Die zunehmende Lichtverschmutzung, insbesondere in den Städten, hat weitreichende Folgen für die Umwelt. Wenn wir die Nacht mit Straßenlaternen, Gebäuden und anderen Lichtquellen künstlich erhellen, wirkt sich das auf Tiere, Pflanzen und ganze Ökosysteme aus.
Studien und Satellitenbilder zeigen regelmäßig, wie hell der Nachthimmel inzwischen ist. Doch viele Lebewesen sind auf den regelmäßigen Wechsel von Tag und Nacht angewiesen. Dieser Rhythmus steuert zentrale Prozesse wie Stoffwechsel, Verhalten und Fortpflanzung.
Eine wichtige Rolle spielt dabei das Hormon Melatonin, das den Tag-Nacht-Rhythmus reguliert und durch Licht unterdrückt wird. Bereits geringe Lichtintensitäten können bei vielen Tierarten diese Regulation beeinflussen.
Besonders betroffen sind nachtaktive Insekten. Sie werden stark von Lichtquellen angezogen und kreisen oft lange um Lampen, anstatt Nahrung zu suchen oder sich fortzupflanzen. Viele sterben an Erschöpfung oder werden leichte Beute für Fressfeinde.
Die Folgen der Lichtverschmutzung
Da Insekten eine Schlüsselrolle in Nahrungsnetzen spielen, etwa als Bestäuber oder als Nahrung für andere Tiere, hat ihr Rückgang weitreichende Folgen für Ökosysteme.
Auch andere Tiere reagieren empfindlich. Fledermäuse meiden oft beleuchtete Bereiche, da sie dort stärker gefährdet sind. Das zwingt sie zu Umwegen und erhöht ihren Energieaufwand. Zudem wirkt Straßenbeleuchtung wie ein Netz aus Barrieren: Sie kann Lebensräume zerschneiden und Wanderbewegungen behindern.
Doch die gute Nachricht ist: Schon mit wenigen Maßnahmen könnten wir schon viel gegen Lichtverschmutzung tun.
Man kann durch kleine technische Maßnahmen schon sehr viel erreichen.
Andreas Jahn
Foto: Spektrum der WissenschaftAndreas Jahn ist Biologe und Redakteur bei Spektrum der Wissenschaft. Im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Marc Zimmer erklärt er, wie sich das künstliche Licht auf die Natur auswirkt und was wir gegen Lichtverschmutzung tun können.