und Fotos und weiß nicht mehr, wo lang. Bei mir war das glücklicherweise nicht so, denn ich finde sehr viele von diesen Menschen, die Fahrräder bauen, super interessant. Hat man vielleicht auch gemerkt, deswegen interview ich die so gern, weil in dieser Person, in diesem Prozess, da kommt so viel zusammen, und die Leute haben meist einen ganz speziellen Antrieb, eine bestimmte Motivation.
Inspiration für die Farbwahl
Die finde ich eigentlich immer alle ziemlich cool, kann mich lange mit denen unterhalten. Aber es gibt so ein paar Leute, da habe ich so einen, wie soll ich sagen, einen Namen gefressen an denen. Also die finde ich richtig gut. Und einer davon ist ein Mensch namens Paul Sadov aus Santa Cruz in Kalifornien, der die grandiose Marke Rock Lobster betreibt. Ist einer der, der überhaupt nicht so einen artifiziellen Rahmenbau macht, sondern der eigentlich sagt: Ich will quasi Tools herstellen, die die Leute, die die Fahrräder fahren, nicht zurückhalten. Das ist mein Anspruch.
So, das soll funktionieren und das soll sie nicht langsamer machen. Er ist jemand mit einem ziemlich hohen Output, also einer der wenigen, der es, glaube ich, schafft, wenn ich mich jetzt nicht täusche, der kriegt Jahre hin, wo er über 100 Rahmen baut als Einzelbetrieb. Das heißt, der nimmt dieses Artifizielle so, nimmt er alles nicht so wahnsinnig ernst. Und er hat so einen Witz, das äußert sich schon in seinem Logo, das äußert sich in dem Namen, und der nimmt sich selbst nicht so ernst. Und das finde ich immer sehr gut bei Leuten.
Farbwahl und Design
Und mir fällt gerade auf, dass ich diese Erklärung sehr ernst nehme und sehr lange. Ja, ja, wir kommen noch zu der Farbe, glaube ich. Ja, die Farbe erklärt sich nämlich daraus, dass ich eigentlich ihn gefragt habe. Also ich hab den schon zweimal dort besucht, war schon zweimal in seine Werkstatt und hab immer gedacht, ich brauch irgendwann so einen Rock Lobster. Ich brauch von Paul ein Rad. Und dem hab ich geschrieben, vor ungefähr zwei Jahren, hab gesagt: Paul, vielleicht erinnerst du dich an mich? Ich hätt gern das und das und wie sieht’s denn aus?
Und an seiner Reaktion, seinen Antworten, hab ich gemerkt, der hat eigentlich keinen Bock drauf. Und das ist zu kompliziert, weil nicht einfach nur irgendwie ein Sportrad, ein Rennrad, wo nicht so viel dran ist, sondern Schutzblech, Gepäck, spezielle Geometrie, spezielle Funktionen. Und der hat ja nicht so wirklich Bock drauf gehabt. Und da hab ich gedacht: Okay, ich verstehe die Zeichen, die du mir sendest. Hab den Rahmen dann hier in Deutschland bauen lassen.
Farbcode und Lackierung
Und dann hab ich Paul aber gefragt: Paul, das hat jetzt nicht geklappt mit uns. Ich nehm dir das auch überhaupt nicht übel. Ich verstehe das eigentlich auch. Es wäre zu kompliziert geworden. Aber du hast so eine tolle Teamfarbe, und zwar nennt er das Seafoam Green. Kann ich diese Farbe haben? Er kombiniert die immer bei seinen Teamrädern, die da auf den Crosswettbewerben fahren, mit so gold eloxierten Teilen. Und ja, dann hat er gesagt: Ja klar, kannst du gerne machen. Hier ist der Farbcode.
Und damit das jetzt nicht eine total platte Kopie ist, guckt mal, ich hab mir hier einen Lobster in Deutschland bauen lassen, und das sieht jetzt genau so aus. Hab ich gedacht, was ist auch noch richtig geil, was find ich schon immer richtig gut, sind Fades. Also so lange Farbverläufe. Und dann hab ich gedacht: Na gut, dann müssen wir das noch machen. So ein bisschen, manche Leute sagen, das ist so ein bisschen oder könnten das vielleicht erkennen. Es gab mal so eine Fat Chance-Lackierung, also USA Ostküste, Fat Chance, auch großes tolles, große Marke gewesen, gibt’s auch wieder von Chris Chance. Genau.
Farbverlauf und Ästhetik
Und so stand die Farbentscheidung eigentlich total schnell. Das war mir von Anfang an klar, wohin verläuft denn die Farbe. Das ist Christian, der jetzt hier hart in den Podcast-Modus geswitcht ist, weil er das Rad natürlich nicht sieht. Also oben Seafoam Green, wie könnte man es übersetzen, also so ein helles Pastellgrün, und es verläuft in so ein leichtes Blau nach unten, also an Gabel und am Rahmen. Und ich wollte auch gar nicht so einen großen Kontrast haben.
Und ich freue mich sehr darüber, wie das geworden ist, weil ich finde, man sieht nicht so wirklich so eine Farbgrenze. Dadurch muss ich da immer wieder hingucken, weil man kann das nicht so definieren. Das ist am Ende nur Zierde, aber mir gefällt’s. Und es hat so eine schöne Leichtigkeit. Da das ja auch ein Rad für schlechtes Wetter ist, hab ich mir gedacht: Fährst du irgendwann im November durch den Regen und Matsch und öh, und es ist dunkel und bla, und dann hast du so ein schönes helles Rad. Das ist auch gut.
Bauteile und Funktionalität
Ja, das ist hier der Antritt, übrigens der Fahrradlackierungspodcast. Ja, wenn du schon die Teile angesprochen hast, also du hast, das darf man glaube ich hier an der Stelle sagen, Chris King-Bauteile benutzt. Die sind auch tatsächlich golden. Die sind so gold eloxiert. Chris King hat jetzt, ich weiß nicht, ob es da Gründe gibt. Chris King hat dann diese Art der gold eloxierten Teile jetzt irgendwann eingestellt, neulich. Vielleicht, weil da so viele andere Leute mit so übertrieben goldenen Kram irgendwie geprotzt haben.
Es gibt jetzt aber, glaube ich, wieder so eine matt eloxierte Serie. Naja, also mir war das klar, wenn diese Rock Lobster Farbe, dann dieses Gold. Aber das ist am Ende auch überhaupt nicht wichtig, ob das daherkommt. Ich finde, es sieht einfach gut aus. So, mir gefällt’s. Das ist ja die Hauptsache, dass es dir gefällt.
Understatement und Design
Ja, ich würde jetzt fragen, ob es dir eigentlich auch gefällt, aber vielleicht lasse ich das. Ich kann auf jeden Fall das Kompliment weitergeben, dass man den Farbverlauf nicht sieht, also dass man nicht den Übergang sieht. Also es ist tatsächlich sehr schön gemacht, dass es so ein fließender Übergang ist. Ja, das ist wirklich spannend. Und ich finde es auch eine schöne Farbe, weil sie nicht so schreit und trotzdem auffällig ist.
Und das Rad protzt aber auch nicht. Die goldenen Teile muss man ja schon ein bisschen suchen, und ansonsten ist da viel Understatement. Nachdem ich das so mit der Farbe gehört habe, glaube ich, dass du dir auch sonst über die Optik viele Gedanken gemacht hast. Naja, eigentlich immer nur als zweites. Also eigentlich geht es mir schon um die Funktion.
Funktionalität vor Ästhetik
Also vielleicht habe ich mir deswegen auch über diese Lackierung gar nicht so viele Gedanken gemacht. Als erstes steht für mich wirklich: Wie funktioniert dieses Rad? Das heißt, wie fährt es und wie ist es noch mit diesem Zusatznutzen, den es hat? Und dann stehe ich aber natürlich auch drauf. Du kennst es selber: Die Räder, die wirklich gut funktionieren, die wirklich gut ausdefiniert sind, die wirklich eine Idee haben, die so ein bisschen vielleicht manchmal auch rausstehen, also die charakteristisch sind, die sehen auch meistens gut aus.
Weil da hat man dann eben allen anderen Zierkram und so, den hat man dann halt vielleicht weggelassen. Deswegen Funktion als erstes. Wenn das dann gut aussieht, gerne. Ja, also ich finde es auf jeden Fall stimmig, so von den Proportionen total. Vielleicht Jens, beschreibst du mal die Proportionen, weil wir sind ja in einem Podcast. Und auch wenn du das Rad jetzt vor dir siehst. Oder? Das stimmt. Warum soll ich das eigentlich alles beschreiben?
Proportionen und Design
Also es ist halt wirklich in erster Linie fällt mir das Wort schlicht ein. Da ist wirklich kaum Zierrad dran. Gerade Rohre, runde Rohre, stumpf zusammengelötet, kein Zier. Naja, also stumpf im Sinne von keinem Muffen dran und so. Auch so mit den Felgen und den Reifen und den Schutzblechen, das passt irgendwie alles super gut zusammen.
Und es sieht wirklich so ein bisschen danach aus, als hätte sich jemand vorher um die Optik Gedanken gemacht und hinterher irgendwie über die Funktionen. Aber du sagst, die Funktionen standen im Vordergrund, und hinterher kommt so ein Rad, das aussieht wie aus einem Guss. Einfach sagst du, kommt dann fast automatisch mit raus. Ja, weil Dinge, die gut funktionieren, meistens auch gut aussehen.
Felgen und Aerodynamik
Also mir fallen zum Beispiel die Felgen auf. Ich weiß auch, dass wir darüber vorher gesprochen haben, wo du lange hin und her überlegt hast, ob es vielleicht höhere Aerofelgen sein sollten. Ich hätte mir irgendwie vornherein immer gesagt, die sehen besser aus. Aber hinterher muss ich sagen, die flachen passen viel, viel besser zu dem Rad. Und das würde mit hohen Aerofelgen nicht so harmonisch wirken. Es wäre wahrscheinlich lauter.
Ich weiß gar nicht, ob wir das schon so richtig gesagt haben: Es handelt sich um irgendwie so eine Rennradspielart, wenn man das nicht vor Augen hat. Rennlenker, ja. Genau. Es gibt Rennlenker, es gibt Schutzbleche, es gibt einen Frontträger und eine Tasche dazu. Und ja, es hat aber nicht, wie man das jetzt bei vielen Rädern hat, also eben so hohe Felgen. Vor allen Dingen aus Gewichtsgründen habe ich mich dagegen entschieden, auch wenn ich weiß, dass das physikalisch gar nicht so viel Unterschied macht.
Eleganz und Funktionalität
Aber ja, ich finde, es nimmt sich dann so ein bisschen zurück und mag das eher, wenn das so ein bisschen elegant ist. Ich finde, es nimmt sich total zurück. Also es sieht auf den ersten Blick aus, wenn es so vorbeifährt, würde man sagen: Naja, so ein Alltagsrennrad, Reiserennrad. Es hat Schutzbleche, es hat einen Gepäckträger. Sieht total funktional aus, ohne viel Firlefanz.
Und wenn man dann aber genauer hinschaut und vielleicht auch mit einem fachmännischen Auge genauer hinschaut, sieht man schon irgendwie: Okay, ist schon so ein bisschen was Besonderes, weil ein sehr moderner Stahlrahmen. Und dann entdeckt man so Teile, wo man sich so sagt: Na holla, also es stecken Carbonfelgen drin, die man so auf den ersten Blick überhaupt nicht als solche erkennt. Es ist eine Profi-Rennradgruppe dran, eine elektronische. Und Carbonstütze, Carbonlenker und ja, nur Teile, die so wirklich edel und nobel sind, aber auf den ersten Blick gar nicht als solche erkennbar.
Understatement im Design
Und das macht das Rad, finde ich, auch sehr spannend. Also so dieses Understatement ist, glaube ich, der richtige Begriff dafür, dann doch in die Fallen zu gehen, aber das nicht so laut nach außen zu schreien. War das dein Plan, Gerolf? Naja, wie gesagt, es geht am Ende um diese Funktion. Man nimmt ja, wenn man sowas macht, nimmt man irgendwie ordentlich Geld in die Hand.
Und dann, ja, ich plane jetzt nicht irgendwie, mir alle zwei Jahre so ein Rad zu bauen. Erstens müsste ich da vorher mit meinem Arbeitgeber eine Nachverhandlung führen. Und zweitens will ich das auch gar nicht. Also ich hab auch länger überlegt: Das ist jetzt irgendwie schon ein höherer Betrag, den ich da einsetze. Und sollte ich das jetzt machen, ist das vernünftig oder so?
Investition in die Zukunft
Dann hab ich aber auch gedacht: Klar, kann ich das auch mit Mitte 50 machen, aber dann hab ich halt so einige Jahre weniger, wie ich das nutzen kann. Also deswegen war die Idee: Ich mach das jetzt, ich mach das einmal richtig, ich mach das konsequent. Aber ich weiß ja auch, was ich davon will und was mir das gibt. Und ja, dann ist es einfach Funktion. Gute Carbonteile, Jens, du weißt das, die bringen ordentlich Komfort.
Die Schaltgruppe, ja, da hab ich schon auch eine Weile überlegt, aber das ist halt leicht, das funktioniert gut. Es ist ein Powermeter dran, weil ich mir gedacht hab: Wenn ich lange Strecken fahre, dann macht’s wirklich Sinn, meine Kraft, meine Trittfrequenz, das alles irgendwie noch ein bisschen besser im Blick zu haben. Und ja, also wenn Leute sagen, das ist irgendwie schlicht und Understatement, dann hab ich nichts dagegen. So, find ich gut.
Zufriedenheit mit dem Ergebnis
Weil wenn ich drauf sitze, seh ich eh nicht viel von dem Rad. Das muss ich gut fahren. Und das ist so. Und da bin ich auch ich bin da ein bisschen stolz, weil ich das Gefühl habe, das ist mir, also das, was ich erzielen wollte, ist mir gelungen. Und manchmal hab ich das Gefühl, das funktioniert sogar noch ein bisschen besser, als ich das mir erhofft hab. Und das freut mich einfach.
Und ob man das sieht oder nicht, ist egal. Ich finde, wo es übrigens gar nicht so Understatement-mäßig ist, ist die Fender Line. Also das Schutzblech. Und die Schutzbleche sind ja im Prinzip zwei. Die sind schon ziemlich auffällig, oder? Also gerade auch, wie sie hergestellt sind, also man sieht das so. Was ist da der richtige Fachwort? Gehämmert? Ja. Mir hat auch schon jemand gesagt, dass sie gehämmert sind und so. und haben so ein, ja, jetzt gerade hier im Studio mit dem Licht auch so einen Effekt.
Reflektierende Elemente
Also, wer es sehen will, kann ich nur nochmal sagen: Bei Apple Podcasts, YouTube oder Spotify kann man es auch sehen. Aber das Licht reflektiert da so ein bisschen, so silbern und so. Also, das sieht man jetzt nicht jeden Tag im Stadtverkehr. Ja, mir hat auch schon jemand gesagt, dass es anstrengend ist, hinter mir herzufahren, weil es so reflektiert.
. Auch da kann man sagen, es gibt einen funktionalen Grund. Das Fahrrad, also es hat diese Zusatzfunktion. Ich kann es jetzt mal hier sagen: Also, man kann diesen Rahmen teilen. Das heißt, ich kann richtig gut mit diesem Rad verreisen. Ich kann es in jeden Zug mit reinnehmen, ohne mir einen Fahrradplatz reservieren zu müssen, den es vielleicht gar nicht gibt in dem Zug. Dazu gibt es einen speziellen Rucksack, noch, wo das Fahrrad reinpasst.
Und ich wollte richtig gute Schutzbleche. Die müssen für mich aus Metall sein, die müssen lang sein, die müssen weit um die Räder rumgezogen sein, damit die wirklich was bringen, noch ein paar andere Eigenschaften haben. Und die gibt es entweder in glatt oder die gibt es in gehämmert. Gibt es eigentlich einen wirklich berühmten, bekannten, wichtigen Hersteller dafür? Das ist die Firma Honjo oder Honjo. Ich weiß gar nicht, wie es genau ausgesprochen wird, aus Japan. So ein ganz klassischer japanischer Handwerksbetrieb.
Und die gehämmerten Schutzbleche haben den Vorteil, dass sie steifer sind und sie haben den Vorteil, wenn ich das Rad ja immer wieder auseinanderbaue, die kriegen schwerer Dellen. Beziehungsweise, wenn sie eine Delle haben, wenn da nur eine dazukommt zu den Dellen, die eh schon drin sind, so fällt es halt nicht so auf. Und ich finde die auch schon immer, das ist so ein Detail, so eine Formensprache. Wir haben das oft in der Fahrradwelt, wo sich so Details irgendwie durchziehen.
Und diese Sprache von so Schutzblechen, die ist halt, weiß ich nicht, ob die 100 Jahre alt ist, wahrscheinlich irgendwie so in der Region. Und dann dachte ich mir, gut, dann können wir das ja auch mal da zitieren. Jetzt hast du den Elefanten im Raum ja schon so ein bisschen angesprochen. Man kann das Fahrrad in zwei Teile packen. Das finde ich schon krass. Ich glaube, das ist auch sehr ungewöhnlich, oder? Ich habe es noch nicht so oft gesehen. Kuppeln nennst du das? Wie funktioniert das?
Also, ist der Rahmen wirklich dann in der Mitte? Also man sieht es auch gar nicht. Wenn es jetzt hier steht, würde man nicht denken, dass man das teilen kann. Ja, also es gibt da verschiedene Systeme. Und ein Bereich, in dem diese Kupplungsfunktion immer wieder vorkommt, wo sie auch augenfällig sehr wichtig ist, in Tandems oder Triplets. Also auch noch längere Fahrräder, weil man mit denen natürlich auch immer ein Transportproblem hat.
Es gibt einen Tandemhersteller aus Kalifornien, der mit zu denen gehört, die sich ums Tandem am meisten verdient gemacht haben. Das ist die Firma Santana. Und die haben ein Kupplungssystem entwickelt, wo ich so ein ausgefuchstes Vielzahnprofil habe, was ineinander greift und was mit nur einer M6-Schraube die beiden Bauteile, die beiden Enden der Kupplung zusammenhält. Und dieses Kupplungssystem verwenden sie an ihren eigenen Rahmen, wenn man das will.
Und sie lassen das auch herstellen oder ließen das herstellen, muss man sagen. Inzwischen die Firma Paragon Machineworks, die ganz viele solcher Rahmenbauteile in Kalifornien herstellt, die ist gerade pleite gegangen. Das ist noch nicht so ganz klar, ob das noch jemand weiter übernimmt. Aber die haben diese Kupplung hergestellt. Ich bin sehr froh, dass wir das noch gemacht haben.
Und ja, man kann zwei Schrauben lösen und dann kann man den Rahmen teilen. Die Schaltung? Funk? Wo sind denn diese Schrauben? Die Schrauben sind an der Unterseite der Rahmenrohre. Also ich kann jetzt mal hindeuten für die Leute, die das sehen. Ich kann es aber auch beschreiben. Also, einerseits habe ich eine Kupplung im Oberrohr, die ist so kurz vorm Sitzrohr, so 5 cm vorm Sitzrohr. Und da unten ist diese Schraube drin.
Und dann habe ich eine Kupplung, die ist hier im Unterrohr, kurz vorm Tretlager. Und da habe ich auch so eine Schraube drin. Diese beiden Kupplungen kann ich lösen und dann muss ich nur noch die Lichtkabelkupplung im Unterrohr trennen. Das ist so ein Schmittstecker für dieses Schmittkoaxialkabel. Und ich habe eine Hydraulikkupplung im Unterrohr, weil ich ja eine hydraulische Scheibenbremse habe.
Die Schaltung selbst funkt. Dem Funk ist es egal, ob das Rad geteilt ist oder nicht. Aber mit diesen zwei Rahmenkupplungen, einer Kabelkupplung und einer Hydraulikkupplung, kann ich den Rahmen wirklich teilen. Und ich kriege ihn auf das Format eines Laufradkartons. Das kennt man vielleicht als Maß. Also die Laufräder sind dann das größte Teil daran.
Es dauert ein bisschen, das zu zerlegen. Das ist also nichts, was man jetzt wie so ein Faltrad jeden Tag macht. Jede Woche möchte ich es auch nicht machen. Aber die Idee war einfach, ich möchte in der Lage sein, zum Beispiel, wie ich das jetzt in diesem Sommer vorhabe. Ich möchte mit ein oder zweimal umsteigen irgendwo nach Südwestfrankreich, nach Bordeaux oder so fahren können. Da schnell hin, dann will ich das Rad zusammenbauen.
Dann will ich diesen Rucksack, den ein Kumpel gebaut hat, den möchte ich zusammenlegen können, in die Post schicken, nach Hause schicken. Und dann fahre ich mit dem Fahrrad zurück. Weil ich diesen ganzen, ich verpacke mein Fahrrad, ich wickle es in Frischhaltefolie, diesen ganzen Kram habe ich so oft gemacht. Das, was mich nervt daran, ist nicht das Verpacken, das geht. Das, was nervt, ist das Umsteigen.
Wenn ich also in Frankfurt, in Paris, in sonst wo den Zug wechseln muss und dann habe ich da vielleicht noch ein bisschen Urlaubsgepäck dabei und so, das geht alles. Aber das ist auf Dauer wirklich nicht schön. Und deswegen habe ich gedacht, okay, ich baue mir ein Rad für lange Strecken, mit dem ich auch so kleine Fluchten machen will. Manchmal muss ich das auch tun.
Dann gehe ich jetzt noch diesen Extraweg, werfe dann nochmal ein bisschen Geld drauf, dass ich diese Funktion habe. Und ja, ich kann nur sagen, ich bin da sehr zufrieden. Es funktioniert wirklich. Und man denkt nicht dran, wenn man da normal fährt mit dem Rad. Man denkt nicht dran: Warte mal, diesen Rahmen, den könntest du jetzt hier teilen.
Und das ist dann dieser Zusatznutzen, wo dann für mich endgültig klar war: Okay, sowas gibt es nicht. Das gibt es nicht mit der Geometrie. Die ist nicht nur sportlich. Es gibt auch bei der Frontgeometrie noch was zu sagen und das dann teilbar zu machen. Und deswegen okay, wenn man das irgendwo macht, dann halt bei dem.
Ja, ich finde spannend, dass die Überlegung so rum war. Ich habe eigentlich gedacht, die Antwort kommt schon bei meiner ersten Frage: Warum lässt man sich jetzt einen eigenen Rahmen bauen? Weil das ist wirklich was, was es nicht zu kaufen gibt. Doch, selten. Oder sehr selten. Ja, oder irgendwie findet man es dann in der Kombination mit der Geometrie, die man haben will oder so, findet man es dann sicher nicht.
Sondern dass das für dich auch nur wirklich nur so ein Add-on ist und nicht der Hauptgrund gewesen ist, sich einen Rahmen bauen zu lassen. Ja, aber so rum ist es richtig. Ich will ein Rad, was ich jeden Tag nehmen kann, wo ich in die Nacht fahren kann. Und das ist das Wichtigste.
Hat das irgendwelche Nachteile? Was meinst du? Diese Kupplung? Kleinen Gewichtsnachteil. Der ist wie groß? Die wiegen, glaube ich, also beide Kupplungen zusammen, also das sind vier Teile, die zwei vom Oberrohr und die zwei vom Unterrohr. Ich glaube, so 460 Gramm. Das ist nicht klein. Das ist nicht wenig. Du weißt, dass man schon für das Doppelte kriegt man schon einen normalen Karbon-Rennradrahmen.
Ja, habe ich gedacht, das nehme ich in Kauf. Auch deswegen habe ich bei den anderen Teilen darauf geachtet, dass sie möglichst leicht sind, um das irgendwie zu kontern. Aber ja, das ist eigentlich das Einzige. Man könnte jetzt sagen, okay, vielleicht merkt man das, wie die Rohre sich verhalten, wie der Rahmen flext oder so. Ich muss ehrlich sagen, ich merke es nicht. Also ich vergesse das.
Jetzt haben wir die Geometrie angesprochen. Du hast auch gesagt, im vorderen Bereich gibt es auch geometrisch noch ein bisschen Besonderheiten. Was ist denn da besonders? So wie ich das vorhin schon erwähnt habe, dass die meisten dieser Endurance-Räder, die sind so ein bisschen entschärft. Ich habe mit Jan Heine vor einer Weile da schon ein gesondertes Gespräch mal zu gemacht. So eine Lenkgeometrie von einem Fahrrad ist eine ziemlich interessante Sache.
Es gibt da diese Größe des Nachlaufs, die letztlich beschreibt, wie leicht ein Rad aus seiner Bahn auszulenken ist, würde ich mal sagen. Wie leicht ich so Lenkbewegungen machen kann. Und man versucht, bei einem normalen Fahrrad diesen Nachlauf in einem Bereich zu halten, dass das Fahrrad also eine Mischung aus spurtreu und wendig sich irgendwie verhält.
Da kann man so durch die verschiedenen Kategorien von Rädern durchgehen. Und das Spritzigste, was man eigentlich so hat im Massenmarkt, sind Rennräder. Die haben einen Nachlauf, der ist irgendwo Mitte 50 Millimeter, nur um jetzt mal eine Zahl zu nennen. Diese ganzen Endurance-Räder, die gehen bei Ende 50, 60 rein. Gravel-Räder noch mehr.
Das heißt, das Rad braucht ein bisschen mehr, um in eine Kurve zu gehen und es bleibt dann in dieser Kurve drin. Es ist nicht so spritzig, weil man sagt, du fährst damit über rumpeliges Gelände. Das soll seine Spur halten. Es soll dir nicht den Lenker aus der Hand schlagen, wenn da doch mal irgendwie ein Stein, irgendeine Kante liegt. Könnte man auch sagen, es ist leichter, freihändig zu fahren, zum Beispiel.
Ne, weil, und das ist schon Teil der Antwort, also beziehungsweise jein. Was du beim freihändig fahren machst, ist ja, dass du mit der Gewichtsverlagerung immer versuchst, so eine Lenkbewegung auszubalancieren. Und ich habe mit dem Rad zwei Sachen versucht. Also einmal, dass ich trotz der 40 Millimeter Reifen, der Schutzbleche, sowas, das alles länger und größer macht, dass ich eine spritzige Lenkung habe, die also ganz klar in diesem Rennradbereich ist.
Und dann noch, es ist ja so eine Fronttasche montiert, dass diese Geometrie, dieser Nachlauf auf dieses Frontgepäck angepasst ist. Und das ist diese alte französische Schule. Ich nenne das jetzt einfach mal so. Das haben bestimmt in anderen Ländern auch schon andere Leute irgendwie gemacht, aber das ist das, was zum Beispiel Jan in seinem Magazin Bicycle Quarterly schon seit Jahrzehnten auch immer wieder darlegt, was die quasi wiederentdeckt haben, sage ich mal.
Er hat das auf jeden Fall mit populär gemacht. Diesen Begriff Nachlauf, Trail. Wenn ich an meinen Lenker ein Gewicht hänge, wenn ich sage, ich möchte vorne mein Gepäck haben, damit ich während der Fahrt darauf zugreifen kann, dann sollte ich diesen Nachlauf verkürzen, weil dann dieses typische Umschlagen, was man so kennt, wenn du jetzt an ein normales Rad vorne irgendwas dranhängst, dann schlägt der Lenker so um.
Dieser Effekt wird weniger. Und das bedeutet, wenn du so einen gewissen Sweet Spot triffst, hast du trotz des Zusatzgewichts vorne an der Lenkachse ein sehr neutrales oder auch quirliges Fahrverhalten. Und das heißt, lange Rede, kurzer Sinn: Das Rad hat einen kürzeren Nachlauf als mein Lieblingsrennrad, was auch schon schön rallymäßig um die Kurven flitzt. Das ist hier noch kürzer, damit es mit diesem Gewicht ausgeglichen ist.
Und das Rad fährt sich für mich auch wie so ein, wie ich mir vorstelle, wie sich, nochmal ein Autovergleich, ich weiß, das ist ein Fahrrad Podcast, aber wie ich mir vorstelle, wie sich ein Rallye-Auto um die Kurven fährt, irgendeine kleine Serpentinenstraße runter. Ich bin noch nie ein Rallye-Auto gefahren. Das heißt, du hast aus deiner Sicht diesen Sweet Spot auch getroffen? Oder bist du nah dran?
Ich sag mal so: Ich bin zufrieden damit, weil man hat ja immer nicht den Vergleich. Eigentlich müsste man ja drei verschiedene Rahmen bauen mit drei verschiedenen Gabeln oder so, oder drei Gabeln und das dann ausprobieren. Ich kann hier mit freihändig fahren, mit dem Gepäck vorne. Ich kann richtig schön in Kurven eintauchen. Ich habe ein tiefes Tretlager, das zählt auch noch dazu. Und aber eben eine sehr lebendige Lenkung.
Und das macht einfach Bock. Das Ding fährt nicht nur geradeaus, sondern ich war mit Jens schon, wir waren in Südfrankreich schon da mit und sind da irgendwie um Kurven. Ich habe einfach, eigentlich muss ich nur grinsen, wenn ich darüber erzähle. Und soll das bestätigen, Jens? Naja, das Fahrverhalten nicht, weil ich bin das Rad noch nicht gefahren. Vielleicht darf ich irgendwann mal von der Beobachtung.
Ja, aber ich kenn’s. Ich kenn Gerolf, aber nur mit Gepäck. Und meine Frage wäre jetzt: Schlägt das eigentlich ins Gegenteil um, wenn das Gepäck nicht auf der Gabel hängt? Also wird’s dann irgendwie vielleicht nervös? So nervös? Nervös mag ich’s ja ein bisschen. Ich kann dir das aber nicht genau beantworten, weil ich fahr das Rad nicht ohne diese Tasche.
Weil ich hab da halt immer irgendwas mit. Und ja, das ist so, du nimmst eine Regenjacke mit, du machst hier irgendwie eine Schnitte, du nimmst hier dein, also für Christian wäre wichtig, dass man ein Stück Kuchen mit dabei hat. Und ich hatte auch irgendwie so diese Idee im Kopf. Dann dachte ich so, geil, wenn dann Frühling kommt, dann machst du so kleine Lesereisen, weil ich nehm mir einfach irgendwie ein Buch und dann fahr ich irgendwo.
Ich kenn so viele schöne Orte, die so zwei Stunden weg sind oder so. Und dann fahr ich irgendwo auf diese Bank und dann setz ich mich da hin und dann lese ich da endlich mal, weil da hab ich meine Ruhe und so. Könnte man nicht so mit machen? Lesereise hat noch nicht stattgefunden, aber kann ja noch werden. Kann ja noch werden, ja.
Und es ist so halt dieses Wochenendding, was ich vorhin meinte. Also ich krieg da rein, ja alles, was ich irgendwie für ein, zwei Hotelnächte, was ich da irgendwie brauche, sogar mit irgendwelchen Wechselschuhen und so. Das krieg ich alles da rein, siebeneinhalb Liter. Gehen in diese Tasche. Und das ist einfach Wochenende raus. Ich muss mich nicht ärgern, dass ich…
Ist das eine normale Tasche? Was ist eine normale Tasche? Gibt’s die so einfach von der Stange zu kaufen? Ja, die Tasche gibt’s von der Stange zu kaufen. Kann ich ja nochmal erwähnen. Ich hab das, glaube ich, schon ein, zwei Mal irgendwie erwähnt. Es gibt zwei Firmen, ohne die es dieses Rad letztlich nicht gäbe. Zusätzlich zu der Firma, die die Kupplung macht und die überhaupt diesen Rahmen gebaut hat.
Aber also diese Gabel, die hat nämlich eine besondere Vorbiegung. Die ist weiter nach vorn gebogen, sozusagen. Die verkürzt diesen Nachlauf. Die ist von der Firma Allain aus Berlin, von Florian Häusler Fernfahrräder. Der hat da seine Marke, wo er so Spezial, also ich sag mal clevere Spezialteile für solche Räder anbietet. Und er hat diese Gabel gebracht. Und ich wusste so, okay, wenn dann diese Gabel.
Und diese Tasche ist von Tine. Die war auch schon im Podcast, Firma Gramm Tourpacking. Weil die beiden sich auch schon ganz lange mit diesem Randonneurs-Gedanken beschäftigen, aber den modernisieren. Also es sieht dann nicht aus wie so ein Retro-Fahrrad, was auch total schön sein kann, sondern die sagen, wir müssen das irgendwie in die Gegenwart holen und einfacher machen, dass man das wieder so benutzen kann. So ist das hier.
Warum hast du dich gegen Gepäck hinten entschieden? Also komplett, auch weil das ist jetzt nur vorne. Es gibt hinten keinen Gepäckträger. Es gibt eigentlich, also man könnte natürlich auch eine Tasche noch befestigen, irgendwie unterm Sattel, aber das hätte man natürlich anders lösen können. Es gibt nur Gepäck vorne. Ja, fährt sich besser.
Also, du weißt es ja, ich habe am Rad sowieso schon eine Gewichtsverteilung, dass ich mehr Last auf dem Hinterrad habe. Und in dem Moment, wo ich das Zusatzgewicht, was ich zu meinem Körper habe, wo ich das nach vorne packe, habe ich eine bessere Gewichtsverteilung. Ich habe mehr Traktion, wenn ich die Last vorne habe. Ich kann also damit sportlicher fahren.
Und es gibt so einen Ausdruck, ein Freund aus Berlin, der sagt, dass manchmal der Schwanz wedelt mit dem Hund, wenn du hinten dein Gepäck drauf packst. Ich habe das aber auch schon gemacht. Also hier war schon so eine Seatback oder manche sagen Rakete dazu, war hier schon dran. Ich habe auch mit einem Freund, mit dem ich den Frontträger gebaut habe, haben wir auch schon einen hinteren Gepäckträger gebaut für, ich mache so eine Wochenendflucht.
Aber ich muss irgendwo im Wald schlafen, nehm Schlafsack und Zelt oder nee, Zelt nicht, aber Hängematte oder irgendwie so den Kram mit. Dann kann ich hier auch einen Träger hinten drauf bauen. Aber es fährt sich einfach besser, wenn ich das nicht so habe.
Was mir noch auffällt, ist, dass du hinten eine große Bandbreite an Ritzeln hast und vorne dafür nur ein Kettenblatt. Das ist offensichtlich auch eine bewusste Entscheidung, hast du ja nicht aus Versehen gemacht. Das ist so eine Gravelgruppe. Wir nehmen das hier im Frühjahr auf. Gerade waren die Frühjahrsklassiker, die sind gerade so gelaufen.
Man hat es bei verschiedenen Rennen gesehen, zum Beispiel auch bei Paris-Roubaix, dass immer mehr Teams zumindest damit experimentieren, ein Kettenblatt zu fahren, hinten eine größere Kassette. Zumindest dann, wenn es in Steigung reingeht, werden die Kassetten ein bisschen größer. Ja, technisch ist es inzwischen so weit, dass man da 13 Ritzel hinten auf den Freilauf packen kann und mit entsprechender Technik dann damit alles abdecken kann.
Und das fand ich interessant. Hab das durchgerechnet mit dem berühmten Ritzelrechner, mir tausendfach Grafiken angeschaut: Wie sind eigentlich meine Getriebe so ausgelegt? Und es gibt hier keinen Umwerfer. Das heißt, ich habe kein Problem mit 40 mm Reifen und den Schutzblechen. Wenn man genau hinschaut, die meisten Räder in diesem Reifenbreitenbereich sagen immer: ohne Schutz, nee, mit einfachem Antrieb 40 mm Reifenfreiheit ohne 38 mm.
Das ist nämlich genau die Grenze, wo dann der Akku vom Umwerfer oder so in die Quere kommt. Das wollte ich ja alles nicht, auch wegen der Kupplungsfunktion. Und ich hab mir gedacht, ich will damit durch die Nacht fahren. Ich will nicht runter gucken, wo bin ich, wo liegt meine Kette? Ich will es einfach haben: rechts in die eine Richtung schalten, links in die andere Richtung schalten, fertig aus, leichter, schwerer.
Und das haut so ziemlich gut hin für mich. Ziemlich gut heißt, du empfindest die Abstufung schon noch als Kompromiss oder Ja, ich empfinde es immer. Ich gucke da eh, dass ich so ein bisschen agiler werde. Und weißt du, Jens, früher ist immer Single Speed gefahren. Da gab es einen Gang. So ein bisschen Trittfrequenz flexibel zu sein, ist ja auch nicht schlecht.
Und im Zweifel fahre ich dann halt irgendwie mal ein bisschen höhere Frequenz. Aber ich finde, also für mich haut das so völlig gut hin. So ist kein Problem. Was mir noch auffällt, neben den zwei Trinkflaschen gibt es noch so ein Ding da unten drunter, unter dem Rahmen. Was ist das denn? Für so eine, kann ich sagen, Bento Box dazu.
Also so eine Oberrohrtasche, die man dran machen kann. Da kommen dann irgendwie Riegel rein. Und dann unten unter dem Tretlager, manchmal sieht man das so an alten Reiserädern und so, dann wird da noch eine Flasche reingesteckt. Kann man dann sagen, ist vielleicht nicht so hygienisch, von da unten irgendwie zu trinken. Ich mache da unten gern so irgendwie die Werkstatt hin, das, was ich hoffentlich nicht brauche.
Doch, irgendwie einen Ersatzschlauch, Plugs, Akku für die Schaltung, Reifenheber, so alles, was da hinkommt. Und da unten, tiefer Schwerpunkt, stürzt nicht. Das klingt jetzt schon seit geraumer Zeit so, als wäre alles genauso geworden, wie du es dir gewünscht, erhofft und geplant hast. Gibt es denn irgendwas an dem Rad, wo du sagst, das hätte ich mir besser vorgestellt oder vielleicht sogar das stört mich?
Also funktional ist es völlig da, wo ich es haben will. Es ist eigentlich noch ein bisschen besser, als ich mir so erhofft habe. Ich habe jetzt nicht gedacht, okay, du triffst auf jeden Fall genau ins Schwarze. Aber man adaptiert sich ja auch, man passt sich an. Also ich komme damit super zurecht, funktional passt es für mich alles.
Es ist aber auch so, das muss man sagen, dieser Einzelstückbau und da gibt es ganz viele Geschichten. Und viele Leute wissen das. Das ist ja quasi der permanente Prototypenbau. Für die Leute, die das machen, ist das wahnsinnig herausfordernd. Und das ist auch wirklich so, ich glaube, das zehrt auch Leute aus.
Jans, du weißt das, wenn ich ein normales Rad irgendwie entwickle, dann baue ich den einen Prototypen, dann baue ich den nächsten, dann mache ich meine Größen, dies und das. Dann richte ich mir das alles ein. Im Idealfall für Carbonrahmen habe ich irgendwie Formen und dann ist es so. In diesem Bereich stoßen die Leute, die Einzelstücke bauen, ja nie vor.
Und du musst, wenn du so einen Rahmen baust, das sind hunderte Entscheidungen, die du hintereinander treffen musst. Das, das. Das geht los damit bei der Geometrie. Gut, die habe ich jetzt in dem Fall mir ausgedacht, aber da hast du ganz viele Sachen. Und dann hast du so eine Kette von wirklich hunderten Entscheidungen. Vielleicht sind es auch tausende, ich weiß nicht.
Und das Fiese ist, in dieser Kette, wenn du an einer Stelle die falsche Entscheidung triffst oder nicht auf das Detail achtest, dann kannst du dir schon das ganze Konzept zerhauen. Und ja, es ist hier, sag ich mal, ein kosmetisches Detail. Es ist hier so, wie ich es mir eigentlich nicht vorgestellt habe. Welches denn?
Die Brücke hier oben zwischen den Sitzstreben. Also da ist also klassisch so eine Brücke, an der ist das Schutzblech angeschraubt. Diese Brücke ist fast einen Zentimeter zu hoch. So, da hat mir mein Freund Tilo, der hat mir einen wunderbaren Spacer da gedreht, dann passt das. Kommt da hin. Ich muss ehrlich sagen, ich ärgere mich jedes Mal, wenn ich das Ding an- oder abschraube.
Die Scheibenbremsaufnahme hinten ist ein kleines Stück zu weit vorne. Da muss ich nochmal ran, da muss ich noch ein bisschen was korrigieren. Kann schon sagen, dass mich das geärgert hat. Aber andererseits habe ich auch gewusst, dass sowas passiert. Es gibt einen Geschwisterrat, zu dem mein Freund Arne, dem habe ich erzählt von der Idee. Der hat gesagt, cool, ich bin dabei.
Ich habe zu Arne gesagt: Arne, es wird irgendwas passieren, die Frage ist nur wo. Und so ist es dann. Da es aber keine funktionale Einschränkung ist und das alles irgendwie im Zaum zu halten ist, glaube ich, ist es einfach der Preis dafür, den man zahlt, dass man sich hier, pathetisch gesprochen, einen Traum verwirklichen kann.
Und ich glaube, das gehört mit zur Wahrheit dazu. Ich habe manchmal das Gefühl, bei diesem Einzelstückbau hat man entweder immer die Jubelberichte: Alles ist total geil, ich bin in ganz neue Dimensionen vorgedrungen, es ist alles total gut. Und dann hat man diese ganzen Horrorberichte: Das und das und das stimmt nicht. Es gehen auch Sachen schief.
Der Preis des Einzelstücks, glaube ich, wenn wir jetzt schon so ein bisschen im Resümee-Bereich sind: Wie lange hat es denn insgesamt gedauert? Zwei Jahre, hast du gesagt, hast du darüber nachgedacht? Nee, also nachgedacht über so eine Art Rad seit bestimmt fünf Jahren. Das ist dann immer mehr irgendwie gereift, dieser Prozess von der ersten Idee oder von dem konkreten Ansprechen.
Also ich habe den Christian, der hinter dieser Firma Cybercycles steckt, den habe ich auf der Biesburg, der Rahmenbaumesse 2024, angesprochen. Weil es gibt noch so ein anderes Rahmenkupplungssystem, S S. Das sind so die Klassiker. Die haben so eine ganz tolle alte Webseite. Also die sieht so aus wie aus den 90er Jahren.
Und da steht von Rahmenbauern in Deutschland stehen irgendwie zehn Namen und von denen sind wahrscheinlich sieben oder acht nicht mehr aktiv. Weiß nicht. Und Christian arbeitet mit einem Rahmenbauer aus Offenbach zusammen, Stefano Agresti, der schon ganz lange arbeitet. Und der steht bei S S mit auf der Seite als deutscher Rahmenbauer.
Und dann habe ich einfach Christian gefragt: Wie ist denn deine Erfahrung mit ihm? Und wollte es nur wissen, wie er mit ihm klarkommt. Und dann hat Christian gesagt: Was hast du denn? Vor. Das war Biesburg 2024 und Biesburg 2025. Haben wir die beiden Räder dort ausgestellt. Schon nur ein Jahr später.
Also es wäre dann auch mal in diesem Zug. Dann wären andere Zeiten genannt. Das geht hier schnell, so und so viele Monate. Ich glaube, das kann man alles vergessen. Es gehen da immer Sachen irgendwie schief oder brauchen länger. Das ist auch so der Klassiker. Ich glaube, wenn man sowas macht, sollte man nicht sagen: „Hier, ich will dann aber in vier Monaten die und die Tour fahren, dann muss dieses Fahrrad fertig sein.“ Dann macht man sich unglücklich.
Du hast aber auch angesprochen, dass du auch schon tief reingegangen bist. Also, du hast die Geometrie selber entworfen, du hast Ritzelrechner rumgespielt.
Wem würdest du dazu raten oder wo würdest du sagen, da verlasse ich vielleicht mal lieber auf einen Rahmenbauer oder eine Rahmenbauerin?
Ja, das kommt halt ganz drauf an. Da sind auch diese Betriebe glaube ich ganz unterschiedlich. Also, es gibt Leute wie zum Beispiel Richard Sachs an der Ostküste der USA. Da geht man hin und der misst einen irgendwie aus und dann weiß man, der baut einem sein Rad hin und da muss man nicht irgendwie sagen: „Ich will irgendwie die oder die Tretlagerabsenkung“ oder sowas. Das macht der natürlich nicht.
Das Gleichnis dazu ist immer: Du gehst ins Restaurant und bestellst was. Bestellst du gern Hühnerfrikassee oder was weiß ich, Senfeier? Senfeier. Du gehst aber nicht in die Küche und sagst: „Meine Senfeier machst du aber bitte so.“ Bei Senfeiern könnte es schon passieren, aber ja, genau. Ich glaube, da muss man sich den Betrieb aussuchen.
Christian und die Geometrie
Bei mir ist es jetzt so, dass Christian nicht aus der Krummlenkerwelt kommt. Also, Christian hinter Cybercycles. Und das war eigentlich ganz gut, weil dann habe ich gedacht: Okay, Geometrie kann ich machen. Ich habe mich da lange mit auseinandergesetzt. Jedes Fahrrad, das ich fahre, studiere ich die Geometrietabellen. Jedes Modell, das rauskommt. Ich habe da großen Spaß dran, mir das wirklich lange anzugucken.
Das würde mich ja total überfordern, ehrlich gesagt. Genau, und deswegen bist du ja auch zu einem anderen Hersteller gegangen. Du hast ja auch so ein Rad und hast gesagt: „Ich will das und das. Das sollte es dann können.“ Ich glaube, da muss man einfach gucken, passt dieser Betrieb, dieser Ansatz zu einem.
Man muss jetzt auch hier dazu sagen, Christian macht hauptsächlich die Kurbeln, Gabeln, Vorbauten. Das sind immer so ein paar Einzelprojekte, die die ab und zu machen. Die haben also auch nicht so einen gestreamlierten Prozess wie wir haben: „Hier sind die und die Grundmodelle und das passen wir auf dich an. Hier sind 10 Lackierungsversionen und such dir das aus.“ Da sind die Übergänge fließend.
Praktische Erfahrungen
Wie lange fährst du das Rad jetzt? Seit, ich würde sagen, warte mal, Oktober. Wir nehmen im April auf. Sieben Monate. Okay, das ist noch nicht so lang. Hast du schon mal eine Situation gehabt, wo du diese Kupplungsgeschichte jetzt wirklich im praktischen Einsatz genutzt hast? Und mehrmals, schon zweimal. Zwei Reisen. Und das funktioniert, wie du dir das vorgestellt hast, wie du das geplant hast und ohne Einschränkungen.
Das sind so ein paar Anpassungssachen. Ich hab einmal zu Silvester das Rad zusammengebaut in Südfrankreich. War noch relativ vorsichtig mit dem Drehmoment, mit dem ich die Schraube angezogen hab. Und dann bin ich den ersten Anstieg in der Provence hochgefahren, so 500 Höhenmeter. Und nach 400 Höhenmetern hatte ich plötzlich immer so ein komisches Klacken.
Und immer, wenn ich irgendwie so ein bisschen aus dem Sattel gegangen bin, ein bisschen am Lenker so gezogen hab, dachte ich: „So, scheiße, was ist denn jetzt los? Ist hier irgendwas mit der Gabel passiert? Hab ich den Lenker nicht mehr im richtigen Drehmoment angezogen? Dies und das.“ Und dann sind wir noch so eine leichte Abfahrt runtergefahren, noch so 3, 4, 5 Kilometer.
Probleme und Lösungen
Ich stell es unten irgendwie an die Wand. Jens, kennst es auch von mir, ich muss Fahrräder immer angucken. Ich muss die irgendwie begreifen als Gegenstände. Stell das Fahrrad so hin, guck das an, denk mir: „Na nun, da war die Kupplung halt so 2, 3 Millimeter offen. Das hat kurz geklackt. Dann hab ich das nachgezogen. Das ist das einzige.
Es dauert halt mit dem ganzen Kram. Also, wenn der Träger, die Schutzbrüche, das Licht nicht wäre und so, dann würde das auch alles viel schneller gehen. So nehm ich mir, weiß ich nicht, sag ich mir so anderthalb Stunden, nehm ich mir in Ruhezeit. Dann kommen die Rohre, kommen alle schön in Heizungsisolierung, dies, das, in den Rucksack.
Kann ich mein ganzes Gepäck mit dazu tun. Dann setz ich mir meistens den Rahmen auf den Rücken und die Laufradtasche häng ich mir über die Schulter und dann hab ich die andere Tasche noch. Und dann kann ich entspannt zum Bahnhof umsteigen.
Wenn du das Fahrrad zusammengebaut und vorbereitet gemacht hast, ist der Rucksack aber noch übrig, ne? Das ist jetzt nix, den man irgendwie so zusammenfalten kann, dass er vorne in deine Tasche passt. Oder?
Rucksack und Transport
Das ist eine gute Frage. Der Rucksack ist so gemacht, dass der sich zusammenlegen lässt und dass der in ein Postpaket passt. Also entweder ich bin irgendwo stationär, dann ist es easy, dann liegt er da rum im Appartement oder wo man ist. Oder ich schick ihn nach Hause oder ich schick ihn an mein Ziel, sprech das mit irgendeinem Hotel oder so ab.
Wir sind jetzt in Breve gefahren nach Frankreich. Da hat noch ein Mitfahrer, der hat noch seinen kleinen Rucksack mit ein paar Schuhen und so drin. Ich hab so eine Weinkiste genommen, die ich zu Hause hatte, so ein Weinversandkarton. Wenn ich nur den Rucksack hab, dann passt der in so ein größer L Postpaket, vielleicht auch größer M.
Also damit macht es die Sache schon deutlich einfacher, aber sie löst das Problem nicht grundsätzlich. Das Problem, was du hast, bei allen anderen Systemen hast du ja entweder so eine Transportbox. Zum Beispiel bei den Ritchie. Ritchie hat ja so ein eigenes System, ist es Breakaway. Dann hast du entweder einen massiven Koffer oder du hast auch so eine halbflexible Tasche.
Aber du wirst diese Tasche nicht los, solange du stationär unterwegs bist. Ich fahre in das und das Hotel oder so, ist das kein Problem. Oder ich fahre eine Woche eine Runde. Aber nicht, wenn du sagst: „Ich fahre noch woanders hin.“ Und den Kram hier, diesen Rucksack, kann ich auch verschicken. Deswegen hab ich den auch bauen lassen.
Vergleich mit anderen Systemen
Ja, man könnte das auch mit Fahrradkartons oder so. Da braucht man irgendwie gar keine Kupplung. Wir könnten jetzt die gleiche Reise machen. Ich hätte es halt ein bisschen schwieriger, weil ich mein Rad in einen größeren Karton stopfen muss und dann ist es nicht so handlich. Aber grundsätzlich, das stimmt.
Es gibt auch Leute, mit denen war ich auch unterwegs, die machen Rinko. Das ist so eine alte japanische Radverpackungsschule. Da gibt es auch verschiedene technische Abstufungen. Meistens ist das Rad dabei größer und das ist in so einer Hülle. Und dann musst du halt gucken, dass du das im TGW zum Beispiel, du kriegst es halt nicht wirklich in die Gepäckablage oder du musst in der Gepäckablage aufpassen, dass da nicht jemand irgendwas drauf schmeißt.
Und dann machst du das im Doppelstock TGW oben an der Reling irgendwie fest. Das geht im Zweifelsfall ein bisschen schneller, musst dir aber ein bisschen mehr Sorgen machen. Und bei sowas wie dem Eurostar zum Beispiel, also dem Schnellzug, der durch den Kanaltunnel fährt, ich meine, dass die noch strengere Gepäckvorschriften haben.
Fazit und Ausblick
Vielleicht hat da auch schon mal jemand Rinko gemacht oder so, aber das Rad in dem Karton kriege ich halt in jede Gepäckablage. Und man sieht das nicht mal, dass das ein Fahrrad ist. Also insofern ist es ein bisschen mehr Aufwand, um dann auf der Reise ein bisschen entspannter zu sein.
Wenn wir jetzt zum Schluss nochmal so ein kleines Fazit ziehen: Ist es jetzt dein Lieblingsrad? Neben dem Tandem? Ja, immerhin schon ein geteilter erster Platz. Ja, auf jeden Fall ist es. Weil es mir jetzt schon in der Zeit, ich bin das schon wirklich viel gefahren.
Jetzt so wie ein Fahrrad. Ein Fahrrad ist nicht dazu da, dass es schön aussieht. Also, Fahrräder sollten schön aussehen, das ist alles cool, aber am Ende, es sind Werkzeuge. Das ist ja das Tolle am Fahrrad. Das Fahrrad dient ja dazu, dass ich nicht die ganze Zeit aufs Fahrrad gucke, was ich auch gerne mache, sondern das Fahrrad dient dazu, dass ich woanders hin gucken kann.
Dass ich Landschaften, Menschen, Boulangeries und alles, was dazugehört, dass ich das kennenlernen kann. Und ich hatte auch schon mehrere Situationen: Es war dunkel, es hat geregnet, es hat gehagelt, es hat geschneit. Irgendwas funktioniert einfach super gut und ich hätte es mit keinem anderen Rad, was ich habe, machen wollen.
Und eigentlich auch so. Also mir fehlt nichts. Das Rad meiner Träume mit Gerolf Meyer. Dann sage ich vielen Dank, Jens, dass du mit dabei warst. Danke, Gerolf, dass du von deinem Fahrrad erzählt hast.
Wenn ihr da draußen das jetzt ausschließlich gehört haben solltet und jetzt denkt: „Jetzt will ich es aber wirklich mal sehen“, hier vielleicht nochmal der Hinweis: Ihr könnt das sehen bei YouTube, bei Spotify und bei Apple Podcast im Video-Bereich als Videopodcast. Und wir packen aber natürlich auch ein Bild in den Onlineartikel.
Wollte ich gerade sagen, für die Leute, die es nicht so haben mit einem Bewegtbild. Kein Problem, ihr müsst nicht gucken, aber ihr könnt. Alles kann, nichts muss. Und damit endet diese Antrittsepisode. Ich bin begeistert, ich finde es wirklich bemerkenswert und spannend, was du dir da aufgebaut hast und cool, dass du es mitgebracht hast.
Diese Episode war: „Ich darf mein Fahrrad mit zur Arbeit bringen.“ Ja, das ist ein bisschen, sagt der Mann mit dem Jobrad. Also ins Büro und ins Studio. Ja, ins Studio durfte ich es mit rein. Ich freue mich auch. Es ist schön geworden, es macht Spaß. Ich erzähle da auch gern drüber, wenn mich da Leute fragen.
Ich mache das auch gern, wenn ihr mich fragt. Und ich will noch sagen, es sind halt ein paar Leute daran beteiligt. So Christian, der das gemacht hat, Stefano, der den Rahmen gebaut hat. Mit Tilo habe ich diesen Gepäckträger gebaut. Und das ist schon cool.
Manche Leute würden sagen, es ist deep custom. Und es geht halt immer nicht ohne die Leute. Und Flotine, Tasche, Gabel, so ein paar Sachen, die da dran sind. Das ist einfach cool, dass es Leute gibt, die das alles können, weil ich kann das ja nicht alles.
Ich kann es mir ausdenken, ich kann ein bisschen was mit dran machen, ich kann drüber reden. Aber zum Glück haben wir diese Kompetenz. Und dann kann man schöne Fahrräder bauen und dann tolle Sachen miterleben.
Danke, Gerolf, dass du so geschwärmt hast über dein Fahrrad. Und wenn ihr Fahrräder auch so mögt wie Gerolf, dann würden wir uns natürlich freuen, wenn ihr uns folgt. Zum Beispiel auch bei Spotify, bei Apple Podcast, bei YouTube und überall, wo ihr eure Podcasts so hört.
Und natürlich freuen wir uns auch über 5 Sterne, wenn ihr das so gut findet, wie das Fahrrad von Gerolf. Das hilft uns nämlich wirklich auch sehr, dass wir mehr gesehen werden. Es gibt natürlich auch nächste Woche eine neue Ausgabe vom Antritt, wie gewohnt für alle Leute bei Apple Podcast und Steady ein bisschen früher.
Und dann am Freitag, kommender Woche die nächste Episode ganz normal auf allen Podcast-Plattformen. Und ich würde sagen, an dieser Stelle ist es noch Zeit für einen Song. Und den darfst du dir natürlich aussuchen. Genau, den Song fügen wir natürlich noch an.
Und ich muss natürlich auch noch anfügen, wenn ihr ein Rad eurer Träume habt, und das kann eins sein, was ihr mal besessen habt, was ihr gerade habt oder auch eins, was ihr euch vorstellt. Schreibt uns eine Mail an antritt@detektor.fm. Das sind immer finde ich ziemlich spannende Gespräche.
Ich erinnere mich zum Beispiel an dieses Lastenrad mit unterschiedlicher Unterstützung, die man zuschalten konnte. Das waren wirklich tolle Anstöße, nicht nur für mich, auch für andere. Dann schreibt uns das gern.
Und übrigens, wenn ihr findet, dass hier das auch nicht nur zu hören ist, sondern auch zu sehen, dann gibt es nämlich auch Leute, die das richtig gut können. Das ist nämlich unser Audio-Team, was nicht mehr nur ein Audio-Team ist, sondern das müssen wir auch mal sagen.
Die haben das hier zusammen ausgebaut, diese Studie, dass wir das überhaupt machen können. Und sie haben auch sehr ausdauernd diese Aufzeichnung begleitet. In dem Fall können wir auch sagen: Oder Benjamin Serdani und Tim Schmutzler. Auch dafür vielen Dank. Ohne die könnte man das hier alles nicht sehen und hören. Definitiv. Vielen Dank. Gute Fahrt. Bis nächste Woche. Danke dir. Bis bald. Danke euch.
[Musik: Harry Nilsson – The Beehive State]