Hier ist der Antritt, der Fahrrad-Podcast auf detektor.fm mit einer neuen Ausgabe. Mein Name ist Gerolf Meyer und diesmal setze ich mich zusammen mit euch aufs Rad.
Zumindest im übertragenen Sinn. Denn auch wenn die meisten Fahrräder auf dieser Welt nur für jeweils einen Menschen gebaut sind, gibt es da einen Fahrertyp, der ein bisschen anders ist als die anderen. Denn es sitzen zwei Menschen drauf und ich spreche natürlich vom Tandem.
Als Fahrertyp gibt’s das Tandem schon ziemlich lang und seine Technik ist richtig interessant. Aber wenn wir von der mal ein Stück zurücktreten, dann wird’s vielleicht noch interessanter. Denn das Tandem macht das Fahrradfahren unausweichlich sozial. Antrieb, Balance, Kurvenfahren und die Bordatmosphäre dafür sind auf dem Tandem immer zwei Menschen zuständig.
Und damit ist das Tandemfahren eine ganz besondere Spielart des Radfahrens, die es verdient hat, in diesem Podcast genauer betrachtet zu werden. Ich verrate regelmäßigen Hörerinnen und Hörern sicher kein Geheimnis, wenn ich sage, dass ich selbst oft und gern Tandem fahre, weil ich das richtig gut finde.
Für diese Ausgabe habe ich aber mit jemandem gesprochen, der deutlich mehr Tandem-Erfahrung hat als ich. Wolfgang Haas fährt seit 1983 Tandem. Er handelt seit 40 Jahren mit Tandems und im Sommer 2026 haben wir uns auf der Eurobike zusammengesetzt und darüber gesprochen, warum er das alles macht und was für ihn der Reiz an dieser Art des Fahrradfahrens ist.
Ich wünsche euch viel Spaß mit dem Gespräch. Wir steuern rein und bei so Kurven wie jetzt ist wichtig, dass wir uns gemeinsam reinlegen. Viel Spaß!
Vielfalt der Fahrräder
Antritt, der Fahrrad Podcast von detektor.fm. Es gibt wahnsinnig viele Fahrradtypen und den meisten ist gemein, dass sie dafür gemacht sind, einen Menschen mit dessen eigener Muskelkraft, die manchmal auch ein bisschen unterstützt wird, durch die Gegend zu befördern.
Das ist grundsätzlich schon mal ein hervorragendes Prinzip, aber manche Leute sagen, das geht noch besser. Denn warum soll es eigentlich nur ein Mensch sein, der auf so einer Maschine sitzt? Warum nicht einfach zwei oder auch drei?
Zu den Leuten, die das mit den mehreren Menschen auf einem Fahrrad gut finden, gehört ziemlich sicher Wolfgang Haas, denn er ist seit fast 40 Jahren Importeur für Tandems und noch längeren Fahrrädern der Firma Santana aus den USA, die ihrerseits seit 50 Jahren genau solche Räder baut.
Ich möchte erfahren, welcher Reiz für Wolfgang selbst im Tandemfahren liegt und wie er die Entwicklung dieses Radtyps in den letzten Jahrzehnten begleitet hat. Wir treffen uns auf der Eurobike in Frankfurt und ich sage: Hallo Wolfgang, herzlich willkommen im Antritt.
Wolfgangs Leidenschaft
Ja, grüß Gott Wolfgang, du handelst mit Tandems und noch längeren Fahrrädern. Warum machst du das? Weil es eine Leidenschaft von mir ist. Ich habe 1983 angefangen mit Tandemfahren, mit meiner ersten Freundin zusammen. Die erste größere Reise nach Ex-Jugoslawien gegangen.
Die Faszination am Tandem ist bei mir geblieben. Ich habe dazwischen viel dazugelernt und seit 1985 hatte ich dann Kontakt mit Santana Tandems und mein eigenes Geschäft angefangen. Tandem und Technik begleitet mich schon mein ganzes Leben.
Ja, also allein jetzt 1983 Jugoslawien könnte man schon eine eigene Folge wahrscheinlich drüber machen. Finde ich wahnsinnig interessant. Können wir aber jetzt nicht in der Tiefe behandeln. Aber du kannst uns ja mal eine Idee geben, was der Wolfgang damals für ein Mensch gewesen ist.
Ist er schon Radfahrer gewesen und hat das Tandem entdeckt oder ist das so aus dem Stand heraus Tandem gewesen? Und wie ist der Wolfgang damals mit diesem Thema in Kontakt gekommen?
Erste Erfahrungen
Er ist so, dass ich zwar nicht aus der sportlichen Seite, aber schon immer Fahrradtouren und Reisen gemacht habe, von jung auf. Jedes Jahr mit Freunden als ich so 15, 16 Jahre alt war. Und dann mit meiner ersten Freundin habe ich mir gedacht, ja, eigentlich die ist auch gerne Fahrrad gefahren, aber ich habe gedacht, ein Tandem ist einfach effizienter und macht mehr Spaß, wenn man zusammen am gemeinsamen Strick zieht und sich natürlich unterhalten kann.
Und das hat sich gezeigt, dass sich das einfach sehr bewährt hat. Ja, das heißt, diese Reise dann zusammen ist die wahrscheinlich relativ eindrücklich gewesen und die hat gut funktioniert als Team. Es hat schon gut funktioniert.
Als Tandemfahren musste ich mir selber beibringen. Mir hat keiner Tipps gegeben, wie es leichter oder wie man am besten anfährt. Wir waren gut beladen. Wir waren mit Zelt und Kocher und damaligen Sachen relativ primitiver Ausrüstung unterwegs. Ich schätze wahrscheinlich 40 Kilo plus was wir auf dem Tandem drauf hatten.
Und an Bergen mit der Übersetzung, die wir hatten, konnte man ja auch so wie mit der Technik, die ich damals gemacht habe, kaum anfahren am Berg. Das heißt, man musste immer erst mal bergab anfahren, dann wieder umdrehen und nach oben weiterfahren. Von daher stehen zu bleiben am Berg hat man sich möglichst gespart.
Aber mit der Zeit habe ich dann auch herausbekommen, wie die Technik besser geht.
Technik und Erfahrungen
Ja, über Technik müssen wir natürlich auf jeden Fall sprechen. Ich bin auch so ein kleiner Technik-Nerd, deswegen muss ich kurz wissen, was ist das damals für ein Tandem gewesen? Ich vermute, es war noch kein Santana, oder? Ja, das erste war ein Vollis-Tandem. Das habe ich mir nach einer Kopie sozusagen bei einem Fahrradhändler in München bestellt gehabt.
Ich habe aber auch in dem ersten Jahr noch etliches an Ersatzteilen rein investiert gehabt, weil das doch von den Belastungen, ob das die Laufräder waren, die Tretlager waren, verschiedene Sachen nicht ganz so haltbar waren. Aber ich bin mit dem einige Touren gefahren, auch nach Rom und ein bisschen nach Spanien runtergefahren zum Atlantik von Rosenheim aus. Ich habe mit dem Tandem etliche Touren zurückgelegt.
Ja, und Vollis, ich überlege gerade, ob es Belgien oder Frankreich ist. Ein französischer Hersteller. Ich habe sogar schon mal ein Vollis-Tandem gesehen. Das ist gar nicht so lange her. Eine Frage noch dazu: Bremsen. Was für Bremsen? Und Jugoslawien ist bergig, oder?
Erinnerungen an Jugoslawien
Ex-Jugoslawien, damalige Jugoslawien. Ja, es war schon sehr bergig und es waren auch viele Straßen. Ich erkenne es von später noch. Damals noch Richtung Istrien, dann da über die Insel gefahren. Das waren alles noch unbefestigte Straßen. Heute sind es halbe Autobahnen, die dort ausgebaut sind.
Auch die Fähren sind eher eine Art Fischerboot gewesen. Heute sind es große Fähren, die dort rüber gehen. Das war damals natürlich schon noch sehr viel idyllischer zum Radfahren. Wir sind auch zurück über den Wurzenpass gefahren, der gut steil war. Da bleibt einem nicht aus, als dass man hin und wieder das ganze Gefährt auch zu zweit schiebt.
Aber die Technik natürlich hat sich auch weiterentwickelt. Aber man hat auch viel Energie gehabt als junger Mensch. Das ist ja nicht so wild.
Der Weg zum eigenen Geschäft
Jetzt ist ja das eine, dass man das Tandemfahren entdeckt, was man damit machen kann, was man damit zusammen erleben kann. Das andere ist ja, ein Unternehmen zu gründen, das sich mit dem Verkauf von Tandems beschäftigt, zumindest teilweise.
Ich weiß gar nicht, ob das schon immer ausschließlich Tandems waren oder was du da gemacht hast. Wie kam es dazu, dass du gesagt hast, ich will damit handeln? Der Anfang mit dem Fahrradgeschäft war sehr interessant.
Ich hatte einem Händler in München, bei dem ich auch das Vollis-Tandem gestellt hatte, sehr viele Kunden zugeschustert, was Reiseradkunden waren oder anspruchsvollere Fahrradkunden. Irgendwann hat er zu mir gesagt, in Rosenheim, wo ich gewohnt habe, da gibt es kein vernünftiges Fahrradgeschäft. Ich soll doch selber mit dem Geschäft anfangen.
Ich hatte zwar kein Geld. Wenn man heute das sieht, was ich der Bank vorgelegt habe als Rentabilitätsvorschau, da würde jeder sagen, es hat mit Realität das Ganze gar nichts zu tun. Aber ich habe mit einem sehr kleinen Geschäft angefangen und habe dann relativ in der Anfangszeit auch schon Reiseräder entwickelt.
Ich habe dann gleich von Anfang an Kontakt mit Santana USA aufgenommen, habe im ersten Jahr noch die ersten zwei Tandems selber importiert. Zu der Zeit hatten die auch kein Interesse zu exportieren, weil sie alles in den USA verkaufen konnten. Aber dann hat sich das entsprechend gut weiterentwickelt.
Emotionen und Leidenschaft
Das heißt, es ist ein Fahrradgeschäft gewesen und du hast eigene Entwicklungen gemacht. Jetzt erinnere ich mich auch an Modelle wie Extratour. Ja, das heißt, Extratour, wo auch noch sehr viele rumfahren und sich immer wieder mal, egal wo auf der Welt, zum Teil treffen.
Das hat ein Reiserad, das ein bisschen aus meinem Kopf gekommen ist. Die Tandems waren von vornherein ein ganz fester Bestandteil. Ich hatte in dem ersten Laden, der nur 15 Quadratmeter war, zu Schluss hatte ich, glaube ich, fünf oder sechs Tandems im Geschäft.
Auch 15 Quadratmeter. Auch 15 Quadratmeter. Das war der Verkaufsraum, Werkstatt und Lager. Für Tetris war ich schon immer ein bisschen bekannt, wie man alles unterbringt. Ähnlich geht es mir heute auch, wenn ich auf eine Messe fahre, wie man alles in ein kleines Auto reinschafft.
Aber die Liebe fürs Tandem ist immer mehr geworden. Wir sind gleich bei diesem Thema eigentlich gar nicht mal so überraschenderweise bei Emotionen. Du sprichst auch klar von der Liebe fürs Tandem. Was würdest du sagen, wie emotional ist dieser Gegenstand eigentlich? Und wenn er es ist, warum ist er das?
Emotionale Dimension
Es ist emotional schon etwas sehr Wichtiges. Ich war zwar auch in jungen Jahren, als junger Mensch denkt man immer, er ist unfehlbar und auch alles geht und alles hat man im Griff und so weiter. Mit der Zeit bin ich schon deutlich gemäßigter geworden und war ja auch viel auf Tour mit Familie, Frau und Kindern.
Teilweise natürlich auch, möchte ich mal sagen, unverantwortlich war ich mit meinen Kindern unterwegs, oftmals viel zu schnell noch in jungen Jahren. Aus der heutigen Sicht sehe ich das eher unverantwortlich. Aber zum Glück ist nie was passiert.
Und es ist so, dass natürlich auch ein Tandem funktioniert nur in einer Beziehung, wenn man auch miteinander spricht, miteinander kommuniziert und auch Bereitschaft hat für Kompromisse. Das heißt, das funktioniert nur, wenn der Vordere so fährt, dass sich der Hintere auch sicher und wohl fühlt.
Man muss natürlich darüber kommunizieren, wenn man irgendwo Art Differenzen von Vorstellungen hat, wie man es auf der einen oder anderen Seite sieht. So etwas ist auch selbst nach über 40 Jahren Tandemfahren. Kommt es vor, dass der eine sagt, ich sehe das so und der andere sieht es so. Und dann muss man einfach mal darüber reden.
Kompromisse und Freiheit
Also mir kommt es darauf an, wenn ich auf Tour bin, dass möglichst nichts passiert. Und im Allgemeinen fühlt sich auch meine Frau sehr sicher und sehr wohl bei mir auf dem Tandem. Aber es gibt auch mal immer die eine oder andere Situation, wo sie einfach eine andere Meinung ist, wie ich mich verhalten sollte.
Ja, nun erwähnst du Kompromisse. Ich habe das neulich in einem anderen Gespräch so besprochen, dass man halt ein Stück Freiheit auch aufgeben muss, wenn man auf dem Tandem sich setzt und zusammen unterwegs ist. Und da schwingt was Emotionales mit, aber das kann ja auch was Negatives sein.
Also wenn ich einen Kompromiss schließe, dann kann ich also nicht einfach dahin fahren, wo ich will. Dann muss ich auf jemanden Rücksicht nehmen. Dann muss ich vielleicht mehr Verantwortung übernehmen, als ich das machen muss, wenn ich auf einem einzelnen Rad sitze.
Du lächelst schon so ein bisschen, als würdest du mir dazu stimmen. Und warum lächelst du trotzdem? Also ist das am Ende für dich trotzdem was Positives? Es ist was sehr Positives, weil ich bin auch früher oft mit meiner langjährigen Partnerin, sind beide auch vorne gefahren.
Wir sind mit den Kindern auch mit zwei Tandems unterwegs gewesen. Da ist es ab und zu ein bisschen leichter. Oft merke ich, wenn jemand vorne Antworten übernehmen muss, dass er dann auch wiederum anders fährt als wenn er nur ein Mitfahrer ist, das aus der Seite des Mitfahrers sieht.
Aber es ist das, was man halt aufgeben sollte, dass man jetzt einfach denkt, da ist eine schmale Lücke, da fahre ich schnell noch durch. Es sitzt noch hinten jemand mit drauf, der möchte einfach ein bisschen Sicherheitsabstand haben.
Oder wenn es zu schnell wird, dass der hintere einem ein bisschen Zeichen gibt, mir ist es wohler, wenn es ein bisschen langsamer ist, dann sollte man auch darauf reagieren. Man kommt deswegen ja auch nicht viel.
Ich hatte jetzt auch ganz früh mal so einen Spruch gehabt: Wer bremst, verliert sozusagen. Wer nicht bremst, kommt schneller in den Himmel. Aber ich sage mal, rein das ist schon sehr übertrieben. Aber inzwischen bin ich halt auch verstanden.
Ich sage, man möchte zusammen unterwegs sein, geht gewisse Kompromisse ein. Das Schöne ist beim Tandem, jeder kann mit der Kraft eben treten, wie er sich wohl fühlt. Man kommuniziert das entsprechend und fährt zusammen los. Man kommt zusammen an, man macht die Pausen zusammen.
Keiner muss auf einen anderen warten, man kann sich jederzeit unterhalten. Und ich selber genieße es auch, Stoker zu sein. Das ist leider, meine Frau möchte nicht Captain sein.
Rollen beim Tandem
Das sind die beiden Rollen beim Tandem, die können wir kurz erklären für die Leute, die die Begriffe nicht kennen. Stoker hast du erwähnt, das ist wer? Stoker ist der Mitfahrer, beziehungsweise ganz genau genommen eigentlich der Heizer, wie man es aus der Rennszene von Tandems her sieht.
Der Kräftigere sitzt hinten, das ist der Antrieb. Und der Captain ist der, der die Steuer in der Hand hat. Aber es hat damit jetzt mit dem Antrieb nichts zu tun. Ich kenne ein paar Rennteams, auch vom Mountainbike her gesehen.
Der Vordere hat eher die typische athletische Figur mit breiter Schulter. Und der Hintere hat im Prinzip einen schmalen Oberkörper und dicke Schenkel, um möglichst viel Kraft zu übertragen. Das ist aber auch kein Muss, was Tandem anbelangt. Das stammt halt aus der Sportszene mehr.
Ich finde, wir können diese emotionale Dimension mal so ein bisschen im Raum stehen lassen. Und die können wir über das Gespräch noch beantworten und am Ende nochmal da hinkommen. Denn ich glaube, da ist noch ein bisschen was zu sagen zu dem, was das dann wettmacht, dass man die Kompromisse eingeht, dass man was aufgeben muss.
Da muss ja was auf der positiven Seite noch sein, von dem mir viele Leute erzählen, die Tandem fahren. Ich kenne das auch, du kennst es wahrscheinlich auch.
Fragen von Interessierten
Aber lass uns mal dem Thema so nähern, wie ihr zum Beispiel eine Person oder ein Paar oder einfach zwei Menschen, die vielleicht zu dir in deinen Laden kommen, der vielleicht nicht mehr 15 Quadratmeter groß ist, aber die so ein Grundinteresse haben an dem Thema, aber vielleicht auch so Fragen, die eventuell typisch sind.
Ich habe so die Vorstellung, dass es die vielleicht gibt. Was sind Fragen die dir häufig gestellt werden? Ja, weil es gerade vor Kurzem auch hier auf der Messe gewesen war, auch ein paar da, die schon ein bisschen älter sind.
Aber da auch die Frau als erstes gesagt: Hinten drauf sieht man dann noch mehr als bloß den Rücken vom Vordermann. Vom Grundsatz her gesehen, beim Tandem, wie gesagt, mit Freunden fahre ich äußerst gerne auch hinten.
Ich sehe hinten den Fensterplatz und da habe ich hinten die große Freiheit, dass ich sage, ich muss nicht aufpassen, kann in die Landschaft schauen, kann auch, wenn ich will, mal schauen, was macht mein Körper, wie bewegt sich mein Körper, was machen meine Muskeln, was macht meine Atmung.
Oder man riecht Sachen oder man hat natürlich viel Zeit, in die Landschaft zu schauen, um auch zu fotografieren oder ähnliche Sachen zu machen. Oder mal dahinter schaue auf die Karte. Ganz früh in den ersten Touren hat man meistens eine Karte sozusagen den Vordermann auf den Rücken gesteckt mit einer Sicherheitsnadel.
Und der kann dann schon mal schauen, wo geht es lang. Dann hat man einen, der schon mal dirigiert, wo es lang geht. Genau. Und das ist dann viel einfacher als mit zwei einzelnen Fahrrädern.
Emotionale Vorteile des Tandemfahrens
Und die Kommunikation ist einfach sehr kurz gelegen. Ich sehe im Tandem auch, es gibt mal andere Vorteile zum Reisen und kann man danach noch kommen, dass es viel einfacher ist vom Transport und Mitnehmen.
Aber rein von der Emotion, man macht was zusammen, man plant was zusammen, man fährt zusammen los und man überlegt, wie weit fährt man. Und es ist so, dass am Abend beide gleich, so wie sie es haben wollen, erschöpft oder haben ihr Soll sozusagen erfüllt, ohne dass irgendjemand sagt, er hat die ganze Zeit nur am Limit gefahren oder er hat sich ja kaum bewegt, was ja eher hin und wieder mal bei Solofahrern vorkommt.
Ja, dieses mit dem leichten Transport, was du ansprichst, das interessiert mich. Da können wir später nochmal, wenn wir über Technik sprechen, drauf kommen. Zu diesem Annäherungsprozess, wenn Leute irgendwie auf das Thema zugehen und sich damit beschäftigen.
Was ich oft höre, ist, mir würde es total schwer fallen, da Vertrauen zu fassen. Ich hätte da kein Vertrauen, also vor allen Dingen von Leuten, die hinten drauf sitzen, so potenziell. Kennst du das auch? Und gibt es da aus deiner Erfahrung Möglichkeiten, dieses Vertrauen aufzubauen?
Vertrauen aufbauen
Ja, grundsätzlich gesehen sehe ich es auch sehr wichtig. Das hat auch der Bill McCready, der mir auch viel Tandem-Technik beigebracht hat, der Gründer von Santana, viel gezeigt, wie man beim Tandem am besten aufsteigt, auf was man zu achten hat und so weiter.
Vertrauenssache ist ein ganz großes Thema. Das wäre einfach ein ganz simpler Vergleich. Wenn mir jemand sagt, ich bin als Jugendlicher mal Moped gefahren und jetzt leih ich mir mal irgendwo im Ausland ein Motorrad aus und setze meine Freundin hinten drauf, wenn die dann gleich Vertrauen hat, dann ist es schon sehr hartgesotten.
Ich würde da nicht unbedingt Vertrauen haben. Es gehört einfach ein bisschen eine Art Fahrschule dazu. Wie steigt man auf? Wie fährt man an? Vom Grundsatz gehe ich eigentlich immer so vor, weil eigentlich auch was sehr, sehr Wichtiges ist, dass die Frau merkt, man kann hier Vertrauen haben.
Man muss mit der Frau erst einmal so fahren, dass es mir ihr zeigt, dass es einfach geht, das Aufsteigen, das Fahren und dass auch sehr entspannt hinten drauf sein kann vom Fahren.
Fahrschule für Tandemfahrer
Und was auch der zweite Punkt, der sehr wichtig ist, ist, dass genauso auch der, der sonst vorne fährt. Oft sagen die, ich fahre eh hinten nicht. Auch, dass der zukünftige Käpt’n auch hinten mal mitfährt, dass er einfach die Warte des anderen auch sieht.
Damit kann er Situationen ganz anders einschätzen, wie sich das anfühlt. Das ist so eine Art Fahrschule, die ich grundsätzlich mache. Und wenn diese Art Fahrschule geschieht, dann ist auch natürlich ein Vertrauensaufbau sehr viel leichter.
Die bietest du sozusagen mit an, diese Fahrschule? Ja, das ist eine Grundlage. Selbst wenn Leute schon länger Tandem fahren, sage ich denen, ich gebe euch gern noch ein paar Tipps. Und die meisten nehmen die sehr gerne an und merken, es geht anders doch noch leichter und besser.
Und ich möchte einfach auch sehr für Leute sagen, wir kommen ihnen gar nicht klar. Hin und wieder mal gibt es jemand, der hinten drauf sagt, ich kann das gar nicht, ohne dass ich selber lenke. Ja, wenn es nicht funktioniert, funktioniert es nicht.
Das ist zwar äußerst selten, aber es ist so, dass eigentlich in der Regel das Smiling von der Frau kommt, wenn die hinten drauf mitfährt und merkt, schön ist es, da in die Landschaft schauen zu können, nicht aufpassen zu müssen, wenn man vorne vorausschauend fährt.
Geschlechterrollen beim Tandemfahren
Und im Verhältnis auch dann hat der Mann einen gewissen Vergleich, steht unter einem bisschen halt. Meistens der Mann, ich will jetzt nicht Mann und Frau. Es gibt auch Frauen, die vorne fahren. Es gibt auch Teams, wo es andersrum ist, wo die Frau vorne fährt und der Mann hinten.
Aber es ist so, dass dann der zukünftige Käpt’n auch ein bisschen so unter Druck ist und merkt, ich muss jetzt mal schauen, versuche mein Bestes zu geben, dass ich es so gut wie möglich mache.
Genauso wenn jemand jetzt einen Führerschein macht und einen Fahrprüfer drin sitzen hat, dann wird er auch schauen, dass er sich möglichst gut verhält beim Fahren. Und das ist eigentlich der erste Schritt, um Vertrauen zu schaffen.
Dynamik und Fahrverhalten
Du bist jetzt in deiner Beschreibung von Stoker und Käpt’n zu Frau und Mann gewechselt. Ist der Hintergrund, dass es deine Erfahrung ist, dass die meisten Paare, wenn das Mann und Frau sind, die zu dir kommen, dass dann so, ich sage mal klassisch, die Frau hinten sitzt, der Mann vorne?
Das ist klassisch das Übliche, ein bisschen aus dem Grund heraus, dass natürlich, dass sich allgemein vom Fahren jemand, der größer ist, leichter tut, einen kleineren, leichteren sozusagen zu fahren als andersrum. Wo es andersrum auch geht.
Es gibt auch kleine Frauen, die ein schweres Motorrad fahren können. Das ist nur eine Frage der Technik. Grundsätzlich geht das, aber es ist natürlich von der Einstellung und von den Sachen leichter.
Aber es gibt auch einige Teams, wo es die genau andersrum fahren. Ich kenne auch Männer oder Frauen, die sagen, für uns passt es einfach besser, wenn die Frau vorne fährt. Das ist auch nichts dagegen zu sagen.
Ich selber hätte auch gerne eine Frau, die mehr vorne fährt. Das Hintenfahren ist nämlich wirklich ziemlich gut. Das Hintenfahren ich fahre auch Mountainbike-Tandem und da bin ich oft auf extremen Strecken, auch Rennen, hinten drauf.
Hinten drauf spürt man am besten, was los ist, wenn man dabei sogar die Augen zumacht, selbst im Gelände. Das ist natürlich schon ein großer Vertrauensbeweis, aber nur dann merkt man, genau, was jetzt genau in welchem Moment der Vordere gerade braucht, um sich möglichst neutral zu verhalten.
Ein guter Stoker ist der, der den Vordere vom Fahrverhalten gar nicht spürt, sondern eigentlich nur spürt, wenn er Unterstützung in gewissem Maß braucht. Über das Fahrverhalten sprechen wir gleich.
Fahrverhalten im Vergleich
Nur eine kurze Nachfrage: Heißt es also, dass diese Faustregel, die ich so kenne, also manche Leute sagen, der schwerere Mensch sollte vorne sitzen, es ist fahrdynamisch besser. Heißt das, dass das gar nicht so zutrifft, dass es auch geht, dass zum Beispiel ein leichterer Mann, Frau vorne sitzen kann und dann in der Stoker-Position jemand Schwereres sitzt?
Grundsätzlich geht das. In manchen Fällen ist es auch notwendig. Ich hatte auch einmal ein Team da, wo der Mann eine starke Seheinschränkung hat, im Prinzip nichts sieht. Die Frau war sehr klein, knapp über 1,60 m groß, der Mann eher 1,85 m. Vom Gewicht her gefühlt eher doppelt so schwer.
Die haben sich auch schon öfters bei anderen Fahrradgeschäften die haben eine Tandem-Baserie. Die haben mir alle gesagt, das geht gar nicht, sie kann ihren Mann nie fahren. Mit denen habe ich Fahrschule gemacht.
Da bin ich auch mal mit dem Mann hinten drauf gefahren und habe gemerkt, wie der sich verhält. Ich habe aber dann Fahrschule mit der Frau gemacht. Da bin ich als Stoker gefahren, um der Frau zu zeigen, sie kann auch vorne fahren.
Ein guter Stoker kann auch den ein oder anderen Fahrfehler des Vorderen ein bisschen unterstützen, damit es besser zurechtkommt. Dadurch ist das Vertrauen entstanden, hat sie gemerkt, sie kann das.
Sie hat gesagt, es wird ein bisschen schwerer mit ihrem Mann, weil er ein bisschen unbeweglicher ist oder ein bisschen spontan. Wir sind die nächsten 25 Jahre kontinuierlich immer mit dem Tandem unterwegs auf Tour. Die wohnen nicht so weit weg von uns, wo wir sind. Immer wieder treffe ich sie und bringe sie das Tandem mal alle ein, zwei Jahre zum Service vorbei.
Fazit
Aber andersrum geht es auch. Das klingt doch gut. Dann kann man sich nach Lust und Laune auf dem Rad positionieren, sofern man auf den Rahmen halbwegs drauf passt. Fahrverhalten hast du schon angesprochen. Ich habe mir ein paar Punkte notiert oder darüber nachgedacht, was dieses Fahrverhalten oder generell die Fahrdynamik mit einem Tandem unterscheidet von einem klassischen Einsitzer.
Ja, von einem halben Fahrrad. Richtig. Genau. Wie ist das im Vergleich? Ich kann dir einfach mal sagen, worauf ich so gekommen bin. Du kannst mir sagen, ob du das bestätigst.
Das Erste, was mir einfällt im Vergleich zum halben Fahrrad, ist, dass ein Tandem für mich wirkt wie ein Geländeverstärker. Weißt du, was ich damit meine? Geländeverstärker zwar vielleicht nicht direkt, aber vielleicht ist es so, dass man einen in Windschatten hat.
Im Verhältnis mit einem Tandem. Wenn es zum Beispiel zwei gleich starke Leute sind, ist man in der Ebene gefühlt oder auch tatsächlich um einige Stundenkilometer schneller. Man kann auch natürlich viel leichter halbe Fahrräder, wie ich jetzt die nicht-Tandems nenne, relativ leicht in Bedrängnis bringen oder abhängen.
Ich bin auch mal eine längere Strecke mit einem Freund, 360 Kilometer, gefahren. Das waren vier Soloradler mit Rennrädern, die eigentlich sehr gut drauf fahren, aber die sind dann doch über 90 % der Strecke in Windschatten gefahren. Das funktioniert ohne Probleme. Man ist einfach schneller, effizienter. Manche sagen zwar, am Berg langsamer. Das ist aber nicht unbedingt so.
Die Sache ist, ich kann mich nur erinnern, das ist nur die Frage des Alters, wie man sich auch misst und wie die Berge beim Alter immer steiler werden. Aber es ist so, dass zwei gute Fahrer, die gut aufeinander abgestimmt sind, auch am Berg mindestens genauso schnell sind wie Rennradfahrer. Einmal hatte ich das in den USA, auf der Trainingsstrecke von Profi-Rennradlern oder Semi-Profi-Rennradlern, die trainiert hatten, wo wir die dann abgehängt haben im Tandem.
Ich meinte, so ein bisschen das in die Richtung: Ebene ein bisschen schneller, bergab logischerweise ist man deutlich schneller, wenn man das möchte. Bergauf, du hast gesagt, wenn man ein eingespieltes Team ist oder wenn man sehr trainiert ist, dann kann man so schnell sein wie gut trainierte Rennradfahrer. Aber ich kenne es auch oft, dass man am Berg einfach ein bisschen langsamer ist. Ich kann es mir oder ich weiß gar nicht, ob ich es mir genau erklären kann, warum das so ist, aber das ist so meine Erfahrung.
So meine ich das mit dem Geländeverstärker. Also wenn es nur leicht hoch geht, merke ich das schon anders auf dem Tandem. Aber auch wenn es leicht bergab geht, bergab ist man deutlich schneller. Man merkt es, wenn man so gewisse Art RTFs in Kombination mit Solo-Radlern fährt. RTF steht für Radtourenfahrten. Wenn es hoch ein bisschen bergab geht, dann RTF Radtourenfahrten.
Das sind so Tourenfahrten mit Solo-Fahrrädern. Wenn man dann mit dem Tandem mitfährt, wenn man dann so ein bisschen kopiertes Gelände hat, dann nimmt man natürlich sehr viel mehr Schwung bergab schon mit, dass man unten am nächsten Berg die nächsten schon mit einem deutlichen mehr Moment überholt. Und am Berg, ich kann mich noch erinnern, so aus der Anfangszeit, wo ich gut und meine Frau gut drauf war, auch auf Tour mit Gepäck, da waren öfters mal am Berg am Anfang Rennradfahrer, die uns kurz mal überholt haben.
Aber dann, wenn man seinen Rhythmus gefunden hat, meistens nach der halben Strecke an einem Pass rauf, hat man die gleichen Leute plötzlich wieder im Takt gehabt. Also von daher, es ist sagen wir mal, man kann schneller reagieren mit dem Rennrad. Beim Tandem kann man bergauf nicht so leicht im Stehen fahren. Ist auch nicht ganz so ergonomisch beim Tandemfahren, als im Stehen fahren.
Man kann im Stehen fahren, wenn man aufeinander abgestimmt ist, erfordert aber einfach mehr Konzentration. Und deswegen sollte man auch im Tandem eine Übersetzung haben, in der man auch im Sitzen noch einigermaßen brauchbare Trittfrequenz hat am Berg. Aber es ist nicht von vornherein am Berg schlechter.
Ich habe mir noch notiert: Traktion. Ich nehme die Traktion auf dem Tandem schon anders wahr als auf einem halben Fahrrad. Und das hat, finde ich, auch Auswirkungen auf die Kurvengeschwindigkeit, die ich erzielen kann. Kennst du das? Ja. Traktion in zweierlei Hinsicht kenne ich. Traktion, früher hat man die Kurven zum Teil 90 Grad versetzt gehabt. Auch aus einem anderen Grund, weil oft Freiläufe nicht die Belastung vom Tandem standhalten haben.
Und wenn man jetzt die Kurven versetzt, wird eben der Totpunkt sozusagen überbrückt. Und damit rutscht man viel weniger leicht auch durch bergauf. Ich hatte zum Teil schon Bergstrecken gehabt, wenn es eine nasse Straße war, dass das Hinterrad durchrutscht, wenn es parallel steht, wenn es eine schmierige Straße ist. Und früher, manche, die auch schon seit 25, 30 Jahren und länger Tandem fahren, fahren immer noch versetzt.
Schaut ab und zu ein bisschen verwegen aus, wenn man es von hinten betrachtet. Aber damit kann man auch nicht im Stehen fahren. Das funktioniert nicht. Aber es ist natürlich auch ein insgesamt runderer Antrieb, genauso wie ein Vierzylinder beim Auto. Natürlich sind die Kolben entsprechend versetzt. Aber heute ist es vom Fahrverhalten einfacher, wenn es parallel gestellt ist.
Ja, und ich kenne es aber auch beim Bergabfahren. Also ich habe mit dem Tandem, sage ich mal, 200 Kilo, habe ein bisschen Gepäck dabei, je nachdem, wer drauf sitzt. 200 Kilogramm Gewicht, dann habe ich ja einen anderen Anpressdruck, weil ich habe ja trotzdem nur zwei Reifen. Und das ist so das, was ich meine.
Ja, was dabei ist, ist natürlich eins: Ein Tandem hat einen längeren Radstand und zwei Vorteile gegen ein Solorad. Dabei hat das Hinterrad natürlich mehr Bremswirkung übernehmen kann, das Hinterrad kommt natürlich nie hoch und auch das Hinterrad, selbst wenn man mal versehentlich blockiert auf einer glatten Straße, einen nicht so schnell überholt wie beim Solofahrrad. Aber vom Grundsatz natürlich sollte man so fahren, dass man möglichst auf der Straße nicht auf Gleitreibung umstellt.
Ja, das ist sowieso nicht zu empfehlen. Gibt es noch andere Sachen, wo du sagen würdest, da ist das Fahren selbst mit dem Tandem besonders? Geschwindigkeit hatten wir schon, Geschwindigkeit, Gelände, Traktion, das sind so für mich die Punkte. Gibt es da noch andere, an die ich nicht gedacht habe? Heute speziell fällt mir jetzt nichts ein.
Gut, wir sind früher auch viel mit Kinderanhängern gefahren. Da hat man natürlich auch das Gewicht viel besser verteilt und wenn es an einem Solofahrrad hängt, das zieht sich angenehmer. Und im Tandem hat man mehr Fahrruhe als im Solofahrrad, was das Fahrverhalten anbelangt.
Ich habe es in der Einführung gesagt und du hast es auch schon ein paar Mal erwähnt: Du bist dann Händler geworden für Santana, für diese Firma, die sich auf Tandems spezialisiert hat. Das ist ein interessanter Punkt. Aus welchem Grund hat das für dich eine Rolle gespielt? Denn du hast ja zum Beispiel auch das Follies Tandem gehabt und es gab damals wahrscheinlich noch ein paar mehr Hersteller, auch in Europa, die Tandems hergestellt haben, neben anderen Rädern.
Hat deine Entscheidung für Santana etwas damit zu tun, dass das ein spezialisierter Hersteller ist? Hat das vielleicht was mit Tandem-Technik zu tun? Du hast eben schon das mit dem Freilauf und dem Durchrutschen erwähnt. Ja, das Ganze ist so: Ich hatte damals, das war 1985, einen Artikel über Tandems. Damit habe ich zum ersten Mal einen Kontakt zu Santana gehabt, wo Tandems getestet wurden und was berichtet wurde über Santana, dass die sich rein auf Tandems spezialisieren und einfach die besten Tandems bauen wollen.
Das ist der Hintergrund davon. Deswegen hat mich das auch sehr interessiert. Und ich hatte auch in der Anfangszeit auch andere Marken noch parallel importiert. Santana war damals auch schon im hochpreisigen Segment, was die Tandems anbelangt. Zu bestimmten Zeiten hätte ich es mir auch nicht leisten können. Ich habe damals auch Burley importiert in der ersten Zeit, um im Einstiegsbereich was zu haben.
Aber ja, ich habe viele Händler auch Vollis hat später noch oft mal Ersatzteile von mir bezogen für Tandems oder Spezialteile, die ich im Geschäft geführt habe. Aber richtig ist, es eigentlich losgegangen mit Santana. Ich habe zwar bis 1980 schon einige Tandems importiert gehabt, aber wir sind damals von Denver, Colorado, die gesamte Strecke bis Los Angeles über die ganzen Nationalparks, Grand Canyon, Glen Canyon, Mesa Verde, Four Corners usw. bis Flagstaff durch die Wüste bis Los Angeles gefahren zur Messe.
Da war die Messe gegenüber von Disneyland in Anaheim. Das war die Interbike damals oder Interbike in Anaheim. Dann war ich dort auf der Messe und dann hat Bill McCready, den ich seit immer sehr guten Freunden, mich angesprochen gehabt. Er bietet mir jetzt hier an, wenn ich jetzt hier im Vertrag für ein Dutzend Tandems unterschreibe, dann bekomme ich zwei Tickets für Disneyland.
Dann habe ich gesagt, das können wir gerne machen, weil ich möchte eh Tandems verkaufen. Von daher habe ich dann auch gemerkt, dass ich das Gesamt vom Geschäft ernst meine mit den Tandems. Wie war Disneyland? Disneyland war ganz nett, auch in Erinnerung her gesehen. Aus meiner Sicht von damals war das schon auch einfach eine ganz andere Welt.
Auch manche andere Erlebnisse dort, wo viele Messen auch in den USA waren, ob das Las Vegas ist oder sonst wo, das ist halt eine sehr konträre Welt zu mancher europäischen Welt. Aber die Freundschaft ist jetzt sehr stark geblieben. Wir sind seit über 40 Jahren gut befreundet und verstehen uns sehr gut.
Von daher habe ich auch keinen Bedarf, sozusagen. Viele Tandemfirmen sind aufgestanden während der Zeit und fast alle sind wieder verschwunden vom Markt. Eine der wenigen ist eben die Santana, die noch übrig sind am Markt, weil die großen Hersteller alle den Tandemmarkt inzwischen verlassen haben, weil nicht genügend Stückzahlen da sind oder der Markt für sie nicht interessant genug ist.
Über die Gründe dafür will ich gerne mit dir später noch sprechen. Aber ich glaube, das ist eine jüngere Entwicklung. Vorher würde ich mit dir gerne über etwas sprechen, was ich jetzt mal so arbeitstitelmäßig die Hochzeit des Tandems nenne. Vielleicht auch aus eigenem Erleben, weil ich bin so in den 90er Jahren mit dem Thema in Kontakt gekommen und habe da auch den Eindruck, dass es damals mehr Tandems gab.
Du sagst, so in den 80ern hast du Santana kontaktiert, du hast für zwei Disneyland-Tickets dich entschieden, dann mindestens zwölf Stück zu importieren. Wie hat sich diese Partnerschaft dann entwickelt? Wie ging das weiter? Inzwischen heißt du Santana Europa, das ist ja schon mehr als Santana Rosenheim.
Ja, ich habe zuerst IFMA ausgestellt 1991, dann auf der Eurobike, der ersten Eurobike. IFMA war eine Fahrradmesse in Köln, Vorgänger der Eurobike. Dann gab es die Konkurrenzmesse in dem Jahr dazwischen, die Eurobike. Da hat man auch einen sehr interessanten Stand immer gehabt über die ersten Jahre, den Stand 1, Halle 1, direkt neben dem Haupteingang.
Da waren auch einige andere interessante Geschichten dabei, wie der Bill Macready, der Owner von Santana, wie wir den mal abgeholt hatten in Zürich mit einigen Messerädern, wo er dann mit dem Anzug um den halben See herumgefahren ist mit einem Rennrad von mir. Aber so haben sich natürlich die ein oder anderen Dinge mit ergeben in der Zukunft.
Und wie hat sich das Tandem entwickelt in der Zeit? Ja, das Tandem, ich würde jetzt einfach mal ganz sagen, von 1990 bis 2000 oder knapp über 2000 würde ich einfach mal die Hochzeit sehen, wo ich selbst die höchsten Stückzahlen verkauft hatte. Aber es ist natürlich dann das E-Bike gekommen, Anfang 2000.
Und für viele war natürlich dann erst einmal, man kauft jetzt mal ein E-Bike, wenn jemand vielleicht ein bisschen schwächer ist, wie der andere. Und das hat natürlich schon einen Einfluss auf den gesamten Tandemmarkt gehabt. Die, die schon immer Tandem gefahren sind, die kennen da die anderen Vorteile vom Tandemfahren.
Nicht nur, dass jetzt einer dem anderen nicht hinterherkommt, sondern dass man an einem gemeinsamen Strang zieht, sich unterhalten kann und nur einen Gefährten hat. Und wo man vielleicht darauf kommt, auch zum Reisen finde ich es viel geschickter als E-Bikes. Aber dann kam das E-Bike und dann ist es, sagen wir mal, insgesamt abgeflaut.
Die meisten, die Tandems gemacht haben, sind nach und nach ausgestiegen aus dem Markt. Egal, ob das jetzt Marken wie Trek sind, die auch viel am Markt waren. Und irgendwann ist auch Cannondale ausgestiegen. Und ein anderer Größerer, der auch immer Tandems gemacht hat, Lapierre in Frankreich, der ist auch irgendwann ausgestiegen.
Im Prinzip gibt es nur, außer ein paar kleinen Tandemschmieden, kaum mehr Tandemhersteller auf der Welt. Ich habe eine Theorie dazu. Also die ist nicht besonders ausgefuchst, aber diesen Zusammenhang mit dem E-Bike so kenne ich das auch. Habe ich schon öfter gehört.
Wir haben, glaube ich, auch schon mal darüber gesprochen. Wir haben ja vorhin darüber geredet, dass es so ein paar, sage ich mal, Hindernisse gibt auf dem Weg zum Tandem. Also wo Leute so Fragen haben: Kann ich dem vertrauen? Wie ist das, wenn ich hinten drauf sitze? Bin ich da ausgeliefert? Und dass man so eine gewisse Schwelle überschreiten muss.
Man muss Vertrauensvorschuss geben. Man muss zusammen lernen. Das dauert alles eine Weile. Und so ein klassischer Tandem-Anwendungsfall, auch dass zwei Menschen, die nicht die gleiche Leistungsfähigkeit haben, sich auf ein Tandem setzen und damit mit gleicher Geschwindigkeit zusammen an ein bestimmtes Ziel kommen.
Und dass man das durch das E-Bike halt nicht mehr muss. Also man muss diese Schwelle nicht mehr überschreiten und kann, manche würden vielleicht sagen, die Illusion haben, dass es auch so geht und dass man mehr Freiheit hat, wenn man ein oder zwei motorisierte Fahrräder da einsetzt. Ist das das Ding?
Ja, es ist dann was Zweites, was mit reinspielt. Vielleicht ist es auch eine Generationenfrage gewesen, wo ich das Gefühl habe, das kehrt jetzt eher wieder ein bisschen zurück, dass jeder will seine Freiheit für sich leben. Und jeder will eigentlich über alles, was er macht, nur selber immer die Entscheidungsfreiheit lassen.
Und ein bisschen glaube ich kehrt auch wieder zurück, dass da auch eine Gemeinschaft nur wirklich gut funktioniert. Und diese auch bereichert eine Gemeinschaft, wenn man hin und wieder mal die ein oder anderen Kompromisse eingeht. Dass man da auch eine große Freiheit dadurch hat, als wenn jeder nur für sich selbst unterwegs ist.
Es gab eine gewisse Zeit, würde ich mal sagen, so eher zwischen 2005 und 2015 gefühlt, wo eigentlich viele Leute eher gesagt haben: Warum Tandem fahren? Der andere Partner oder wenn ich einen Partner habe, der soll für sich selber fahren. Und warum soll ich für den anderen irgendwas machen oder mitmachen oder den anderen unterstützen mit irgendwas?
Jeder kann doch für sich selber fahren. Aber dass das eher wieder ein bisschen umgeschlagen hat, dass man merkt: Gemeinsam oder Gemeinsamkeiten stärken einen auch von beiden Seiten. Und dass man nicht nur alleine weiterkommt.
Das ist interessant, dass du diese Beobachtung machst. Hast du eine Idee dazu, woran das liegt, dass sowas umschlägt dann auch? Ich glaube, dass das eigentlich auch eine Zeitfrage ist oder auch einfach eine Schwellenentwicklung in der gesamten Gesellschaft immer wieder ist.
Dass so Tendenzen da sind, wo jeder einfach sagt: Egoistisch, eher ich mache nur das, was ich will. Und die anderen müssen einfach spuren und eigentlich das andere ignoriert. Und irgendwann schlägt es doch wieder um, wo man merkt: Eigentlich, wenn man ein bisschen Kompromisse eingeht, haben eigentlich alle mehr davon und ist es gefühlt für mich auch gesehen irgendwie lebenswerter.
Man kann sich ja darauf verlassen, wenn einfach einmal einer mal nicht so gut drauf ist, dass ein anderer sozusagen einen unterstützt und man nicht nur auf sich selbst angewiesen ist. Dass da eigentlich auch eine Tendenz da ist. Das ist auch ganz klar in Tandem-Gemeinschaften.
Ich veranstalte ja auch Tandem-Treffen. Und man merkt, dass eigentlich Tandemfahrer im Allgemeinen rücksichtsvoller Fahrrad fahren und vorausschauender Fahrrad fahren als Solo-Fahrradfahrer. Und auch im Allgemeinen, wenn mal was wäre, auch hilfsbereiter sind, wenn mal irgendwo jemand Hilfe benötigt.
Ich finde das nachvollziehbar. Ich muss aber auch sagen, dass ich das mit dem, sage ich mal, allein auf einem halben Fahrrad, diesem Freiheitsgedanken, dass ich das auch nachvollziehbar finde. Weil das ist ja auch mit vielen Menschen, wenn man über deren Fahrradbiografien sozusagen spricht, dann gibt es oft diese Momente, wo sie feststellen, vielleicht als Kinder: Hey, ich kann mit dieser Maschine alleine irgendwo hin.
Ich bin selbstbestimmt, ich kann meine eigenen Entscheidungen treffen. Das ist ja auch erst mal was total Positives. Also insofern ist das vielleicht dann so, stelle ich es mir ein bisschen vor, ist das vielleicht dann die folgende Entdeckung: Ich mache erst mal ich erradle mir erst mal meine Freiheit und dann stelle ich fest: Hey, wie wäre es denn, wenn ich das wiederum mit jemandem teile?
Ja, stimmt. Das ist so eine Entwicklung einfach oft mit da, dass man dann merkt, oft wird man ja auch, wenn man mal mit dem Tandem unterwegs ist, Solo-Fahrräder, das dann mitbekommen und sagen: Oh, man merkt plötzlich, da die Frau kriegt ein bisschen glänzende Augen und sagt dann: Oh, das wäre vielleicht auch was.
Das könnte man doch mal ausprobieren. Hin und wieder sieht man den Mann, der dann eher ein bisschen bloß reingrinst und sagt: Hm, ist das so? Was, wirklich? Ja, gefühlt. Weil er sagt, er hat das Vertrauen noch nicht oder weiß noch nicht, ob das jetzt auch wirklich funktioniert oder ob er sich es zutraut oder auch nicht.
Und man muss es einfach probieren. Und am besten halt ein bisschen eine Einführung bekommen, damit einfach auch das vom Vertrauen her stimmt. Das ist das A und O. Ich habe auch gerade an diese Momente gedacht.
Du erwähnst die Frau mit den glasigen Augen. Ich kenne das auch so, dass man ist irgendwie unterwegs mit dem Tandem und dass dann die Reaktion von Leuten drumherum die ist grundsätzlich positiver, als wenn ich mit einem Einzelrad unterwegs bin, also mit einem halben Fahrrad. Und was mich auch immer wieder verblüfft, ist die Reaktion von Kindern, die in vielen Fällen sofort absolut positiv auf dieses Fahrzeug reagieren.
Und ich frage mich dann manchmal: Was ist denn das eigentlich? Weil mir kommt es so vor, dass sie gar nicht überlegen. Also die sehen irgendwas, die sehen ein Tandem angerollt kommen und die finden es sofort gut. Und die denken da gar nicht drüber nach, habe ich das Gefühl. Also muss es irgendwas ansprechen, auch für andere Leute.
Kennst du das? Ich kenne das schon auch, die Emotionen, die das auslöst, wenn man irgendwo fährt, dass einem Leute anlächeln. Oder ganz am krassesten war es einmal auf einer Tour, schon lange her, in Neuseeland, mit einem Dreisitz und Anhänger, unterwegs waren.
Drei oder viermal waren wir auf der Tageszeitung auf der Titelseite. Die haben zum Teil von der Presse her eingefangen, haben gesagt, wir müssen jetzt irgendwas schreiben, weil es einfach etwas Besonderes ist. Oder dass Leute gesagt haben: Was macht ihr? Wo wollt ihr eigentlich noch hin? Wir würden euch gerne einladen oder so.
Das ist einfach eine Emotion, wo man merkt, dass es vielleicht ein romantisches Bild ist. Vielleicht auch manche würden sagen, vielleicht die Illusion. Aber zumindest die Idee davon: Okay, da sind zwei Menschen und die arbeiten zusammen und die kommen auch miteinander klar und die kriegen das irgendwie hin mit der Kommunikation.
Und deswegen kommen sie auch zusammen irgendwo an. Was ja gerade, wenn es einem nicht so gut geht oder in gestressten Zeiten, das ist ja ein sehr positives Bild. Ich finde es ein bisschen romantisch.
Ja, vom Grundsatz ist es dann im Tandem auch romantisch. Es ist auch so, wenn sich meine Frau hinten drauf wohlfühlt, dass sie oft einfach sagt: Ich streiche kurz mal den Rücken runter. Dann merkt man, sie fühlt sich jetzt wohl. Sie freut sich, wie sie gerade unterwegs ist.
Und das geht mit Solo-Fahrern eigentlich nicht, dass man solche Dinge, solche Momente so teilt. Ja, ich habe auch das Gefühl, die Momente werden größer, wenn man sie teilt. Und ich habe sogar manchmal so den Gedanken, dass es gar nicht so sehr darauf ankommt, was das jetzt für ein Moment ist, sondern dass das Teilen eigentlich wichtiger ist.
Also dass selbst Sachen, die eigentlich beschwerlich sind, also ich fahre irgendwo einen steilen Berg hoch und es ist wirklich anstrengend oder ich komme in den Regenguss. Das finde ich zwar manchmal auch auf dem einzelnen Rad irgendwie cool, das so Type 2 Fun oder so, wie man das nennt.
Aber ich finde, immer sobald ich das teile mit jemandem und das zusammen durchlebe, hat das immer nochmal eine ganz eigene Qualität. Dann habe ich auch das Gefühl, dann halte ich mehr aus. Ja, grundsätzlich gesehen finde ich schon den Zusammenhalt da deutlich mehr.
Und ich merke auch, man spürt, wenn der andere am Ende ist, irgendwie oder ein bisschen mit den Kräften zerrt. Ganz früher, wo wir lange Touren, wo wir sehr lange Strecken gefahren sind, waren damals meine Partnerinnen auch so, dass die sich am Anfang ein bisschen zurückgehalten haben.
Und ich konnte mich darauf verlassen, wenn ich langsam mal an meine Grenzen blehe bekomme und meine sehr erschöpft sind, dass ich dann doch noch gut unterstützen kann mit Und dadurch gleicht sich einfach das viel mehr aus. Da sind wir wieder bei dem emotionalen Tandemfahren.
Wir haben schon beschrieben, oder du hast beschrieben, dass es weniger Tandems gibt, dass das E-Bike dem Tandem einige Anteile weg, wie sage ich dazu, weggenommen hat. Und Santana ist ein spezieller Tandem-Hersteller, aber es gibt nicht nur spezielle Tandem-Hersteller, es gibt auch noch andere, sondern es gibt ja auch spezielle Tandem-Teile.
Für mich ist das mit das größte Problem an diesem Rückgang der Bedeutung des Tandems, weil es gibt weniger und vielleicht können wir nochmal so einen kurzen Technik-Blog einschieben, wo wir mal darauf eingehen, welche Teile am Tandem speziell sind und warum sie das sein sollten. Also, siehst du da was?
Also, du weißt sicher ganz genau, wovon ich spreche. Ist schon klar. Ein Tandem muss ungefähr die doppelte Last tragen. Von daher gesehen müssen die Laufräder einfach deutlich robuster und stabiler sein, damit es dauerhaft ist. Auch manche andere Komponenten werden stärker belastet, wie kurz mal angesprochen wurde, auch Freiläufe, wo es früher eher mal Probleme gab.
Heute ist das eigentlich weniger mehr ein Thema. Und durch spezielle Technik, spezielle Bauteile, symmetrisch eingespeicherte Laufräder, dann spezielle Kurbelgarnituren. Symmetrisch eingespeicherte Laufräder müssen wir mal kurz erklären.
Das heißt, die Flansche sind nicht mehr außermittig, sondern die Flansche stehen genau mittig unter der Felge. Richtig, stehen genau mittig unter der Felge und damit ist die Speichenspannung links und rechts gleich groß. Das heißt, es hat keinen Speichensinn zu locker oder zu fest, wie es sonst beim Solofahrrad normal üblich ist oder Rennrad.
Und man hat natürlich auch indirekt den Vorteil, dadurch hat auch Santana auf der linken Seite mehr Platz für eine große Scheibenbremse. Braucht auch natürlich eine andere Bremsanlage am Tandem. Die muss auch deutlich mehr aufnehmen können. Und die Tandem-Technik geht natürlich insgesamt weiter.
Man muss natürlich immer schauen, was es an Solofahrradkomponenten gibt, die Tandem-kompatibel sind, beziehungsweise wie man sie Tandem-kompatibel macht, auch was den Übersetzungsbereich anbelangt. Was ist da speziell beim Übersetzungsbereich?
Ja, ich sage mal, beim Tandem gefühlt, mal gesehen, zumindest ganz früh hatte ich das auch nicht, gab es das nicht, aber einen Übersetzungsbereich von gesamt ungefähr um die 600 Prozent sehe ich eigentlich als sehr sinnvoll an, wenn man auch gebirgige Strecken fahren möchte. Und das gibt es mit üblichen Schaltanlagen nicht, die sonst so am Markt sind.
Das lässt sich aber alles realisieren mit den üblichen Komponenten, zwar nicht so, wie es der Hersteller vor sich vorgesehen hat. Und genauso auch bei Bremsanlagen, dass größere Scheibenbremsen sind oder früher waren es halt Felgenbremsen oder auch spezielle Trommelbremsen, die noch verwendet wurden als zusätzliche Bremse, damit man die Bremsleistung entsprechend mithat.
Und natürlich müssen auch andere Bauteile robuster sein. Man hat vielleicht anteilig ein bisschen mehr Gepäck, wie einer auf dem Solofahrrad. Gepäckträger müssen auch stabil sein und die Ketten müssen solide sein. Aber zum Glück sind diese Komponenten im Allgemeinen für die Belastung von einem Tandem völlig ausreichend, dass das auch für ein Tandem gut funktioniert.
Ja, mit diesen 600 Prozent, die du genannt hast, können jetzt vielleicht nicht alle Leute was anfangen. Ich übersetze das mal so, dass wir ja vorhin schon gesagt oder ich habe gesagt, das Tandem ist ein Geländeverstärker und es fährt vielleicht ein bisschen langsamer, einen Berg hoch, braucht eine größere Untersetzung am Berg und es fährt aber auch schneller.
Den Berg runter. Deswegen kann es dann auch noch eine längere Übersetzung haben. Berg runter, ist es das, was du meinst? Also das Gangspektrum, ja. Das Gangspektrum muss halt so groß wie möglich sein. An einem steilen Berg mit 12 Prozent Steigung fährt man vielleicht noch 5 bis 6 bis 7 Stundenkilometer, je nachdem, ob man Gepäck hat und wie leistungsfähig man ist.
Und da sollte man auch noch in der Trittfrequenz vielleicht um die 60 bis 70 treten können.
Also braucht man auch schon eine entsprechende Untersetzung. Und bergab ist man auch gern mal bei 50 Stundenkilometern und mehr. Dann sollte man auch noch eine Übersetzung haben, über 60. Ich muss nicht mehr unbedingt mittreten, aber dass man zwischen 40 und 50 noch gut mal mittreten kann und die Beine ein bisschen lockern kann.
Das heißt, man braucht auch einen langen Gang, und das ist heute mit heutigen Bauteilen gut möglich, aber nicht so, wie es eigentlich von den Herstellern standardmäßig vorgesehen ist. Da muss man ein bisschen tricksen. Vielleicht muss man mal ein paar deiner Ausstellungsräder auch schauen, dann kann man das auch sehen. Also, nein, wie soll ich sagen, Räder, die du privat nutzt, die du hier mit ausstellst. So ist es, glaube ich, richtig gesagt.
Ich habe neulich mit einem Tandem-Paar gesprochen. Die haben gesagt, die haben einigen Aufwand mit dem Thema Reifen. Mein Eindruck ist, je schmaler die Reifen sind, umso genauer muss man da hinschauen, was man benutzt, was man einsetzt. Kennst du das auch? Ja, grundsätzlich schon. Es gab auch auf meinem allerersten Tandem sogar von einem IAC-Hersteller einen Tandemreifen, der hat sich Tandem genannt, also als Tandemreifen ausgelegt.
Das ist schon lange Zeit her, über 40 Jahre schon. Es gibt Reifen, die eigentlich entsprechend druckbeständig sind und belastbar sind. Die müssen einfach höheren Druck aushalten, müssen sauber rundlaufen und auch möglichst pannensicher sein. Also billig Reifen zu verwenden am Tandem ist mit Sicherheit viel am Platz, aber es gibt heute eine große Reifenauswahl, die gut funktionieren, das kann man sagen.
Meine Erfahrung ist, also klar, wir brauchen so ein paar spezielle Teile oder die müssen speziell ausgelegt sein, aber man kann sich teilweise in anderen Fahrradkategorien bedienen. Also was Bremsen anbelangt, dann kann man so in den härteren Gelände-Radsport schauen, da kriegt man auch was hin, wenn man das denn… Ich habe gehört, dass man sich da Sachen basteln kann.
Du hast von dem Freilauf angesprochen, also das Teil, was eigentlich sicherstellt, dass die Traktion oder dass der Kraftschluss hergestellt wird in der Nabe. Das muss mehr Kraft aushalten, weil es sind einfach vier Waden beteiligt und nicht nur zwei. Da ist meine Erfahrung, man kann sich an manchen Stellen auch in der E-Bike-Sparte bedienen, was Narben anbelangt, zum Beispiel, und Felgen.
Und ich denke aber, dass es nicht überall möglich ist. Also gibt es auch Teile, wo du sagst, da wird es inzwischen, zumindest was so größere Serien anbelangt, da wird es eng. Da muss man ein bisschen gucken. Oder ist das alles noch so, dass du sagen würdest, da ist die Versorgung sichergestellt? Ja, im Allgemeinen ist die Versorgung schon sichergestellt, wenn man einen vernünftigen Standard hat.
Also es gibt schon manche Tandem-Technik, die eigentlich inzwischen überholt ist, wo es wenige Ersatzteile gibt. Santana hat relativ früh schon auf eine große Creme-Breite umgestellt und die ist sehr weit verbreitet. Das hat damals auch Dreck gemacht, dieselbe Creme-Breite. Und deswegen gibt es dafür eigentlich schon nach wie vor Ersatzteile, dass man Ersatzteile bekommt.
Inzwischen gibt es auch natürlich Steckachsen, die auch verwendet werden, hinten und vorne. Und den Boost-Standard, der vom Mountainbike her stammt, für vorne, damit man möglichst symmetrisch eingespeichert hat. Auch bei Scheibenbremsen vorne. Es gibt schon viele Dinge, die sich sehr positiv vom Markt entwickelt haben.
Eine Kurbelgarnitur ist immer etwas ein bisschen Tandem-spezifisches. Es gibt manche, die das mit Solo-Fahrradgarnituren machen und den Antrieb komplett rechts verlegen. Es wird dann im Kettenstrebenbereich allgemein sehr eng und hat schon einige Einschränkungen. Dann hat der Crossover Antrieb, so wie das üblich ist, dass die Verbindung von vorne und hinten auf der linken Seite ist, hat eigentlich schon nach wie vor einen ganz klaren Vorteil.
Wird heute in der Regel mit Zahnriemen gemacht, weil es noch pflegeleichter ist und leichter vom Gewicht zusätzlich. Und sich nicht dehnt, nicht nachgestellt werden muss. Das hat eigentlich mehr Vorteile als irgendwelche Nachteile. Aber mit einem Kettenantrieb erreicht man immer noch mit den größten Übersetzungsbereich, wenn man ein bisschen sinnvoll trickst.
Also es ist alles möglich mit den Komponenten, die wir heute so haben. Wir haben jetzt schon über die Vergangenheit gesprochen, angefangen bei eurer Jugoslawien-Reise mit einem Four Leaves Tandem mit ganz anderer Technik. Was sehen wir denn in der Tandem-Technik, wenn wir nach vorne schauen?
Also was denkst du, was wird es geben und wie verbreitet wird das Tandem in zehn Jahren sein? Hast du eine Idee? Eine wirkliche Idee, wie es in zehn Jahren verbreitet ist, kann ich schwer sagen. Ich kann höchstens ein bisschen versuchen, beizutragen, die Tandem-Gemeinschaft sozusagen aufrecht zu erhalten.
Das ist eigentlich ein großes Anliegen von mir, dass einfach positiv über das Tandem gesprochen wird und dass einfach möglichst viele Meinungsträger auch im Tandem-Bereich bleiben, damit das ganze Thema natürlich möglichst gut am Leben bleibt. Und das, was in der Tandem-Technik sich entwickelt hat und ich sehr genieße, ist inzwischen, dass ein Tandem sehr schön und sehr leicht mit wenigen Werkzeugen zerlegbar ist und dadurch eigentlich auch für den Transport keinerlei Probleme mehr darstellt und erheblich leichter zu transportieren ist als zwei Solo-Fahrräder.
So wie wir es zum Beispiel machen. Ich habe selber, ich habe zwar ein bisschen mehr Übung als vielleicht der ein oder andere Kunde, der nicht so viel am Fahrrad zerlegt und macht, aber in einer Viertelstunde ist so ein Fahrrad im Koffer eingepackt, flugfertig oder es ist auch eingepackt für den Zug in einem Packsack. Und da kann ich es in jedem Zug mitnehmen, ohne dass ich für ein Fahrrad, was reserviert ist, mitnehmen kann.
Und man kann das Gepäck auf einmal auch transportieren und braucht eigentlich nur zwei bis drei Inbusschlüssel und nicht mehr. Das ist eine Technik, die natürlich schon sehr vorteilhaft ist. Und der Vergleich den du da anführst mit einem halben Fahrrad geht wahrscheinlich darauf zurück, dass du ja trotzdem nur zwei Laufräder hast und du hast, wenn du so einen Kuppler benutzt, ja dann den mittleren Rahmenteil, der dann nicht so groß ist, weil es sind ja meistens nur drei Rohre.
Ist es das, was dahinter steckt? Ja, das, was dahinter steckt. Im Prinzip tüftle ich auch immer wieder mal rum, dass ich Packsäcke noch ein bisschen optimiere. Ich versuche auch, möglichst bei Reisen das eher mit Bus und Zug zu machen, sofern es möglich ist irgendwo.
Und damit bin ich sehr flexibel, dass ich sagen kann, ich bin jetzt irgendwo, wie es jetzt gerade vor kurzem auch in Irland war. Und man fährt ein Stück mit dem Zug, dann fährt man mal mit dem Fahrrad irgendwo fünf, sechs, sieben Tage und sagt, ah, bis dann. Und dann muss man irgendwo noch hinkommen, aber das möchte ich doch sehen.
Dann gesagt, okay, dann packen wir es mal nochmal kurz in den Packsack und fahren nochmal die nächsten 150 Kilometer in eine andere Richtung mit dem Bus. Und von dort aus fahren wir wieder weiter. Oder das Wetter schlägt um und man hat jetzt keine Lust mehr, 200 Kilometer in zwei Tagen bei ganz schlechtem Wetter zu fahren. Kann man das jederzeit mitnehmen.
Und es ist gar nicht mehr darauf angewiesen, dass man einen Zug für irgendein Fahrrad reserviert. Und wenn man das geschickt verpackt, kann man das zu zweit alles selbst am Zeltgepäck auf einmal sogar auch noch bewerkstelligen, zu tragen und den Zug zu verladen mit einmal. Und ja, das sind Freiheiten, die es früher in der Form nicht ganz gab.
Du hast die Tandem-Gemeinschaft angesprochen und dass die dir am Herzen liegt. Wer ist denn das? Was macht diese Tandem-Gemeinschaft aus? Was sind das für Leute? Die Tandem-Gemeinschaft, ich merke es zunächst in den Tandem-Treffen, die ich habe. Es ist eine Gemeinschaft, die wieder irgendwie lokale Dinge organisieren, die Routen oder auswendig machen, wo könnte man es veranstalten.
Und es ist so, dass das eigentlich immer Leute sind, die eigentlich selbst bereit sind und denen auch selbst viel dran liegt am Tandemfahren. Und das ist einfach ein tolles Erlebnis, wenn jetzt hier mal irgendwo 20 oder 50 Tandems auf einmal unterwegs sind, was man sonst in der Form nicht so sieht.
Und die einfach dann gerne mal über ihre Reisen sich gegenseitig austauschen, wo sie überall waren, was sie gemacht haben. Ich kenne auch eine Tandem-Gemeinschaft, die dann viel dort eigentlich diese Adressen oft mal nutzen, wenn sie dann länger unterwegs sind und sagen, ah ja, da liegt jemand auf der Strecke, den besuchen wir jetzt mal, wenn wir nach Deutschland fahren.
Klappern wir mal ein paar Freunde mit ab. Und das ist eigentlich eine Tandem-Gemeinschaft, die einfach immer offen ist für Austausch und von Erlebnissen. Gibt es Nachwuchs in der Tandem-Gemeinschaft oder ist es was von Leuten, die auch so in den 90er Jahren in dieser Hochzeit sozialisiert wurden mit dem Tandem-Gedanken?
Ja, es gibt schon Nachwuchs, zum Glück. Es ist so, dass ich bei den Tandem-Treffen von mir zum Teil einmal hatte ich ein Tandem-Treffen, da waren drei Generationen vertreten aus derselben Familie. Und inzwischen ist es so, wenn man es so sieht, bei manchen Familien auch schon die dritte Generation am Ball.
Und wenn jetzt durch die Tandem-Gemeinschaft sozusagen sich darauf freuen, auch Jugendliche, die mal früher bloß im Kinderanhänger mitgefahren sind, jetzt dann selber mal auf dem Tandem mitgefahren sind, dann selber schon Tandem fahren und dann Tandem fahren zusammen mit Freunden. Dann merkt man, da ist immer nach wie vor auch ein Nachwuchs da.
Klar, ist es, wenn man es vom Gesamtmarkt nimmt, natürlich eine ganz kleine Gemeinschaft. Aber es kommt immer wieder, dass hier einfach auch Jugendliche, wo ich es von einem Teilnehmer auch habe, der dann auch mit dem Viersitzer, wo sonst immer der Vater vorne gefahren ist, dann am Tandem Treffen dann immer mit den Freunden von dort, die dann mitkommen, wenn der Viersitzer fährt.
Und er ist auch ein sehr, sehr guter Käpt’n für den Viersitzer. Und seitdem haben wir auch richtig Spaß dran. Und dass hier einfach auch nach wie vor die Freude bei den jungen Generationen da ist. Viersitzer, siehst du, ich habe vorhin gesagt, zwei oder mehr Personen drauf. Also das gibt es natürlich auch vier.
Ist das so das längste, was du verkauft hast? Oder für wie viele Personen war das längste Fahrzeug, was du verkauft hast? Ich selber habe eigentlich nur maximal Viersitzer verkauft. Ich habe aber selber auch einen Oldtimer-Fünfsitzer im Geschäft, den wir mal für entsprechend meistens Promotionzwecke verwendet hatten.
Also ursprünglich war das einmal für eine Organisation von der Telekom, die es in Mallorca benötigt hatten, einen Fünfsitzer. Dann wurde da auch mal ein Dreh gemacht für die Olympiade in Peking vom BBC mit dem Fünfsitzer. Und ich weiß auch von einem Sechssitzer, das ich zwar mit organisiert habe, das es bekommen hat.
Rolls Royce in England hat auch mal von Santana ein Sechssitzer bekommen. Und die sind damals dann mit einem Führungsteam von Rolls Royce durch die ganze Republik gefahren mit dem Sechssitzer. Von daher ist es das längste, was Santana bisher gebaut hat.
Obwohl ich jetzt sagen muss, wenn man es wirklich für Touren und für Fahren verwendet, sehe ich so eine gewisse Grenze beim Viersitzer, weil er muss auch Gepäck noch mitnehmen und andere Sachen und will auch nicht nur auf Autobahnen fahren. Halt mit dem Viersitzer, wenn einer ein guter Käpt’n ist, kann er eigentlich alles an Radwegen nutzen, bis auf manche Tränengitter, die an Radwegen sind. Da wird es dann schon eng.
Aber viel länger sehe ich es nicht so sinnvoll. Du hast jetzt mehrmals das Tandem-Treffen erwähnt, das du organisierst. Wann ist das? Das ist doch immer an einem gleichen Datum, oder? Das ist eigentlich bisher, wie es sich in den letzten 15 Jahren herausgestellt hat, immer über Pfingsten und immer an unterschiedlichen Orten.
Es wechselt meistens in Deutschland zwischen Nord und Süd und Ost und West. Wir waren auch schon mal in Holland gewesen, auch schon mal in der Schweiz gewesen, aber meistens im deutschsprachigen Raum. Da ist es über vier Tage und da ist es auch offen für Hotel, Zelt und auch Camper. Früher waren es halt nur Hotel und Zelt.
Ganz am Anfang nur Zelter, dann Hotel und Zelt. Und inzwischen gibt es Hotel, Zelt und Camper, dass eigentlich auch alle Kategorien mit dabei sind. Die Camper sind oder die Zelter sind auch direkt beim Hotel immer. Also dass das eine Gemeinschaft ist. Oft ist es auch so, dass dann manche, die zum Zelten wenig Bedarf haben oder nicht damit aufgewachsen sind und plötzlich Kontakt mit Zeltern haben und plötzlich dann doch fasziniert sind, wie man im Zelt auch Freude hat und dass das eine Freiheit darstellt, mit dem Zelt unterwegs zu sein.
Von daher ist es für viele auch immer wiederum dann auch bereichernd. Und Leute, die jetzt Interesse am Thema Tandem haben, aber zu wenigstens keine Zeit. Dein Geschäft, dein Laden ist wo? Wann kann man dich da treffen?
Mein Geschäft ist in Rosenheim, zwischen München und Salzburg. Und wenn man mich da treffen möchte, dann sollte man einen Termin vereinbaren, weil ich will mir dazu auch Zeit nehmen können. Und ich bin auch hin und wieder auf Tour, selbst unterwegs oder wie momentan auf Messe oder begleite irgendwelche Touren, auch wo ich unterwegs bin.
Und dann kann man gerne unverbindlich, völlig unverbindlich, Probe fahren. Das ist auch unentgeltlich. Ich verlange nichts für das Probefahren. Und dann kann man sich überlegen, ob einem das Thema Tandem weiter berührt oder für jemanden das Thema abgehakt ist. Da bin ich keinem auch böse, wenn irgendeiner sagt, ich glaube, für uns ist es nichts. Dann ist es halt so, aber dann hat man es zumindest probiert.
Und wie man dich erreicht, das kann man den Show Notes entnehmen. Das wird hier verlinkt in diesem Beitrag. Und Wolfgang, ganz zum Schluss, wenn du sagst, egal, ob jemand berührt oder nicht, ich habe den Eindruck, dich berührt das Tandemfahren deutlich.
Und ich hätte gerne von dir vielleicht eine Szene, einen Moment, den du in Erinnerung hast, wo du sagst, das war für mich ein wirklich guter Tandem-Moment. Was fällt dir da ein? Kannst du uns den noch beschreiben zum Abschluss? Es gab mehrere gute Tandem-Momente.
Einmal war es auch mal mit meiner jetzigen Lebenspartnerin, wo ich jetzt seit gut 15 Jahren zusammen bin. Da sind wir relativ in Anfangszeit mal einen Radmarathon gefahren. Am Anfang hatten wir Geburtstag davor. Da hat sie gesagt, vielleicht fahren wir eine kleine Runde mit.
Und es war auch in der Früh erst mal schlechtes Wetter. Dann sind wir dort hingefahren und dann haben wir gesagt, jetzt melden wir uns mal für die mittlere Runde an. Und dann habe ich gemerkt, es läuft eigentlich ganz gut. Und das Wetter war zwar trotzdem ein bisschen durchwachsen gewesen.
Und dann waren wir ab dem Abzweig zwischen der mittleren und der langen Runde. Und dann hab ich gesagt, wir sind jetzt ja gar nicht angemeldet. Ja, ich kenne auch den Veranstalter ganz gut. Ja, wir können jetzt da trotzdem auf die längere Runde abbiegen.
Und da war selbst dann meine Frau nach gut 180 Kilometern hätte sie eigentlich noch den Reiz gehabt. Aber gegen Schluss war es richtiges Sauwetter, die 200 Kilometer zu knacken. Und wir waren auch gut flott unterwegs gewesen, hatten mit vielen Höhenmetern fast einen 30er Schnitt.
Und beim Tandem fährt man in so einer Gemeinschaft äußerst selten den Windschatten, sondern gibt höchstens den Windschatten. Und von daher hat man da schon viel Spaß dabei gehabt.
Klingt nach einem sehr schönen Erlebnis. Und ich glaube, ich musste dir eben auch zugucken, wie du dich für eins entscheidest, weil da scheinen mehrere Erlebnisse da zu sein. Und ich danke dir dafür, dass du dir die Zeit genommen hast, mir hier ein bisschen was von deiner Tandem-Erfahrung zu erzählen und wünsche dir noch viele weitere schöne Tandem-Erlebnisse.
Danke, Wolfgang. Ja, freut mich. Wolfgang Haas sagt das, und ich weiß ja nicht, wie es euch geht. Mir hat das Gespräch jedenfalls schon wieder richtig Lust auf die nächste Tandem-Ausfahrt gemacht, weil ich diese Gemeinschaft, die dabei entsteht, gut kenne und richtig gut finde.
Ich erinnere mich an so viele Ausfahrten mit Freundinnen und Freunden und mit Familienmitgliedern. Und ich kann sagen, dass so eine gemeinsam erlebte Fahrt für mich wirklich etwas Besonderes ist. Immer wieder. Denn man erinnert sich eben gemeinsam daran.
Man hat vielleicht auch Dinge erreicht, die auf einzelnen Rädern gar nicht möglich gewesen wären. Und eine meiner besten und wichtigsten Tandem-Erinnerungen ist zum Beispiel ein Kurzurlaub mit meinem Vater, den wir zusammen auf dem Tandem erlebt haben und bei dem wir mit vereinten Kräften auf die wunderschöne Route Decret in den Vogesen geklettert sind.
Dort oben gemeinsam über die Höhen zu gleiten, den Blick ins Rheintal und rüber Richtung Schwarzwald schweifen zu lassen, ganz viele Beobachtungen zu teilen und dann runter nach Cernay auch richtig viel Abfahrtsspaß zu haben. Das wäre mit einzelnen Rädern schlicht nicht möglich gewesen.
Und wenn doch, dann wäre es wahrscheinlich auch nicht auf die Art schön gewesen, wie wir das eben zusammen erlebt haben. Ich kann das Tandemfahren jedenfalls nur empfehlen und ich hoffe sehr, dass es gut weitergeht mit dem Tandem und dass noch viele Menschen die Möglichkeit zum gemeinsamen Ritt auf einem Fahrrad haben werden.
Und am kommenden Freitag geht es erst mal mit diesem Fahrrad-Podcast weiter. Da können wir zwar nicht zusammen Tandem fahren, aber wir können uns ungefähr für eine Stunde auf eine gemeinsame akustische Reise begeben. Und das ist mir auch richtig viel wert.
Die Leute, die das möglich machen, sind unter anderem unsere Unterstützerinnen und Unterstützer bei Steady und Apple Podcasts und die Menschen, die uns einfach Geld überweisen für die Arbeit, die wir hier machen. Und wenn auch ihr uns unterstützen wollt, dann schaut gerne in die Show Notes. Dort steht, wie das geht.
Und ich sage allen, die dabei sind, habt ganz vielen Dank dafür. Ohne euch ginge es nicht. Diese Ausgabe hat meine Kollegin Wiebke stark geschnitten und ich freue mich, wenn wir uns am nächsten Freitag wieder hören. Ich wünsche euch gute Fahrt und ich sage Ciao.
[MUSIK: dEUS – Dream Sequence]