Frohes Neues! Ich hoffe, ihr seid gesund, munter und weitestgehend entspannt durch die Feiertage gekommen. Ich freue mich sehr, dass wir hier in diesem Feed auch künftig jede Woche auf spannende Klimathemen schauen können. Bevor wir zusammen in dieses neue, noch unberührte Klima-Podcast-Jahr starten, werfe ich mit euch aber nochmal kurz einen Blick in den Rückspiegel. Welche Themen haben uns 2025 hier beschäftigt? Ich habe euch dafür nochmal ein paar Töne aus dem Archiv rausgesucht und zusammengestellt. Ich bin Ina Lebedjew, eure Host. Los geht’s! Mission Energiewende – Der detektor.fm-Podcast zum Klimawandel und neuen Energielösungen in Kooperation mit Lichtblick, Deutschlands größtem reinen Ökostromanbieter mit Solarlösungen, intelligenter E-Mobilität und 100 Prozent Ökostrom. Die Kriege in Gaza und in der Ukraine, die Bundestagswahl, die uns eine schwarz-rote Regierung gebracht hat, die zweite Amtszeit von US-Präsident Donald Trump. Diese und andere Themen haben die politischen Debatten und damit das Jahr 2025 in Deutschland besonders geprägt. Im Klima-Podcast haben wir 2025 zunächst die Wahlprogramme unter die Lupe genommen und mit ExpertInnen darüber gesprochen, wo wir eigentlich in Sachen Energiewende stehen. Dazu sagte Claudia Kempfert, Energieökonomin und Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, im Januar 2025: „Deutschland hat in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten einen Punkt zur Energiewende erreicht, nämlich dass der Anteil der erneuerbaren Energien sehr stark gestiegen ist. Er liegt aktuell schon bei über 60 Prozent an der Stromerzeugung. Insbesondere Solarenergie, aber auch ein bisschen Windenergie, haben in den letzten Jahren deutlich zugelegt. Da ist mehr passiert. Davor in den Jahren leider etwas abgebremst, aber in der Summe sind wir da auf einem ganz guten Pfad.“ Im Frühling haben wir einen Schwerpunkt gesetzt und auf verschiedene Unternehmen geschaut, mit ihrem Blick auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Antje von Dewitz war zum Beispiel im Interview zu Gast. Sie führt die Geschäfte des Outdoor- Textilunternehmens VAUDE. Nachhaltige Textilien, sagt sie, sind ein großes Thema. Das hat unglaublich zugenommen, die Nachfrage danach, weil eben immer mehr Kundinnen und Kunden schon bewusst einkaufen gehen. Also auch wenn man da Statistiken verfolgt, es ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Also circa 45 Prozent oder so was, jetzt auf Deutschland bezogen, kaufen bewusst ein. Also das ist schon ein Riesenwandel. Und mit diesem Wandel, also mit dieser verstärkten Nachfrage plus eben immer wieder im Outdoor-Bereich, auch unterstützt durch Kampagnen von Greenpeace zum Beispiel oder 4 Pfoten oder der Clean Clothes Campaign, die schon so Probleme gespotlightet haben, haben sich auch immer mehr Marken dafür interessiert und haben auch da stärkere Nachfragen von Markenseite aus angefangen. Also zum Beispiel eben bei Fairware, auch mitzumachen, Blue Sign nachzufragen oder andere Standards. Und jedes Mal, wenn tatsächlich ein Wettbewerber dazu kommt, hilft es natürlich enorm. Das hört sich vielleicht im ersten Schritt schräg an, aber Nachhaltigkeit ist der totale Teamsport. Eigentlich brauchst du alle Verbündeten, egal ob Wettbewerber oder nicht, damit die Sache ins Rollen kommt. Wenn man die einzige Marke bleibt, dann bleiben die Kosten einfach riesenhoch und der Einflussbereich wenig. Wenn mehr Wettbewerber dazukommen und die gleichen Standards bei Produktionsstätten abgefragt werden oder Recycling-Materialien stärker gefordert werden oder was auch immer, dann gehen die Preise runter und dann kommt man mehr ins Rollen. Was noch im Frühling passiert: Der Koalitionsvertrag der neuen schwarz-roten Bundesregierung steht. Anders als bei der Ampelregierung kommt das Klima im neuen Koalitionsvertrag in der Präambel nicht vor. Niklas Höhne, Klimaforscher, hat die Non-Profit-Organisation New Climate Institute mitgegründet und ist Experte für nationale und internationale Klimapolitik. Er findet damals deutliche Worte: „Ja, es ist wirklich enttäuschend, dass man hier eindeutig sieht, dass Klimaschutz eben nicht weit oben auf der Agenda steht. Das merkt man eben daran, dass nicht sehr viele Details da sind und auch man nicht genau sieht, was hier genau gemacht werden soll. Also für mich ist das sehr enttäuschend, gerade in einer Zeit, wo Klimaschutz wichtiger ist denn je. Wir haben 2024 das erste Jahr gehabt, wo die globale Temperatur im Mittel über 1,5 Grad war und wir sehen das jeden Monat wieder mit Extremwetterereignissen. Also der Klimawandel geht nicht weg, nur weil man sich nicht darum kümmert. Und deswegen ist es eigentlich verantwortungslos, das nicht an sehr hohe Priorität zu setzen und das ist hier leider nicht passiert.“ Sie haben ja die knapp 150 Seiten des Koalitionsvertrags durchgearbeitet. Wie sieht denn Ihr Fazit aus? Können wir damit bis 2045 klimaneutral werden? „Es ist leider sehr eindeutig, dass das so nicht funktionieren kann. Also die zukünftigen Koalitionäre, die haben sich ja festgelegt, dass die Klimaschutzziele und auch Klimaneutralität eingehalten werden sollen. Das ist schon mal gut, aber sie legen kein wirkliches Konzept vor, das auch wirklich zu erreichen. Also in der jetzigen Situation sieht es so aus, dass mit den politischen Maßnahmen, die umgesetzt worden sind, eben hauptsächlich von der Ampel, dass wir damit die Klimaschutzziele 2030 und erst recht nicht 2045 erreichen. Also das klappt noch nicht mit den jetzigen Maßnahmen. Man müsste also mehr Maßnahmen umsetzen. Und im Koalitionsvertrag stehen Dinge drin, wo man eigentlich einen Rückbau von Klimaschutzmaßnahmen machen will und da ist nicht wirklich klar, womit die dann ersetzt werden sollen. Also es ist eigentlich ziemlich eindeutig, dass mit dem, was in dem Koalitionsvertrag steht, man die Klimaschutzziele eben nicht einhalten kann. Und das ist problematisch, weil wenn man auf der einen Seite sich eben das Ziel setzt, dass man es einhalten will, aber das dann nicht schafft, dann hat man eben später ein großes Problem. Und die Koalition, die lässt sich so ein kleines Hintertürchen offen und das ist nämlich, dass wenn es nicht reicht, dass man dann sich so ein bisschen schönrechnet, indem man eben Zertifikate von Emissionsreduktionsprojekten von außerhalb der EU zulässt. Das ist so ein bisschen ein älteres System, das eigentlich vor 20 Jahren vielleicht noch funktioniert hat, aber heute funktioniert das nicht mehr wirklich. Und aus meiner Sicht ist das nur ein Schönrechnen und verwässert den Klimaschutz. Also ist das eigentlich auch keine gute Idee. Im Sommer ging es hier im Klima-Podcast unter anderem um Sonnencreme und den Schutz von Korallenriffen. Wir haben über Arbeitsschutz in Zeiten der Klimakrise berichtet, über klimaresiliente Städte und über Dürre in Deutschland. Dafür habe ich damals mit Dr. Andreas Marx gesprochen. Er ist Leiter des Deutschen Dürre-Monitors und des Mitteldeutschen Klimabüros am UFZ Helmholtz Zentrum für Umweltforschung. Und er betreibt seit mehr als zehn Jahren einen Dürre-Monitor, der jeden Tag aktuelle Daten liefert. Er soll helfen, dass Wasserwirtschaft, Forstwirtschaft, Landwirtschaft und andere Gruppen ihren Umgang mit der Ressource Wasser besser an die Bedingungen anpassen können. Die Anfangszeit des Dürre-Monitors war eine sehr spannende Zeit. Man muss sich das wirklich klar vor Augen halten. Vor dem Jahr 2018 hat Dürre in der öffentlichen Wahrnehmung, aber letztlich auch im gesetzlichen Rahmen in Deutschland überhaupt keine Rolle gespielt. Das heißt, als wir 2014 diesen Dürre-Monitor veröffentlicht haben, waren wir Anfeindungen ausgesetzt, weil ganz klar gesagt wurde, dass es jetzt aus dem Umweltforschungsbereich enorm tief gesetzt ist, der Versuch, die Klimakatastrophe herbeizurufen. Und man ist ganz klar gesagt: Dürre in Deutschland, so etwas gibt es gar nicht. Dürre ist etwas, das gibt es in der Sahelzone irgendwo in Afrika, aber in jedem Fall weit weg von uns in Mitteleuropa. Dieser Rahmen hat sich doch sehr stark geändert, weil die Trockenheit vor allem zwischen 2018 und 2023 sehr viele Schäden in sehr unterschiedlichen Sektoren und das auch noch parallel zueinander gebracht haben. Und das ist eine Situation gewesen, mit der wir nicht vertraut waren, mit der wir auch, was den regulatorischen Rahmen angeht, überfordert waren und letztlich noch immer sind. Andreas Marx sagte damals, Deutschland brauche künftig ein Dürre-Management. Dabei sollen Bund, Länder und Kommunen gemeinsam ein Konzept entwickeln und entscheiden, wie sie bestmöglich auf solche Perioden reagieren können. Mit meiner Kollegin Marisa Becker habe ich im September außerdem über Gerechtigkeit gesprochen. Sie hat recherchiert, welchen Einfluss Superreiche aufs Klima haben. Es ist so, dass sehr reiche Menschen durch ihre Luxustransportmittel, aber auch durch ihre Investitionen in klimaschädliche Unternehmen extrem viel CO2 ausstoßen, was die Klimakrise einfach anheizt. In welcher Größenordnung wir uns da bewegen, das habe ich Manuel Schmidt gefragt. Er ist Referent für das Thema soziale Ungleichheit bei Oxfam. Die Organisation hat in den vergangenen Jahren mehrere Berichte rausgegeben, die sich mit der Rolle von Superreichen in der Klimakrise auseinandersetzen. Und dann sehen wir, dass alleine das weltweit reichste Prozent der Weltbevölkerung für genauso viele Emissionen verantwortlich ist wie die ärmeren zwei Drittel der Menschheit. Und wenn wir uns jetzt nochmal ganz gezielt die Emissionen der Reichsten der Reichen anschauen, also von Milliardärinnen, dann sehen wir, dass 50 der reichsten Milliardärinnen der Welt durch ihre Investitionen, Luxusjachten und Privatschritte innerhalb von nur rund 90 Minuten mehr CO2 ausstoßen als ein Mensch im weltweiten Durchschnitt im gesamten Leben. Und die Gesamtemissionen nur dieser 50 Superreichen sind höher als die Emissionen der ärmsten zwei Prozent der Menschheit zusammen. Also auch anders ausgedrückt: 50 Menschen sind für mehr Emissionen verantwortlich als 155 Millionen Menschen zusammengenommen. Und diese Menge an Emissionen, die können sie eben nur produzieren, weil sie so unfassbar viel Geld haben. Und insofern verstärkt diese Ungleichheit eben auch die Klimakrise. Ebenfalls im September hat meine Kollegin Julia Segers im Rahmen einer internationalen Recherche die Frage bearbeitet, wie der Rechtsruck in Europa die EU-Klimapolitik ausbremst. Jeder vierte Abgeordnete im EU-Parlament gehört derzeit einer rechtsextremen Fraktion an. Du hast in den vergangenen Monaten viel Zeit damit verbracht, dir anzusehen, welche Rolle die AfD und ihre rechtsextremen KollegInnen aus anderen Ländern in der EU einnehmen. Mit dem Augenmerk darauf, was diese neue Sitzverteilung im Parlament mit der Klimapolitik macht. Welche zentralen Erkenntnisse habt ihr aus der Recherche gewonnen? „Also wir haben uns in den vergangenen Monaten ziemlich viele Parlamentsreden angesehen, Social-Media-Profile durchforstet und Pressemitteilungen gelesen. Mit Hilfe von WissenschaftlerInnen konnten wir das Material dann auswerten. Und dabei sind vor allem drei zentrale Erkenntnisse herausgekommen. Erstens: Die extreme Rechte im Parlament hat ihre Rhetorik in den vergangenen Jahren geändert. Anstatt den Klimawandel zu leugnen, setzen sie jetzt auf Verzögerungsstrategien. Das heißt, sie versuchen gezielt Argumente zu bringen, die Ausreden für klimapolitische Maßnahmen finden. Und die verfangen ziemlich gut, auch bei Parteien außerhalb des rechten Randes. Und zweitens: Rechte Parteien schaffen es, auf europäischer Ebene schon ziemlich gut Einfluss zu nehmen und ihre Macht durch die neue Sitzverteilung auszuspielen. Das zeigt sich zum Beispiel darin, dass sie wichtige Aufgaben besetzen. Die rechtsextreme Gruppe Patrioten für Europa zum Beispiel wird die Verhandlungen über das EU-Klimaziel für 2040 leiten. Und auch die ersten Gesetze werden durch die Rechten in Mitleidenschaft gezogen. Und drittens: Es finden sich neue strategische Allianzen, die gegen die Klimapolitik der EU arbeiten. Das betrifft sowohl die Zusammenarbeit der drei rechtsextremen Gruppen im Parlament, aber auch die Zusammenarbeit mit der konservativen Fraktion Europäische Volkspartei, kurz EVP. Die sind die größte Fraktion im Parlament, vergleichbar mit der CDU auf Landesebene. Zur EVP gehört auch Ursula von der Leyen. Gemeinsam mit Parteien vom rechten Rand hat die EVP mehrere Umweltgesetze verschoben und verwässert. Man kann also sagen, die Brandmauer auf EU-Ebene bröckelt nicht nur. In ihr klaffen hier und da auch schon so ein paar Löcher. Im Herbst gab es dann sogenannte Recap-Folgen. Das heißt, wir haben zurückgeguckt und gleichzeitig voraus. Dazu habe ich zusammen mit meinen Kolleginnen geschaut, welche Themen vor einigen Jahren im Klimapodcast wichtig waren und was inzwischen aus ihnen geworden ist. Moorschutz war eins der Themen, denn Moore sind echte Klimasuperhelden. Sie speichern mindestens doppelt so viel CO2 wie Wälder, schützen vor Dürren und Überschwemmungen. Darüber habe ich mit Alexander Cornelsen gesprochen. Er hat zusammen mit seiner Frau Ann Christin die gemeinnützige Organisation Mission to March gegründet. Seine Bilanz ernüchternd: „Die Wahrheit ist, es ist nicht sehr viel passiert. Gerade wenn man sich die Flächen anguckt, die pro Jahr renaturiert werden, so nennt man es im Moorbereich, ist es nicht exponentiell gestiegen. Auch was die Wahrnehmung ist bei den Menschen, dass alle Menschen wissen, wie schützenswert und schön Moore sind, hat sich auch nicht groß verändert. Und ich habe davon vor vier Jahren zum ersten Mal gehört, eben durch Ann Christin bei unserem allerersten Date. Und meinte, wenn Moore so wichtig sind, warum reden die alle darüber? Warum machen viele Organisationen Aufforstung und solche Sachen, wenn Moore doch viel schneller und schöner zu renaturieren sind? Und diese Herausforderung stehen mir immer noch vor. Nach wie vor, das ist ein komisches negatives Image. Also nach wie vor kommen Wörter wie Moorleichen, Moskitos und Gestank in den Mund. Und das heißt, unsere Mission hat noch Bestand und noch viel zu tun.“ Gleichzeitig gibt es extrem viel Forschung auf dem Gebiet. Das ist voll schön zu sehen. Also es gibt extrem viele Forschungsprojekte, die angucken, wie kann man Moore renaturieren und gleichzeitig auch, wie kann man die wiedervernässen und ökologisch nutzen? Wie kann man damit Geld verdienen, obwohl die wiedervernässt werden müssen? Das nennt sich Bloody Wirtschaft und das hat er auch ein bisschen angesprochen schon. Aber da ist in den Jahren viel passiert. Es gibt erste Startups, die in das Thema reingehen. Das finde ich persönlich sehr schön, weil die Politik kann einiges tun. Aber gerade Menschen, die das Henne-Ei-Problem lösen müssen zwischen Moorschutz und wie verdienen wir damit Geld, das können meistens nur innovative kleinere Unternehmen machen. Und was auch gerade wirklich im Rollen kommt, ist diese Aktion natürlicher Klimaschutz, das NKR-Programm, was wohl auch wieder ein Update erhält. Nicht ganz zugunsten der Moore, ehrlich gesagt. Nichtsdestotrotz sind das viele Milliarden Euro, die eigentlich dem Moorschutz zugesagt wurden aus der Politik heraus. Nur kommt fast niemand an die Gelder heran. Und natürlich, wie jedes Jahr, haben wir im November auch über die Klimakonferenz am Rande des Regenwalds berichtet. Die COP30 fand in Belém in Brasilien statt. Jedes Jahr kommen dafür tausende PolitikerInnen, KlimaexpertInnen, indigene Völker und andere Gruppen zusammen und sprechen über Klimaschutzziele und deren Finanzierung. Meine Kollegin Alina Metz hat sich des Themas angenommen und hat dafür mit Carla Reems mal gesprochen. Die Klimaschutzaktivistin ist eine der SprecherInnen von Fridays for Future und war selbst bei der COP30 vor Ort. Hier hört ihr Alinas Fazit zur Recherche damals: „Carla Reems betont deshalb, wie wichtig es ist, dass Friedrich Merz zum Leader Summit gereist war, der kurz vor der COP stattgefunden hat. Merz, der bisher laut Reems, Mahr und anderen namhaften KlimaaktivistInnen wie Luisa Neubauer eher als Klimaschutzblockierer beziehungsweise sogar Klimaschutzzerstörer gilt, zeigt sich damit von einer offeneren Seite. Das gibt der AktivistIn etwas Hoffnung. Er muss jetzt beweisen, dass er den Ernst der Lage verstanden hat, dass er nicht nur schöne Bilder machen möchte, sondern dass er tatsächlich bereit ist, als Deutschland einen wichtigen Teil zu leisten. Das muss einerseits heißen, in der EU nicht weiter das Klimaziel zu blockieren. Auf der anderen Seite ganz klar auch in Deutschland keine neuen fossilen Projekte, keine Kohle, kein Öl, kein Gas. Genau das ist auch, was international Vertrauen verspielt. Und als Drittes dann natürlich: Deutschland als ein reiches Land muss sich auch finanziell beteiligen und ganz klar damit auch zeigen: Wir nehmen diesen Prozess ernst, wir nehmen diese Verhandlungen ernst und wir zeigen, dass wir den Ernst der Lage verstanden haben.“ Die COP30 ist also für viele KlimaaktivistInnen ein Hoffnungsschimmer. Man merkt zumindest, wie der Klimawandel und Klimaschutzfragen wieder zum sehr relevanten Thema werden, was für die AktivistInnen und am Ende für uns alle ganz wichtig ist. Nun bleibt zu hoffen, dass die Konferenz in diesem Jahr mit konkreten Ergebnissen endet, die vor allem betroffenen Ländern helfen. Die globale Aufmerksamkeit für die Themen kann auch lokalen PolitikerInnen helfen, das Thema in ihre Gegend populärer zu machen. Was ist denn also jetzt? Berichten wir jedes Jahr wieder über das Thema. Was ist in diesem Jahr für dich so besonders hängen geblieben? Was beschäftigt dich am meisten an der Weltklimakonferenz nach der Recherche? „Ich glaube, für mich ist der spannendste Aspekt eigentlich die Frage nach der Symbolpolitik, dass die COP am Rande des Regenwalds stattfindet. Man muss sich am Ende vor Augen führen: Tausende Teilnehmende aus 190 Nationen reisen an und ab. Die brauchen Transport, Verpflegung, Schlafplätze, unfassbar viele beziehungsweise auch große Räumlichkeiten, um sich zu treffen und ja, auch zu beraten. Und im Juni hat die Tagesschau berichtet, dass Brasiliens Regierung damals Millionen für die Infrastruktur ausgegeben hat. Das waren insgesamt mehr als 30 Bauprojekte, unter anderem auch mit an Bord einer der größten Bausünder des Landes, der in den Jahren zuvor mindestens zwei heftige ökologische Katastrophen im Land ausgelöst hat. Und was auch richtig bitter ist: Für die COP30 wurden 100 Hektar Regenwald abgeholzt, damit dort Umgehungsstraßen langführen können. Das war zwar langfristig geplant, wurde jetzt aber mehr oder weniger für die Weltklimakonferenz übers Knie gebrochen. Bitte widmet eure Aufmerksamkeit doch kurz unserem Werbepartner: Ihr wollt 100 Prozent Ökostrom? Dann wechselt jetzt zu Lichtblick, Deutschlands größtem reinen Ökostromanbieter. Hier bekommt ihr Ökostrom aus Sonne und Wind, intelligente E-Mobilität und Solaranlagen für günstigen Strom vom eigenen Dach. Das war 2025 im Klimapodcast von detektor.fm, zumindest in Ausschnitten. Bevor es hier nächste Woche mit frischen Themen weitergeht, werde ich noch ein paar Gedanken los. Es gibt eine Sache, die raunen wir uns hier in der Redaktion schon seit Monaten zu: Klimathemen gehen gerade nicht so gut, finden nicht so großen Anklang wie in anderen Jahren, können sich nicht so gut behaupten oder durchsetzen angesichts von Trump, Ukraine-Krieg, Gaza und den großen Themen der Weltpolitik. Was war noch mal der Klimawandel? fragt Luisa Neubauer denn auch sehr passend zum Jahresauftakt in einem Essay im Deutschlandfunk. Zitat: „Wie konnte es passieren, dass die größte globale Zukunftsfrage kaum noch Gegenstand öffentlicher Debatten ist?“ Hier eine Kernaussage ihres Textes, die mein Kollege Stefan Ziegert für uns eingesprochen hat: „Und heute, heute hat man sich entschieden, die Verhältnisse kurzerhand auf den Kopf zu stellen. Statt uns vor den Folgen der selbstverschuldeten Klimakrise zu schützen, geht es nun darum, sich gegen die Folgen der selbstverschuldeten Klimaziele zu wehren. Man blickt auf die Industrie, die leidet unter Klimazielen, auf die Politik, die hat doch eigentlich andere Sorgen. Die Menschen, die wollen doch vom Klima nichts mehr hören. Klimaschutz darf den Wohlstand nicht gefährden, hören wir entsprechend von Friedrich Merz. Deutschland muss Industrieland bleiben, weiß Markus Söder hinzuzufügen. Die Erde muss bewohnbar bleiben, habe ich noch nie von jemandem aus der deutschen Politik gehört. In gewisser Weise muss es beeindrucken, wie erfolgreich es gelungen ist, die Auseinandersetzung mit unserer Existenz auf dem Planeten zu etwas umzubauen, was politisch wie emotional an den Umgang mit einer unaufgeräumten Abstellkammer erinnert. Was viele Menschen in Deutschland aktuell mehr beschäftigen dürfte als der Inhalt dieser unaufgeräumten Abstellkammer: Bezahlbare Wohnungen, ein Gehalt, das zum Leben reicht, Pflege, eine sichere Rente und die Lebensmittelpreise. Im vergangenen Herbst hat die Europäische Zentralbank eine Studie veröffentlicht. Demnach haben die Preise für Fleisch seit 2019 um mehr als 30 Prozent zugelegt, die Milchpreise um rund 40 Prozent und Butter ist sogar um 50 Prozent teurer geworden. Nur noch getoppt von Kakao und Schokolade, die rund 60 Prozent mehr kosten, was viele vor den Feiertagen im Portemonnaie gemerkt haben dürften. Lebensmittelinflation, wenn Essen zum Luxus wird, titelt die Tagesschau im November. In dem Bericht heißt es: „Es liegt tatsächlich an den Lebensmittelpreisen, die im Moment das Lebensgefühl befeuern, dass einfach alles teuer geworden ist“, sagt Christiane Nickel von der EZB. Was die Lebensmittel im Moment so teuer macht, sind vor allem zwei Faktoren. Zum einen die gestiegenen Energiepreise. Viele Lebensmittel werden sehr energieintensiv hergestellt und das hat dann eine direkte Auswirkung auf die Preise, erklärt Nickel die Ergebnisse der Studie. Aber auch der Klimawandel ist ein wichtiger Faktor. Die Erdtemperatur steigt und das bedeutet, dass man größere Gebiete hat, die zum Beispiel Dürren ausgesetzt sind. Dieser Faktor habe vor allem bei den enormen Preissteigerungen von Kakao und Kaffee eine entscheidende Rolle gespielt, weil ganze Ernten ausgefallen sind. Was können wir also von 2026 erwarten, wenn es um Klimathemen geht? Ein Kampf um die wertvolle Aufmerksamkeit der Menschen auf jeden Fall. Dass weiter vieles mit vielem zusammenhängt, dass das Thema nicht verschwindet, auch wenn sich das einige Menschen verständlicherweise wünschen. Und das war der erste Klima-Podcast von detektor.fm in 2026. Die Redaktion hatte ich, Ina Lebedjew. Audio-Produktion: Stanley Baldauf. Und ich sage danke für eure Zeit, vielen Dank fürs Zuhören. Bis bald, hoffentlich. Macht’s gut. Tschüss! Mission Energiewende – Der detektor.fm-Podcast zum Klimawandel und neuen Energielösungen in Kooperation mit Lichtblick, Deutschlands größtem reinen Ökostromanbieter mit Solarlösungen, intelligenter E-Mobilität und 100 Prozent Ökostrom.